Heimatverein Sendenhorst 1925 e.V.
Heimatverein Sendenhorst 1925 e.V.

Chronik von Sendenhorst

Von den ersten Urnenfriedhöfen am Martiniring und an der Spithöverstraße, über die Besiedlung, der Stadtgründung durch Ludwig II. von Hessen, bis zur ersten Willkommschatzung 1498. Detailliert nachzulesen kann man die Geschichte der Anfänge von Sendenhorst unter Heinrich Petzmeyer (Leseprobe 57 Seiten)

600-500 v. Chr. 
Urnenfriedhöfe Spithöver Straße und Martiniring = 1. indirekter Nachweis der Besiedlung des Sendenhorster Raumes

vor Chr.
Besiedlung des Kernmünsterlandes = Dreingau durch die germanischen Brukterer

9 n. Chr. 
Cheruskerschlacht bei Kalkriese bei Osnabrück - Rom verliert 3 Legionen u gibt die Eroberungen jenseits des Rheins auf. Beteiligt:  Brukterer In den ersten Jahrhunderten nach Christus Brukterer wandern aus dem Münsterland ab, Kernmünsterland entvölkert. Ab 650 langsame Neubesiedlung des Kernmünsterlandes = Dreingau durch germanische Sachsen (Sächsische Landnahme). Besiedlung des sich von Hiltrup über Albersloh und Sendenhorst erstreckenden Kiessandrückens, 1-2 Generationen später Besiedlung der nördlich  und südlich gelegenen Bauerschaften.

350
Abwanderung der Brukterer. Kernmünsterland bleibt lange Zeit menschenleer

ab 550
Sächsische Landnahme, Sachsen wandern von Norden ein.

ca. 700
Durch Ausgrabungen in Warendorf wissen wir, wie ein Bauernhaus um 700 n. Chr. aussah. Aus Lehm, Stroh und Holz bauten die Siedler ihre Häuser. Sie waren etwa 20 Meter lang und in der Mitte 5-6 Meter breit. Rund um das Haupthaus lagen Grubenhäuser, die 70 cm in den Boden gesenkt waren. Hier lagerten die Vorräte, und hier verarbeiteten die Frauen die faserige Flachspflanze zu Leinen. Die Siedlung (auch Weiler genannt) bestand damals aus 5 - 6 Höfen. In der Umgebung gab es noch weitere kleine Siedlungen, aus denen sich später die Bauerschaften entwickelt haben.

Ab 772
Beginn der Sachsenkriege Karls des Großen  

Ab 793
Bistum und Fürstbistum Münster Nachdem der Friese Liudger 793 das Kloster als Sitz der fränkischen Missionierung der Sachsen und Friesen gegründet hatte, wurde er am 30. März 805 zum Bischof geweiht. Das Bistum erstreckte sich von der Lippe entlang der Ems bis nach Friesland und war seit 798 als Suffragan der Kirchenprovinz Köln unterstellt. Es wurde 1120 nach der Zerschlagung des Herzogtums Sachsen zu einem Fürstbistum innerhalb des Heiligen Römischen Reichs erhoben. Das Hochstift Münster, bestehend aus dem Oberstift Münster und dem Niederstift Münster, war das größte Fürstbistum des Reiches und fiel infolge des Reichsdeputationshauptschlusses 1803 an das protestantische Preußen.

ab 800
Älteste Höfe als Keimzelle der Siedlung Sendenhorst: * Rüschey – Gobelenhove * Tergeist – Geisterholt * Pastoratshof – Haus Sendenhorst (Bischofshöfe) Siedlungsweise: Im Mittelpunkt die gemeinsam bewirtschaftete Ackerflur, das Esch.  In Sendenhorst  westlich der Realschule, "Auf der Geist“. 880 Werdener Urbaren, Aufzeichnungen der abgabepflichtigen Höfe auf dem Gebiet des heutigen Sendenhorst. Aufzeichnung durch Mönche des Klosters Werden auf ihrer Reise durch den Dreingau = Kernmünsterland / Sondonhurst, Gesandron (Geilern), Elmhurst (Elmenhorst), Sandfurt, Bracht, Ramshövel Ca. 10. Jhdt. (Datum nicht belegbar) Sendenhorst als selbständige Pfarrei eingerichtet. Kirchgebäude wird 400m weiter östlich (= heutige Lage der Kirche) als das ursprüngliche Dorf Sendenhorst errichtet.

1090
älteste Erwähnung in der Freckenhorster Heberolle  (Abgabenverzeichnis des Damenstiftes Freckenhorst) Darin zahlreiche Höfe und  Hofesgruppen in und um das spätere Sendenhorst / Bauerschaften: Hardt, Sandfurt,  Bracht, Elmenhorst

12. Jhdt. 
Sendenhorst: Burg des 12. Jhdts. / Lage: heutiges Bürgerhaus, ggf. Hermann von Sendenhorst. 

1175 
1. urkundliche Erwähnung Dorf Sendenhorst

Wappen des Bistums bzw. des ehemaligen Fürstbistums und Hochstiftes Münster

2. Hälfte des 12. Jhdts. 
Bischöfe von Münster streben nach Landesherrschaft. Der geistliche Herrschaftsbereich soll zu einem weltlichern Territorium werden, die „parochia des heiligen Liudger“. Sie werden Landesherren. Konflikt des Bischofs von Münster mit den Grafen von der Mark (Hauptstadt Hamm). Ein wichtiges Mittel zur Sicherung der Landesherrschaft ist die Anlage von Städten als Stützpunkt gegenüber den feindlichen Nachbarn.

Seit dem 13. Jhdt. 
nachweisbar, war Sendenhorst Sitz eines bischöflichen Gogerichts, zuständig für die Kirchspiele Albersloh, Drensteinfurt, Hoetmar und Rinkerode. Vor dem bischöflichen Lehnsgut Tergeist, westlich der Siedlung, richtete der Freigraf unter dem Königsbann.Aus Script Sendenhorster Heimatverein:

Gerichtsort Sendenhorst
Noch bevor der Ort Sendenhorst Stadt genannt wurde, besaß er ein sogenanntes Freigericht, das für schwere Straftaten wie Mord und Reinberufen wurde. Das Gericht wurde unter freiem Himmel an einer besonderen Stelle, z.B. unter einer alten Eiche vor der Stadt, abgehalten. Die Richter hießen Freigrafen.
Das Gogericht der Stadt wurde für kleinere Straftaten einberufen. Den Vorsitz führte der Gograf. Bei schweren Verbrechen konnte es nur tätigwerden, wenn der Übeltäter auf frischer Tat ertappt wurde. Durch Glockengeläut vom Kirchturm forderte man die Bevölkerung zur Verbrecherjagd auf. Der dann Gefasste konnte vom Gografen sofort verurteilt und das Urteil vollstreckt werden. Mit Verleihung der Stadtrechte (1315) erhielt Sendenhorst ein Stadtgericht, das sich hauptsächlich mit Beurkundungen beschäftigte. Viel Arbeit gab es für den Stadtrichter allerdings nicht. Etwa Mitte des 16. Jahrhunderts wurde das Go- und Stadtgericht dann zusammengelegt. Mit der Zeit verloren die Freigerichte an Bedeutung. Da die Stadtrichter wenig Einfluss besaßen, und die Gografen der Täter nicht mehr habhaft werden konnten, breitete sich im Land Rechtlosigkeit aus. So entstanden die heimlichen Standgerichte, die Feme. Sprach ein Femegericht ein Todesurteil aus, wurde es augenblicklich vollstreckt. Die Richter und Schöffen der Femegerichte waren angesehene Leute. Die Macht der Femegerichte war so groß, dass selbst Herzöge oder Bischöfe aus weiter entfernten Gegenden es nicht wagten, einer Vorladung der heimlichen Feme nicht zu folgen. Sofern man der Überlieferung trauen darf, wurde nach einem Femeurteil in Sendenhorst im Jahre 1516 vom Fürstbischof zu Münster das Femegericht verboten. Femegericht

Nach 1300 – vor 1315 
Erhebung in den Rang einer Stadt, Umwallung der Stadt, regelmäßiger planmäßiger Grundriss. Stadtgründer ist Bischof Ludwig von Hessen.

