Chronik von Sendenhorst
⇒Anfänge-1500   ⇒ab1500   ⇒1600   ⇒1700   ⇒1800   ⇒1900-2003

Von den Anfängen bis 2003.


Vor- & Frühzeit:
Funde im Münsterland z.B. in Albersloh, u.a aus Steinzeit, von Neandertalern - Somit dürften einzelne Gruppen auch unser Gebiet durchstreift haben, wahrscheinlich entlang des Kiessandrückens.
600-500 v. Chr.
Urnenfriedhöfe Spithöver Straße und Martiniring = 1. indirekter Nachweis der Besiedlung des Sendenhorster Raumes
vor Chr.
Besiedlung des Kernmünsterlandes = Dreingau durch die germanischen Brukterer
ab 0
Kaiserzeitliche germanische Siedlung auf der Alst (Albersloh)
Siedlung
9 n. Chr.
Cheruskerschlacht bei Kalkriese bei Osnabrück - Rom verliert 3 Legionen u gibt die Eroberungen jenseits des Rheins auf. Beteiligt: Brukterer In den ersten Jahrhunderten nach Christus Brukterer wandern aus dem Münsterland ab, Kernmünsterland entvölkert.
ab 350
Abwanderung der Brukterer. Kernmünsterland bleibt lange Zeit menschenleer
ab 550
Sächsische Landnahme, Sachsen wandern von Norden ein.
Ab 650
langsame Neubesiedlung des Kernmünsterlandes = Dreingau durch germanische Sachsen (Sächsische Landnahme). Besiedlung des sich von Hiltrup über Albersloh und Sendenhorst erstreckenden Kiessandrückens, 1-2 Generationen später Besiedlung der nördlich und südlich gelegenen Bauerschaften.
ca. 700
Durch Ausgrabungen in Warendorf wissen wir, wie ein Bauernhaus um 700 n. Chr. aussah. Aus Lehm, Stroh und Holz bauten die Siedler ihre Häuser. Sie waren etwa 20 Meter lang und in der Mitte 5-6 Meter breit. Rund um das Haupthaus lagen Grubenhäuser, die 70 cm in den Boden gesenkt waren. Hier lagerten die Vorräte, und hier verarbeiteten die Frauen die faserige Flachspflanze zu Leinen. Die Siedlung (auch Weiler genannt) bestand damals aus 5 - 6 Höfen. In der Umgebung gab es noch weitere kleine Siedlungen, aus denen sich später die Bauerschaften entwickelt haben.
Ab 772 - bis 810
Sachsenkriege Karls des Großen - Bestimmt auch Durchzüge in unserer Gegend
Ab 793
Bistum und Fürstbistum Münster Nachdem der Friese Liudger 793 das Kloster als Sitz der fränkischen Missionierung der Sachsen und Friesen gegründet hatte, wurde er am 30. März 805 zum Bischof geweiht. Das Bistum erstreckte sich von der Lippe entlang der Ems bis nach Friesland und war seit 798 der Kirchenprovinz Köln unterstellt. Es wurde 1120 nach der Zerschlagung des Herzogtums Sachsen zu einem Fürstbistum innerhalb des Heiligen Römischen Reichs erhoben. Das Hochstift Münster, bestehend aus dem Oberstift Münster und dem Niederstift Münster, war das größte Fürstbistum des Reiches und fiel infolge des Reichsdeputationshauptschlusses 1803 an das protestantische Preußen.
ab 800
Älteste Höfe als Keimzelle der Siedlung Sendenhorst: * Rüschey – Gobelenhove * Tergeist – Geisterholt * Pastoratshof – Haus Sendenhorst (Bischofshöfe) Siedlungsweise: Im Mittelpunkt die gemeinsam bewirtschaftete Ackerflur, das Esch. In Sendenhorst westlich der Realschule, "Auf der Geist“.
890
Werdener Urbaren, Aufzeichnungen der abgabepflichtigen Höfe auf dem Gebiet des heutigen Sendenhorst. Aufzeichnung durch Mönche des Klosters Werden auf ihrer Reise durch den Dreingau = Kernmünsterland / Sondonhurst, Gesandron (Geilern), Elmhurst (Elmenhorst), Sandfurt, Bracht, Ramshövel Ca. 10. Jhdt. (Datum nicht belegbar) Sendenhorst als selbständige Pfarrei eingerichtet. Kirchgebäude wird 400m weiter östlich (= heutige Lage der Kirche) als das ursprüngliche Dorf Sendenhorst errichtet.
ab 1000?
* Besiedlung der südlichen Innenstadt
Vermutung gemäß Funde 2022!
* Besiedlung der Hoftselle "Alte Hof" (heute Veka) durch mittelalterlichen Kleinadel - wahrscheinlich Sitz der westfälischen Familie Schorlemer
1090
Älteste Erwähnung in der Freckenhorster Heberolle (Abgabenverzeichnis des Damenstiftes Freckenhorst) Darin zahlreiche Höfe und Hofesgruppen in und um das spätere Sendenhorst / Bauerschaften: Hardt, Sandfurt, Bracht, Elmenhorst
1120
Das Herzogtum Sachsen wird zerschlagen - Sendenhorst kommt zum Fürstbistum Münster
12. Jhdt.
In Sendenhorst: Burg des 12. Jhdts. / Lage: heutiges Bürgerhaus, ggf. Hermann von Sendenhorst.
1175
1. urkundliche Erwähnung Dorf Sendenhorst
Wappen des Bistums bzw. des ehemaligen Fürstbistums und Hochstiftes Münster
2. Hälfte des 12. Jhdts.
Bischöfe von Münster streben nach Landesherrschaft. Der geistliche Herrschaftsbereich soll zu einem weltlichern Territorium werden, die „parochia des heiligen Liudger“. Sie werden Landesherren. Konflikt des Bischofs von Münster mit den Grafen von der Mark (Hauptstadt Hamm). Ein wichtiges Mittel zur Sicherung der Landesherrschaft ist die Anlage von Städten als Stützpunkt gegenüber den feindlichen Nachbarn.
Seit dem 13. Jhdt.
nachweisbar, war Sendenhorst Sitz eines bischöflichen Gogerichts, zuständig für die Kirchspiele Albersloh, Drensteinfurt, Hoetmar und Rinkerode. Vor dem bischöflichen Lehnsgut Tergeist, westlich der Siedlung, richtete der Freigraf unter dem Königsbann für schwere Straftaten wie Mord.
Nach 1300 – vor 1315
Erhebung in den Rang einer Stadt, Umwallung der Stadt, regelmäßiger planmäßiger Grundriss. Stadtgründer ist Bischof Ludwig von Hessen (links).
11.8.1315
Erste erhalten gebliebene, geschichtliche Erwähnung der Stadt Sendenhorst (Opidum Sendenhorst) = Jubiläumsdatum. Stadtgründung wohl durch Bischof Ludwig II. von Münster(1310-57) wegen der Kriege mit dem Grafen Engelbert von der Mark. 1323 oppidum genannt, Wigboldsrechte. siehe Wikipedia
1323
erster Stadtbrand - Sendenhorst wird durch die Truppen Grafen Engelbert von der Mark (Hamm) im Zuge der Fehde mit Münster niedergebrannt. Danach Wiederaufbau und Aufstieg der Stadt mehr Infos. Danach Wiederaufbau und Aufstieg der Stadt
1350/51
Der schwarze Tod, = wahrscheinlich die Pest, überzieht Europa und auch Sendenhorst. Keine Angaben über Anzahl der Toten. In Münster sollen 11.000 Menschen an der Seuche gestorben sein. mehr Infos dazu auf Wikipedia
Nach 1351 bis 1500 Niedergang der Stadt in Folge der Pestpandemie. Besfestigungsring wird enger gezogen. Ursprünglich gehörte das Gebiet "Alte Stadt" in die Umwallung. Die westlich des Schleitens und der ehemaligen Schule liegenden Höfe Tergeist und Schöckinghoff (Haus Sieckmann) lagen ursprünglich vor der Stadt.
13./14. Jahrhndert
Glasverarbeitende Stelle in der Südstadt (Originalscherbe)
Funde 2022
Nach 1425
Sendenhorster Münzschatz kommt in die Erde (Hof Große Kogge – Bauerschaft Bracht).
Fund 1932 im Rahmen von Notstandsarbeiten. ca. 4.000 Silbermünzen, 452 Goldmünzen (unbestätigt). Silbermünzen entsprachen dem Gegenwert von 60 Pferden oder 120 Kühe oder ein geräumiges Grundstück in Sendenhorst mit bürgerlichen Haus. Eigentümer ist leider unbekannt.
15 Jhdt.
Nur geringes Bevölkerungswachstum Sendenhorst
1450- 1457
Münsterische Stiftsfehde kein direkter Nachweis für Sendenhorst, jedoch setzen alle Rechtsgeschäfte aus. Viele Höfe im Kirchspiel, Bauerschaften Hardt, Rinkhöven sind nach der Stiftsfehde wüst und abgebrannt. Aus den Aufzeichnungen des Klosters Marienfeld (Liste der dem Kloster der zehntpflichtigen Höfe):gesamten Höfe in der Bauerschaft Hardt , Höfe in Jonsthövel waren verwüstet, aufgegeben und verlassen. mehr Infos dazu auf Wikipedia schwerer wirtschaftlicher Rückschritt.
1490
Älteste erhaltene Stadtprivelegien Fürstbischof Heinrich III. von Münster bestätigt die Rechte des „Städekens" Sendenhorst; ebenso die späteren Bischöfe.
Fürstbischof Heinrich III. von Münster 
1498
Willkommschatzung Sendenhorst an den neuen Fürstbischof von Münster, Conrad von Rietberg (erste Besteuerung der Untertanen des Bischofs).
* Sendenhorst: 330 Einwohner innerhalb der Stadtumwallung
* Ahlen Stadt: 728 Einwohner
* Albersloh: 434 Einwohner
* Alverskirchen: 265 Einwohner
* Beckum Stadt: 731 Einwohner
* Vorhelm: 264 Einwohner
* Warendorf Stadt: 1.354 Einwohner
1516
Verbot der Femegerichte vom Fürstbischof zu Münster

