Die 2000er Jahre brachten dem Heimatverein neue Projekte und zugleich die Weiterentwicklung bewährter Arbeitsfelder: Vereinsarbeit im Haus Siekmann, Volkstanz und Plattdeutsch, Wandern und Radfahren, Geschichtsvermittlung, Brennereiforschung, Zusammenarbeit mit Albersloh sowie die ersten Schritte zur systematischen Digitalisierung des historischen Materials.
22.03.2000 – Vorstandswahlen; Hans Homeyer übernimmt den Vorsitz.
26.05.2003 – Mitgliederversammlung des Kreisheimatvereins in Sendenhorst.
Okt./Nov. 2003 – Konzeption des Arbeitskreises Stadtgeschichte; Brennereien werden erstes Großprojekt.
2005 / 07.07.2006 – Planung und Eröffnung des Rad- und Wanderweges entlang der L 520.
2006 – Überarbeitung der Materialien zur Stadtgeschichte für die Grundschule; gemeinsame Wanderung mit Albersloh.
Mai 2007 – Ausstellung „Schlote, Schnaps und Schlempe“.
17.12.2007 – gemeinsamer Schnadegang Sendenhorst–Albersloh.
2008/2009 – Mitwirkung am städtischen Leitsystem.
2009 – Brennereipfad, Archivüberführung und Start der Digitalisierung historischen Materials.
11.12.2009 – Eröffnung der „8 Spiegel der Erkenntnis“ am Promenadenring.
Zu Beginn des neuen Jahrtausends zeigte sich der Heimatverein Sendenhorst als breit aufgestellter Verein mit rund 220 Mitgliedern. Die Arbeit reichte von Brauchtumspflege und Plattdeutsch über Rad- und Wandertouren bis zur Geschichtsarbeit, zum Stadt- und Heimatarchiv und zum Engagement im Haus Siekmann.
Die Wurzeln der organisierten Heimatpflege reichen weit zurück. Wilhelm Kleinhans und Bernhard Fascies gehörten zu den prägenden frühen Akteuren; Hans-Günther Fascies führte diese Arbeit später weiter. 1987 wurde der Heimatverein organisatorisch und rechtlich neu aufgestellt. Am 17. September 1987 unterzeichneten Max Linnemann-Bonse, Elfriede Schürmann, Bernhard Borgmann, Eberhard Rüschenschmidt, Wilhelm Goroncy, Heinrich Wiegard, Helga Berkemeyer und Heinrich Hagemann die Satzung. Im März 1988 folgte die Eintragung beim Amtsgericht Ahlen. Nach Hans-Günther Fascies übernahm Max Linnemann-Bonse den Vorsitz; im Jahr 2000 folgte Hans Homeyer.
Um 2001 zählte der Verein etwa 220 Mitglieder und verzeichnete wieder neue Eintritte. Gleichzeitig wurde bereits damals der Wunsch formuliert, stärker jüngere Menschen für die Heimatpflege zu gewinnen.
Zum damaligen Vorstand und den verantwortlichen Arbeitsbereichen gehörten unter anderem Hans Homeyer als Vorsitzender, Heinrich Wiegard und Helga Berkemeyer als stellvertretende Vorsitzende, Elfriede Schürmann für die Volkstanzgruppe, Ludwig Schmülling für den Plattdeutschen Kring sowie Clemens Berkemeyer und Bernhard Havers für Wandern und Radfahren. Martin Lütke Verspohl führte die Kasse, Marlis Ermer das Protokoll; Max Linnemann-Bonse war Beisitzer.
Finanziert wurde die Vereinsarbeit vor allem aus Mitgliedsbeiträgen, ergänzt um Zuschüsse der Stadt und gelegentliche Spenden. Daraus wurden Veranstaltungen, Verwaltungsarbeit, Beiträge an übergeordnete Heimatverbände und auch Verpflichtungen rund um den Kaminraum im Haus Siekmann getragen.
Eine besondere Rolle spielte das Haus Siekmann und dort vor allem das Kaminzimmer. Der Heimatverein war im Trägerbeirat des soziokulturellen Zentrums vertreten. Für den Kaminraum übernahm er nicht nur einen Teil der laufenden Kosten, sondern auch Pflege, Instandhaltung und die Koordination der Terminplanung.
