Stars, Bühne, Musik, Kunst und prominente Gäste
Tony Marshall, Bläck Fööss, Heino, der Wendler, Willi Herren und Ingo ohne Flamingo: Sendenhorst hat über Jahrzehnte erstaunlich viele bekannte Künstler erlebt – vom Festzelt und Rosenmontag über SoWieSo bis zu Vocal Champs und Haus Siekmann. Diese Übersicht sammelt die bislang belegten Namen und hält offene Spuren ausdrücklich als solche fest – Stand August 2026.
Inhaltsverzeichnis
Lange bevor es Bürgerhaus, SoWieSo oder Haus Siekmann gab, wurde Kultur in Sendenhorst vor allem von Vereinen, Kirchen, Chören, Schützen und Gastwirtschaften getragen. Saalveranstaltungen, Konzerte, Theater, Karneval und Festzelte waren die Bühnen der Stadt. Gerade die Chöre entwickelten früh Kontakte über Sendenhorst hinaus.
Beim Jubiläum der St.-Martinusschützen 1964 gehörte beispielsweise eine niederländische Blaskapelle mit etwa 60 Musikern zum Programm; am Festabend spielte außerdem das Musikkorps der Freiwilligen Feuerwehr Münster. 1972 musizierte der Kirchenchor Cäcilia zusammen mit Kolpingchor, Schulchören und der Regimental Band of the 1/18th Royal Hussars. Internationale Begegnung war damit schon Teil der Sendenhorster Fest- und Musikkultur, bevor große Starprogramme üblich wurden.
1974 – eine noch offene Spur:
Zur 60-Jahr-Feier der Kolpingfamilie fanden am 10. und 11. Mai im großen Festzelt auf dem Lambertiplatz laut zeitgenössischem Rückblick „Musikparaden mit internationalen Stars“ statt. Die Namen
dieser Stars sind in der bislang ausgewerteten zugänglichen Quelle nicht genannt. Sie werden deshalb hier bewusst nicht ergänzt oder geraten.
Im März 1971 wurde das St.-Josef-Stift selbst zur Filmkulisse. Die Tellux-Film München drehte im Auftrag des ZDF Szenen für ein 90-minütiges Dokumentarspiel über Clemens August Graf von Galen. Gedreht wurde an historischem Ort – dort, wo der Bischof 1944/45 tatsächlich sein Ausweichquartier gehabt hatte.
Wolfgang Büttner spielte Clemens August Graf von Galen.
Horst Michael Neutze verkörperte dessen Hauskaplan Dr. Portmann.
Beide wurden in der damaligen Presse ausdrücklich als aus Film und Fernsehen bekannte Charakterdarsteller vorgestellt.
Das Drehbuch stammte von der Schriftstellerin Luise Rinser, Regie führte Paul May. Für Sendenhorst war der Drehtag ein ungewöhnlicher Moment: Eine bundesweit ausgestrahlte Fernsehproduktion rekonstruierte die eigene Stadtgeschichte genau an ihrem Schauplatz.
Mit dem neuen Bürgerhaus erhielt Sendenhorst 1975 erstmals einen großen modernen Saal mit rund 500 Reihenplätzen und eigener Bühne. Schon die ersten Wochen zeigten, welchen Anspruch die Stadt damit verband: Neben den heimischen Chören sollten auch Künstler auftreten, die aus Rundfunk, Fernsehen und großen Konzertsälen bekannt waren.
Nur wenige Tage nach der Eröffnung stand Gabi Baginsky im Bürgerhaus auf der Bühne. Die damalige Ankündigung stellte sie ausdrücklich als Sängerin vor, die aus der ZDF-Hitparade bekannt war. Zum Tanz spielten „The Rainbow’s“.
Beim festlichen Konzert gastierte der Tenor und Kammersänger Heinz Hoppe. Begleitet wurde er am Flügel von Ursula König. Mitwirkende waren außerdem der Kolpingchor, der Kirchenchor Cäcilia und das Orchester der Landesregierung Nordrhein-Westfalen unter Franz Lamprecht.
