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Sagen & Erzählungen aus Sendenhorst Jetzt wird es spooky...

Alte Geschichten aus Sendenhorst und dem Kirchspiel: vom Toten, der kein Grab fand, vom Hahnenschritt des verdrängten Hoferben, von Fiehens Büschken, vom schwarzen Hund auf der Hardt, vom kopflosen Kaplan & mehr...
Der Tote,
der kein Grab fand
Ort / BezugSendenhorst, Dreißigjähriger Krieg
Johann Loißingh kehrt heimlich zurück, stirbt unheimlich und wird im Garten verscharrt. Danach bricht ein böses Wetter über Sendenhorst los.
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Der
Hahnenschritt
Ort / BezugWaldstück bei Sendenhorst
Ein verdrängter Hoferbe findet keine Ruhe. Jahr für Jahr nähert sich sein Geist dem verlorenen Hof nur um einen Hahnenschritt.
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Fiehens
Büschken
Ort / BezugKleines Buschstück / Zufluchtsort
Eine alte Kriegswarnung: Wenn ein Hauptmann durch das Südtor reitet, soll sich die Bevölkerung drei Tage verstecken.
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Der schwarze
Hund
Ort / BezugHardt
Auf der Hardt erscheint nachts ein schwarzer Hund mit riesigem Kopf und glühenden Augen. Wer ihn sieht, läuft besser weiter.
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Der kopflose
Kaplan
Ort / BezugBrökerfeld
Im Nebel des Brökerfeldes erscheint eine lautlose Gestalt im geistlichen Gewand — doch ohne Kopf.
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Steltenkämper
und der Teufel
Ort / BezugWitten Paohl
Am Witten Paohl begegnet Steltenkämper dem Teufel. Für einen Zauberstab zahlt er mit seiner Seele.
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Das
Spinnmöderken
Ort / BezugSüdlich von Sendenhorst
Südlich der Stadt sitzt eine geheimnisvolle Gestalt im Nebel. Besonders Kinder kannten die Warnung vor ihr.
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Der
Münzschatz
Ort / BezugSteinkühlerfeld / Fund 1932
Ein Bauer unterschlägt das Geld eines Kaufmanns. Der Fluch des Schatzes reicht bis zum Münzfund von 1932.
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Hesso
und die Feme
Ort / BezugFreistuhl / Hof Schulze Horstrup
Hesso versteht die geheime Sprache der Femeschöffen. Dieses Wissen wird ihm auf einer Hochzeit zum Verhängnis.
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Geschichten

Der Tote, der kein Grab fand

Mitten im Dreißigjährigen Krieg, als die Straßen unsicher waren und die Menschen abends früh die Türen verriegelten, lebte in Sendenhorst ein Mann, über den man nicht gern sprach. Er hieß Johann Loißingh. Man sagte, er sei kein guter Mensch gewesen. Er habe gestohlen, betrogen und sich um Gottes Wort wenig gekümmert. Manche nannten ihn einen Dieb, andere einen Verräter.

Anfang des Jahres 1631 wurde Loißingh gefasst. Man brachte ihn in den Amtsturm nach Wolbeck. Sechs Wochen saß er dort, bis man ihn dem Richter vorführte. Die Verhandlung dauerte nicht lange. Er wurde an den Pranger gestellt, mit Ruten geschlagen und aus dem Land verwiesen.

Fünf Jahre später kam er heimlich zurück. Krank, schwach und ausgezehrt lag er bald wieder in seinem Haus in Sendenhorst. Man drängte ihn, zur Beichte zu gehen und die Kommunion zu empfangen. Doch Loißingh wollte nichts davon wissen.

Dann geschah, was die Umstehenden nie wieder vergessen sollten. Loißingh schlug die Hände vor sich, als wolle er etwas abwehren, das nur er sehen konnte. Seine Lippen bewegten sich, doch kein Gebet kam heraus. Stattdessen stieß er Laute aus. Kurz. Heiser. Abgehackt. Wie ein Hund, der in der Dunkelheit etwas wittert. Im nächsten Augenblick wurde er zurückgeworfen. Dann war es still. Johann Loißingh war tot.

Der Pastor wollte ihm kein christliches Begräbnis geben. Also kam er nicht auf den Kirchhof. Man verscharrte ihn in seinem eigenen Garten. Ohne Glocken. Ohne feierlichen Zug. Ohne Trost.