Bis der Raum in dieser Form genutzt werden konnte, war viel Eigenleistung erforderlich. Während des Umbaus halfen Vereinsmitglieder praktisch mit. Später wurde über eine Sponsoring-Aktion eine passende Bestuhlung beschafft: Privatpersonen, Firmen und Institutionen konnten jeweils die Kosten eines Stuhls übernehmen. Der Kaminraum diente anschließend insbesondere Vorstandssitzungen und den Treffen des Plattdeutschen Krings.
Ein großer Teil der praktischen Vereinsarbeit wurde in drei Arbeitskreisen vorbereitet: Wandern und Radfahren, Volkstanz sowie der Plattdeutsche Kring. Die Verantwortlichen waren zugleich eng mit dem Vorstand verzahnt.
Clemens Berkemeyer und Bernhard Havers planten Wanderungen und Radtouren und verbanden die Strecken mit kulturgeschichtlich interessanten Zielen. Im Sommer standen vor allem Fahrradtouren, im Winter Wanderungen auf dem Programm. Ein sichtbares Ergebnis waren zwei Wandertafeln im Sendenhorster Gebiet – eine am Radweg an der Waldmutter und eine zwischen den Höfen Tüte und Quas am westfälischen Hauptwanderweg X3. Die von Heinz Bäcker gezeichneten Karten verwiesen auf wichtige Orte und Sehenswürdigkeiten.
Die Volkstanzgruppe unter Leitung von Elfriede Schürmann war zu dieser Zeit seit rund elf Jahren ein fester Bestandteil des Vereins. Etwa 15 Mitglieder pflegten niederdeutsche Volkstänze und verfügten über ein Repertoire von ungefähr 50 Tänzen, die aus Fachliteratur und auf Fortbildungsseminaren erarbeitet wurden.
Zu den besonderen Auftritten gehörten Veranstaltungen auf der Landesgartenschau in Oelde und die Teilnahme am Tourismustag des Kreises Warendorf. Der Plattdeutsche Kring arbeitete stärker im kleinen Kreis. Unter Leitung von Ludwig Schmülling trafen sich die Mitglieder monatlich im Kaminzimmer, um Geschichten, Lieder und eigene Erzählungen auf Plattdeutsch zu pflegen.
Vier Themen standen beispielhaft für die Verbindung von Tradition und Gegenwart: das Lambertussingen, der Volkstrauertag, das Gedenkbuch der Gefallenen des Zweiten Weltkriegs und die langjährige Arbeit am Stadt- und Heimatarchiv.
Beim Lambertussingen auf dem Rathausplatz versammelten sich Kinder und Erwachsene um die geschmückte Lichterpyramide und sangen überliefertes Liedgut, darunter „O Bur, wat kost’t dien Hei“. Neben solchen lebendigen Bräuchen gehörte auch die Erinnerung an Krieg und Verlust zur Vereinsarbeit. Das Gedenkbuch im Rathaus bewahrte Namen und Daten gefallener Sendenhorster Soldaten. Die Organisation des Volkstrauertages, die der Heimatverein zeitweise übernommen hatte, wurde später wieder an Stadt und Rat übergeben.
Eng mit dem Heimatverein verbunden war das Stadt- und Heimatarchiv. Schon Bernhard Fascies hatte Grundlagen für die Sammlung geschaffen; Hans-Günther Fascies führte die Arbeit mit großem persönlichem Einsatz weiter. Über viele Jahre waren Schriftgut sowie Bild-, Film- und Tonmaterial sogar in seinem privaten Umfeld untergebracht.
Am 15. Juni 1988 wurde das Archiv der Stadt in einem Schenkungsvertrag übergeben. Wichtig war den Beteiligten, dass das Material in Sendenhorst zugänglich blieb. Hans-Günther Fascies betreute die Bestände weiter und baute ein Findbuch auf, mit dem sich Besucher in den umfangreichen Unterlagen orientieren konnten.
Ein weiteres wichtiges Projekt waren die „Geschichte(n) der Stadt Sendenhorst“ für den heimatkundlichen Unterricht in den dritten und vierten Klassen. Die Hefte vermittelten Wissenswertes über Gebäude, Türme, Sitten und Gebräuche, Handwerk und frühere Berufsstände und stellten dabei bewusst Bezüge zur Gegenwart her.