Die große Festwoche von 1977 war kein einmaliger Ausreißer. Ein örtlicher Rückblick nennt für die von Hermann Schlautmann in den 1970er-Jahren organisierten Festwochen eine ganze Reihe bundesweit bekannter Namen: Bläck Fööss, Cindy & Bert, Chris Roberts, Nina & Mike und Heino. Damit wurde das Sendenhorster Festzelt zeitweise zu einer regelrechten Schlager- und Showbühne.
Die vierte Sendenhorster Festwoche vom 27. April bis 1. Mai 1977 war ein Höhepunkt der damaligen Unterhaltungskultur. Organisator Hermann Schlautmann hatte eine Reihe aufgebaut, die Besucher aus einem weiten Umkreis anzog. Die zeitgenössische Presse verglich das Festzelt für Sendenhorst sogar mit der Halle Münsterland.
Nina & Mike · Roland Steinel · Marianne & Michael · German Hofmann mit seiner 16-köpfigen Kapelle.
Der absolute Höhepunkt war Tony Marshall. Er kam mit eigenem sechsköpfigen Show-Orchester und einer zweistündigen Show. Mit dabei war Cherry Laine aus Jamaika. Den Abend ergänzten die Original Eschweiler Fanfaren-Trompeter, ein 30-köpfiges Show-Orchester mit internationalen Auftritten.
Zum Gesamtprogramm gehörten außerdem der Albersloher Entertainer Heiner Wienkamp, das Olaf-Jaan-Sextett, die Argus-Show-Band und die Sharrons. Die Festwoche zeigt, dass Sendenhorst bereits in den 1970er-Jahren Künstler verpflichtete, die gleichzeitig in Radio und Fernsehen präsent waren.
Die großen Namen verschwanden nach den Festwochen nicht aus Sendenhorst. Später verlagerten sich solche Auftritte auf Schützenfest, Karneval, Rathausplatz, Marktplatz und private Partyformate. Gerade hier taucht eine Reihe von Künstlern aus Schlager-, Après-Ski- und Mallorca-Szene auf, die in der ersten Fassung noch gefehlt hatte.
Ein Sendenhorster Rückblick von 2015 nennt ausdrücklich vier bekannte Acts, die in späteren Jahren im Schützenfestzelt für Stimmung sorgten: der Wendler, Nic, Sandy Wagner und Olaf Henning. Die Quelle nennt dabei keine einzelnen Auftrittsjahre. Deshalb werden die Namen hier aufgenommen, aber nicht mit erfundenen Jahreszahlen versehen.
2015 · Willi Herren – Rosenmontag, 16. Februar, 15:30 Uhr auf dem Rathausplatz.
2016 · Jörg & Dragan – Rosenmontag, 8. Februar; um 16 Uhr als jährlicher Höhepunkt auf dem Rathausplatz.
2018 · Stefan Stürmer – Rosenmontag; gegen 15:30 Uhr im Festzelt/auf dem Marktplatz.
2018 · Willi Herren, Tom Juno & Mo Familia – Après-Ski-Party am Fuselplatz bei der Börse, 3. März.
2019 · Joel Gutje – Abschluss der großen Galasitzung zum 50-jährigen KG-Jubiläum am 23. Februar.
2019 · Ingo ohne Flamingo – Rosenmontag, 4. März; Auftritt nach dem Umzug auf dem Marktplatz.
2022/23 · Schäfer Heinrich – beim Sessionsauftakt 2022 zu Gast und am Rosenmontag 2023 erneut als angekündigter Höhepunkt auf dem Rathausplatz.
Zum 40. Rosenmontagsumzug der KG „Schön wär’s“ war Willi Herren am 16. Februar 2015 als besonderer Gast angekündigt. Um 15:30 Uhr sollte er auf dem Rathausplatz auftreten. Damit ist sein Sendenhorst-Auftritt nicht nur Erinnerung, sondern durch einen zeitgenössischen Veranstaltungskalender belegt.
Für Rosenmontag 2016 kündigte das Stadtland Magazin Jörg und Dragan, die singenden Autohändler, als jährlichen Höhepunkt an. Um 16 Uhr sollten sie mit ihren Partyschlagern auf dem Rathausplatz auftreten. Moderiert wurde das Programm von Tom Juno alias Daniel Socheaux.
