Sendenhorst ist nicht gleichmäßig gewachsen. Aus frühen Hofgruppen entstand ein Kirchdorf, aus dem Kirchdorf eine befestigte Kleinstadt. Jahrhundertelang blieb der eigentliche Ort innerhalb von Wall und Graben erstaunlich kompakt. 1824 wurde erstmals einem Bürger erlaubt, außerhalb der inzwischen planierten Wälle zu bauen; nach 1945 änderte sich das Wachstumstempo dann grundlegend.
Urnenfriedhöfe im Bereich der heutigen Spithöverstraße und des Martinirings zeigen, dass Menschen bereits im 7. und 6. Jahrhundert v. Chr. in unmittelbarer Nähe lebten. Wo ihre Häuser standen, ist unbekannt. Der Münsterländer Kiessandzug bot im Vergleich zu den feuchteren Niederungen günstigere, höher gelegene Flächen für Wege, Höfe und Ackerland.
Die frühesten Einwohnerzahlen sind keine modernen Volkszählungen. Steuerlisten erfassten häufig nur bestimmte Abgabepflichtige, nicht sämtliche Kinder, Angehörige und Hausbewohner. Heinrich Petzmeyer warnte deshalb ausdrücklich davor, solche Angaben als vollständige Einwohnerzahlen zu lesen.
Für das Jahr 1498 schätzte Petzmeyer die Bevölkerung auf höchstens etwa 300 Menschen in der Stadt und rund 430 im Kirchspiel. Das sind historische Hochrechnungen, keine exakt gezählten Personen. Nach seiner Einordnung war die Einwohnerzahl gegenüber dem 14. Jahrhundert sogar zurückgegangen; ein ungebrochenes mittelalterliches Wachstum wäre daher falsch dargestellt.
Um 890/900 erscheint der Name Seondonhurst in den Werdener Überlieferungen. Gemeint ist noch keine Stadt, sondern eine bäuerliche Siedlungslandschaft. Petzmeyer zählt Sendenhorst, Schörmel und Hardt zu frühen Hofgruppen; weitere Bauerschaften und Hofbereiche entwickelten sich während des mittelalterlichen Landausbaus.
Im 11. und 12. Jahrhundert wird die Siedlungsstruktur klarer. Kirche, Friedhof, Wege, Markt, Handwerk und Versorgung ziehen Menschen an. 1175 wird Sendenhorst als Kirchdorf erwähnt. Für das 12. und 13. Jahrhundert sind im späteren Stadtkern geordnete Grundstücke, Gräben, Pfostenbauten und Entwässerung archäologisch nachweisbar.
Am 11. August 1315 ist Sendenhorst erstmals als oppidum, also als Stadt, belegt. Schon 1318 werden Graben, Osttor und Markt genannt. Wall und Graben umschlossen die Stadt; vier Tore verbanden sie mit dem Umland. Nordgraben, Ostgraben, Südgraben, Westgraben und Promenade bewahren diesen mittelalterlichen Ring bis heute im Stadtplan.
Die historische Stadt und das umliegende Kirchspiel waren über lange Zeit getrennte Verwaltungseinheiten. Für die Siedlungsgeschichte ist diese Unterscheidung entscheidend: Der Stadtkern verdichtete sich, während die Einwohnerzahl in den ländlichen Bauerschaften lange nur wenig zunahm.
| Jahr | Historische Stadt | Kirchspiel/Landgemeinde | Hinweis |
|---|---|---|---|
| 1498 | höchstens ca. 300 | ca. 430 | Schätzungen nach Petzmeyer |
| 1819 | 1.379* | 815 | Landgemeinde in archivierter Bauerschaftstabelle |
| 1871 | 1.868 | 881 | Amtliche Volkszählung |
| 1895 | 1.928 | 882 | Archivierte historische Statistik |
| 1900 | 1.889 | 842 | Archivierte historische Statistik |
| 1905 | 1.913 | 809 | Archivierte historische Statistik |
| 1910 | 2.048 | 836 | Archivierte historische Statistik |
*Die Zuordnung der Stadtzahl 1.379 zum Jahr 1819 ist noch gegen die ursprüngliche Quelle zu prüfen: Petzmeyer nennt 1.379 ausdrücklich auch für 1832. Die Zahl wird deshalb hier nicht als gesicherte Volkszählung für 1819 behandelt. Einzelne historische Zahlenreihen weichen voneinander ab.
Für die Siedlungsgeschichte ist die alte Trennung entscheidend. Innerhalb des Stadtkerns lebte die Stadtbevölkerung; außerhalb lagen Bauerschaften, Felder und Höfe des Kirchspiels. Wirtschaftlich und kirchlich gehörte beides eng zusammen, kommunal blieb es jedoch lange getrennt.
| Jahr | Stadt | Kirchspiel | zusammen |
|---|---|---|---|
| 1498 | ca. 300 | ca. 430 | ca. 730 |
| 1819 | 1.379 | 815 | 2.194 |
| 1829 | 1.474 | 891 | 2.365 |
| 1871 | 1.868 | 881 | 2.749 |
| 1925 | 2.456 | 838 | 3.294 |
| 1939 | 2.681 | 809 | 3.490 |
Am 29. April 1806 zerstörte ein Großbrand große Teile der Stadt. Ein zeitnaher Verwaltungsbericht nennt 131 völlig und zwölf weitgehend zerstörte private Wohnhäuser. Der Wiederaufbau wurde nicht dem Zufall überlassen. Die preußische Regierung entsandte eine Kommission mit Kriegs- und Domänenrat Scheffer, Bauinspektor Meyer und Landrat von Ketteler nach Sendenhorst.
Nach den Erfahrungen mit anderen abgebrannten Städten sollten Straßen verbreitert, Hausfluchten zurückgenommen, besonders enge Gebäudegruppen verlegt und Freiflächen vergrößert werden. Rund um St. Martin sollte mehr Raum entstehen. Zwischen den Hauptstraßen wurden neue Verbindungen geschaffen; die Neustraße wurde erschlossen, und mehrere öffentliche Gebäude erhielten andere Standorte.
Das ist eine wichtige Klammer für die spätere Stadtsanierung: Schon 1806 wurde historische Bebauung nicht einfach rekonstruiert, sondern die Stadt nach den Sicherheits- und Funktionsvorstellungen ihrer Zeit neu geordnet.
Die Volkszählung vom 1. Dezember 1871 verzeichnete für die Stadt 1.868 Einwohner und für die Landgemeinde 881 Einwohner. Von den Stadtbewohnern waren 1.301 am Ort geboren. Die historische Statistik enthält außerdem Angaben zu Kindern, Schulbildung und Schriftkenntnissen. Sie eröffnet damit Einblicke in Herkunft und Lebensverhältnisse, die über das bloße Wachstum des Stadtgebiets hinausgehen.
Die langfristige Entwicklung verlief unterschiedlich: Im Stadtgebiet nahm die Bevölkerung im 19. Jahrhundert deutlich zu; in den Bauerschaften blieb sie vergleichsweise stabil. Eine wachsende Bevölkerung im Kernort bedeutete nicht automatisch eine ebenso starke Zunahme auf dem Land.
Fast fünf Jahrhunderte hatte sich die eigentliche Stadt im Wesentlichen innerhalb von Wall und Graben gehalten. Nach dem Stadtbrand von 1806 waren die alten Befestigungsanlagen bereits weitgehend eingeebnet beziehungsweise in die neue Stadtstruktur einbezogen worden. Als Baugrenze wirkten sie jedoch noch nach.