Mit den Veränderungen im Stadtbild mussten die Unterlagen immer wieder aktualisiert werden. So wurde beispielsweise auch der Wasserturm zunehmend selbst zu einem historischen Thema. Für eine Neuauflage waren 500 Exemplare vorgesehen. Max Linnemann-Bonse kümmerte sich maßgeblich um dieses Projekt.
Am 26. Mai 2003 tagte der Kreisheimatverein nach längerer Zeit wieder in Sendenhorst. Im Mittelpunkt standen die Arbeit der Heimatvereine im Kreis Warendorf, Vorstandswahlen und die Planungen für die kommenden Jahre.
Prof. Dr. Paul Leidinger wurde als Vorsitzender und Kreisheimatpfleger bestätigt. Hans Homeyer begrüßte die Rückkehr der Versammlung nach Sendenhorst und sprach zugleich eine Entwicklung an, die viele Heimatvereine beschäftigte: die zunehmende Alterung der Mitgliedschaft.
Hans-Günther Fascies berichtete als Wanderwegewart über Reisen und Exkursionen. Für das Jahrbuch 2004 war das Thema „Der Kreis Warendorf und seine Beziehungen in die Welt“ vorgesehen. Die Zusammenkunft zeigte damit die große Spannweite der Heimatpflege – von Brauchtum und Mundart über Publikationen bis zu Wanderwegen und regionaler Kulturarbeit.
Oktober/November 2003: Die Volkskundlerin Dr. Frede stellte die Konzeption für einen Arbeitskreis Stadtgeschichte vor. Als erstes großes Thema wurde die Geschichte der Sendenhorster Brennereien gewählt. Seit 2004 arbeiteten daran unter anderem Dr. Frede, Mathilde und Hans-Joachim Brüning, Marietta und Hans Homeyer sowie Werner Dufhues.
2005: Gemeinsam mit der Familie Quas und der Stadt wurde ein Rad- und Wanderweg entlang der L 520 vorbereitet. Im April fand dazu ein Ortstermin statt.
7. Juli 2006: Der neue Wanderweg wurde mit zahlreichen Mitstreitern eröffnet.
17. Dezember 2006: Heimatverein Sendenhorst und Heimatverein Albersloh unternahmen erstmals wieder eine gemeinsame Wanderung; daraus entwickelte sich zunächst eine jährliche Tradition.
2006: Die Materialien zur Sendenhorster Stadtgeschichte für den Grundschulunterricht wurden erneut überarbeitet und von Max Linnemann-Bonse an die Grundschule übergeben.
Mai 2007: Mit der Ausstellung „Schlote, Schnaps und Schlempe – Die Kornbrenner von Sendenhorst“ präsentierte der Arbeitskreis Stadtgeschichte Ergebnisse seiner mehrjährigen Recherchen.
Am dritten Adventssonntag 2007 luden die Heimatvereine Sendenhorst und Albersloh zu einem gemeinsamen Schnadegang ein. Rund 25 Teilnehmer trafen sich an der Bushaltestelle „Reiterhof“ in der Bauerschaft Alst und folgten der historischen Grenze bis zur Gaststätte Peters.
Willi Berheide vom Heimatverein Albersloh erläuterte die historische Bedeutung der Grenzbegehung. Bereits im Vorjahr war die Tradition wieder aufgenommen worden; zur Erinnerung waren damals zwei Bäume gepflanzt worden. Der zweite Gang hinterließ ebenfalls ein sichtbares Zeichen: Ein Schnadestein sollte an die gemeinsame Begehung erinnern.
Obwohl damit die Grenze zwischen Sendenhorst und Albersloh in zwei Etappen abgeschritten war, sollte die Idee weiterer gemeinsamer Wanderungen bestehen bleiben. Tatsächlich dauerte es anschließend allerdings fast zehn Jahre bis zum nächsten Schnadegang.
