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Demokratie in Sendenhorst seit 1945
Vom Bürgerbeirat 1945 bis zum heutigen Rat – acht Jahrzehnte kommunale Demokratie
Demokratie vor Ort

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs begann auch in Sendenhorst der politische Neubeginn. Nicht mit einer Wahl, sondern zunächst mit einem von der Militärregierung berufenen Bürgerbeirat. Aus dieser provisorischen Ordnung entwickelte sich Schritt für Schritt die kommunale Demokratie, wie wir sie heute kennen: mit Rat, Parteien, Bürgermeister, Verwaltung, Ausschüssen, Wahlen und öffentlicher Kontrolle.

1945 – Der Neubeginn
3. August 1945

Der erste Bürgerbeirat tritt zusammen. Er war noch kein frei gewähltes Parlament, markiert aber den Beginn der kommunalen Nachkriegsdemokratie in Sendenhorst.

Die ersten Zwölf

Heinrich Thiemann, Wilhelm Meyer, Heinrich Dorsel, Hermann Bücker, Josef Dahlkötter, Hubert Schulze-Tergeist, Bernhard Stapel, Heinrich Riethmöller, Heinrich Lainck-Vissing, Pfarrer Heinrich Westermann, Franz Brandhove und Dr. Theodor Untiedt.

Bemerkenswert: Handwerk, Landwirtschaft, Kirche, Verwaltung, örtliche Wirtschaft und Arbeiterschaft waren vertreten. Die neue kommunale Ordnung sollte sichtbar breiter verankert sein als die zerstörte Diktatur.
1946 – Die erste Kommunalwahl

Am 15. September 1946 wurde erstmals wieder demokratisch gewählt. Der neue Rat hatte 15 Mitglieder. Die CDU dominierte klar, daneben waren Zentrum, SPD und zwei Parteilose vertreten.

Gruppierung Sitze
CDU 11
Zentrum 1
SPD 1
Parteilose 2
Das Kirchspiel – ein eigener politischer Raum

Stadt und Kirchspiel Sendenhorst waren nach dem Krieg politisch und verwaltungsmäßig getrennt. Der Gemeinderat des Kirchspiels trat erstmals am 16. Januar 1946 hervor. Bei der Kommunalwahl 1946 gehörten sämtliche 13 Vertreter der CDU an.

Anton Schulze-Horstrup, Bernhard Feldmann, Anton Suermann, Caspar Roeren-Schotte, Theodor Tüte, Heimann genannt Große Kogge, Bernhard Lücke, Heinrich Böcker, Heinrich Deventer, Heinrich Schmetkamp, Julius Möllmann, Bernhard Kersting und Gerhard Northoff.
1947–1950 – Demokratie als Wiederaufbauarbeit
9. Januar 1948
3.994 Einwohner, darunter 590 Flüchtlinge und 447 Evakuierte. CDU: 60 örtliche Mitglieder, SPD: 53, KPD: 18.
8. Februar 1949
4.069 Einwohner, darunter 650 Flüchtlinge und 423 Evakuierte. Parteipolitik spielte im Alltag noch eine geringe Rolle – die Sachprobleme bestimmten die Ratsarbeit.
Konkrete Rats- und Aufbauentscheidungen

03.12.1947 – Straßenplanung an der Südenpromenade.

03.12.1947 – Zustimmung zum Ausbau einer Verzinkerei der Sendenhorster Maschinenfabrik.

29.04.1948 – Kanalisierung und Neupflasterung der Schulstraße.

20.07.1948 – Kläranlage als dringendes Vorhaben; Kostenansatz rund 45.000 DM.

1949 – Beginn der Siedlungsentwicklung am Martiniring.

1950/51 – Aufbau der zentralen Wasserversorgung und Bau des Wasserturms.