Damit wurde erstmals bewusst eine Grenze überschritten, die das Siedlungsbild Sendenhorsts über Jahrhunderte bestimmt hatte. Weitere Häuser folgten: darunter Börger vor dem Südtor und Mühlenhöver vor dem Osttor. Die ehemalige Befestigungsgrenze verlor damit zunehmend ihre Bedeutung als Baugrenze.
Vor dem Osttor lag damals noch die Ostheide. Sie wurde in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts gemeinschaftlich als Weidefläche genutzt. Jeden Morgen trieb der Kuhhirt die Herde durch das Osttor hinaus. Um 1845 wurde die Gemeinheit Ostheide/Brockstraße aufgeteilt.
Im weiteren Verlauf des 19. Jahrhunderts schob sich die Bebauung immer stärker vor die alten Tore. Neue Verkehrsachsen und größere öffentliche Bauten verschoben zusätzlich die Gewichte: die Chausseen, die neue Pfarrkirche St. Martin, das St.-Josef-Stift und später die Westfälische Landeseisenbahn. Der Martiniring von 1949 war also nicht die erste Bebauung außerhalb des mittelalterlichen Kerns; neu war dort vielmehr die planmäßige, geschlossene Entwicklung eines ganzen Wohngebietes.
Mit der Vereinigung von Stadt und Landgemeinde Sendenhorst entfiel die bisherige kommunale Trennung zwischen dem Kernort und den sieben Bauerschaften. Einwohnerzahlen vor und nach diesem Schritt sind nur dann direkt vergleichbar, wenn beide Gebiete zuvor zusammengezählt wurden. Ein statistischer Anstieg durch eine veränderte Gemeindegrenze ist kein tatsächlicher Zuzug.
Der Krieg hatte den Sendenhorster Stadtkern vergleichsweise wenig zerstört, aber Flüchtlinge, Vertriebene, Evakuierte und Heimkehrer ließen den Wohnraumbedarf sprunghaft steigen. Wohnungen wurden geteilt, Menschen auf Höfen und in Behelfsunterkünften untergebracht. Aus langsamem Wachstum wurde plötzlich akuter Planungsdruck.
Am 1. Januar 1951 lebten in Stadt und Kirchspiel zusammen 5.472 Menschen. 1.332 davon waren als Flüchtlinge, weitere 330 als Evakuierte erfasst. Für einen Ort, der zuvor über Jahrzehnte nur langsam gewachsen war, bedeutete das einen massiven Einschnitt.
Eine zeitgenössische Beschreibung für die Militärregierung nennt für 1949 in der historischen Stadt 4.069 Einwohner, darunter 2.996 Einheimische, 423 Evakuierte und 650 Flüchtlinge. Flüchtlinge und Evakuierte machten zusammen rund ein Viertel der damaligen Stadtbevölkerung aus. Andere Archivtabellen nennen für einen abweichenden Erhebungsstand 4.064 Personen; diese Zahlen sollten nicht vermischt werden.
Für das Kirchspiel verzeichnet eine historische Zusammenstellung 1.482 Einwohner, darunter 680 Flüchtlinge und 48 Evakuierte. Hier war der relative Anteil besonders hoch. Hinter den Zahlen standen Wohnungsnot, Einquartierungen, beengte Haushalte, neue Schulen und der Bau neuer Wohngebiete. Die Siedlungsentwicklung nach 1945 ist ohne diesen Bevölkerungsumbruch nicht zu verstehen.
Besonders sichtbar wurde dieser Wandel in den neuen Siedlungsbereichen nördlich des alten Ortskerns und jenseits der Bahn. Nach dem Krieg kamen mehr als tausend Ostvertriebene in Stadt und Kirchspiel. Unter ihnen waren viele evangelische Familien, besonders aus Ostpreußen. Bis dahin hatte es in Sendenhorst nur wenige evangelische Familien gegeben.
Schon 1948 entstand deshalb eine evangelische Schule; im Frühjahr 1949 besuchten sie 127 Kinder. Auch im Wohnungsbau hinterließ die Zuwanderung dauerhafte Spuren: 1951 entstanden im Norden der Stadt auf Erbpachtgrund des Priesterseminars zwölf Siedlungshäuser, vor allem für Ostvertriebene. Gegenüber nahm die Stadt zunächst fünf Doppelhäuser in Angriff. Die spätere Nordensiedlung war damit nicht nur ein Baugebiet, sondern ein sichtbarer Teil der Integrationsgeschichte Sendenhorsts.
1949 entstand auf der Ackerflur „Brink“ die erste geschlossene Nachkriegssiedlung mit 26 Eigenheimen. Die Baugruben wurden teilweise noch in Eigen- und Nachbarschaftshilfe ausgehoben. Dabei kamen vorgeschichtliche Brandurnen ans Licht – ein ungewöhnlicher Moment, in dem sich jüngste und älteste Siedlungsgeschichte berührten.
In den folgenden Jahren entstanden Nordensiedlung, Böckingwiese sowie weitere Bereiche nördlich, östlich und südöstlich des alten Stadtkerns. Die Kirchengemeinde stellte umfangreich Grundstücke im Erbbaurecht bereit. Im Südosten wurde schließlich eine Baulandumlegung von etwa 50 Hektar mit nahezu 300 beteiligten Grundstückseigentümern durchgeführt; bis Mitte der 1960er Jahre standen dort bereits mehr als 100 neue Wohnhäuser.
Das Wasserleitungsnetz wuchs von 11,5 km und 443 Hauptanschlüssen im Jahr 1950 auf 20,6 km und 1.009 Hauptanschlüsse 1968. Dazu kamen Schulen, Kindergärten, Sportstätten, Kläranlage, Feuerwehrgerätehaus und Verwaltungsbauten. Neue Arbeitsplätze und neue Wohngebiete verstärkten sich gegenseitig.
Mit dem schnellen Wachstum änderte sich auch die kommunale Arbeit. Einzelne Bauanträge reichten nicht mehr aus. Bebauungsplanung, Baulandumlegung, Straßenbau, Kanalisation, Wasserversorgung, Schulen und Gewerbeansiedlung mussten miteinander verzahnt werden.
Petzmeyer beschreibt, wie sich der Rat Mitte der 1950er Jahre wiederholt mit Bebauungs- und Kanalisationsfragen beschäftigte. Martiniring und Osttor wurden an die Kanalisation angeschlossen; danach folgten weitere Bereiche im Süden. Gleichzeitig wurde die bereits vor dem Krieg diskutierte Kläranlage am Helmbach verwirklicht.
Auch Verkehrsplanung wurde zum Dauerthema. Eine südlich der alten Stadt vorgesehene Umgehungsstraße blieb zunächst Linie im Flächennutzungsplan. Gerade im südlichen Siedlungsraum beim späteren Hagenholt und dem heutigen Graute Kamp spielte diese Planung eine Rolle.
Um 1970 kam mit dem geplanten dritten internationalen Flughafen zwischen Sendenhorst, Albersloh und Drensteinfurt ein Projekt hinzu, das die gesamte Verkehrs- und Siedlungsplanung hätte verändern können. Die damals diskutierte Südumgehung hätte sich in Richtung des Flughafens fortführen lassen. Der Planungsraum lag im Bereich des späteren Hagenholt beziehungsweise des heutigen Graute Kamp.
Der Großflughafen wurde 1973 aufgegeben – und auch die Südumgehung kam nicht. Übrig blieb ein interessantes Stück Planungsgeschichte: Wohngebiet, Verkehrsplanung und Flughafenprojekt waren zeitweise unmittelbar miteinander verknüpft. Später verlagerte sich die Umgehungsplanung auf eine nördliche Trasse.
