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Kunst und Künstler in und aus Sendenhorst

Von Kirchenkunst, Bildhauerei, Glasmalerei bis Kunst im öffentlichen Raum

POI Zeittafel Personen Quellen

Sendenhorsts Kunstgeschichte ist erstaunlich vielfältig. Sie reicht vom sakralen Kunsthandwerk früherer Jahrhunderte über örtliche Bildhauerwerkstätten, Malerei, Textil- und Glaskunst bis zur modernen Plastik. Besonders prägend ist die Verbindung von Kunst, Handwerk, Religion und Stadtgeschichte: Viele Werke stehen nicht im Museum, sondern mitten in der Stadt und den Sendenhorster Bauerschaften.

 

★ = Dossier vorhanden

Zeittafel – Kunst und Künstler in Sendenhorst

Zeit Werk / Entwicklung
um 1600 Renaissance-Taufstein aus Baumberger Kreidekalk; wahrscheinlich aus einer münsterischen Werkstatt.
1675 Bernhard Neuhaus / Niehues schafft den barocken Hochaltar der damaligen Pfarrkirche; Aloys Hofschildern fertigt das Kruzifix.
1733 Doppelbildstock beim früheren Hof Geilern – eines der ältesten erhaltenen religiösen Bildwerke Sendenhorsts.
1780 Agapitus Mertens und Alphäus Rinklage schaffen die Altäre der Franziskanerkirche in Warendorf.
1788 Errichtung des Bildstocks Horstmann-Nientiedt.
um 1790 Mertens und Rinklage arbeiten am Hochaltar der heutigen St.-Agnes-Kirche in Hamm.
1813 Josef Spithöver wird in Sendenhorst geboren; später wird er in Rom Kunsthändler und Mäzen.
1848 Anna-Bildstock am Hof Feldmann aus der Werkstatt eines Münsteraner Künstlers.
um 1890 In Sendenhorst bestehen mehrere Bildhauer- und Steinbildhauerwerkstätten.
1904 Die Mariensäule aus der Werkstatt Heinrich Seeliges wird auf dem Kirchplatz geweiht.
1911 Seelige gestaltet Portalgesims, Türsturz und Stadtwappen am Rathaus.
1920er Joos Jaspert wirkt als Maler und Textilkünstler und gehört der Künstlergemeinschaft „Schanze“ an.
1927 Heinrich Seelige führt das Gefallenen-Ehrenmal nach einem Münsteraner Entwurf aus.
1930–35 Anton Nachtigäller gestaltet zahlreiche Glasfenster für St. Martin.
1956 Bernhard Kleinhans erhält den Kunstpreis „Jung-Westfalen“.
1959 Kleinhans schnitzt als frühes Werk den Korpus am Kreuz des Hofes Strohbücker.
1964 Neue Chorfenster von Sr. Erentrud Trost OSB in St. Martin; Bronzegruppe von Ulrich Conrad am St.-Josef-Stift.
1965 Aufstellung der Kleinhans-Plastik „St. Martin“ zur 650-Jahrfeier.
1967 Modernes Mosaik am Bildstock auf Hof Tüte in Sandfort.
1969 Marienbronze von Bernhard Kleinhans an Südendamm / Am Gänsegarten.
1988 Aufstellung der „Westfälischen Quadriga“ von Bernhard Kleinhans.
1989 Kunstausstellung im Park des St.-Josef-Stifts; mehrere Kleinhans-Werke verbleiben dauerhaft.
1991 Bernhard Kleinhans wird Ehrenbürger der Stadt Sendenhorst.
1998 Wettbewerb zur künstlerischen Gestaltung des Promenadenrings.
2015 Jürgen Krass realisiert „Ausgegraben“; Basilius Kleinhans schafft die Bronzetafel für Josef Spithövers Geburtshaus.
2019 „5 Rundgänge“ bündelt Kunst und Geschichte im öffentlichen Raum.
2025 Christine Mölleck, Basilius Kleinhans und Jürgen Krass öffnen ihre Sendenhorster Ateliers.
12.08.2026 Die Bronzeplastik „David mit Harfe“ von Bernhard Kleinhans wird vom Gelände des Rehazentrums an der Weststraße gestohlen.

