Die Ursprünge des „Kornbrennens“
Schon im frühen Mittelalter destillierte man Wein, um hochprozentigen Alkohol zu gewinnen. Dieser „geprante Wein“ oder auch „Brantewein“ wurde zunächst fast ausschließlich von Apothekern zur Herstellung von „Artzeneyn“ und Duftwässern genutzt. Es sollte jedoch nicht lange dauern, bis die Menschen die berauschende Wirkung des Alkohols für sich entdeckten. Bereits im 14. Jahrhundert sahen sich die Obrigkeiten vieler Orte gezwungen, gegen den übermäßigen Genuss desselben vorzugehen. Als man um 1500 dazu überging, als Rohstoff das billigere Getreide zu verwenden, wurde der „Brantewein“ zum begehrten Getränk für alle Bevölkerungsschichten. Der sog. Destillierofen gehörte bald zum festen Inventar vieler Haushalte.
Abb.1: Hausfrau am Destillierofen (aus Schrick, Michael, Doctor der Ertzney: Von allen geprennten Wassern. Augsburg 1480)
In der Festschrift „1884-1994. 110 Jahre Deutscher Kornbrennerverband“ (im folgenden nur „Festschrift“) findet sich ein uraltes „Kornrezept“ aus dem Jahre 1576.
Ein Kornrezept aus dem Jahre 1576
„Erstlich nim einen Kessel, geus ohngefehr funff Eymer Wasser darein und mache es heisz, doch dasz es nit siede. Darnach nimb einen halben Scheffel Saltz und thue es in einen groszen Kübel oder Tonne und geus heiz Wasser darauff und rühre es umb, wie man sonst zum brauen das Maltz pfleget zu rühren. Nachmahls nimb auch einen halben Scheffel Weytzen oder Rocken. Rühre es auch wie das Maltz, dasz es nit klöterich bleibe, doch dasz das heisze Wasser, auff zwey Eymer ongefehr, im Kessel wol siedet.
Alsdann geus es zum andern mahl ein, decke das Fasz fest zu und lasz es drei Stunden stehen. Nachmahlen muszt du es stellen mit Bermen oder hefen, ehe du es aber stellest, muszt du es zuvor abkühlen mit einem Zuber Wasser oder mehr, bisz es wird dasz es zu stellen sey oder dine, als wann man sonst hier stellet.
Von deme das in der Blasen bleibet, haben die Schweine gute Nahrung und werden damit bald fett gemestet, wann man inen ein wenig Treber oder Seye und Kleyen mit untermenget. Ist demnach beym Branteweinbrennen allzeit ein doppelter Nutz und Frommen als nemlich, dasz man Brantewein bekompt und darneben seine Schweine damit ernehren und mesten kann.“
Auch wenn man davon ausgehen kann, dass die frühen Kornbrenner nur unzureichende Kenntnisse über den Gärungsprozess besaßen – die Wirkung der Hefe als Gärmittel war offenbar bereits bekannt.
Nicht klar ist allerdings die Funktion des Aufkochens eines „halben Scheffels“ Salzes (ein Scheffel „trockenes Schüttgut“ entsprach je nach Region immerhin einer Menge zwischen 45 und 64 Pfund) mit heißem Wasser, und auch die Erwähnung des zur Verzuckerung der Maische nötigen Malzes nur in Verbindung mit dem Bierbrauen ist erstaunlich.
Auf der anderen Seite war man sich aber bereits über den Nutzen des beim Kornbrennen anfallenden Abfallproduktes „das in der Blasen bleibet“ – man nennt es heute Schlempe – als hervorragendes Mastfutter für das Vieh im Klaren.
Abb.2: Hausfrau in der Brennstube (aus Florinus, Haus Vatter 1702)
Auch wenn, wie der abgebildete Holzschnitt aus dem Jahre 1702 (Abb. 2) zeigt, die Destilliergeräte weiter entwickelt und vergrößert wurden, müssen wir uns nach einem Bericht von 1931 in der oben erwähnten Festschrift das Kornbrennen bis ins 19. Jahrhundert wohl als ein äußerst mühsames Unterfangen vorstellen. Die Maische musste mit der Hand gerührt werden, die sog. Brennblase, die mit direkter Feuerung betrieben wurde, verlangte ständige Aufsicht und es bedurfte mehrerer Destillationsgänge, um trinkbaren „Brantewein“ zu gewinnen. Das gängige Brennmaterial war Holz, das man mit „schwerfälligen Ochsenkarren aus den Wäldern [holte]“.
