Heimatverein Sendenhorst e.V. *1925
Heimatverein Sendenhorst e.V.*1925
 

Die Kornbrenner von Sendenhorst

 

Der Brennerfilm von 2007 (2 Teile) - von Ulrich Ermer
| Teil1 | Teil 2 | s. unten
Schlote, Schnaps und Schlempe - Der Begeitband hier komplett
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Der Brennerfilm von 2007 (2 Teile) - von Ulrich Ermer | Link zum Brennereipfad (POI) = Interessante Punkte

Grußwort
Die Ausstellung „Schlote, Schnaps & Schlempe. Die Kornbrenner von Sendenhorst - Vorgeschichte & Entwicklung
Vom  „geprant Wein“ zum Kornbranntwein Sendenhorster Brennereien im Wandel der Zeit
Die Ursprünge des „Kornbrennens"

Vom  „Brennofen“ zur „Kolonne“ - technischer & wirtschaftlicher Fortschritt im 19. Jhdt

Das  20. Jhdt.  – Aufschwung  - Einbrüche

Die Entwicklung bis zum Ende des WK2

Schritt für Schritt vom  Korn zum „Korn“
Schnaps ist Schnaps
Schmiede & Brennereien im Stadtkern Wiederbeginn nach 1945
Sendenhorster Stadtsanierung
Brennereibetriebe im Bild vor und nach der Sanierung

Vermarktung des S'horster Korns
Vertrieb des Kornbranntweins
Gastwirtschaft & Brennerei Jönsthövel
Opas Flachmann & Brennerei - Gaststätte Silling
Werbung & Imagepflege
Sendenhorster Brenner im städtischen Leben
Sendenhorster Banken & die Kornbrenner

Als Köchin bei Brennerfamilie Everke
Zur Geschichte der Volksbank
Brennerhaushalte und Gaststätten – Erinnerungen Sendenhorster Bürger
Die Gastwirtschaft und frühere Brennerei Suermann
Anmerkung zur Gaststätte Suermann
Die Gaststätte Kaupmann
Brennereien und Gaststätten im Osten der Sendenhorster Altstadt und der Hof Horstmann

 

Sendenhorster Brenner aus dem Blickwinkel eines Kindes (Bernd Höne)

Brennerhaushalte und Gaststätten – Erinnerungen Sendenhorster Bürger
Die Gastwirtschaft und frühere Brennerei Suermann
Anmerkung zur Gaststätte Suermann
Die Gaststätte Kaupmann (Bernhard Münstermann)

Brennereien und Gaststätten im Osten
der Sendenhorster Altstadt und der Hof Horstmann
Sendenhorster Brenner aus dem Blickwinkel eines Kindes (Bernd Höne)
Das öffentliche Engagement der  Kornbrenner

 

Anhang

Abbildungsverzeichnis
Archive und Literatur

"Schlote, Schnaps & Schlempe" Der Brennerei-Pfad

2011 | Heimatkalender | W. Dufhues, HJ Brüning
Vier Türme prägen das Stadtbild: St. Martin, St. Josef, Fernmeldeturm & St. Aqua

Sendenhorst Ein Blick in die Sendenhorster Stadtgeschichte verrät, dass im Selbstverständnis der Bürgerinnen und Bürger Sendenhorst lange als Stadt der Brennereien galt, als die Heimat des Sendenhorster oder auch des Münsterländer Korns. Die Brennereien, deren Anfänge in der Zeit nach dem Siebenjährigen Krieg - etwa ab 1763 - gesehen werden, hatten seinerzeit für die Stadt eine große wirtschaftliche Bedeutung. Einer Aufzeichnung aus dem Jahre 1888 über die Branntweinbesteuerung in Stadt und Kirchspiel ist zu entnehmen, dass damals 17 Brennereien in den städtischen Steuerlisten erfasst waren. -
Eine Vielzahl hoher, rauchender Kamine prägten das Bild der Stadt bis zur Stadtkernsanierung in der zweiten Hälfte des20. Jahrhunderts. Dieser tiefgreifenden Veränderung des Stadtbildes mussten die noch vorhandenen Brennerei- und Wirtschaftsgebäude und oft auch Wohnhäuserweichen, um modernen Architekturen Platz zu machen. Nach der Erneuerung des Stadtkerns wurde schnell vergessen, wie die Brennereien und Brennerfamilien das Leben in und dasBild der Stadt über 140 Jahre geprägt hatten. Insbesondere der jüngeren Generation, den Neubürgerinnen und Neubürgern