Kaum aber war die Erde über ihm geschlossen, brach ein Unwetter los. Der Himmel wurde schwarz, der Wind fuhr durch die Gassen, und über den Feldern lag ein Krachen und Toben, als wolle etwas aus der Erde wieder heraus.

Da flüsterten die ersten: „Der Tote darf dort nicht liegen.“ Männer gingen hinaus in den Garten. Einer setzte den Spaten an. In diesem Augenblick legte sich der Sturm. Nicht langsam. Nicht nach und nach. Sondern sofort.

Als sie den Leichnam freilegten, sah man: Der Hals war entzwei. Da sagten viele in Sendenhorst: „Das war kein natürlicher Tod.“ Seitdem hieß es: Manche Toten liegen nicht ruhig, wenn sie nicht in Frieden sterben.

Der Hahnenschritt

Der Hof lag still in der Abenddämmerung. Seit Generationen hatte er der Familie gehört. Felder, Wiesen, Stallungen, Obstbäume — alles war mit Namen, Arbeit und Erinnerung verbunden. Doch als der alte Bauer starb, blieb nicht Frieden zurück, sondern Streit.

Zwei Brüder standen sich gegenüber. Der eine war der rechtmäßige Erbe. Der andere wollte nicht weichen. Am Ende musste der eigentliche Erbe den Hof verlassen, der ihm zugestanden hätte.

Er ging nicht weit. Dort, wo das Land feuchter wurde und das Gehölz dichter, zog er sich in ein fast undurchdringliches Waldstück zurück. Nach seinem Tod fand er keine Ruhe.

Bald erzählte man sich, sein Geist gehe noch immer durch Wald und Wiesen. Jedes Jahr, so hieß es, komme er dem Hof näher. Aber nur um einen Hahnenschritt. Nicht mehr.

Eines Winters beschlossen zwei Bürger aus Sendenhorst, dort eine Weihnachtstanne zu holen. Mit Axt und Laterne gingen sie in den Wald. Da hörten sie ein leises Knacken. Dann ein Schleifen.

Gingen sie auf das Geräusch zu, entfernte es sich. Wichen sie zurück, kam es näher. Zwischen den Stämmen bewegte sich etwas Dunkles. Kein Tier. Kein Wind. Eine Gestalt, halb im Nebel, halb im Schatten.

Die Männer rannten. Erst am Waldrand wagten sie sich umzusehen. Das Waldstück lag still. Auf dem Schnee aber sahen sie eine einzelne Spur. Nicht viele Schritte. Nur einen. Klein, tief und deutlich. Wie ein Hahnenschritt.

Fiehens Büschken

Lange erzählte man sich in Sendenhorst von einem großen Krieg, der eines Tages kommen werde. Niemand wusste, wann es geschehen sollte, doch ein Zeichen wurde immer wieder genannt: Wenn ein Hauptmann durch das Südtor reite, dann sei die Gefahr nahe.

Dann sollten die Menschen nicht länger zögern. Sie sollten Haus und Hof verlassen, die Stadt meiden und sich drei Tage lang in Fiehens Büschken verborgen halten.

Dort, in dem kleinen Busch, sollten sie warten, während östlich und südlich von Sendenhorst die Feinde ihre Kanonen auffuhren. Nicht Sendenhorst selbst, sondern Münster sollte ihr Ziel sein. Über die Stadt hinweg würden die Geschütze feuern, bis Münster nur noch als großer Steinhaufen daläge.

Wer aber rechtzeitig das Zeichen erkenne und nach Fiehens Büschken fliehe, der könne das Unheil überstehen. Drei Tage sollte man dort ausharren, still und verborgen, bis der Lärm der Kanonen verklungen sei.

So blieb die Sage im Gedächtnis: vom Hauptmann am Südtor, vom Krieg vor der Stadt, von den Kanonen gegen Münster — und von Fiehens Büschken, dem Ort, an dem man sich retten sollte, wenn die alte Warnung Wirklichkeit würde.

Der schwarze Hund auf der Hardt

Auf der Hardt wurde es früh dunkel. Wenn die Sonne hinter den Bäumen verschwand, legte sich ein Schatten über Wege, Wiesen und Wasser. Dann rauschte der Wind durch das Gebüsch, und aus der Ferne klang jedes Knacken lauter, als es am Tage gewesen wäre.