11.8.1315
Erste geschichtliche Erwähnung der Stadt Sendenhorst (Opidum Sendenhorst) = Jubiläumsdatum.
Stadtgründung wohl durch Bischof Ludwig II. von Münster(1310-57) wegen der Kriege mit dem Grafen Engelbert von der Mark. 1323 oppidum genannt, Wigboldsrechte
siehe Wikipedia

1323
erster Stadtbrand - Sendenhorst wird durch die Truppen Grafen Engelbert von der Mark (Hamm) im Zuge der Fehde mit Münster niedergebrannt. Danach Wiederaufbau und Aufstieg der Stadt mehr Infos. Danach Wiederaufbau und Aufstieg der Stadt

1350/51
Der schwarze Tod, = wahrscheinlich die Pest, überzieht Europa und auch Sendenhorst. Keine Angaben über Anzahl der Toten. In Münster sollen 11.000 Menschen an der Seuche gestorben sein. mehr Infos dazu auf Wikipedia

Nach 1351 bis 1500
Niedergang der Stadt in Folge der Pestpandemie. Besfestigungsring wird enger gezogen. Ursprünglich gehörte das Gebiet "Alte Stadt" in die Umwallung. Die westlich des Schleitens und der ehemaligen Schule liegenden Höfe Tergeist und Schöckinghoff (Haus Sieckmann) lagen ursprünglich vor der Stadt.

Nach 1425
Sendenhorster Münzschatz kommt in die Erde (Hof Große Kogge – Bauerschaft Bracht).
Fund 1932 im Rahmen von Notstandsarbeiten. ca. 4.000 Silbermünzen, 452 Goldmünzen (unbestätigt). Silbermünzen entsprachen dem Gegenwert von 60 Pferden oder 120 Kühe oder ein geräumiges Grundstück in Sendenhorst mit bürgerlichen Haus. Eigentümer ist leider unbekannt. 

15 Jhdt.
Nur geringes Bevölkerungswachstum Sendenhorst

1450- 1457
Münsterische Stiftsfehde kein direkter Nachweis für Sendenhorst, jedoch setzen alle Rechtsgeschäfte aus. Viele Höfe im Kirchspiel, Bauerschaften Hardt, Rinkhöven sind  nach der Stiftsfehde wüst und abgebrannt. Aus den Aufzeichnungen des Klosters Marienfeld (Liste der dem Kloster der zehntpflichtigen Höfe):gesamten Höfe in der Bauerschaft Hardt , Höfe in Jonsthövel waren verwüstet, aufgegeben und verlassen.  mehr Infos dazu auf Wikipedia
schwerer wirtschaftlicher Rückschritt. 

1490
Älteste erhaltene Stadtprivelegien Fürstbischof Heinrich III. von Münster bestätigt die Rechte des „Städekens" Sendenhorst; ebenso die späteren Bischöfe. 

1498 
Willkommschatzung Sendenhorst an den neuen Fürstbischof von Münster, Conrad von Rietberg (erste Besteuerung der Untertanen des Bischofs).

* Sendenhorst: 330 Einwohner innerhalb der Stadtumwallung
* Ahlen Stadt: 728 Einwohner
* Albersloh: 434 Einwohner
* Alverskirchen: 265 Einwohner
* Beckum Stadt: 731 Einwohner
* Vorhelm: 264 Einwohner
* Warendorf Stadt: 1.354 Einwohner

1500

Ab  1517
Beginn der Reformation - Luthers Thesenanschlag an die Wittenberger Schlosskirche

Reformation ohne erkennbare Auswirkungen auf Sendenhorst, im Gegensatz zu den Nachbarorten und dem restlichen Münsterland, die zeitweise ganz protestantisch waren, z.B. Münster, Ahlen, Warendorf.

23.10.1529
Die Stadt Sendenhorst wird am 23. Oktober von einer schweren Brandkatastrophe heimgesucht. Außer einigen Häusern im Süden und Westen brennt der gesamte Ort nieder. Auch der Kirchturm mitsamt seiner fünf Glocken wird ein Raub des Feuers.

1530er Jahre
Täufer übernehmen die Herrschaft in Münster und errichten das „Neue Jerusalem“
siehe: Wikipedia Täuferreich Münster. Münster wird belagert und am 25.Juni 1535 von den Truppen gestürmt und gebrandschatzt.
Sendenhorst ist nur gering betroffen. Zum einen durch die ausgewiesenen und geflüchteten Münsteraner Bürger, die in Sendenhorst untergebracht werden. Zum anderen durch desertierte kaiserliche Truppen. Scharmützel auf dem gräftengesicherten Jungmannhof in der Bauerschaft Bracht. Bei der Erstürmung wird Oberst Recke erschossen. Die Deserteure werden im Turm zu Wolbeck festgesetzt, jedoch später größtenteils begnadigt.

1553
Raubzug des Herzogs Philipp Magnus von Braunschweig gegen den münsterschen Bischof Franz von Waldeck. 4.000 Braunschweiger Infantristen
mehr Infos dazu auf Wikipedia
Versprengte Truppenteile verursachen Schäden in den Bauerschaften Hardt, Rinkhöven, Elmenhorst (Insges. 16 Höfe)

1566 - 1609
Unabhängigkeitskriege der kalvinistischen Niederlande von Spanien. Krieg greift mehrfach auf die Nachbarterritorien über.
Durchzüge und Verwüstungen durch spanische und niederländische Truppen

1582- 1602
mehrere Durchzüge von Niederländischen und Spanischen Truppen durch Albersloh und Wolbeck. 

1606 - Der schwarze Tod, = wahrscheinlich die Pest, in Sendenhorst

17. Jahrhundert
allgemeine Sittenverohung infolge der gewalttätigen Zeit
Hexenverfolgung auch in Albersloh 1632 und Sendenhorst 1636. Zunahme an Gewalttaten unter Alkoholeinfluss.

1618 - 1648
30-jähriger Krieg - 
Münster auf der Seite der katholischen Liga

4. Mai 1622
Herzog Christian von Braunschweig erreicht mit seinem Heer Sendenhorst. Die Stadt öffnet die Tore und Christian bezieht sein Hauptquartier auf der Oststraße. Stadt und Kirchspiel kommen glimpflich davon. Nach Abzug der Braunschweiger werden sie 
1623  bei Stadtlohn vernichtend geschlagen. siehe Wikipadia

1633 - 1635

Kaiserliche und hessische Truppen durchziehen Sendenhorst.

1633
Krieg kehrt in das Münsterland zurück. Protestanten (Gustav Adolf von Schweden, Landgraf Wilhelm von Hessen und Herzog Georg von Braunschweig-Lüneburg greifen die nord-westdeutschen Bistümer an.  
Diverse Durchzüge von kaiserlichen und hessischen und lüneburgischen Truppen. Pünderungen und Verwüstungen im Kirchspiel. Wechselnde Einquartierungen in der Stadt. Stadt und Kirchspiel müssen hohe Kontributionen an die hessischen Besatzungen in Lippstadt, Hamm, Beckum zahlen. 

1637
Waffenstillstand zwischen den Kaiserlichen und den Hessischen. Die Hessen stellen nun bis zum Westfälischen Frieden 1648 in den münsterschen Städten die Besatzung.

Winter 1639
Am Dienstag vor dem Martinsfest, wurde die Stadt von einer schweren Feuersbrunst heimgesucht. Gut ein Drittel der Wohnbebauung, 60 Häuser, wurden eingeäschert. In späteren Berichten ist sogar von 80 Häusern die Rede, hauptsächlich im Bereich zwischen Nord- und Ostpforte. 

1648
Westfälischer Frieden in Münster und Osnabrück
siehe Wikipedia - Westfälischer Friede
wirtschaftliche Depression infolge des Krieges

1650
weiteres schweres Brandunglück
Dieses mal gingen 50 in Flammen auf. Nach der Stadtchronik Bürgermeister Brünings soll der Brand auf der Südstraße entstanden sein. Viele Bürger, die ihr Haus nach 1639 unter großen Mühen und oft nur notdürftig wiederaufgebaut hatten, standen zum 2. Mal vor dem Nichts. Die Einwohnerzahl erreicht einen Tiefpunkt. Weil man sich keinen Rat mehr wusste, schickt die Stadt 2 ihrer Bürger mit einem Bettelbrief in die Lande, milde Gaben für den Wiederaufbau zu erbitten. 

1698
Stadt Sendenhorst hat über 1.000 Einwohner.

1700

1700 bis 1799 - Die Aufzeichnungen entstammen in der Hauptsache dem damaligen Pfarrer Kuipers, dem wir ein schönes Bild des 18. Jahrhunderts in Sendenhorst verdanken.

Spätherbst 1725
Etliche Sendenhorster ziehen des Nachts mit Aschenbeuteln auf den Straßen herum; Sie haben andere angefallen sie geschlagen oder auch spoliert (beraubt). Dies hat etliche Jahre gewähret, weil man die Täter nicht hat ausforschen können, und keiner sich getraut hat, sie anzuklagen.

1728
dasselbe. Diese Menschen waren so schlecht, daß sie auf den Straßen herumgingen und des Nachts Leuten, die ihnen entgegenkamen, Aschebeutel zuerst ins Gesicht schlugen, dann sie beraubten.