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Die Anfänge – Kunst für Kirche und Gemeinde

Die ältesten greifbaren Kunstwerke Sendenhorsts gehören fast vollständig in den kirchlichen Bereich. Geistliche, Bruderschaften, Stifter und Kirchengemeinden waren über Jahrhunderte die wichtigsten Auftraggeber für Bildhauer, Steinmetze, Schnitzer und Maler.

Zu den ältesten erhaltenen Stücken gehört der Renaissance-Taufstein aus Baumberger Kreidekalk. Petzmeyer vermutet seine Herkunft aus einer münsterischen Werkstatt. Als Stifter wird Hieronymus Hogehene genannt.

Um 1675 erhielt die damalige Pfarrkirche einen neuen barocken Hochaltar. Der Münsteraner Bildhauer Bernhard Neuhaus, auch Niehues, schuf den Altar; das Kruzifix fertigte der Münsteraner Kleinschnitzer Aloys Hofschildern.

Der Altar ist heute verloren. Wahrscheinlich verschwand er beim Abbruch der alten Kirche im 19. Jahrhundert. Auch andere ältere Kunstwerke Sendenhorsts sind nur noch durch Beschreibungen, Fotografien oder archivalische Hinweise bekannt.

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Agapitus Mertens – Sendenhorster Künstler des späten Barock

Einer der frühesten namentlich bekannten Künstler aus Sendenhorst ist der Franziskanerbruder Agapitus Mertens. Heinrich Petzmeyer eröffnet mit ihm ausdrücklich seine Reihe „Sendenhorster Künstler“.

Mertens stammte aus einer am Kirchplatz ansässigen Familie und trat 1772 in den Franziskanerorden ein. Gemeinsam mit dem aus Stromberg stammenden Franziskaner Alphäus Rinklage arbeitete er als Altarbauer und Kunsthandwerker.

1780 schufen beide die drei Altäre der Franziskanerkirche in Warendorf. Weitere Arbeiten werden mit Wiedenbrück, Kamen und Dorsten verbunden. Um 1790 waren Mertens und Rinklage am Hochaltar der heutigen St.-Agnes-Kirche in Hamm tätig.

Sein Werk zeigt, dass ein aus Sendenhorst stammender Künstler bereits im 18. Jahrhundert in einem größeren westfälischen Netzwerk sakraler Kunst arbeitete.

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Josef Spithöver – Kunsthändler und Mäzen in Rom

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Heinrich Seelige – Bildhauerwerkstatt und Gastwirtschaft

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Franz Happe und Joos Jaspert – Literatur und westfälische Moderne

Franz Happe

Petzmeyers Reihe „Sendenhorster Künstler“ fasst den Kunstbegriff weit. Ihr zweiter Teil gilt dem Dichter Franz Happe (1863–1897). Der gebürtige Sendenhorster veröffentlichte 1889 den Gedichtband Stimmungen und Gestalten.

Happe stand mit Friedrich Wilhelm Weber in Kontakt und war mit dem später bedeutenden Jugendstilkünstler Melchior Lechter befreundet. Er sammelte außerdem Handschriften, Antiquitäten und Kunstwerke.

Joos Jaspert

Mit Joos Jaspert (1891–1939) reicht die Sendenhorster Kunstgeschichte unmittelbar in die westfälische Moderne. Jaspert wurde an der Oststraße geboren und erhielt nach einer handwerklichen Ausbildung seine künstlerische Schulung in Münster und München.

Er arbeitete in Malerei, Batik, Leder- und Textilgestaltung und wurde Lehrer an der Städtischen Schule für Handwerk und Kunstgewerbe in Münster. Jaspert gehörte zur Freien Künstlergemeinschaft „Schanze“.

1935 gründete er die „Werkstatt für Westfalenstoffe“. Reisen nach Spanien und Skandinavien beeinflussten seine Malerei. Bekannt ist unter anderem das 1927 entstandene Gemälde Korndrescher in Spanien.