    

1500 - 1600 n. Chr..


1516
Verbot der Femegerichte vom Fürstbischof zu Münster
1517
Beginn der Reformation - Luthers Thesenanschlag an die Wittenberger Schlosskirche Reformation ohne erkennbare Auswirkungen auf Sendenhorst, im Gegensatz zu den Nachbarorten und dem restlichen Münsterland, die zeitweise ganz protestantisch waren, z.B. Münster, Ahlen, Warendorf.
23.10.1529
Die Stadt Sendenhorst wird am 23. Oktober von einer schweren Brandkatastrophe heimgesucht. Außer einigen Häusern im Süden und Westen brennt der gesamte Ort nieder. Auch der Kirchturm mitsamt seiner fünf Glocken wird ein Raub des Feuers.
1530er Jahre
Täufer übernehmen die Herrschaft in Münster und errichten das „Neue Jerusalem“ siehe: Wikipedia Täuferreich Münster. Münster wird belagert und am 25.Juni 1535 von den Truppen gestürmt und gebrandschatzt. Sendenhorst ist nur gering betroffen. Zum einen durch die ausgewiesenen und geflüchteten Münsteraner Bürger, die in Sendenhorst untergebracht werden. Zum anderen durch desertierte kaiserliche Truppen. Scharmützel auf dem gräftengesicherten Jungmannhof in der Bauerschaft Bracht. Bei der Erstürmung wird Oberst Recke erschossen. Die Deserteure werden im Turm zu Wolbeck festgesetzt, jedoch später größtenteils begnadigt.
1553
Raubzug des Herzogs Philipp Magnus von Braunschweig gegen den münsterschen Bischof Franz von Waldeck. 4.000 Braunschweiger Infantristen mehr Infos dazu auf Wikipedia Versprengte Truppenteile verursachen Schäden in den Bauerschaften Hardt, Rinkhöven, Elmenhorst (Insges. 16 Höfe)
1566 - 1609
Unabhängigkeitskriege der kalvinistischen Niederlande von Spanien. Krieg greift mehrfach auf die Nachbarterritorien über. Durchzüge und Verwüstungen durch spanische und niederländische Truppen
1582- 1602
mehrere Durchzüge von Niederländischen und Spanischen Truppen durch Albersloh und Wolbeck.
.

    

1600


1582- 1602
mehrere Durchzüge von Niederländischen und Spanischen Truppen durch Albersloh und Wolbeck.
1606
De Pest in Sendenhorst
17. Jahrhundert
allgemeine Sittenverohung infolge der gewalttätigen Zeit Hexenverfolgungen auch in Albersloh 1632 und Sendenhorst 1636. Zunahme an Gewalttaten unter Alkoholeinfluss.
1618 - 1648
30-jähriger Krieg - Münster auf der Seite der katholischen Liga
4. Mai 1622
Herzog Christian von Braunschweig erreicht mit seinem Heer Sendenhorst. Die Stadt öffnet die Tore und Christian bezieht sein Hauptquartier auf der Oststraße. Stadt und Kirchspiel kommen glimpflich davon. Nach Abzug der Braunschweiger werden sie 1623 bei Stadtlohn vernichtend geschlagen. siehe Wikipadia
1633 - 1635
Kaiserliche und hessische Truppen durchziehen Sendenhorst.
1633
Krieg kehrt in das Münsterland zurück. Protestanten (Gustav Adolf von Schweden, Landgraf Wilhelm von Hessen und Herzog Georg von Braunschweig-Lüneburg greifen die nord-westdeutschen Bistümer an. Diverse Durchzüge von kaiserlichen und hessischen und lüneburgischen Truppen. Pünderungen und Verwüstungen im Kirchspiel. Wechselnde Einquartierungen in der Stadt. Stadt und Kirchspiel müssen hohe Kontributionen an die hessischen Besatzungen in Lippstadt, Hamm, Beckum zahlen.
1637
Waffenstillstand zwischen den Kaiserlichen und den Hessischen. Die Hessen stellen nun bis zum Westfälischen Frieden 1648 in den münsterschen Städten die Besatzung.
Winter 1639
Am Dienstag vor dem Martinsfest, wurde die Stadt von einer schweren Feuersbrunst heimgesucht. Gut ein Drittel der Wohnbebauung, 60 Häuser, wurden eingeäschert. In späteren Berichten ist sogar von 80 Häusern die Rede, hauptsächlich im Bereich zwischen Nord- und Ostpforte.
1648
Westfälischer Frieden in Münster und Osnabrück - Westfälischer Friede wirtschaftliche Depression infolge des Krieges
1650
weiteres schweres Brandunglück Dieses mal gingen 50 Häuser in Flammen auf. Nach der Stadtchronik Bürgermeister Brünings soll der Brand auf der Südstraße entstanden sein. Viele Bürger, die ihr Haus nach 1639 unter großen Mühen und oft nur notdürftig wiederaufgebaut hatten, standen zum 2. Mal vor dem Nichts. Die Einwohnerzahl erreicht einen Tiefpunkt. Weil man sich keinen Rat mehr wusste, schickt die Stadt 2 ihrer Bürger mit einem Bettelbrief in die Lande, milde Gaben für den Wiederaufbau zu erbitten.
1698
Stadt Sendenhorst hat über 1.000 Einwohner.

    