Interessant ist ein weiterer Konflikt: Während im Kirchspiel Mitte der 1950er Jahre eine Flurbereinigung begann, lehnten Rat und Bürgerschaft ein entsprechendes Verfahren im Stadtgebiet ab. Die Stadt setzte stattdessen auf eigene Baulandpolitik und planmäßige Siedlungserweiterung.
Die Gemeindegrenze zwischen Stadt und Kirchspiel verlief inzwischen unmittelbar an der wachsenden Bebauung und wurde selbst zum Planungshindernis. 1967 wurde der Zusammenschluss beschlossen; zum 1. Januar 1968 wurden Stadt und Landgemeinde Sendenhorst vereinigt.
1970 zählte das vereinigte Sendenhorst bei der Volkszählung 5.814 Einwohner, im Oktober 1974 bereits 6.198.
Am 2. Juni 1967 beschloss der Rat die Durchführung einer Stadtsanierung. Im historischen Zentrum lagen damals noch acht Brennereien beziehungsweise landwirtschaftliche Betriebe mit Viehhaltung: Graute, Rötering, Arens-Sommersell, Hallermann/Panning, Jönsthövel, Everke, Lainck-Vissing und Silling an der Oststraße. Der Regierungspräsident förderte zunächst einen Sanierungsabschnitt mit dem Schwerpunkt, störende Betriebe aus der Innenstadt zu verlagern; zwei weitere Abschnitte folgten.
Die Produktion der Brennereien und große Teile der Wirtschaftsgebäude verschwanden aus dem Stadtkern. Zugleich wurden Wohnhäuser, Nebengebäude und ganze Grundstücksstrukturen verändert. 1970 wurde die alte Volksschule an der Schulstraße abgebrochen. 1971 begann mit der Verbreiterung der Schulstraße ein besonders sichtbarer Umbau der Stadtmitte. 1975 wich das traditionsreiche Hotel Kaupmann dem neuen Bürgerhaus. Die Bebauungspläne „Stadtmitte 2. Sanierungsabschnitt“ von 1976 und „Stadtmitte 1. Sanierungsabschnitt“ von 1977 zeigen, wie planungsrechtlich systematisch der Umbau fortgeführt wurde; 1983 folgte der Bebauungsplan „Alte Stadt“.
Die Innenstadt der 1960er Jahre war kein romantisches Freilichtmuseum. Wohnen, Handwerk, Gaststätten, Brennereien, Viehhaltung, Lagerung und wachsender Autoverkehr lagen auf engstem Raum. Hinter ansehnlichen Straßenfassaden befanden sich häufig enge Höfe, Stallungen und Wirtschaftsgebäude. Die Wohnverhältnisse entsprachen nicht überall modernen Ansprüchen; niedrige Räume, fehlende oder außerhalb liegende Sanitäranlagen und schwer nutzbare Hinterbereiche waren keine Seltenheit.
Vor allem die Brennereien waren im Alltag deutlich wahrnehmbar. Maische, Schlempe, Viehhaltung, Mist sowie An- und Abfuhr verursachten Geruchs-, Schmutz- und Verkehrsbelastungen. In den Unterlagen zur Sanierung werden die Geruchsbelästigungen ausdrücklich als wichtiges Argument genannt. Zeitzeugen erinnern sich noch Jahrzehnte später sehr deutlich daran – bei ungünstiger Wetterlage konnte der Geruch in der Innenstadt massiv sein.
Sendenhorst handelte zugleich im Geist seiner Zeit. Das Bundesbaugesetz von 1960 schuf einen einheitlichen Rahmen für Flächennutzungs- und Bebauungsplanung; 1971 folgte das Städtebauförderungsgesetz. Bundesweit standen Modernisierung, Funktionsentflechtung, bessere Verkehrsverhältnisse und die Beseitigung städtebaulicher Missstände im Vordergrund. Erst im Verlauf der 1970er und 1980er Jahre gewann die behutsame, erhaltende Stadterneuerung deutlich an Gewicht.
| Ort / Bestand | Veränderung | Einordnung |
|---|---|---|
| Schulstraße Stapel-Schmiede, Haus Pöttken, Sommersell-Scheune, alte Volksschule |
Abrisse, Neuordnung und Straßenverbreiterung ab 1970/71 | Hier war der Eingriff besonders stark; deshalb prägt die Schulstraße die Erinnerung an den „Kahlschlag“. |
| Hotel Kaupmann / Klümper | 1975 Abbruch; an gleicher Stelle Bürgerhaus | Ein sozialer Mittelpunkt verschwand; ein kommunales Veranstaltungszentrum trat an seine Stelle. |
| Hotel Ridder / Herweg | 1966 erworben, später moderner Bankneubau; Einweihung 1968 | Beispiel für das damalige Leitbild „wirtschaftlicher Fortschritt“ und moderne Dienstleistungsarchitektur. |
| Jönsthövel | Landwirtschaft, Brennerei und Gaststätte verschwinden; heutiger Bereich Metzgerei Koch | Der Erhalt wurde erwogen, war aber technisch und finanziell schwierig. |
| Graute / Kleinhans | Brennereibetrieb endet; Haupthaus bleibt und wird denkmalgerecht saniert | Wichtiges Gegenbeispiel zur Erzählung vom vollständigen Kahlschlag. |
| Fye / Brüning / Schulze Rötering | Ein fortgeführter Brennereibetrieb unter wechselnden Familiennamen; keine drei selbständigen Brennereien. Der Betrieb besteht heute an der Stadtgrenze zu Ahlen fort. | Wichtig für die historische Zuordnung: „Brüning“ bezeichnet eine Phase derselben Betriebslinie. Auch der Name Gassner gehört familiär in diesen Zusammenhang. |
| Rötering | Wirtschafts- und Brennereibereiche werden aufgegeben; prägendes Wohnhaus bleibt | Auch hier ist das Ergebnis differenzierter als „alles weg“. |
| Arens-Sommersell | Betrieb wird verlagert; Familie verlässt 1971 den Wohnsitz in der Stadtmitte | Typisches Beispiel für die funktionale Trennung von Wohnen, Landwirtschaft und Brennereibetrieb. |
Hinweis: Nicht jeder Abriss und Neubau der 1960er und 1970er Jahre war formal Teil des Sanierungsprogramms. In der Erinnerung verschmelzen Stadtsanierung, allgemeine Modernisierung und private Neubauten jedoch häufig zu einer gemeinsamen Umbruchphase.
Nicht jeder Abbruch war historisch gleich schwerwiegend. Viele Stallungen, Brennerei- und Wirtschaftsgebäude waren verbraucht, beengt und für die weitere Nutzung in einer modernen Innenstadt kaum geeignet. Besonders schmerzlich waren dagegen die Verluste von Pöttken, Sommersell, Jönsthövel und Suermann. Diese Häuser beziehungsweise Anwesen waren mehr als alte Bausubstanz: Sie gaben ihren Straßen und Plätzen ein unverwechselbares Gesicht und gehörten über Generationen zum vertrauten Sendenhorst.
Gerade an diesen Beispielen zeigt sich die Grenze der damaligen Sanierungsphilosophie. Funktion, Erschließung und moderne Nutzbarkeit standen stärker im Vordergrund als der Erhalt gewachsener Ensembles. Mit heutigem Blick würde man einzelne dieser Gebäude wahrscheinlich erhalten, umbauen oder in eine Neubebauung integrieren.
Am deutlichsten fällt die kritische Bilanz an der Schulstraße aus. Hier verschwanden kleinteilige Bebauung und vertraute Raumkanten; die Straße wurde verbreitert und anschließend mit funktionaler Architektur der 1970er Jahre neu gefasst. Die Ziele – bessere Erschließung, zeitgemäße Grundstücke und mehr Platz für den Verkehr – waren nachvollziehbar.
