Herzlich willkommen beim Heimatverein Sendenhorst e.V. !
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1926–2026: 100 Jahre Lambertus in Sendenhorst 

Vom Lambertusfest nächste Woche (Donnerstag, 17. September - Save the Date!) zurück zu den Anfängen der Sendenhorster & Münsterländer Tradition

 

2026 2025 2024 2023 2022 2010er 1950er/60er 1955 1950 1947–49 1926 Hintergrund Lieder Quellen

 

2026 – 100 Jahre Sendenhorster Lambertus-Liedheft

Von heute zurück bis 1926: Genau ein Jahrhundert liegt zwischen dem ersten Sendenhorster Lambertus-Liedheft und dem heutigen Fest. Diese Seite erzählt die Geschichte deshalb jetzt rückwärts – vom lebendigen Brauch unserer Notbesetzung ;-)Tage bis zu seinen greifbaren Sendenhorster Anfängen.

1926–2026: 100 Jahre. Kinder, Laternen, die grün gebundene Pyramide, gemeinsames Singen und „O Buer, wat kost dien Hei?“ verbinden die Generationen bis heute.

Menschen tragen die Tradition weiter

Bild: "Notbesetzung"

Diese Chronik erzählt nicht nur von Jahren, Liedern und Lambertuspyramiden. Sie erzählt auch von den Menschen, die den Brauch immer wieder weitergegeben haben. Beim Weg vom Heute zurück in die Vergangenheit begegnen uns deshalb einige Namen immer wieder.

Der personelle Leitfaden: In den 2020er Jahren steht Marion Pumpe für die heutige Moderation und den Relaunch des Lambertusfestes. In den Jahrzehnten davor prägte besonders Max Linnemann-Bonse das Spiel; später trat auch Josef Strohbücker als Moderator und Vermittler der Tradition hervor. Noch weiter zurück führt die Linie zu Hans-Günther Fascies, Sohn von Bernhard Fascies. So wird neben der zeitlichen Chronik zugleich eine Weitergabe von Generation zu Generation sichtbar.

Nach dem verregneten Lambertusabend 2025 steht für 2026 fest: Dieses Mal wieder im Garten von Haus Siekmann! Wir binden die Pyramide in Sendenhorst wieder, denn der Heimatverein ist dran. Lambertus sall liäwen!

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Die 2020er stehen für einen Relaunch des Lambertusfestes. Mit Marion Pumpe als Moderatorin und dem Heimatvereinsvorsitzenden Christian Hölscher bekam die Veranstaltung neue Impulse und neue Konzepte – bewusst modernisiert, aber immer mit viel Tradition und Herz. Kinder, Familien, Musik und das alte Bauernspiel blieben dabei der feste Kern des Abends.

Die 2020er – vom Heute rückwärts

2025 – Laternenzauber im Kaminzimmer September 2025 | Heimatverein Sendenhorst

Regen kann Lambertus nicht aufhalten! Ein Schauer kurz vor Beginn sorgte dafür, dass die Feier diesmal nicht rund um die Pyramide im Garten, sondern kurzerhand im Kaminzimmer von Haus Siekmann stattfand. Und das war am Ende gar nicht schlecht: eng, gemütlich, ein bisschen putzig – und mit richtig guter Stimmung.

Kinder und Erwachsene machten gleichermaßen mit. Mit dem Jugendmusikzug der Freiwilligen Feuerwehr wurden die Lambertuslieder angestimmt, bei der „Dummen Liese“ standen sich die beiden Seiten wieder gegenüber, und beim Bauernspiel wurden Erwachsene direkt aus dem Publikum in die Rollen einbezogen. Gerade diese spontane Beteiligung machte den Abend besonders lebendig.

Zum Abschluss drehten die Kinder mit ihren Laternen zu „Ich geh mit meiner Laterne“ ihre Runden im Kaminzimmer. Danach gab es wieder Äpfel für die kleinen und großen Lambertussänger.

Auch die bewährte Zusammenarbeit mit Albersloh und dem Kindergarten klappte wieder hervorragend. Nach der Sendenhorster Feier wurde die gemeinsam genutzte Pyramide weiter nach Albersloh transportiert. Und dort? Ausgerechnet schönes Wetter! Ein wenig Neid durfte da schon sein.

2026 sind wir wieder dran: Dann wird die Lambertuspyramide in Sendenhorst wieder neu gebunden. Lambertus sall liäwen!

 

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2024 – He sall liewen! Lambertus im Garten Haus Siekmann 17.09.2024 | Marion Pumpe

Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden Christian Hölscher übernahm Marion Pumpe die Moderation. Mit Unterstützung des Jugendmusikzuges der Freiwilligen Feuerwehr Sendenhorst erklangen die alten und neueren Lambertuslieder. Die mitgebrachten Laternen machten die Pyramide wieder zum bunten Mittelpunkt des Abends.

Bei der „Dummen Liese“ standen sich Frauen und Mädchen sowie Männer und Jungen in westfälischer Reihe gegenüber. Zur Halbzeit wurde auch diesmal getauscht: Aus der dummen Liese wurde der „dumme Heinrich“ – Gleichberechtigung beim Lambertussingen.

Auch das Publikum wurde in die Planung einbezogen. Die Frage, ob im kommenden Jahr „Laurentia, liebe Laurentia mein“ ins Programm aufgenommen werden soll, fand deutliche Zustimmung.

Höhepunkt blieb natürlich das Bauernspiel „O Buer, wat kost’t dien Hei?“. Lukas, Karina, Miriam, Ida, Ansgar und Emilie übernahmen die Rollen von Bauernfamilie, Magd, Knecht und Pottleckerin und erhielten dafür großen Applaus.

 

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2023 - Lambertus putzmunter - mit echtem Bischof Sendenhorst im September 2023 | M. Pumpe

„O Buer, war kost dien Hei?“

Am sommerlichen Sonntagabend trafen sich Jung und Alt zum traditionellen Lambertussingen im Garten des Haus Siekmann, zu dem der Heimatverein Sendenhorst herzlich eingeladen hatte.