Für das kleine Ackerbürgerstädtchen Sendenhorst finden sich erst im 18. Jahrhundert verlässliche Quellen, die die Herstellung von Branntwein belegen und die in dem Werk „Sendenhorst. Geschichte einer Kleinstadt im Münsterland“ von Heinrich Petzmeyer beschrieben sind. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts, im Jahre 1803 spricht der Kriegs-Commissar Kurlbaum in den „Acta Commissionis […] betreffend die Lage und Gewerbe-Verhältniße der Städte und Wiegbolde des Erbfürstenthums Münster“ allerdings nur von „drei Branntweinbrenner[n], welche nur allein im Winter und alsdann auch nur bei Tage und nicht die Nacht hindurch brennen. Einer dieser Branntweinbrenner, der Colonus und Bürger Suergeist [Tergeist] wohnt außerhalb der Stadt nahe vor dem Tore.“ Und er erwähnt: „Der Branntwein bleibt größtenteils in der Stadt und wird verzapfet, es wird aber auch wohl etwas nach Münster und andern umliegenden Städten verkauft, ingleichen an einige Zäpfer in den benachbarten Bauerschaften.“
Vom „Brennofen“ zur „Kolonne“
Technischer und wirtschaftlicher Fortschritt im 19. Jahrhundert
Bereits im Jahre 1817 hatte der Landwirt und Brenner Johann Heinrich Leberecht Pistorius (1777-1858) ein Destilliergerät mit indirekter Dampffeuerung erfunden, mit dem man in einem Arbeitsgang aus Kartoffeln 60-80%igen Alkohol herstellen konnte. Der Kessel mit der dickflüssigen Kartoffelmaische wurde nun nicht mehr mit direkter Unterfeuerung, sondern mit Wasserdampf erhitzt, was eine Ersparnis beim Brennmaterial bedeutete, wodurch aber auch das Ansetzen verhindert wurde.
Die Folge war eine rasche Ausdehnung der Kartoffel- und Getreidebrennereien, wobei die letzteren durch die Einführung einer höheren Maischraumsteuer stark benachteiligt waren.
In den Jahren 1824 und 1825 wendete sich das Blatt. Um die miserable Lage der Landwirtschaft zu verbessern, führte Preußen den Begriff der landwirtschaftlichen Brennereien ein. Sie galten unter der Bedingung, nur Rohstoffe aus eigener Produktion zu verwenden, nicht mehr als Gewerbebetriebe und unterlagen so einem niedrigeren Steuersatz. Zudem wurden nun per Gesetz alle Beschränkungen des Branntweinbrennens auf dem Lande beseitigt.
Mit den verbesserten Rahmenbedingungen war die Grundlage für den Aufschwung der Kornbrennereien gelegt.
1831 gab es in Westfalen 1209 Kornbrennereien, wobei in Sendenhorst nur 4 Betriebe sicher nachgewiesen werden können. Die neue Technik der indirekten Dampffeuerung hielt hier allerdings erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts Einzug. Noch im Jahre 1854 stellte der Sendenhorster Ackerwirth Theodor Wieler ein Concessionsgesuch, in dem ihm „eigentümlich gehörigen Wohnhause Nr. 189 an der Weststraße hiesiger Stadt eine Branntweinbrennerei zu errichten“, in der „das Brennen […] mit direkter Heizung und nicht mittels Wasserdämpfe geschehen [soll]“.
Um die Mitte des 19. Jahrhunderts ist in Sendenhorst ein deutlicher zahlenmäßiger Anstieg der Brennereibetriebe zu verzeichnen. Im Öffentlichen Anzeiger des Amtsblattes wurde die beabsichtigte oder bereits erfolgte Neueinrichtung etlicher Brennereien in Sendenhorst Stadt und Kirchspiel angekündigt (u.a. Colon Werring/Elmenhorst (1847), Gastwirth Wilhelm Böcker (1849), Hermann Böcker/Oststraße (1854), Theodor Wieler/Weststraße (1854); Panning (1857), Kaufmann Heinrich Everke (1859), Ackerwirth Johann Vrede/Kirchspiel Rinkhöven (1860)).
