Gestorben wurde meist zu Hause. Familie und Nachbarn waren unmittelbar beteiligt, Glocken begleiteten das kirchliche Leben und der Weg zum Grab führte mitten durch die kleine Stadt. Auch der Ort der Toten wandelte sich grundlegend: Kirchhof an St. Martin → Friedhof „Alte Stadt“ an der heutigen Fröbelstraße → Friedhof am Westtor.
Inhaltsverzeichnis
Der Tod gehörte zum Alltag
Medizinische Möglichkeiten waren begrenzt. Geburt, Infektion, Unfall oder eine schwere Krankheit konnten innerhalb weniger Tage tödlich enden. Gestorben wurde meist im eigenen Haus; Angehörige und Nachbarschaft waren unmittelbar dabei. Sterben war deshalb weniger aus dem Alltag ausgeblendet als heute.
Auch das Läuten verband Tod, Religion und Stadtöffentlichkeit miteinander. Ein ungewöhnlich genauer Eintrag aus dem Jahr 1768 nennt für den Schuhmacher Joan Berndt Hintzenbrock eine jährliche Zahlung von 14 Schilling an den Küster für das „Todesangstläuten“. Die Abgabe wurde später aufgegeben, nachdem dem Küster anderes Land überlassen worden war. [1]
Eine eigene Todesangstbruderschaft
Auch eine Todesangstbruderschaft ist in den Sendenhorster Akten belegt. 1711 vermachte Gertrud Ossenkemper genannt Höckelman der Bruderschaft zehn Reichstaler; aus den Zinsen sollte bei den Zusammenkünften für sie und ihre Familie gebetet werden. Weitere Stiftungen folgten. Tod und Totengedenken waren damit dauerhaft institutionell im religiösen Leben verankert.
Der Friedhof lag zugleich mitten im Ort. Wer zur Kirche ging, ging am Begräbnisplatz vorbei. Leben, Gottesdienst und Totengedenken lagen räumlich unmittelbar nebeneinander.
Vom Kirchhof zur „Alten Stadt“ – ein Abschied über Jahrzehnte
Jahrhundertelang wurden die Sendenhorster unmittelbar an der Pfarrkirche St. Martin begraben. Der Kirchhof umgab die alte Kirche im Zentrum. Als staatliche Behörden aus hygienischen und städtebaulichen Gründen Begräbnisplätze außerhalb der bebauten Orte verlangten, tat sich Sendenhorst mit dem Abschied schwer.
Zunächst war ein neuer Friedhof am Eingang zur Ostheide bei der Greinkuhle vorgesehen. Weil dort eine Kapelle stand, wurde das Gelände „Kapellengarten“ genannt. Doch die Verlegung wurde immer wieder hinausgeschoben. Pfarrer Darup, Landdechant und Domkapitular, setzte sich für den bisherigen Kirchhof ein. Nach seinem Tod am 29. November 1836 stellte die Regierung bei einer Visitation fest, dass der Friedhof noch immer mitten in der Stadt lag. [2]
Auch Darups Nachfolger Lorenbeck wollte den Kapellengarten nicht. Entfernung, Kosten und die Lage an einer offenen Landstraße erschienen Kirchenvorstand und Pfarrer ungeeignet. Man suchte einen stilleren Platz und fand ihn in der Flur „Alte Stadt“.
Die Rechnungen machen den Bau ungewöhnlich anschaulich. 1845 arbeiteten Kottenstein, Borgmann, Röttgermann, Kalthoff, Wittmund, Schraeder und Reckershaus jeweils drei Tage an der Planierung. B. H. Meys lieferte im November 36 Pfähle und war mit dem Geometer auf dem Gelände. 1846 strich Glaser Ahage das neue Kruzifix; Reckershaus erhielt fünf Taler für die Anlage einer neuen Hecke. [3]
4.208 Tote in 59 Jahren – von der „Alten Stadt“ zum Westtor
Der Friedhof in der „Alten Stadt“ blieb nur von 1846 bis 1905 in Benutzung. Dennoch wurden dort nach den Kirchenbüchern 4.208 Menschen bestattet: 2.087 männliche und 2.121 weibliche Verstorbene. Das sind im Durchschnitt mehr als 70 Beerdigungen pro Jahr.