Die von den Mitgliedern des Sendenhorster Heimatvereins mit Tannengrün umwickelte Pyramide, welche zu Beginn des Lambertusspiels mit den mitgebrachten Laternen von den Kindern geschmückt wurde, wurde so zum leuchtenden Mittelpunkt.

Bild:
Alle hatten viel Spaß - so auch ein echter Bischof:
Martin Happe aus Sendenhorst, Bischof von Nouakshot, Mauretanien, der sich in seine Sendenhorster Kindheit zurück versetzt fühlte.

„So viele schöne Laternen und einige sind sogar mit echten Kerzen beleuchtet“, freute sich Marion Pumpe, die auch in diesem Jahr die Moderation übernahm.

Nach einer kurzen Begrüßung durch Vorsitzenden Christian Hölscher und einem großen Dank an den Jugendmusikzug der Freiwilligen Feuerwehr Sendenhorst, welche diesen urmünsterländischen Brauch musikalisch untermalte, begann auch schon das Singen. Lieder wie „Da schickt der Herr den Jäger aus“ und „Laßt uns froh und munter sein“, wurde angestimmt.

Zwischen den Liedern erzählte Marion Pumpe wissenswertes über das Leben des Bischofs Lambertus und der Herkunft des Lambertussingen. Und wer hätte gedacht, dass Harry Belafonte mit Odette 1959 die englische Version von „Dumme Liese“ (There´s a hole in my bucket) zum Besten gab. „In der deutschen Version wird von der dummen Liese gesungen, im englischen Text ist es Henry, der sich eher etwas dumm anstellt“, stellte Marion Pumpe fest. Nachdem die Herren und Jungen auf der einen Seite und die Damen und die Mädchen auf der anderen Seite im Garten sich gegenüberstanden, einigte man sich darauf, dass die ersten acht Strophen mit „Dumme Liese“ und die letzten acht Strophen mit „dummer Heinrich“ gesungen wurden.

Nicht fehlen durfte das Singspiel „O Buer, wat kost dien Hei“. Die Rollen wurden von Karina (Bauer) und Lukas (Pottlecker) Groll, Ida (Magd) Homann, Merle (Bauernfrau) Schlüter sowie Miriam (Kind) und Marion (Knecht) Pumpe dargestellt. Karina Groll sang sogar die Strophen des Bauern solo. Einen großen Applaus gab es dafür von den Anwesenden und ein dickes Lob und Dankeschön von Christian Hölscher.


Am Ende durften alle Kinder mit ihrer Laterne zu „Ich geh mit meiner Laterne“ um die Pyramide laufen. Bevor sich alle wieder auf den Heimweg machten, wurden noch leckere Äpfel an alle fleißigen Sänger verteilt.

 

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Lambertus am 17.09.2022 - Lebendiges Sendenhorster Brauchtum
Sendenhorst im September 2022
Lambertus ist nach Coronapause wieder putzmunter - Lambertusfest des Heimatvereins voller Erfolg. Petrus muss wohl ein guter Freund vom heiligen Lambertus sein. Denn passend zum Samstagabend, zu dem der Sendenhorster Heimatverein zum Singen um die Lambertuspyramide eingeladen hatte, war es trocken an dem sonst sehr verregneten Tag. Über 80 Zuschauer, davon fast die Hälfte Kinder, waren zum traditionellen Lambertussingen in den Garten vom Haus Siekmann gekommen. Nach einer kurzen Begrüßung durch Marion Pumpe, welche die Moderation zum ersten Mal übernommen hatte, wurde auch schon das erste Lied angestimmt. Unterstützt durch den Jugendmusikzug der Freiwilligen Feuerwehr Sendenhorst erklangen Lieder wie „Da schickt der Herr den Jäger aus“ und „Guter Freund, ich frage dir“. Dabei stand die mit den mitgebrachten Laternen geschmückte Pyramide in der Mitte der Zuschauer.

Die Pyramide wurde dieses Jahr von einer Gruppe Alberslohern gewickelt und hatte dort bereits am Freitag ihren Auftritt. Es gab auch eine Premiere. Da die alten Lieder bei den jüngeren Kindern nicht so bekannt sind, wurde ein neues Lied ins Programm aufgenommen und so erklang zum ersten und bestimmt nicht zum letzten Mal die „Jahresuhr“ . Bei der „Dummen Liese“ standen die Gäste sich als Liesel und Heinrich gegenüber und es wurde eine Art Battle gesungen. Besonders erfreut waren die Damen und Mädchen, als Marion Pumpe in der Hälfte des Liedes kurz unterbrach. „Warum ist es immer die dumme Liese?“ fragte sie in die Runde. „Wir ändern das jetzt um.“ Und so erklangen die Strophen von der einen Seite der Pyramide mit „Dummer Heinrich“ und die Männer antworteten mit „liebe Liese“. Als Höhepunkt wurde natürlich „O Buer, wat kost´t dien Hei“ gesungen und von Sendenhorster Kindern dargestellt. Kira, Karina, Miriam, Luna, Carsten und Lukas spielten und sangen die Rollen der Bauernfamilie, Magd, Knecht und Pottlecker in diesem Singspiel und bekamen dafür großen Applaus. Der Vorsitzende des Heimatvereins, Christian Hölscher, bedankte sich bei Marion Pumpe für die tolle Unterstützung, bei dem Jugendmusikzug, den Kinderdarstellern und den vielen kleinen und großen Gästen und freut sich schon auf nächstes Jahr, wenn es wieder heißt „Kinder, kommt runter. Lambertus ist munter!“ Am Schluss wurden Äpfel und Birnen an alle Gäste verteilt, bevor die Kinder ihre Laternen aus der Pyramide holten und sich alle auf den Heimweg machten.
 