Anfang 2009 wurde die Sendenhorster Brennereigeschichte erneut sichtbar in den Stadtraum geholt. Der Arbeitskreis Stadtgeschichte hatte nach der Ausstellung „Schlote, Schnaps und Schlempe“ einen Brennereipfad entwickelt, der an frühere Standorte der Kornbrennereien erinnert.
Der Rundgang begann an der ehemaligen Brennerei Graute-Hesse in der Liebesgasse. Insgesamt zwölf Tafeln erläuterten anhand historischer Bilder und kurzer Texte, wie die Brennereien aussahen, wie produziert wurde und welche Familien mit den Betrieben verbunden waren. Ein kompletter Rundgang ließ sich in etwa einer Stunde bewältigen.
Die Brennereien hatten Sendenhorst über lange Zeit geprägt. Mit der Stadtsanierung und dem Strukturwandel verschwanden die innerstädtischen Betriebe in den 1970er- und 1980er-Jahren weitgehend. Der Brennereipfad machte diesen früher bedeutenden Wirtschaftszweig wieder im Stadtbild nachvollziehbar. Ergänzend gab es ein Faltblatt sowie das Buch „Schlote, Schnaps & Schlempe – die Kornbrenner von Sendenhorst“.
2008/2009: Der Heimatverein wirkte in einer städtischen Projektgruppe an einem Leitsystem mit. Nach zweijähriger Arbeit verwiesen Tafeln an 20 Standorten auf öffentliche, kulturelle, touristische, sportliche und gastronomische Einrichtungen.
2009: Dr. Steinert, Leiter des Kreisarchivs Warendorf, begann gemeinsam mit Christian Hölscher die Überführung von Archivgut des Stadtarchivs in das Kreisarchiv; die Arbeiten liefen bis Ende 2010.
15. Mai 2009: Mitglieder des Arbeitskreises Stadtgeschichte trafen sich im Hause Gassner. Bernd Gassner, seine Ehefrau und Christian Hölscher stellten ein Konzept zur Digitalisierung von Archivgut vor. Im Herbst begannen die Arbeiten in den Räumen der Werbeagentur Gassner – ein wichtiger Ausgangspunkt für das spätere Projekt „Sendenhorster Geschichte(n)“.
11. Dezember 2009: Mit der Eröffnung der Skulptur „8 Spiegel der Erkenntnis“ erhielt der Promenadenring eine weitere künstlerische Gestaltung.
Bild: Hier noch zu erkennen bei der Eröffnung 1993: Tenne mit Hille
Eine besondere Position in der derzeitigen Vereinsarbeit – aber auch in der Vereinsgeschichte – nimmt das Haus Siekmann und hier insbesondere das Kaminzimmer ein. Der Heimatverein ist Mitglied im
Trägerbeirat des Sozio-Kulturellen Zentrums, zu dem ebenfalls die Stadt und der Förderverein zählen. Auch das Haus selbst ist in drei Schwerpunkte aufgeteilt. Neben dem Villenbereich und dem
Stadtgarten hat sich der Heimatverein als Zuständiger für den Kaminraum gefunden. Daraus ergibt sich nicht nur die Beteiligung an den anfallenden Betriebskosten, auch die Pflege und Instandhaltung
dieses Gebäudeteils ist dem Verein übertragen worden.
Als eine weitere Aufgabe obliegt dem Verein die Koordination der gesamten Terminplanung. Sie läuft insbesondere durch die Hände von Ingrid Lambert. Sie hat den Überblick und sorgt für eine
ausgewogene Verteilung der Veranstaltungen.
Doch bevor sich der Kaminraum so präsentieren konnte, war eine Menge Arbeit notwendig. In der Umbauphase wurden die Mitglieder zu echten Experten in Sachen Bauarbeiten. „Eigentlich stand nur das
äußere Gerippe“, erinnert sich Heinrich Wiegard. Das Haus sei eine einzige Baustelle gewesen. Im Anschluss kümmerte sich der Heimatverein dann unter anderem um eine angemessene Bestuhlung. „Dafür
haben wir eine Sponsoring-Aktion ins Leben gerufen“, teilt Hans Homeyer mit. Privatpersonen, Firmen oder Institutionen erklärten sich bereit, die Kosten für jeweils einen Stuhl zu übernehmen. Heute
nutzt der Heimatverein den Kaminraum selbst vor allem für die Vorstandssitzungen und die Veranstaltungen des Plattdeutschen Krinks.