Bild: Brennerei Graute-Hesse, heute Besitz Kleinhans, von Norden Bild: Brennerei Graute-Hesse, heute Besitz Kleinhans, von Süden

sowie den Besuchern fällt es heute schwer, sich das Leben in dem ehemaligen Brennerstädtchen vor der Stadtsanierung vorzustellen. Dies war für den im Jahre 2004 auf Initiative von Frau Dr. Ulrike Frede neu gegründeten Arbeitskreis Stadtgeschichte des Heimatverein Sendenhorst e.V. Anlass, die Geschichte der Sendenhorster Kornbrennereien aufzuarbeiten. Das Ziel war eine gleichnamige Ausstellung im Jahre 2007, welche große Beachtung fand. Zum Abschluss des stadtgeschichtlichen Projektes sind 2009 durch den Heimatverein alle ehemaligen 12 Brennereistandorte im Innenstadtbereich mit Informationstafeln versehen worden. Ein Flyer führt den Besucher zu den einzelnen Objekten.
Die Brennerei Graute-Hesse wurde im 1.Quartal des 19. Jahrhunderts von Christian Silling gegründet. Spätere Besitzerwaren die Familien Westhoff und Meyer. Brennereibetriebe besaßen für damalige Verhältnisse auch häufig eine größere Viehhaltung, um die anfallende Schlempe aus der Branntweinherstellung zu verwerten. Brennereibetrieb und Viehhaltung erzeugten in der ganzen Stadt einen intensiven Geruch nach Maische und Exkrementen. Im Rahmen der Stadtsanierung erwarb die Familie des bekannten Bildhauers Bernhard Kleinhans den Graute-Besitz und sanierte das Haupthaus denkmalgerecht. Wenige Schritte weiter treffen wir auf das schmucke Fachwerkhaus der ehemaligen Brennerei Brüning, welche etwa 1767 gegründet wurde. Dieses Gebäude ist besonders erwähnenswert, weil hier 1866 die "Sparkasse der Stadt Sendenhorst und des Amtes Vorhelm" gegründet wurde und der Brennereibesitzer Heinrich Brüning erster Sparkassen-Rendant war. Umfangreiche Wirtschafts- und ein massives, imposantes Brennereigebäude wurden bei der Stadtsanierung unwiederbringlich vernichtet. Gegenüber befand sich auf dem engen Raum zwischen West- und Schulstraße die Brennerei Arens-Sommersell. 1878 wurde diese Brennerei von dem Ehepaar Josef und

Bild: Die ehemalige Brennerei Brüning, 1866 die erste Sparkasse Berta Arens-Sommersell geb. Tawiede gegründet. Ab 1918 übernahm sie der einzige Sohn Bernhard Arens-Sommersell. Dieser verstarb jedoch unerwartet im Jahre 1949 und sein erst 20jähriger Sohn Josef (gen. Seppel) musste früh die Verantwortung für das Unternehmen tragen. Josef Sommersell heiratete Magdalene Roeren-Schotte. Sie besaß den Hof Gut Geilern und die dazugehörende Brennerei. Im Jahre 1970 wurden beide Brennereien auf dem Gut Geilern in der Bauerschaft Sudfeld vereint. In Außenbereichen der Stadt werden heute außerdem noch die Brennereien Horstmann und Werring betrieben. Auf dem Grundstück der heutigen Volksbank Sendenhorst befand sich früher die Wirtschaft des Gastwirtes B.P. Topp, welcher dort Mitte des 19. Jahrhunderts eine Kornbrennerei gründete. 1886 kam die Brennerei mit Gaststätte in den Besitz der Familie Ridder, welche das Hotel Ridder eröffnete und führte. 20 Jahre später wechselten1906 die Besitzverhältnisse erneut, diesmal zur Familie Herweg. Wann der Brennereibetrieb eingestellt wurde ist nichtmehr bekannt. Das Hotel Ridder mit Saal betrieb und Kino betrieb die Familie Herweg bis 1966. Die Volksbank Sendenhorst baute auf diesem Grundstück ein neues Gebäude. Bild: Brennerei Arens-Sommersell Bild: Wirtschaft des Gastwirtes B.P Topp, seit 1866 Hotel Ridder, seit 1968 Gebäude der Volksbank

