Heimatverein Sendenhorst 1925 e.V.
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Bildstöcke Sendenhorst

Teil 1 - Süden | Teil 2 - Norden

St.-Martin-Bronzeskulptur vor der Kirche

Vor dem Südportal der St.-Martinskirche wurde im Jahre 1965 die lebensgroße Bronze-Skulptur des Kirchen- und Stadtpatrons aufgestellt. Im Jahre des Jubiläums der vor 650 Jahren verliehenen Stadtrechte für Sendenhorst machten die Städte und Gemeinden des Altkreises Beckum dieses Kunstwerk von Bernhard Kleinhans der Stadt zum Geschenk. An dieser Stelle hatte vorher die Mariensäule aus dem Jahre 1904 ihren Platz gefunden. Das Standbild mit dem hl. Martinus auf dem Pferd, dem im Jahre 316 geborenen und 371 zum Bischof von Tours geweihten Schutzpatron des merowingisch-fränkischen Reiches, sowie dem Bettler, mitdem er seinen Mantel teilte, fällt durch die anschauliche Gebärde auf, die der expressiven Darstellungsweise des Sendenhorster Künstlers entspricht. Dieses Kunstwerk zählt zu den ausdruckstarken Werken des heimischen Bildhauers, der eine Reihe anderer Arbeiten für seine Heimatstadt schuf, so u. a. auch die in diesem Buche nicht abgebildete Bronze am Marien-Kindergarten.

Mariensäule auf dem Kirchplatz

Ursprünglich hatte die Mariensäule auf dem Kirchplatz ihren Standort vordem Südportal der Pfarrkirche St. Martin, eben dort, wo später das bronzene Standbild des Kirchenpatrons aufgestellt wurde. Bei dieser Umsetzung auf die Westseite der Kirche und gegenüber dem alten Pfarrhaus wurde der hohe Sockel nicht wieder errichtet, mit dem die Säule ihre damalige Höhe von über acht Metern erreichte. Das im Stile der Neugotiknachempfundene Bildwerk entstand in der Werkstatt des Bildhauers Heinrich Seelige, der zu dieser Zeit noch in Beckum arbeitete. Geweiht wurde die Mariensäule am Tage des Festes Mariae Empfängnis im Jahre 1904,also genau 50 Jahre nach Verkündigung der Unbefleckten Empfängnis Mariens durch Papst Pius IX. Wie viele andere Denkmäler in der Stadt Sendenhorst hat auch dieses Pfarrer Beckmann in Auftrag gegeben. Im unteren Teil, dem ursprünglichen Mittelbau, sind in den vier Nischen die Skulpturen der Eltern Marias, Anna und Joachim, zu sehen, ferner die Heiligen Bernardus und Dominikus. Auf einem Säulenbündel steht, hoch erhoben, die Gestalt der Muttergottes im Strahlenkranz.

Steinkreuz vom Hof Niestert

In einer Gittereinfassung und zwischen alten Bäumen ist am Zufahrtsweg zum Hof von Theo Niestert ein Kreuz aus Kunststein zu finden, das die Witwe Charlotte Niestert, geborene Müller, im Jahre 1959 der Steinmetzwerkstatt Schlüter in Rinkerode anvertraute. Es ersetzte ein aus dem Jahre  1884 stammendes Steinkreuz auf dem hohen Sockel. 

Der Großvater des  Ehemannes der Ww. Niestert wollte mit diesem Flurdenkmal an einen  Unglücksfall erinnern, der sich bei seiner Namenstagsfeier in der ihm  gehörenden Ziegelei ereignet hatte und dem ein Heuerlingsarbeiter zum  Opfer gefallen war, der gegenüber dem Kreuz an der Straße nach Drensteinfurt  wohnte.

