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Das isser - Sendenhorster Granulata

Die Fische im Steinkühlerfeld

Sendenhorst, das Münsterländer Kreidemeer und die Welt vor dem Ende der Dinosaurier

Hinweis zur Karte: Die Karte zeigt Europa im Campanium vor ungefähr 75 Millionen Jahren. Das heutige Mitteleuropa bestand aus Inseln, Flachmeeren und Meeresstraßen. Sendenhorst ist auf der Darstellung nicht eigens markiert.

Inhaltsverzeichnis

  1. Eine Zeitreise von 75 Millionen Jahren
  2. Die Erde sah völlig anders aus
  3. Wo lag das heutige Sendenhorst?
  4. Wie weit war das Land entfernt?
  5. Ein warmes Treibhausklima
  6. Das Meer über Sendenhorst
  7. Die Fische von Sendenhorst
  8. Das Rätsel der außergewöhnlichen Erhaltung
  9. Das Steinkühlerfeld als historische Fundstätte
  10. Der nach Sendenhorst benannte Krebs
  11. Was lebte auf dem Land?
  12. Gab es Dinosaurier im Münsterland?
  13. Welche Dinosaurier hätten dem Münsterland am nächsten gelebt?
  14. Die Welt war noch nicht am Ende der Dinosaurierzeit angelangt
  15. Das K–Pg-Ereignis
  16. Die Sendenhorster Fische und das Massenaussterben
  17. Von der Meeresablagerung zum festen Gestein
  18. Wissenschaftliche Bedeutung
  19. Bedeutung für die Geschichte Sendenhorsts
  20. Schlussbetrachtung

Wer heute vom Sendenhorster Stadtgebiet über den Südendamm in Richtung Ahlen fährt, bewegt sich durch eine weitgehend ebene, landwirtschaftlich geprägte Landschaft. Nichts deutet auf den ersten Blick darauf hin, dass dieses Gebiet einst nicht nur unter dem Meeresspiegel lag, sondern Teil eines ausgedehnten Meeresraumes war. Dort, wo heute Äcker, Straßen und Hofstellen liegen, schwammen vor ungefähr 75 Millionen Jahren Fische, Haie und andere Meerestiere.

Das Steinkühlerfeld in der Bauerschaft Bracht gehört deshalb zu den bemerkenswertesten naturgeschichtlichen Orten Sendenhorsts. Die im 19. Jahrhundert dort gefundenen Fischskelette waren so vollständig erhalten, dass sie die Aufmerksamkeit bedeutender Paläontologen erregten. Zusammen mit Funden aus weiteren Brüchen bei Sendenhorst und aus den Baumbergen begründeten sie den internationalen Ruf der westfälischen Kreidefische.

Ihre Geschichte reicht weit über die eigentliche Fundstelle hinaus. Um sie richtig zu verstehen, muss man sich Sendenhorst in einer Welt vorstellen, in der es weder Deutschland noch das Münsterland, weder die Nordsee noch die heutigen Kontinente in ihrer vertrauten Gestalt gab. Europa war ein Inselreich, das Klima wesentlich wärmer, der Meeresspiegel hoch und die Zeit der Dinosaurier noch nicht beendet.

Eine Zeitreise von 75 Millionen Jahren

Die Fossilien von Sendenhorst stammen aus dem oberen Campanium, einem Abschnitt der späten Kreidezeit. Das Campanium begann vor rund 83,6 Millionen Jahren und endete vor etwa 72,1 Millionen Jahren. Danach folgte das Maastrichtium, der letzte Abschnitt der Kreidezeit. Die berühmten Sendenhorster Fischfossilien werden gewöhnlich auf ungefähr 75 Millionen Jahre datiert.

Eine vereinfachte Zeittafel verdeutlicht ihre Stellung in der Erdgeschichte:

Zeittafel zur Einordnung der Sendenhorster Fossilien
Zeitpunkt Entwicklung
vor 83,6 Millionen Jahren Beginn des Campaniums
vor ungefähr 75 Millionen Jahren Ablagerung der fossilreichen Sendenhorster Plattenkalke
vor 72,1 Millionen Jahren Beginn des Maastrichtiums
vor 66 Millionen Jahren Kreide-Paläogen-Grenze und großes Massenaussterben

Die Sendenhorster Fische lebten damit etwa neun Millionen Jahre vor dem Ende der Kreidezeit. Sie waren keine unmittelbaren Opfer des Asteroideneinschlags, der später das Ende der Nichtvogeldinosaurier herbeiführte. Zwischen der Ablagerung der Sendenhorster Fischschichten und diesem Ereignis lag eine gewaltige Zeitspanne, in der sich Klima, Meeresspiegel, Küstenlinien und Tierwelt weiter veränderten.

