Heimatverein Sendenhorst 1925 e.V.
Heimatverein Sendenhorst 1925 e.V.

Archäologische Funde in Sendenhorst

Schachfiguren am Schorlemer Hof

Älteste Schachfiguren Westfalens 2004, ca. 11. Jahrhundert
 

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Burgreste unterm Bürgerhaus

Burgfundamente im Jahr 1975 gefunden aus dem 12. Jahrhundert

 

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Urnenfriedhöfe Martiniring / Spithöver-Straße

Zeugnisse einer Besiedlung weit vor der Römerzeit! Ca. 600 v. Chr.
 

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Der Sendenhorster Münzschatz, ca. 1430

1932 gefunden: Und 33 Münzen hat der Sendenhorster Heimatverein..
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Älteste Schachfigur Westfalens in Sendenhorst gefunden!

Mit freundlicher Genehmigung des Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) LWL-Archäologie für Westfalen Presse- und Öffentlichkeitsarbeit [Mitteilung vom 16.02.2005, inklusive LWL Änderungen vom 27.10.2010]

Spielfreudiger Kleinadel in Sendenhorst: Die Beurkundung von Rechtsgeschäften, von Schenkungen oder Verkäufen ist zu dieser Zeit noch nicht die Regel. So wundert es nicht, daß wir über einen Sendenhorster Adel des 10./11. Jahrhunderts gar nicht, über den des 12. Jahrhunderts nur unzulänglich unterrichtet sind. Aber sicherlich hat es sie ebenfalls in Sendenhorst gegeben, die ritterlichen Krieger im Dienste des Bischofs oder anderer Großer, auch wenn die spärlichen schriftlichen Quellen wenig hergeben. In dem Jahrzehnt zwischen 1133 und 1142 reist Hermann von Sendenhorst im Gefolge des Bischof Werner. Er bezeugt 1139 eine bedeutende Schenkung, die Übertragung der bischöflichen Kirchen Werne und Ahlen an das wenige Jahre vorher gegründete Prämonstratenserkloster Kappenberg. Hermann urkundet zusammen mit anderen bekannten münsterschen Dienstmannen, mit den Herren von Dülmen, von Meinhövel, Bevern und Ahlen'. Die Kennzeichnung durch den Ortsnamen Sendenhorst deutet auf einen festen Sitz, vielleicht sogar eine Burg, hin. Man möchte Hermann von Sendenhorst in Zusammenhang bringen mit den gewaltigen Mauerfundamenten, Resten eine Burg des 12. Jahrhunderts, die 1975 beim Bau des Bürgerhauses ans Tageslicht kamen. Leider versinkt die weitere Geschichte derer von Sendenhorst nach 1142 wieder im Dunkel der schriftlosen Zeit.

Bild oben: napp drei Zentimeter hoch sind die bislang ältesten Schachfiguren Westfalens von einem Adelshof aus dem 11. bis 12. Jahrhundert in Sendenhorst. Foto: LWL/Brentführer

Bild:
Einen Durchmesser von 4 und 4,5 Zentimeter haben die Backgammon-Steine mit ihrer sehr aufwändigen Machart aus mehreren Lagen Knochen und Metall beziehungsweise Textilien. Foto: LWL/Brentführer.


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Burgreste unterm Bürgerhaus

aus Heinrich Petzmeyer: Sendenhorst, Geschichte einer Kleinstadt im Münsterland - Seite 50


Die Beurkundung von Rechtsgeschäften, von Schenkungen oder Verkäufen ist zu dieser Zeit noch nicht die Regel. So wundert es nicht, daß wir über einen Sendenhorster Adel des 10./11. Jahrhunderts gar nicht, über den des 12. Jahrhunderts nur unzulänglich unterrichtet sind. Aber sicherlich hat es sie ebenfalls in Sendenhorst gegeben, die ritterlichen Krieger im Dienste des Bischofs oder anderer Großer, auch wenn die spärlichen schriftlichen Quellen wenig hergeben. In dem Jahrzehnt zwischen 1133 und 1142 reist Hermann von Sendenhorst im Gefolge des Bischof Werner. Er bezeugt 1139 eine bedeutende Schenkung, die Übertragung der bischöflichen Kirchen Werne und Ahlen an das wenige Jahre vorher gegründete Prämonstratenserkloster Kappenberg. Hermann urkundet zusammen mit anderen bekannten münsterschen Dienstmannen, mit den Herren von Dülmen, von Meinhövel, Bevern und Ahlen'.

Die Kennzeichnung durch den Ortsnamen Sendenhorst deutet auf einen festen Sitz, vielleicht sogar eine Burg, hin. Man möchte Hermann von Sendenhorst in Zusammenhang bringen mit den gewaltigen Mauerfundamenten, Resten eine Burg des 12. Jahrhunderts, die 1975 beim Bau des Bürgerhauses ans Tageslicht kamen. Leider versinkt die weitere Geschichte derer von Sendenhorst nach 1142 wieder im Dunkel der schriftlosen Zeit.