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Anton Nachtigäller – Kirchenmaler, Graphiker und Glasgestalter

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Bernhard Kleinhans – Sendenhorst als Ausstellungsraum

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Bildstöcke und Wegekreuze – Kunst in Stadt und Landschaft

Eine eigene Kunstlandschaft bilden die zahlreichen Bildstöcke, Wegekreuze, Heiligenhäuschen und religiösen Plastiken. Sie sind nicht nur Zeugnisse der Frömmigkeit, sondern häufig auch qualitätvolle Bildhauer- und Steinmetzarbeiten.

Der Heimatverein dokumentiert heute über 40 religiös geprägte Anlagen im Bereich Sendenhorst. Die große Bestandsaufnahme von 1988 bezeichnet diese Flurdenkmäler ausdrücklich als kultur-, kunst- und kunsthandwerklich bedeutende Werke.

Wichtiger Quellenbezug: Für die Sendenhorster Erfassung stellte Hans-Günther Fascies dem Verfasser eine mit neueren Fotografien ergänzte Auflistung der Bildstöcke und Wegekreuze zur Verfügung.

1733 – der Bildstock Geilern

Der wohl älteste noch vorhandene Bildstock Sendenhorsts stammt aus dem Jahr 1733. Die Vorderseite zeigt eine Kreuzigungsgruppe mit Maria und Johannes, auf der Rückseite erscheint der hl. Donatus.

1788 – Horstmann-Nientiedt

Der Bildstock Horstmann-Nientiedt von 1788 enthielt bis 1980 eine wertvolle gekrönte Madonna mit Jesuskind. Nach deren Diebstahl ließ die Familie beim Bildhauer Max Hundt in Ahaus ein neues Holzrelief anfertigen.

1848 – Kunst aus Münster

Der Anna-Bildstock am Hof Feldmann entstand kurz nach 1848 in der Werkstatt eines Münsteraner Künstlers. Er zeigt die enge Verbindung Sendenhorsts mit den Kunst- und Steinmetzwerkstätten der nahen Bischofsstadt.

Historismus und Neugotik

Im 19. und frühen 20. Jahrhundert entstanden zahlreiche neugotische Bildstöcke und Wegekreuze. Zu den Beispielen gehören der Bildstock Kleikamp von 1875, Quantes Kreuz in Rinkhöven und der Marienbildstock Telges-Kerkmann von 1906.

Moderne Kunst am Hof Tüte

Ein deutlicher Gegenpol zur historischen Steinmetzkunst ist das farbige Mosaik im Bildstock auf Hof Tüte in Sandfort. Es entstand 1967 nach einem Entwurf aus dem Umfeld der Benediktinerinnenabtei Varensell.

Der Bildband von 1988 nennt die Künstlerin „Edeltrud Trost OSB“; in der heutigen kunsthistorischen Dokumentation wird sie als Sr. Erentrud Trost OSB geführt. Sie schuf auch die Chorfenster in St. Martin.

Bildstöcke und Wegekreuze – POI

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Die Künstler hinter den Bildstöcken und Wegekreuzen

Die Bildstöcke sind nicht nur religiöse Kleindenkmäler, sondern ein wichtiger Teil der Sendenhorster Kunstgeschichte. Wo die Urheber greifbar sind, sollen sie deshalb ausdrücklich genannt werden. Die Quellenlage reicht von sicher belegten Künstlern über Werkstattangaben bis zu vorsichtigen Zuschreibungen.