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Die Erde sah völlig anders aus

Die heutigen Kontinente waren vor 75 Millionen Jahren bereits erkennbar, lagen aber noch nicht an ihren heutigen Positionen. Der einstige Großkontinent Pangäa war seit Langem auseinandergebrochen. Zwischen Nordamerika und Europa öffnete sich der Nordatlantik, der damals noch wesentlich schmaler war als heute. Südamerika hatte sich von Afrika getrennt, während sich Indien als eigener Kontinent schnell nach Norden in Richtung Asien bewegte.

Zwischen Afrika und den südlichen Teilen Europas erstreckte sich die Tethys, ein warmer, weit verzweigter Ozean. Nördlich davon lagen die europäischen Inseln und Meeresstraßen. Im Norden schlossen sich ausgedehnte boreale Meeresräume an, die zeitweise Verbindungen zum Nordatlantik, zur heutigen Nordsee-Region und weiter nach Osten besaßen.

Europa war somit kein geschlossener Kontinent. Große Teile des heutigen Frankreichs, der Niederlande, Belgiens, Deutschlands, Polens und Südenglands lagen unter Wasser. Dazwischen erhoben sich größere und kleinere Inseln. Die Forschung spricht deshalb vom europäischen Kreidearchipel. Seine Gestalt änderte sich immer wieder, weil Meeresspiegelbewegungen und tektonische Hebungen oder Senkungen Küstenlinien verlagerten.

Zu den größeren Landgebieten gehörten unter anderem Teile der heutigen Iberischen Halbinsel, der Armorikanischen Masse im heutigen Westfrankreich, der Böhmischen Masse, des Fennoskandischen Schildes und verschiedener mitteleuropäischer Hochgebiete. Diese Landmassen bildeten keine zusammenhängende europäische Festlandfläche, sondern waren durch flache Meere und Meerengen voneinander getrennt.

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Wo lag das heutige Sendenhorst?

Sendenhorst selbst existierte selbstverständlich noch nicht. Auch die Landschaft, auf der die Stadt später entstand, gab es in ihrer heutigen Form nicht. Der Ort des heutigen Sendenhorsts lag im Münsterländer Kreidebecken, einem abgesenkten Teil der Erdkruste, in dem sich über Millionen Jahre mächtige Meeresablagerungen ansammelten.

Südlich des heutigen Münsterlandes lag das aus sehr viel älteren Gesteinen bestehende Rheinische Schiefergebirge. Dieses Gebiet wird in der geologischen Rückschau als Teil der Rheinischen Masse bezeichnet. Es hatte über lange Zeit Festland gebildet. Seit der mittleren Kreidezeit drang das Meer jedoch von Norden her immer weiter auf den nördlichen Teil dieser Landmasse vor. Das heutige Münsterland entwickelte sich dadurch zu einem epikontinentalen Meer.

Ein epikontinentales Meer ist kein tiefer Ozean zwischen zwei Kontinenten, sondern ein verhältnismäßig flaches Meer, das Teile eines Kontinents überdeckt. Solche Meere können dennoch große Flächen einnehmen und mehrere hundert Kilometer breit sein.

Die regionale Erdkruste senkte sich weiter ab, während sich gleichzeitig Kalkschlämme, Ton, feiner Sand und die Reste unzähliger Meeresorganismen auf dem Grund ablagerten. Im Münsterländer Kreidebecken entstanden auf diese Weise örtlich sehr mächtige Schichten aus Kalkstein, Kalkmergel und Mergel.

Das Gebiet des heutigen Sendenhorsts lag nicht unmittelbar an einem Strand. Die wissenschaftliche Bearbeitung der Fischfauna deutet vielmehr auf eine mesoneritische Ablagerungsumgebung hin. Damit ist ein Bereich des mittleren Meeresschelfs gemeint: weiter von der Küste entfernt und tiefer als eine unmittelbare Flachwasser- oder Strandzone, aber noch nicht Teil der eigentlichen Tiefsee. Die Sendenhorster Fischgemeinschaft wird sogar als vergleichsweise tiefe Meeresfauna beschrieben.

Für das gesamte Münsterländer Kreidebecken trifft der Begriff Flachmeer zu. Die konkrete Ablagerungsumgebung der Sendenhorster Fische dürfte jedoch weiter von der damaligen Küste entfernt und tiefer gewesen sein, als der Ausdruck „seicht“ vermuten lässt.

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Wie weit war das Land entfernt?