Gleichzeitig oder nur wenige Jahre später wurden viele der bereits bestehenden Anlagen umgestellt auf Destilliergeräte mit indirekter Dampffeuerung, auf sog. Niederdruckkessel. Aus dem Öffentlichen Anzeiger geht hervor, dass u.a. die Brennereien H. Brüning (1853), Hermann Werring/Südstraße (1856), Theodor Wieler/Weststraße (1857); Gastwirth Anton Neuhaus/später Suermann (1858), Gastwirth Christian Silling/Oststraße (1859), Theodor Böcker/Oststraße (1860) und Tergeist (1869) dazu gehörten.
Mit der Einführung der Dampfkessel, die unter Druck standen, wurden die Brennereien den Aufsichtsbehörden unterstellt. Vor allem das sog. Sicherheitsventil des Kessels musste regelmäßig gewartet und auf seine Funktionsfähigkeit geprüft werden. In jedem Concessionsgesuch zur Errichtung einer Dampfkesselanlage ist deshalb auch eine Zeichnung dieses Geräteteils zu finden.
Durch die Aufsichtsbehörden wurden sog. Spezialakten oder auch Amtsakten angelegt, in denen alle Concessionsgesuche mit den zugehörigen Plänen, Bau- und Betriebsgenehmigungen, Prüfungs- und Abnahmeergebnissen sowie der amtliche Schriftverkehr gesammelt wurden. So ist es uns heute möglich, zumindest ab dem Zeitpunkt der Einrichtung einer Dampfkesselanlage die Entwicklung aller Sendenhorster Brennereien im Stadtgebiet und im Kirchspiel nachzuverfolgen.
Bei der Dampfkesselanlage des Hermann Böcker zu Sendenhorst aus dem Jahre 1854 ist die Feuerung mit aufsitzendem Wasser bzw. Wasserdampf-Behälter zu erkennen, mit dem nun der Inhalt der Blase zum Sieden gebracht wurde. Aus der Grundriss-Zeichnung des Gebäudes geht zudem hervor, dass die Brennerei Teil des Wohnhauses war.
Die Ausmaße der Anlagen waren um diese Zeit in der Regel nicht so groß, dass man separater Brennereigebäude bedurfte. So befand sich z.B. auch die Brennereianlage des Christian Silling in der Oststraße in einem Raum neben der Schlafstube und mit direktem Zugang zur Küche.
Das letzte Viertel des 19. Jahrhunderts wurde bestimmt durch den Aufschwung des Bergbaus und der Eisenindustrie im Ruhrgebiet. Damit verbunden war eine stetig steigende Nachfrage nach Kornbranntwein, die bis zum Ersten Weltkrieg anhalten sollte.
Am 26.1.1884 schlossen sich die westdeutschen Kornbrenner zum Verein westdeutscher Brennereien zusammen und einen Monat später fand die erste Generalversammlung des Kornbrennerverbandes statt. Ein erster Versuch des Reichskanzlers Bismarck, ein Branntweinmonopol zu errichten, schlug fehl.
Die nun in einem Verband zusammen agierenden Kornbrenner wehrten sich mit aller Macht dagegen, allen Rohbrand an das Monopol zur Weiterverarbeitung abzuliefern, da ihnen damit die Möglichkeit des Trinkbranntweinverkaufs genommen worden wäre.
Bereits zu Beginn des Jahrhunderts hatte man – wie oben bereits erwähnt – die landwirtschaftlichen Brennereien durch niedrige Steuersätze gefördert. Mit dem Inkrafttreten des Reichsbrandweinsteuergesetzes im Jahre 1887 wurden noch einmal Bedingungen für die landwirtschaftlichen Brennereien festgelegt, die weiterhin steuerlich begünstigt werden sollten:
Die Brennerei muss mit einem landwirtschaftlichen Betrieb verbunden sein.
Als Rohstoffe sind nur Kartoffeln und Getreide zugelassen.
Die Schlempe und der anfallende Viehdung müssen auf hofeigenen Grundstücken Verwendung finden oder aber es muss überwiegend Getreide aus eigener Produktion zum Brennen eingesetzt werden.