1734 
Am letzten November kamen nach hier die Borussen (Preußen) und haben hier gelagert, Winterquartier gehabt.

1746
Im Jahre 1746 brannte das Haus des Schmieds Hermann Bering, er schmiedend an der Esse (Schmiedefeuerstelle) stand, im Zorne entstand ein Brand, der das Beringsche Haus in Asche legte.

19.9.1749
Ein Stadtbrand ensteht in dem früher mit der Nummer 208 - Westgraben 7 - bezeichneten Hause, also dicht bei dem Hause des Schmieds Bering, eine Feuersbrunst, die zu den größten zählt, die Sendenhorst jemals getroffen hat. Wie es heißt, hatte man am Feuer Flachs zum Trocknen aufgehängt, der in Brand geriet; und in kurzer Zeit stand das ganze Haus in hellen Flammen. Von hier aus griff das Feuer weiter um sich und zerstörte alle Häuser bis zum Südtor. Mehr als hundert Häuser, in denen die Ernte  zum großen Teil schon aufgebracht war, gingen in diesen Tagen in Flammen auf. Auch das Pfarrhaus wurde von den Flammen vollständig vernichtet. 

1750 
Tierpest - Kuhpest -  Hier war sie zum ersten Male. Pastor Homoet verlor auch seine Kühe, obschon er sehr vorsichtig keinen Menschen in seinen Stall zuließ, der nicht vorher Vorsichtsmaßnahmen getroffen hatte. 

17.4.1751
Wieder bricht ein Feuer in der Nähe der beiden letzten Brandherde aus, diesmal im Hause Nummer 202 - Schleiten 5, eine Feuersbrunst aus. Das Haus lag dem Garten des Pastors gegenüber und wurde von dem Schmied Osthues bewohnt. Die Ursache dieses Brandes war ähnlich der des letzten großen Brandes. Man führt die Entstehung darauf zurück, dass beim Schmieden des Eisens eines von den umhersprühenden, glühenden Eisensplitterchen sich im Flachs verfing, der zum Trocknen in der Schmiede hing. Das Feuer zerstörte alle Gebäude bis zum Westtor. In dem Haus dieses Schmieds Osthues soll übrigens früher schon mal ein Brand ausgebrochen sein.

1756 - 1763 - 7-jähriger Krieg
Im Siebenjährigen Krieg, 1756 bis 1763, kämpfen mit Preußen und Großbritannien auf der einen Seite und Österreich, Frankreich, Russland und die deutschen Reichsstaaten, also inkl. Münster, auf der anderen Seite.
 
Keine Verwüstungen in Sendenhorst, jedoch hohe Belastung der Stadt durch Rekurrierungen, Durchzügen, Einquartierungen und ausgeschriebene Kriegssteuern. 

1759
Wegen der Kriegsunruhen sind in diesem Jahr wenig zur Trauung geschritten. 

1.9.1760 
Anna Maria Ridder heiratet zum 7. mal! Christian Brinkers

15./16.7 1761 
Schlacht bei Vellinghausen bei Hamm, Kreis Soest  zwischen 92.000 Franzosen und 65.000 Alliierten.

1761
* In diesem Jahre wurden 167 Personen beerdigt, während hier Typhus herrschte, an anderer Krankheit starben im gleichen Jahre 58, zusammen 225 Menschen.
* Franzosen durchgezogen nach Hamm und haben sich in den Feldfrüchten gelagert.
31.7.1761
In der Zeit, während Typhus herrschte, sind 167 Personen gestorben. 18 bezw. 19 Ärzte des Fürstbischofs von Münster waren hier, die zu dem Zweck hierher beordert waren, daß sie den Kranken helfen sollen. Den Armen wurde ohne Entgelt durch Sachspenden und Medizin geholfen, andere wurden später gezwungen beides zu bezahlen.
Joan Bernd Röper; dieser ist als erster an Typhus gestorben, an welchem fast alle bis Ende Dezember gestorben sind, einige aus Armseligkeit, Unterernährung, Pest, einige zogen sich die Krankheit durch Ansteckung zu. Diese sind in der großen Zahl enthalten, so daß fast kein Haus in der Stadt und fast kein Haus im Kirchspiel von der Krankheit verschont wurde. 
* Von dieser Zeit an beginnt die Kuhpest, sowohl in der Stadt wie auch im Kirchspiel. Diese Seuche, bis dahin hier unbekannt, ist jetzt zum zweiten Male unter Pastor Homoet.

1762
Die Kuhpest dauert noch fort und ist von neuem ausgebrochen. Die Not war hier so groß, weil zugleich eine Schar Feinde während des ganzen Winters hier einquartiert war, eine Schar, die dem Frieden absolut abhold war.

1763
* Hier beginnen die regenreichen Jahre.
15.2.1763 - Frieden von Hubertusburg zwischen Preußen und seinen Gegnern
November 1763
Wiederum Ausbruch der Maul- und Klauenseuche - Sie fing an hauptsächlich am Osttor und breitete sich aus bis zum Pastorat.

1764
Seit 100 Jahren und darüber hinaus sind so wenig Menschen beerdigt worden, wie auch überall in der Diözese Münster. Beerdigt wurden 1763-1764 einschließlich 32 Menschen. Während zehn Jahre waren hier und auch auf dem ganzen Kley armseligere Zeiten als wenn Krieg gewesen wäre, denn es waren sehr nässereiche Jahre.
10.4.1764
Sendenhorst wird abermals von einem größeren Feuer heimgesucht. Es war am Abend, als ein sechsjähriger Junge im Haus Nummer 32 mit einer Öllampe auf die Hille (Futterboden) kletterte, um ein Huhn zu fangen. Es ist kaum zu verstehen, dass die Eltern es duldeten, dass so ein kleiner Junge mit einer Lampe zwischen den leicht brennbaren Stoffen gehen durfte, um ein Huhn zu fangen, was schon Erwachsenen Schwierigkeiten macht. Und diese Unvorsichtigkeit rächte sich bitter: Es entstand ein Brand, der auf die Nachbarhäuser übergriff, und 17 Häuser gingen an diesem Abend in Flammen auf. 

1761, 1764, 1799, 1801, 1811 
Ruhrepedemien in der Stadt 

31.10. 1765
Es starb Anna Katharina Bonse, geb. Wieler: die Mutter der Armen.

März 1766 
Losung - Ziehung! Es wurde hier der Befehl veröffentlicht, daß junge Leute von 18 bis 40 Jahren nicht heiraten durften, wenn sie nicht sich zweimal durch Würfeln vom Militärdienst frei gelost hatten. Diese Losung verursachte viele Feindschaften, und dieses Dekret bereitete viele Schwierigkeiten.

Oktober 1766
Hier haben die nassen und unfruchtbaren Jahre und die Teuerung angefangen bis 1773.

Juni 1767
Die Kirche wurde eingeweißelt.

Februar 1769 - Es wurde eine neue Formel bestimmt, den Magistrat zu wählen, durch welche auch den Webern der Weg zum Magistraten geöffnet wurde. Die Magistratsmitglieder hießen Konsul.

November 1769
Hier wurden vom Bischof drei Fasttage eingesetzt wegen der allseits drohenden Maul- und Klauenseuche in unserer Diözese.

1770
* Einschränkung der Fast- und Festtage; die Folge war ein großes Murmeln, Unwille des Volkes gegen den Klerus, zumeist gegen den Bischof und die Pastöre.
* Die Bruderschaft St. Johannes hier wird verboten, weil sie in Scheibenschießen, hernach in Saufen bestand.

1771
23./24. April 1771

Es  fiel solche Menge Schnee, daß sich kaum jemand erinnern konnte, daß seither im Winter solche Berge Schnee gefallen wären. Die Kälte hielt obendrein an bis zum 14. April. Es war eine äußerst regenreiche Ernte.
Herbst 1771
Auf der Herbstsynode zu Sendenhorst wurde dem Pastor die Erlaubnis gegeben, Ornamente zu segnen.

1772 
* Es war ein Jahr von großer Bedürftigkeit in allen Dingen, deshalb geschahen fast täglich Diebstähle, aber es geschah auch der Mord eines Bürgers am Aschermittwoch, 4. März und die Beraubung von einem gewissen Hermann Hardenberg, der die Flucht ergriff.
* Eine Menge Akten aus der Kirche zu Sendenhorst wurde im Jahre 1771 nach Münster geschickt
Herbst 1772
Nach mehreren sehr nassen Jahren kam sehr trockener Herbst und die beste Zeit zum Säen.