Wahlen 1948–1969 – die alte Sendenhorster Wahltafel
Wahl CDU SPD FDP BHE Zentrum Parteilose Gesamt
1948 7 1 1 2 11
1952 9 2 5 2 18
1956 12 3 2 1 18
1961 12 2 4 18
1964 13 3 3 19
1968 12 4 3 19
1969 12 5 2 19
1968 – Stadt und Kirchspiel werden eins
13.07.1967
Gebietsänderungsvertrag
01.01.1968
Vereinigung
03.03.1968
Neuwahl des Rates

Der 1964 gewählte Rat wurde durch das Eingliederungsgesetz aufgelöst. Die vergrößerte Stadt erhielt mit der Wahl vom 3. März 1968 einen neuen gemeinsamen Rat: 12 CDU, 4 SPD, 3 FDP.

Politischer Kern: Die Gebietsreform veränderte nicht nur Grenzen. Sie veränderte auch die demokratische Repräsentation. Ein neues Stadtgebiet verlangte einen neu legitimierten Rat.
1975 – Die heutige Stadt entsteht

Zum 1. Januar 1975 wurden Stadt Sendenhorst und Gemeinde Albersloh zu einer neuen Gemeinde zusammengeschlossen, die weiterhin den Namen Sendenhorst und die Bezeichnung Stadt führte. Hinzu kamen einzelne Flurstücke aus Alverskirchen. Das Amt Sendenhorst wurde aufgelöst.

Politische Übergangsleitung
Ewald Rüschenschmidt aus Albersloh führte die Bürgermeistergeschäfte. Franz Keweloh aus Sendenhorst war Stellvertreter.
Verwaltung
Heinrich Esser führte die Verwaltungsgeschäfte, vertreten von Bernhard Schmies.
Bürgermeister & Stadtdirektoren – zwei Spitzen im Rathaus

Bis in die 1990er Jahre galt in Nordrhein-Westfalen die sogenannte kommunale Doppelspitze: Der ehrenamtliche Bürgermeister war Vorsitzender des Rates und Repräsentant der Stadt; der hauptamtliche Stadtdirektor leitete die Verwaltung. Sendenhorsts Nachkriegsgeschichte wird deshalb immer von zwei parallelen Personenreihen geprägt.

Zeit Bürgermeister Verwaltungschef / Stadtdirektor Bedeutung
1945 Eugen Strothmann Eugen Strothmann von der Besatzungsmacht mit der Stadtleitung betraut
Anfang 1946 Dr. Theodor Untiedt Eugen Strothmann Übergang zur getrennten politischen und administrativen Spitze
08.10.1946–1948 Bernhard Stapel ab 1947 Heinrich Esser erste gewählte Nachkriegsvertretung
1948–1969 Heinrich Brandhove Heinrich Esser lange Aufbau- und Modernisierungsphase
ab 1969 Heinrich Schibill Heinrich Esser politische Spitze nach der Vereinigung von Stadt und Kirchspiel
Übergang 1974/75 Ewald Rüschenschmidt Heinrich Esser Übergangsleitung der neuen Stadt Sendenhorst/Albersloh
1975–1995 u. a. Ewald Rüschenschmidt, später Wilhelm Goroncy; ab 1989 Franz-Josef Reuscher Heinrich Wiegard Wiegard war Verwaltungschef der neuen Stadt 1975–1995
1989–1995 Franz-Josef Reuscher (SPD) Heinrich Wiegard erster SPD-Bürgermeister; klassische Doppelspitze
ab 1996 Franz-Josef Reuscher Amt geht im hauptamtlichen Bürgermeister auf Ende der Doppelspitze; Bürgermeister zugleich Verwaltungschef
Heinrich Esser: Stadtdirektor 1947–1975.   Heinrich Wiegard: Stadtdirektor 1975–1995. Damit lässt sich die hauptamtliche Verwaltungsspitze der ersten fünfzig Nachkriegsjahre fast lückenlos an nur zwei Namen erzählen.
1989 – die spektakuläre Wahl
Ein politischer Einschnitt:
Die CDU verliert ihre jahrzehntelange Dominanz. Die SPD rückt bis auf 39,3 Prozent vor. Und die FDP erreicht sensationelle 14,4 Prozent.
46,3 %
CDU
deutlicher Verlust gegenüber 1984
39,3 %
SPD
nahe an der 40-Prozent-Marke
14,4 %
FDP
außergewöhnlich stark

Der Vergleich macht das Ergebnis erst richtig außergewöhnlich: Bei der NRW-Kommunalwahl 1989 kam die FDP landesweit auf nur 6,5 Prozent. In Sendenhorst erreichte sie mit 14,4 Prozent mehr als das Doppelte. Bereits 1984 hatte sie hier 9,9 Prozent erzielt.