Laternen und Pyramide stimmen auf die dunkle Jahreszeit ein

Lambertus – Laternen und Pyramide

Sendenhorst, Sept 2022 - Marion Pumpe

Heimatverein lädt zum Lambertussingen ein
Die Pyramide steht im Garten des Haus Siekmann und ist mit Gartenblumen geschmückt. Wenn es zu dämmern beginnt, kommen Erwachsene und Kinder mit Laternen in der Hand zusammen, um Lieder zu singen. Nein, es ist noch nicht November und dieses Fest ist nicht St. Martin. Es ist Mitte September – Zeit für das Lambertusspiel.
Etwa seit der Mitte des 18. Jahrhunderts ist diese Tradition im Münsterland überliefert und wird vom Heimatverein Sendenhorst weiter gepflegt und damit erhalten.
Woher das öffentliche Sing- und Tanzspiel um die mit viel Grün und dem „gelben Heinrich“ geschmückten dreibeinigen Pyramiden kommt, ist nicht genau geklärt.
Eine alte Handwerker-Tradition als Ursprung des fröhlichen Treibens in der Dämmerung ist eine Variante: Am Lambertustag Mitte September wurde die Sommerarbeitszeit der Handwerker für Herbst und Winter um eineinhalb Stunden gekürzt - wenn das kein Grund zum Feiern war! Mancher Heimatkundeunterricht berichtete auch davon, dass am 17. September durchs frühere Dunkelwerden wieder Kerzen beim Arbeiten angezündet werden mussten; dies könnte ein Ursprung des Lichterfestes sein.
So werden am Lambertustag wieder Lieder wie „Der Herr, der schickt den Jäger aus“ und „Guter Freund, ich frage dir“ im Garten von Haus Siekmann erklingen, musikalisch unterstützt vom Jugendmusikzug der Freiwilligen Feuerwehr Sendenhorst.

Lambertus – Laternen und PyramideEiner bindet – drei nutzen: die Lambertuspyramide auf Reisen

Eine besondere Form der Zusammenarbeit hat sich rund um die Lambertuspyramide entwickelt. Heimatverein Sendenhorst, Grundschule Albersloh und Kindergarten St. Michael nutzen dasselbe Gestell. Das aufwendige Binden mit Tannengrün muss deshalb nicht jede Gruppe für sich erledigen: Die Beteiligten wechseln sich damit ab.

Der Tausch funktioniert ganz praktisch: Eine Gruppe bindet die Pyramide neu, danach wird sie nacheinander für die Lambertusfeiern der beteiligten Orte und Einrichtungen weitergegeben. Im folgenden Jahr beziehungsweise beim nächsten Turnus ist eine andere Gruppe mit dem Binden an der Reihe. So teilen sich alle die Arbeit – und dieselbe Pyramide verbindet die Feiern miteinander.

wird an diesem Abend zum 1. Mal angestimmt, was besonders die kleinen Besucher freuen wird. Das Singspiel „O Buer, wat kost´t dien Hei“ gehört natürlich am Ende auch dazu. Lambertus – Laternen und PyramideDie vielen bunten mitgebrachten Laternen sorgen bei Einbruch der Dunkelheit für stimmungsvolles Ambiente.
Hierzu ist jeder herzlich eingeladen, wenn am Samstag, 17.9.2022 um 19:00 im Garten des Haus Siekmann der Ruf ertönt „Kinder, kommt runter, Lambertus ist munter!“.

2010er Jahre

Die 2010er – Berichte rückwärts durch das Jahrzehnt

Personell prägen diese Jahre vor allem Max Linnemann-Bonse und Josef Strohbücker. Max Linnemann-Bonse leitete das Lambertusspiel über viele Jahre; 2016 übernahm Josef Strohbücker erstmals die Moderation. Gemeinsam vermittelten beide den Brauch auch an die nächste Generation.

Lambertusspiel im Garten Hs. Siekmann Alter Brauch immer noch aktuell - Kinder begeistert 23.09.2016 | CH
Sendenhorst: Auch in diesem Jahr hatte der Heimatverein zum traditionellen Lambertusspiel im Garten des Hs. Siekmann geladen. Zahlreiche Gäste – jung und alt – waren erschienen, um diese alte westfälische Tradition zu pflegen. Ca. 60 Personen - Kinder, Erwachsene und die Feuerwehrkapelle hatten sich im Garten am 17.9. des Haus Siekmann versammelt. Lambertus am 17. September -Das ist die Zeit, in der in alten Zeiten zum ersten Mal bei der abendlichen Stallarbeit die Lichter entzündet wurden. Daraus resultiert das Entzünden der Laternen. Namensgebend ist Bischof Lambert von Lüttich, dessen Todestag der 18. September ist. Der Heimatverein hatte die Pyramide im Garten des Hs. Siekmann aufgestellt. Ca. 50 Personen hatten sich dort versammelt. Die Kinder und Eltern steckten die Laternen an die Pyramide und das Lambertusspiel begann mit dem Einbruch der Dämmerung. In diesem Jahr moderierte zum ersten Mal Kiepenkerl Josef Strohbücker das Spiel, in den vergangenen Jahren wurde das Spiel von Max Linnemann-Bonse geleitet. Nun wurden traditionelle Lieder gesungen, so z.B. Die Lise.

Musikalisch begleitet wurden die Gesänge, wie schon in den letzten Jahren, von der Jugendfeuerwehrkapelle Sendenhorst. Höhepunkt und Abschluss war das „Bauernspiel“ mit dem Spielliedchen vom Kirmes-Buer, bei dem der als Bauer verkleidete Spieler sich nach und nach eine Familie aus dem Kreis zusammenstellt. Der Bauer wurde im diesem Jahr wie im Vorjahr von der Montessori-Schule gestellt. Das Lied „Oh Buer was kost dien Hei“ = Oh Bauer, was kostet Dein Heu“ wird in Plattdeutsch vorgetragen, so dass der Buer den umfangreichen Text erschwerend „up Platt“ lernen muss, dies gelang ihm jedoch ganz hervorragend. Alle hatten viel Spaß, bis der Buer abschließend seinen Pottlecker gefunden hatte. Zum Abschluss wurden vom Kiepenkerl J. Strohbücker und seinen Mitstreitern Äpfel und Birnen aus seiner Kiepe an die Kinder verteilt. (Text „Oh Buer…“ auf der Homepage des Heimatvereins) In Sendenhorst wird die Tradition seit dem 20. Jahrhundert gepflegt, wie sich an alten Fotos aus dem Stadtarchiv belegen lässt. Einige Lieder wurden im Laufe der Jahre ausgetauscht, aber im Prinzip ist das Spiel seit vielen Jahren im Ablauf unverändert. Außer, dass heutzutage die Laternen mit LEDs ausgestattet sind, anstatt wie früher mit Windlichtern.