„Es ist an der Zeit, ein Fazit zu ziehen“, meint Hans Homeyer. „Wir würden gerne die Zusammenkünfte des Trägerbeirates aktivieren, um gemeinsam Erfahrungen zu reflektieren und daraus dann
Erkenntnisse über die weitere zukunftsorientierte Nutzung zu ziehen“, schließt sich Heinrich Wiegard an. Doch der Heimatverein will dabei nicht als Korrektiv fungieren, es liegt ihm vielmehr an einer
gemeinsamen Zusammenarbeit aller Mitglieder im Trägerbeirat.
Bild: 1920er - Heimatverein auf Ausflug in die Soester Börde
Die Aktivitäten des Heimatvereins werden vor allem in drei Arbeitskreisen koordiniert und vorbereitet. Neben der Gruppe „Wandern und Radfahren“ gibt es die Volkstanzgruppe und den Kreis
„Plattdeutscher Kring“. Die dafür Zuständigen sind auch im Vorstand vertreten und garantieren so einen guten Informationsfluss. Clemens Berkemeyer und Bernhard Havers sind dabei für die Organisation
der Wanderungen zuständig. Sie erarbeiten Strecken und Routen und kombinieren sie mit kulturellen Highlights der Region. So sollen im Sommer vor allem Touren mit dem Rad, im Winter hingegen
Wanderungen sowohl für Mitglieder des Heimatvereins als auch für alle Interessierten angeboten werden. Besonders stolz ist der Arbeitskreis auf die zwei Wandertafeln, die auf Sendenhorster Gebiet in
Zusammenarbeit mit dem Gewerbeverein aufgestellt wurden. Sie befinden sich zum einen am Radweg an der Waldmutter, zum anderen zwischen den Höfen Tüte und Quas am westfälischen Wanderweg X3. Die
Kästen ziert eine von Heinz Bäcker gezeichnete Karte, die wichtige Stätten in Sendenhorst auch jeweils Informationen beifügt.
Bild: 1985 - Volkstanz-gruppe beim 110-jährigen Jubiläum der Feuerwehr
Einen zweiten Schwerpunkt der Vereinsarbeit bildet seit elf Jahren die Volkstanzgruppe unter der Leitung von Elfriede Schürmann. Insgesamt 15 Mitglieder haben sich dabei auf Niederdeutsche Volkstänze
spezialisiert. Die Gruppe verfügt bereits über ein Repertoire von 50 Tänzen, die aus Büchern oder über Fortbildungsseminare einstudiert werden. Neben den Feierlichkeiten zum zehnjährigen Bestehen der
Volkstanzgruppe im letzten Jahr waren in diesem Jahr die Auftritte auf der Landesgartenschau in Oelde Highlights. Besonders stolz ist die Gruppe auf die Teilnahme am Tourismustag des Kreises
Warendorf. Der Plattdeutsche Kring arbeitet dagegen doch eher intern. Einmal im Monat treffen sich die Mitglieder, um die Tradition der plattdeutschen Sprache aufrechtzuerhalten. Für den Arbeitskreis
ist Ludwig Schmülling zuständig. Im Kaminzimmer werden Geschichten, Gesänge oder auch eigene Erzählungen der Mitglieder vorgelesen
Überliefertes & Neues vereinen - Bild: Lambertus: Heute wie in alten Tagen...
Blicken die Mitglieder des Vorstandes des Heimatvereins in die Vergangenheit zurück, sind es vor allem vier Veranstaltungen oder Projekte, die teilweise auch heute noch einen Schwerpunkt der Arbeit
bilden. Hierzu zählen neben dem jährlichen Lambertussingen und dem Volkstrauertag auch ein Gedenkbuch der Gefallenen des Zweiten Weltkrieges und die langjährige Verwaltung des Stadt- und
Heimatarchivs. Gerade hier wird die Zielsetzung der Vereinsarbeit besonders deutlich. „Wir wollen Überliefertes und Neues sinnvoll vereinen, pflegen und weiterentwickeln“, sagt Hans Homeyer. Damit
solle erreicht werden, dass sich die Bevölkerung mit der Heimat verbunden fühle.