Ab 1700


(Aufzeichnungen Pfarrer Kuipers)
Spätherbst 1725
• Etliche Sendenhorster ziehen des Nachts mit Aschenbeuteln auf den Straßen herum; Sie haben andere angefallen sie geschlagen oder auch spoliert (beraubt). Dies hat etliche Jahre gewähret, weil man die Täter nicht hat ausforschen können, und keiner sich getraut hat, sie anzuklagen.
1728
• dasselbe. Diese Menschen waren so schlecht, daß sie auf den Straßen herumgingen und des Nachts Leuten, die ihnen entgegenkamen, Aschebeutel zuerst ins Gesicht schlugen, dann sie beraubten.
1734
• Am letzten November kamen nach hier die Borussen (Preußen) und haben hier gelagert, Winterquartier gehabt.
1746
• brannte das Haus des Schmieds Hermann Bering, er schmiedend an der Esse (Schmiedefeuerstelle) stand, im Zorne entstand ein Brand, der das Beringsche Haus in Asche legte.
19.9.1749
• Ein Stadtbrand ensteht in dem früher mit der Nummer 208 - Westgraben 7 - bezeichneten Hause, also dicht bei dem Hause des Schmieds Bering, eine Feuersbrunst, die zu den größten zählt, die Sendenhorst jemals getroffen hat. Wie es heißt, hatte man am Feuer Flachs zum Trocknen aufgehängt, der in Brand geriet; und in kurzer Zeit stand das ganze Haus in hellen Flammen. Von hier aus griff das Feuer weiter um sich und zerstörte alle Häuser bis zum Südtor. Mehr als hundert Häuser, in denen die Ernte zum großen Teil schon aufgebracht war, gingen in diesen Tagen in Flammen auf. Auch das Pfarrhaus wurde von den Flammen vollständig vernichtet.
1750
• Tierpest - Kuhpest - Hier war sie zum ersten Male. Pastor Homoet verlor auch seine Kühe, obschon er sehr vorsichtig keinen Menschen in seinen Stall zuließ, der nicht vorher Vorsichtsmaßnahmen getroffen hatte.
17.4.1751
• Wieder bricht ein Feuer in der Nähe der beiden letzten Brandherde aus, diesmal im Hause Nummer 202 - Schleiten 5, eine Feuersbrunst aus. Das Haus lag dem Garten des Pastors gegenüber und wurde von dem Schmied Osthues bewohnt. Die Ursache dieses Brandes war ähnlich der des letzten großen Brandes. Man führt die Entstehung darauf zurück, dass beim Schmieden des Eisens eines von den umhersprühenden, glühenden Eisensplitterchen sich im Flachs verfing, der zum Trocknen in der Schmiede hing. Das Feuer zerstörte alle Gebäude bis zum Westtor. In dem Haus dieses Schmieds Osthues soll übrigens früher schon mal ein Brand ausgebrochen sein.
1756 - 1763
7-jähriger Krieg Im Siebenjährigen Krieg, 1756 bis 1763, kämpfen mit Preußen und Großbritannien gegen Österreich, Frankreich, Russland und die deutschen Reichsstaaten, also inkl. Münster.
• Keine Verwüstungen in Sendenhorst, jedoch hohe Belastung der Stadt durch Rekurrierungen, Durchzügen, Einquartierungen und ausgeschriebene Kriegssteuern.
1759
• Wegen der Kriegsunruhen sind in diesem Jahr wenig zur Trauung geschritten.
1.9.1760
• Anna Maria Ridder heiratet zum 7. mal! Christian Brinkers
15./16.7.1761
Schlacht bei Vellinghausen bei Hamm, Kreis Soest zwischen 92.000 Franzosen und 65.000 Alliierten.
1761
• In diesem Jahre wurden 167 Personen beerdigt, während hier Typhus herrschte, an anderer Krankheit starben im gleichen Jahre 58, zusammen 225 Menschen.
• Franzosen durchgezogen nach Hamm und haben sich in den Feldfrüchten gelagert.
31.7.1761
In der Zeit, während Typhus herrschte, sind 167 Personen gestorben. 18 bezw. 19 Ärzte des Fürstbischofs von Münster waren hier, die zu dem Zweck hierher beordert waren, daß sie den Kranken helfen sollen. Den Armen wurde ohne Entgelt durch Sachspenden und Medizin geholfen, andere wurden später gezwungen beides zu bezahlen. Joan Bernd Röper; dieser ist als erster an Typhus gestorben, an welchem fast alle bis Ende Dezember gestorben sind, einige aus Armseligkeit, Unterernährung, Pest, einige zogen sich die Krankheit durch Ansteckung zu. Diese sind in der großen Zahl enthalten, so daß fast kein Haus in der Stadt und fast kein Haus im Kirchspiel von der Krankheit verschont wurde.
• Von dieser Zeit an beginnt die Kuhpest, sowohl in der Stadt wie auch im Kirchspiel. Diese Seuche, bis dahin hier unbekannt, ist jetzt zum zweiten Male unter Pastor Homoet.
1762
Die Kuhpest dauert noch fort und ist von neuem ausgebrochen. Die Not war hier so groß, weil zugleich eine Schar Feinde während des ganzen Winters hier einquartiert war, eine Schar, die dem Frieden absolut abhold war.
1763
Frieden von Hubertusburg zwischen Preußen und seinen Gegnern
• Hier beginnen die regenreichen Jahre. 15.2.1763
November 1763
Wiederum Ausbruch der Maul- und Klauenseuche - Sie fing an hauptsächlich am Osttor und breitete sich aus bis zum Pastorat.
1764
Seit 100 Jahren und darüber hinaus sind so wenig Menschen beerdigt worden, wie auch überall in der Diözese Münster. Beerdigt wurden 1763-1764 einschließlich 32 Menschen. Während zehn Jahre waren hier und auch auf dem ganzen Kley armseligere Zeiten als wenn Krieg gewesen wäre, denn es waren sehr nässereiche Jahre. Bild: Das bettelnde Soldatenweib
10.4.1764
Sendenhorst wird abermals von einem größeren Feuer heimgesucht. Es war am Abend, als ein sechsjähriger Junge im Haus Nummer 32 mit einer Öllampe auf die Hille (Futterboden) kletterte, um ein Huhn zu fangen. Es ist kaum zu verstehen, dass die Eltern es duldeten, dass so ein kleiner Junge mit einer Lampe zwischen den leicht brennbaren Stoffen gehen durfte, um ein Huhn zu fangen, was schon Erwachsenen Schwierigkeiten macht. Und diese Unvorsichtigkeit rächte sich bitter: Es entstand ein Brand, der auf die Nachbarhäuser übergriff, und 17 Häuser gingen an diesem Abend in Flammen auf.
1761, 1764, 1799, 1801, 1811
• Ruhrepedemien in der Stadt
31.10. 1765
• Es starb Anna Katharina Bonse, geb. Wieler: die Mutter der Armen.
März 1766
• Losung - Ziehung! Es wurde hier der Befehl veröffentlicht, daß junge Leute von 18 bis 40 Jahren nicht heiraten durften, wenn sie nicht sich zweimal durch Würfeln vom Militärdienst frei gelost hatten. Diese Losung verursachte viele Feindschaften, und dieses Dekret bereitete viele Schwierigkeiten.
Oktober
1766
• Hier haben die nassen und unfruchtbaren Jahre und die Teuerung angefangen bis 1773.
Juni 1767
Die Kirche wurde eingeweißelt.
Februar 1769 - Es wurde eine neue Formel bestimmt, den Magistrat zu wählen, durch welche auch den Webern der Weg zum Magistraten geöffnet wurde. Die Magistratsmitglieder hießen Konsul.
November 1769
Hier wurden vom Bischof drei Fasttage eingesetzt wegen der allseits drohenden Maul- und Klauenseuche in unserer Diözese.
1770
• Einschränkung der Fast- und Festtage; die Folge war ein großes Murmeln, Unwille des Volkes gegen den Klerus, zumeist gegen den Bischof und die Pastöre.
• Die Bruderschaft St. Johannes hier wird verboten, weil sie in Scheibenschießen, hernach in Saufen bestand.
1771
23./24. April 1771
Es fiel solche Menge Schnee, daß sich kaum jemand erinnern konnte, daß seither im Winter solche Berge Schnee gefallen wären. Die Kälte hielt obendrein an bis zum 14. April. Es war eine äußerst regenreiche Ernte.
Herbst 1771
Auf der Herbstsynode zu Sendenhorst wurde dem Pastor die Erlaubnis gegeben, Ornamente zu segnen.
1772
• Es war ein Jahr von großer Bedürftigkeit in allen Dingen, deshalb geschahen fast täglich Diebstähle, aber es geschah auch der Mord eines Bürgers am Aschermittwoch, 4. März und die Beraubung von einem gewissen Hermann Hardenberg, der die Flucht ergriff.
• Eine Menge Akten aus der Kirche zu Sendenhorst wurde im Jahre 1771 nach Münster geschickt
Herbst 1772
• Nach mehreren sehr nassen Jahren kam sehr trockener Herbst und die beste Zeit zum Säen.
1773
Die Segnung der Leichen in der Kirche, die früher üblich war, wurde nach dem Edikt der Synode unterlassen.
15.3.1773
• Es wurde der Altar in der Mitte der Kirche entfernt, weil er bei Beerdigungen im Wege stand.
24.5.1773
• An einigen umliegenden Orten fiel Hagel von solcher Größe, daß sie Hühnereiern gleichkamen oder an Größe übertrafen. Aber er schadete mehr den Fenstern als dem Getreide. Ein Sturmwind entwurzelte allüberall Bäume. Hier warf er nur das Getreide zu Boden
1774
• Eine Hitze vor der Zeit und ein frühreifes Jahr. Es starben 40 Kinder zumeist an der Ruhr und an Würmern.
• In diesem Jahre waren zum ersten Male über 100 Kinder in der Schule.
1775
24.1. -
• Heißer Wind
25. 2. -
• Eine ungewohnte Wassermenge
• Das Chor der Kirche wurde ausgebessert, soweit es geschehen konnte aus Kollekten
• Es herrschte eine solche Wasserarmut bis zur Herbstsynode, daß das Wasser für das Vieh herbeigeschafft werden musste.
• Ausbesserung der Friedhofsmauer nach der Westseite der Kirche. Diese Ausbesserung war vernachlässigt worden von den Pfarreingesessenen, die mit dem Pastor in Streit lagen
Oktober 1775
• Es begann wieder die Kuhpest. Sie trat zum dritten Male auf seit 1751. Mit der Mondzunahme wuchs die Seuche
27.1.1776
• Es war ein sehr kalter Tag, und die Kälte hielt an bis zum 28. 1. 8 Uhr Morgens; verschiedene Menschen erfroren. Tiere erfroren an den Füßen in den Ställen
24.5.1777
• Christian Panning wurde vor dem Osttore tot aufgefunden, unversehens getötet; wie einige sagen, von einer Bleikugel.
Nach 1778
• Einebnung der Stadtwälle
1784
• Pachtung der Windmühle auf der Geist durch die Stadt - wirtschaftlicher Erfolg
• Ziegelei Teigelkamp: Misserfolg