Technische Abbildungen | Bauzeichnungen | Pläne
Abb.3: Plan der Brennereianlage des Theodor Wieler mit Unterfeuerungskessel
(1854)
Abb.4: Sicherheitsventil der Kesselanlage des Heinrich Beumer (1856)
Abb.5: Anlage der Brennerei des Hermann Böcker, Oststraße (1854)
Abb.6: Brennapperat mit Kühler der Brennereianlage Chr. Silling, Oststraße (1859)
Abb.7: Neubau der Brennerei Bonse, Südstraße (1876) beantragte der Brennereibesitzer und erste Rendant der Sendenhorster Sparkasse, Bernhard Rötering, die Concession zum Betrieb eines liegenden,
„nicht explodie- renden Circlations-Wasserrohrkessels“ nach dem System „Root“.
Abb.8: Circulations-Wasserrohrkessel Brennerei Bernhard Rötering (1889)
Abb.9: Brennerei Edmund Panning mit stehendem Dampfkessel (1909)
Abb.11: Lageplan/Grundriss des Grundstücks Lainck-Vissing (1910)
Abb.12: Brennereianlage-Schema Josef Arens-Sommersell (1951)
Abb.13: Brennereianlage Josef Horstmann (1975)
Abb.14: Maische-Destilliergerät/Rohbrandkolonne Arens-Sommersell (1957)
Abb.15: Rektifiziergerät/Feinbrandkolonne Horstmann (1963)
Abb.16: Henzedämpfer Brennerei Werring (1918)
Vom Brennofen zur Kolonne – Fortsetzung
Brennrechte, neue Dampfkessel und der Übergang ins 20. Jahrhundert






Brennerei-Grundstücke im Bild - vor und nach der Stadtsanierung
Abb.33: Wohnhaus Arens-Sommersell bis 1970
Abb.34:Grundstück Arens-Sommersell/Schlecker heute
Abb.36: Haus Graute/Kleinhans heute
Abb.39: Wohnhaus Hallermann/Panning vor 1970
Abb.40: Grundstück Panning/Wiedehage heute
Abb.43: Gaststätte/Brennerei Lainck- Vissing/Hankmann 1910
Abb.44: Haus Hankmann/Börse heute
Abb.47: Gaststätte/Brennerei Silling, Oststraße vor 1970 Abb.48: Haus Silling/Westhagemann heute
Abb.1: Hausfrau am Destillierofen (aus Schrick, Michael, Doctor der Ertzney:Von allen geprennten Wassern. Augsburg 1480)
Abb.2: Hausfrau in der Brennstube (aus Florinus, Haus Vatter 1702)
Abb.3: Plan der Brennereianlage des Theodor Wieler mit Unterfeuerungskessel (1854)
Abb.4: Sicherheitsventil der Kesselanlage des Heinrich Beumer (1856)
Abb.5: Anlage der Brennerei des Hermann Böcker/Oststraße (1854)
Abb.6: Brennapparat mit Kühler des Christian Silling/Oststraße (1859)
Abb.7: Neubau der Brennerei Bonse/Südstraße (1876)
Abb.8: Circulations-Wasserrohrkessel Brennerei Bernhard Rötering (1889)
Abb.9: Brennerei Edmund Panning mit stehendem Dampfkessel (1909)
Abb.10: Sendenhorst um 1950 aus südwestlicher Richtung. Zu sehen sind die Schornsteine der Brennereien Rötering, Graute, Jönsthövel, Everke (hinter Kirchturm), Panning, Lainck-Vissing/Oststraße und Silling/Oststraße
Abb.11: Lageplan/Grundriss des Grundstücks Lainck-Vissing (1910)
Abb.12: Brennereianlage Josef Horstmann (1975)
Abb.13: Brennereianlage-Schema Josef Arens-Sommersell (1951)
Abb.14: Maische-Destilliergerät/Rohbrandkolonne Arens-Sommersell (1951)
Abb.15: Rektifiziergerät/Feinbrandkolonne Horstmann (1963)
Abb.16: Henzedämpfer Brennerei Werring (1918)
Abb.17: Neues Brennereigebäude Rötering (1934/35)
Abb.18: Schreiben an H. Brüning betr. „Abverfügung“ von Brenngetreide und Malz an J.H. Everke (29.12.1945)
Abb.19: Schreiben an verschiedene Brennereien betr. „Transfer of Stocks“ an Everke (12.1.1946)
Abb.20: Schmiede Münstermann (heute Buschkötter)
Abb.21: Reklame Schmiede Münstermann
Abb.22: Innenraum Brennerei Rötering
Abb.23: Haus Münstermann an der Weststraße; im Hintergrund die Einfahrt von Graute
Abb.24: Luftbild des Hofes und der Brennerei Graute (heute Kleinhans)