Die genaue Lage der Küsten änderte sich im Campanium mehrfach. Auch lassen sich die damaligen Küstenlinien nicht auf den Kilometer genau rekonstruieren. Sicher ist aber, dass südlich und südwestlich des Münsterländer Beckens ältere Festlandsbereiche lagen. Die südlichen Randzonen des Beckens zeigen Ablagerungen ehemaliger küstennaher Umgebungen. Das zentrale Münsterland war dagegen stärker vom Meer überdeckt.

Vom Meeresgrund bei Sendenhorst aus wäre das nächste größere Land daher vermutlich nicht als nahe Strandlinie sichtbar gewesen. Das Gebiet lag wahrscheinlich in einem offenen Schelfmeer. Flüsse und Meeresströmungen konnten dennoch feines Pflanzenmaterial, Pollen, Sporen und andere vom Land stammende Bestandteile weit ins Becken transportieren.

Der historische Heimatvereinstext spricht neben Fischen und Krebsen auch von fossilen Pflanzen. Solche Pflanzenreste müssen nicht bedeuten, dass unmittelbar neben der Fundstelle ein Wald stand. Blätter, Holzstücke, Sporen und Pollen können durch Flüsse ins Meer gespült, durch Stürme verfrachtet oder von Strömungen weit transportiert werden.

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Ein warmes Treibhausklima

Die Kreidezeit war insgesamt eine ausgeprägte Treibhausphase der Erdgeschichte. Es existierten wahrscheinlich keine ausgedehnten dauerhaften polaren Eisschilde, wie wir sie heute aus Grönland und der Antarktis kennen. Dadurch war wesentlich weniger Wasser in Form von Eis gebunden und der globale Meeresspiegel lag deutlich höher.

Das Campanium war allerdings nicht durchgehend gleich warm. Gegenüber den extrem warmen Abschnitten der mittleren Kreidezeit hatte bereits eine längerfristige Abkühlung eingesetzt. Trotzdem war das Klima in Mitteleuropa wärmer und ausgeglichener als heute.

Untersuchungen an Muschelschalen aus nördlichen Campanium-Meeren ergaben für höhere mittlere Breiten durchschnittliche Jahrestemperaturen von ungefähr 17 bis 19 Grad Celsius. Die rekonstruierten Winter waren deutlich milder als heutige mitteleuropäische Winter. Diese Werte können nicht unmittelbar als exakte Temperaturmessung für Sendenhorst übernommen werden, vermitteln aber einen Eindruck vom milden Klima der borealen Schelfmeere.

Starke jahreszeitliche Unterschiede gab es trotzdem. Auch Niederschläge, Stürme, Meeresströmungen und der Eintrag von Sedimenten schwankten. Das Münsterländer Meer war deshalb kein überall gleichförmiges tropisches Badegewässer, sondern ein dynamischer Meeresraum mit wechselnden Umweltbedingungen.

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Das Meer über Sendenhorst

Der Blick in das Sendenhorster Kreidemeer hätte eine fremde, aber nicht völlig unbekannte Welt gezeigt. Viele Grundprinzipien eines heutigen Meeresökosystems bestanden bereits.

An der Basis der Nahrungskette lebten mikroskopisch kleine Algen und anderes Phytoplankton. Dazu gehörten kalkbildende Organismen, deren winzige Skelettreste einen Teil der späteren Kalkablagerungen bildeten. Das Plankton ernährte kleine Meerestiere, die wiederum von größeren Tieren gefressen wurden.

Auf und im Meeresboden lebten Muscheln, Schnecken, Seeigel, Würmer, Schwämme, Krebse und zahlreiche weitere wirbellose Tiere. Ammoniten bewegten sich durch das Wasser. Diese mit den heutigen Tintenfischen verwandten Kopffüßer besaßen spiralig aufgerollte Kalkschalen und gehörten zu den charakteristischsten Bewohnern der Kreidemeere.

Hinzu kamen Fische unterschiedlicher Größe und Lebensweise. Manche jagten kleinere Beutetiere, andere ernährten sich von Plankton oder kleinen wirbellosen Organismen. Haie und Rochen besetzten verschiedene räuberische Nischen. Die Selachierfauna des Münsterländer Campaniums war deutlich vielfältiger, als es die seltenen vollständig erhaltenen Skelette zunächst vermuten lassen. Besonders zahlreiche kleine Haizähne belegen eine große Formenvielfalt.