1773
Die Segnung der Leichen in der Kirche, die früher üblich war, wurde nach dem Edikt der Synode unterlassen.
15.3.1773
Es wurde der Altar in der Mitte der Kirche entfernt, weil er bei Beerdigungen im Wege stand. Dafür wurde an der rechten Seite der Altar Mariae Virginis ( Mutter Gottes ) aufgestellt. Der unsere Teil des abgebrochenen Altares wurde verbraucht am Altar des hl. Johannes. Dieses geschah auf Wunsch des Pastors mit dem Vikar ad St. Katharinen, während die Gemeinde dagegen war
24.5.1773
An einigen umliegenden Orten fiel Hagel von solcher Größe, daß sie Hühnereiern gleichkamen oder an Größe übertrafen. Aber er schadete mehr den Fenstern als dem Getreide. Ein Sturmwind entwurzelte allüberall Bäume. Hier warf er nur das Getreide zu Boden

1774
* Eine Hitze vor der Zeit und ein frühreifes Jahr. Es starben 40 Kinder zumeist an der Ruhr und an Würmern.
* In diesem Jahre waren zum ersten Male über 100 Kinder in der Schule.
* Stadt betätigt sich als Unternehmer - Ziegelei Teigelkamp - wirtschaftlicher Misserfolg

1775
24.1.
 - Heißer Wind
25. 2. - Eine ungewohnte Wassermenge
* Das Chor der Kirche wurde ausgebessert, soweit es geschehen konnte aus Kollekten
* Es herrschte eine solche Wasserarmut bis zur Herbstsynode, daß das Wasser für das Vieh herbeigeschafft 
werden musste.
* Ausbesserung der Friedhofsmauer nach der Westseite der Kirche. Diese Ausbesserung war vernachlässigt worden von den Pfarreingesessenen, die mit dem Pastor in Streit lagen
Oktober 1775
Es begann wieder die Kuhpest. Sie trat zum dritten Male auf seit 1751. Mit der Mondzunahme wuchs die Seuche

27.1.1776
Es war ein sehr kalter Tag, und die Kälte hielt an bis zum 28. 1. 8 Uhr Morgens; verschiedene Menschen erfroren. Tiere erfroren an den Füßen in den Ställen

24.5.1777
Christian Panning wurde vor dem Osttore tot aufgefunden, unversehens getötet; wie einige sagen, von einer Bleikugel.

Nach 1778
Einebnung der Stadtwälle

1784
Pachtung der Windmühle auf der Geist durch die Stadt - wirtschaftlicher Erfolg

1800-1849

08.02.2013 .Facts Chronik .erstellt von Zusammenstellung: CH

 

August 1802
Als Entschädigung für die westlich des Rheins gelegenen und an Frankreich abgetretenen Gebiete erhält Preußen den östlichen Teils des Fürstbistums Münster.(bereits 1 Jahr vor dem „Reichsdeputationsbeschluss, auf dem Auflösung des heiligen Römischen Reiches deutscher Nation beschlossen wurde) besetzen die Preußen unser Gebiet. Damit endet das Fürstbistum Münster nach fast 700 Jahren. Sendenhorst kommt zum ersten Mal zu Preußen.

Neuer Landesherr: Königreich Preußen

Im April 1803
stellten preußische Beamte eine gründliche Untersuchung über die Wirtschaft des späteren Kreises Beckum an. Sendenhorst: Wenig Ackerbau; meist auf gepachteten Ländereien; 1 Windmühle; für 1 Schilling können auf der Stadtwaage gewogen werden. Die Handwerker arbeiten nur für Stadt und Kirchspiel. Drei Branntweinbrenner: (Ter Geist, Böcker, Ewerke), aber nur geringer Export, Hauptgewerbe Leinenfabrikation und Spinnerei (55 Weber). Das fertige Leinen wird nach Warendorf verkauft. Z. T. Aufkauf von magerem Vieh, das auf die Weiden getrieben und im Herbst auf die Markte im Osnabrückschen verkauft wird.

7.Mai.1803 
Aufhebung dar kaiserlichen Thurn- und Taxischen Poststelle und Entfernung des kaiserlichen Postschildes unter dem Protest des Post-Halters Gerhard Henrich Bonse. (Das Schild wurde auf dem Rathaus verwahrt (nicht mehr erhalten) 

1806
29.04.1806

Verheerendster Brand in der Sendenhorster Geschichte: 154 Wohnhäuser und sämtliche öffentlichen Gebäude Pastorat, Schulen, Rathaus, usw. ) vernichtet. Der Kirchturm wird schwer beschädigt, bleibt aber stehen. Nach Abzug für Versicherungsgelder 67.526 Taler Schulden. Die Preußen veranlassen den Wiederaufbau mit verbreiterten Straßen, Anlage der Neustraße, einer Verbindung zwischen Nord- und Südstraße und der Verlegung der  Häuser südlich und östlich der Kirche. Zum Wiederaufbau werden ferner 260 Bäume aus dem Wolbecker Tiergarten, z. T. kostenlos, angewiesen.
Am 29.April 1806, nachmittags um zwei Uhr, entstand auf dem Schleiten im  Haus des Webers Schlüter aus nicht bekannt gewordener Ursache  die größte Brandkatastrophe, die Sendenhorst jemals heimsuchte.  Gott gebe, dass wir so etwas nicht noch einmal erleben müssen. Begünstigt durch einen heftigen Wind breitete sich das Feuer in solch einer Schnelligkeit aus, dass in wenigen Stunden 154 von damals 280 Wohnhäusern in Asche lagen. Auch der Turm der alten Kirche, das Rathaus und das Pfarrhaus wurden ein Raub der Flammen. Nur Häuser an der Südstraße und ein Teil des Nordviertels blieben vom Feuer verschont. Am Baustil und an den Inschriften kann man heute noch mit ziemlicher Sicherheit feststellen, wie weit das Feuer um sich gegriffen hat.
Oktober 1806
Napoleon besiegt Preußen und besetzt das Münsterland. 

Neuer Landesherr: Großherzogtum Berg (Hauptstadt Düsseldorf) 
= französischer Vassallenstaat. 
Sendenhorst kommt nicht zum Königreich Westphalen!
Der Raum um Sendenhorst wird dem Großherzogtum Berg (Hauptstadt Düsseldorf) , einem napoleonischen Musterstaat zugeschlagen. Department Ruhr, Arrondissements Hamm, Kanton und Mairie (Bürgermeisterei) Ahlen – ab 1811 Sendenhorst. 
* Einführung der Gewerbefreiheit und  Bauernbefreiung . Bürgermeister (Maire) ist der pro-französisch eingestellte Bernhard Langen. Er ist, wie die meisten Sendenhorster, pro-französisch  eingestellt, die froh sind, die ungeliebten Preußen wieder los zu sein.
Wikipedia Großherzogtum Berg

1807
Die Stadt wird größtenteils wieder aufgebaut. 2 neue Straßen werden angelegt und die Häuser, die vormals auf dem Kirchhof standen, dort wieder aufgebaut.

1808
Der Großherzog Joachim Murat von Berg wird König von Neapel. Somit wird der Sohn des Königs von Holland Großherzog von Berg und somit der Landesherr. Großherzogtum Berg = französischer  Vassallenstaat, Hst ist Düsseldorf.

1811
Sendenhorst wird Mairie (Bürgermeisterei), nachdem Münster als Konsequenz der Kontinentalsperre Napoleons gegen England an Frankreich angeschlossen wurde. Der deutsche Norden wird Frankreich angeschlossen. Sendenhorst bleibt beim Großherzogtum Berg.
Herbst/Winter
Es herrscht die Ruhr, jedoch wenig Sterbefälle
November – Dezember 1813
Nach der Niederlage Napoleons besetzen Kosaken als Vorhut der vereinigten Kaisermächte Sendenhorst. Sie erpressen hohe Lieferungen an Verpflegung und Tuch für Mäntel, die 30 Schneider innerhalb einer Nacht nähen müssen.

1814
Mai 1814

Nach ostelbischen Vorbild wird im Mai 1814 der Landsturm in Sendenhorst organisiert, dem alle wehrfähigen Männer angehören müssen. Wenig Begeisterung in der Bevölkerung. Monatliches Exerzieren auf der Ostheide. Bewaffnung: Piken. Hauptaufgabe: Bewachung öffentlicher Gebäude, Gefangenentransporte, Festnahme Desertierter. U. a. waren allein vom 2. Batallion der Westf. Landwehrinfanterie 300 Mann desertiert.  
Im Sommer 1814 
halten sich im Ketteler Horst hielten sich im Sommer 1814 zahlreiche Deserteure auf, die vom Sendenhorster und Everswinkeler Landsturm festgenommen werden sollten.
18. September 1814 bis 9. Juni 1815
Wiener Kongress. Die beschlossene „Neuordnung“ Europas leitet die Restaurationspolitik ein. Auf dem Wiener Kongress wird die Gründung des deutschen Bundes beschlossen (Bis 1866). Diesem gehören sowohl Preußen, als auch ein Teil Österreichs an. Auch ausländische Herrscher sind beteiligt, z.B. der König von England als Herrscher des Königreichs Hannover. Insgesamt handelt es sich beim Deutschen Bund um einen lockeren Staatenbund mit einer ständigen Vertretung und einem Bundesheer.

nach 1815
Restauration in Europa. Die alten vorrevolutionären Strukturen werden wieder installiert.