Wo sich heute auf der Kirchstraße ein großes Schuhhaus befindet, betrieb im Haus Nr. 106 seit Beginn der 1860er Jahre Edmund Panning das Kornbrenner-Gewerbe. Eine Schankwirtschaft existierte hier bereits um 1856. Die Rückseite seiner Hausstätte grenzte an die Synagoge der jüdischen Gemeinde. Sein Nachbar zur Linken, Apotheker Th. Pottmeyer, waren die üblen Gerüche und der Lärm des Brennvorgangs sowie der Qualm des zu niedrigen Schornsteins Grund zur Klage gegen den Brenner Panning. Erst nach etlichen Jahren konnte der Streit 1928 durch Intervention des Landrates Fenner zu Fenneberg beigelegt werden. 1944 erbte das Anwesen ein Dr. Hallermann. Danach wurden Brennerei und Gaststätte noch viele Jahre bis zur Stadtkernsanierung von den Familien Zurmühlen, Bröggelhoff und Kersting betrieben. Geht der Betrachter an der eben erwähnten Apotheke vorbei steht er vor dem Wohn- und Geschäftshaus der Familie Melzer, an dessen Stelle Mitte des 19.
Bild: Edmund Pannings Kornbrennerei mit Schankwirtschaft seit 1856
Bild: Das 1968 errichtete Gebäude der Volksbank, vormals Hotel Ridder

Jahrhunderts der Gastwirt Anton Neuhaus eine Kornbrennerei betrieb. Über Leistung und Produkte dieser Brennerei ist nichts mehr bekannt. Später befand sich hier die Gaststätte Suermann, welche lange von den Geschwistern Gertrud und Josefine Suermann geführt wurde. Nachdem Tod von Gertrud Suermann im Jahre1959 übernahm das Ehepaar Hubert und Liselotte Wessel dieTraditionsgaststätte mit Saal. Sie war auch das Vereinslokal des Kirchenchores Cäcilia und des Gesellenchores. Er war auch Ausspannhof für die Bauernfamilien, welche an Sonn- und Feiertagen mit der Kutsche zur Kirche fuhren. Siekonnten bei Suermann und auch anderen Gasthäusern ausspannen und ihre Pferde im Hof in Boxen unterstellen.
Bild: Kornbrennerei des Gastwirtes Anton Neuhaus, später Suermann und Wessel, Vereinslokal des Kirchenchores, Cäcilia und des Gesellenchores.