Künstler / Werkstatt Werk in Sendenhorst Datierung / Aussage
Hundt, Max
1917–2010
Holzrelief „Muttergottes mit Kind im Strahlenkranz“ im Bildstock Horstmann-Nientiedt Nach dem Diebstahl der älteren Marienfigur 1980 bei dem Ahauser Bildhauer angefertigt. Hundt war Holzbildhauer, Bildhauer und Steinmetz.
Kleinhans, Bernhard
1926–2004
Korpus am Kreuz Hof Strohbücker; Schutzmantel-Madonna St. Marien; außerdem Hl. Familie, Hl. Liudger und Hl. Josef im Stiftspark Korpus 1959 als frühes Werk; Schutzmantel-Madonna 1978; drei Bildstöcke im Stiftspark 1989.
Panning, Wilhelm – Werkstatt Kreuz Hof Strohbücker Die Kunststeinbalken des 1959 errichteten Kreuzes stammen aus der Werkstatt Panning; der geschnitzte Korpus ist von Bernhard Kleinhans.
Seelige, Heinrich / Werkstatt Seelige
1872–1937
Steinkreuz Schulze Nordhoff / Trindeitmar; Quantes Kreuz in Rinkhöven Das Bildstockbuch nennt Seelige beim 1895 errichteten Nordhoff-Kreuz ausdrücklich als Hersteller. Quantes Kreuz von 1888 wird einer „Werkstatt des Steinmetzmeisters Seelige“ zugeschrieben. Diese frühe Datierung ist biografisch problematisch und bleibt deshalb als Werkstattangabe gekennzeichnet.
Strickmann, Bernhard ★
* 1862
Marienbildstock Telges-Kerkmann, Bracht 1906 errichtet; im Bildstockbuch ausdrücklich nur vermutlich Strickmann zugeschrieben. Petzmeyer belegt Strickmann allgemein als Schöpfer von Bildstöcken und Grabsteinen.
Trost, Erentrud Sr. OSB
1923–2004
Mosaik im Bildstock Hof Tüte, Sandfort 1967 geschaffen. Der Bildband von 1988 druckt den Vornamen als „Edeltrud“; die Künstlerin ist kunsthistorisch als Sr. Erentrud Trost OSB (Wilhelmine Trost) eindeutig belegt.
Unbekannter Künstler aus Münster Anna-Bildstock Hof Feldmann, Elmenhorst 1848; die historische Dokumentation nennt eine Münsteraner Künstlerwerkstatt, aber keinen Namen. Keine spekulative Zuschreibung.

Restaurierung ist ebenfalls Teil der Kunstgeschichte: Die 1906 entstandene Marienfigur des Bildstocks Telges-Kerkmann wurde nach einer schweren Beschädigung in der Werkstatt von Ewald Hinkerohe restauriert. Hinkerohe wird deshalb als Restaurator genannt, aber nicht ohne weiteren Beleg als ursprünglicher Künstler des Bildstocks geführt.

Glasmalerei – Kunst im Licht

Die Glasmalerei bildet einen eigenen Schwerpunkt der Sendenhorster Kunstgeschichte. Besonders St. Martin vereinigt Arbeiten mehrerer Künstlergenerationen.

Anton Nachtigäller

Das Kreuzornament über dem Südportal entstand 1930. Weitere Fenster mit St. Martin, St. Josef, der Dreifaltigkeit, den Evangelisten und der hl. Elisabeth folgten in den 1930er Jahren.

Sr. Erentrud Trost OSB

1964 schuf Sr. Erentrud Trost OSB mehrere Chorfenster für St. Martin. Die Themen reichen von Auferstehung und Geistsendung über Eucharistie bis zur Geburt Christi.

Weitere Künstler

Spätere Fenster stammen unter anderem von Josef Dieckmann und Albert Bocklage. Im St.-Josef-Stift entstanden Glasarbeiten von Ludwig Baur und Jörgen Habedank; die Friedenskirche besitzt Arbeiten von Werner Günther.

Glasmalereien in Sendenhorst

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Die Stadt als Galerie – Kunst im öffentlichen Raum

Im späten 20. Jahrhundert wurde der öffentliche Raum selbst immer stärker zum Ausstellungsort. Kunst sollte nicht nur im Gebäude, sondern beim Gang durch die Stadt erlebt werden.

Der Promenadenring

1998 schrieb die Stadt einen Wettbewerb zur künstlerischen Gestaltung des historischen Promenadenrings aus. Inhaltlich orientierten sich die Arbeiten an Begriffen wie Menschenwürde, Solidarität, Gewaltlosigkeit, Gerechtigkeit, Bewahrung der Schöpfung, Toleranz, Frieden und Freiheit.

Zu den bekanntesten Werken gehören die „8 Spiegel der Erkenntnis“ von Marnie Moldenhauer. Passanten, Stadtbild und Begriffe spiegeln sich buchstäblich ineinander.

Ulrich Rothmund erhielt den ersten Preis für seine große bewegliche Sandsteinkugel. Beim Rollen erscheint auf einer Sandfläche eine Schrift, die anschließend langsam wieder verschwindet.

Zum Ensemble gehört außerdem die Arbeit „Selig sind, die Frieden stiften …“ des Bildhauers Rudolf Dehmel.

