Antrag auf Mitgliedschaft im Heimatverein Sendenhorst e.V. für nur 1,- EUR / Monat
Sendenhorst im Oktober
Ernte, Märkte, Kirmes und alte Herbsttraditionen
🌾 Harkemai
+
Mit dem letzten vollbeladenen Erntewagen endete ein wichtiger Abschnitt des bäuerlichen Jahres. In der Sendenhorster Überlieferung ist dafür die Bezeichnung Harkemai
erhalten.
Das letzte Fuder wurde unter Jubel und Gesang eingebracht. Anschließend wurde gefeiert.
Ein Erntekranz erinnerte an die glücklich eingebrachte Ernte.
⛪ Erntedank
+
Der Dank für die eingebrachte Ernte gehörte auch in Sendenhorst zum Jahreslauf. Erntedankfeiern sind mehrfach belegt.
Auch der Kleingärtnerverein Sendenhorst veranstaltete ein eigenes Erntedankfest.
🚜 Trecker-Geschicklichkeits-
fahrten
+
Die Sendenhorster Landjugend verband das Erntedankfest mit einem Geschicklichkeitswettbewerb im Treckerfahren.
Austragungsort war die damalige Kirmeswiese am Bahnhof.
Damit bekam das alte Erntebrauchtum eine moderne landwirtschaftliche Form.
🐄 Herbstmarkt 1818
+
Bereits 1818 bemühte sich Bürgermeister Langen, den im Oktober stattfindenden Sendenhorster Herbstmarkt attraktiver zu machen.
Die Einwohner sollten ihre Pferde, Kühe und Schweine zum Verkauf auf den Markt bringen.
Der Markttag sollte ausdrücklich ein Volksfest sein. Kaufmann Everke sollte einen öffentlichen Ball
veranstalten.
Für die Bevölkerung sollte der Markttag „gleichsam als ein Tag der Erholung von der Ernte“ dienen.
🎡 Herbstkirmes & Pfarrkirmes
+
Die traditionelle Herbstkirmes gehörte zum Sendenhorster Jahreslauf. Daneben sind Pfarrfamilienfeste und Pfarrkirmes überliefert.
Nach der Ernte wurde nicht nur gedankt, sondern auch gefeiert.
🚶 Schnadegang
+
Der Schnadegang erinnert an die alten Grenzbegehungen. Für Sendenhorst sind Schnadjagden bereits aus dem 18. Jahrhundert überliefert.
Zum späteren Brauchtum gehört das bekannte Poahläsen.
Der Herbst eignete sich für Grenzgänge besonders gut, weil Grenzsteine und Grenzverläufe nach der Ernte in Feld und Flur besser sichtbar waren.
🐎 Herbstritt
+
Auch das Reiterleben hatte seinen Platz im Sendenhorster Herbst.
Dokumentiert ist unter anderem ein Herbstritt mit Reiterbiwak des Reit- und Fahrvereins Sendenhorst.
🔥 Herdfeuerabend & Abend am Kamin
+
Wenn die Tage kürzer wurden, verlagerte sich das gesellige Leben wieder stärker ins Haus.
Im Sendenhorster Veranstaltungskalender finden sich beispielsweise ein Herdfeuerabend und ein „Abend am Kamin“.
👥 Jahrgangstreffen
+
Wiedersehensfeiern ehemaliger Schuljahrgänge gehörten ebenfalls zum Sendenhorster Herbst.
In der örtlichen Chronik wird berichtet, dass solche Treffen traditionsgemäß in den Herbstmonaten stattfanden.
🕯️ Allerheiligen – Übergang zum November
+
Am Ende des Oktobers richtet sich der Blick bereits auf Allerheiligen am 1. November.
Gräber werden hergerichtet und geschmückt. Friedhofsbesuch, Gottesdienst und Totengedenken gehören zum traditionellen Jahreslauf.
Münsterland & Westfalen im Oktober
Weitere überlieferte Herbstbräuche aus unserer Region
🌾 Stoppelhahn
+
Im Münsterland war Stoppelhahn eine verbreitete Bezeichnung für das Fest zum Abschluss der Getreideernte.
Das letzte Fuder wurde festlich zum Hof gebracht. Anschließend wurde gemeinsam gegessen, getrunken und gefeiert.
🌾 Erntekranz & Erntehahn
+
Ährenkränze, Zweige und regional auch der Erntehahn kennzeichneten das Ende der Ernte.
Sie schmückten das letzte Fuder oder anschließend den Hof und machten sichtbar: Die Getreideernte war geschafft.
🥔 Kartoffelfeuer
+
Nach dem Kartoffellesen wurde früher das trockene Kartoffelkraut verbrannt.
Kinder legten frisch geerntete Kartoffeln in die Glut und aßen sie anschließend.
Dieser Brauch ist für Westfalen um die Wende zum 20. Jahrhundert überliefert.
🎃 Rübenlaternen & Rübengeister
+
Lange vor dem heutigen Halloween-Kürbis wurden Rüben ausgehöhlt, Gesichter hineingeschnitten und Lichter hineingestellt.
Solche Rübenlichter und Rübengeister gehören zum älteren westfälischen Herbstbrauchtum.
🍎 Heischegänge
+
Kinder zogen mit Liedern oder Sprüchen von Haus zu Haus und erhielten Obst, Gebäck oder andere Gaben.
Solche Heischebräuche gab es in unterschiedlichen Formen im westfälischen Jahreslauf.
🐄 Vieh- & Krammärkte
+
Nach der Ernte war Marktzeit. Vieh und landwirtschaftliche Erzeugnisse wurden verkauft und Waren gehandelt.
Aus vielen Markttagen entwickelten sich zugleich gesellige Volksfeste.
Der Sendenhorster Herbstmarkt von 1818 gehört genau in diesen Zusammenhang.
🎡 Herbstkirmessen
+
Jahrmarkt, Kirchweih und Kirmes verbanden Handel mit Unterhaltung.
Nach der arbeitsreichen Erntezeit begann vielerorts die Zeit der herbstlichen Volksfeste.
🐖 Beginn der Schlachtzeit
+
Mit sinkenden Temperaturen begann auf den Höfen die Zeit der Hausschlachtungen.
Das eigentliche Schlachtfest gehört im Münsterland allerdings eher in die folgenden Wintermonate als in den Oktober selbst.
🎃 Halloween – 31. Oktober
+
Halloween in seiner heutigen Form ist in Westfalen vergleichsweise jung.
Interessant ist der Vergleich mit den wesentlich älteren heimischen Rübenlichtern und Heischebräuchen.
Die leuchtende Fratze ist also keineswegs erst mit dem Halloween-Kürbis in die Region gekommen.
🕯️ Allerheiligen – 1. November
+
Allerheiligen schließt unmittelbar an den Oktober an.
Gräberschmuck, Friedhofsbesuch und Totengedenken markieren zugleich den Übergang vom Herbst in die dunklere Jahreszeit.