    

Ab 1800


August 1802
Als Entschädigung für die westlich des Rheins gelegenen und an Frankreich abgetretenen Gebiete erhält Preußen den östlichen Teils des Fürstbistums Münster.(bereits 1 Jahr vor dem „Reichsdeputationsbeschluss, auf dem Auflösung des heiligen Römischen Reiches deutscher Nation beschlossen wurde) besetzen die Preußen unser Gebiet. Damit endet das Fürstbistum Münster nach fast 700 Jahren.
Sendenhorst kommt zum ersten Mal zu Preußen. Neuer Landesherr: Königreich Preußen
Im April 1803
• stellten preußische Beamte eine gründliche Untersuchung über die Wirtschaft des späteren Kreises Beckum an. Sendenhorst: Wenig Ackerbau; meist auf gepachteten Ländereien; 1 Windmühle; für 1 Schilling können auf der Stadtwaage gewogen werden. Die Handwerker arbeiten nur für Stadt und Kirchspiel. Drei Branntweinbrenner: (Ter Geist, Böcker, Ewerke), aber nur geringer Export, Hauptgewerbe Leinenfabrikation und Spinnerei (55 Weber). Das fertige Leinen wird nach Warendorf verkauft. Z. T. Aufkauf von magerem Vieh, das auf die Weiden getrieben und im Herbst auf die Markte im Osnabrückschen verkauft wird.
7.Mai.1803
• Aufhebung dar kaiserlichen Thurn- und Taxischen Poststelle und Entfernung des kaiserlichen Postschildes unter dem Protest des Post-Halters Gerhard Henrich Bonse. (Das Schild wurde auf dem Rathaus verwahrt (nicht mehr erhalten)
1806
29.04.1806
• Verheerendster Brand in der Sendenhorster Geschichte: 154 Wohnhäuser und sämtliche öffentlichen Gebäude Pastorat, Schulen, Rathaus, usw. ) vernichtet. Der Kirchturm wird schwer beschädigt, bleibt aber stehen. Nach Abzug für Versicherungsgelder 67.526 Taler Schulden. Die Preußen veranlassen den Wiederaufbau mit verbreiterten Straßen, Anlage der Neustraße, einer Verbindung zwischen Nord- und Südstraße und der Verlegung der Häuser südlich und östlich der Kirche. Zum Wiederaufbau werden ferner 260 Bäume aus dem Wolbecker Tiergarten, z. T. kostenlos, angewiesen. Am 29.April 1806, nachmittags um zwei Uhr, entstand auf dem Schleiten im Haus des Webers Schlüter aus nicht bekannt gewordener Ursache die größte Brandkatastrophe, die Sendenhorst jemals heimsuchte. Gott gebe, dass wir so etwas nicht noch einmal erleben müssen. Begünstigt durch einen heftigen Wind breitete sich das Feuer in solch einer Schnelligkeit aus, dass in wenigen Stunden 154 von damals 280 Wohnhäusern in Asche lagen. Auch der Turm der alten Kirche, das Rathaus und das Pfarrhaus wurden ein Raub der Flammen. Nur Häuser an der Südstraße und ein Teil des Nordviertels blieben vom Feuer verschont. Am Baustil und an den Inschriften kann man heute noch mit ziemlicher Sicherheit feststellen, wie weit das Feuer um sich gegriffen hat.
Bild: Wappen Großherzogtum Berg - Landesherr von 1806 - 1815
Oktober 1806
Napoleon besiegt Preußen und besetzt das Münsterland.
Neuer Landesherr: Großherzogtum Berg (Hauptstadt Düsseldorf)
= französischer Vassallenstaat.
Sendenhorst kommt nicht zum Königreich Westphalen!
• Der Raum um Sendenhorst wird dem Großherzogtum Berg (Hauptstadt Düsseldorf) , einem napoleonischen Musterstaat zugeschlagen. Department Ruhr, Arrondissements Hamm, Kanton und Mairie (Bürgermeisterei) Ahlen –
ab 1811
• Auch in Sendenhorst. Einführung der Gewerbefreiheit und Bauernbefreiung . Bürgermeister (Maire) ist der pro-französisch eingestellte Bernhard Langen. Er ist, wie die meisten Sendenhorster, pro-französisch eingestellt, die froh sind, die ungeliebten Preußen wieder los zu sein. Wikipedia Großherzogtum Berg
1807
• Die Stadt wird größtenteils wieder aufgebaut. 2 neue Straßen werden angelegt und die Häuser, die vormals auf dem Kirchhof standen, dort wieder aufgebaut.
1808
Der Großherzog Joachim Murat von Berg wird König von Neapel. Somit wird der Sohn des Königs von Holland Großherzog von Berg und somit der Landesherr. Großherzogtum Berg = französischer Vassallenstaat, Hst ist Düsseldorf.
1811
• Sendenhorst wird Mairie (Bürgermeisterei), nachdem Münster als Konsequenz der Kontinentalsperre Napoleons gegen England an Frankreich angeschlossen wurde. Der deutsche Norden wird Frankreich angeschlossen. Sendenhorst bleibt beim Großherzogtum Berg.
Herbst/Winter
Es herrscht die Ruhr, jedoch wenig Sterbefälle
November – Dezember 1813
• Nach der Niederlage Napoleons besetzen Kosaken als Vorhut der vereinigten Kaisermächte Sendenhorst. Sie erpressen hohe Lieferungen an Verpflegung und Tuch für Mäntel, die 30 Schneider innerhalb einer Nacht nähen müssen.
1814
Mai 1814
• Nach ostelbischen Vorbild wird im Mai 1814 der Landsturm in Sendenhorst organisiert, dem alle wehrfähigen Männer angehören müssen. Wenig Begeisterung in der Bevölkerung. Monatliches Exerzieren auf der Ostheide. Bewaffnung: Piken. Hauptaufgabe: Bewachung öffentlicher Gebäude, Gefangenentransporte, Festnahme Desertierter. U. a. waren allein vom 2. Batallion der Westf. Landwehrinfanterie 300 Mann desertiert.
Im Sommer 1814
halten sich im Ketteler Horst hielten sich im Sommer 1814 zahlreiche Deserteure auf, die vom Sendenhorster und Everswinkeler Landsturm festgenommen werden sollten.
18. September 1814 bis 9. Juni 1815
Wiener Kongress. Die beschlossene „Neuordnung“ Europas leitet die Restaurationspolitik ein. Auf dem Wiener Kongress wird die Gründung des deutschen Bundes beschlossen (Bis 1866). Diesem gehören sowohl Preußen, als auch ein Teil Österreichs an. Auch ausländische Herrscher sind beteiligt, z.B. der König von England als Herrscher des Königreichs Hannover. Insgesamt handelt es sich beim Deutschen Bund um einen lockeren Staatenbund mit einer ständigen Vertretung und einem Bundesheer.
nach 1815
Restauration in Europa. Die alten vorrevolutionären Strukturen werden wieder installiert.
1816
Neuer Landesherr: Königreich Preußen
Preußen nimmt endgültig von Westfalen Besitz. Sendenhorst kommt zum Kreis Beckum. Das Stadtgericht wird schon ein Jahr später nach Ahlen verlegt.
schlechtes Wetter: Regen, Sturm, Unwetter. Kälte bis in den Juni, schlechte Ernte
1817
Ebenfalls schlechtes Wetter, daraus folgt eine Missernte. Vieh stirbt an der Fäule.
1821
• Gründung des neuen Bistum Münster; Sendenhorst kommt zum Bistum Münster
• Bei der jüdischen Bevölkerung erfolgt die Annahme und die damit verbundene protokollarische Festlegung der Familiennamen. Juden, die unter dem Schutz eines regierenden Fürsten lebten, werden als verkleidete Juden bezeichnet. Errichtung der Holzmühle, Mauritz, durch Schwarte, Weststraße
1822
• Bürger-Nachtwachen. Obacht auf Feuer und Licht
• gute Ernten bis 1829/30
1824
• Josef Bartmann, Osttor 293, 1. erbautes Haus außerhalb des Walles
• Landesdekanate entstehen; Sendenhorst zum Dekanat Ahlen
1.7.1824
• Eine Botenpost von Warendorf über Sendenhorst nach Hamm wird installiert.
1826
• 1.472 Einwohner
1828/1829
• Die Bäume der Gegend wird befallen von Wanderraupen. Sämtliches Eichenlaub wird abgefressen. Die giftigen Raupen fallen von den Bäumen. Bei Berührung lösen sie unaustehlichles Jucken aus. Vieh unter den Bäumen stirbt. [Eichenprozessionsspinner?!]
1829
• Unwetter und dadurch Überschwemmungen im Sommer. Danach regenreicher Herbst. In Folge dessen Viehsterben im nächsten Jahr.
1831
• Stadtplan vom Katasteramt herausgegeben
• Glockenguß von vier Glocken, nahe des Hof Tergeist, Glockengießer ist der Franzose Bostel