Der Heimatverein freut sich schon, auch im nächsten Jahr wieder das Spiel ausrichten zu dürfen. In Münster war das Lambertusspiel übrigens in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts zeitweise verboten worden, da in den Abend- und Nachtstunden sich vorwiegend Dienstpersonal und Handwerksburschen um die erleuchteten Pyramiden scharten und es zu Ausschreitungen, ruhestörendem Lärm und Raufereien unter Alkoholeinfluss gekommen war. Daher nahm sich das Bürger-Schützen-Corps des Brauches an und veranstaltete jährlich auf dem privaten Schützenhofgelände ein Lambertusspiel für alle Kinder der Stadt. Dadurch wurde die Tradition wach gehalten. Kurz nach der Jahrhundertwende galt der Lambertusbrauch allgemein als harmloses Kinderspiel mit heimatlichem Charakter und wurde von den Behörden wieder geduldet. Sichtbares Zeichen für diese neue Bewertung war die Errichtung des Lambertini-Brunnens im Jahr 1909.

J. Strohbücker und M. Linnemann-Bonse auf Werbetour in der Montessori-Schule 10.09.2016 | M. Linnemann-Bonse, CH
Wie in den vergangenen Jahren wird auch in diesem Jahr der Bauer aus der Montessori Schule kommen. J. Strohbücker - zünftig in Holzschuhen (Holscheken) und Kiepe - und Max Linnemann-Bonse waren am letzten Donnerstag zu Schulbeginn in der Schule zu Besuch. Josef Strohbücker hatte seine Kiepenkerl-Kiepe dabei. Sie berichteten über die Hintergründe und die Tradition des Lambertus-Singens, über das Bauernlied, und auch der Beruf des Kiepenkerls wurde erläutert.

Absprachen konnten getroffen werden und die Schulleiterin Frau Bettina Beimdiek wird jetzt mit den Schülerinnen und Schülern die Lambertuslieder üben und das Bauernspiel am 17.09.2016 aufführen. Nach Montessori-Pädagogik wird die letztjährige Bäuerin Janina (auf Bild mit Hut) als Co-Lehrerin fungieren. Auch die Jugendfeuerwehr-Kapelle wird wieder aufspielen. Besonders gefragt ist hier immer die Ausdauer der jungen Spieler, denn die Lambertuslieder sind sehr vielstrophig. In diesem Jahr wird die Pyramide von den Eltern des Michael-Kindergartens gebunden.

Seit vielen Jahren wird die Pyramide nämlich vom Heimatverein, von der Grundschule Albersloh und vom Kindergarten genutzt (einer bindet, drei nutzen, immer reihum). Am Freitag wird zunächst in Albersloh gesungen, dann am Samstag am Haus Siekmann und am Montag im Kindergarten St. Michael.
 

Lambertusspiel am 17.09.2015 17.09.2015 | CH

Das Wetter war eher bescheiden, dafür die Beteiligung sehr gut! Lt. WN 100 Personen :-) 18:00 Treffen auf dem Marktplatz vor dem Rathaus, gemeinsamer Marsch zum Hs. Siekmann, Lambertusspiel im Garten - Anschließend Feierstunde zum 90-jährigen Bestehen des Heimatvereins. Trotz des Wetters:
Der Brauch ist lebendig und die Kinder und Erwachsenen hatten viel Spaß! Nächstes Jahr wird wieder gesungen, also üben! Und: Im nächsten Jahr wird der Heinrich mal der Dumme sein und die Liesel die Schlaue! Hier ein paar Pics:
O Bur, wat kost´t dien Hei? Gueden Dag Buer inne Stadt!
1. O Bur, wat kost´t dien Hei, o Bur, wat kost´t dien Kärmis-Hei, jucheissa-vivat Kärmis-Hei, o Bur, wat kost´t dien Hei?
2. Mien Hei, dat kost´t ´ne Kron´,...
3. O Bur, dat is viell to dür,...
4. Nu söck sick de Bur ´ne Fru,...
5. Dütt is miene laiwe Fru,...
6. O Bur, wat ´ne schöne Fru,...
7. Nu söck sick de Bur en Kind,...
8. Dütt is mien laiwet Kind,...
9. Oh Bur, wat en schöönet Kind,...
10. Nu söck sick de ´ne Magd,...
11. Düt is miene laiwe Magd,...
12. Oh Bur, wat ne schöne Magd,...
13. Nu söck sick de Bur ´nen Knecht,...

14. Dütt is mien laiwe Knecht,...
15. Oh Bur, wat en schönen Knecht,...
16. Nu söck sick de Bur ´nen Rüen,...
17. Dütt is mien laiwen Rüen,...
18. Oh Bur, wat en schönen Rüen,...
19. Nu söck sick de Bur ´nen Knuocken,...
20. Dütt is mien laiwen Knuoken,...
21. O Bur, wat en schönen Knuoken,...
22. Nu söck sich de Bur ´nen Pottlecker,...
23. Dütt is mien laiwen Pottlecker,...
24. O Bur, wat en schönen Pottlecker,...
25. Nu krich´de Bur ´nen Schupp,..

 

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2014 - Tanz um die Lambertuspyramide

17.09.2014 | A. Schmitz-Westphal | Fotos: HV
Sendenhorst - Bei Einbruch der Dunkelheit sind am Mittwoch zahlreiche Erwachsene und Kinder mit Laternen zur Lambertuspyramide am Haus Siekmann gezogen. Seit vielen Jahren moderiert Max Linnemann-Bonse die Veranstaltung am 17. September, die als Brauchtums- und Lichterfest überliefert wurde. In fröhlicher Stimmung stellen sich dabei die Männer gegen die Frauen und besingen sich mit dem Lied „Ein Loch ist im Eimer“. Das traditionelle Bauerspiel „Oh Buer, wat kost dien Hei?“ gehört ebenfalls zu dem Brauchtum und wird in jedem Jahr von den Schulkindern gespielt.