Bildstock am Hof Horstmann-Nientiedt

Ein Bildstock von hoher Qualität aus dem 18. Jahrhundert steht an der Landstraße Sendenhorst-Albersloh unmittelbar am Hof von Heinz Horstmann-Nientiedt und Frau Agnes, geborener Leveling. Er ist im Jahre 1788 von den Eheleuten J. H. Horstmann und Frau, geborener A. C. Rodenkötter,  errichtet worden, und zwar unter vier Lindenbäumen. Dieser Bildstock  enthielt bis zum Jahre 1980 eine sehr wertvolle Skulptur der gekrönten Muttergottes mit dem gleichfalls gekrönten Jesuskind, ein Kunstwerk im  Stile der Romantik, das aber wahrscheinlich nach einem entsprechenden  Vorbild nachgebildet worden ist. Es erinnerte an die Gnadenmutter von Werl, denn dort befand sich eine Station der jährlichen Wallfahrt nach Telgte. Das wertvolle Bildwerk wurde 1980 aus dem Bildstock gestohlen. Anstelle dieses Bildes ließen die heutigen Hofeigentümer ein Holzrelief der  Muttergottes mit dem Kind im Strahlenkranz bei dem Bildhauer Max  Hundt in Ahaus anfertigen, das jetzt seinen Platz in dem barocken Bildstock  gefunden hat.

 

Dreifaltigkeits-Relief am Hof Schulze Bernd

An der Drensteinfurter Straße und an der Einfahrt zum Hof von Hubert Schulze Bernd und Frau Paula-Franziska, geborener Schulze Bernd, befindet sich in einem schlichten Gehäuse ein Steinrelief aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts mit der bildlichen Darstellung der Dreifaltigkeit, wobei der auferstandene Christus inmitten der Heiligen gezeigt wird. Die renovierungsbedürftige Arbeit aus der Barockzeit soll aus der alten Pfarrkirche in Albersloh im Jahre 1878 verkauft und hierher gesetzt worden sein, als sich die Hofeigentümer einen Hoferben wünschten. Der Erfüllung dieses Wunsches folgte die Errichtung des Flurdenkmals.

Steingruppe der hl. Familie am Hof Krietert

An der Straße nach Drensteinfurt in der Bauerschaft Brock befindet sich an der Einfahrt zum Hof von Hubert Krietert und Frau Hedwig, geborener Schulze Bernd, in Nachbarschaft zum Bildstock des Hofes Schulze Bernd eine ansehnliche Steingruppe mit der Darstellung der heiligen Familie, eine sorgfältig ausgebildete Arbeit des 19. Jahrhunderts" Dieses Kunstwerk wurde im Jahre 1962 gelegentlich der umfangreichen' Restaurierung und Erneuerung der St.-Martins-Kirche in Sendenhorst vom Kirchplatz genommen und hier wieder aufgerichtet. Es ersetzte zugleich ein altes Holzkreuz, das früher an der Straße stand und zum Hof Krietert gehörte, dessen Korpus aber gestohlen wurde.

Bildstock von 1733 vom früheren Hof Geilern

Der wohl älteste von den noch vorhandenen Bildstöcken in Sendenhorst befindet sich an der von der Landstraße nach Beckum abzweigenden und durch die Bauerschaft Jönsthövel führenden Straße nach Ahlen, in Nähe des alten Hofes Geilern, der heute im Eigentum von Frau Magdalene Arens-Sommersell, geborener Roeren-Schotte, steht. 

Dieser Doppelbildstock erhielt entsprechend der Inschrift im Jahre 1914 einen neuen und allzu massiven Sockel mit einer Inschrifttafel: "Betrachte, 0 mein frommer Christ, wer für dich gestorben ist. - 0 nimm an seinem Leiden teil, es bringt dir Segen, Glück und Heil". Die Vorderseite des alten Reliefs stellt die Kreuzigungsgruppe mit Maria und Johannes dar, die Rückseite das Bild des hl. Donatus, der kniend bittet, Unheil abzuwenden. Die Inschrift
111 S T A GEL-AG 1733" könnte mit den Buchstaben "GEL" auf den Hof Geilern hinweisen. Der Hof gehörte ursprünglich zur Ludgeripfarre in Münster, später zum Kloster Werden und war seit 1650 abgabepflichtig an von Galen von Haus Neuengraben in Enniger.

Holzkreuz vom früheren Hof Lütke Kogge - Femekreuz

 

Zum Hof von Wolfgang Scholz und Frau Mathilde, geborener Everding, gehört das Holzkreuz gegenüber der Zufahrt zum Hof Schulze Horstrup am Südendamm.