1816
Neuer Landesherr: Königreich Preußen
Preußen nimmt endgültig von Westfalen Besitz. Sendenhorst kommt zum Kreis Beckum. Das Stadtgericht wird schon ein Jahr später nach Ahlen verlegt.
schlechtes Wetter: Regen, Sturm, Unwetter. Kälte bis in den Juni, schlechte Ernte

1817
Ebenfalls schlechtes Wetter, daraus folgt eine Missernte. Vieh stirbt an der Fäule.

1821
* Gründung des neuen Bistum Münster; Sendenhorst kommt zum Bistum Münster
* Bei der jüdischen Bevölkerung erfolgt die Annahme und die damit verbundene protokollarische Festlegung der Familiennamen. Juden, die unter dem Schutz eines regierenden Fürsten lebten, werden als verkleidete Juden bezeichnet.
Errichtung der Holzmühle, Mauritz, durch Schwarte, Weststraße 

1822
Bürger-Nachtwachen. Obacht auf Feuer und Licht 
* gute Ernten bis 1829/30

1824
Josef Bartmann, Osttor 293, 1. erbautes Haus außerhalb des Walles
Landesdekanate entstehen; Sendenhorst  zum Dekanat Ahlen 
1.7.1824
Eine Botenpost von Warendorf über Sendenhorst nach Hamm wird installiert. 

1826
1.472 Einwohner

1828/1829
Die Bäume der Gegend wird befallen von Wanderraupen. Sämtliches Eichenlaub wird abgefressen. Die giftigen Raupen fallen von den Bäumen. Bei Berührung lösen sie unaustehlichles Jucken aus. Vieh unter den Bäumen stirbt.

1829
Unwetter und dadurch Überschwemmungen im Sommer. Danach regenreicher Herbst. In Folge dessen Viehsterben im nächsten Jahr.

1831
Stadtplan vom Katasteramt herausgegeben
Glockenguß von vier Glocken, nahe des Hof Tergeist, Glockengießer ist der Franzose Bostel

1832 - 1851
Die Gemeinden Enniger, Vorhelm, Sendenhorst-Stadt und Sendenhorst-Kirchspiel bilden eine Verwaltungseinheit. 

1834
Pfarrer und Landdechant Darup  
Hauptstraßen, Ost-,West-,Nord-,Süd sind gepflastert.  

1840
Die Stadttore werden abgerissen, zuletzt das Osttorhaus  

1842
Personenpost zwischen Beckum und Münster. Sie führt über Ahlen und Sendenhorst. Fahrzeit ca. 6 ½ Stunden  

1843
1589 Einwohner  

1845/1846
Friedhofsanlage in der "Alten Stadt" (heute Fröbelstraße) wird errichtet 

1846/1847
Hungerjahre in Deutschland und Münsterland

1848/1849
Ausgehend von den Februarunruhen in Frankreich, greifen die Unruhen auf fast ganz Europa über. In Deutschland kommt es zu revolutionären Unruhen in Baden, Preußen, Österreich, Bayern. Ziele sind: politische Reformen, Liberalismus, ein einheitlicher Nationalstaat und die Verbesserung der sozialen Situation. Die Nationalversammlung wird gewählt.


1848
Ausbau der Landstraße nach Drensteinfurt - Die noch heute "schwierige" Straßenführung ist ein Resultat des schnellen Ausbaus.
18. Mai.1848: Eröffnung der Frankfurter Nationalversammlung in der Paulskirche, des ersten gesamtdeutschen demokratisch gewählten Parlaments; es soll die deutsche Einheit vorbereiten und eine Verfassung für den neuen Einheitsstaat ausarbeiten.
Die Nationalversammlung erarbeitet einen Verfassungsentwurf (kleindeutsche Lösung ohne Österreich). Preußens König Wilhelm IV, lehnt die ihm angebotene Kaiserkrone ab, da sie vom Volke ausgeht. Letztlich scheitert die Revolution, das alte System kann sich militärisch gegen die demokratischen und liberalen Kräfte durchsetzen.

März 1848
Tumulte, Ausschreitungen in Westfalen  
23.03.1848
Bürgergarde in Sendenhorst wird formiert; 238 Gemeine in 4 Kompanien.  Kommandierender ist Stadtkommandant Amtmann Brüning. Schwarzrotgoldene Fahne wird in der Kirche durch Pfarrer Lorenbeck eingesegnet.
Mai 1848
Die deutsche Nationalversammlung in Frankfurt und die preußische Nationalversammlung in Berlin werden gewählt. Keine Direktwahl, sondern ein Wahlmännersystem. Die Kreise Beckum und Lünen wählen zusammen. Gewählt wird zuerst Prof. Walter, Bonn, für die preußische Nationalversammlung in Berlin Dr. Theiol. Westhoff, Diestedde.
In der Stadt 411 Wahlberechtigte / im Kirchspiel 212 Wahlberechtigte


1849
Volkszählung: 284 Wohnhäuser; 4 Fabriken, Mühlen; 69 Ställe
1.655 Einwohner (859 männlich, 796 weiblich), 343 Familien
Viehzählung: 33 Pferde, 1 Esel, 1 Bulle, 486 Kühe, 116 Jungvieh, 0 Kälber, 177 Ziegen, 0 Böcke, 298 Schweine, 0 Schafe, 0 Hunde  

1850-1899

08.02.2013 .Facts Chronik .erstellt von Zusammenstellung: CH

 

Sendenhorst unter den Preußen, die Zeit der Einigungskriege, die Gründung des 2. Deutschen Reiches bis zur Jahrhundertwende.

1851
Die Stadt gibt sich eine städtische Verfassung und scheidet somit aus dem Verwaltungsverbund aus. Das Kirchspiel Sendenhorst kommt zum Amt Vorhelm. Bürgermeister bzw. Amtmann Franz Brüning zum Amt Vorhelm.  

1853
Abbruch der alten romanischen Kreuzkirche (Bau ca. 12 Jhdt.)  

21.8.1855
Pfarrer Lorenbeck legt den Grundstein zur neuen Pfarrkirche.    

1858
Volkszählung: 298 Wohnhäuser; 5 Fabriken, Mühlen; 79 Ställe
1.810 Einwohner (899 männlich, 910 weiblich), 404 Familien
Viehzählung: 64 Pferde, 13 Füllen, 0 Esel, 2 Bullen, 96 Ochsen, 391 Kühe, 106 Jungvieh, 0 Kälber, 119 Ziegen, 0 Böcke, 294 Schweine  

1864
Österreich und Preußen führen Krieg um Schleswig-Holstein gegen Dänemark. 
Gefallene Sendenhorster: Unteroffizier Bernhard Oenkaus...Caspar Bonse..  

1864
Gründung des Allgemeinen Schützenvereins von Stadt und Land   

1865
6.7.1865

Tod Pfarrer Lorenbecks 
15.11.1865
Weihung der neuen Kirche durch den Bischof Dr. Johann Georg Müller.  

1866
Krieg zwischen Preußen und Österreich. Der deutsche Bund wird aufgelöst.
In Westfalen eher Zurückhaltung gegenüber Preußen. 

Gründung einer Sparkasse der Stadt Sendenhorst und des Amtes Vorhelm  
4.6.1866
schwerer Hagelschlag in Sendenhorst (Stadt und Kirchspiel) Gesamtschaden beträgt ca. 100 000 Taler  
August 1866
Viele Kinder werden vom Stickhusten befallen, etwa 30 sterben, namentlich Kinder der ärmeren Klasse

1868
Volkszählung: 313 Wohnhäuser. 1922 Einwohner (957 männlich, 965 weiblich). 432 Familien
Viehzählung: 82 Pferde, 0 Füllen, 0 Esel, 528 Bullen-Ochsen-Kühe-Jungvieh, 159 Ziegen, 3 Böcke, 428 Schweine, 107 Schafe, 69 Hunde  

1869
Gründung des Männergesangvereins "Cäcilia", Dirigent Eberhard Haselmann  

1870
Gründung des Krieger- und Landwehrvereins   
1870/1871
Deutsch-Französischer Krieg. Das Deutsche Reich wird unter der Führung Preußens gegründet (ohne Österreich). Deutscher Kaiser wird der bis dahin preußische König Wilhelm I. 