So bemüht man sich zum Beispiel in jedem Jahr erneut um die Ausrichtung des Lambertussingens auf dem Rathausplatz. Die Wurzeln und der einstige Sinn dieser uralten Tradition sind umstritten. Sicher
ist jedoch, dass Menschen um eine dreibeinige geschmückte Pyramide altes Liedgut singen. Dazu zählt zum Beispiel die Geschichte vom Kirmesbauern, die im Lied „O Bur wat kost’t dien Hei“ erzählt
wird.
Neben eher fröhlichen Traditionen kümmert sich der Heimatverein aber auch um die Wahrung der Erinnerung an weniger glückliche Zeiten. Auch heute liegt im Eingangsbereich des Rathauses ein Buch mit
allen Namen und Daten von Sendenhorster Soldaten aus, die im Zweiten Weltkrieg gefallen sind. „Wir haben uns erst vor kurzem wieder dafür ausgesprochen, dass die Seiten zum jeweiligen Tag passend
aufgeschlagen werden“, teilt Heinrich Wiegard mit. Ebenfalls einem traurigen Anlass war die Organisation des Volkstrauertages gewidmet. Ende der 80-er Jahre wurde der Heimatverein gebeten, sich
hierfür zu engagieren, da seinerzeit die Gestaltung der Gedenkfeier als zu militaristisch galt und umstritten war. Diese Streitigkeiten seien mittlerweile beigelegt und man habe die Veranstaltung dem
Bürgermeister und dem Rat als Repräsentanten übergeben.
Und es wird in den nächsten Jahrzehnten noch sehr wachsen..
= Das Heimatarchiv wurde Sendenhorster Geschichte(n) .
„Das Stadt- und Heimatarchiv lässt sich als die Säule des Heimatvereins gar nicht mehr wegdenken. Auch wenn es sich mittlerweile im Besitz der Stadt befindet, ist nicht nur der Verein, sondern im
Besonderen auch der Name Hans-Günther Fascies damit verbunden“, so Hans Homeyer. Bereits der Vater des heutigen Stadtarchivars legte die Grundsteine für die Sammlung von Material. Hans-Günther
Fascies führte die Arbeit schließlich mit Herzblut und Begeisterung weiter. In seinem Haus waren das Schriftgut sowie Bild-, Film- und Tonmaterial über lange Jahre auch beheimatet.
Am 15. Juni 1988 wurde der Stadt das Archiv dann schließlich in einem Schenkungsvertrag übergeben. Den damaligen Verantwortlichen war es aber wichtig, dass das Material nicht in das Kreishaus
überführt wird. „Wir möchten einfach, dass es den Sendenhorstern zugänglich bleibt“, so Heinrich Wiegard. Heute schlummern die Dokumente in den Katakomben des Rathauses und werden von Hans-Günther
Fascies weiterhin betreut. Der Archivar hat mittlerweile auch ein Findbuch angelegt, anhand dessen sich Besucher orientieren können.
Bild: Beim Erstellen des Skriptes Geschichten
der Stadt Sendenhorst
für die Grundschule, von
links: M. Köhlen, M.
Linnemann, I. Lambert
Die „Geschichten der Stadt Sendenhorst“ stehen im Mittelpunkt des Projektes, für das der Heimatverein den Gewinn verwenden würde. Die gelben Hefte dienen den dritten und vierten Klassen der
Grundschule bereits seit Jahren als Grundlage für den heimatkundlichen Unterricht.
Die Kinder können darin Wissenswertes über Gebäude, die Türme, Sitten und Gebräuche, alte Handwerkstraditionen oder Berufsstände erfahren. Dabei achtet der Heimatverein jedoch darauf, dass der Bezug
zur Gegenwart stets hergestellt wird. Nun steht die fünfte Auflage für die Verantwortlichen an. „Es hat sich einiges in Sendenhorst verändert, so dass wir die Hefte überarbeiten müssen“, sagt Hans
Homeyer. So wird der Wasserturm in dieser Auflage endgültig zur Geschichte gehören.
Die Auflage soll 500 Exemplare umfassen und insgesamt 4.300 Mark kosten. Davon geht Max Linnemann-Bonse aus, der sich um dieses Projekt kümmert.