Und das mitten in der Bonner CDU/FDP-Ära: Im Bund regierten Helmut Kohls CDU/CSU und die FDP gemeinsam. In Sendenhorst entwickelte sich die FDP dagegen zu einer eigenständigen kommunalen Kraft zwischen den beiden großen Parteien. Damit bekam sie nach der Wahl eine besondere Scharnierstellung. Die genaue Stimmenverteilung bei der anschließenden Bürgermeisterwahl sollte zusätzlich aus dem Ratsprotokoll vom 20. Oktober 1989 dokumentiert werden.
20. Oktober 1989

Franz-Josef Reuscher wird zum ersten SPD-Bürgermeister Sendenhorsts gewählt. Damit endet eine jahrzehntelange Folge christdemokratisch geprägter Bürgermeister.

Wolfram Opperbeck – FDP

Opperbeck gehörte zu den profilierten Sendenhorster Liberalen und war später 2. stellvertretender Bürgermeister. Mit Werner Bisplinghoff gründete er das „Sendenhorster Forum“, das Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens nach Sendenhorst holte.

1989 hatte noch eine zweite Dimension: Auf Opperbecks Initiative kam mit Hilfe des damaligen FDP-Bundesministers Jürgen Möllemann der Botschafter Maltas nach Sendenhorst. Das zeigt, wie stark örtliche FDP-Politik damals mit Kontakten bis in die Bundespolitik verbunden war.
Prägende Personen
Bernhard Stapel
Schmiedemeister. Mitglied des Bürgerbeirats 1945, 1946 zunächst parteilos gewählt und später Bürgermeister.
Heinrich Brandhove
Langjähriger Ratsvertreter; ab 10. November 1948 Bürgermeister. Eine Schlüsselfigur der frühen Nachkriegsjahrzehnte.
Heinrich Esser
Seit 1947 hauptamtlicher Verwaltungschef und über Jahrzehnte eine zentrale Figur der kommunalen Verwaltung.
Anton Schulze-Horstrup
Prägende Figur des Kirchspiels; Bürgermeister und Vertreter des ländlichen Sendenhorst.
Franz-Josef Reuscher
1989 erster SPD-Bürgermeister Sendenhorsts; später erster hauptamtlicher Bürgermeister nach der Kommunalreform.
Katrin Reuscher
Seit 2020 Bürgermeisterin; 2025 mit großer Mehrheit im Amt bestätigt.
⚡ Große Diskussionen – Kommunalpolitik war selten geräuschlos

Hinter Wahlergebnissen und Amtszeiten standen immer wieder Auseinandersetzungen darüber, wie Sendenhorst aussehen, wachsen und sein Geld ausgeben sollte. Gerade Stadtsanierung, öffentliche Gebäude, Kultur, Verkehr und die Zusammenführung der Ortsteile sorgten für Debatten, die weit über den Rat hinaus in die Bürgerschaft hineinreichten.

⚡ Stadtsanierung – Fortschritt oder Verlust?

In den 1960er und 1970er Jahren wurde der historische Stadtkern zum politischen Konfliktfeld. Straßenführung, Parkraum, alte Häuser, Brennereien und landwirtschaftliche Betriebe standen einer modernen Innenstadtplanung gegenüber. Im März 1974 entbrannte zwischen CDU und SPD ein hitziges Für und Wider; Leserbriefe in der örtlichen Presse trugen die Debatte mitten in die Bürgerschaft.

⚡ Bürgerhaus 1974/75 – eine Million für einen Saal?

Nachdem der Saal Kaupmann geschlossen hatte, fehlte der Stadt ein großer gesellschaftlicher Treffpunkt. 1974 vergab der Rat den Bauauftrag für ein neues Bürgerhaus. Bund und Land stellten 1,134 Mio. DM bereit; die veranschlagten Gesamtkosten lagen bei rund 2,13 Mio. DM – etwa eine Million musste die Stadt selbst tragen. Für eine kleine Kommune war das eine gewaltige Entscheidung.