Städtebaulich ist das Ergebnis jedoch bis heute wenig überzeugend. Der frühere kleinstädtische Maßstab ging weitgehend verloren, während die Neubebauung nur begrenzt eine eigene, ortstypische Qualität entwickelte. Im Vergleich mit erhaltenen Bereichen der Weststraße und Liebesgasse wird der Bruch besonders sichtbar. Wenn es einen Bereich gibt, in dem die Stadtsanierung aus heutiger Sicht deutlich kritisch zu beurteilen ist, dann ist es die Schulstraße.
Alte Fotografien wirken heute schnell romantisch. Sie zeigen Fachwerk, Gaststätten, Brennereien und schmale Straßen – aber nicht den Geruch, die niedrigen Räume, Toiletten auf dem Hof, enge Hinterhöfe oder die Konflikte zwischen Viehhaltung, Gewerbe und Wohnen. Gerade bei den Brennereien bestand ein erheblicher Teil der Bausubstanz aus Zweck-, Stall- und Wirtschaftsgebäuden. Vieles war alt, mehrfach umgebaut und funktional verbraucht. Maische, Schlempe, Stallhaltung und Mist waren keine nostalgische Kulisse, sondern mitten in der Stadt sehr deutlich zu riechen.
Gleichzeitig gingen wertvolle Gebäude und vertraute Orte verloren. Die Erinnerung an Kaupmann oder Jönsthövel ist deshalb nicht bloß Nostalgie. Es verschwanden soziale Treffpunkte und jahrzehntelang eingeprägte Straßensituationen. Im Fall Jönsthövel wurde der Erhalt des Wohnhauses beziehungsweise der Fassade durchaus erwogen. Die baulichen Verhältnisse und die notwendigen Modernisierungskosten sprachen damals dagegen; rückblickend erklärte eine Zeitzeugin, sie würde heute wahrscheinlich anders entscheiden.
Die Stadtsanierung hat Sendenhorst stark verändert, aber die historische Stadt nicht ausgelöscht. Mehrere Fachwerk- und Wohnhäuser blieben erhalten. Besonders das Ensemble im Bereich Weststraße/Liebesgasse wurde durch den Einsatz engagierter Bürger vor weiterem Abbruch bewahrt. Gerade dort ist noch heute sichtbar, wie kleinteilig die alte Stadt aufgebaut war.
Stadtsanierung bedeutete zwangsläufig auch Grundstückskäufe, Verkäufe, Tausch, neue Grenzziehungen und bessere Zuschnitte. Manche zuvor ungünstig geschnittene Parzelle wurde dadurch erheblich besser nutzbar. Andere Eigentümer verloren Gebäude oder gewohnte Strukturen. Später entstanden daraus – wie bei fast jedem großen kommunalen Grundstücksprojekt – Erzählungen darüber, wer angeblich besonders profitiert habe.
Solche örtlichen Dönkes sind keine historischen Belege. Ein besserer Grundstückszuschnitt konnte gerade Zweck der Neuordnung sein. Ohne konkrete Akten lässt sich daraus keine unlautere Begünstigung ableiten. Für die Geschichtsschreibung müssen belegbare Grundstücksvorgänge und spätere Erzählungen über angebliche Bevorteilungen sauber getrennt werden.
Wer die alte Stadt jahrzehntelang gekannt hatte, erlebte die Abrisse und Umbauten als unmittelbaren Verlust vertrauter Heimat. Wer während der 1970er Jahre noch Kind war, besitzt häufig nur einzelne Bilder und Gerüche aus der Übergangszeit. Für spätere Generationen waren Bürgerhaus, verbreiterte Schulstraße und Fußgängerzone bereits selbstverständlicher Teil Sendenhorsts.
Darum wird derselbe Vorgang bis heute unterschiedlich erzählt. Die Aussage „damals wurde alles kaputtgemacht“ beschreibt ein echtes Verlustgefühl, ist als sachliche Gesamtbeschreibung aber zu grob. Umgekehrt wäre es falsch, die tiefen Brüche kleinzureden.
Die Stadtsanierung war weder die Zerstörung Sendenhorsts noch eine reine Erfolgsgeschichte. Die Aussiedlung der Brennereien und landwirtschaftlichen Betriebe aus dem dicht bewohnten Stadtkern war angesichts von Geruchs-, Schmutz-, Verkehrs- und Nutzungskonflikten sachlich geboten. Auch die Modernisierung von Wohnraum, Erschließung und Grundstücken war notwendig.
Mit dem Abstand von mehr als fünf Jahrzehnten lässt sich zugleich klar erkennen, dass man einzelne Wohnhäuser, Fassaden und Ensembles heute wahrscheinlich stärker schützen, umnutzen oder behutsamer modernisieren würde. Besonders der Verlust von Pöttken, Sommersell, Jönsthövel und Suermann schmerzt; die Schulstraße zeigt am deutlichsten die gestalterische Schwäche der damaligen Sanierung. Entscheidend ist dennoch: Das alte Sendenhorst wurde verändert, nicht ausgelöscht. Viele Fachwerkhäuser und historische Strukturen sind geblieben – und die Stadt ist trotz der Brüche keine gesichtslose Nachkriegsstadt geworden.
Seit den 1960er Jahren lässt sich Sendenhorsts Wachstum fast wie an Jahresringen ablesen. Alte Fluren werden zu Wohngebieten; ihre historischen Namen leben häufig in den neuen Adressen weiter.
| Bebauungsplan seit | Gebiet |
|---|---|
| 1967 | Bült |
| 1970 | Südost |
| 1972 | Teppenkamp · Schluse · Hagenholt |
| 1974 | Schörmel · Breede |
| 1976 | Garrath |
| 1980 | Auf der Geist |
| 1981 | Ostheide |
| 1983 | Südwest · Alte Stadt · Platten Bree |
| 1993 | Nordtor |
| 1994 | Raiffeisenstraße |
| 1995 | Westglindkamp |
| 1996 | Wienort |
| 1998 | Echterbrock · Hoetmarer Straße |
| 1999 | Schörmel West |
| 2007 | Alter Postweg |
| 2009 | Alter Postweg Nord |
| 2012 | An der Kopernikusstraße |
| 2016 | Quartier Nordgraben |
| 2017 | Graute Kamp – jüngerer Wohnbereich nördlich des Hagenholt |
Der jüngere Wohnbereich nördlich des Hagenholt trägt heute den Namen Graute Kamp. Der Name erinnert an Grautes Scheune, die früher in diesem Bereich stand. Damit bleibt auch hier ein Stück ältere Ortsgeschichte in einer modernen Adresse erhalten. In älteren Planungszusammenhängen wurde das Gebiet noch als „Hagenholt Nord“ bezeichnet.
Gerade dieser Bereich zeigt, wie sich Planung über Jahrzehnte verändern kann: Um 1970 lag hier der südliche Entwicklungsraum der Stadt, zugleich spielte die geplante Südumgehung im Zusammenhang mit dem Großflughafen eine Rolle. Jahrzehnte später wurde daraus Wohnbauland.
Auch Garrath erzählt mehr als nur Baugeschichte. Der Bebauungsplan stammt aus dem Jahr 1976; ab 1977 fanden dort zahlreiche Aussiedlerfamilien eine neue Heimat – vor allem Menschen aus Polen, darunter viele aus Schlesien und Oberschlesien. In späteren örtlichen Erinnerungen wird häufig von „Spätaussiedlern“ gesprochen; für die Zuwanderung der 1970er Jahre ist historisch der Begriff Aussiedler genauer.