Um 1902 versuchte die Gemeinde zunächst noch, die „Alte Stadt“ zu erweitern. Ein angrenzendes Grundstück der Vikarie St. Katharina sollte hinzukommen. Der Kreisarzt des Kreises Beckum hielt die dafür vorgesehene Fläche jedoch für ungeeignet. Daraufhin erklärte sich die Gemeinde mit dem Ankauf eines vollständig neuen Friedhofsgeländes einverstanden. [4]
Pfarrer Beckmann setzte schließlich das Projekt auf Pastoratsgrundstücken im Bereich der historischen Geist um. 1905 wurde der Friedhof am Westtor eingeweiht.
Als letzter Verstorbener fand im Juni 1905 der Schneider Theodor Gehrmann Kühl in der „Alten Stadt“ seine Ruhestätte. Als erster auf dem neuen Friedhof am Westtor nennt die Überlieferung den Schuhmachermeister Anton Wiedehage von der Nordstraße. Das Hauskataster bestätigt seine Lebensdaten: geboren am 26. März 1836, gestorben am 4. August 1905. Die Bilderdatenbank besitzt sogar eine Aufnahme seines als „erstes Grab“ bezeichneten Grabes. [5]
Bereits 1930 waren auf dem Westtorfriedhof mehr als 1.700 Menschen beerdigt. In den folgenden Jahrzehnten wurde er mehrfach nach Westen erweitert; auf dem neuen Teil entstand auch eine neue Leichenhalle.
Der jüdische Friedhof – ein stiller Ort auf dem alten Stadtwall
Der jüdische Friedhof ist heute eines der wichtigsten erhaltenen Zeugnisse jüdischen Lebens in Sendenhorst. Als ab 1778 Teile der mittelalterlichen Wallanlage eingeebnet wurden, blieb der Abschnitt zwischen Rundell und Osttor erhalten. 1780 überließ die Stadt diesen Wallabschnitt den ortsansässigen jüdischen Familien als Begräbnisplatz. Eine Stadtrechnung von 1787 verzeichnet noch eine Zahlung der Judenschaft für ihre Begräbnisstätte. [6]
Der älteste noch erhaltene Grabstein erinnert an Rosalie Rothschild, gestorben 1834. Die letzte Beisetzung war Leser Löwenstein am 9. September 1900. Die erhaltenen Grabsteine tragen Namen von Familien, die über Generationen zur Sendenhorster Stadtgesellschaft gehörten: unter anderem Löwenstein, Leffmann, Rothschild, Stern, Humberg und Alsberg.
Besonders bemerkenswert ist das Schicksal des Friedhofs während der NS-Zeit. 1942 beantragten Anwohner seine Beseitigung. Es folgten Verkaufsverhandlungen unter nationalsozialistischem Druck. 1944 bot die Stadt 150 Reichsmark für das 556 Quadratmeter große Grundstück. Der Verkauf wurde bis Kriegsende jedoch nicht mehr vollzogen – der Friedhof blieb erhalten.
Kinder starben viel zu oft – Seuchen und Säuglingssterblichkeit
Besonders erschütternd ist die historische Kindersterblichkeit. Die Sendenhorster Gesundheitsakten zeigen, dass ein erheblicher Teil der Todesfälle Kinder betraf. Im ersten Quartal 1889 wurden 46 Sterbefälle registriert – 28 Verstorbene waren jünger als fünf Jahre. Etwa 15 Kinder starben an Masern oder an deren Folgen. 1895 werden mehrere Todesfälle von Kindern durch Brechruhr genannt. [7]
Der Kreiskommunalarzt Dr. Neuhaus zog 1925 eine ernüchternde Bilanz. Für die Jahre 1913 bis 1923 lag die Säuglingssterblichkeit in Sendenhorst mit 15,3 Prozent sogar über dem preußischen Durchschnitt. Bei der Untersuchung von Schulanfängern wiesen 27,3 Prozent Anzeichen von Skrofulose, Rachitis oder allgemeiner körperlicher Schwäche auf.
