Heimatverein Sendenhorst 1925 e.V.
Heimatverein Sendenhorst 1925 e.V.

f4a2e1fd3b.jpg (350×531)Lazarus-Kapelle am Nordtor
An das vor den Toren der Stadt gelegene alte Siechenhaus, das insbesondere Lepra- und Pestkranke beherbergte, erinnert am Nordtor und an der Ecke Meerstraße die Lazarus-Kapelle, die auf Veranlassung von Pfarrer Anton Beckmann im Jahre 1902 im Stile der Neurenaissance errichtet worden ist und eine reich verzierte Fassade in Nachempfindung der Antike und der Architektur der Renaissance erhalten hat.
Im Inneren befindet sich heute die Steinskulptur des hl. Rochus, des 1327 verstorbenen Schutzheiligen der Pest- und Leprakranken. Im Tympanon ist in einem Relief der biblische Samariter am Lager eines Kranken darstellt. Die Inschrift "Selig sind die Barmherzigen" ist weithin sichtbar. Die ursprünglich im Inneren aufgestellte und auf das späte Mittelalter weisende Holzplastik des Lazarus befindet sich dort nicht mehr. Das ansehnliche Bauwerk ist sowohl im kunsthistorischen Sinne wie aus der Sicht der Stadtgeschichtevon besonderem Wert.

Kreuz am Hof Strohbücker
Der Sendenhorster Bildhauer Bernhard Kleinhans schnitzte als eines  seiner frühen Werke den Korpus am Steinkreuz am Hof von Frau Katharina Strohbücker, geborener Pumpe, an der Hoetmarer Straße in der Bauerschaft Rinkhöven. Die Inschrift im gemauerten Sockel: "Herr Christus breit' die Arme aus und segne Leute, Hof und Haus". Die Errichtung des Kreuzes folgte dem Gelöbnis der Frau Christine Strohbücker, geborener Schockemöller, für glückliche Heimkehr von Ehemann und Bruder aus dem zweiten Weltkrieg. 

Nach ihrem Tode erfüllte ihr Ehemann Theodor Strohbücker im Jahre 1959 dieses Versprechen. Die Balken des Kreuzes aus Kunststein stammen aus der Werkstatt Wilhelm Panning. Der 1987 verstorbene Anton Strohbücker und seine Ehefrau waren als nachfolgende Hofeigentümer adoptiert worden.
 

04c05963d0.jpg (800×600)Kapelle in der Bauerschaft Rinkhöven

Ein weithin beachtetes Beispiel des Gedenkens für ihre Verstorbenen und Gefallenen gaben die Bewohner der Bauerschaft Rinkhöven, vornehmlich die Familien Vornholz und Vrede, mit der Errichtung einer offenen Kapelle. Diese ergänzt auf ihre Weise die große Zahl der für Sendenhorst typischen Kapellenbauten innerhalb der Stadt. Anlaß für die Errichtung war der tödliche Ernteunfall von Robert Vrede am 6. August 1971, eine Woche vor Vollendung seines 20. Lebensjahres.
Eine Tafel im Inneren weist auch daraufhin, daß dieses ein Gemeinschaftswerk aller Bewohner von Rinkhöven war, denn sie nennt deren Gefallenen und Vermißten aus den Jahren 1939bis 1945. Aber auch der neun Wehrmachtsangehörigen im Alter von nur16 Jahren und der drei italienischen Gastarbeiter wird ehrend gedacht, die dort beim Einmarsch der alliierten Truppen am 31. März 1945 ums Leben gekommen waren. Bei dem sinnlosen Widerstand, zu dem sie eingesetzt wurden, sind auch die eng beieinander liegenden Bauernhöfe unter Granatfeuer genommen und zum Teil zerstört worden.
Die im Jahre 1972 eingeweihte Kapelle wurde nach den Plänen des Architekten Heinrich Brandhove errichtet. Im Innern zeigt sie an der Stirnseite ein Holzrelief mit der Darstellung des Auferstandenen. Zu besonderen Anlässen, so auch bei der Bittprozession, finden hier Gottesdienste statt. Es vergeht kein Tag, an dem nichtfromme Wanderer, zum Teil von weither kommend, ihre Gebete unter den ständig brennenden Kerzen verrichten. Der Erlös aus dem Verkauf der Kerzen kommt der Mission zugute, in der drei Sendenhorster Patres und Ordensschwestern tätig sind. Die Inschrift über dem Eingang: "In terra pax hominibus bonae voluntatis" - "Friede den Menschen auf Erden, die eines guten Willens sind".


Nährings Kreuz an der Hoetmarer Straße

Von den vier Flurdenkmälern in diesem dicht besiedelten Teil der Bauerschaft Rinkhöven zeichnet sich in Nähe der Hoetmarer Straße das Holzkreuz aus, das zum Hof von Leo Hartmann-Nähring gehört und als "Nährings Kreuz" bekannt ist.
Es soll zwischen 1878 und 1880 errichtet wordensein und hat im Jahre 1952 seinen Standort gewechselt, nämlich in den Gartenbereich des Hofes. Die Inschrift in den früheren Kreuzbalken lautete: "Ach Herr, was du geduldet, ist alles meine Last; ich habe das verschuldet, was du getragen hast". Es sind Worte aus dem Lied ,,0 Hauptvoll Blut und Wunden".
 