Es stand früher im Eigentum der Bewohner des Hofes Lütke Kogge, von denen es Ende des 19. Jahrhunderts errichtet worden ist, und zwar anstelle eines in der Nähe in einem früheren Jahrhundert aufgestellten Kreuzes, das im Volksmund als "Femekreuz" bezeichnet wurde. Wie man sich erzählte, sollen Femeschöffen auf dem Heimweg von einer Hochzeit auf dem Schulzenhof einen ungebetenen Zuhörer ihrer Gespräche damit bestraft haben nach dieser Untat Veranlassung gesehen, die Femegerichte aufzuheben. Weiter wird berichtet, daß dieses aus dem genannten Anlaß errichtete Kreuz während der Spartakistenkämpfe nach dem ersten Weltkrieg gelegentlich einer Maifeier zerschlagen wurde.
Der Eigentümer Lütke Kogge ließ den schwer beschädigten Korpus wieder instand setzen. Datiert wird der Korpus mit dem Jahre 1750. Es handelt sich um einen Dreinageltypus, dessen effektives Alter schwer zu ermitteln ist. Es wurde im Jahre 1985 restauriert, wobei die Kreuzbalken erneuert und die frühere Kniebank entfernt wurde. Der Korpus zeichnet sich durch seine klassische Formgestaltung aus, daß sie ihn kurzerhand mit einer Weidenschlinge an einen Baum hängten. 

Steinkreuz vom Hof Große Kogge

Eindrucksvoll eingerahmt von hohen Tannen und Birken, erhebt sich am Ahlener Damm, jedermann sichtbar, ein hohes Steinkreuz, das zum Hof von Theodor Große Kogge und Frau Margret, geborener Hohelüchter, gehört.
Der vormalige gleichnamige Hofbesitzer und seine Frau Annahaben dieses Kreuz aus einem nicht mehr bekannten Anlaß im Jahre 1891errichtet, eine Arbeit im Stile der Neugotik. Entsprechend die Inschrifttafel im gemauerten Sockel: "Alle, die ihr vorübergehet, sehet, ob ein Schmerzgleich meinen Schmerzen ist. Mein Jesus Barmherzigkeit, 100 Tage Ablaß".

Das Kreuz steht am alten Prozessions- und Wallfahrtsweg Ahlen Telgte und gehört zu dessen Gebets- und Segensstationen. Es wurde im Jahre 1980 restauriert
 

Holzkreuz am Hof Telges-Homann

In der Bauerschaft Bracht steht unmittelbar in Nähe des Wohnhauses von Theo Homann und Frau Brigitte, geborener Hackenes, ein Holzkreuz, das früher seinen Platz unter den Buchen und am alten Kirchweg hatte.

Auf das ältere Kreuz weist die Inschriftplatte aus Sandstein hin, die im Sockel des neuen Kreuzes wieder angebracht worden ist. Diese neugotische Platte aus dem Ende des vergangenen Jahrhunderts trägt die Inschrift: "Mit Blut bedeckt, ans Kreuz gesteckt, ach, hab' Erbarmen mit uns Armen- Vater unser - Ave Maria". Der alte Korpus wurde im Jahre 1951 durcheine bemerkenswerte Schnitzarbeit des Sendenhorster Bildhauers Bernhard Kleinhans ersetzt.

Kreuz vom Hofe Telges-Kerkmann

 

Zum Hof von Theo Telges-Kerkmann und Frau Elisabeth, geborener Horstrup, gehört das beachtenswerte Kreuz an der Landstraße in der Bauerschaft Bracht. Es dürfte um das Jahr 1875 erstellt worden sein und verrät in der harmonischen Ausformung des Korpus und in der Formgebung der auslaufenden Kreuzbalken eine Werkstatt, die sich der damals herrschenden Neugotik auf besonderer Weise zugewendet hatte. Die vollendete Gestaltung des Gekreuzigten weist auf hohe künstlerische Begabung des Bildhauers hin. Im gemauerten Sockel ist eine neu gotische Tafel mit der allerdings kaum noch lesbaren Inschrift zu finden: "So hat Gott die Weltgeliebt, was ist, das nun die Welt ihm gibt".

[Im Jahre 2017 wurde das Kreuz durch Bernd Wüller in Stand gesetzt.]