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Der Münzschatz von Sendenhorst / 14. Jahrhundert

von Heinrich Petzmeyer: Sendenhorst, Geschichte einer Kleinstadt im Münsterland

Im Herbst 1932 ließ der Bauer Große Kogge im Rahmen von Notstandarbeiten (man befand sich auf dem Höhepunkt der Weltwirtschaftskrise) durch drei Sendenhorster Arbeiter eine alte Steinkuhle auffüllen. Am 30. November machten die drei einen einmaligen Fund. Sie stießen auf drei mittelalterliche Tongefäße, einen heimischen Kugeltopf und zwei Siegburger Krüge, bis an den Rand mit Münzen gefüllt. Die Leinenlappen, in die der Eigentümer des Vermögens vor vielen hundert Jahren seine Münzen gerollt hatte, waren noch zu erkennen. Die Münzen waren zu Klumpen zusammengebacken und oxydiert. Die meisten waren aus Silber, aber es befanden sich auch mehrere Goldmünzen in den Gefäßen.

Der Anblick des glänzenden Goldes mag die Finder so geblendet haben, daß sie Fundunterschlagung verabredeten. Unter Umgehung des Grundeigentümers, der Ortspolizeibehörde und des Provinzialmuseums in Münster knüpften sie Verbindungen mit Münzsammlern und Händlern in Soest und Frankfurt an. Es scheint, daß die Münzen unter Wert abgegeben wurden. Als sich der Fund nicht mehr verheimlichen ließ, präsentierten die drei Finder der Öffentlichkeit 382 Münzen, einen Bruchteil des tatsächlichen Fundes'. Die Verheimlichung des Fundes hat es den Münzwissenschaftlern in Münster schwer gemacht, sichere Aussagen über Umfang und Inhalt des Sendenhorster Münzschatzes zu machen. Unter Auswertung aller Nachrichten, u. a. Frankfurter Auktionskataloge von 1933 und 1935, geht man heute davon aus, daß mehr als 4.000 Silbermünzen, dazu einige Goldmünzen (nach einem Zeitungsbericht ohne Quellenangabe

untersucht werden konnte, stellt den üblichen Geldumlauf im Münsterland im ersten Viertel des 15. Jahrhunderts dar. Zu diesem Zeitpunkt gab es im Bistum Münster keine einzige Münzstätte. Es kursierte nur ausländisches Geld, aus den Hansestädten längs der Ostsee, aus den Niederlanden, aus Brabant und Flandern. Die westfälischen Münzstätten der Grafschaften Mark (Unna, Schwerte) und Limburg (Hohenlimburg) steuerten silberne Kleinmünzen bei, Pfennige mit einem Durchmesser von etwa 1,5 cm. Die große Verbreitung ausländischer Münzstätten von Frankreich bis Ungarn und Polen wird verständlich, wenn wir bedenken, daß die Prägung keine Rolle spielte, sondern nur das Silbergewicht für den Wert einer Münze bestimmend war. Beliebte Zahlungsmittel waren Groschen und Doppelgroschen (auch Groote und Doppelgroote), meist in Utrecht, Brabant oder Lüttich geprägt. Der »Witte« oder »Weißpfennig«, eine von Hansestädten Bremen, Hainburg, Lübeck und Wismar vereinbarte Prägung, wenig mehr als 1 Gramm schwer, ist in zahlreichen Exemplaren im Sendenhorster Münzschatz vertreten. Die Münzen des Wendischen Münzvereins fehlen ebenfalls nicht. Im Gegensatz zum heutigen Geld waren die Münzen des Mittelalters nicht exakt kreisrund. Manchmal ist die Prägung aus dem Zentrum verrutscht. Die Grooten, Witten (Weißpfennige), Vierlinge oder Hälblinge sind in der Regel dünne Scheiben. Viele Münzen sind durch den münsterschen Gegenstempel (der ca. 0,5 cm große Kopf des hl. Paulus) als gültiges Zahlungsmittel bestätigt. Die Stempel haben tiefe Spuren hinterlassen. Auf der Rückseite sind die gegengestempelten Münzen gewölbt.


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Urnenfriedhöfe - Spithöverstraße - Martiniring

von Heinrich Petzmeyer: Sendenhorst, Geschichte einer Kleinstadt im Münsterland

Seite 15 - 16

Urnenfriedhof Spithöverstraße
1930 wurde auf der Westseite der Spithöverstraße, kurz vor der Straße Westtor, eine Baugrube für ein Wohnhaus ausgehoben. Dabei stießen die Arbeiter auf mehrere Tongefäße mit Leichenbrand. Leider wurde dem Fund keine größere Bedeutung beigemessen. Die Urnen sind verloren gegangen. Eine Fundmeldung unterblieb, so daß wir weder die genaue Anzahl der Urnen noch die näheren Fundumstände kennen. Aus der Beschreibung von Zeitzeugen ergibt sich mit großer Wahrscheinlichkeit, daß ein bronze-eisenzeitlicher Urnenfriedhof freigelegt worden war.