Dort, so erzählte man sich, trieb ein schwarzer Hund sein Unwesen. Kein gewöhnlicher Hund. Dieser Hund war groß und dunkel wie ein Stück Nacht. Sein Kopf soll riesig gewesen sein, und seine Augen glühten rot.

Eines Abends kam ein Knecht spät vom Feld zurück. Plötzlich blieb er stehen. Vor ihm, mitten auf dem Weg, saß etwas Schwarzes. Dann hob sich langsam ein Kopf. Zwei glühende Augen richteten sich auf ihn.

Der Hund erhob sich. Lautlos. Kein Knurren, kein Bellen. Nur dieses starre Leuchten in den Augen. Der Mann wich zurück. Dann drehte er sich um und rannte.

Hinter sich hörte er nichts. Und gerade das machte es schlimmer. Denn als er über die Schulter blickte, war der schwarze Hund noch immer da — näher als zuvor.

Der Kaplan ohne Kopf im Brökerfeld

Wenn abends der Nebel über das Brökerfeld zog, wurden die Wege still. Wer dort noch unterwegs war, zog den Kragen höher und schaute lieber nicht zu lange in die weißen Schwaden.

Denn im Brökerfeld, so erzählte man sich, ging ein Kaplan um. Nicht wie ein Mensch aus Fleisch und Blut, sondern lautlos, dunkel und unheimlich.

Eines Abends war ein Bauer noch spät auf dem Heimweg. Vor ihm bewegte sich etwas. Zuerst glaubte er, es sei ein Wanderer. Eine schwarze Gestalt, langes Gewand, die Hände vor dem Leib gefaltet.

Dann sah er es. Die Gestalt hatte keinen Kopf. Wo Gesicht, Augen und Mund hätten sein müssen, war nichts. Nur der dunkle Kragen, darüber die leere Nacht.

Da packte den Mann die Angst. Er bekreuzigte sich und lief zurück zur Stadt. Seit jener Nacht mied er das Brökerfeld nach Sonnenuntergang.

Der Zauberer Steltenkämper am Witten Paohl

Es war schon spät, als Steltenkämper den Weg zum Witten Paohl nahm. Der Abend lag schwer über den Feldern, und aus den Gräben stieg feiner Nebel auf.

Die Leute in Sendenhorst wussten, dass man diesen Ort nach Einbruch der Dunkelheit besser mied. Dort, so hieß es, sei die Welt nicht ganz so fest gefügt wie anderswo.

Als er den Witten Paohl erreichte, wurde der Nebel dichter. Da stand jemand vor ihm. Eine dunkle Gestalt, groß und schmal, als sei sie aus Schatten gemacht.

„Du bist gekommen“, sagte die Gestalt. Steltenkämper schluckte. „Ich will Macht“, antwortete er. Die Gestalt lachte leise. „Macht hat ihren Preis.“

Aus dem Nebel trat ein schmaler Stab hervor. „Deine Seele“, sagte die Gestalt. „Und der Stab gehört dir.“ Steltenkämper streckte die Hand aus.

Als der Nebel sich lichtete, war die Gestalt verschwunden. Steltenkämper stand allein am Witten Paohl. In seiner Hand hielt er den Zauberstab. Doch bezahlt hatte er mehr, als ein Mensch je bezahlen sollte.

Das Spinnmöderken südlich der Stadt

Südlich von Sendenhorst, dort, wo früher die Wege schmaler wurden und die Felder stiller lagen, soll das Spinnmöderken gewohnt haben.

Niemand wusste genau, wie es aussah. Manche sagten, es sei eine kleine alte Frau gewesen, gebeugt, mit einem Tuch über dem Kopf und einem Spinnrocken in der Hand.

Besonders die Kinder kannten die Geschichte. Wenn sie morgens zur Schule gingen und der Nebel noch tief über den Wiesen lag, wurden sie an einer bestimmten Stelle schneller.

Wer stehen blieb und in den Nebel hineinhorchte, der hörte manchmal ein leises Drehen und Surren. Wie ein Rad, das Fäden spann. Dann konnte es geschehen, dass aus dem weißen Dunst eine Stimme kam.