Neuer Bildstock am Gänsegarten

Unter den zahlreichen Beispielen überall im Münsterland, mit der Errichtung neuzeitlicher religiöser Bildwerke die Tradition lebendig zu halten, ist das kleine "Marterl" zu erwähnen, das anläßlich  ihres 30. Hochzeitstages am 26. September 1987 vor ihrem Wohnhaus an der Straße "Am Gänsegarten" Gerhard Niestert und Frau Gertrud-Antonia, geborene Mertens, aufstellten. Es handelt sich um einen nach einer spanischen Vorlage nachgebildeten Steinguß, der im Handel erworben wurde
 

Marien-Bildstock vom Hof Telges-Kerkmann

Zum Hof von Theo Telges-Kerkmann und Frau Elisabeth, geborener Her-strup, gehört neben dem hohen Steinkreuz an der Straße nach Ahlen auch der Marien-Bildstock, den nach der Inschrift auf der Rückseite Heinrich Teiges, genannt Kerkmann, im Jahre 1906 errichten ließ, vermutlich durch den Bildhauer Strickmann. Das gepflegte Flurdenkmal in der Bauerschaft Bracht zeichnet sich durch seine harmonische Formgestaltung wie durch die zahlreichen neugotischen Dekors aus. Die steinerne Skulptur der Mut-tergottes mit dem Kind wurde vor einem Jahr bei einem beabsichtigten Diebstahl schwer beschädigt und in der Werkstatt von Ewald Hinkerohe restauriert. Vermutlich stiftete der Bauer Heinrich Telges-Kerkmann das Bildwerk nach einem Gelöbnis für die Heilung eines Kindes seines Bru-ders von schwerer Typhus-Erkrankung. Die Inschrift im vorderen Teil des Sockels: „Heilige Maria, Mutter Gott., bitte für uns". 

 

Steinkreuz vom Hof Herte

Wohl aus der Zeit um 1837 stammt der Holzkorpus auf dem Kunststeinkreuz, das zum Hof von Adolf Herte und Frau Marlies, geborener Berhorn, gehört. Die alte Inschrift auf der Rückseite ist inzwischen unleserlich, doch dürfte dieses Flurdenkmal an ein besonderes Ereignis erinnern, denn die Flurbezeichnung "Krüskamp" deutet darauf hin. Das ansehnliche Kreuz steht heute inmitten einer dichten Nadelholzhecke unmittelbar am Wege zum Hof Herte. Wie erzählt wird, soll dieser Korpus von einem Mann au seiner Werkstatt in Ennigerloh auf dem Rücken an seinen heutigen Platz getragen worden sein.

Bronzeplastik Ecke Südendamm /Gänsegarten 

Aus der Werkstatt des Sendenhorster Bildhauers Bernhard Kleinhans stammt das Kunstwerk aus Bronze mit der Darstellung der Gottesmutter mit dem Kind an der Ecke Südendamm ----: Am Gänsegarten. Es steht im Eigentum der Kath. Kirchengemeinde und ersetzte bei seiner Aufstellung eine St.-Josefs-Kapelle, die früher eine der zahlreichen Stationen der Fronleichnamsprozession war. Heute wird vor der Marienstatue der Segen in der Brandprozession gespendet. Die Kapelle fiel in den 60 er Jahren der Begradigung der Straße zum Opfer. Die Statue von Kleinhans wurde im Jahre 1969 aufgestellt. - Vor Errichtung der Josefs-Kapelle nach den Plänen des unter Architekt Rinklake in Sendenhorst wirkenden Bauleiters Bröcker befand sich an dieser Stelle schon ein Kapellenbau, der der hl. Katharina geweiht war, der Patronin der 1351 gegründeten Vikarie, deren heutiger Bau im Giebel die Skulptur der Heiligen aus der alten Kapelle aufweist. Diese muß schon im Mittelalter errichtet worden sein. Leider ist die ältere, wohl aus dem 15. Jahrhundert stammende Statue der hl. Katharina nicht mehr vorhanden, von der der Kunsthistoriker Ludorff in seinen 11 Bau und Kunstdenkmälern" im Jahre 1892 ein Foto veröffentlicht hatte. .