Urnenfriedhof Martiniring
Besser sind wir über den zweiten Urnenfriedhof unterrichtet, weil hier das Amt für Bodenpflege (Museum für Vor- und Frühgeschichte Münster) rechtzeitig eingeschaltet wurde. 1949 entstand östlich der Stadt, auf der stadteigenen bzw. kirchlichen Ackerflur »Brink«, die erste Nachkriegssiedlung »Martiniring«. Wie kurz nach dem Kriege üblich, schachteten die künftigen Eigenheimbesitzer die Baugruben mit Schaufel und Spaten in Eigen- oder Nachbarschaftshilfe aus. Dabei stieß man bei mehreren Häusern 40 bis 80 cm unter der Oberfläche auf Brandurnen, in rotbraunen Sandschichten eingetieft. Die Funde wurden von Siegfried Gollub (Münster) untersucht und ausgewertet. Die Tageszeitungen berichteten ausführlich'. Eine Fundakte liegt vor. Nach Gollub war das Fundgebiet vor 2.500 Jahren starken Wassereinflüssen ausgesetzt. Auf einer schmalen Kuppe einer grund- und hochwasserfreien Dünung hatten die Menschen die Urnen mit den Überresten ihrer Verstorbenen beigesetzt. Dem Fundbericht entnehmen wir:

Haus I:
Rest eines doppelkonischen Gefäßes, teilweise verziert Außenwandung mit gelbbraunem rötlich getönten Überzug versehen.
Haus 2:
Urne mit S-förmigem Profil; Reste einer Schüssel mit Schräghals; Bodenteil eines größeren grau- bis gelbbraunen Topfes.
Haus 3:
Reste eines größeren, dickwandigen Topfes. Außer feinem, hartem Leichenbrand enthielt das Gefäß drei verschmolzene Stücke eines bronzenen Ringes aus drei zusammengedrehten Drähten.
Haus 4:
7-8 Gefäße zerstört; außerdem Randstück eines Kugeltopfes mit Kammstrichmuster; Randstück eines ähnlichen Gefäßes; zugehörige Wandstücke; Bodenreste von zwei gelbbraunen Gefäßeng.
An anderer Stelle beschreibt Gollub zwei Urnen genauer:
Die Urne verrät starke Beziehungen zum nordostdeutschen Raum (Hannover). Mit ihrer sepiabraunen Farbe und ihrer eigentümlichen körnigen Rauhung des Mittelteils fällt sie eigentlich etwas aus dem Rahmen des bei uns üblichen Tongeschirrs heraus ... Die senkrechte Kammstrichverzierung [einer weiteren Urne] auf dem Unterteil ist durch nachträglich eingeglättete Streifen unterbrochen. Eigentümlich wirkt die Kombination mit waagerechten, wellenförmigen Horizontreliefen. Das Gefäß fällt außerdem noch dadurch auf daß es mit einer feinen gelbbraunen Tonschicht überzogen ist.
Der Grabungsbericht läßt sich ergänzen durch Feststellungen, die die Archäologen in späterer Zeit an anderen Fundstellen im Münsterland gemacht haben. In der Steinzeit und in der älteren Bronzezeit, d. h. in der Zeit, die vor der Sendenhorster Siedlung lag, bestatteten die damaligen Bewohner des Münsterlandes ihre Toten unter Hügeln in Grabschächten oder in gewaltigen Riesensteingräbern (Megalith- bzw. Hünengräber). Mit den importierten, technologisch fortschrittlicheren Bronzeerzeugnissen übernahmen die Menschen auch die fremdartige Sitte der Totenverbrennung. Die Toten wurden auf dem Scheiterhaufen verbrannt, ihre kalzinierten Knochenreste gesammelt und in Behältern aus organischem Material, aus Holz, Leder, Stoff, oder in Tongefäßen in kleinen muldenförmigen Erdgruben beigesetzt. Die Grabstellen wurden sorgfältig durch Erdaufschüttungen und Einfriedigungen voneinander abgesetzt und markiert. Beliebt waren schlüssellochförmige Begrenzungen. Pfostensetzungen im Rechteck erinnern deutlich an den Steinkreis von Stonhenge in England. Die sorgfältige Anlage der »Nekropolen« (Gräberfelder) läßt auf religiöse Vorstellungen und auf einen Glauben an ein Weiterleben nach dem Tode schließen.

 


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