Herz-Jesu-Bildstock Hof Suermann

Zum Hof von Theo Suermann und Frau Margret, geborener Böckmann, gehört der in freier Landschaft stehende und von einem schmiedeeisernen Gitter geschützte neugotische Bildstock mit der steinernen Skulptur des Heiligen Herzen Jesu, eine gepflegte und gut erhaltene Steinmetzarbeit.
Im Sockel die Inschrift "HI. Herz Jesu, erbarme dich unser"; auf der Rückseite mit der Datierung von 1914 die Namen von Theodor Suermann und Frau Catharina, geborener Schulze Stentrup. Der Bildstock ersetzte im Jahre 1914 ein vor dem Kriege 1870/71 errichtetes Kreuz in der Nähe.

Holzkreuz auf dem Hof Kalthoff 
Das Holzkreuz auf dem Hof von Anton Kalthoff und Frau Hedwig, geborener Suermann, in der Bauerschaft Rinkhöven stand früher an der Hoetmarer Straße und wurde im Zuge der Flurbereinigung in den Hofraumgestellt. Der Holzkorpus war damals an einem steinernen Kreuz befestigt. Heinrich Nachtigäller aus Sendenhorst hat das Bildwerk im Jahre 1965aufgearbeitet. Der Großvater des heutigen Hofeigentümers, Heinrich Kalthoff, soll das Kreuz aus Dankbarkeit für die Rettung von einem schweren Pferdeunfall errichtet haben.


Bildstock am Hof Kleikamp

Zum Hof von Josef Kleikamp und Frau Marlies, geborener Gerhard, gehört der am Zufahrtsweg an der Hoetmarer Straße stehende Bildstock aus dem Jahre 1875, der früher von einem schmiedeeisernen Gittergeschützt wurde. Das neugotische Bildwerk zeigt in seiner spitzbogigen Nische vor einem Kreuz im Hintergrund die steinerne Vollplastik mit der Beweinung Christi, eine wohl proportionierte und künsterlisch sehr gelungene Steinmetzarbeit.
Das Kreuzgiebeldach ist mit einem Kreuz und Kreuzblumen an den auskragenden Seiten des Daches bekrönt. Im Sockel befindet sich eine über Eck eingelassene Tafel mit der Inschrift" Heilige Mutter, deren Seele das Schwert der Schmerzen durchdrang, bitte für uns". Auf der Rückseite befinden sich neben der Jahreszahl 1875 die Namen der damaligen Hofeigentümer: Johann Bußfeld, genannt Kleikamp, und M.C. Kleikamp, geborene Löchtermann. Das bemerkenswerte Flurdenkmal wurde in jüngster Zeit zweimal restauriert: im Jahre 1980 und nach einem Sturmschaden- nochmals im Jahre 1984.
 

37c2239993.jpg (350×467)

Quantes Kreuz
Der Schornsteinfegermeister Johannes Quante hat in Erinnerung an ein altes Kreuz, das an einen Unglücksfall erinnert hatte, im Jahre 1888 in der Bauerschaft Rinkhöven ein mächtiges Hochkreuz aufstellen lassen, das in der Werkstatt des Steinmetzmeisters Seelige hergestellt worden war. Das neugotische Bildwerk mit seinem dramatisch bewegten Korpus in Lebensgröße gehört in Sendenhorst zu den bekanntesten Flurdenkmälern.
Es steht heute in einem kleinen Waldstück, das sich dank der Pflege der Nachbarn so entwickelt hat, und ist in das Eigentum der katholischen Kirchengemeinde St. Martin übergegangen. Der senkrechte Kreuzbalken zeigt Gerätschaften, die der Kreuzigung dienten. Johannes Quante starb im Jahre 1913. Als im Jahre 1968 Unbekannte dem Bildwerk erhebliche Schäden zufügten, ließen die Nachbarn das Kreuz restaurieren und faßten es mit einer kleinen Mauer ein. Nach der Wiederherstellung wurde es im Sommer 1970 durch Pfarrer Brink nochmals geweiht. Die Inschrift: "Wandersmann, laß dich erbitten, segne dich und stille steh'. Christus hat für dich gelitten, denk' daran, dann weiter geh' ."
 

Bildstock am Hof Vornholz

Auf einem gemauerten Sockel wurde das in einer neugotischen Nische befindliche Steinrelief gesetzt, das die hl. Familie vor einer Landschaft und unter dem Zeichen der Dreifaltigkeit zeigt. Die Eheleute Anton Homann und Elisabeth, geborene Düveler, errichteten im Jahre 1862 dieses Flurdenkmal am heutigen Hof von Frau Antonia Vorn holz, geborener Aldrup, in der Bauerschaft Rinkhöven. Die Inschrifttafel ist leider überputzt worden. Nach Berichten ist es denkbar, daß dort die Worte zu finden waren: "Allen Wanderern wünscht die heilige Familie ein frohes Geleit". Die erneuerte Andachtsstätte mit dem alten Steinbild soll im Jahre 1920 angelegt worden sein.
 