Neues Steinkreuz vom Haus zur Wiese

Im Jahre 1905 hat Gustav Möllmann an der Eichenallee zum Haus zur Wiese ein Steinkreuz aufgestellt, das später zerstört worden ist. Es soll sich um ein mächtiges Kreuz auf hohem Sockel gehandelt haben. Anstelle dieses Flurdenkmals ließen Heinrich Wichmann und Frau Marianne, geborene Möllmann, an derselben Stelle im Jahre 1971 ein schlichtes Kreuzaus Anröchter Stein zur Erinnerung setzen. Das alte Rittergut derer von Wysch war wiederholt Sitz der Freigrafen von Sendenhorst und wird in alten Urkunden seit dem 13. Jahrhundert erwähnt. In der Nähe befindet sich, an Resten noch zu erkennen, der alte Landwehrgraben.

Kreuz am Hof Jungmann

Das Holzkreuz am Zufahrtsweg zum Hof von Bernhard Jungmann und Frau Beate, geborener Kerkmann, in der Bauerschaft Bracht zeigt heute einen Korpus aus Gußeisen. Dieser hat offensichtlich einen Holzkorpus von einem älteren Kreuz ersetzt. Der Weg nach dorthin führte durch Jungsmanns "Krüskamp" zum sogenannten "Wilden Eck". Das alte Kreuz soll nicht weit vom heutigen bis zum Jahre 1906 gestanden haben. Der damalige Hofeigentümer Jungmann starb im Juli 1919 und hat vermutlich das neue Holzkreuz errichten lassen. Die Kreuzbalken wurden im Jahre 1979 erneuert. 
 

Herz-Jesu Kapelle am Hof Halene

Die Herz-Jesu-Kapelle gegenüber dem Hof von Fritz Halene und Frau Maria, geborener Schröer,

in der Bauerschaft Jönsthövel ist im Jahre 1866 im neugotischen Stil mit aufwendigen Sandsteindekors errichtet worden.

Leider ist das mit einer gotischen Inschrift versehene Band über dem Spitzbogigen Eingang heute nicht mehr zu entziffern. Auf der Rückseite der offenen Kapelle waren, jetzt kaum noch leserlich, die Namen der Stifter verzeichnet: B. H. Silling, gen. Johlmann, und Frau Bernhardine, geborene
Halene.

Es fehlen noch:
Martha Kogge, Dr. Book, Madonna im BüSchüwald, Lange

 

Lazarus-Kapelle am Nordtor
An das vor den Toren der Stadt gelegene alte Siechenhaus, das insbesondere Lepra- und Pestkranke beherbergte, erinnert am Nordtor und an der Ecke Meerstraße die Lazarus-Kapelle, die auf Veranlassung von Pfarrer Anton Beckmann im Jahre 1902 im Stile der Neurenaissance errichtet worden ist und eine reich verzierte Fassade in Nachempfindung der Antike und der Architektur der Renaissance erhalten hat.
Im Inneren befindet sich heute die Steinskulptur des hl. Rochus, des 1327 verstorbenen Schutzheiligen der Pest- und Leprakranken. Im Tympanon ist in einem Relief der biblische Samariter am Lager eines Kranken darstellt. Die Inschrift "Selig sind die Barmherzigen" ist weithin sichtbar. Die ursprünglich im Inneren aufgestellte und auf das späte Mittelalter weisende Holzplastik des Lazarus befindet sich dort nicht mehr. Das ansehnliche Bauwerk ist sowohl im kunsthistorischen Sinne wie aus der Sicht der Stadtgeschichtevon besonderem Wert.

Kreuz am Hof Strohbücker
Der Sendenhorster Bildhauer Bernhard Kleinhans schnitzte als eines  seiner frühen Werke den Korpus am Steinkreuz am Hof von Frau Katharina Strohbücker, geborener Pumpe, an der Hoetmarer Straße in der Bauerschaft Rinkhöven. Die Inschrift im gemauerten Sockel: "Herr Christus breit' die Arme aus und segne Leute, Hof und Haus". Die Errichtung des Kreuzes folgte dem Gelöbnis der Frau Christine Strohbücker, geborener Schockemöller, für glückliche Heimkehr von Ehemann und Bruder aus dem zweiten Weltkrieg. 