Für die musikalische Unterstützung sorgte neben der Stadt- und Feuerwehrkapelle auch die Musik- und Kulturschule. Nach Abschluss des Festes beleuchteten die Laternen den Weg nach Hause.
Besonders hat uns gefreut, dass das Fernsehen zu Besuch war! Nicht so schön die etwas geringe Beteiligung, dies soll im nächsten Jahr, Jubiläum..., aber anders werden....
Die anschließende Jahreshaupt-versammlung brachte neben dem Vereinsleben unter anderem einen unterhaltsamen Bilder-Vortrag auf Plattdeutsch von Ludwig Schmülling und Josef Strohbücker über das alte Sendenhorst.

Vor 2010 – die Sendenhorster Überlieferung

Durchängig... hier Bilder aus den 1980ern 
Textlich ist Lambertus für diesen Zeitraum leider nicht dokumentiert - Aber: Da kann sich immer noch was finden im Archiv... Und es war durchgängig....

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Die 1950er und 1960er – Lambertus gehört zum Stadtbild

*) Die Bilder stammen aus dem Stadt-Heimatarchiv und wurden mit Hilfe von KI coloriert.

Wie selbstverständlich Lambertus damals zum Jahreslauf gehörte, zeigt selbst die Geschäftswelt. Für 1957 besitzt das Stadt-Heimatarchiv eine Aufnahme eines mit Lambertusmotiven dekorierten Schaufensters bei Pöttken in der Schulstraße.

Ein Zeitungsporträt der Stadt aus den frühen 1960er Jahren beschreibt wiederum die große, mit Grün umflochtene Pyramide auf dem Marktplatz, ausgehöhlte leuchtende Rüben und bunte Lampions. Um die Pyramide trafen sich Jung und Alt zu Gesang und Spiel.

Für den 17. September 1964 ist eine kleine Bildserie erhalten. Sie zeigt unter anderem Bernhard Fascies, Lehrer Hermann Demming sen. und Mechthild „Mecki“ Bonse in einer Rolle des Lambertusspiels.

Auch im Programm des großen 650-jährigen Stadtjubiläums 1965 war Lambertus fest verankert: Am 10. September stand eine Lambertusfeier auf dem Lambertusplatz im offiziellen Festprogramm.

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1955 – Der ganze Marktplatz war ein Lichtermeer

Sendenhorst, 21. September 1955 – nach einem zeitgenössischen Zeitungsbericht

Sendenhorst. Einen Lambertusabend, wie ihn wohl nur wenige Orte des Münsterlandes noch kennen, erlebten die Sendenhorster am vergangenen Wochenende. Gemeinsam mit dem „Tag der Heimat“ hatte der Heimatverein die alte Feier in diesem Jahr zu einem großen Heimattag ausgestaltet.

Schon am Samstagvormittag begann für die Kinder die Aufregung. In den beiden Volksschulen wurden die selbstgebastelten Fackeln begutachtet. Gut 200 Fackeln hatten die Jungen und Mädchen mit viel Liebe angefertigt. Rund 30 der besten Arbeiten aus den einzelnen Klassen wurden prämiert. Die Preisträger wurden mit ihren Fackeln fotografiert und sollten zur Erinnerung ein Bild mit Widmung des Heimatvereins erhalten.

Am Sonntagabend, kurz nach 19 Uhr, sammelten sich die Kinder mit ihren Müttern und Lehrpersonen am alten Schulplatz. Begleitet von der Stadtkapelle setzte sich der lange Zug in Bewegung und zog zum Marktplatz.

Dort wartete bereits die große Lichterpyramide. Immer mehr Menschen strömten herbei. Bald vermochte der Marktplatz die Menge kaum noch zu fassen. Kinder mit ihren Fackeln standen dicht an dicht, Erwachsene säumten den Platz, und um die erleuchtete Pyramide begann die traditionelle Lambertusfeier.

Die alten Lieder erklangen, die Kinder zogen um die Pyramide und die vielen kleinen Flammen leuchteten in die Septembernacht. Der damalige Berichterstatter fasste das Bild in einem Satz zusammen: „Der ganze Platz war ein Lichtermeer.“

Als das letzte Lied verklungen war, zogen die Kinder freudestrahlend heimwärts. Der Lambertusabend des Jahres 1955 zeigte eindrucksvoll, welche Bedeutung der alte Brauch damals in Sendenhorst besaß: Schulen, Stadtkapelle, Heimatverein, Hunderte Kinder und zahlreiche Erwachsene machten ihn zu einem Fest der ganzen Stadt.

„Ein schönes Zeichen, daß Sendenhorst diesen alten Volksbrauch lebendig erhält!“

 

1950 – Sendenhorst pflegt wieder altes Brauchtum

Nach einem zeitgenössischen Pressebericht von 1950

Sendenhorst. Wenn am Lambertusabend die Lichter brennen und die Kinder sich um die große Pyramide scharen, lebt in Sendenhorst ein alter münsterländischer Brauch fort, der hier schon seit Jahrzehnten eine besondere Heimat gefunden hat.

Bereits im Jahre 1920 wurde die Lambertusfeier in Sendenhorst wieder zu neuem Leben erweckt. Es war vor allem das Verdienst des 1932 verstorbenen Stadtrentmeisters Wilhelm Kleinhans, der sich für die Wiederbelebung und Erhaltung des alten Brauches einsetzte. Anlass bot seinerzeit die 50-Jahrfeier des Männergesangvereins und Kirchenchores „Cäcilia 1869“.

Auch um das alte Liedgut machte man sich verdient. 1926 erschien bei der Buchdruckerei Franz Pöttken in Sendenhorst erstmals eine Sammlung „Lieder für die Lambertusfeier“, zunächst noch ohne Melodien. Damit erhielten die alten Weisen, die von Generation zu Generation weitergegeben worden waren, erstmals eine gedruckte Sendenhorster Heimat.

Der Bombenkrieg setzte der fröhlichen Feier ein jähes Ende. Wo Verdunkelung befohlen war und abends kein sichtbares Licht nach draußen dringen durfte, konnten auch die Lambertuslichter nicht mehr durch die Straßen ziehen. Doch schon bald nach Kriegsende wurde die Feier in Sendenhorst wieder aufgenommen.