 

< TOP

 


Bildstock mit Mosaik am Hof Tüte

Das vielfarbige Mosaik des Bildstocks auf dem Hof von Theodor Tüte und Frau Maria, geborener Niemann, in der Bauerschaft Sandfort wurde zum Titelbild dieses Buches bestimmt, gibt es doch ein Beispiel für neue Flurdenkmale im Stile unserer Zeit. Das Kunstwerk hat Frau Edeltrud Trost OSB aus der Abtei der Benediktinerinnen in Varensell geschaffen, und zwar im Jahre 1967, als die Tante des Hofeigentümers, Frau Juliana Tüte OSB, von 1949 bis 1972 Äbtissin dieses Klosters war. Auch deren Schwester Bernarda gehörte zu den Benediktinerinnen dieses Klosters. Diese Verwandtschaft führte sowohl zu diesem Auftrag an die Künstlerin Frau Edeltrud Trost OSB als auch zu ihren Entwürfen der neuen Fenster der Sendenhorster Pfarrkirche. Der Bildstock ersetzte eine Kreuzigungsgruppe aus dem Jahre 1877, die abseits vom alten Kirchweg stand und infolge völliger Verwitterung im Jahre 1962 abgebrochen wurde. Dieses steinerne Flurdenkmal hatten Theodor Heinrich Tüte und Frau Anna, geborene Schürmann, aufstellen lassen. 
 

Herz-Jesu-Kapelle am Osttor

In gutem und gepflegtem Zustand präsentiert sich am Osttor unter Kastanien die Herz-Jesu-Kapelle, ein Backsteinbau im Stile der Neugotik. Sie wurde von dem bekannten Architekten Rinklake aus Münster entworfen,
der auch die Pläne für das St.-Josef-Stift fertigte. Auf ihren Fundamenten stand früher die sogenannte Osten kapelle inmitten der städtischen Gemarkung Ostheide. Diese Kapelle war nach dem großen Stadtbrand von 1806 der einzige feste Blickpunkt aus Sicht der Schulstraße, denn sämtliche Häuser aus dem Ostviertel der Stadt waren dieser Brandkatastrophe zum Opfer gefallen. Die damalige französische Besatzungsregierung wollte nach dem Brande in Nähe der Osten kapelle einen neuen Begräbnisplatz anlegen lassen, doch kam dieser Plan nicht zur Ausführung. Die alte Kapelle mußte alsdann wegen Baufälligkeit abgebrochen werden. Für die Fronleichnamsprozession wurde an ihrer Stelle bis zur Errichtung der neuen am Wohnhaus des Müllers Stricker alljährlich im Freien ein Altar aufgestellt. Das neue Bauwerk mit seinem kreuzförmigen Giebeldach mit Kreuzblumen zeigt am Spitzbogen des Eingangs ein Schriftband aus Sandstein mit der Inschrift "Jesus, sanftmütig und demütig von Herzen, bilde mein Herz nach deinem Herzen". Im Inneren befindet sich eine Sandsteinstatue mit der Darstellung Christi entsprechend der von Papst Leo XIII. angeregten Verehrung des Heiligen Herzen Je'su. Ein schmiedeeisernes Gittertor schützt den offenen Innenraum.
 

Das "Wienort-Kreuz" am Nordtor

Im Volksmund wird das Kunststein-Kreuz am Nordtor und an der Straße nach Wolbeck "Wienort-Kreuz" genannt, ohne daß diese Bezeichnung schlüssig zu erklären ist. Es wurde vermutlich als Ersatz für ein älteres Kreuz vor einer großen Acker- und Wiesenfläche errichtet, die im Eigentum der Kath. Kirchengemeinde stand. Inzwischen steht es nach sich fortsetzender Bebauung vor dem Hause des Tierarztes Dr. Bernhard Tilkorn. 

 

Schutzmantel-Madonna am Kindergarten St. Marien
Im Jahre 1978 wurde im Auftrag der St.-Martin-Kirchengemeinde Sendenhorst bei dem heimischen Bildhauer Bernhard Kleinhans eine Bronzeskulptur der Schutzpatronin des Marien-Kindergartens an der Froebelstraße bestellt. Bernhard Kleinhans entschied sich tür eine SchutzmantelMadonna mit vier lebhaft gestikulierenden Kindern und verband mit der hoheitsvollen Darstellung der gekrönten Gottesmutter ein durchaus gegenwärtiges Bild kindlichen Treibens, das dem Ort entspricht


Madonna am Schörmelwanderweg (Neu!)
Am SChörmelwanderweg wurde im Baum eine Madonna installiert. Beschreibung folgt.

 

< TOP

 

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Sendenhorst Heimatverein