Link usse Siete
..und so sah das im StadtLand Magazin 2022 überarbeitet aus....
22. März 2000
Mitgliederversammlung: Wahlen: Vorsitzender Homeyer, 1. stellv. Vors. Heinz Wiegard, 2. stellv. Vors. Helga Berkemeyer, ab 2003 H. Brüning - Kassierer
26. Mai 2003
Mitgliederversammlung des KreisHV in Sendenhorst
Okt./Nov. 2003
Frau Dr. Frede, Volkskundlerin, AK Stadtgeschichte: Vorstellung der
Konzeption zur Gründung des AK: Projekt Brennereien in Sendenhorst,
seit 2004 in Arbeit
Mitarbeit: Frau Dr. Frede, Leitung - Mathilde und Hans-Joachim Brüning
Marietta und Hans Homeyer - Werner Dufhues
2005
Planung Radwanderweg entlang der L 520, mit Familie Quas
Ortstermin | Vereinbarung Stadt: Heimatverein und Familie Quas - April
7. Juli 2006
Eröffnung des Wanderweges mit vielen Mitstreitern
17.12.2006
erste gemeinsame Wanderung mit dem HV Albersloh, die von da ab jährlich unternommen wurde.
2006
Heft Stadtgeschichte für den Grundschulunterricht nach 10 Jahren überarbeitet und durch Max Linnemann-Bonse der Grundschule übergeben
Mai 2007
Ausstellung Schlote, Schnaps und Schlempe - Die Kornbrenner von Sendenhorst
17.12.2007
Sendenhorst und Albersloh . Am 3. Adventssonntag , einem herrlichen Wintertag , luden die Heimatvereine Sendenhorst und Albersloh zum Schnadegang ein.
In Erinnerung an die traditionelle Grenzbegehung zwischen den beiden Orten fanden sich dieses Jahr rund 25 Personen an der Bushaltestelle „Reiterhof“ in der Bauerschaft Alst ein. Die Wanderung führte
die Gruppe entlang der Grenze zwischen Sendenhorst und Albersloh bis zur Gaststätte Peters, wo sie gemütlich ausklang.
Willi Berheide vom Heimatverein Albersloh begrüßte die Gruppe und erklärte kurz die historische Bedeutung des Schnadegangs. Weiter erinnerte er an den letztjährigen, erstmals wieder eingeführten Schnadegang, zu dessen Erinnerung zwei Bäume gepflanzt worden waren.
Auch der nun zweite begangene Schnadegang hinterließ seine Spuren. Ein Schnadestein wird an ihn erinnern. Obwohl nach den beiden Gängen nun die Grenze zwischen Sendenhorst und Albersloh abgeschritten
sei, so werde es doch auch in den nächsten Jahren weitere Begehungen geben, meinte Willi Berheide zuversichtlich.
Begegnungen, ja die gab es reichlich, jedoch bis zum nächsten Schnadegang sollte es knapp 10 Jahre dauern.
2009
Eröffnung des Brennereipfades | Mitwirkung von Sponsoren und der Werbeagentur Gassner
2008/2009 HV Mitglied in der Projektgruppe der Stadt, die in zweijähriger Arbeit ein Leitsystem erarbeitet hat, das an 20 Standorten auf öffentliche, kulturelle, touristische, sportliche und gastronomische Einrichtungen hinweist.
2009 Herr Dr. Steinert, Leiter des Kreisarchivs WAF, führt die Übergabe des Archivgutes des
Stadtarchivs gemeinsam mit Christian Hölscher bis zum Jahresende 2010 in das Kreisarchiv durch.
15. Mai 2009
Mitglieder des AK Stadtgeschichte treffen im Hause Gassner zur Vorstellung des Konzeptes ‚Digitalisierung von Archivgut‘ durch Bernd Gassner, seine Ehefrau und Christian Hölscher | Beginn im Herbst
in den Räumen der Werbeagentur Gassner - Geburststunde "Sendenhorster Geschichte(n)
11. Dez. 2009
Künstlerische Ausgestaltung des Promenadenringes mit der Skulptur „8 Spiegel der Erkenntnis“ | Eröffnung