Seither ziehen alljährlich Hunderte von Lichtern durch die abendlichen Straßen. Ziel des Kinderzuges ist der Platz hinter dem Chor der St.-Martins-Pfarrkirche. Dort erhebt sich die große Lichterpyramide. Kinder und Erwachsene stellen sich um sie auf und stimmen gemeinsam die alten Lambertuslieder an. Den Höhepunkt bildet das urwüchsige Spiel „O Buer, wat kost dien Hei?“

Zur Bewahrung der Lieder erschien 1947 eine zweite Auflage der Sendenhorster Liedersammlung, nunmehr auch mit Noten. Anton Nachtigäller gab dem Heft mit seinem Holzschnitt vom Lambertusspiel „Lambertus sall liäwen“ ein schönes Gewand.

Die 3.000 Exemplare waren bald vergriffen, sodass bereits 1949 eine dritte, um 16 weitere Lieder erweiterte Auflage notwendig wurde. Sie wurde von Bernhard Fascies bearbeitet; die Notenaufnahme besorgte Organist E. Haselmann aus Sendenhorst.

So zeigt der Bericht von 1950: Drei Jahrzehnte nach der Wiederbelebung war Lambertus in Sendenhorst wieder zu einem großen öffentlichen Kinder- und Heimatfest geworden.

Krieg, Verdunkelung und Neubeginn – 1947 und 1949

Der Zweite Weltkrieg unterbrach den Brauch. Gerade ein Fest, dessen Mittelpunkt Lichter, Fackeln und Lampions waren, ließ sich unter den Verdunkelungsvorschriften der Kriegsjahre kaum öffentlich feiern.

Nach Kriegsende wurde die Tradition erstaunlich schnell wieder aufgenommen. 1947 erschien eine zweite Auflage der Sendenhorster Lambertuslieder. Sie enthielt nun auch die Melodien. Der Künstler Anton Nachtigäller steuerte einen Holzschnitt zum Lambertusspiel bei.

Nach dem damaligen Pressebericht waren 5.000 Exemplare bald vergriffen. Deshalb folgte schon 1949 eine dritte, um 16 weitere Lieder ergänzte Auflage. Bernhard Fascies bearbeitete die Sammlung; Organist E. Haselmann übernahm die musikalische Notenaufnahme.

Bei der großen Sendenhorster Heimatwoche 1950 gehörten „Lambertusfeiern der Nachbarschaften“ bereits wieder ausdrücklich zum Programm. Der Brauch war damit nicht nur Vereinsangelegenheit, sondern erneut Teil des städtischen und nachbarschaftlichen Lebens.

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1930er und 1920er – Hunderte Kinder auf dem Marktplatz

Wie groß die Sendenhorster Lambertusfeier damals war, beschreibt Dieter Obermeyer, Jahrgang 1923, in seinen Erinnerungen „Senhorst – Ostport“. Für ihn war Lambertus vor allem ein großes Kindererlebnis: Auf dem Marktplatz stand eine hohe, mit Grün und Lichtern geschmückte Pyramide. Voran zog die Feuerwehrkapelle, dahinter marschierten nach seiner Erinnerung Hunderte Kinder zum Festplatz.

Die Kinder stellten sich im Kreis auf und sangen. Obermeyer erinnerte ausdrücklich das alte Lied „Lambertus sall liäben“. Danach folgte das Bauernspiel: Der Chor fragte „O Buer, wat kost dien Hei?“, der als Bauer verkleidete ältere Schüler antwortete und holte anschließend Frau, Knecht und Magd aus dem Kreis.

Damit ist klar: Lambertus war in Sendenhorst schon vor dem Zweiten Weltkrieg kein kleines Vereinsritual, sondern ein öffentliches Kinderfest mit großer Beteiligung.

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1926 – Das erste Sendenhorster Lambertus-Liedheft

Der Weg zu 1926 begann schon 1920: Damals wurde die Lambertusfeier in Sendenhorst aus Anlass der 50-Jahrfeier von Männergesangverein und Kirchenchor „Cäcilia 1869“ wieder öffentlich begangen. 1926 folgte dann das erste eigene Sendenhorster Liedheft.

Eine Schlüsselfigur war Wilhelm Kleinhans, Stadtsekretär, Heimatforscher und Mitbegründer des 1925 entstandenen Heimatvereins. Bernhard Fascies schrieb später ausdrücklich, Kleinhans habe den alten Brauch der Lambertusfeier wieder lebendig gemacht.

Bereits 1926 erschien bei der Sendenhorster Buchdruckerei Franz Pöttken eine eigene Sammlung mit Liedern zur Lambertusfeier. Die erste Ausgabe enthielt zunächst die Texte. Damit wurde aus mündlicher Überlieferung erstmals eine greifbare Sendenhorster Liedersammlung.

Die zeitliche Nähe ist auffällig: 1925 wurde der Heimatverein gegründet, 1926 erschien die Lambertussammlung. Brauchtumspflege gehörte damit von Anfang an zur Arbeit des Vereins.

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Hintergrund – woher der Brauch kommt und wer ihn bewahrte

Lambertus – Volksbrauch am kirchlichen Gedenktag

Der 17. September ist der Gedenktag des heiligen Lambert von Maastricht bzw. Lüttich, eines Bischofs des 7. Jahrhunderts. Der im Münsterland entstandene Lambertusbrauch ist jedoch nicht einfach als kirchliche Heiligenfeier zu verstehen. In ihm verbinden sich religiöser Kalendertag, jahreszeitlicher Übergang, Arbeitswelt, Geselligkeit und später bewusste Heimat- und Brauchtumspflege.

Mitte September wurden die Abende wieder deutlich kürzer. In der früheren Handwerks- und Dienstbotenwelt begann damit erneut die Zeit, in der bei künstlichem Licht gearbeitet werden musste. Licht, Fackeln und später Lampions passten daher hervorragend zu einem Fest, das genau an dieser Schwelle zwischen Sommer und Herbst gefeiert wurde.

Wichtig: Für Sendenhorst lässt sich der Brauch nicht seriös bis ins 18. Jahrhundert zurückschreiben. Die ältere Geschichte ist zunächst eine münsterländische und besonders Münsteraner Tradition. Für Sendenhorst wird die Quellenlage erst im frühen 20. Jahrhundert wirklich dicht.