Im weiteren nordwesteuropäischen Kreidemeer lebten außerdem Meeresschildkröten, Plesiosaurier und Mosasaurier. Mosasaurier waren große, vollständig an das Meer angepasste Schuppenkriechtiere. Sie sind keine Dinosaurier, sondern näher mit Echsen und Schlangen verwandt. Nicht jede dieser Tiergruppen ist unmittelbar aus dem Steinkühlerfeld belegt. Sie gehörten jedoch zur größeren Meereswelt der späten Kreidezeit.

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Die Fische von Sendenhorst

Die Sendenhorster Fundstellen lieferten eine ungewöhnlich vielfältige Fischfauna. Besonders wichtig war, dass nicht nur einzelne Zähne, Wirbel oder Schuppen gefunden wurden. Zahlreiche Fische waren als weitgehend zusammenhängende Skelette erhalten.

Genannt werden unter anderem kleine heringsähnliche Schwarmfische, hochrückige Knochenfische und langgestreckte Raubfische. Einige Arten besaßen stark verlängerte Kiefer oder auffallend große Fangzähne. Die verschiedenen Körperformen zeigen, dass die Fische unterschiedliche Bereiche des Meeres und unterschiedliche Nahrungsquellen nutzten.

Historische Beschreibungen nennen beispielsweise:

  • Histiothrissa macrodactyla, einen heringsähnlichen Fisch,
  • Berycopsis germanus, historisch als Platycormus germanus bezeichnet,
  • Ichthyotringa furcata, früher als Rhinellus furcatus geführt,
  • Enchodus gracilis, einen bezahnten Raubfisch,
  • Palaeolycus dreginensis, einen langgestreckten räuberischen Fisch,
  • Sendenhorstia granulata, einen kleinen, nach Sendenhorst benannten Fisch,
  • sowie den seltenen Hai Paratriakis decheni.

Mehrere historische Namen wurden durch spätere wissenschaftliche Untersuchungen verändert. Das ist in der Paläontologie normal. Neue Fossilien, genauere Präparationen und verbesserte Vergleiche können zeigen, dass eine Art zu einer anderen Gattung gehört oder anders mit verwandten Formen zusammenhängt.

Der Name Sendenhorstia granulata besitzt eine besondere örtliche Bedeutung. Durch ihn ist der Name Sendenhorst dauerhaft in der zoologischen Fachliteratur vertreten.

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Das Rätsel der außergewöhnlichen Erhaltung

Normalerweise zerfällt ein toter Fisch im Meer relativ schnell. Aasfresser fressen den Körper an, Bakterien zersetzen das Gewebe und Strömungen verteilen die einzelnen Knochen. Dass in Sendenhorst zahlreiche Skelette weitgehend zusammenhängend erhalten blieben, erfordert besondere Bedingungen.

Die Fische müssen nach ihrem Tod relativ schnell auf den Meeresboden gelangt und von feinem Sediment bedeckt worden sein. Eine geringe Sauerstoffversorgung am Boden könnte die Zersetzung und die Tätigkeit von Aasfressern zusätzlich verlangsamt haben. Auch ruhige Wasserbedingungen begünstigten den Erhalt der feinen Knochenstrukturen.

Die Fossilien lagen offenbar nicht gleichmäßig in allen Gesteinsschichten. Besonders ergiebig war ein begrenzter Horizont im Bereich des Plattenkalks und des darunterliegenden Kalkmergels.

Beim Spalten einer Kalkplatte entstanden häufig zwei zusammengehörige Seiten: eine Platte mit Teilen des Skeletts und eine Gegenplatte mit dem entsprechenden Abdruck. Solche Paare sind wissenschaftlich besonders wertvoll, weil Einzelheiten auf einer Seite fehlen können, auf der anderen aber sichtbar sind.

Warum so viele Tiere gemeinsam starben und eingebettet wurden, ist nicht abschließend geklärt. Ältere Texte vermuteten ein Austrocknen des Meeres, Stürme oder veränderte Strömungen. Ein vollständiges Austrocknen des Münsterländer Kreidemeeres ist für die betreffende Ablagerungssituation jedoch keine überzeugende Erklärung.

Denkbar sind sauerstoffarme Bodenbedingungen, plötzliche Veränderungen des Wassers, Sedimentströme oder Ereignisse, bei denen Tiere rasch mit feinem Material bedeckt wurden. Solche Deutungen sind wahrscheinlicher als die ältere Vorstellung eines allmählich austrocknenden Binnenmeeres. Welcher Vorgang im Steinkühlerfeld genau entscheidend war, lässt sich aus den erhaltenen Funden bislang nicht mit letzter Sicherheit ableiten.