1871
Die Todesfälle in Folge der hier ausgebrochenen Pocken und Ruhrkrankheit sind viel zahlreicher als sonst. An der Ruhrkrankheit sind bis jetzt gestorben 12 Kinder und 7 erwachsene Paersonen

1872
* Bau einer neuen Mädchenschule an der Nordstraße 
* Kegelbuch im Haus Voßding-Knobbe, Südstraße   

1873
1.885 Einwohner  

1874
Beginn der Standesamtsregister in Preußen
1.10.1874
Standesamtliche Register, Einführung Standesamt in Sendenhorst.    

1876
Bis 1876 Kirchenbücher Geburt, Trauung, Tod für Statistiken  

1877
Eine Fuhre Verwaltungsakten - über 1000 Stück - zum Einstampfen nach Münster verkauft. Erlös deckt nicht einmal die Kosten.  

1878
neue Volksschule an der Armen- danach Schulstraße, sieben Klassen. Erster Lehrer Kaspar Möllers, ab 1903 Hauptlehrer  
Gründung Landwirtschaftlicher Ortsverein   

1880-1884
Sendenhorst ohne Pfarrer während des Kulturkampfes, Pfarrverwalter ??  
ab 1880
Strontianitbau im südlichen Münsterland Sprung zum Strontianitbergbau in den Sendenhorster Geschichten

9. August 1885
Auf dem Südgraben bricht abends ein Brand aus und zerstört das Linnemann'sche Haus. 
Drei Tage darauf, am 12. August, entstand auf der Südstraße ein weiterer Großbrand. Der Schmied Arnskötter verbrannte auf seiner Esse das anlässlich der Firmungsreise des münsterschen Bischofs Johann Bernhard zur Ausschmückung des Hauses verwandte Fichtengrün. 
Plötzlich griff das Feuer auf das Haus über, verbreitete sich auf die Nebengebäude, schlug quer über die Straße und zerstörte gleich dem Arnskötterschen Hause die Häuser von Lewe, Westmeier und Kammann.
Danach erfolgt wird die Freiwillige Feuerwehr ins Leben gerufen. feuerwehr-sendenhorst.de 

1886
Vaterländischer Frauenverein gegründet. 1935 Deutsches Rote Kreuz, DRK  

1887
Abbruch Vikarie St.Katharina an der Südstraße,  Neubau unter Vikar Tenberge im hinteren Garten.
1888
Drei-Kaiser-Jahr in Deutschland. Nach dem Tode Wilhelms I. wird sein Sohn Friederich III. Kaiser des Deutschen Reichs. Bereits bei der Thronbesteigung ist der neue Kaiser todkrank. Er stirbt nach nur 100 Tagen an Kehlkopfkrebs. Sein Sohn, Wilhelm II. wird neuer deutscher Kaiser.


1889
Die Sterblichkeit ging weit über das gewohnte Maß hinaus. 46 Sterbefälle, darunter 28 Kinder unter 5 Jahren
16.9.1889
Einweihung des St. Josef-Stifts. Einweihung im Beisein des Stifters Joseph Spithöver. Die Initiative zum Bau des Hauses geht zurück auf den Sendenhorster Bürgers Josef Spithöver (1813 - 1892), einem Buchhändler, der in Rom zu Reichtum gekommen ist. Spithöver schenkt das Hospital seinem Heimatort. Die Pläne stammen von dem münsterschen Architekten Wilhelm Rincklake.

1892
Tod Joseph Spithöver in Rom, Grab deutscher Friedhof

1895
Mehrere Kinder sterben an der Brechruhr

1897
Gründung Spar-und Darlehnskasse

1898
Industrie hält Einzug in Sendenhorst. Zentrifugenfabrik Ramesohl, Oelde, errichtet eine Filiale am Osttor. 15 Arbeiter sind bis zum ersten Weltkrieg dort beschäftigt.

  

1900-1949

08.02.2013 .Facts Chronik .erstellt von Zusammenstellung: CH

 

Sendenhorst in der 1. Hälfte des 21. Jahrhunderts - Vom Kasierreich über den 1. WK, die Weimarer Republik, die Nazi-Zeit und der 2. Weltkrieg bis zur Gründung der BR Deutschland

1900
1.995 Einwohner
3. September 1900
Sendenhorster Volkszeitung, Nr. 1 erscheint. (Ahlener Volkszeitung gegründet 31.3.1898)

1901
Gründungsversammlung Allgemeiner Schützenverein unter der Linde im Hof Gasthaus Voßding, Südstraße / Wiederbegründung 

1903
Eröffnung der Westfälischen Landeseisenbahn, Sendenhorst erhält Anschluss an die Strecke Lippstadt - Neubeckum - Enniger - Sendenhorst - Albersloh - Wolbeck - Münster. Erste Fahrt geht von Beckum nach Münster und zurück

1905
Schließung der Bestattung im Ost-Friedhof  - Eröffnung eines neuen Friedhofs 
am Westtor

1907
Straßenlampen mit Strom durch Wieler, auch  Haus- und Stallbeleuchtung; Ende der Petroleumlampen 

1910
Gründung des Turnvereins
Einwohner: 2.480 Stadt   836 Kirchspiel     Fläche Stadt:  389 ha = 1.556 Morgen    Fläche Kirchspiel: 4.808 ha = 19.232 Morgen  

1911
Stadtwappen und Rot-Weiß-Fahnen durch Kaiserliche Genehmigung von Wilhelm II.
Post zieht vom Südtor zur Nordstraße 248 um, wo sie seit 1742 war. 1980 zur Schulstraße im September 2003 dann Poststelle im Geschäft Lotto-Totto, Schulstraße Rathausneubau Sparkasse zieht um von Rötering ins Rathaus, 2 Räume, 1 Tresorraum
Lehrer Kaspar Möllers, Katjo, Knieper, Erpenbeck, Bussmann Verspohl, von Roschee; 7 Klassen - 448 Kinder 

1912 
Die letzte Jüdische Familie verlässt die Stadt. Seit 1838 ist zwar eine eigene Schule belegt, eine kleine Synagoge befindet sich am Schlabberpohl, insgesamt gibt es sechs jüdische Familien in Sendenhorst. Einziges verbliebenes Relikt ist der unversehrte jüdische Friedhof auf dem ehemaligen Stadtwall (Ostenpromenade). 
16.6.1912 
Erstes Bezirksturnfest in Sendenhorst. Turnhallenbau beginnt 
28. April 1912
Brieftaubenzüchter gründen den Militär-Brieftauben-Liebhaber-Verein „Luftbote“. Züchter stellen Tauben dem Kriegsministerium zur Verfügung Militärbrieftauben im Krieg für Eilmeldungen und in Friedenszeiten für Spionage.

1913
Gründung Brieftaubenverein Blitz
Turnhalle errichtet, Fertigstellung

1914
Gründung des Gesellenvereins und Gründung des Jugendvereins
Promenadenbau Nord-West
1914- 1918 
I. Weltkrieg: Deutsches Reich, Österreich-Ungarn & Osmanisches Reich (Mittelmächte) gegen die Alliierten: Großbritannien, Frankreich, Russland, ab 1917 USA
28. Juni 1914
Attentat von Sarajevo  als Auslöser des I. Weltkrieges. Bei seinem Besuch in Sarajevo wurde der Thronfolger Österreich-Ungarns, Erzherzog Franz Ferdinand, von mehreren Mitgliedern einer bosnisch-serbischen nationalistischen Bewegung erwartet. Infolge dessen: Der Krieg beginnt am 28. Juli 1914 mit der Kriegserklärung Österreich-Ungarns an Serbien.[4] Serbien wird durch das Russische Zarenreich unterstützt, während das Deutsche Reich der Donaumonarchie beisteht. Die Mittelmächte, zu denen sich auch das Osmanische Reich und Bulgarien gesellen, sehen sich einem Zweifrontenkrieg gegenüber, da die Entente-Mächte Frankreich und Großbritannien auf Seiten von Russland und Serbien eingeifen. Später kommen Japan, Italien, Portugal, Rumänien, Griechenland, die USA und andere Länder hinzu.
1. August 1914 
Mobilmachung erfolgt

1914 - 1918
Turnhalle und Räckers Fabrik dient als Kriegsgefangenenlager für Franzosen / Krankenhaus als Vereinslazarett

1915
Herstellung von Granaten in Ramesohls Fabrik

21.5.1916
Gründung des Kaninchen-Zuchtvereins. Vorsitzender Wilhelm Düllo, Nordtor 

1917
Lager für französische Kriegsgefangene in Räckers Fabrik, (Weberei) - Gefangenenlager Turnhalle, Mühlenkuhle

1918
Sommer 1918

Abgabe der 2. Glocke, Katharinenglocke für Rüstungszwecke
November 1918 
Die Westfront kollabiert. Die Alliierten erzwingen einen Waffenstillstand. Im Deutschen Reich bilden sich Arbeiter- und Soldatenräte. Revolution in Berlin.
9.11.1918
Kaiser Wilhelm II. dankt ab und flieht ins holländische Exil. Phillip Scheidemann (SPD) ruft vom Reichstag in Berlin die Republik aus.