Wir benutzen um zu unserem nächsten Brennereiobjekt zu gelangen das "Fuselpättken". Hier treffen wir auf die Rückseite des heutigen Gasthofes "Zur Börse". Das historische Gebäude und andere nicht mehr existierende Gebäudeteile gehörten zur Kornbrennerei Laink-Vissing welche bis in die 1960er Jahre den Sendenhorster Korn herstellte und vermarktete. Im großen Gastzimmerbefand sich die Brennerei, Kesselhausund hoher Schornstein standen im heutigen Biergarten. Gastwirt Wilhelm Böcker gründete um1791 diese Brennerei an der Oststraße. Er hat das Hefeverfahren in seinen Lehr- und Wanderjahren in Holland erlernt und mit nach Sendenhorst gebracht. Sein Sohn, Johann Bernhard übernahm die Brennerei und dessen Tochter Clara heiratete 1873 Johannes Laink-Vissing aus Wüllen. Das Ehepaar bekam den Sohn Heinrich, welcher1910 Elise Ostermann aus Walstedde zur Frau nahm. Elise Laink-Vissing übergab Anfang der 1950er Jahre die Brennerei an ihren Neffen Willy Hankmann. Die Wappen der Familien Laink-Vissing und Ostermann sind noch heute als Glasbilder in der Gaststätte zu sehen.
Das "Fuselpättken" und den Südgraben in Richtung Norden gehend erreichen wir die Kornbrennerei, welche im Volksmund nur "Osten-Silling" genannt wurde, weil an der westlichen Peripherie ebenfalls eine Brennerei Silling existierte, die jeder "Westen-Silling" nannte. Das Haus Oststraße 17 war bereits vor der Blütezeit des Branntweinbrennens Heimstätte dieses Handwerks.
Bild: Heinrich Laink-Vissing
Bild: Kornbrennerei "Osten-Silling", 1857 wurde hier der erste Dampfkessel installiert
Bild: Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Sendenhorst waren die späteren Belreiber der Brennerei JH. Everke
Das Brandkataster von 1768 kennt bereits 5 "Fuselbrenner" und einer war der Bürgermeister Suermann von der Oststraße 17 (späterSilling) mit einem angezimmerten Brennhaus von 3 Gefach. Die Familie betrieb das Branntweinbrennen nebenberuflich, vorrangig in den Wintermonaten. 1857 wurde beim Brenner Ferdinand Silling der erste Dampfkessel installiert. Auch in dieser Gaststätte konnten die Bürger der Stadt sich Münsterländer Korn holen, der aus einem Fass im Keller zur Theke gepumpt und im mitgebrachten Flachmann abgefüllt wurde. Silling hatte natürlich die zur Brennerei gehörende Viehhaltung und betrieb auch einen Ausspannhof.
Wir gehen in Richtung Pfarrkirche und ein weiß verputzter Schmuckgiebel fällt an der Ecke Kirch- und Neustraße auf. Bis zur Stadtkernsanierung wurde hier die landwirtschaftliche Brennerei J.H. Everke betrieben, die etwa um 1796 als Dampfkornbrennerei von dem Kaufmann Heinrich Everke gegründet wurde. In den 1930er Jahren exportierte die Brennerei Everke mit großem Erfolg eigenen Korn, Liköre und sogar ein Whiskey-Imitat nach Übersee. Die späteren Brennereibetreiber, Wilhelm und Heinz Everke waren von 1907 bis1967 zusammen 60 Jahre Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Sendenhorst. Die damaligen Wirtschaftsgebäude in der Neustraße sind 1983/ 84 einem modernen Wohn- und Geschäftshaus gewichen. Nach fast 180 Jahren Brennereitradition war Ekhart Everke, der letzte Brennnereibesitzer.
Der Kirchstraße nach Westen folgend, erreichen wir an der Kreuzung Schulstraße/Nordstraße die ehemalige Gaststätte und Kornbrennerei Jönsthövel. Diese wurde1830 durch Heinrich Beumer gegründet.
Bild: Kornbrennerei Jönsthövel, 1830 gegründet durch Heinrich Bäumer
Das für den Brennvorgang benötigte Getreide wurde von der Nordstraße aus mit einem Balkenaufzug auf den Dachboden des Wohnhauses befördert und dort gelagert. Im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts erwarb die Familie Jönsthövel das Anwesen. Sie richtete eine Schankwirtschaft ein, in der nicht nur der hausgebrannte Korn, sondern auch wichtige Kolonialwaren, wie Zucker, Salz, Waschmittel oder Petroleumverkauft wurden. 1945 diente das Wohnhaus der Familie der belgischen Besatzung für ein Jahr als Offizierskasino. Nach dem Tod von Theodor Jönsthövel im Jahr 1961 wurde seine Nichte, Hermine Schulte, Eigentümerin. Der Abriss der Brennerei und insbesondere des Wohnhauses wurde von vielen Bürgern bedauert. Heute würde der Denkmalschutz eine solche Entscheidung unmöglich machen.
Am Rande der früheren, nordwestlichen Stadtbefestigung, die 1773 eingeebnet wurde, befand sich früher die kleine Brennerei von Heinrich Silling (ohne Bild). Bis in die1950er Jahre arbeitete man bei "Westen-Silling" nur mit einem Niederdruckkessel. Die Brennerei stellte schon sehr früh Liköre her, die sie auch selbst vermarktete. Frau Silling betrieb im Vorderhaus noch lange ein Textilwaren-Geschäft. Nachkommen aus dieser Familie sind nicht mehr in Sendenhorst wohnhaft. Ein wertvoller, alter Grabstein erinnert auf dem Friedhof an Heinrich Silling.
Bild: Kornbrennerei Jönsthövel nach Aufhebung der Gastwirtschaft, nach 1961 abgerissen
Bild: Kornbrennerei Theodor Bonse, 1880 gegründet, Giebelansicht, unten: heutiger Zustand
Auf der gegenüberliegenden Straßenseite führt unser Rundgang durch die Südenpromenade zu unserem letzten Brennereiobjekt. Es handelt sich um die 1880 von Theodor Bonse gegründete Kornbrennerei. Sein Sohn Eberhard Bonse errichtete dazu auch einen Schornstein jenseits der früheren Grabenanlage. Den nötigen Abzug erbrachte ein Schacht, der unter der jetzigen Promenade vom Kesselhaus zum Schornsteinführte und einmal im Jahr zur Reinigung durchkrochen werden musste. Es handelt sich hier um den letzten Brennereikamin in der Innenstadt. Er wurde als Zeugnis der Brennereitradition im Jahre 1985 unter Denkmalschutz gestellt.
1972 vereinigten sich die Brennereien Bonse und H. Brüning zu einer Gemeinschaftsbrennerei. Rudolf Bonse, der letzte Besitzer der Brennerei, starb 1980.Heute befindet sich die Brennerei auf dem Hof Schulze-Roetering in Ahlen-Borbein.
Hier endet der Rundgang über den Sendenhorster Brennereipfad. Noch ausführlichere Informationen und Geschichten zur Brennereitradition bietet das Buch "Schlote, Schnaps & Schlempe" Die Kornbrenner von Sendenhorst welches über den Heimatverein Sendenhorst e. V. für 7, 00 Euro bestellt werden kann. Grabstein Heinrich Sillings