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Das Steinkühlerfeld als historische Fundstätte

Das Steinkühlerfeld lag im Grenzgebiet zwischen Sendenhorst und Ahlen in der Bauerschaft Bracht. Der Flurname war bereits lange vor der Entdeckung der Fossilien bekannt. Historische Schnadegänge und Grenzbeschreibungen belegen, dass das Gebiet in der örtlichen Wahrnehmung eine feste Bezeichnung besaß.

Nach der Aufteilung der zuvor gemeinschaftlich genutzten Flächen im Jahr 1811 begann man, die dort vorkommenden Kalkplatten wirtschaftlich zu nutzen. Sie eigneten sich als Bau- und Bodenmaterial. Nach der Überlieferung wurden daraus Häuser und Brücken errichtet; außerdem sollen Platten aus dem Raum Sendenhorst in der ehemaligen Aegidii-Kaserne in Münster verwendet worden sein.

Beim Abbau stießen die Arbeiter immer wieder auf Fisch- und Krebsfossilien. Wahrscheinlich wurden zunächst zahlreiche Stücke zerstört, weil ihr wissenschaftlicher Wert nicht erkannt wurde. Später gelangten Wissenschaftler und Sammler an die Funde. Der Sendenhorster Apotheker König soll an der Sicherung und Zusammenstellung von Fossilien beteiligt gewesen sein.

Das Steinkühlerfeld war allerdings nicht die einzige Fundstelle. Weitere Fische kamen unter anderem im Ährenfeld bei Albersloh beziehungsweise Ahrenhorst sowie in Brüchen in Bracht, Ahrenhorst und Rinkhöven zum Vorschein. Der Ausdruck „Sendenhorster Fisch“ bezeichnet deshalb nicht zwangsläufig ein Fossil aus genau einem bestimmten Steinbruch. Ohne erhaltenes Etikett oder Sammlungsprotokoll ist eine eindeutige Zuordnung häufig nicht möglich.

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Der nach Sendenhorst benannte Krebs

Neben Fischen wurden auch Krebse gefunden. Eine Art wurde 1862 unter dem Namen Nymphaeops sendenhorstensis beschrieben. Der Artname verweist unmittelbar auf Sendenhorst. Die wissenschaftliche Erstbeschreibung ist belegt.

Die moderne Forschung bestätigt die Art, ist sich aber über ihre genaue Gattungszuordnung nicht völlig sicher. Deshalb wird der Gattungsname teilweise vorsichtig in Anführungszeichen gesetzt. Der historische Kern bleibt bestehen: Ein in Sendenhorst gefundener fossiler Krebs erhielt einen Namen, der den Fundort bis heute bewahrt.

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Was lebte auf dem Land?

Während über dem heutigen Sendenhorst das Meer lag, bestanden auf den europäischen Inseln vielfältige Landökosysteme. Sie unterschieden sich deutlich von heutigen mitteleuropäischen Wäldern.

Blütenpflanzen hatten sich während der Kreidezeit stark ausgebreitet. Sie wuchsen vor allem entlang von Flüssen, auf feuchten Böden und in gestörten oder offenen Lebensräumen. Daneben blieben Nadelbäume, Farne, Schachtelhalme, Ginkgogewächse und andere ältere Pflanzengruppen bedeutend.

Gräser existierten wahrscheinlich bereits, bildeten aber noch keine weiten Grasländer wie in späteren Erdzeitaltern. Die Landschaft bestand eher aus Wäldern, offenen Uferzonen, Sümpfen, Flussauen und niedrig bewachsenen Flächen.

Insekten waren äußerst vielfältig. Käfer, Hautflügler, Fliegen, Schmetterlingsverwandte und andere Gruppen lebten in enger Verbindung mit den Pflanzen. Die Ausbreitung der Blütenpflanzen führte langfristig zu neuen Beziehungen zwischen Pflanzen und bestäubenden oder pflanzenfressenden Insekten.

Auf dem Boden und in den Gewässern der Inseln lebten Frösche, Salamander, Schildkröten, Echsen, frühe Schlangen und verschiedene Krokodilverwandte. Kleine Säugetiere waren ebenfalls vorhanden. Die meisten erreichten keine großen Körpermaße, waren aber ökologisch vielfältiger, als man früher annahm. Einige lebten am Boden, andere konnten klettern, graben oder möglicherweise schwimmen.

Vögel hatten sich bereits in zahlreiche Formen aufgespalten. Neben ihnen flogen Pterosaurier, die ebenfalls keine Dinosaurier im engeren Sinne waren, sondern eine eigenständige Gruppe flugfähiger Reptilien bildeten.

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Gab es Dinosaurier im Münsterland?