Am Rosenmontag 2018 trat Stefan Stürmer gegen 15:30 Uhr auf dem Marktplatz auf. Nur wenige Wochen später folgte am 3. März die Après-Ski-Party am Fuselplatz bei der Börse mit Willi Herren, Tom Juno und Mo Familia. Für Willi Herren ist damit sogar mindestens ein zweiter Sendenhorst-Auftritt belegt.
Zum 50-jährigen Bestehen der KG „Schön wär’s“ endete die große Galasitzung am 23. Februar 2019 mit Joel Gutje. Rosenmontag setzte die KG noch einen drauf: Nach dem Umzug sollte Ingo ohne Flamingo den Marktplatz „auf den Kopf stellen“. Der damalige Bericht verweist ausdrücklich auf seinen Partyhit „Saufen – morgens, mittags, abends“ und sein auffälliges Bühnen-Outfit.
Beim Sessionsauftakt im November 2022 überraschte die KG ihr Publikum bereits mit Schäfer Heinrich, der in der Vereinsberichterstattung augenzwinkernd als „vom Ballermann eingeflogen“ beschrieben wurde. Für Rosenmontag, den 20. Februar 2023, wurde er erneut als Höhepunkt des Bühnenprogramms auf dem Rathausplatz angekündigt.
Auch Markus Mörl („Ich will Spaß“) wird als früherer Sendenhorst-Gast erinnert. Trotz eines zusätzlichen Laufs durch Stadt-Heimatarchiv, Zeitung, Schützen- und Karnevalsquellen sowie Websuche konnte bislang jedoch kein belastbarer Veranstaltungsbeleg mit Datum und Ort gefunden werden. Mehrere Suchtreffer erwiesen sich als Seitenlayout-Falschspuren zu Veranstaltungen in anderen Orten. Markus bleibt deshalb ausdrücklich auf der Rechercheliste, wird aber noch nicht in das Register der sicher belegten Auftritte einsortiert.
Von 1992 bis 2017 prägte das SoWieSo-Stadtfest das kulturelle Leben der Innenstadt. Die MuKo übernahm Programmgestaltung, Planung, Sponsoring und Durchführung, die Stadt stellte die Infrastruktur. Das Konzept setzte bewusst nicht auf ein rein kommerzielles Stadtfest, sondern auf Kultur, Vereine, Ehrenamt und eine Mischung aus lokalen, regionalen und auswärtigen Künstlern.
Das Stadt-Heimatarchiv dokumentiert SoWieSo bereits für 1994 und 1995 fotografisch. Die MuKo hebt rückblickend ausdrücklich hervor, dass ihre guten Kontakte zu Künstlerinnen und Künstlern es ermöglichten, ein Fest dieser Größenordnung und mit entsprechendem Programm nach Sendenhorst zu holen. Eine vollständig erhaltene, jahrweise Künstlerliste der 25 Stadtfeste liegt in den bislang ausgewerteten öffentlich zugänglichen Quellen allerdings nicht vor. Deshalb werden hier keine nicht belegten SoWieSo-Namen ergänzt.
Die Linie lebt weiter:
Seit 2022 knüpft „SoWieSo Light“ im MUKOlosseum in kleinerer Form an das alte Stadtfest an. 2023 kündigte die MuKo ausdrücklich lokale, regionale und internationale Live-Acts an.
Mit den A-cappella-Wettbewerben bekam Sendenhorst ab 2007 ein Kulturformat mit bundesweiter und später internationaler Strahlkraft. Der erste NRW-A-Cappella-Contest lief über vier Tage und brachte bereits 34 Gruppen in die Stadt. Kooperationspartner waren unter anderem Chorverband NRW und WDR-Hörfunk.
2008, 2010, 2012 und 2015 folgten German-Acappella-Contests mit Bands aus Deutschland und dem benachbarten Ausland. 2017 entstand daraus der Vocal Champs Contest, der 2019, 2022 und 2024 wiederholt wurde. Seit 2026 läuft das Konzept als Vocal-Champs-A-Cappella-Tage weiter. Die Veranstalter beziffern die Zahl der im Laufe der Jahre nach Sendenhorst gekommenen Gruppen inzwischen auf mehr als 200.
MuSix – Hauptpreisträger 2008; beim Bundescontest kamen über 5.000 Besucher in die Stadt.
JuiceBox. und Sjaella – preisgekrönte Formationen 2010.