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Münster – das Zentrum der Lambertustradition

Für Münster ist Lambertus bereits im späten 18. Jahrhundert belegt. Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die typische Lambertuspyramide: mehrere Stangen wurden zu einem hohen Gestell verbunden, mit Grün, Blumen und Lichtern geschmückt und zum Mittelpunkt von Gesang und Spiel.

Ursprünglich war das keineswegs nur ein Kinderfest. Mägde, Knechte, Dienstpersonal und Handwerksgesellen trafen sich am Abend und in der Nacht um die beleuchteten Pyramiden. Man sang, tanzte und trank. In Münster kam es offenbar so häufig zu Lärm, Raufereien und Alkoholproblemen, dass die Behörden einschritten und das öffentliche Treiben zeitweise stark einschränkten.

Der Brauch überlebte dennoch. Auf privaten Flächen – unter anderem auf dem Gelände des Bürger-Schützen-Corps – wurden weiterhin Lambertusfeste für Kinder veranstaltet. Um 1900 setzte dann eine Neubewertung ein: Was zuvor als nächtlicher Straßenlärm gegolten hatte, wurde nun als heimatlicher Kinderbrauch verstanden und bewusst bewahrt.

Der Lambertibrunnen von 1909 am Prinzipalmarkt wurde zu einem sichtbaren Symbol dieser neuen Wertschätzung. Das große Foto von 1932 zeigt bereits eine gewaltige Kinderschar, die Hand in Hand den Brunnen umkreist – Lambertus war wieder mitten in der Stadt angekommen.

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Vom Münsteraner Straßenbrauch zum münsterländischen Kinderfest

Von Münster aus verbreitete sich der Brauch in das Umland. Für Altenberge, Greven, Coesfeld, Rheine und viele weitere Orte sind Lambertusfeiern überliefert. Die Namen der Pyramide unterschieden sich regional: Lambertusbaum, Lambertusstuhl, Lambertusbock oder einfach „Lambertus“.

Der Ablauf blieb aber vergleichbar: Bei Einbruch der Dunkelheit kamen die Kinder mit Lampions zusammen. Erwachsene hatten eine mit Grün geschmückte Pyramide aufgebaut. Die Laternen wurden am Gestell befestigt, anschließend folgten Reigen, Kreisspiele und gesungene Spielszenen.

Ein besonders langlebiges Spiel ist „O Buer, wat kost dien Hei?“. Ein als Bauer verkleideter Spieler sucht sich nach und nach Frau, Kind, Knecht, Magd und weitere Personen aus dem Kreis zusammen. Andere Lieder wechselten im Laufe der Jahrzehnte; der Bauer blieb.

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1947–1974 – Dokumentation und Bewahrung des Brauchs

Nach Wilhelm Kleinhans wurde besonders Bernhard Fascies zu einer Schlüsselfigur der Lambertustradition. Er organisierte nicht nur die Feiern, sondern sicherte mit den Liedausgaben von 1947 und 1949 auch die musikalische Überlieferung.

Nach seinem Tod übernahm Hans-Günther Fascies, der Sohn von Bernhard Fascies, 1974 die Leitung des Heimatvereins. Damit wurde die Tradition auch personell in die nächste Generation getragen: Kleinhans hatte den Brauch wiederbelebt, Bernhard Fascies hatte ihn schriftlich und musikalisch gesichert, Hans-Günther Fascies führte Vereins- und Archivarbeit weiter. Von dort reicht der personelle Faden über die späteren Träger des Lambertusspiels bis zu Max Linnemann-Bonse, Josef Strohbücker und heute Marion Pumpe.

In den folgenden Jahrzehnten wechselte der Ort der Feier mehrfach: vom Marktplatz über den Lambertiplatz und den Rathausplatz bis schließlich in den Garten von Haus Siekmann. Der Ort wandelte sich – der Kern des Brauchs blieb.

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Haus Siekmann – Lambertus im 21. Jahrhundert

Spätestens in den 2010er Jahren wurde der Garten von Haus Siekmann zum neuen Mittelpunkt der Feier. Umfangreiche Bildserien des Heimatvereins dokumentieren Pyramide, Laternen, Bauer-Spiel und Publikum.

Gerade die moderne Form zeigt, wie Brauchtum tatsächlich überlebt: Nicht jedes Detail bleibt unverändert. Einige alte Lieder verschwanden, andere kamen hinzu. Rübenlichter und Fackeln wurden durch Lampions und moderne Laternen ergänzt. Das Grundmuster blieb jedoch nahezu gleich: Pyramide – Grün – Licht – Kinder – gemeinsames Singen – Bauer-Spiel.

Auch die historische Verbindung zur Feuerwehr besteht fort. Wo Dieter Obermeyer für die 1920er und 1930er Jahre die Feuerwehrkapelle erinnert, begleitet heute häufig der Jugendmusikzug der Freiwilligen Feuerwehr Sendenhorst die Lieder.

Nach der pandemiebedingten Unterbrechung 2020 und 2021 kehrte Lambertus 2022 zurück. Mehr als 80 Besucher, fast die Hälfte davon Kinder, kamen wieder zum Haus Siekmann. Auch 2023, 2024 und 2025 wurde der Brauch fortgesetzt – bei schlechtem Wetter notfalls im Kaminzimmer.

Fast hundert Jahre nach dem ersten Sendenhorster Lambertuslied von 1926 stehen Kinder noch immer um die Pyramide und fragen: „O Buer, wat kost dien Hei?“

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Die Lieder (Stand 2024)

1 Lasst uns froh und munter sein
2 Der Herr der schickt den Jäger aus
3 Dumme Lise
4 Guter Freund
5 Oh Buer, wat kost dien Hei?


Lasst uns froh & munter sein
1. Lasst uns froh & munter sein & uns alle heute freun, Lustig, lustig, tralalalala
Heut ist Lamberts Abend da, heut ist...
2. Lang schon wünschten wir uns sehr, diesen lustig Abend her. Lustig, lustig..
3. Wer uns stör'n & zanken will, der bleib fern von unserm Spiel. Lustig, lustig..
4. Aber wer will fröhlich sein, komm' in unser Kreis hinein. Lustig....