Schlote, Schnaps & Schlempe - Die Kornbrenner von Sendenhorst -Broschüre des Heimatsvereins-

Grußwort
Im Jahr 2004 schlug die Volkskundlerin Ulrike Frede dem Vorstand des Heimatvereins Sendenhorst vor, neben den bestehenden Arbeitskreisen Volkstanz, Plattdeutscher Krink, Wandern und Radfahren einen weiteren Arbeitskreis ins Leben zu rufen, der sich mit der Aufarbeitung der Stadtgeschichte und hier zunächst einmal mit der Geschichte der Sendenhorster Kornbrennereien beschäftigen sollte. Da die Kornbrenner die Entwicklung der Stadt Sendenhorst und das städtische Leben entscheidend mit geprägt haben, folgten wir gerne dieser Anregung.
Ich freue mich als Vorsitzender des Heimatvereins, dass nach drei Jahren unermüdlichen Einsatzes der sehr engagierten Mitglieder des Arbeitskreises und mit Unterstützung der Brennerfamilien und der Sponsoren die Ausstellung eröffnet und dieser Begleitband mit dem Titel „Schlote, Schnaps & Schlempe“ - Die Kornbrenner von Sendenhorst
herausgegeben werden konnte. Diese Broschüre und die Ausstellung stellen ohne Zweifel eine Bereicherung der über 80jährigen Vereinsgeschichte dar. Mein Dank und meine Anerkennung gelten den ehrenamtlich tätigen Mitarbeitern des Arbeitskreises Stadtgeschichte, insbesondere aber auch den vielen engagierten Helfern und den großzügigen Sponsoren.

Hans Homeyer
Vorsitzender des Heimatvereins Sendenhorst e.V. März 2007

 

-Grußwort

In der Zeit vom 12.April bis zum 1.Mai 2007 findet in unserer Stadt die Ausstellung „Schlote, Schnaps und Schlempe. Die Kornbrenner von Sendenhorst“ statt.

Ein Blick in die Sendenhorster Stadtgeschichte verrät, dass im Selbstverständnis der Bürgerinnen und Bürger Sendenhorst lange als die Stadt der Brennereien galt, als die Heimat des Sendenhorster oder auch Münsterländer Korns. Hoch aufragende, rauchen- de Kamine prägten das Bild unserer Stadt bis zur Stadtsanierung in den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts, bei der die noch vorhandenen Brennerei- und Wirtschaftsgebäude und oft auch Wohnhäuser abgerissen wurden, um modernen Architekturen Platz zu machen. Das Aussehen der über Jahrhunderte gewachsenen Sendenhorster Altstadt veränderte sich dadurch grundlegend. Insbesondere der jünge- ren Generation und den Neubürgerinnen und Neubürgern fällt es heute schwer, sich das Leben in dem Brennereistädtchen Sendenhorst vor der Stadtsanierung vorzustellen.

Die dreiwöchige Ausstellung „Schlote, Schnaps und Schlempe. Die Kornbrenner von Sendenhorst“ beschäftigt sich intensiv mit der Geschichte der Sendenhorster Brennereien. Neben der technischen Entwicklung der Brennereien wird vor allem auch ihre Bedeutung für die bauliche, wirtschaftliche und sozialpolitische Entwicklung der Stadt in den Mittelpunkt gestellt.

Ich danke dem ehrenamtlich tätigen Arbeitskreis Stadtgeschichte des Heimatvereins Sendenhorst e.V. sehr herzlich für die mühevolle Recherchearbeit, für das Zusammentragen der vielen Ergebnisse und insbesondere für die Vorbereitung und Durchführung dieser Ausstellung sowie für die Erstellung der begleitenden Broschüre. Ich freue mich sehr, dass es dem Arbeitskreis gelungen ist, dieses schwierige Thema so aufzuarbeiten, dass auch die jüngeren Menschen in unserer Stadt einen guten Eindruck über das frühere Leben vor der Stadtsanierung in Sendenhorst erhalten können.

Herzlichen Dank sage ich den Sponsoren, die dazu beigetragen haben, dass dieses bedeutungsvolle Thema der Sendenhorster Stadtgeschichte aufbereitet werden konnte und nun für alle Bevölkerungsgruppen zugänglich ist.

Berthold Streffing
Bürgermeister der Stadt Sendenhorst

Kontakt

Heimatverein Sendenhorst e.V.
Weststraße 3

48324 Sendenhorst

Rufen Sie einfach an unter

+49 170.7372307
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