Unduzo – 2015 in der Professional-Kategorie ausgezeichnet.
YeoMen – 2017 beim Vocal Champs Contest erfolgreich.
Damit wurde Sendenhorst zeitweise zu einem echten Treffpunkt der deutschen und europäischen A-cappella-Szene.
Mit der Eröffnung des soziokulturellen Zentrums Haus Siekmann 1998 entstand eine zweite, ganz andere Art von Kulturort. Statt Großzelt und Massenveranstaltung lebt das Haus von Nähe, Akustik und einem anspruchsvollen Programm aus Jazz, Klassik, Weltmusik, Gitarrenmusik, Kabarett und Literatur. Der Förderverein feierte 2024 sein 30-jähriges Bestehen.
Über die Jahre kamen Künstler nach Sendenhorst, die sonst in großen Konzertsälen, auf Festivals und internationalen Bühnen zu Hause sind. Die folgende Auswahl ist durch Veranstaltungsarchive und Programmmaterial belegt:
2018: Anne Haigis
2019: Stelios Petrakis Duo; Arkady Shilkloper & Vadim Neselovskyi
2023: VIRTA aus Finnland
2024: Fratres Trio; Edoardo Bignozzi, Ro Gebhardt & Peter Autschbach; Tango Ensemble Contrabajando; Tone Fish; Ilona Haberkamp Quartett
2025: Martin Zingsheim; Folkadu; Alexa Wichner & Peter Kroll-Ploeger; Frank Muschalle Trio; Matthias Ningel; Matthieu Saglio mit Isabel Julve und José „El Piru“; Alexandra
Zhernova Trio; Maximilian Kromer
2026 bis August: Phil Seeboth Band; CONJAK; Falk Zenker; Lars Reichow; Monan von Jülich & Gabriel Husson; Hello Piedpiper; Annelien van Wauwe & Danae Dörken
Besonders deutlich wurde das 2019 beim ausverkauften Konzert von Arkady Shilkloper und Vadim Neselovskyi, das in einer Konzertkritik ausdrücklich als „Konzert der Weltklasse“ beschrieben wurde. 2026 spielten mit der belgischen Klarinettistin Annelien van Wauwe und der Pianistin Danae Dörken zwei international gefragte Musikerinnen im Rahmen des Summerwinds-Festivals in Sendenhorst.
Haus Siekmann – Programmarchiv
Internationalität ist in der jüngeren Sendenhorster Kultur nicht nur ein Schlagwort. Bei „One World – One Stage“ brachte die MuKo am 26. Januar 2018 Musiker mit sehr unterschiedlichen Biografien ins evangelische Gemeindehaus.
Alan Bewar – syrischer Saz-Spieler und Sänger, der bereits in Syrien mehrere CDs veröffentlicht hatte; begleitet von Welat Herdem.
Kanga Vovo – Musiker aus Kinshasa. Er hatte unter anderem mit Empire Bakuba, Pepe Kale, Viva la Musica und Jimmy Cliff gespielt und später in Münster, Berlin und
Brüssel musiziert.
Dazu kam das Sendenhorster Blockflötenensemble Adelore.
Auch das Münsterland Festival nutzt Haus Siekmann als internationalen Spielort: 2019 brachte das Stelios Petrakis Duo kretische Musik nach Sendenhorst; 2023 folgte die finnische Post-Jazz-Formation VIRTA. Beim SoWieSo-Light-Format wurden ebenfalls internationale Gäste in das MUKOlosseum eingeladen. Die kleine Stadt ist damit heute selbstverständlich Teil eines europäischen und internationalen Kulturnetzwerks.
Nicht jeder bekannte Besucher kam als Künstler. Mehrfach wurde Sendenhorst auch zum Schauplatz politischer, gesellschaftlicher und kirchengeschichtlicher Ereignisse. Einige Besuche sind im Stadt-Heimatarchiv sogar fotografisch dokumentiert.
Nach der Zerstörung seines Münsteraner Quartiers bezog Bischof Clemens August Graf von Galen am 14. Oktober 1944 Räume im St.-Josef-Stift. Bis zum 18. Dezember 1945 wirkte er von Sendenhorst aus; zeitweise wurde das Stift damit faktisch zum Ausweichsitz der Bistumsleitung. Am 1. April 1945 feierte er in St. Martin ein Pontifikalamt. 1946 wurde er erster Ehrenbürger der Stadt.