Die einfache Antwort lautet:

Auf dem Meeresgrund des heutigen Sendenhorsts lebten keine landbewohnenden Dinosaurier. Auf den benachbarten europäischen Inseln gab es jedoch sehr wohl Dinosaurier.

Für das Steinkühlerfeld selbst sind keine Dinosaurierfunde bekannt. Das ist nicht überraschend, weil seine Sedimente in einer marinen Umgebung entstanden. Ein Dinosaurierkörper hätte nur ausnahmsweise vom Land ins offene Meer gelangen und dort erhalten werden können.

Dass aus dem Münsterland kaum Dinosaurierknochen bekannt sind, bedeutet also nicht, dass in Europa keine Dinosaurier lebten. Es bedeutet vor allem, dass im Münsterland aus der betreffenden Zeit überwiegend Meeresablagerungen erhalten geblieben sind. Für die Überlieferung von Landtieren wären Fluss-, See-, Sumpf- oder Überschwemmungsablagerungen erforderlich.

Aus anderen Teilen des europäischen Kreidearchipels sind verschiedene Dinosauriergruppen nachgewiesen. Dazu gehörten:

  • pflanzenfressende Ornithopoden und Hadrosauroiden,
  • die gedrungenen Rhabdodontiden,
  • gepanzerte Nodosaurier,
  • langhalsige Titanosaurier,
  • kleinere bis mittelgroße räuberische Theropoden,
  • dromaeosaurierartige Jäger,
  • sowie verschiedene frühe Vögel.

Die europäischen Dinosaurier lebten häufig auf voneinander getrennten Inseln. Dadurch entwickelten sich örtlich eigenständige Tiergemeinschaften. Einige Linien behielten altertümliche Merkmale, die in anderen Erdteilen bereits verschwunden waren. Bei manchen Inselpopulationen trat eine Verringerung der Körpergröße auf, die als Inselverzwergung bezeichnet wird.

Man darf sich das damalige Europa dennoch nicht als Ansammlung winziger Inseln vorstellen, auf denen ausschließlich Zwergdinosaurier lebten. Einige Landflächen waren groß genug, um umfangreiche Flusssysteme, Wälder und Populationen großer Pflanzenfresser und Raubtiere zu tragen. Die Ausdehnung der Inseln und ihre Verbindungen untereinander veränderten sich mit dem Meeresspiegel.

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Welche Dinosaurier hätten dem Münsterland am nächsten gelebt?

Diese Frage lässt sich nicht mit einem bestimmten Gattungsnamen beantworten. Der Fossilbestand des nordwestdeutschen Festlandes ist für das späte Campanium lückenhaft. Aus dem Fehlen eines Fundes darf nicht auf das Fehlen der Tiere geschlossen werden.

Auf den europäischen Landflächen jener Zeit lebten wahrscheinlich verschiedene gepanzerte Dinosaurier, Ornithopoden und kleinere Raubsaurier. Ob genau dieselben Arten auch auf dem nächstgelegenen Land südlich oder westlich des Münsterländer Meeres vorkamen, ist unbekannt.

Es wäre daher falsch, einen bekannten nordamerikanischen Dinosaurier wie Tyrannosaurus, Triceratops oder Parasaurolophus in eine Rekonstruktion des Steinkühlerfeldes zu setzen. Diese Tiere lebten in anderen Regionen beziehungsweise teilweise zu einer etwas späteren Zeit.

Eine sachgerechte Darstellung könnte im Hintergrund eine ferne europäische Insel mit allgemein rekonstruierten Ornithopoden, gepanzerten Dinosauriern und kleineren Theropoden zeigen. Unmittelbar über dem heutigen Sendenhorst müsste jedoch das Meer mit seinen Fischen, Haien, Ammoniten und Krebsen im Mittelpunkt stehen.

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Die Welt war noch nicht am Ende der Dinosaurierzeit angelangt

Vor ungefähr 75 Millionen Jahren befand sich die Herrschaft der Dinosaurier keineswegs bereits unmittelbar vor ihrem Zusammenbruch. In vielen Teilen der Welt entwickelten sich neue Dinosaurierarten und komplexe Ökosysteme.

In Nordamerika lebten während des Campaniums zahlreiche Entenschnabeldinosaurier, gehörnte Dinosaurier, Ankylosaurier und große Tyrannosaurier. In Asien existierten ebenfalls vielfältige Gemeinschaften. Südamerika und Afrika beherbergten eigene Sauropoden- und Theropodenlinien. Europa besaß aufgrund seiner Inselnatur eine besonders eigenständige Tierwelt.