Wie schon die Nordensiedlung nach 1945 zeigt Garrath damit: Neue Wohngebiete entstehen nicht nur aus Baulandbedarf. Sie erzählen auch, wer neu nach Sendenhorst kam und hier eine Heimat fand.
Die Namen der neuen Wohngebiete sind damit selbst ein kleines Archiv: Bült, Garrath, Geist, Graute Kamp, Glindkamp oder Echterbrock bewahren ältere Flur-, Hof- und Landschaftsbezeichnungen im modernen Stadtplan.
Am 1. Januar 1975 wurden Sendenhorst und Albersloh im Zuge der kommunalen Neuordnung zusammengeschlossen. Die danach veröffentlichte Einwohnerzahl bezieht sich auf ein deutlich größeres Gemeindegebiet. Dieser Sprung ist deshalb kein plötzliches Bevölkerungswachstum, sondern in erster Linie ein Gebietsstandswechsel.
Für eine korrekte Zeitreihe sind drei Reihen sinnvoll: (1) historische Stadt und Kirchspiel Sendenhorst bis 1967, (2) Sendenhorst und Albersloh vor 1975 jeweils getrennt, (3) die Gesamtstadt ab 1975. Wenn ältere Werte auf den heutigen Gebietsstand umgerechnet werden, muss das ausdrücklich vermerkt sein.
| Zeitabschnitt | Statistischer Bezugsraum |
|---|---|
| Bis 1967 | Historische Stadt und Landgemeinde getrennt |
| 1968–1974 | Sendenhorst einschließlich früherer Landgemeinde; Albersloh weiterhin getrennt |
| Ab 1. Januar 1975 | Neue Stadt Sendenhorst einschließlich Albersloh |
Zum 1. Januar 1975 wurden die bisherige Stadt Sendenhorst und die Gemeinde Albersloh zur heutigen Stadt Sendenhorst zusammengeschlossen. Damit änderte sich auch jede Statistik: Nach 1975 umfasst eine Einwohnerzahl der „Stadt Sendenhorst“ grundsätzlich auch Albersloh.
1975 lebten im Gebiet der heutigen Gesamtstadt rund 9.500 Menschen (1974 zusammengezählt; Gebietsänderungen 1975 beachten). Ende 2025 waren es 14.287.
Die Stadtsanierung endete nicht mit den großen Abrissen der frühen 1970er Jahre. Am 3. Juni 1988 wurde die Fußgängerzone eingeweiht; Bernhard Kleinhans’ „Westfälische Quadriga“ stand zunächst vor dem Bürgerhaus.
Darin steckt ein bemerkenswerter Wandel des Planungsdenkens. Noch 1971 wurde die Schulstraße verbreitert und die Innenstadt stärker auf den Autoverkehr zugeschnitten. Knapp zwei Jahrzehnte später erhielt der Aufenthalt zu Fuß wieder Vorrang. Die frühere Runde um die Kirche – später gern als „Sendenhorster Ei“ erinnert – verschwand in dieser Form.
Für die heutige Stadt ist nicht nur die Gesamtzahl der Einwohner wichtig. Die Altersstruktur, Geburten und Sterbefälle, Zu- und Fortzüge sowie die durchschnittliche Haushaltsgröße beeinflussen unmittelbar den Bedarf an Wohnungen, Kindergärten, Schulen, Pflegeeinrichtungen und Infrastruktur.
Auch bei stagnierender Einwohnerzahl können zusätzliche Wohnungen nötig sein, wenn Haushalte kleiner werden oder mehr Menschen allein leben. Umgekehrt bedeutet eine steigende Einwohnerzahl nicht zwingend, dass sich die bebaute Fläche im selben Umfang vergrößert: Nachverdichtung und Umnutzung verändern die Siedlungsstruktur ebenfalls.
Die Stadt Sendenhorst und die amtliche Landesstatistik liefern die aktuellen Bezugszahlen. Für eine Veröffentlichung sollten Einwohnerstand, Stichtag und Zählweise (Melderegister oder amtliche Bevölkerungsfortschreibung) gemeinsam angegeben werden.
Das heutige Planungsverständnis unterscheidet sich deutlich von den 1960er und 1970er Jahren. 2013 begann mit „Komm in die Stadt“ ein neues Innenstadtkonzept. Bürger, Vereine und Initiativen wurden über Veranstaltungen und Workshops beteiligt. Das Gesamtkonzept wurde Anfang 2014 politisch beschlossen; für die Umsetzung bewilligte die Städtebauförderung 404.000 Euro. Die Maßnahmen wurden 2015 und 2016 umgesetzt.
2020 folgte mit „Alte Wege neu erleben“ ein weiterer Schritt. Der historische Promenadenring sollte als Grünzug sowie Fuß- und Radwegeverbindung gestärkt und mit Stadtzentrum, Spiel- und Aufenthaltsbereichen sowie St.-Josef-Stift verbunden werden.
Siedlungsentwicklung hängt immer auch davon ab, wo Menschen arbeiten. Sendenhorst ist für eine Stadt dieser Größe ungewöhnlich industriestark. Die Wirtschaftsstruktur reicht von Kunststofftechnik über Elektrotechnik und Antriebssysteme bis zu Maschinen- und Anlagenbau, Metallverarbeitung und Schallschutz. Damit ist Sendenhorst nicht nur Wohnort im Münsteraner Umland, sondern besitzt einen starken eigenen Arbeitsmarkt.
VEKA prägt den Industriestandort als weltweit tätiger Hersteller von Kunststoff-Profilsystemen mit Stammsitz in Sendenhorst. AuCom entwickelt und produziert am Schörmelweg moderne Motorsteuerungs- und Antriebstechnik für internationale Anwendungen. WF Maschinenbau steht für hoch spezialisierten Maschinen- und Anlagenbau, Konrad Pumpe für Anlagen- und Metalltechnik und Kaschwig für industrielle Schallschutztechnik.
Funke gehört ebenfalls in diese Sendenhorster Industriegeschichte und -gegenwart: 1962 begann hier die spätere Funke-Gruppe als Sendenhorster Kunststoffröhrenwerke. Der Hauptsitz liegt heute in Hamm-Uentrop; zugleich bestehen weiterhin Verbindungen und Aktivitäten am Standort Sendenhorst. Die Entwicklung zeigt beispielhaft, wie aus einem lokalen Produktionsbetrieb ein überregional und international tätiges Unternehmen werden konnte.
Mit der weiteren Entwicklung der Gewerbeflächen – unter anderem im Bereich „Zum Meerbach“ – bleibt auch die Wirtschaft ein wichtiger Motor der künftigen Stadtentwicklung. Wohnen, Arbeiten, Verkehr und Infrastruktur müssen deshalb weiterhin zusammen gedacht werden.
Einwohnerzahl, Zahl der Haushalte und Siedlungsfläche entwickeln sich nicht zwingend parallel. Gerade die Planung neuer Wohngebiete muss deshalb sowohl die Bevölkerungsprognose als auch Haushaltsgrößen, Wohnflächenbedarf, vorhandene Baulücken und die Entwicklung der Ortsteile berücksichtigen. Historische Erfahrungen aus dem Wiederaufbau und den Bauwellen der Nachkriegszeit liefern hierfür wichtige Vergleichspunkte.
Mit dem Nordglindkamp wird die nächste größere Siedlungserweiterung vorbereitet. Die frühe Rahmenplanung umfasst rund 14,4 Hektar Bruttobauland und mehrere Bauabschnitte. Vorgesehen sind unterschiedliche Wohnformen mit Einfamilien-, Doppel- und Mehrfamilienhäusern.