Ministerpräsident Johannes Rau kam zur Vereidigung und zur Verleihung eines Fahnenbandes des Landes Nordrhein-Westfalen an die Patenkompanie nach Sendenhorst. Der Besuch am Westtor ist im Bildbestand des Stadt-Heimatarchivs dokumentiert.
Ein örtlicher Rückblick nennt neben Johannes Rau auch den früheren Bundeswirtschaftsminister und Vizekanzler Jürgen W. Möllemann ausdrücklich als prominenten Gast in Sendenhorst. Das genaue Besuchsdatum ist in dieser Quelle nicht angegeben und bleibt deshalb vorerst offen.
1989 besuchte auf Initiative aus Sendenhorst und mit Unterstützung des damaligen Bundesministers Jürgen Möllemann der Botschafter von Malta die Stadt. Der örtliche Rückblick nennt den Besuch ausdrücklich als außergewöhnliches Ereignis. Der Name des Botschafters ist in der bislang ausgewerteten örtlichen Quelle nicht genannt; er wird deshalb hier nicht ergänzt.
Im September 1994 kam Ignatz Bubis, damals Vorsitzender des Zentralrats der Juden in Deutschland, zum „Sendenhorster Forum“ in die Stadt. Er sprach zum Themenbereich „Gefahr von rechts – Ein Mann mischt sich ein“ und besuchte die Gedenkstele am Standort der ehemaligen Synagoge. Der Besuch fand große Resonanz und gehört zu den bedeutendsten dokumentierten öffentlichen Gastauftritten der jüngeren Stadtgeschichte.
Ignatz Bubis & jüdisches Leben
Der bekannteste Name der jüngeren Unterhaltungskultur mit enger Sendenhorster Verbindung ist Alexander Klaws. Die MuKo erinnert ausdrücklich daran, dass „Alex Klaws“ seine musikalischen Anfänge in ihren Bands hatte, bevor er den Weg ins Profilager nahm. Die MuKo nennt außerdem Michi Krüger und Christoph Schmitz als ehemalige Schüler, die später professionell in Musik und Medien arbeiteten.
Der 1926 in Sendenhorst geborene Bildhauer Bernhard Kleinhans wurde weit über seine Heimatstadt hinaus anerkannt und 1991 zum Ehrenbürger ernannt. Seine Plastiken prägen bis heute den öffentlichen Raum – darunter die „Westfälische Quadriga“, Porträts bedeutender Sendenhorster Persönlichkeiten und Arbeiten im Park des St.-Josef-Stifts.
Zur Sendenhorster Kunstgeschichte gehören außerdem der Bildhauer Heinrich Seelige sowie der Künstler Anton Nachtigäller, der unter anderem Entwürfe für Kirchenfenster schuf. Mit Haus Siekmann, Skulpturenpfaden, Ausstellungen und Kunst im öffentlichen Raum hat die bildende Kunst einen festen Platz neben Musik und Bühne.