Die Kreidezeit setzte sich nach der Ablagerung der Sendenhorster Fischschichten noch etwa neun Millionen Jahre fort. Das ist eine so lange Zeit, dass sich Tierarten neu entwickeln, ausbreiten und wieder verschwinden konnten. Die Lebewelt an der späteren Kreide-Paläogen-Grenze war nicht mehr identisch mit derjenigen des oberen Campaniums.

Auch das Münsterländer Meer veränderte sich. Küstenlinien verschoben sich, der Meeresspiegel schwankte und gegen Ende der Kreidezeit zog sich das Meer aus weiten Teilen des Münsterlandes zurück. Teile der zuvor abgelagerten Sedimente wurden später wieder abgetragen.

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Das K–Pg-Ereignis

Das große Massenaussterben am Ende der Kreidezeit wird heute als Kreide-Paläogen-Ereignis oder K–Pg-Ereignis bezeichnet. Früher war der Ausdruck K–T-Ereignis gebräuchlich, wobei das „T“ für das heute nicht mehr als formale geologische Periode verwendete Tertiär stand. Das „K“ bezeichnet die Kreide.

Vor 66 Millionen Jahren schlug ein ungefähr zehn Kilometer großer Asteroid im Gebiet der heutigen mexikanischen Halbinsel Yucatán ein. Der dabei entstandene Chicxulub-Krater besitzt einen Durchmesser von ungefähr 180 Kilometern.

Der Einschlag löste Erdbeben, gewaltige Hitzewirkungen, Brände und Tsunamis aus. Staub, Ruß und schwefelhaltige Partikel gelangten in die Atmosphäre. Dadurch wurde das Sonnenlicht stark abgeschwächt. Die Photosynthese brach zeitweise ein und mit ihr große Teile der Nahrungsketten.

Ungefähr drei Viertel der damaligen Arten verschwanden. Zu den Opfern gehörten sämtliche Nichtvogeldinosaurier, die Pterosaurier, die Ammoniten, die Mosasaurier und zahlreiche Planktonorganismen. Vögel überlebten als einzige Dinosaurierlinie. Auch Säugetiere, Krokodile, Schildkröten, Echsen, Schlangen und verschiedene Fischgruppen überstanden die Katastrophe, wenn auch mit erheblichen Verlusten.

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Die Sendenhorster Fische und das Massenaussterben

Die Fossilien des Steinkühlerfeldes dürfen nicht als Zeugnisse dieses Massenaussterbens interpretiert werden. Ihre Ablagerung erfolgte mehrere Millionen Jahre vorher. Es gibt im Steinkühlerfeld keinen bekannten Einschlagshorizont und keine unmittelbare K–Pg-Grenzschicht.

Man kann auch nicht davon ausgehen, dass alle in Sendenhorst gefundenen Fischarten bis zum Ende der Kreidezeit weiterlebten. Manche Linien könnten bereits vorher ausgestorben sein, andere sich weiterentwickelt oder in andere Meeresregionen verlagert haben.

Trotzdem verbindet die Fundstelle Sendenhorst mit der letzten großen Phase des Erdmittelalters. Die Fische lebten in derselben übergeordneten Welt wie die späteren letzten Dinosaurier. Sie gehörten zu den Ökosystemen einer Erde, auf der große Reptilien noch die Land- und Meereslebensräume prägten und Säugetiere noch keine beherrschende Stellung besaßen.

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Von der Meeresablagerung zum festen Gestein

Nach dem Tod und der Einbettung der Fische lagerten sich weitere Sedimente über ihnen ab. Mit zunehmender Überdeckung wurden die unteren Schichten zusammengedrückt. Wasser wurde aus den Poren gepresst, Minerale verbanden die Sedimentteilchen und aus weichem Meeresschlamm entstand fester Kalkmergel beziehungsweise Plattenkalk.

Später hob sich die Region wieder. Das Meer zog sich zurück, und Erosion trug einen Teil der jüngeren Ablagerungen ab. Über Millionen Jahre entstand eine neue Landschaft. Flüsse schnitten sich ein, Gesteine verwitterten und während der Eiszeiten wurden weitere Sedimente abgelagert oder verlagert.

Erst sehr viel später entwickelte sich die heutige Münsterländer Parklandschaft. Der steinige Untergrund blieb jedoch erhalten. Als die Menschen im 19. Jahrhundert die Kalkplatten gewannen, öffneten sie gewissermaßen ein steinernes Archiv des Kreidemeeres.