„Ausgegraben“

Zum Stadtjubiläum 2015 realisierte der Sendenhorster Künstler und Kunsterzieher Jürgen Krass die siebenteilige Installation „Ausgegraben“. Die historische Begleitung entstand gemeinsam mit dem Journalisten Josef Thesing.

Sieben Stationen greifen sieben Jahrhunderte Stadtgeschichte auf. Kunst, Geschichtserzählung und öffentlicher Raum verschmelzen miteinander.

Fünf Rundgänge

2019 wurden mehrere Angebote unter dem Titel „5 Rundgänge – Kunst und Geschichte im öffentlichen Raum in Sendenhorst“ zusammengeführt: Kleinhans-Pfad, Promenadenkunst, „Ausgegraben“, Brennereipfad und „Historische Augenblicke“.

Kunst im Promenadenring   |   5 Rundgänge

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Kunst heute – aktive Ateliers in Sendenhorst

Die Sendenhorster Kunstgeschichte endet nicht mit Bernhard Kleinhans. Auch heute arbeiten Künstlerinnen und Künstler in der Stadt.

Basilius Kleinhans

Basilius Kleinhans, geboren 1968, erhielt seine erste Ausbildung bei seinem Vater Bernhard Kleinhans. Er ist ausgebildeter Metallgießer und studierte unter anderem an der Hochschule für angewandte Kunst in Wien.

Er arbeitet in Sendenhorst und Günzburg. Häufige Motive seiner Plastiken sind Häuser, Boote und Leitern. Bronze wird teilweise mit Gold oder Palladium kombiniert.

Christine Mölleck

Die Malerin Christine Mölleck arbeitet in ihrem Atelier im Späneturm. Natur und Landschaft bilden häufig den Ausgangspunkt ihrer Malerei, werden jedoch zu abstrahierten Farb- und Flächenkompositionen weiterentwickelt.

Jürgen Krass

Jürgen Krass verbindet Grafik, freie Kunst, Objektgestaltung, Kunsterziehung und Kulturvermittlung. Er war jahrzehntelang als Kunsterzieher in Sendenhorst tätig und betreibt das Hofatelier K.

Mit der Installation „Ausgegraben“ verband er Kunst unmittelbar mit der Geschichte Sendenhorsts.

Die Tradition setzt sich fort: Kunst wird in Sendenhorst nicht nur bewahrt und gezeigt – sie wird weiterhin vor Ort geschaffen.

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Kunstorte in Sendenhorst

St. Martin

Die Pfarrkirche besitzt die wohl größte Konzentration verschiedener Künstlergenerationen: Renaissance-Taufstein, historische Skulptur, Glasfenster Anton Nachtigällers, Arbeiten Sr. Erentrud Trosts und die moderne liturgische Ausstattung Bernhard Kleinhans’.

Kirchplatz und Innenstadt

Mariensäule, St.-Martin-Plastik, Westfälische Quadriga, weitere Kleinhans-Werke und die Kunst am Promenadenring machen den Stadtkern selbst zu einem Ausstellungsraum.

St.-Josef-Stift und Rehazentrum

Vor dem Stift steht seit 1964 eine Bronzegruppe des Bildhauers Ulrich Conrad, die drei Menschen zeigt, die einen Kranken tragen. Im Park kamen später zahlreiche Arbeiten Bernhard Kleinhans’ hinzu.

Dazu gehören beziehungsweise gehörten unter anderem „Frau mit Hut“, der betende Priester und bis August 2026 „David mit Harfe“.

Haus Siekmann

Das denkmalgeschützte Haus Siekmann ist heute ein wichtiges Kulturzentrum. Ausstellungen, Konzerte, Lesungen, Theater und Vorträge verbinden bildende Kunst mit anderen kulturellen Ausdrucksformen.

Die Bauerschaften

Bildstöcke und Wegekreuze erweitern die Kunstlandschaft weit über den Stadtkern hinaus. An Hofzufahrten, Kirchwegen und Landstraßen stehen Werke aus mehreren Jahrhunderten – vom anonymen Steinmetz bis zu Seelige, Nachtigäller, Trost und Kleinhans.