JAHR · NAME · ANLASS · ORT
| JAHR | NAME | ANLASS | ORT |
| 1944–45 | Clemens August Graf von Galen | Ausweichquartier und Bistumsleitung | St.-Josef-Stift |
| 1964 | Niederländische Blaskapelle | Jubiläum St.-Martinusschützen, ca. 60 Musiker | Sendenhorst |
| 1970er | Bläck Fööss | Festwochen von Hermann Schlautmann | Festzelt |
| 1970er | Cindy & Bert | Festwochen von Hermann Schlautmann | Festzelt |
| 1970er | Chris Roberts | Festwochen von Hermann Schlautmann | Festzelt |
| 1970er | Heino | Festwochen von Hermann Schlautmann | Festzelt |
| 1971 | Wolfgang Büttner | ZDF-Dokumentarspiel über von Galen | St.-Josef-Stift |
| 1971 | Horst Michael Neutze | ZDF-Dokumentarspiel über von Galen | St.-Josef-Stift |
| 1972 | Regimental Band 1/18th Royal Hussars | Gemeinsames Konzert mit Sendenhorster Chören | Sendenhorst |
| 1975 | Gabi Baginsky | Erste Veranstaltungswochen des Bürgerhauses | Bürgerhaus |
| 1975 | Heinz Hoppe | Festliches Konzert | Bürgerhaus |
| 1975 | Orchester der Landesregierung NRW | Festliches Konzert | Bürgerhaus |
| 1977 | Nina & Mike | Festwoche – Folkloreabend | Festzelt |
| 1977 | Roland Steinel | Festwoche – Folkloreabend | Festzelt |
| 1977 | Marianne & Michael | Festwoche – Folkloreabend | Festzelt |
| 1977 | German Hofmann | Festwoche – Folkloreabend | Festzelt |
| 1977 | Tony Marshall | Festwoche – zweistündige Star-Show | Festzelt |
| 1977 | Cherry Laine | Festwoche – Starabend | Festzelt |
| 1977 | Original Eschweiler Fanfaren-Trompeter | Festwoche – Starabend | Festzelt |
| 1987 | Johannes Rau | Vereidigung / Fahnenband der Patenkompanie | Westtor |
| 1989 | Botschafter von Malta | Offizieller Besuch | Sendenhorst |
| 1994 | Ignatz Bubis | Sendenhorster Forum / Gedenkstele | Sendenhorst |
| Jahr offen | Jürgen W. Möllemann | Prominenter politischer Besuch | Sendenhorst |
| vor 2015 | Der Wendler | Auftritt im Schützenfestzelt; genaues Jahr offen | Schützenfestzelt |
| vor 2015 | Nic | Auftritt im Schützenfestzelt; genaues Jahr offen | Schützenfestzelt |
| vor 2015 | Sandy Wagner | Auftritt im Schützenfestzelt; genaues Jahr offen | Schützenfestzelt |
| vor 2015 | Olaf Henning | Auftritt im Schützenfestzelt; genaues Jahr offen | Schützenfestzelt |
| 2007 | 34 A-cappella-Gruppen | Erster NRW-A-Cappella-Contest | Realschule |
| 2008 | MuSix | German A-cappella Bundescontest, Hauptpreis | Innenstadt |
| 2010 | JuiceBox. / Sjaella | Preisgekrönte A-cappella-Formationen | Sendenhorst |
| 2015 | Willi Herren | Rosenmontag, 16. Februar | Rathausplatz |
| 2015 | Unduzo | German A-cappella Contest | Sendenhorst |
| 2016 | Jörg & Dragan | Rosenmontag, 8. Februar | Rathausplatz |
| 2017 | YeoMen | Vocal Champs Contest | Sendenhorst |
| 2018 | Stefan Stürmer | Rosenmontag | Marktplatz/Festzelt |
| 2018 | Willi Herren / Tom Juno / Mo Familia | Après-Ski-Party, 3. März | Fuselplatz/Börse |
| 2018 | Anne Haigis | Konzert | Haus Siekmann |
| 2018 | Alan Bewar & Welat Herdem | One World – One Stage | Ev. Gemeindehaus |
| 2018 | Kanga Vovo | One World – One Stage | Ev. Gemeindehaus |
| 2019 | Joel Gutje | KG-Jubiläumsgala, 23. Februar | Festzelt Industrieweg |
| 2019 | Ingo ohne Flamingo | Rosenmontag, 4. März | Marktplatz |
| 2019 | Stelios Petrakis Duo | Münsterland Festival | Haus Siekmann |
| 2019 | Arkady Shilkloper & Vadim Neselovskyi | Ausverkauftes Jahresabschlusskonzert | Haus Siekmann |
| 2022 | Schäfer Heinrich | Sessionsauftakt | Sendenhorst |
| 2023 | Schäfer Heinrich | Rosenmontag, 20. Februar | Rathausplatz |
| 2023 | VIRTA | Münsterland Festival | Haus Siekmann |
| 2024 | Fratres Trio | Internationale Klassikszene | Haus Siekmann |
| 2024 | Edoardo Bignozzi, Ro Gebhardt, Peter Autschbach | Gitarrenfestival | Haus Siekmann |
| 2024 | Tone Fish | 30 Jahre Förderverein Haus Siekmann | Haus Siekmann |
| 2024 | Ilona Haberkamp Quartett | Jazzkonzert | Haus Siekmann |
| 2025 | Martin Zingsheim | Kabarett und Musik, ausverkauft | Haus Siekmann |
| 2025 | Frank Muschalle Trio | Boogie-Woogie / Jazz | Haus Siekmann |
| 2025 | Matthieu Saglio, Isabel Julve, José „El Piru“ | Amura | Haus Siekmann |
| 2025 | Maximilian Kromer | Preisträgerkonzert | Haus Siekmann |
| 2026 | Lars Reichow | Kabarett „Boomerland“ | Haus Siekmann |
| 2026 | Annelien van Wauwe & Danae Dörken | Summerwinds Münsterland | Haus Siekmann |
Hinweis: „bekannt“ ist keine amtliche Kategorie. Aufgenommen wurden Namen, deren überregionale oder internationale öffentliche Bekanntheit bzw. besondere historische Bedeutung aus den ausgewerteten Quellen hervorgeht. Markus Mörl ist hier noch nicht enthalten, weil sein Sendenhorst-Auftritt derzeit noch nicht mit einem belastbaren Datum/Ort belegt werden konnte.