Abb.25: Situationsplan Graute (1923)
Abb.26: Weststraße mit altem Sommersellschen Haus links, Haus Rötering rechts
Abb.27: Kastenwagen vor der Gaststätte und Brennerei Jönsthövel
Abb.28: Ehemaliges Haus Silling an der Weststraße (Westen-Silling)
Abb.29: Grabstein des Brennereibesitzers Silling
Abb.30: Fragebogen für die Erstattung von Mietausfällen für durch die Militärregierung besetzten Wohnraum im Haus Roetering in der Weststraße
Abb.31: Werbung für den deutschen Korn in den 50er Jahren
Abb.32: Etikett Everke für den Export in die USA
Abb.33: Wohnhaus Arens-Sommersell bis 1970
Abb.34: Grundstück Arens-Sommersell/Schlecker heute
Abb.35: Luftbild Grundstück Graute vor 1970
Abb.36: Haus Graute/Kleinhans heute
Abb.37: Luftbild Grundstück Everke vor 1970
Abb.38: Luftbild Grundstück Everke heute
Abb.39: Wohnhaus Hallermann/Panning vor 1970
Abb.40: Grundstück Panning/Wiedehage heute
Abb.41: Gaststätte/Brennerei Jönsthövel um 1950
Abb.42: Grundstück Jönsthövel/Metzgerei Koch heute
Abb.43: Gaststätte/Brennerei Lainck-Vissing/Hankmann 1910
Abb.44: Haus Hankmann/Börse heute
Abb.45: Luftbild von Südwesten um 1970; Grundstück Rötering mit Villa und Brennerei
Abb.46: Villa Rötering heute
Abb.47: Gaststätte/Brennerei Silling, Oststraße vor 1970
Abb.48: Haus Silling/Westhagemann heute
Abb.49: Grundstück/Brennerei Bonse, Südstraße vor Sanierung
Abb.50: Grundstück Bonse heute
Abb.51: Haus Silling,Weststraße heute
Abb.52: Hotel/Ridder/Herweg (früher Brennerei Topp) vor Abriß
Abb.53: Grundstück Herweg/Volksbank heute
Abb.54: Gaststätte/Brennerei Neuhaus/Suermann am Kirchplatz vor Sanierung
Abb.55: Grundstück Suermann/Ärztehaus heute
Abb.56: Hof Horstmann (Gemälde)
Abb.57: Luftbild Hof Horstmann mit Brennerei heute
Abb.58: Wohnhaus Hof Telges-Homann mit Brennereigebäude links (um 1946)
Abb.59: Ehemalige Brennerei Telges-Homann heute
Abb.60: Hof Schulze Tergeist heute
Abb.61: Ehemaliges Brennereigebäude Hof Vrede/Bauerschaft Rinkhöven heute
Abb.62: Hof Werring mit altem Wohnhaus und Brennerei (vor 1920); Hof mit neuem Wohnhaus (nach 1923)
Abb.63: Brennerei Werring heute
Abb.64: Wohnhaus Telges-Homann (um 1946)
Abb.65: Im Namen des Volkes! Urteil zugunsten Telges-Homann i.S. Kleinhandel (1934)
Abb.66: Plan zum Concessionsbescheid 1931 für Kleinhandel in der Diele des Hauses Rötering an der Weststraße
Abb.67: Legitimationskarte für inländische Kaufleute, Handlungsreisende und Handlungsagenten für Josef Arens (1931)
Abb.68: Josef Arens auf Kutschwagen mit Fass Münsterländer Korn
Abb.69: LKW zum Vertrieb der Produkte der Brennerei Werring
Abb.70: Luftbild Gesamtkomplex Jönsthövel (um 1970)
Abb.70a: Gaststätte Jönsthövel mit Haus Pöttken um 1950
Abb.71: Petroleumkanne aus der Gaststätte Jönsthövel
Abb.72: Grundriss der Gaststätte und des Wohnhauses Lainck-Vissing/Hankmann
Abb.73: Diele/Gastraum der Gaststätte Lainck-Vissing
Abb.74: Standuhr aus der Gaststätte Jönsthövel (heute Haus Schulte/Ahlen)
Abb.75: Schulstraße mit Kutschen vor dem Ausspannhof Jönsthövel
Abb.76: Befüllung einer Korbflasche mit Trichter (Hermine Schulte)
Abb.77: Hermine Schulte mit diversen Geräten aus Brennerei und Gaststätte Jönsthövel
Abb.78: Alte Schnapsgläser aus der Gaststätte Jönsthövel
Abb.79: Luftbild Brennerei Jönsthövel
Abb.80: Kutschwagen vor Jönsthövel
Abb.81: Theodor Jönsthövel
Abb.82: Theodor Jönsthövel mit Jagdgenossen, darunter die Kornbrenner Willi Hankmann, Heinz Everke, und Reinhold Zurmühlen.