Der Arzt verband die gesundheitlichen Probleme ausdrücklich mit mangelhaften hygienischen und sozialen Verhältnissen. Schlechte Wohnungen, fehlende Bademöglichkeiten und Infektionskrankheiten verstärkten einander.
Auch frühere Epidemien hinterließen ihre Spuren. Für 1811 meldete Pfarrer Darup beispielsweise einen Ruhrfall und bat angesichts der Gefahr ausdrücklich um Unterstützung für die arme Bevölkerung. Später gehörten Diphtherie, Typhus, Influenza und Tuberkulose zu den Krankheiten, die immer wieder Todesfälle verursachten.
Sterbehaus, Glocken und Leichenessen – wie man Abschied nahm
Beerdigung war eine Angelegenheit von Familie, Nachbarschaft, Kirche und später auch von Vereinen. Doch die Quellen zeigen, dass man bei vermeintlich „alten Bräuchen“ vorsichtig sein muss.
Eine Verordnung von 1816 ging gegen angebliche Missbräuche bei Hochzeiten, Taufen und Begräbnissen vor. Pfarrer Darup kommentierte die Vorgaben für Sendenhorst – und widersprach der Obrigkeit in einem entscheidenden Punkt: Viele der behaupteten Beerdigungsbräuche seien hier überhaupt nicht üblich. [8]
Anders war die Rolle der Vereine im 19. Jahrhundert. Die Statuten des Sendenhorster Krieger- und Landwehrvereins sahen für verstorbene Mitglieder ein Ehrengeleit vor. Am Grab wurden Salven abgegeben. Die Teilnahme an Beerdigungen war für Mitglieder so verbindlich, dass bei Fernbleiben eine Strafe von 25 Pfennig vorgesehen war.
Auch kirchliche Gruppen verstanden das letzte Geleit als Pflicht. In Erinnerungen an die von Pfarrer Darup gegründete Jünglingssodalität heißt es, die Mitglieder sollten einander „in Not und Tod“ beistehen und einem verstorbenen Mitbruder das letzte Geleit geben.
Totenzettel – ein ganzes Leben auf einem kleinen Stück Papier
Totenzettel beziehungsweise Sterbebildchen sind für die Familien- und Ortsgeschichte besonders wertvolle Quellen. Sie enthalten oft weit mehr als Geburts- und Sterbedaten: Beruf, Ehepartner, Kinder, Vereinszugehörigkeit, Kriegserlebnisse, religiöse Haltung und manchmal sogar eine kurze Bewertung des gesamten Lebens.
Drei Beispiele aus dem Stadt-Heimatarchiv
Dr. Bernhard Geiping, geboren 1866, starb 1930. Sein Totenzettel macht sichtbar, dass er 36 Jahre als praktischer Arzt in Sendenhorst tätig gewesen war.
Vikar Friedrich Meinert, geboren 1807, starb 1875 nach einer vierzehntägigen Krankheit. Sein Totenzettel erinnert an seine Priesterweihe von 1833 und seine jahrzehntelange Tätigkeit in Sendenhorst.
Der Totenzettel von Josefine Schulze-Horstrup nennt acht Kinder – und vermerkt, dass ein Sohn 1918 Opfer des Weltkriegs geworden war. Ein einziges kleines Erinnerungsblatt verbindet damit Familien-, Hof- und Kriegsgeschichte.