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Wissenschaftliche Bedeutung

Die westfälische Oberkreide wurde bereits im 19. Jahrhundert durch ihre außergewöhnlich gut erhaltenen Fossilien international bekannt. Besonders Sendenhorst und die Baumberge lieferten einen großen Teil der vollständigen Fischskelette. Die wissenschaftliche Literatur bezeichnet ihre Erhaltung als in Mitteleuropa bis heute einzigartig.

Wilhelm von der Marck veröffentlichte ab 1858 mehrere grundlegende Arbeiten über die westfälischen Kreidefische. Gemeinsam mit Clemens Schlüter beschrieb er neue Arten und machte die Fundstellen in der Fachwelt bekannt.

Als die kleinen Kalkbrüche bei Sendenhorst stillgelegt wurden, endeten auch die regelmäßigen Neufunde. Viele der bekannten Fossilien stammen deshalb aus einer relativ kurzen historischen Phase des Gesteinsabbaus. Moderne Forscher müssen häufig auf die alten Museumsbestände zurückgreifen.

Zahlreiche wichtige Stücke gelangten in die Sammlungen der Universität Münster. Dort bilden die westfälischen Kreidefische einen wissenschaftlich und museumsgeschichtlich bedeutenden Bestand. Ihre erneute Untersuchung mit modernen Methoden ermöglicht weiterhin neue Erkenntnisse über die Entwicklung früher höherer Knochenfische und die Meeresökologie der Oberkreide.

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Bedeutung für die Geschichte Sendenhorsts

Das Steinkühlerfeld steht für mehrere Epochen der örtlichen Geschichte. Der Flurname gehört zur alten Grenz- und Besitzgeschichte. Der Kalkabbau verweist auf die Nutzung heimischer Rohstoffe. Der spätere Strontianitbergbau erinnert an die wirtschaftlichen Hoffnungen des 19. Jahrhunderts.

Die Fossilien reichen jedoch sehr viel weiter zurück. Sie erzählen von einer Zeit, die ungefähr tausendmal länger vor der mittelalterlichen Gründung Sendenhorsts liegt, als diese Gründung von unserer Gegenwart entfernt ist.

Sie zeigen, dass Heimatgeschichte nicht mit der ersten Urkunde und nicht mit den ersten menschlichen Siedlungen beginnt. Auch Gesteine, Fossilien und verschwundene Landschaften gehören zur Geschichte eines Ortes.

Das heutige Sendenhorst liegt auf dem Grund eines ehemaligen Meeres. Die Kalk- und Mergelschichten unter der Stadt sind Ablagerungen dieses Meeres. Die Fische aus dem Steinkühlerfeld sind dessen eindrucksvollste Zeugen.

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Schlussbetrachtung

Vor etwa 75 Millionen Jahren lag der Ort des heutigen Sendenhorsts in einem ausgedehnten Schelfmeer. Europa war kein geschlossener Kontinent, sondern ein Archipel aus größeren und kleineren Inseln zwischen borealen Meeren und der warmen Tethys. Auf den Inseln wuchsen Wälder aus Blütenpflanzen, Nadelbäumen und Farnen. Dort lebten Dinosaurier, Krokodilverwandte, Schildkröten, kleine Säugetiere, Vögel und Pterosaurier.

Über Sendenhorst selbst schwammen dagegen Fische. Unter ihnen befanden sich kleine Schwarmfische, hochrückige Knochenfische und langgestreckte Räuber. Haie durchstreiften das Wasser, Ammoniten und Krebse gehörten zum Lebensraum. Einige Tiere sanken auf den Meeresboden und wurden unter ungewöhnlich günstigen Bedingungen in feinem Sediment eingeschlossen.

Neun Millionen Jahre später beendete der Chicxulub-Einschlag die Kreidezeit. Die Nichtvogeldinosaurier und zahlreiche Meeresgruppen verschwanden. Die Sendenhorster Fischfossilien waren zu diesem Zeitpunkt jedoch längst unter mächtigen Sedimentschichten begraben.

Erst im 19. Jahrhundert kamen sie wieder ans Licht. Aus einem örtlichen Steinbruch wurde dadurch eine Fundstätte von internationalem Rang. Mit Sendenhorstia granulata und Nymphaeops sendenhorstensis fand der Name der Stadt sogar Eingang in die paläontologische Namensgebung.

Das Steinkühlerfeld verbindet damit drei Ebenen miteinander: die lokale Geschichte Sendenhorsts, die geologische Entwicklung des Münsterlandes und die große Geschichte des Lebens auf der Erde. Es erinnert daran, dass dort, wo heute Menschen wohnen, Rad fahren und Felder bewirtschaften, einst ein Meer lag – lange vor dem Ende der Dinosaurier.

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