Fuß- und Radwege, zeitgemäße Wärmeversorgung, geförderter Wohnungsbau und eine stärkere soziale Mischung zeigen, wie sehr sich die Anforderungen an neue Baugebiete seit dem Martiniring von 1949 verändert haben. Nordglindkamp ist derzeit als Entwicklungsprojekt zu verstehen – nicht als bereits vollständig realisiertes Wohngebiet.
Zur WLE: Der künftige Haltepunkt für den Ortsteil Sendenhorst ist an der Ladestraße festgelegt; dort entsteht die Mobilstation Sendenhorst. Eine zweite Haltestelle im Nordglindkamp ist nicht vorgesehen.
Dies ist keine amtliche Prognose. Es ist ein mögliches Zukunftsbild aus Entwicklungen, die heute bereits erkennbar oder geplant sind. Wie Sendenhorst 2050 tatsächlich aussieht, entscheiden Wirtschaft, Demografie, Politik – und die Menschen, die hier leben.
Als langfristiges Größenbild sind für den Ortsteil Sendenhorst etwa 12.000 Einwohner denkbar. Das wäre keine amtliche Vorhersage, sondern eine Vision: weitere Wohngebiete, Nachverdichtung und unterschiedliche Wohnformen vorausgesetzt. Wachstum allein wäre dabei kein Ziel. Entscheidend wäre, ob Infrastruktur, Schulen, Betreuung, Verkehr, Grün und Versorgung mitwachsen.
Mit einer leistungsfähigen WLE-Verbindung wird Sendenhorst stärker Teil des Münsteraner Verflechtungsraums – umgangssprachlich des „Speckgürtels von Münster“. Das ist eine gute Perspektive, wenn Sendenhorst seine Eigenständigkeit behält: eine historische Innenstadt, starke Industrie, ein großer Gesundheitsstandort, Schulen, Vereine, Natur und Arbeitsplätze vor Ort.
Die Chance liegt gerade in dieser Mischung: nah an Münster, aber nicht von Münster abhängig.
WLE statt alleiniger Autoabhängigkeit · Umgehungsstraße statt Durchgangsverkehr · starke Industrie statt Schlafstadt · Gesundheitsstadt rund um das St. Josef-Stift · moderne Feuerwehr · Schützenhalle und Schützen-Bürgerwald als Gemeinschaftsort · neue Wohnquartiere bei erkennbarer historischer Innenstadt.
Vom Seondonhurst weniger Höfe über die umwallte Stadt, den Wiederaufbau von 1806, die Stadtsanierung und die großen Wohngebiete des 20. Jahrhunderts bis zur vernetzten Gesundheits- und Wirtschaftsstadt: Auch 2050 wird Sendenhorst nicht fertig sein. Stadtgeschichte bleibt Stadtentwicklung.
| Zeit | Entwicklung |
|---|---|
| 7./6. Jh. v. Chr. | Urnenfriedhöfe – vorgeschichtliche Siedlungslandschaft |
| um 890/900 | Seondonhurst – bäuerliche Hoflandschaft |
| 1175 | Sendenhorst als Kirchdorf |
| 1315/1318 | Stadt belegt; Graben, Osttor und Markt erscheinen in den Quellen |
| 1806/07 | Großbrand und planmäßige Neuordnung von Straßen, Hausfluchten und Freiflächen |
| 1824 | Schreiner Bartmann – später Haus Voges am Osttor – erhält als erster die Genehmigung, außerhalb der planierten Stadtwälle zu bauen |
| 19. Jh. | Weitere Bebauung wächst vor den alten Toren; die ehemalige Befestigungsgrenze verliert ihre Funktion als Baugrenze |
| 1948/49 | Evangelische Schule; Martiniring – Zuwanderung und Wohnungsnot verändern die Stadt |
| 1951 | Nordensiedlung und zwölf Siedlungshäuser für Ostvertriebene im Norden |
| 1950er/60er | Nordensiedlung, Südost, Wasser, Kanalisation, Schulen, Gewerbe und neue Verkehrsplanung |
| 1967 | Rat beschließt Stadtsanierung; Bebauungsplan Bült |
| 1968 | Stadt und Kirchspiel Sendenhorst werden eine Gemeinde |
| 1970–1973 | Großflughafenplanung; Südumgehung und südliche Siedlungsentwicklung werden zeitweise zusammengedacht |
| 1970/71 | Abriss alte Volksschule; Schulstraße als erstes sichtbares Projekt der Innenstadt-Sanierung |
| 1975 | Bürgerhaus; Sendenhorst und Albersloh bilden die heutige Stadt |
| 1976/77 | Bebauungspläne Stadtmitte; Garrath wird neue Heimat für zahlreiche Aussiedlerfamilien |
| 1983 | Bebauungsplan „Alte Stadt“ |
| 1988 | Einweihung der Fußgängerzone |
| 1995/98 | Westglindkamp und Echterbrock |
| 2013–2016 | Innenstadtkonzept „Komm in die Stadt“ und Umsetzung |
| 2017 ff. | Graute Kamp – neuer Wohnbereich nördlich des Hagenholt |
| 2020 ff. | „Alte Wege neu erleben“ – Promenade, Grün, Fuß- und Radwege |
| 2026 | Planfeststellungsbeschluss für die WLE-Reaktivierung; Mobilstation an der Ladestraße |
| Zukunft | Nordglindkamp; WLE, Umgehungsstraße, Gesundheits- und Wirtschaftsstandort prägen die Vision 2050 |
Promenade und Gräben bewahren den mittelalterlichen Ring. Der offene Kirchplatz und die Neustraße erzählen vom Wiederaufbau nach 1806. Bartmann/Voges am Osttor markiert 1824 den Beginn der genehmigten Bebauung außerhalb des alten Walles. Martiniring und Nordensiedlung stehen für Wohnungsnot, Vertriebene und Aufbruch nach 1945. Garrath erzählt von einer weiteren Zuwanderungsphase. Schulstraße, Bürgerhaus und Fußgängerzone zeigen die Stadtsanierung und den späteren Wandel der Planungsziele. Graute Kamp, Westglindkamp, Echterbrock und künftig Nordglindkamp bilden die jüngeren Jahresringe. WLE, Umgehungsplanung, Gesundheitsstandort, Industrie und neue Infrastruktur weisen bereits auf die nächste Entwicklungsphase.
Sendenhorst ist deshalb nicht nur gewachsen. Jede Generation hat die Stadt nach ihren Bedürfnissen und Vorstellungen neu geordnet. Manche Eingriffe waren schmerzhaft, manche wurden später korrigiert, viele sind heute selbstverständlich. Gerade darin liegt die eigentliche Geschichte der Stadtentwicklung.
Historische Arbeitsgrundlagen: Hans-Günther Fascies, Sendenhorster Sammlungen (insbesondere Einwohner- und Nachkriegsaufstellungen); Heinrich Petzmeyer, stadtgeschichtliche Auswertungen. Einzelne alte Zahlen bedürfen weiterhin der Prüfung anhand der jeweiligen Originalseiten.
Heimatverein – historische Quellen und Fascies-Bestände ↗
Heimatverein – Migration in Sendenhorst ↗
Heimatverein – Bauerschaften ↗
Heimatverein – Fakten 1975 mit Sendenhorster und Albersloher Tabellen ↗
Wegweiser Kommune – Demografieindikatoren 2023 ↗
Stadt Sendenhorst – Zahlen & Daten (Stand 31.12.2025) ↗
Historische Steuer- und Schatzungslisten erfassen nicht automatisch alle Einwohner: Teilweise werden nur Steuerpflichtige oder bestimmte Altersgruppen gezählt. Volkszählungen, Melderegister, kirchliche Listen und kommunale Veröffentlichungen verwenden zudem unterschiedliche Stichtage und Begriffe. Hinzu kommen die Gebietsänderungen 1968 und 1975. Deshalb stehen bei den Tabellen nach Möglichkeit Jahr, Raum und Art der Zahl nebeneinander. Nicht abschließend verifizierte historische Werte bleiben als solche gekennzeichnet.