Abb.83: Mercedes der Familie Jönsthövel, mit dem u.a. auch der Korn zu den Kunden gebracht wurde.
Abb.84: Belgier mit Hermine im Garten Jönsthövel
Abb.85: Erfassungsbescheid an Heinrich Roetering wegen Anforderung von Teppichen für Militärregierung
Abb.86: Zeitungsausschnitt zum Abriss des Hauses Jönsthövel
Abb.87: Vor der Gaststätte Jönsthövel
Abb.88: Großvater Höne mit Familie (links Bernd Höne)
Abb.89: Blick von St. Martin auf die Oststraße bzw. die Häuser Silling und Drees auf der linken Seite
Abb.90: Kundenschreiben an die Brennerei Rötering (1941)
Abb.91: Messestand der Brennerei Everke in Dortmund (um 1950)
Abb.92: Ausstellung – Platte mit Etiketten Sendenhorster Brennereien
Abb.93: Ettikett der Brennerei Vissing mit Falstaff-Figur
Abb.94: Etikett der Brennerei Werring mit Sämann
Abb.95: Bestellung von Plakaten durch die Brennerei H.Brüning/Rötering – Auftragsbestätigung (1901)
Abb.96: Zeitungsbericht über die Aufstellung der ersten Litfasssäule in Sendenhorst (um 1900)
Abb.97-101: Werbetexte diverser Sendenhorster Kornbrennereien
Abb.102: Familie Arens-Sommersell zum Thema “Öffentliches Engagement“
Abb.103: Familie Bonse zum Thema “Öffentliches Engagement“
Abb.104: Familie Jönsthövel zum Thema “Öffentliches Engagement“
Abb.105: Familie Schulze Rötering/Gaßner zum Thema “Öffentliches Engagement“
Abb.106: Familie Werring zum Thema “Öffentliches Engagement“
Abb.107: Rahmen zum Thema „Kornbrenner in der Freiwilligen Feuerwehr“
Abb.108: Sparkasse heute
Abb.109: Haus Rötering,Weststraße 13 – „Wiege der Sparkasse“
Abb.110: Kontor des ersten Rendanten der Sparkasse, Heinrich Brüning
Abb.111: Volksbank heute
Abb.112: Hotel Herweg vor dem Abriss im Zuge der Stadtsanierung
Abb.113: Luftbild Neubau Volksbank
Abb.114: Porträt Heinrich Brüning
Abb.115: Porträt Bernhard Rötering
Abb.116: Luftbild Rathaus mit Neubau Sparkasse
Abb.117: Porträt Brennereibesitzer Vrede – Mitglied im Curatorium der Sparkasse
Abb.118: Nachruf Gerhard Werring – Mitglied im Curatorium der Sparkasse
Abb.119: Sparkassenvorstand und –rat 1967 mit dem Brenner Carl Werring
Abb.120: Volksbankmotto „Bring us dien Geld, legg’t nich in Pott…“
Abb.121: Haus Düning (früher Mettler/heute Schwermann) – erste Geschäftsstelle der Spar- und Darlehenskasse
Abb. 122: Einladung zur ersten Generalversammlung im Hause des Brennereibesitzers Theodor Wieler (heute Haus Plüschke)
Abb.123: Josef Arens, gen. Sommersell – von 1897-1901 Mitglied des Vorstandes der Volksbank
Abb. 124: Theodor Telges-Homann – von 1905-1909 Mitglied des Aufsichtsrates der Volksbank
Abb.125: Karl Zurmühlen/Werring – von 1928-1942 im Aufsichtsrat, von 1942-1945 Vorstandsvorsitzender der Volksbank
Abb.126: Beirat der Spar- und Darlehenskasse (Datum? Namen?)