„Kind, komm her.“ Kein Kind ging hin.

Und auch wenn es niemandem etwas tat, wollte doch keiner wissen, was geschah, wenn man stehen blieb — und sich umsah.

Der Kaufmann und der Münzschatz vom Steinkühlerfeld

Vor vielen hundert Jahren ritt ein Kaufmann durch die Bauerschaft Bracht. Er kam aus dem Münsterland, wo er gute Geschäfte gemacht hatte, und hinter seinem Sattel hing ein schweres Felleisen. Darin verwahrte er sein Geld: große und kleine Münzen, Silber und Gold.

Auf einem Acker sah er einen Bauern pflügen. Der Kaufmann hielt an und fragte nach dem Weg. Dann dankte er dem Bauern, gab dem Pferd die Sporen und ritt weiter.

Der Bauer aber sah ihm nach. Vom Rücken des Pferdes fiel das Felleisen in den Ackerstaub. Der Kaufmann bemerkte es nicht. Erst als er hinter der nächsten Wegbiegung verschwunden war, lief der Bauer hin, hob den schweren Geldsack auf und öffnete ihn.

Da glänzten ihm Münzen entgegen. Mehr Geld, als er je auf einmal gesehen hatte. Einen Augenblick lang stand er nur da. Dann kam ihm ein dunkler Gedanke. Schnell versteckte er das Felleisen und pflügte weiter, als sei nichts geschehen.

Bald darauf kam der Kaufmann zurück. Er war bleich vor Schreck und suchte den Weg ab. „Hast du mein Felleisen gefunden?“, fragte er den Bauern. Der Bauer schüttelte den Kopf und schwor, nichts gesehen und nichts gefunden zu haben.

Da wurde der Kaufmann zornig. Er verfluchte den Bauern, seine Familie, seinen Hof und alles, was dazugehörte. Kein Glück solle an diesem Geld hängen. Kein Segen solle auf dem Hof bleiben.

Der Bauer wagte nicht, die Münzen zu behalten. Heimlich schüttete er sie in zwei Tongefäße und vergrub sie in einer verlassenen Steinkuhle. Doch auch das nahm dem Schatz den Fluch nicht.

Viele Generationen später, am 30. November 1932, wurde die alte Geschichte wieder lebendig. In der Bauerschaft Bracht fanden Arbeiter zwei Tongefäße, gefüllt mit Münzen. So verband sich der Fund von 1932 mit der alten Sage: Ein Kaufmann verlor sein Geld, ein Bauer verschwieg den Fund, ein Fluch fiel auf den Schatz — und Jahrhunderte später kam er wieder ans Licht.

Hesso und die Feme

Bei Sendenhorst, nahe der alten Königsstraße und beim Hof Tergeist, soll einst ein Freistuhl gelegen haben. Dort, so erzählte man sich, hielten die Femeschöffen heimlich Gericht. Wer zu ihnen gehörte, kannte ihre Zeichen, ihre Worte und ihre verschlossene Sprache.

Eines Tages war Hesso auf einer Hochzeit am Hof Schulze Horstrup. Es wurde gegessen, getrunken und gefeiert. Zwischen den Gästen saßen auch Männer, die mehr waren als gewöhnliche Hochzeitsgäste. Sie gehörten zur Feme.

Im Laufe des Abends sprachen sie miteinander in ihrer geheimen Sprache. Sie glaubten, niemand verstehe sie. Doch Hesso hörte zu — und verstand jedes Wort.

Das blieb nicht verborgen. Die Femeschöffen erschraken. Wer ihre Sprache kannte, konnte auch ihre Geheimnisse verraten. Und Geheimnisse der Feme durften nicht nach außen dringen.

Noch in derselben Nacht beschlossen sie, Hesso zum Schweigen zu bringen. Sie führten ihn fort, weg von der Feier, weg von Licht und Stimmen. Dort, wo niemand half und niemand sah, legten sie ihm einen Weidenstrick um den Hals und töteten ihn.

Später soll ein Kreuz an die Tat erinnert haben. So blieb die Geschichte von Hesso und der Feme erhalten: von einer Hochzeit, auf der ein Mann zu viel verstand, von einer geheimen Sprache, die sein Todesurteil wurde, und von einem Kreuz am Weg, das noch lange mahnte.

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