Einwohnerwachstum und Flächenverbrauch entwickeln sich nicht zwangsläufig parallel. Auch bei gleichbleibender Einwohnerzahl können mehr Wohnungen nötig werden, etwa durch kleinere Haushalte, höhere Wohnflächenansprüche, den Alterungsprozess oder Veränderungen familiärer Lebensformen. Umgekehrt können Nachverdichtung, Umbau und die Nutzung vorhandener Gebäude zusätzliche Wohnungen schaffen, ohne neue Flächen am Stadtrand auszuweisen. Für Sendenhorst verbinden sich damit die Themen Altstadtsanierung, Leerstand, barrierefreies Wohnen, Schul- und Kita-Planung, Verkehr, Gewerbeflächen und die Entwicklung neuer Baugebiete.
Analyse: 2023 starben in Sendenhorst statistisch mehr Menschen als geboren wurden. Dass die Gesamtbevölkerung dennoch wachsen konnte, lag am positiven Wanderungssaldo. Besonders auffällig sind die positive Familienwanderung und die negative Bildungswanderung. Das passt zu einer Stadt, die Familien Wohnraum bietet, während junge Erwachsene für Ausbildung und Studium häufig fortziehen. Es handelt sich um eine Interpretation der Wanderungskennzahlen, nicht um einen individuell nachgewiesenen Lebensweg.
| Kennzahl | Wert 2023 |
|---|---|
| Einwohner laut Wegweiser Kommune | 13.760 |
| Durchschnittsalter | 44,3 Jahre |
| Medianalter | 45,9 Jahre |
| Unter 18 Jahre | 18,8 % |
| 65 bis 79 Jahre | 14,9 % |
| 80 Jahre und älter | 7,2 % |
| Geburten je 1.000 Einwohner | 9,3 |
| Sterbefälle je 1.000 Einwohner | 12,1 |
| Natürlicher Saldo je 1.000 | −2,8 |
| Zuzüge je 1.000 | 59,0 |
| Fortzüge je 1.000 | 45,0 |
| Wanderungssaldo je 1.000 | +14,1 |
| Familienwanderung je 1.000 | +27,9 |
| Bildungswanderung je 1.000 | −13,5 |
| Wanderung zu Beginn der zweiten Lebenshälfte je 1.000 | +4,7 |
| Alterswanderung je 1.000 | +8,0 |
| Jugendquotient | 36,4 |
| Altenquotient | 38,6 |
Die amtliche Stadtseite nennt zum Jahresende 2025 14.287 Einwohner. Im Vergleich zur vorreformzeitlichen Summe von 9.504 entspricht das rechnerisch rund 50 Prozent mehr Einwohner. Wegen der Grenzkorrekturen 1975 und unterschiedlicher Zählweisen ist das jedoch kein exakt gebietsbereinigter Wachstumswert.
| Stichtag | Insgesamt | Männlich | Weiblich |
|---|---|---|---|
| 31.12.2025 | 14.287 | 7.103 | 7.184 |
Die zeitgenössische Sendenhorster Statistik zur Volkszählung 1970 nennt 5.814 Einwohner, darunter 5.763 Deutsche und 51 Ausländer. Zum Familienstand sind 2.754 ledige, 2.587 verheiratete, 442 verwitwete und 31 geschiedene Personen dokumentiert. Diese vier Gruppen ergeben zusammen genau 5.814. Die historische Kategorie „Ausländer“ bildet Migrationsgeschichten nur sehr unvollständig ab; Aussiedler, Eingebürgerte und Menschen mit familiären Zuwanderungsgeschichten können statistisch als Deutsche erfasst sein.
Auch Albersloh erlebte nach 1945 einen deutlichen Bevölkerungsschub und anschließend wieder einen Rückgang. Seine Entwicklung war eigenständig und lässt sich nicht aus der Sendenhorster Stadtgeschichte ableiten. Die Zahlenreihe stammt aus der zeitgenössischen Dokumentation „Sendenhorst – HEUTE 1975“, wiedergegeben auf der Heimatvereinsseite „Fakten 1975“.
| Stichtag | Einwohner Albersloh |
|---|---|
| 01.01.1939 | 2.437 |
| 01.07.1945 | 3.109 |
| 01.01.1950 | 3.507 |
| 01.01.1955 | 3.191 |
| 01.01.1960 | 3.167 |
| 01.01.1965 | 3.046 |
| 01.01.1970 | 3.112 |
| 01.01.1973 | 3.269 |
| 01.01.1974 | 3.304 |
| 01.11.1974 | 3.306 |
Die Summe der kurz vor der Reform dokumentierten Einwohnerstände beträgt 9.504 (6.198 Sendenhorst und 3.306 Albersloh). Sie ist ein sinnvoller historischer Größenvergleich, aber keine amtliche Einwohnerzahl der neu gebildeten Stadt am 1. Januar 1975. Insbesondere bei Albersloh ist zu beachten, dass im Zuge der Reform Gebietsteile anderen Gemeinden zugeordnet wurden. Eine ältere Angabe von 9.358 für 1975 ist daher nicht mit 9.504 gleichzusetzen, ohne den genauen Stichtag und Gebietsstand zu klären.
Gerade im ländlichen Kirchspiel war der Anteil neu hinzugekommener Menschen in einer der Aufstellungen besonders hoch: 728 von 1.482 Personen, also rund 49,1 Prozent. Damit wird verständlich, warum neue Wohnungen, die Nordensiedlung und später weitere Wohngebiete zu den prägenden Aufgaben der Nachkriegszeit wurden.
Für 1949 liegt eine örtliche Aufstellung vor, die 4.069 Menschen in der Stadt ausweist: 2.996 Einheimische, 423 Evakuierte und 650 Flüchtlinge. Flüchtlinge und Evakuierte machten nach dieser Aufstellung zusammen rund 26,4 Prozent der Stadtbevölkerung aus. Eine andere zeitgenössische Aufstellung nennt 4.064 Menschen in der Stadt und 1.482 im Kirchspiel, darunter im Kirchspiel 680 Flüchtlinge und 48 Evakuierte. Diese Zahlen stammen offenbar aus unterschiedlichen Erhebungen und dürfen nicht stillschweigend gleichgesetzt werden.
Die Zahlen dokumentieren den Wandel einer überwiegend katholischen Stadt. Gerade die Entwicklung der jüdischen Einwohnerzahl darf nicht allein statistisch erklärt werden: Abwanderung, wirtschaftliche Bedingungen, Haushaltsveränderungen und unterschiedliche Erhebungsgrenzen müssen historisch getrennt untersucht werden. Die Geschichte jüdischer Familien wird auf der eigenen Themenseite ausführlicher behandelt.
| Jahr | Katholisch | Evangelisch | Jüdisch | Hinweis |
|---|---|---|---|---|
| 1831 | 1.409 | 1 | 58 | Historische Konfessionszählung; Gebiet und Stichtag prüfen |
| 1871 | 1.819 | 9 | 40 | Summe 1.868 |
| 1895 | 1.905 | 11 | 12 | Historische Zählung |
| 1900 | 1.869 | 13 | 7 | Historische Zählung |
| 1905 | 1.889 | 22 | 2 | Historische Zählung |
| 1910 | 2.008 | 40 | 0 | Zählungsangabe, nicht als Aussage über das Ende jüdischen Lebens interpretieren |
Für die Stadt Sendenhorst werden 1871 1.868 Einwohner überliefert. Eine historische Auswertung nennt 686 Kinder unter zehn Jahren, außerdem 1.347 als lese- und schreibkundig und 69 als nicht lese- und schreibkundig erfasste Personen. Diese Kategorien ergeben zusammen nicht die gesamte Einwohnerzahl; die damalige Statistik kann weitere Gruppen oder nicht erfasste Altersklassen enthalten. Der hohe Kinderanteil ist deshalb interessant, muss aber anhand der Originalzählung methodisch eingeordnet werden.