Abb.127: Haus Everke heute
Abb.128: Senta Fronholt mit ihrem Mann Josef Fronholt
Abb.129: Senta Fronholt mit Kindern im Garten
Abb.130: Die Ausspannstätte Gaststätte Peiler (Bild Bernd Höne)
Abb.131: Gasthof Suermann am Kirchplatz (heute Ärztehaus neben Apotheke)
Abb.132: Werbung Suermann
Abb.133: Hochzeitszug vor der Gaststätte Suermann
Abb.134: Grundriss des gesamten Anwesens Suermann
Abb.135: Totenzettel von Gertrud Suermann (1888-1959)
Abb.136: Hotel Klümper/später Hotel und Gaststätte Kaupmann
Abb.137: Gaststätte Kaupmann kurz vor dem Abriss
Abb.138: Sitzecke bei Kaupmann
Abb.139: Theke mit dem Wirtsehepaar Kaupmann
Abb.140: „Stammtisch“ bei Kaupmann
Abb.141: Werbung der Gaststätte Kaupmann
Abb.142: Wohnhaus und Brennerei Lainck-Vissing vor der Sanierung
Abb.143: Brennerei Vissing während des Abbruchs des Hauses Northoff (um 1958), an dessen Stelle die Sparkasse gebaut wurde
Abb.144: Porträt Heinrich Lainck-Vissing in Jagdkleidung
Abb.145: Diele und Gastraum im Haus Lainck-Vissing
Abb.146: Alter Hof Horstmann mit kleinem Fachwerk-Brennereigebäude
Abb.147: Porträt Heinrich Lainck-Vissing
Abb.148: Ehepaar Lainck-Vissing im Hof des Grundstücks. Auf der Wand über der Sitzecke ist zu lesen: “Was Du ererbt von den Vätern, erarbeite es, um es zu besitzen.“
Abb.149: Brennerei Rötering an der Weststraße
Abb.150: Anita und Heinrich Rötering
Abb.151: Haus Jönsthövel um 1950
Abb.152: Theodor und Antonie Jönsthövel
Abb.153: Jönsthövelsche Kutsche mit Pferd
Abb.154: Remise der Familie Jönsthövel
Abb.155: Porträt Eckart Everke
Abb.156: Zeitungsbericht: Josef Horstmann zum 80. Geburtstag
Abb.157: Stadt- und Amtsvertretung Sendenhorst, darunter mehrere Brenner
Abb.158: Josef Horstmann beim Sprung ins Wasser des neuen Hallenbades
Abb.159: Auszug aus dem Rahmen „Kornbrenner und Feuerwehr“
Abb.160: Heinz Everke als Wehrführer
Abb.161: Auszug aus dem Rahmen der Familie Bonse betr. die Posthalterei
Abb.162: Schützenverein -Thron 1937
Abb.163: Carl Werring als Schützenkönig 1984
Abb.164: Magdalene Arens-Sommersell bei einer Ausstellung der Landfrauen in der Volksbank
Abb.165: Porträt Anita Rötering
Abb.166: Aufmarsch der Fußball-Mannschaften mit Kapelle 1950
Abb.167: Die Fußballmannschaft der „Brenner“
Abb.168: Die Fußballmannschaft der „Verbraucher“
Grafik 1: Lieferorte Brennerei Theodor Schwarte (1822-1856)
Grafik 2: Branntwein-Vertrieb Brennerei Werring (1848-1867)
Grafik 3: Branntwein-Vertrieb Brennerei Werring (1900-1918)
Grafik 4: Branntwein-Vertrieb Brennerei Horstmann (1930-1940)
Magdalene und Josef Arens-Sommersell
sind bis heute Besitzer einer Brennerei, die 1970 von der Weststraße 234 auf den Hof Geilern in der Bauerschaft Hardt ausgelagert wurde. Wohnhaus, Wirtschaftsgebäude und Brennerei wurden im Zuge der Stadtsanierung abgerissen. Das Grundstück wurde mit einem modernen Wohn- Geschäftshaus bebaut (heute Schlecker).
Senta Fronholt
wurde 1929 in Fellhammer im Kreis Waldenburg in Niederschlesien geboren. 1946 kam sie im Zuge der Zwangsumsiedlung in den Westen nach Sendenhorst. In den Jahren vor ihrer Heirat mit dem Schreiner Josef Fronholt im Jahre 1953, war sie in mehreren Sendenhorster Haushalten beschäftigt, darunter auch als Köchin und Haushilfe bei der Brennereifamilie Everke am Kirchplatz.