1975 – vom Beschluss zum Bürgerhaus

Am 8. Januar 1975 erfolgte der erste Spatenstich, im November war das Haus fertig. Bürgermeister Heinz Schibill trieb das Projekt energisch voran. Das Bürgerhaus erhielt Saal, Gaststätte, Ratsraum, Musik- und Jugendräume, Kegelbahnen und Schießstand. Es war damit nicht bloß ein Saalbau, sondern ein kommunales Gesellschaftszentrum.

⚡ Denkmal oder Abriss?

Die Stadtsanierung löste unmittelbar Denkmalschutzdebatten aus. 1975 brachte Heimatvereinsvorsitzender Hans-Günther Fascies die Zukunft des Jönsthövelschen Hauses in die öffentliche politische Diskussion. Der Kulturausschuss verlangte schließlich: Das Thema müsse öffentlich auf den Tisch.

⚡ Haus Siekmann – Anfang der 1990er

Das Fachwerkhaus mit Villa an der Weststraße wurde am 17. Januar 1991 als Baudenkmal eingetragen. Umbau und künftige Nutzung wurden zu einem der großen finanziellen und kulturpolitischen Themen der SPD/FDP-Ära. 1993 wurde das soziokulturelle Zentrum eröffnet. Stadt, Förderverein und Heimatverein übernahmen anschließend gemeinsam Verantwortung.

⚡ Bürgerhaus – bauen, betreiben, verkaufen

Was 1975 als kommunales Prestige- und Gemeinschaftsprojekt begann, wurde in den 1990er Jahren erneut zur politischen und finanziellen Frage. Neben dem Umbau von Haus Siekmann gehörte der Verkauf des Bürgerhauses zu den großen Herausforderungen der damaligen SPD/FDP-Ratsmehrheit. Kulturpolitik war damit zugleich Haushaltspolitik.

Roter Faden: Viele der schärfsten Sendenhorster Debatten drehten sich nicht um abstrakte Parteiprogramme, sondern um ganz konkrete Orte: Altstadt, Bürgerhaus, Haus Siekmann, Schulen, Sporthallen, Straßen und Umgehungen. An ihnen wurde ausgehandelt, was der Stadt wichtig war – und was sie sich leisten konnte.
Politische Köpfe – von Sendenhorst nach Düsseldorf und Berlin
Bernhard Daldrup · SPD · MdB

Geboren 1956 in Sendenhorst. Seit 1975 SPD-Mitglied, von 1979 bis 2004 im Rat der Stadt und von 1988 bis 2002 SPD-Fraktionsvorsitzender. Seit 2013 gehörte er dem Deutschen Bundestag an und profilierte sich dort besonders in der Kommunal-, Bau- und Stadtentwicklungspolitik. Seine politische Laufbahn führt damit unmittelbar vom Sendenhorster Rat in die Bundespolitik.

Henning Rehbaum · CDU · MdB

Beruflich eng mit Albersloh verbunden und seit 2009 Vorsitzender der CDU-Ortsunion Albersloh. Rehbaum gehörte dem Sendenhorster Rat 2004–2009 und 2014–2021 an, war von 2012 bis 2021 Mitglied des Landtags Nordrhein-Westfalen und wechselte 2021 in den Deutschen Bundestag. Damit besitzt die Stadt eine zweite direkte politische Verbindung nach Berlin.

Annette Watermann-Krass · SPD · MdL

Geboren 1957 in Sendenhorst. Seit 1984 SPD-Mitglied und ab 1989 Mitglied des Rates. Nach dem politischen Wechsel von 1989 wurde sie Ortsvorsteherin von Sendenhorst; von 1999 bis 2005 war sie stellvertretende Bürgermeisterin. Dem Landtag NRW gehörte sie 2005–2010 und erneut 2012–2022 an. Sie verbindet damit mehr als drei Jahrzehnte Kommunal- und Landespolitik.