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Personenverzeichnis

Aufgenommen sind Künstler aus Sendenhorst sowie Kunstschaffende, deren Arbeiten das Sendenhorster Stadtbild dauerhaft geprägt haben.

Name Bereich Bezug zu Sendenhorst
Baur, Ludwig Glasmalerei Glasgestaltung im St.-Josef-Stift.
Bocklage, Albert Glasmalerei Fenster in St. Martin 1988 und 1990.
Conrad, Ulrich Bildhauerei Bronzegruppe am St.-Josef-Stift von 1964.
Dehmel, Rudolf Bildhauerei Kunstwerk am Promenadenring.
Dieckmann, Josef Glasmalerei Glasfenster in St. Martin.
Dämmer, Laurenz Steinbildhauerei Sendenhorster Werkstatt um 1890.
Günther, Werner Glasmalerei Fenster der Friedenskirche.
Habedank, Jörgen Glaskunst Arbeiten im St.-Josef-Stift.
Happe, Franz
1863–1897
Dichtung Gebürtiger Sendenhorster Dichter, Sammler und Kunstfreund.
Hofschildern, Aloys Schnitzkunst Kruzifix für den barocken Hochaltar.
Hundt, Max
1917–2010
Bildhauerei, Holzbildhauerei, Steinmetz Schuf nach 1980 das Marien-Holzrelief für den Bildstock Horstmann-Nientiedt.
Jaspert, Joos
1891–1939
Malerei, Textilkunst Gebürtiger Sendenhorster; Künstlergemeinschaft „Schanze“.
Kleinhans, Basilius
* 1968
Plastik, Metallguss Freischaffender Künstler mit Sendenhorster Atelierbezug.
Kleinhans, Bernhard
1926–2004
Bildhauerei, Bronzeguss Ehrenbürger; prägendster Sendenhorster Bildhauer des 20. Jahrhunderts.
Krass, Jürgen Grafik, Objekt, Installation Sendenhorster Künstler, Kunsterzieher und Schöpfer von „Ausgegraben“.
Mertens, Agapitus
† 1825
Altarbau Gebürtiger Sendenhorster Franziskaner und Künstler des späten Barock.
Moldenhauer, Marnie Installation „8 Spiegel der Erkenntnis“.
Mölleck, Christine Malerei, Installation Freischaffende Künstlerin im Späneturm.
Nachtigäller, Anton
1895–1984
Malerei, Grafik, Glas Gebürtiger Sendenhorster; Glasfenster und sakrale Kunst.
Nachtigäller, Heinrich Glas- und Kirchenmalerei Mitarbeit an Glasfenstern und Restaurierung älterer Bildwerke.
Neuhaus / Niehues, Bernhard Bildhauerei Barocker Hochaltar der früheren Pfarrkirche um 1675.
Panning, Wilhelm Steinmetz / Kunsthandwerk Werkstatt fertigte die Kunststeinbalken des Kreuzes Hof Strohbücker (1959); Korpus von Bernhard Kleinhans.
Rinklage, Alphäus Altarbau Künstlerischer Partner von Agapitus Mertens.
Rothmund, Ulrich Bildhauerei, Installation Sandsteinkugel am Promenadenring.
Seelige, Heinrich
1872–1937
Bildhauerei Mariensäule, Rathaus, Kirchenfiguren, Grabmale und Ehrenmale.
Spithöver, Josef
1813–1892
Kunsthandel, Mäzenat Gebürtiger Sendenhorster Kunsthändler und Mäzen in Rom.
Strickmann, Bernhard
* 1862
Bildhauerei Sendenhorster Werkstatt; Kirchen-, Stifts- und Grabkunst.
Trost, Erentrud Sr. OSB
1923–2004
Glasmalerei, Mosaik Chorfenster St. Martin und Mosaik Hof Tüte.

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Kunst als Gedächtnis der Stadt

Sendenhorst war nie eine Künstlerstadt im klassischen Sinne. Es gab keine Akademie und keine große Künstlerkolonie. Dennoch entstand über Jahrhunderte eine erstaunlich dichte Kunsttradition.