Der Herr der schickt den Jäger aus

1. Der Herr, der schickt den Jäger aus, er soll die Birnen schmeißen.
Jäger will nicht Birnen schmeißen, Birn'n die woll'n nicht fallen, der Jäger will nicht sammeln und er kommt auch nicht nach Haus, und er kommt auch nicht nach Haus.

2. Da schickt der Herr den Pudel aus, er soll den Jäger beißen.
3. Da schickt der Herr den Knüppel aus, er soll den Pudel schlagen.
4. Da schickt der Herr das Feuer aus, es soll das Knüpplein brennen.
5. Da schickt der Herr das Wasser aus, es soll das Feuer löschen.
6. Da schickt der Herr den Ochsen aus, er soll das Wasser saufen.
7. Da schickt der Herr den Metzger aus, er soll den Ochsen schlachten.
8. Da schickt der Herr den Teufel aus, er soll sie alle holen.

Teufel will wohl alle holen, Metzger will wohl Ochsen schlachten, Ochse will wohl Wasser saufen, Wasser will wohl Feuer löschen, Feuer will wohl Knüpplein brennen, Knüpplein will wohl Pudel schlagen, Pudel will wohl Jäger beißen, Jäger will wohl Birnen schmeißen, die Birn'n die woll'n wohl fallen, der Jäger will wohl sammeln und sie kamen alle nach Haus, und sie kamen alle nach Haus!


Dumme Liese (wahlweise Dummer Heinrich)

1. Dumme Liese, hole Wasser, hole Wasser, du dumme Liese, dumme Liese, hole Wasser, hole Wasser, du dumme Liese!
2. Womit denn, lieber Heinrich, lieber Heinrich, lieber Heinrich, womit denn, lieber Heinrich, lieber Heinrich, womit?
3. Mit dem Topf, du dumme Liese ...
4. Wenn der Topf aber ein Loch hat, lieber ...
5. Stopf es zu, du dumme Liese ...
6. Womit denn, lieber Heinrich ...
7. Mit Stroh, du dumme Liese ...
8. Wenn das Stroh aber zu lang ist, lieber ...
9. Schneid es ab, du dumme Liese ...
10. Womit denn, lieber Heinrich ...
11. Mit dem Beil, du dumme Liese ...
12. Wenn das Beil aber zu stumpf ist, lieber ...
13. Mach es scharf, du dumme Liese ...
14. Womit denn, lieber Heinrich ...
15. Mit dem Schleifstein, du dumme Liese ...
16. Wenn der Schleifstein aber trocken ist, lieber ...
17. Mach ihn nass, du dumme Liese ...
18. Womit denn, lieber Heinrich ...


Guter Freund
Guter Freund, ich frage dir, bester Freund, was fragst du mir? Sag mir was ist eins?
1 x 1 ist Gott allein, und der da lebt & der da schwebt, im Himmel und auf Erden.
2 Tafeln Moses, 1x1 ist...
3 Patriarchen, 2 Tafeln...
4 Evangelisten, 3 Patriarchen...
5 Gebote der Kirche, 4 Evangelisten...
6 Krüge mit rotem Wein, die schenkt der Herr zu Kanaan ein, zu Kanaan in Galiläa, Städtchen in Judäa...
7 Sakramente, 6 Krüge...
8 Seligkeiten, 7 Sakramente...
9 Chöre der Engel, 8 Seligkeiten...
10 Gebote Gottes, 9 Chöre...
11.000 Jungfrauen, 10 Gebote Gottes...
12 Apostel Jesu, 11.000...


O Buer, wat kost dien Hei?
Gueden Dag Buer inne Stadt!
1. O Bur, wat kost´t dien Hei, O Bur, wat kost´t dien Hei, O Bur, wat kost´t dien Kiermes-Hei, jucheissa-vivat Kiermes-Hei, O Bur, wat kost´t dien Hei?
2. Mien Hei, dat kost´t ´ne Kron´,...
3. O Bur, dat is viell to dür,...
4. Nu söck sick de Bur ´ne Frau,...
5. Dütt is miene laiwe Frau,...
6. O Bur, wat ´ne schöne Frau,...
7. Nu söck sick de Bur en Kind,...
8. Dütt is mien laiwet Kind,...
9. Oh Bur, wat en schönes Kind,...
10. Nu söck sick de ´ne Magd,...
11. Düt is miene laiwe Magd,...
12. Oh Bur, wat ne schöne Magd,...
13. Nu söck sick de Bur ´nen Knecht,...
14. Dütt is mien laiwe Knecht,...
15. Oh Bur, wat en schönen Knecht,...
16. Nu söck sick de Bur ´nen Rüen,...
17. Dütt is mien laiwen Rüen,...
18. Oh Bur, wat en schönen Rüen,...
19. Nu söck sick de Bur ´nen Knuocken,...
20. Dütt is mien laiwen Knuoken,...
21. O Bur, wat en schönen Knuoken,...
22. Nu söck sich de Bur ´nen Pottlecker,...
23. Dütt is mien laiwen Pottlecker,...
24. O Bur, wat en schönen Pottlecker,...
25. Nu krich´de Bur ´nen Schupp,..

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Quellen und weiterführende Hinweise

Hans-Günther Fascies / Stadt-Heimatarchiv Sendenhorst: historische Arbeitsunterlagen, Bildarchiv und Dokumentationen zur Vereins- und Stadtgeschichte.

Dieter Obermeyer: „Senhorst – Ostport. Kindheit in den zwanziger und dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts“, insbesondere das Kapitel „Lambertus sall liäben“.

Heinrich Petzmeyer: Sendenhorst – Geschichte einer Kleinstadt im Münsterland, als allgemeine Kontroll- und Kontextquelle. In den bislang ausgewerteten digital durchsuchbaren Ausschnitten konnte keine eigenständige belastbare Lambertuspassage lokalisiert werden.

Heimatverein Sendenhorst: Lambertus, Presse-Archive, Zeitungsgeschichte und Bilderdatenbank.

Regionaler Vergleich: Literaturauszug „Lambertus (17. September)“ mit historischem Bildmaterial aus Münster und Wettringen; vom Nutzer bereitgestelltes PDF.

Landschaftsverband Westfalen-Lippe: Volkskundliche Informationen zu Lambertus ↗.

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