Die Bauerschaftszahlen machen deutlich, dass das Kirchspiel keine gleichmäßig besiedelte Fläche war. Bracht und Hardt waren in dieser Aufstellung deutlich bevölkerungsreicher als Jönsthövel und Sandfort. Die Werte beschreiben Menschen, nicht Hofstellen; sie dürfen nicht als Zahl selbstständiger Höfe missverstanden werden.
| Bauerschaft | Einwohner 1819 |
|---|---|
| Bracht | 179 |
| Brock | 90 |
| Elmenhorst | 103 |
| Hardt | 177 |
| Jönsthövel | 77 |
| Rinkhöven | 111 |
| Sandfort | 78 |
| Kirchspiel zusammen | 815 |
Wichtig: Die 1950er und 1961er Werte aus historischen Übersichten sind nicht ohne Weiteres mit den separat ausgewiesenen Stadt- und Kirchspielzahlen gleichzusetzen. Für eine belastbare durchgehende Zeitreihe müssen die Originaltabellen und ihre Gebietsdefinitionen gegengeprüft werden. Die hier gekennzeichneten Werte werden deshalb nicht als scheinbar präzise Wachstumskurve dargestellt.
| Jahr / Stichtag | Einwohner | Erfasster Raum | Einordnung |
|---|---|---|---|
| 1498 | höchstens ca. 300 | Stadt innerhalb der Befestigung | Historische Schätzung, keine moderne Volkszählung |
| 1498 | ca. 430 | Kirchspiel / bäuerliches Umland | Historische Schätzung |
| 1819 | 815 | Kirchspiel | Summe der sieben Bauerschaften; gesonderte Stadtzahl 1.379 in der Überlieferung prüfen |
| 1871 | 1.868 | Stadtgemeinde | Historische Volkszählung |
| 1871 | 881 | Kirchspiel | Historische Volkszählung |
| 1925 | 2.456 | Stadtgemeinde | Historische Zählreihe, mit Original abgleichen |
| 1925 | 838 | Kirchspiel | Historische Zählreihe, mit Original abgleichen |
| 1939 | 2.681 | Stadtgemeinde | Historische Zählreihe |
| 1939 | ca. 809 | Kirchspiel | Quellen nennen auch 808 |
| 1950 | 5.334 | Stadt + Kirchspiel, rechnerisch | Historische Vergleichszahl; Definition prüfen |
| 1961 | 5.192 | Sendenhorst, historischer Gebietsstand | Zeitgenössische Stadtstatistik; Definition prüfen |
| 1970 | 5.814 | Sendenhorst nach Vereinigung 1968 | Volkszählung |
| Oktober 1974 | 6.198 | Sendenhorst (Stadt und früheres Kirchspiel) | Vor dem Zusammenschluss mit Albersloh |
| November 1974 | 3.306 | Albersloh | Eigenständige Gemeinde vor 1975 |
| 1975 | rund 9.500 | Beide Gemeinden zusammen vor Gebietsbereinigung | 6.198 + 3.306 = 9.504; keine exakte 1975er Volkszählung |
| 2023 | 13.760 | Gesamtstadt | Wegweiser Kommune, statistischer Stand 2023 |
| 31.12.2025 | 14.287 | Gesamtstadt | Angabe der Stadtverwaltung |
Wie Sendenhorst gebaut wurde, lässt sich nicht ohne seine Einwohner erklären. Häuserzahlen, Wohngebiete, Schulen, Straßen und Versorgungseinrichtungen reagierten auf Geburten, Sterbefälle, Zuwanderung und die Veränderung von Familien und Haushalten. Dabei ist der Gebietsstand entscheidend: Die Stadt innerhalb der Wälle, die alte Stadtgemeinde, das Kirchspiel und die Gesamtstadt mit Albersloh sind statistisch nicht dasselbe.
Historische Statistik in den HGF-/Fascies-Beständen: 01–29 HGF Buch, insbesondere die Tabellen zu den Bauerschaften 1819/1847, die Volkszählung 1871 und die Zahlenreihen bis 1910; 30–35 HGF Buch, Beschreibung Sendenhorsts für die Militärregierung 1949. Heinrich Petzmeyer: Anregungen – Kritik – Korrekturen zur Imagebroschüre Sendenhorst, mit quellenkritischen Hinweisen zu 1498 und 1832. Für Gegenwartszahlen: Stadt Sendenhorst, IT.NRW und kommunale Demografieberichte.
Redaktioneller Hinweis: Die überlieferten Reihen enthalten abweichende Werte und teilweise uneinheitliche Stichtage. Für Diagramme müssen Originalzählung, Gebietsstand und Zählweise zunächst abschließend abgeglichen werden.
Grundlagen: Heinrich Petzmeyer, Sendenhorst – Geschichte einer Kleinstadt im Münsterland; Petzmeyer-Arbeitsakten; Hans-Günther Fascies / Stadt-Heimatarchiv; historische Verwaltungs-, Siedlungs-, Schul-, Bau- und Bildbestände.
Stadtsanierung und Brennereien: Heimatverein Sendenhorst, Schlote, Schnaps & Schlempe; Familienchronik Arens-Sommersell; Zeitzeugenberichte zu Jönsthövel; StadtLand-Beiträge zur Weststraße und Stadtentwicklung; Betriebslinie Fye – Brüning – Schulze Rötering.
Nachkriegszeit und Zuwanderung: Petzmeyer zur Wohnungsnot, Nordensiedlung, Ostvertriebenen und zur Entstehung der evangelischen Schule; Heimatverein-Chronik zu Garrath und den Aussiedlerfamilien ab 1977.
Flughafen und Umgehungsplanung: Unterlagen und Vortragssammlung zum „3. Internationalen Flughafen“; StadtLand-Rückblick; Stadt Sendenhorst zur Geschichte und heutigen Planung der Ortsumgehung.
Industrie heute: Unternehmensangaben von VEKA, AuCom, WF Maschinenbau, Konrad Pumpe, Kaschwig und Funke; Funke zur Gründung 1962 als Sendenhorster Kunststoffröhrenwerke.
Bildquellen: Stadt-Heimatarchiv / Bilderdatenbank, insbesondere Serien zur Schulstraße, Weststraße, Kirchstraße und Stadtsanierung.
Quellenbestand des Heimatvereins →
Kornbrenner / Stadtsanierung →
Stadt Sendenhorst – Bebauungspläne ↗
Stadt Sendenhorst – Innenstadtkonzept ↗
Stadt Sendenhorst – Nordglindkamp ↗
Stadt Sendenhorst – WLE / Haltepunkt Ladestraße ↗
Stadt Sendenhorst – Ortsumgehungen ↗
Stadt Sendenhorst – Gewerbeflächen „Zum Meerbach“ ↗
St. Josef-Stift – Zielplanung und Reha-Ausbau ↗
Heimatverein – Schützen-Bürgerwald und Schützenhallen-Perspektive →