Die Fascies- und Hausakten enthalten zahlreiche solcher Hinweise. Gerade weil Grabsteine verschwinden und Friedhöfe umgestaltet werden, können Totenzettel Informationen bewahren, die am Grab längst nicht mehr ablesbar sind. [9]
Kriegstote – zwischen wirklichem Grab und Gedenkkreuz
Viele Sendenhorster Soldaten starben fern der Heimat. Ihre Familien hatten kein Grab in Sendenhorst, an dem sie trauern konnten. Deshalb entstanden Denkmäler und Gedenkkreuze als symbolische Orte der Erinnerung.
Auf dem Westtorfriedhof begann diese besondere Form des Gedenkens bereits 1941. Pfarrer Heinrich Westermann griff einen Vorschlag des Kolpingbruders Theodor Petry auf und ließ auf einem zunächst abseits gelegenen Teil des Friedhofs eine Gedenkstätte für die Gefallenen anlegen. Bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs standen dort 186 Kreuze für Gefallene aus Stadt und Kirchspiel. Nach dem Krieg kümmerte sich die Kolpingfamilie wiederholt um Erneuerung und Umgestaltung der Anlage. [10]
Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge weist auf dem katholischen Friedhof in Sendenhorst heute 17 tatsächliche Kriegstote des Zweiten Weltkriegs aus:
Auch die älteren Gedenktafeln für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs wurden später auf diese Erinnerungsstätte übertragen. Die Bilderdatenbank des Heimatvereins dokumentiert den Ehrenfriedhof noch heute in einer umfangreichen Bildserie.
Vom Sterbehaus zur Friedhofshalle – Bestattung heute
Der größte Wandel liegt vielleicht nicht auf dem Friedhof selbst, sondern zwischen Tod und Beerdigung. Früher starb man überwiegend im eigenen Haus, Angehörige bereiteten den Abschied vor und Nachbarn waren unmittelbar einbezogen. Heute ist der Ablauf stärker medizinisch, professionell und verwaltungstechnisch organisiert.
Ein Sterbefall in Sendenhorst wird vom Standesamt beurkundet. Grundlage sind Sterbeanzeige und ärztliche Todesbescheinigung; in fast allen Fällen übernimmt ein Bestattungsunternehmen die Formalitäten. Die Stadt stellt auf dem Friedhof in Sendenhorst eine Friedhofshalle mit Aufbahrungsräumen und Aussegnungshalle bereit. [11]
Damit hat sich der Abschied aus dem privaten Wohnhaus weitgehend in professionelle Räume verlagert. Geblieben ist aber die Funktion des Friedhofs als gemeinsamer Ort des Abschieds und der Erinnerung.
Auch das Erscheinungsbild verändert sich. Grabpflege, Laufzeiten und neue Formen der Bestattung führen dazu, dass Friedhöfe heute anders aussehen als die dicht mit Holzkreuzen und Familiengräbern belegten Begräbnisplätze früherer Jahrhunderte.
Was bleibt von einem Menschen?
Friedhöfe sind Archive aus Stein – aber keine dauerhaften Archive. Grabstätten verschwinden, Familien ziehen fort, Grabsteine verwittern und ganze Friedhofsflächen können ihre Funktion verlieren. Die „Alte Stadt“ ist dafür das deutlichste Sendenhorster Beispiel: Mehr als 4.000 Menschen wurden dort beerdigt, heute erinnert vor Ort nur noch wenig an sie.
Deshalb werden andere Quellen umso wichtiger: Kirchenbücher und Sterberegister, Totenzettel, Familienunterlagen, Hausakten, Fotografien und die Bilderdatenbank des Stadt-Heimatarchivs. Sie machen Verstorbene wieder als konkrete Menschen sichtbar – mit Namen, Berufen, Familien und Lebenswegen.
Gerade darin liegt eine zentrale Aufgabe des Stadt-Heimatarchivs und des Heimatvereins: Nicht nur die großen Ereignisse aufzubewahren, sondern auch die Spuren der einzelnen Sendenhorsterinnen und Sendenhorster.
Quellen und Hinweise
[1] Hans-Günther Fascies / Stadt-Heimatarchiv Sendenhorst, Kirchen- und Hausakten: 1768 jährliche Abgabe des Schuhmachers Joan Berndt Hintzenbrock von 14 Schilling für das Todesangstläuten; Unterlagen zur Todesangstbruderschaft mit Stiftungen unter anderem aus dem Jahr 1711.