Bernd Höne
wurde 1940 als Sohn des Maurerpoliers Theodor Höne in seinem Elternhaus am Osttor Nr. 88 geboren. Nach einer Ausbildung als Frisör absolvierte er ein Studium an der pädagogischen Hochschule in Münster und arbeitete dann 20 Jahre als Lehrer an Schulen in Ahlen. Schon als Kind faszinierten ihn die Pferdegespanne und Kutschen, die im damaligen Sendenhorst noch allgegenwärtig waren. Der frühe Wunsch, selbst eine Kutsche zu besitzen, führte zu einer umfassenden Kutschensammlung und der Eröffnung des weit über Sendenhorst bekannten Kutschenmuseums im Garten seines Hauses am Teigelkamp. Seine beiden Beiträge „Opas Flachmann und die Brennerei und Gaststätte Silling“ und „Sendenhorster Brenner aus dem Blickwinkel eines Kindes“ beziehen sich auf den Zeitrahmen 1946 bis 1953.
Bernhard Münstermann
wurde am 22.10.1931 in Sendenhorst als Sohn des Schmiedemeisters Münstermann geboren. Er wuchs an der Weststraße auf, wo sein Vater gegenüber der Brennerei Graute eine Schmiede besaß (heute Buschkötter), die später unter dem Sohn in das Industriegebiet ausgelagert und als landwirtschaftlicher Reparaturbetrieb weitergeführt wurde. Die hier aufgezeichneten Erinnerungen, die sich weitgehend auf den Zeitraum 1940 bis 1970 beziehen, stammen aus einem Gespräch mit Bernhard Münstermann, das im November 2006 im Beisein der Familie Arens-Sommersell geführt wurde.
Dieter Obermeyer
, 1923 in Münster geboren, wuchs in Sendenhorst als Sohn des Lehrers Paul Obermeyer auf. 1942 wurde der damals 19jährige zur Wehrmacht einberufen. Erst im Jahre 1948 kehrte er aus französischer Gefangenschaft zurück. Seine Beiträge beziehen sich mehrheitlich auf die Zeit 1930 bis 1942, teilweise aber auch auf die Jahre 1948/1949.
Hermine Schulte
wurde 1936 als Tochter des Alois Zurmühlen und seiner Ehefrau Johanna, geb. Löbke geboren. Der Vater stammte vom Hof Werring und heiratete nach Hembergen bei Emsdetten.Als Nichte des Ehepaars Theodor Jönsthövel und Antonia, geb. Zurmühlen, kam sie 1942 das erste Mal zu Besuch nach Sendenhorst. Nach mehreren Ferienaufenthalten wurde beschlossen, dass sie die gesamte Schulzeit im Hause Jönsthövel bei Onkel und Tante verbringen sollte. Ihre Erinnerungen beziehen sich auf ihre Jugendzeit 1942 bis ca.1962.
Marianne Werring
wurde 1932 als Tochter des Caspar Roeren-Schotte und seiner Frau Maria, geb. Kleine-Westhoff, auf dem Hof Roeren-Schotte geboren. 1957 heiratete sie Carl Werring, der 1965 den Hof und die Brennerei Werring übernahm. Ihre Erinnerungen zum „Ausspannhof“ Gaststätte Suermann beziehen sich auf die Jahre 1938 bis ca.1962.
In dem vorliegenden Begleitband zur Ausstellung wurde bewusst auf Fußnoten mit Quellen- und Literaturangaben verzichtet. Im Folgenden sollen aber wenigstens die besuchten Archive und die wichtigste verwendete Literatur aufgelistet werden.
Abresch, Werner/Kaiser, Friedhelm: Zukunft gewinnen. F.W. Raiffeisen. Ein großes Leben in Bildern und Dokumenten. Hannover 1968.
Delbrück, Max: Illustriertes Brennerei-Lexikon. Berlin 1915.
Horn, Erna: Branntewein aus Frauenhand. Historie vom Branntewein. München 1977.
Macher, Lorand: Leitfaden in der Kornbrennerei-Praxis. Strothmann.Technologie des Gärungsgewerbes. Bd. I. Minden 1950.
Peters, Franz-Joseph: Entwicklung und Bedeutung des Brennereigewerbes in Westfalen. Emsdetten 1930.
Petzmeyer, Heinrich: Sendenhorst. Geschichte einer Kleinstadt im Münsterland. Sendenhorst 1993.