Kriegsende und Revolution in Sendenhorst: 101 Gefallene seit Kriegsbeginn Gründung eines Arbeiter- und Soldatenrats, Quartier ist die Bahnhofsgaststätte. Heimkehrende Soldaten durchziehen Sendenhorst, andere nehmen Quartier für Wochen

1919
24. Januar 1919

Neuwahl von 12 Stadtverordneten, erstmals Frauenwahlrecht
2. März 1919
erstmals 12köpfige Stadtvertretung, unter den Mitgliedern sechs Arbeitnehmer

1920
Gründung Handwerker-und Gewerbeverein
1920
Aufstände von Rechts und Links
13. März 1920
In Berlin kommt es zu ei­nem Putschversuch des Landschaftsdirektors Kapp und des Infanteriegenerals von Lüttwitz. Die Reichsregierung ruft zum Generalstreik auf der weithin befolgt wird und verlässt Berlin. Nach vier Tagen bricht der Kapp/Lüttwitz-Putsch zusammen. 
Als Antwort auf den rechten Kapp-Putsch erfolgt nach dessen schneller Niederwerfung ein Aufstand von links.
Im Ruhrgebiet entsteht eine „Rote Ruhrarmee". Diese kann am 17. März Dortmund besetzen, am 19. März folgen Bochum und andere Städte des Reviers. Am 20. März ist das gesamte Revier in der Hand der Aufständischen. 

Das Münsterland ist am südlichen Rand von diesen Ereignissen betroffen. Die Rote Armee marschiert nun nach Norden auf Münster zu, besetzt am 22. März Schermbeck, Raesfeld und Dülmen. Südlich von Borken, nördlich von Dülmen und bei Sendenhorst [südlich] bilden sich die Frontabschnitte der Regierungstruppen.  Den Regierungstruppen gelingt jedoch in kurzer Zeit die Rückeroberung des Ruhrgebietes, am 8. April ist die Besetzung des Reviers abgeschlossen.

1920 - 1940
Rektoratschule. „Altes Rathaus“, Westtoror

1921
Gründung der Stadt- und Feuerwehrkapelle

1923
Hyperinflation im Deutschen Reich
Die Inflation erreicht Rekordhöhen. Am 15. November 1923 wird die Papiermark abgelöst mit Einführung der Rentenmark (wertgleich mit der späteren Reichsmark). Körperlich mussten die am 15. November 1923 gültigen Scheine aber noch bis Anfang 1925 als wertstabiles "Notgeld" (Kurs: 1 Rentenmark = 1 Billion Mark) dienen. 

Einweihung des Kriegerehrenmals.

1925
Heimatfreunde gründen den Heimatverein.
Gründung des Reitervereins

1926
Februar 1926

Wirtschaftslage sehr schlecht. Emailierwerk, Maschinenfabrik, Schraubenfabrik, Hartsteinwerk. 100 Arbeiter beschäftigt. Werke liegen still
Ausbau südliche Promenade
März 1926
Kanalisation von Weststraße, Nordstraße, Schulstraße bis Schule, Kühl, Drostenhof 
6.Juni 1926
Sommerbadeanstalt Hardt wird eingeweiht. Bassin ist 130 m lang, 50 m breit 27.12.1926
Elektrizität hält Einzug: Straßenlaternen brennen erstmals.

1928
Kläranlage. Beratung 
Ausbau der Promenade vom Osttor zur Neustraße

14.7.1928
Freiwillige Feuerwehr. Grundsteinlegung von Steigerturm und Gerätehaus am Placken.

17.11.1929 
Wahl zum Stadtparlament

1930 
Weltwirtschaftskrise führt zu Insolvenzen und Massenarbeitslosigkeit. [siehe Wiki-Link]
Einweihung des Kriegerdenkmals am Osttor

1931
Obst-und Gartenbauverein Gründung. Vorsitzender Große-Kogge 
1932
Jugendheim. Einweihung Sandkuhle, Westtor, westlich von Wößmann 3)
30.November 1932
Auf dem Steinkühlerfeld südlich  von Sendenhorst werden im Rahmen von Notstandsarbeiten zwei Tonkrüge gefunden. Die Krüge enthalten 42 Gold- und über 3000 Silbermünzen, von denen viele eine Prägung aus dem Jahre 1425 n.Chr. aufwiesen. 1)
Sprung in den Sendenhorster Geschichten

1933
30.1.1933

Hitler wird vom Reichspräsidenten Hindenburg zum Reichskanzler ernannt, Beginn der nationalsozialistischen Terror-Herschaft. Zuerst Bildung einer Koalitionsregierung mit den Deutschnationalen. Mit dem Ermächtigungsgesetz am 24. März 1933, dem bis auf die SPD alle Parteien im Reichstag zustimmen, erlangen Hitler und seine NSDAP die absolute Macht.
14.2.1933
Flaggenstürmer, Reichsflagge geholt vom Rathaus, Friedhof abgelegt
2.3.1933
Hakenkreuzfahne am Rathaus

1936
Badeanstalt. Hardt. Abbruch der Gebäude. Einstellung des Badens

26.9.1937
Kirchspielswappen genehmigt. StHAS   =gezinkter roter Balken auf goldenem Grund

1.9.1939
Der II. Weltkrieg beginnt mit dem Überfall Deutschlands auf Polen. Am 3.9.. erklären Frankreich und England Deutschland den Krieg.
1939
Schießplatz und Sportplatz entstehen in Sandkuhle neben Friedhof.

1940
14.4.1940

Einweihung der neuen Orgel in St. Martin
7.9./ 11.10.1940
Bomben britischer Flugzeuge richten Flurschäden an. Bomben Ostheideweg nach Hoetmar, Scheinflughafen Watermann, Hardt

1941
Bombenangriffe auf Münster. 350 Evakuierte kommen nach Sendenhorst

1943
3 Glocken für Kriegszwecke abtransportiert.
4.3.1943
Erstmaliger Beschuss durch britischeTiefflieger. Straßenlampe bei Herweg wird beschädigt.

14. 10. 1944 bis 18.12.1945
Bischof Clemens August von Galen nimmt Quartier in Sendenhorst, nachdem in Münster nach schweren Bombenangriffen das Dompalais schwer beschädigt wurde.

1945
Ende März 1945

Front kommt nach Sendenhorst. Am Westtor wird eine Panzersperre errichtet, die jedoch vor dem Einmarsch der Amerikaner geöffnet wird.
30.3.1945 - Karsamstag
Durchzug amerikanischer Truppen von Drensteinfurt kommend. Weiße Fahnen werden gehisst. Feuergefecht in Rinkhöven. Junge HJ-Soldaten liefern sich letztes Gefecht mit den US-Truppen. 5 Höfe brennen ab. 9 Soldaten tot.
Fremdarbeiter marodieren. Russische Kriegsgefangene liefern sich Straßenschlachten mit Bewohnern Weststraße.
Besetzung durch Amerikaner, dann englische und später belgische Besatzung.
8.5.1945
Das Deutsche Reich kapituliert, Kriegsende. 
Deutschland wird in 4 Besatzungszonen aufgeteilt. + 4 Sektoren von Berlin + deutsche Ostgebiete an Polen (Hinter-Pommern, Westpreußen, Schlesien, südliches Ostpreußen) + nördliches Ostpreußen an Russland 
Die 3 Westalliierten sind: USA, Vereinigtes Königreich und Frankreich.
Endgültig völkerrechtlich anerkannt wird die Oder-Neiße-Grenze als deutsche Ostgrenze erst mit den 2 + 4 Verträgen der deutschen Einheit:

Mai1945
Gefallen im Krieg 208 Sendenhorster und 45 Flüchtlingsangehörige
1945 Juni
Flüchtlinge aus dem Osten finden Unterkunft. 
1945
Evangelischer Gemeindeverband
18.12.1945
Bischof Clemens August von Galen kehrt nach Münster zurück. 

27.2.1946
Clemens August, Bischof von Münster, später Kardinal von Pius XII zum Kardinal ernannt, wird erster Ehrenbürger von Sendenhorst

1946
Kommune nach britischen Vorbild (Doppelspitze Bürgermeister & Stadtdirektor)


1949 
* Ehrenfriedhof für Gefallene des 2. Weltkrieges wir errichtet.
* Fund eines Gräberfeldes (um 800 v.Chr.) bei Ausschachtungsarbeiten am Martiniring
23.5.1949
Die Bundesrepublik Deutschland wird aus den drei westlichen Besatzungszonen & West-Berlin gegründet.