Sie entwickelte sich aus Kirche, Handwerk und örtlichen Werkstätten. Agapitus Mertens führt in den westfälischen Barock, Josef Spithöver in die Kunstwelt Roms, Heinrich Seelige in die Bildhauerei des Historismus, Joos Jaspert in die westfälische Moderne und Anton Nachtigäller in die moderne Kirchenkunst.

Mit Bernhard Kleinhans wurde schließlich die Stadt selbst zum Ausstellungsraum. Bildstöcke, Glasmalerei, Promenadenkunst, „Ausgegraben“ und die heutigen Ateliers setzen diese Entwicklung bis in die Gegenwart fort.

Kunst steht in Sendenhorst selten neben der Stadtgeschichte – sehr häufig erzählt sie diese Geschichte selbst.

Kunst in den POI-Beständen des Heimatvereins

Für diese Kunstseite werden die POI-Bestände ausdrücklich als Kunstquellen mit ausgewertet. Dazu gehören der Kleinhans-Pfad mit 21 dokumentierten Objekten, die Bildstöcke und Wegekreuze, die Glasmalereien, die Kunst des Promenadenrings, die Baudenkmäler sowie die historischen POI zu Josef Spithöver und zum St.-Josef-Stift. Damit werden Werke nicht nur nach Künstlern, sondern auch nach ihrem heutigen Ort im Stadtbild erschlossen.

Kleinhans-Pfad Bildstöcke POI-Übersicht

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Quellen und weiterführende Informationen

Heinrich Petzmeyer: Sendenhorst – Geschichte einer Kleinstadt im Münsterland. Insbesondere die Abschnitte zur älteren Kirchenausstattung, die Reihe „Sendenhorster Künstler“, Heinrich Seelige, Joos Jaspert, Anton Nachtigäller und Bernhard Kleinhans. Stadt-Heimatarchiv / Shorst_compl.

Hans-Günther Fascies / Heimatverein Sendenhorst: historische Aufzeichnungen, Bildbestände und Dokumentationen des Stadt-Heimatarchivs. Für die Bildstockdokumentation stellte Fascies eine mit neueren Fotografien ergänzte Auflistung der Sendenhorster Flurdenkmäler zur Verfügung.

Dr. Egon Ahlmer / Dietmar Halemba: Bildstöcke und Wegekreuze in der Stadt Sendenhorst, Sparkasse Ahlen, 1988. Für diese Seite wurden ausschließlich die Sendenhorster Objekte ausgewertet.

Elvira Ofenbach: Josef Spithöver – Ein westfälischer Buchhändler, Kunsthändler und Mäzen im Rom des 19. Jahrhunderts. Schnell & Steiner, 1997.

Heimatverein Sendenhorst: POI – Kunst, Geschichte und Rundgänge

Heimatverein Sendenhorst: Bernhard-Kleinhans-Pfad

Heimatverein Sendenhorst: Bildstöcke und Wegekreuze

Heimatverein Sendenhorst: Glasmalereien in Sendenhorst

Heimatverein Sendenhorst: Kunst im Promenadenring / Spiegel der Erkenntnis

Heimatverein Sendenhorst: 5 Rundgänge – Kunst und Geschichte im öffentlichen Raum

Heimatverein Sendenhorst: Baudenkmäler

Stadt Sendenhorst: Kulturpfade

Stadt Sendenhorst: Haus Siekmann

Stadt Sendenhorst, 2025: Offene Kunstateliers – Christine Mölleck, Basilius Kleinhans und Jürgen Krass

Polizei Warendorf, 13.08.2026: Diebstahl der Bronzeplastik „David mit Harfe“

Freie Künstlergemeinschaft Schanze / Stadtmuseum Münster: Informationen zu Joos Jaspert und zur Künstlergemeinschaft „Schanze“.

Forschungsstelle Glasmalerei des 20. Jahrhunderts e. V.: Dokumentation der Sendenhorster Kirchenfenster und ihrer Künstler.

Weitere Grundlagen: Petz-Akten, HGF/Fascies, Stadt-Heimatarchiv Sendenhorst, Bilddatenbank des Heimatvereins, Häuser- und Hofquellen sowie weitere Bestände aus Shorst_compl.

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Kontakt

Heimatverein Sendenhorst e.V.
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48324 Sendenhorst

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🌾 Erntekranz & Erntehahn
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