1832 - 1851
• Die Gemeinden Enniger, Vorhelm, Sendenhorst-Stadt und Sendenhorst-Kirchspiel bilden eine Verwaltungseinheit.
1834
• Pfarrer und Landdechant Darup
• Hauptstraßen, Ost-,West-,Nord-,Süd sind gepflastert.
1840
• Die Stadttore werden abgerissen, zuletzt das Osttorhaus
1842
• Personenpost zwischen Beckum und Münster. Sie führt über Ahlen und Sendenhorst. Fahrzeit ca. 6 ½ Stunden
1843
• 1589 Einwohner
1845/1846
• Friedhofsanlage in der "Alten Stadt" (heute Fröbelstraße) wird errichtet.
1846/1847
• Hungerjahre in Deutschland und Münsterland
1848/1849
Ausgehend von den Februarunruhen in Frankreich, greifen die Unruhen auf fast ganz Europa über. In Deutschland kommt es zu revolutionären Unruhen in Baden, Preußen, Österreich, Bayern. Ziele sind: politische Reformen, Liberalismus, ein einheitlicher Nationalstaat und die Verbesserung der sozialen Situation. Die Nationalversammlung wird gewählt.
• Ausbau der Landstraße nach Drensteinfurt - Die noch heute "schwierige" Straßenführung ist ein Resultat des schnellen Ausbaus.
18. Mai.1848:
Eröffnung der Frankfurter Nationalversammlung in der Paulskirche, des ersten gesamtdeutschen demokratisch gewählten Parlaments; es soll die deutsche Einheit vorbereiten und eine Verfassung für den neuen Einheitsstaat ausarbeiten. Die Nationalversammlung erarbeitet einen Verfassungsentwurf (kleindeutsche Lösung ohne Österreich). Preußens König Wilhelm IV, lehnt die ihm angebotene Kaiserkrone ab, da sie vom Volke ausgeht. Die Revolutionist gescheitert.
März 1848
Tumulte, Ausschreitungen in Westfalen
23.03.1848
• Bürgergarde in Sendenhorst wird formiert; 238 Gemeine in 4 Kompanien. Kommandierender ist Stadtkommandant Amtmann Brüning. Schwarzrotgoldene Fahne wird in der Kirche durch Pfarrer Lorenbeck eingesegnet.
Mai 1848
Die deutsche Nationalversammlung in Frankfurt und die preußische Nationalversammlung in Berlin werden gewählt. Keine Direktwahl, sondern ein Wahlmännersystem. Die Kreise Beckum und Lünen wählen zusammen. Gewählt wird zuerst Prof. Walter, Bonn, für die preußische Nationalversammlung in Berlin Dr. Theiol. Westhoff, Diestedde.
• In der Stadt 411 Wahlberechtigte / im Kirchspiel 212 Wahlberechtigte
1849
• Volkszählung: 284 Wohnhäuser; 4 Fabriken, Mühlen; 69 Ställe 1.655 Einwohner (859 männlich, 796 weiblich), 343 Familien Viehzählung: 33 Pferde, 1 Esel, 1 Bulle, 486 Kühe, 116 Jungvieh, 0 Kälber, 177 Ziegen, 0 Böcke, 298 Schweine, 0 Schafe, 0 Hunde
1851
• Die Stadt gibt sich eine städtische Verfassung und scheidet somit aus dem Verwaltungsverbund aus. Das Kirchspiel Sendenhorst kommt zum Amt Vorhelm. Bürgermeister bzw. Amtmann Franz Brüning zum Amt Vorhelm.
1853
Abbruch der alten romanischen Kreuzkirche (Bau ca. 12 Jhdt.)
21.8.1855
• Pfarrer Lorenbeck legt den Grundstein zur neuen Pfarrkirche.
1858
• Volkszählung: 298 Wohnhäuser; 5 Fabriken, Mühlen; 79 Ställe 1.810 Einwohner (899 männlich, 910 weiblich), 404 Familien Viehzählung: 64 Pferde, 13 Füllen, 0 Esel, 2 Bullen, 96 Ochsen, 391 Kühe, 106 Jungvieh, 0 Kälber, 119 Ziegen, 0 Böcke, 294 Schweine
1864
Österreich und Preußen führen Krieg um Schleswig-Holstein gegen Dänemark.
Gefallene Sendenhorster: Unteroffizier Bernhard Oenkaus...Caspar Bonse..
1864
• Gründung des Allgemeinen Schützenvereins von Stadt und Land
1865
6.7.1865
• Tod Pfarrer Lorenbecks
15.11.1865
• Weihung der neuen Kirche durch den Bischof Dr. Johann Georg Müller.
1866
Krieg zwischen Preußen und Österreich. Der deutsche Bund wird aufgelöst. In Westfalen eher Zurückhaltung gegenüber Preußen.
• Sendenhorster beteiligt (Tafel in St. Martin)
Gründung einer Sparkasse der Stadt Sendenhorst und des Amtes Vorhelm
4.6.1866
• Schwerer Hagelschlag in Sendenhorst (Stadt und Kirchspiel) Gesamtschaden beträgt ca. 100 000 Taler
August 1866
• Viele Kinder werden vom Stickhusten befallen, etwa 30 sterben, namentlich Kinder der ärmeren Klasse
1868
• Volkszählung: 313 Wohnhäuser. 1922 Einwohner (957 männlich, 965 weiblich). 432 Familien Viehzählung: 82 Pferde, 0 Füllen, 0 Esel, 528 Bullen-Ochsen-Kühe-Jungvieh, 159 Ziegen, 3 Böcke, 428 Schweine, 107 Schafe, 69 Hunde
1869
• Gründung des Männergesangvereins "Cäcilia", Dirigent Eberhard Haselmann
1870
• Gründung des Krieger- und Landwehrvereins
1870/1871
Deutsch-Französischer Krieg. Das Deutsche Reich wird unter der Führung Preußens gegründet (ohne Österreich). Deutscher Kaiser wird der bis dahin preußische König Wilhelm I.
1871
• Die Todesfälle in Folge der hier ausgebrochenen Pocken und Ruhrkrankheit sind viel zahlreicher als sonst. An der Ruhrkrankheit sind bis jetzt gestorben 12 Kinder und 7 erwachsene Paersonen
1872
• Bau einer neuen Mädchenschule an der Nordstraße
• Kegelbuch im Haus Voßding-Knobbe, Südstraße
1873
• 1.885 Einwohner
1874
Beginn der Standesamtsregister in Preußen
1.10.1874
• Standesamtliche Register, Einführung Standesamt in Sendenhorst.
1876
Bis 1876
Kirchenbücher Geburt, Trauung, Tod für Statistiken
1877
• Eine Fuhre Verwaltungsakten - über 1000 Stück - zum Einstampfen nach Münster verkauft. Erlös deckt nicht einmal die Kosten.
1878
• Neue Volksschule an der Armen- danach Schulstraße, sieben Klassen. Erster Lehrer Kaspar Möllers, ab 1903 Hauptlehrer Gründung Landwirtschaftlicher Ortsverein
1880-1884
• Sendenhorst ohne Pfarrer während des Kulturkampfes, Pfarrverwalter ??
ab 1880
• Strontianitbau im südlichen Münsterland, regelrechter Goldrausch, ca. 30 Gruben auf Sendenhorster Gebiet
9. August 1885
• Auf dem Südgraben bricht abends ein Brand aus und zerstört das Linnemann'sche Haus. Drei Tage darauf, am 12. August, entstand auf der Südstraße ein weiterer Großbrand. Der Schmied Arnskötter verbrannte auf seiner Esse das anlässlich der Firmungsreise des münsterschen Bischofs Johann Bernhard zur Ausschmückung des Hauses verwandte Fichtengrün. Plötzlich griff das Feuer auf das Haus über, verbreitete sich auf die Nebengebäude, schlug quer über die Straße und zerstörte gleich dem Arnskötterschen Hause die Häuser von Lewe, Westmeier und Kammann. Danach erfolgt wird die Freiwillige Feuerwehr ins Leben gerufen.
1886
• Vaterländischer Frauenverein gegründet. 1935 Deutsches Rote Kreuz, DRK
1887
• Abbruch Vikarie St.Katharina an der Südstraße, Neubau unter Vikar Tenberge im hinteren Garten.
1888
3-Kaiser-Jahr in Deutschland. Nach dem Tode Wilhelms I. wird sein Sohn Friederich III. Kaiser des Deutschen Reichs, der jedoch nach 100 Tagen stirbt. Sein Sohn, Wilhelm II. wird neuer deutscher Kaiser.
1889
• Die Sterblichkeit ging weit über das gewohnte Maß hinaus. 46 Sterbefälle, darunter 28 Kinder unter 5 Jahren
16.9.1889
• Einweihung des St. Josef-Stifts. Einweihung im Beisein des Stifters Joseph Spithöver. Die Initiative zum Bau des Hauses geht zurück auf den Sendenhorster Bürgers Josef Spithöver (1813 - 1892), einem Buchhändler, der in Rom zu Reichtum gekommen ist. Spithöver schenkt das Hospital seinem Heimatort. Die Pläne stammen von dem münsterschen Architekten Wilhelm Rincklake.
1892
• Tod Joseph Spithöver in Rom, Grab deutscher Friedhof
1895
• Mehrere Kinder sterben an der Brechruhr
1897
• Gründung Spar-und Darlehnskasse
1898
• Industrie hält Einzug in Sendenhorst. Zentrifugenfabrik Ramesohl, Oelde, errichtet eine Filiale am Osttor. 15 Arbeiter sind bis zum ersten Weltkrieg dort beschäftigt.