ZEITRAUM · BÜHNE · REICHWEITE
Die Formen haben sich verändert, die Grundidee nicht: Sendenhorster Kultur entsteht meist dort, wo Vereine, Ehrenamt, Stadt, Sponsoren und engagierte Einzelne zusammenkommen. In den 1970er-Jahren waren es Festzelt und Bürgerhaus, seit den 1990er-Jahren SoWieSo und Haus Siekmann, seit 2007 die A-cappella-Festivals. Ausgerechnet die überschaubare Größe der Stadt wurde dabei häufig zum Vorteil: Künstler treten nicht anonym vor einem Großstadtpublikum auf, sondern werden Teil eines lokalen Festes und einer persönlichen Begegnung.
• Stadt-Heimatarchiv Sendenhorst: Bild-, Presse- und Veranstaltungsbestände; u. a. SoWieSo 1994/95, Haus Siekmann 1998 und Johannes Rau 1987.
• Hans-Günther Fascies (HGF), Stadt-Heimatarchiv Sendenhorst: historische Arbeitsunterlagen und Zeitungsausschnitte.
• Kirchenchor Cäcilia Sendenhorst, Festschrift 125 Jahre: Konzerte u. a. mit der Regimental Band of the 1/18th Royal Hussars und Kammersänger Heinz Hoppe.
• Heimatverein Sendenhorst: Zeitungsgeschichte 1970er – Bürgerhaus, Filmaufnahmen und Festwoche 1977.
• Heimatverein Sendenhorst: Jüdisches Leben – Ignatz Bubis 1994.
• Heimatverein Sendenhorst: 100 Jahre St.-Josef-Stift – Clemens August Graf von Galen 1944/45.
• Stadtland Magazin, Mai 2015: Rückblick auf Festwochen, Schützenfest-Stars und prominente Gäste .
• Töfte Regionsmagazin 01/2015: Willi Herren am Rosenmontag 2015 .
• Stadtland Magazin, Februar 2016: Jörg & Dragan am Rosenmontag 2016 .
• Stadtland Magazin, Februar 2018: Stefan Stürmer am Rosenmontag 2018 .
• Töfte Regionsmagazin 01/2018: Après-Ski-Party mit Willi Herren, Tom Juno und Mo Familia .
• Stadtland Magazin, Februar 2019: Joel Gutje und Ingo ohne Flamingo 2019 .
• KG Schön wär’s / Töfte 2023: Schäfer Heinrich am Rosenmontag 2023 .
• MuKo e.V.: Projekte-Archiv – SoWieSo, One World – One Stage, Nachwuchskultur.
• Stadt der Stimmen: Vocal-Champs-Historie .
• Förderverein Haus Siekmann: Programm-Archiv .
• Münsterland e.V.: VIRTA im Haus Siekmann sowie Festivalunterlagen 2019 zum Stelios Petrakis Duo.
Recherchehinweis: Historische Veranstaltungsprogramme sind nicht für jedes Jahr vollständig überliefert oder online erschlossen. Wo eine Quelle nur von „internationalen Stars“ spricht, ohne Namen zu nennen, wurde bewusst keine Vermutung ergänzt.