Berthold Streffing · Bürgermeister 2004–2020

Streffing prägte sechzehn Jahre lang die hauptamtliche Verwaltungsspitze. In seine Amtszeit fallen unter anderem Westtorhalle und Sporthalle Hohe Ward, neue Wohn- und Gewerbegebiete, Straßennetz und Kanalisation, Bürgerradwege, die Debatten um die Ortsumgehungen und die WLE-Reaktivierung sowie die Aufnahme vieler Flüchtlinge 2015. Seine Amtszeit steht zugleich für eine Phase, in der die CDU im Rat zeitweise wieder eine absolute Mehrheit besaß.

Die Bewertung seiner Amtsbilanz wird auf der Seite bewusst aus unterschiedlichen politischen Quellen gespiegelt.
Sendenhorst über die Stadtgrenzen hinaus: Mit Bernhard Daldrup und Henning Rehbaum führten bzw. führen zwei eng mit der Sendenhorster Kommunalpolitik verbundene Politiker den Weg bis in den Deutschen Bundestag; Annette Watermann-Krass vertrat die Region über viele Jahre im Landtag Nordrhein-Westfalen. Kommunalpolitik blieb damit keineswegs nur „Politik im kleinen Rathaus“.
Von der CDU-Dominanz zum pluralen Rat
Jahr CDU SPD FDP B.f.A./Sonstige
1984 56,7 % 33,4 % 9,9 %
1989 46,3 % 39,3 % 14,4 %
1999 55,7 % 32,1 % 5,7 % 6,6 %
2014 46,0 % 31,2 % 7,8 % 15,0 %
2020 44,8 % 30,3 % 9,8 % 15,1 %
2025 44,7 % 33,4 % 8,4 % 13,6 %
Rat 2025: 26 Sitze – CDU 11, SPD 9, B.f.A. 4, FDP 2.
Bürgermeisterwahl 2025: Katrin Reuscher 5.782 Ja-Stimmen, 1.000 Nein-Stimmen.
Die große Linie

Die Sendenhorster Demokratiegeschichte seit 1945 ist mehr als eine Folge von Wahlergebnissen. Sie erzählt vom Übergang aus der Besatzungszeit in die kommunale Selbstverwaltung, vom Wiederaufbau, von Flüchtlingsintegration und Wohnungsnot, vom Ausbau der Infrastruktur, von Stadt- und Gebietsreformen und schließlich vom Wandel einer lange stark CDU-geprägten Kommune zu einem deutlich pluraleren politischen System.

Quellen & weiterführende Belege
Grundlage: lokale Sendenhorster Quellenbestände, „Fakten 1975“, Heimatverein Sendenhorst, amtliche Rechtsquellen des Landes Nordrhein-Westfalen, Archive NRW, IT.NRW und Stadt Sendenhorst. Einzelne ältere Amtszeiten und Ratsbesetzungen werden weiter aus den Originalprotokollen ergänzt.

Kontakt

Heimatverein Sendenhorst e.V.
Weststraße 3

48324 Sendenhorst

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Kontaktformular.

Brauchtum im September im Münsterland
Alte Bräuche zwischen Sommer und Herbst.
🏮 Lambertus
17. September
Kinder zogen mit Lampions durch die Straßen und versammelten sich an geschmückten Lichtpyramiden. Dort wurde gesungen und gespielt. Um 1900 war der Brauch unter anderem in Münster, Altenberge, Greven, Coesfeld und Rheine verbreitet.
🌾 Michaelis
29. September
Michaelis markierte einen wichtigen Einschnitt im bäuerlichen Jahreslauf. Die Ernte sollte beendet sein und auf abgeernteten Flächen begann vielerorts die Hütefreiheit. Hirten erhielten ihren Lohn, teilweise wechselte auch das Gesinde den Dienstherrn.
🍎 Obsternte & Schlachtfest
In Sassenberg zogen Kinder singend von Haus zu Haus und baten um Obst. Aus Drensteinfurt ist zum Schlachtfest ein besonderer Apfelkranz-Brauch überliefert.
🌾 Stoppelhahn
Ende September / Anfang Oktober
So hieß im Münsterland vielfach das traditionelle Erntefest. Erntezeichen und das letzte Getreidefuder wurden zum Hof gebracht, anschließend wurde gemeinsam gefeiert.
Quelle: Dietmar Sauermann, Damals bei uns in Westfalen – Vom alten Brauch in Stadt und Land, Band 3.

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