    

1900 - 2003


1900
• 1.995 Einwohner
3.9.1900
• Sendenhorster Volkszeitung, Nr. 1 erscheint. (Ahlener Volkszeitung gegründet 31.3.1898)
1901
• Gründungsversammlung Allgemeiner Schützenverein unter der Linde im Hof Gasthaus Voßding, Südstraße / Wiederbegründung
1903
• Eröffnung der Westfälischen Landeseisenbahn, Sendenhorst erhält Anschluss an die Strecke Lippstadt - Neubeckum - Enniger - Sendenhorst - Albersloh - Wolbeck - Münster. Erste Fahrt geht von Beckum nach Münster und zurück
1905
• Schließung der Bestattung im Ost-Friedhof - Eröffnung eines neuen Friedhofs am Westtor
1907
• Straßenlampen mit Strom durch Wieler, auch Haus- und Stallbeleuchtung; Ende der Petroleumlampen
1910
• Gründung des Turnvereins
• Einwohner: 2.480 Stadt 836 Kirchspiel Fläche Stadt: 389 ha = 1.556 Morgen Fläche Kirchspiel: 4.808 ha = 19.232 Morgen
1911
• Stadtwappen und Rot-Weiß-Fahnen durch Kaiserliche Genehmigung von Wilhelm II. Post zieht vom Südtor zur Nordstraße 248 um, wo sie seit 1742 war. 1980 zur Schulstraße im September 2003 dann Poststelle im Geschäft Lotto-Totto, Schulstraße Rathausneubau Sparkasse zieht um von Rötering ins Rathaus, 2 Räume, 1 Tresorraum Lehrer Kaspar Möllers, Katjo, Knieper, Erpenbeck, Bussmann Verspohl, von Roschee; 7 Klassen - 448 Kinder
1912
• Die letzte Jüdische Familie verlässt die Stadt. Seit 1838 ist zwar eine eigene Schule belegt, eine kleine Synagoge befindet sich am Schlabberpohl, insgesamt gibt es sechs jüdische Familien in Sendenhorst. Einziges verbliebenes Relikt ist der unversehrte jüdische Friedhof auf dem ehemaligen Stadtwall (Ostenpromenade).
16.6.1912
• Erstes Bezirksturnfest in Sendenhorst. Turnhallenbau beginnt
28. April 1912
• Brieftaubenzüchter gründen den Militär-Brieftauben-Liebhaber-Verein „Luftbote“. Züchter stellen Tauben dem Kriegsministerium zur Verfügung Militärbrieftauben im Krieg für Eilmeldungen und in Friedenszeiten für Spionage.
1913
• Gründung Brieftaubenverein Blitz
• Turnhalle errichtet, Fertigstellung
1914
• Gründung des Gesellenvereins und Gründung des Jugendvereins
• Promenadenbau Nord-West
1914- 1918
I. Weltkrieg: Deutsches Reich & Österreich-Ungarn & Osmanisches Reich (Mittelmächte) gegen die Alliierten: Großbritannien, Frankreich, Russland, ab 1917 USA 28. Juni 1914 Attentat von Sarajevo als Auslöser des I. Weltkrieges. Bei seinem Besuch in Sarajevo wurde der Thronfolger Österreich-Ungarns ermordet. Infolge dessen: Am 28. Juli 1914 mit der Kriegserklärung Österreich-Ungarns an Serbien.
1. August 1914
Mobilmachung erfolgt
1914 - 1918
• Turnhalle und Räckers Fabrik dient als Kriegsgefangenenlager für Franzosen / Krankenhaus als Vereinslazarett
1915
• Herstellung von Granaten in Ramesohls Fabrik
21.5.1916
• Gründung des Kaninchen-Zuchtvereins. Vorsitzender Wilhelm Düllo, Nordtor
1917
L• ager für französische Kriegsgefangene in Räckers Fabrik, (Weberei) - Gefangenenlager Turnhalle, Mühlenkuhle
1918
Sommer 1918
• Abgabe der 2. Glocke, Katharinenglocke für Rüstungszwecke
November 1918
Die Westfront kollabiert. Die Alliierten erzwingen einen Waffenstillstand. Im Deutschen Reich bilden sich Arbeiter- und Soldatenräte. Revolution in Berlin.
9.11.1918
Kaiser Wilhelm II. dankt ab und flieht ins holländische Exil. Phillip Scheidemann (SPD) ruft die Republik aus. Kriegsende und Revolution in Sendenhorst: 101 Gefallene seit Kriegsbeginn Gründung eines Arbeiter- und Soldatenrats, Quartier ist die Bahnhofsgaststätte.
• Heimkehrende Soldaten durchziehen Sendenhorst, andere nehmen Quartier für Wochen
1919
24. Januar 1919