Nach ihrem Tode erfüllte ihr Ehemann Theodor Strohbücker im Jahre 1959 dieses Versprechen. Die Balken des Kreuzes aus Kunststein stammen aus der Werkstatt Wilhelm Panning. Der 1987 verstorbene Anton Strohbücker und seine Ehefrau waren als nachfolgende Hofeigentümer adoptiert worden.
 

Kapelle in der Bauerschaft Rinkhöven

Ein weithin beachtetes Beispiel des Gedenkens für ihre Verstorbenen und Gefallenen gaben die Bewohner der Bauerschaft Rinkhöven, vornehmlich die Familien Vornholz und Vrede, mit der Errichtung einer offenen Kapelle. Diese ergänzt auf ihre Weise die große Zahl der für Sendenhorst typischen Kapellenbauten innerhalb der Stadt. Anlaß für die Errichtung war der tödliche Ernteunfall von Robert Vrede am 6. August 1971, eine Woche vor Vollendung seines 20. Lebensjahres.
Eine Tafel im Inneren weist auch daraufhin, daß dieses ein Gemeinschaftswerk aller Bewohner von Rinkhöven war, denn sie nennt deren Gefallenen und Vermißten aus den Jahren 1939bis 1945. Aber auch der neun Wehrmachtsangehörigen im Alter von nur16 Jahren und der drei italienischen Gastarbeiter wird ehrend gedacht, die dort beim Einmarsch der alliierten Truppen am 31. März 1945 ums Leben gekommen waren. Bei dem sinnlosen Widerstand, zu dem sie eingesetzt wurden, sind auch die eng beieinander liegenden Bauernhöfe unter Granatfeuer genommen und zum Teil zerstört worden.
Die im Jahre 1972 eingeweihte Kapelle wurde nach den Plänen des Architekten Heinrich Brandhove errichtet. Im Innern zeigt sie an der Stirnseite ein Holzrelief mit der Darstellung des Auferstandenen. Zu besonderen Anlässen, so auch bei der Bittprozession, finden hier Gottesdienste statt. Es vergeht kein Tag, an dem nichtfromme Wanderer, zum Teil von weither kommend, ihre Gebete unter den ständig brennenden Kerzen verrichten. Der Erlös aus dem Verkauf der Kerzen kommt der Mission zugute, in der drei Sendenhorster Patres und Ordensschwestern tätig sind. Die Inschrift über dem Eingang: "In terra pax hominibus bonae voluntatis" - "Friede den Menschen auf Erden, die eines guten Willens sind".


Nährings Kreuz an der Hoetmarer Straße

Von den vier Flurdenkmälern in diesem dicht besiedelten Teil der Bauerschaft Rinkhöven zeichnet sich in Nähe der Hoetmarer Straße das Holzkreuz aus, das zum Hof von Leo Hartmann-Nähring gehört und als "Nährings Kreuz" bekannt ist.
Es soll zwischen 1878 und 1880 errichtet wordensein und hat im Jahre 1952 seinen Standort gewechselt, nämlich in den Gartenbereich des Hofes. Die Inschrift in den früheren Kreuzbalken lautete: "Ach Herr, was du geduldet, ist alles meine Last; ich habe das verschuldet, was du getragen hast". Es sind Worte aus dem Lied ,,0 Hauptvoll Blut und Wunden".
 

Herz-Jesu-Bildstock Hof Suermann

Zum Hof von Theo Suermann und Frau Margret, geborener Böckmann, gehört der in freier Landschaft stehende und von einem schmiedeeisernen Gitter geschützte neugotische Bildstock mit der steinernen Skulptur des Heiligen Herzen Jesu, eine gepflegte und gut erhaltene Steinmetzarbeit.
Im Sockel die Inschrift "HI. Herz Jesu, erbarme dich unser"; auf der Rückseite mit der Datierung von 1914 die Namen von Theodor Suermann und Frau Catharina, geborener Schulze Stentrup. Der Bildstock ersetzte im Jahre 1914 ein vor dem Kriege 1870/71 errichtetes Kreuz in der Nähe.

Holzkreuz auf dem Hof Kalthoff 
Das Holzkreuz auf dem Hof von Anton Kalthoff und Frau Hedwig, geborener Suermann, in der Bauerschaft Rinkhöven stand früher an der Hoetmarer Straße und wurde im Zuge der Flurbereinigung in den Hofraumgestellt. Der Holzkorpus war damals an einem steinernen Kreuz befestigt. Heinrich Nachtigäller aus Sendenhorst hat das Bildwerk im Jahre 1965aufgearbeitet. Der Großvater des heutigen Hofeigentümers, Heinrich Kalthoff, soll das Kreuz aus Dankbarkeit für die Rettung von einem schweren Pferdeunfall errichtet haben.