Oktober 1949 
Wasserleitung wird angelegt. Hand-und Spanndienste. Wasserwerk Ahlen bis Wasserturm, Westtor

1950-heute

08.02.2012 .Facts Chronik .erstellt von Zusammenstellung: CH

 

Die 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts - Geprägt wurde diese Zeit durch die Folden des 2. Weltkrieges, den wirtschaftlichen Aufschwung, das Wachstum der Stadt durch die Zuwanderer. Endgültig beendet wurde der 2. Weltkrieg erst mit den 2+4 Verträgen 1990. Für das 21. Jahrhundert suchen wir noch einen neuen "Stadtschreiber"!

1950
* Grundsteinlegung der Grundschule, Volksschule. Kardinal-von-Galen-Schule, 11 Klassen
* Die Kläranlage entsteht.
* Sportplatz wird erweitert mit 400 m Laufbahnen
* Wasserleitung. Hand-und Spanndienste. 11.5 km
* Wasserturmbau. Auf der Geist. Höhe 45 m. Umfassung 400 cbm
* Wohnbereich westliche Telgter Straße entsteht.

1951 
Evangelische Kirche mit Pfarrhaus wird errichtet
14.10.1951
Einweihung der Grundschule, Kardinal-von-Galen-Schule, 11 Klassen,  

1954
Der Kindergarten an der Overbergstraße, wird errichtet.

1955
Kleingartenanlage und Verein, Telgter Straße
1.4.1955
Amtsverband Sendenhorst aus Stadt und Kirchspiel entsteht

1960
St. Josef-Stift: Um- und Erweiterungsbauten. Sonderschule entsteht und Bäderabteilung
Turn-und Sporthalle wird eingeweiht. 800 qm Spielfläche

13.8.1961
In Berlin errichtet die "DDR" die Mauer, die deutsche Teilung wird zementiert.
1961/1962
Teigelkampschule I. Teil Baubeginn

1962
Teigelkampschule. Turnhalle
Bundeswehr. Patenschaft. 4.Kompanie / Bataillon 441 – Stadt Sendenhorst
Erster Tennisplatz wird errichtet. Lage hinter Turn-und Sporthalle

1963/1964
Ehrenfriedhof, Westtor wird neugestaltet

1964
Innenstadt Neugestaltung. Sanierung
Neubau des Jugendheim, Kirchstraße
Kläranlage. 2. Bauabschnitte. Biologischer Teil

1965
* Pfarrkirche. Innenbereich neugestaltet
* St. Martin – Bronzeskulptur auf dem Kirchplatz. Geschenk der Gemeinden des Kreises Beckum. Künstler Kleinhans
* Stadt Sendenhorst. 650 Jahrfeier
* Teigelkampschule und Turnhalle werden der Öffentlichkeit übergeben.

1966
Freiwillige Feuerwehr. Gerätehaus, Ladestraße, wird neuerstellt.

1967
Neubau der Realschule, Auf der Geist
Baubeginn der Spar- und Darlehnskasse, später Volksbank, an der Weststraße 

1967/1968
Teigelkampschule II. Teil Neubau

1968
* Realschule wird eingeweiht
Schüler: Grundschule 392, Hauptschule 254, Realschule 295 Gesamt: 941
* Stadt und Kirchspiel sind wieder eine Gemeinde. Amtsverband mit Enniger und Vorhelm
* Tennisplatz. 2. Anlage hinter der Turn-und Sporthalle fertiggestellt
* Volksbank, vormals Spar-und Darlehnskasse wird eingeweiht.

1970 - 1973
Projekt Internationaler Großflughafen startet. Lage: zwischen Sendenhorst, Albersloh und Drensteinfurt
Sprung in dem Sendenhorster Geschichten

1970
Volksschule, Schulstraße wird abgebrochen.  

1971
Sanierung. Erstes Projekt Stadtmitte. Schulstraße wird verbreitert.
Friedhofskapelle wird gebaut.

1973 
Hagenholt, neue Wohnsiedlung, wird erschlossen.

1974 
* Rosenmontag. Umzug beginnt
* Das Hallenbad am Westtor wird eingeweiht 

1975
1.1.1975  - Kommunale Neuordnung. Sendenhorst und Albersloh eine neue Gemeinde.
* Bürgerhaus erstellt und eingeweiht 

1977
Spätaussiedler aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten und der ehemaligen UdSSR. Wohnbereich Garrath entsteht 
März 1977 
VEKA wird an der Dieselstraße errichtet..  
September 1977
Reithalle wird eingeweiht.  

1982 
Baubeginn des Fernmeldeturms  
25.6.1982 
Sport-und Freizeitzentrum wird eingeweiht. 2 Jahre Bauzeit nach Spatenstich  

Dezember 1986 
Realschule. Turnballenbau Grundsteinlegung  

11.-13.12.1987 
1. Weihnachtsmarkt in Sendenhorst Stadtmitte  

1988
3.6.1988
 
Fußgängerzone wird eingeweiht. Westfälische Quadriga. Künstler Kleinhans enthüllt.  
* Gründung des Gewerbe- und Verkehrsverein. Vorsitzender Heinrich Wiedehage  
16.4.1988 
Realschule. St.Martin-Turnhalle wird eingeweiht. 2 Jahre Bauzeit  
Juni 1989 
Bürger-und Schützenwald entsteht.
Juli1989
St. Josef-Stift. 4 neue Glocken. Spende Rektor Dr. Lohmann1.10.1989 
CDU verliert im Rat die absolute Mehrheit  
9.11.1989
In Berlin fällt die Mauer, in Folge der Abwanderung und Massenprotesten.

19.10.1989
SPD stellt erstmals Bürgermeister: Franz-Josef Reuscher

1990
2.10.1990
Die Bürgermeister der Stadt Kirchberg (Sachsen) und Sendenhorst, Jürgen Hahn und Franz-Joseph Reuscher, unterzeichnen im Festsaal in Kirchberg Dieses Bild stellt das Wappen einer deutschen Körperschaft des öffentlichen Rechts dar. Nach § 5 Abs. 1 UrhG (Deutschland) sind amtliche Werke wie Wappen gemeinfrei.den Partnerschaftsvertrag der beiden Städte.
Mehr Infos über Kirchberg auf Wikipedia
3.10.1990
Die DDR tritt der BR Deutschland bei, Deutschland ist wiedervereinigt. Durch die 2+4 Verträge wird faktisch ein Friedensvertrag geschaffen und somit der 2. Weltkrieg beendet. Deutschland verzichtet endgültig auf die ehemaligen Ost-Gebiete, jenseits von Oder und Neisse.

1992
Stadt Sendenhorst erwirbt die Haus- und Hofstätte Josef Siekmann, Weststraße 

1993 
In Deutschland werden die neuen 5-stelligen Postleitzahlen eingeführt.
Sendenhorst (und Albersloh) haben nun die neue PLZ: 48324 die alte PLZ: 4415, davor 4401 - Immer noch gesucht: Wann erfolgte diese Umstellung? 4401 hatten auch z.B. Nordwalde, Saerbeck.

März 1994 
Bundeswehr. Neue Patenschaft 3.Kompanie Panzer Gren.Btl.192

28.12.1995 
Heinrich Wiegard wird als Stadtdirektor verabschiedet. Doppelspitze Bürgermeister, Stadtsekretär wird aufgehoben.  

1999
1.1.1999

Der Euro wird als Buchgeld eingeführt. Kurs: 1 EUR = 1,95583 DM
September 1999
Erstmals wird der Bürgermeister von allen Bürgern aus Sendenhorst und Albersloh gewählt - Werner Duffhues, CDU

November 2001 
Gänsemarkt. Neuer Marktbetrieb um Martinus, Stadt- und Kirchenpatron  

2002
1.1.2002

Der Euro wird gesetzliches Zahlungsmittel (Buchgeld schon seit 1999) Kurs: 1 DEM = 0,51129188 EUR
1.7.2002  
Sparkasse Sendenhorst Geschäftsstelle kommt über Sparkasse Ahlen zur Sparkasse Münsterland Ost 
November 2002 
Liebesgasse. St.Katharina Bronzebüste. Künstler Bernhard Kleinhans  

8.3.2003 
Alexander Klaws gewinnt die erste Staffel von „Deutschland sucht den Superstar“, RTL "We have a dream!" 

Kontakt

Heimatverein Sendenhorst e.V.
Weststraße 3

48324 Sendenhorst

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+49 170.7372307
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