• Neuwahl von 12 Stadtverordneten, erstmals Frauenwahlrecht
2. März 1919
• erstmals 12köpfige Stadtvertretung, unter den Mitgliedern sechs Arbeitnehmer
1920
• Gründung Handwerker-und Gewerbeverein
• Aufstände von Rechts und Links im Deutschen Reich
13. März 1920
In Berlin rechter Putschversuch. Die Reichsregierung ruft zum Generalstreik auf Nach 4 Tagen bricht der Kapp/Lüttwitz-Putsch zusammen.
Im Ruhrgebiet entsteht „Rote Ruhrarmee". Diese kann am 17. März Dortmund besetzen, am 19. März folgen Bochum und andere Städte Am 20. März ist das gesamte Revier in der Hand der Aufständischen.
Das Münsterland ist am südlichen Rand von diesen Ereignissen betroffen. Rote Armee marschiert nach Norden auf Münster zu, Schnelle Niederwerfung durch Reichswehr.
1920 - 1940
• Rektoratschule. „Altes Rathaus“, Westtor
1921
• Gründung der Stadt- und Feuerwehrkapelle
1923
Hyperinflation im Deutschen Reich
Die Inflation erreicht Rekordhöhen. Am 15. November 1923 wird die Papiermark abgelöst mit Einführung der Rentenmark (wertgleich mit der späteren Reichsmark). Körperlich mussten die am 15. November 1923 gültigen Scheine aber noch bis Anfang 1925 als wertstabiles "Notgeld" (Kurs: 1 Rentenmark = 1 Billion Mark) dienen.
• Einweihung des Kriegerehrenmals.
1925
• Heimatfreunde gründen den Heimatverein.
• Gründung des Reitervereins
1926
Februar 1926

• Wirtschaftslage sehr schlecht. Emailierwerk, Maschinenfabrik, Schraubenfabrik, Hartsteinwerk. 100 Arbeiter beschäftigt. Werke liegen still
• Ausbau südliche Promenade
März 1926
• Kanalisation von Weststraße, Nordstraße, Schulstraße bis Schule, Kühl, Drostenhof
6.Juni 1926
• Sommerbadeanstalt Hardt wird eingeweiht. Bassin ist 130 m lang, 50 m breit 27.12.1926
• Elektrizität hält Einzug: Straßenlaternen brennen erstmals.
1928
• Kläranlage. Beratung
• Ausbau der Promenade vom Osttor zur Neustraße 14.7.1928
• Freiwillige Feuerwehr. Grundsteinlegung von Steigerturm und Gerätehaus am Placken.
17.11.1929
• Wahl zum Stadtparlament
1930
Weltwirtschaftskrise führt zu Insolvenzen und Massenarbeitslosigkeit.
• Einweihung des Kriegerdenkmals am Osttor
1931
• Obst-und Gartenbauverein Gründung. Vorsitzender Große-Kogge
1932
• Jugendheim. Einweihung Sandkuhle, Westtor, westlich von Wößmann 3)
30.November 1932
• Auf dem Steinkühlerfeld südlich von Sendenhorst werden im Rahmen von Notstandsarbeiten zwei Tonkrüge gefunden. Die Krüge enthalten 42 Gold- und über 3000 Silbermünzen, von denen viele eine Prägung aus dem Jahre 1425 n.Chr. aufwiesen.
1933
30.1.1933
Hitler wird vom Reichspräsidenten Hindenburg zum Reichskanzler ernannt, Beginn der nationalsozialistischen Terror-Herschaft. Zuerst Bildung einer Koalitionsregierung mit den Deutschnationalen. Mit dem Ermächtigungsgesetz am 24. März 1933,
• dem bis auf die SPD alle Parteien im Reichstag zustimmen, erlangen Hitler und seine NSDAP die absolute Macht. 14.2.1933
Flaggenstürmer, Reichsflagge geholt vom Rathaus, Friedhof abgelegt
2.3.1933
• Hakenkreuzfahne am Rathaus
1936
• Badeanstalt. Hardt. Abbruch der Gebäude. Einstellung des Badens
26.9.1937
• Kirchspielswappen genehmigt. StHAS =gezinkter roter Balken auf goldenem Grund
1.9.1939
Der II. Weltkrieg beginnt mit dem Überfall Deutschlands auf Polen. Am 3.9.. erklären Frankreich und England Deutschland den Krieg.
1939
• Schießplatz und Sportplatz entstehen in Sandkuhle neben Friedhof.
1940
14.4.1940
• Einweihung der neuen Orgel in St. Martin
7.9./ 11.10.1940
• Bomben britischer Flugzeuge richten Flurschäden an. Bomben Ostheideweg nach Hoetmar, Scheinflughafen Watermann, Hardt
1941
• Bombenangriffe auf Münster. 350 Evakuierte kommen nach Sendenhorst
1943
• 3 Glocken für Kriegszwecke abtransportiert.
4.3.1943
• Erstmaliger Beschuss durch britische Tiefflieger. Straßenlampe bei Herweg wird beschädigt.
14. 10. 1944 bis 18.12.1945
• Bischof Clemens August von Galen nimmt Quartier in Sendenhorst, nachdem in Münster nach schweren Bombenangriffen das Dompalais schwer beschädigt wurde.
1945
Ende März 1945
• Front kommt nach Sendenhorst. Am Westtor wird eine Panzersperre errichtet, die jedoch vor dem Einmarsch der Amerikaner geöffnet wird.
30.3.1945
• Karsamstag Durchzug amerikanischer Truppen von Drensteinfurt kommend. Weiße Fahnen werden gehisst. Feuergefecht in Rinkhöven. Junge HJ-Soldaten liefern sich letztes Gefecht mit den US-Truppen. 5 Höfe brennen ab. 9 Soldaten tot. Fremdarbeiter marodieren. Russische Kriegsgefangene liefern sich Straßenschlachten mit Bewohnern Weststraße. Besetzung durch Amerikaner, dann englische und später belgische Besatzung.
8.5.1945
Das Deutsche Reich kapituliert, Kriegsende. Deutschland wird in 4 Besatzungszonen aufgeteilt. + 4 Sektoren von Berlin + deutsche Ostgebiete an Polen (Hinter-Pommern, Westpreußen, Schlesien, südliches Ostpreußen) + nördliches Ostpreußen an UdSSR. Endgültig völkerrechtlich anerkannt wird die Oder-Neiße-Grenze als deutsche Ostgrenze erst mit den 2 + 4 Verträgen der deutschen Einheit:
Mai1945
• Gefallen im Krieg 208 Sendenhorster und 45 Flüchtlingsangehörige
1945 Juni
• Flüchtlinge aus dem Osten finden Unterkunft.
1945
• Evangelischer Gemeindeverband
18.12.1945
• Bischof Clemens August von Galen kehrt nach Münster zurück.
27.2.1946
• Clemens August, Bischof von Münster, später Kardinal von Pius XII zum Kardinal ernannt, wird erster Ehrenbürger von Sendenhorst
1946
• Kommune nach britischen Vorbild (Doppelspitze Bürgermeister & Stadtdirektor)
1949
• Ehrenfriedhof für Gefallene des 2. Weltkrieges wir errichtet.
• Fund eines Gräberfeldes (um 800 v.Chr.) bei Ausschachtungsarbeiten am Martiniring
23.5.1949
Die Bundesrepublik Deutschland wird aus den drei westlichen Besatzungszonen & West-Berlin gegründet.
Oktober 1949
•Wasserleitung wird angelegt. Hand-und Spanndienste. Wasserwerk Ahlen bis Wasserturm, Westtor
1950
• Grundsteinlegung der Kardinal-von-Galen Grundschule, zunächst als Volksschule
• Kläranlage entsteht im Süden der Stadt (am Helmbach – heute Neu-Garrath)
• Sportplatz wird erweitert mit 400 m Laufbahnen (natürlich Asche)
• Wasserleitungen werden in Hand- und Spanndienste mit einer Länge von 11.5 km verlegt
• der Wasserturm »Auf der Geist« wird erbaut mit einer Höhe von 45 m und einem Fassungsvermögen von 400 cbm
• der Wohnbereich westliche Telgter Straße entsteht
1951
• Die Evangelische Kirche mit Pfarrhaus wird errichtet
14.10.1951: Einweihung der Grundschule, Kardinal-von-Galen-Schule, mit 11 Klassen.
1954
• Der Kindergarten an der Overbergstraße wird errichtet
1955
• Die Kleingartenanlage und der Verein »Zur Rose« e. V. an der Telgter Straße werden gegründet • 01.04.1955: der Amtsverband Sendenhorst aus Stadt und Kirchspiel entsteht. Das Kirchspiel = Bauerschaften rund um Sendenhorst, gehörten vorher zu Enniger und Vorhelm
1960
• Das St. Josef-Stift: Um- und Erweiterungsbauten werden durchgeführt, die Sonderschule und die Bäderabteilung entstehen
• Die Turn-und Sporthalle wird eingeweiht mit 800 qm Spielfläche
1961/1962
• Teigelkampschule: I. Teil Baubeginn – heute Montessorischule
1962:
Teigelkampschule: Bau der Turnhalle
• Bundeswehr: Patenschaft 4. Kompanie / Bataillon 441 – Stadt Sendenhorst
• erster Tennisplatz wird errichtet, Lage hinter Turn-und Sporthalle
1963/1964
• Der Ehrenfriedhof für die gefallenen Sendenhorster Soldaten des 2. Weltkrieges am Westtor wird neu gestaltet.
1964
• Innenstadt Neugestaltung, Sanierung beginnt.
• Neubau des Jugendheims, Kirchstraße • Kläranlage, 2. Bauabschnitte, Biologischer Teil
1965
• Pfarrkirche: Der Innenbereich wird neu gestaltet
• St. Martin: Bronzeskulptur auf dem Kirchplatz. Geschenk der Gemeinden des Kreises Beckum zum 650. Stadtjubiläum.
Künstler: Kleinhans
• Die Stadt Sendenhorst feiert ihre 650-Jahrfeier
• Die Teigelkampschule und die Turnhalle werden der Öffentlichkeit übergeben
1966
• Freiwillige Feuerwehr: Das Gerätehaus an der Ladestraße wird neu gebaut
1967
• Neubau der Realschule, Auf der Geist
• Baubeginn der Spar- und Darlehnskasse, später: Volksbank, an der Weststraße vorher an der Neustraße
1967 /1968: T
eigelkampschule: II. Teil Neubau
1968
• Die Realschule wird eingeweiht
• Schüler in Sendenhorst: Grundschule 392, Hauptschule 254, Realschule 295 = Gesamt: 941
• Stadt und Kirchspiel sind wieder eine Gemeinde
• Tennisplatz: 2. Anlage hinter der Turn-und Sporthalle fertiggestellt • Volksbank: vormals Spar-und Darlehnskasse wird eingeweiht.
1970 - 1973
Projekt Internationaler Großflughafen startet. Lage: zwischen Sendenhorst, Albersloh und Drensteinfurt
1970
• Die alte Volksschule an der Schulstraße wird abgebrochen
1971
• Sanierung: Erstes Projekt Stadtmitte. Die Schulstraße wird verbreitert
• Friedhofskapelle wird gebaut
1973
• Hagenholt: neue Wohnsiedlung im Süden der Stadt wird erschlossen.
1974
1. Rosenmontags-Umzug in Sendenhorst findet statt
• Hallenbad am Westtor wird eingeweiht
1975
• 01.01.1975