Bildstock am Hof Kleikamp

Zum Hof von Josef Kleikamp und Frau Marlies, geborener Gerhard, gehört der am Zufahrtsweg an der Hoetmarer Straße stehende Bildstock aus dem Jahre 1875, der früher von einem schmiedeeisernen Gittergeschützt wurde. Das neugotische Bildwerk zeigt in seiner spitzbogigen Nische vor einem Kreuz im Hintergrund die steinerne Vollplastik mit der Beweinung Christi, eine wohl proportionierte und künsterlisch sehr gelungene Steinmetzarbeit.
Das Kreuzgiebeldach ist mit einem Kreuz und Kreuzblumen an den auskragenden Seiten des Daches bekrönt. Im Sockel befindet sich eine über Eck eingelassene Tafel mit der Inschrift" Heilige Mutter, deren Seele das Schwert der Schmerzen durchdrang, bitte für uns". Auf der Rückseite befinden sich neben der Jahreszahl 1875 die Namen der damaligen Hofeigentümer: Johann Bußfeld, genannt Kleikamp, und M.C. Kleikamp, geborene Löchtermann. Das bemerkenswerte Flurdenkmal wurde in jüngster Zeit zweimal restauriert: im Jahre 1980 und nach einem Sturmschaden- nochmals im Jahre 1984.
 

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Quantes Kreuz
Der Schornsteinfegermeister Johannes Quante hat in Erinnerung an ein altes Kreuz, das an einen Unglücksfall erinnert hatte, im Jahre 1888 in der Bauerschaft Rinkhöven ein mächtiges Hochkreuz aufstellen lassen, das in der Werkstatt des Steinmetzmeisters Seelige hergestellt worden war. Das neugotische Bildwerk mit seinem dramatisch bewegten Korpus in Lebensgröße gehört in Sendenhorst zu den bekanntesten Flurdenkmälern.
Es steht heute in einem kleinen Waldstück, das sich dank der Pflege der Nachbarn so entwickelt hat, und ist in das Eigentum der katholischen Kirchengemeinde St. Martin übergegangen. Der senkrechte Kreuzbalken zeigt Gerätschaften, die der Kreuzigung dienten. Johannes Quante starb im Jahre 1913. Als im Jahre 1968 Unbekannte dem Bildwerk erhebliche Schäden zufügten, ließen die Nachbarn das Kreuz restaurieren und faßten es mit einer kleinen Mauer ein. Nach der Wiederherstellung wurde es im Sommer 1970 durch Pfarrer Brink nochmals geweiht. Die Inschrift: "Wandersmann, laß dich erbitten, segne dich und stille steh'. Christus hat für dich gelitten, denk' daran, dann weiter geh' ."
 

Bildstock am Hof Vornholz

Auf einem gemauerten Sockel wurde das in einer neugotischen Nische befindliche Steinrelief gesetzt, das die hl. Familie vor einer Landschaft und unter dem Zeichen der Dreifaltigkeit zeigt. Die Eheleute Anton Homann und Elisabeth, geborene Düveler, errichteten im Jahre 1862 dieses Flurdenkmal am heutigen Hof von Frau Antonia Vorn holz, geborener Aldrup, in der Bauerschaft Rinkhöven. Die Inschrifttafel ist leider überputzt worden. Nach Berichten ist es denkbar, daß dort die Worte zu finden waren: "Allen Wanderern wünscht die heilige Familie ein frohes Geleit". Die erneuerte Andachtsstätte mit dem alten Steinbild soll im Jahre 1920 angelegt worden sein.
 