Kommunale Neuordnung: Sendenhorst und Albersloh bilden eine neue Gemeinde
November 1975
Bürgerhaus wird fertiggestellt und eingeweiht
1977
• Spätaussiedler aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten und der ehemaligen UdSSR werden im Wohnbereich Garrath angesiedelt.
März 1977
• VEKA wird an der Dieselstraße errichtet, vorher: Industrieweg
September 1977:
Reithalle wird eingeweiht
1982
• Baubeginn des Fernmeldeturms – Höchstes Gebäude in Sendenhorst mit 133 Metern
25.06.1982
•Sport-und Freizeitzentrum wird nach zwei Jahren Bauzeit eingeweiht
1986
Dezember 1986
Turnhallenbau Realschule wird der Grundstein gelegt
1987
11.-13.12.1987:
1. Weihnachtsmarkt in Sendenhorsts Stadtmitte
1988
• Der Gewerbe- und Verkehrsverein wird gegründet. Erster Vorsitzender ist Heinrich Wiedehage
16.04.1988:
•Nach zwei Jahren Bauzeit: Einweihung der St. Martin-Turnhalle an der Realschule
• 03.06.1988: Einweihung der Fußgängerzone.
Die Westfälische Quadriga vor dem Bürgerhaus wird vom Künstler Kleinhans enthüllt. In den 2000er Jahren zieht das Kunstwerk an den Eingang der Fußgängerzone Weststraße um.
2 Zeitzeugen erinnern sich, wie es vorher war:

Früher gab es die große Runde um die Kirche. Extrem cool war es, wenn du mit deinem Gefährt, am besten ein Mofa oder Moped, an der Volksbank vorbei, um die Kirche links herumgefahren bist, dann auf der nördlichen Kirchstraße Gas gegeben hast, an der Kirchenmauer aufgedreht hast (hier konnte man Eindruck schinden vor den Leuten, die auf der Kirchenmauer saßen), um dann spätestens an der Eisdiele cool vom »Bock« zu schauen, dann links abgebogen bist, um durch die Fußgängerzone, damals eine Einbahnstraße, die Runde zu beenden.
Eine weitere Zeitzeugin erinnert sich (Mitte der 1970er Jahre): Wir Mädels saßen gern auf der Kirchenmauer. Früher war direkt gegenüber die Eisdiele und im Jugendheim gab es eine Teestube. Da war ein Trubel in der Stadt, den man heute leider gar nicht mehr so kennt. Die Kirchenmauer war damals wie gemacht für uns Jugendliche, es war quasi die Kennenlern- und Heiratsbörse (so nannten wir es), weil da immer was los war. Wie oben schon beschrieben: Die Jungs düsten mit Mofa, Moped oder Motorrad an der Kirchenmauer vorbei, das gab reichlich Flirtgelegenheit. Auch im Winter saßen wir öfter dort, und wenn es zu kalt wurde, wärmten wir uns kurz in der Kirche auf.

1989
Juni 1989
• Schützen- und Bürgerwald entstehtauf Initiative des Allgemeinen Schützenvereines St. Martinus
Juli 1989
• St. Josef-Stift erhält 4 neue Glocken. Spende: Rektor Dr. Lohmann
01.10.1989
• Kommunalwahl: CDU verliert die absolute Mehrheit im Rat
Oktober 1989 - 3.10.1990
Friedliche Revolution in der "DDR", Demonstrationen, Flucht führen zum Fall der Mauer (9.11.1989) und Untergang der DDR und nach erfolgreichen Verhandlungen (2+4-Verträge) mit den Allieierten zur Wiedervereinigung Deutschlands.
19.10.1989:
SPD stellt erstmals Bürgermeister: Franz-Josef Reuscher
1990
02.10.1990:
• Die Bürgermeister der Stadt Kirchberg (Sachsen) und Sendenhorst, Jürgen Hahn und Franz-Josef Reuscher, unterzeichnen im Festsaal in Kirchberg den Partnerschaftsvertrag der beiden Städte.
1992
• Die Stadt Sendenhorst erwirbt die Haus- und Hofstätte Josef Siekmann, Schulstraße, ein sozio-kulturelles Zentrum wird errichtet
1993
In Deutschland werden die neuen 5-stelligen Postleitzahlen eingeführt.
• Sendenhorst (und Albersloh) haben nun die neue PLZ: 48324. Die alte PLZ war 4415, davor 4401 (Wer weiß, wann das war? Wann erfolgte diese Umstellung?), 4401 hatten auch z. B. Nordwalde, Saerbeck.
1994
März 1994
• Bundeswehr: Neue Patenschaft 3. Kompanie Panzer Gren.Btl. 192
1995
28.12.1995
• Heinrich Wiegard wird als Stadtdirektor verabschiedet. Die Doppelspitze Bürgermeister, Stadtdirektor wird aufgehoben. Dieses System stammt aus dem britischen System, das nach dem 2. Weltkrieg von der damaligen
Besatzungsmacht eingeführt wurde.
1999
Juli 1999

• Wasserturm wird abgebrochen
September 1999
• Erstmals wird der Bürgermeister von allen Bürgern aus Sendenhorst und Albersloh gewählt: Werner Dufhues, CDU 2001
November 2001
• Gänsemarkt. Neuer Marktbetrieb um Martinus, Stadt- und Kirchenpatron
2002
01.07.2002
• Sparkasse Sendenhorst: Geschäftsstelle fusioniert über die Sparkasse Ahlen zur Sparkasse Münsterland Ost
• November 2002
Liebesgasse: St. Katharina Bronzebüste, Künstler Bernhard Kleinhans
2003
08.03.2003
• Alexander Klaws gewinnt die erste Staffel von »Deutschland sucht den Superstar«, RTL »We have a dream!« Und er hatte denselben Tanzlehrer wie viele hier, genannt Theo 1,2,3 –

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