Bildstock mit Mosaik am Hof Tüte

Das vielfarbige Mosaik des Bildstocks auf dem Hof von Theodor Tüte und Frau Maria, geborener Niemann, in der Bauerschaft Sandfort wurde zum Titelbild dieses Buches bestimmt, gibt es doch ein Beispiel für neue Flurdenkmale im Stile unserer Zeit. Das Kunstwerk hat Frau Edeltrud Trost OSB aus der Abtei der Benediktinerinnen in Varensell geschaffen, und zwar im Jahre 1967, als die Tante des Hofeigentümers, Frau Juliana Tüte OSB, von 1949 bis 1972 Äbtissin dieses Klosters war. Auch deren Schwester Bernarda gehörte zu den Benediktinerinnen dieses Klosters. Diese Verwandtschaft führte sowohl zu diesem Auftrag an die Künstlerin Frau Edeltrud Trost OSB als auch zu ihren Entwürfen der neuen Fenster der Sendenhorster Pfarrkirche. Der Bildstock ersetzte eine Kreuzigungsgruppe aus dem Jahre 1877, die abseits vom alten Kirchweg stand und infolge völliger Verwitterung im Jahre 1962 abgebrochen wurde. Dieses steinerne Flurdenkmal hatten Theodor Heinrich Tüte und Frau Anna, geborene Schürmann, aufstellen lassen. 
 

Herz-Jesu-Kapelle am Osttor

In gutem und gepflegtem Zustand präsentiert sich am Osttor unter Kastanien die Herz-Jesu-Kapelle, ein Backsteinbau im Stile der Neugotik. Sie wurde von dem bekannten Architekten Rinklake aus Münster entworfen,
der auch die Pläne für das St.-Josef-Stift fertigte. Auf ihren Fundamenten stand früher die sogenannte Osten kapelle inmitten der städtischen Gemarkung Ostheide. Diese Kapelle war nach dem großen Stadtbrand von 1806 der einzige feste Blickpunkt aus Sicht der Schulstraße, denn sämtliche Häuser aus dem Ostviertel der Stadt waren dieser Brandkatastrophe zum Opfer gefallen. Die damalige französische Besatzungsregierung wollte nach dem Brande in Nähe der Osten kapelle einen neuen Begräbnisplatz anlegen lassen, doch kam dieser Plan nicht zur Ausführung. Die alte Kapelle mußte alsdann wegen Baufälligkeit abgebrochen werden. Für die Fronleichnamsprozession wurde an ihrer Stelle bis zur Errichtung der neuen am Wohnhaus des Müllers Stricker alljährlich im Freien ein Altar aufgestellt. Das neue Bauwerk mit seinem kreuzförmigen Giebeldach mit Kreuzblumen zeigt am Spitzbogen des Eingangs ein Schriftband aus Sandstein mit der Inschrift "Jesus, sanftmütig und demütig von Herzen, bilde mein Herz nach deinem Herzen". Im Inneren befindet sich eine Sandsteinstatue mit der Darstellung Christi entsprechend der von Papst Leo XIII. angeregten Verehrung des Heiligen Herzen Je'su. Ein schmiedeeisernes Gittertor schützt den offenen Innenraum.
 

Das "Wienort-Kreuz" am Nordtor

Im Volksmund wird das Kunststein-Kreuz am Nordtor und an der Straße nach Wolbeck "Wienort-Kreuz" genannt, ohne daß diese Bezeichnung schlüssig zu erklären ist. Es wurde vermutlich als Ersatz für ein älteres Kreuz vor einer großen Acker- und Wiesenfläche errichtet, die im Eigentum der Kath. Kirchengemeinde stand. Inzwischen steht es nach sich fortsetzender Bebauung vor dem Hause des Tierarztes Dr. Bernhard Tilkorn. 

 

Schutzmantel-Madonna am Kindergarten St. Marien
Im Jahre 1978 wurde im Auftrag der St.-Martin-Kirchengemeinde Sendenhorst bei dem heimischen Bildhauer Bernhard Kleinhans eine Bronzeskulptur der Schutzpatronin des Marien-Kindergartens an der Froebelstraße bestellt. Bernhard Kleinhans entschied sich tür eine SchutzmantelMadonna mit vier lebhaft gestikulierenden Kindern und verband mit der hoheitsvollen Darstellung der gekrönten Gottesmutter ein durchaus gegenwärtiges Bild kindlichen Treibens, das dem Ort entspricht


Madonna am Schörmelwanderweg (Neu!)
Am SChörmelwanderweg wurde im Baum eine Madonna installiert. Beschreibung folgt.

 

 

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