[2] Heimatverein Sendenhorst, Zeitungsgeschichte 1980er: Geschichte der Sendenhorster Friedhöfe; Plan Kapellengarten, Widerstand Pfarrer Darups und Lorenbecks, Besichtigung der „Alten Stadt“ am 10.03.1842, bischöfliche Genehmigung 21.08.1843 und Inbetriebnahme 1846. Zeitungsgeschichte 1980er ↗
[3] H.-G. Fascies / Stadt-Heimatarchiv, Friedhofs- und Kirchenrechnungen 1845/46: Planierungsarbeiter Kottenstein, Borgmann, Röttgermann, Kalthoff, Wittmund, Schraeder und Reckershaus; Torarbeiten; B. H. Meys liefert 36 Pfähle; Glaser Ahage streicht 1846 das neue Kruzifix; Reckershaus legt die Hecke an.
[4] Stadt-Heimatarchiv / Gemeindeprotokolle: um 1902 zunächst geplanter Ankauf von 150 Quadratruten Vikariengrund für die Erweiterung des Friedhofs „Alte Stadt“; nach Gutachten des Kreisarztes Beckum als ungeeignet beurteilt, anschließend Zustimmung zum Ankauf eines neuen Friedhofgeländes. Ergänzend Heimatverein: 1905 Einweihung des Friedhofs am Westtor durch Pfarrer Beckmann.
[5] Heimatverein Sendenhorst, Zeitungsgeschichte 1980er: 4.208 Bestattungen in der „Alten Stadt“, Johann Gerhard Waldmann als letzter auf dem Kirchplatz, Anna Elisabeth Strickmann als erste in der „Alten Stadt“, Theodor Gehrmann Kühl als letzter dort Bestatteter und Wiedehage als erster am Westtor. Hauskataster: Anton Wiedehage, *26.03.1836, †04.08.1905, Schuhmacher. Bilderdatenbank: ID 00214 „erstes Grab“ Anton Wiedehage; ID 02028 „Alter Friedhof von 1846 bis 1905 an der heutigen Fröbelstraße“.
[6] Heinrich Petzmeyer; H.-G. Fascies; Heimatverein Sendenhorst: jüdischer Begräbnisplatz auf dem erhaltenen Wallabschnitt seit 1780; ältester erhaltener Grabstein Rosalie Rothschild 1834; letzte Beisetzung Leser Löwenstein 09.09.1900; Verkaufsversuche in der NS-Zeit, Wiederherstellung 1946, Denkmalschutz 1994 und Wiederöffnung 2015. Jüdisches Leben ↗
[7] Stadt-Heimatarchiv, Gesundheitswesen: 1889 46 Sterbefälle im ersten Quartal, darunter 28 Kinder unter fünf Jahren; etwa 15 Kinder starben an Masern oder deren Folgen. 1895 mehrere Todesfälle durch Brechruhr. Kreiskommunalarzt Dr. Neuhaus, Bericht 1925: Säuglingssterblichkeit 1913–1923 in Sendenhorst 15,3 %, Kreis Beckum 11,9 %, Preußen 14,3 %. Seuchen in Sendenhorst ↗
[8] H.-G. Fascies / Stadt-Heimatarchiv, Akten 1816: Verordnung gegen vermeintliche Missbräuche bei Beerdigungen und Randbemerkungen Pfarrer Darups; Leichenessen in Sendenhorst bereits äußerst selten und geordnet, „Kranzmachen“ unverheirateter Verstorbener lokal nicht bekannt. Krieger- und Landwehrverein, Statuten 1886/1891: Ehrengeleit, Salven am Grab und 25 Pfennig Strafe bei Nichtteilnahme an Beerdigungen.
[9] Stadt-Heimatarchiv / Fascies: Totenzettel-Sammlungen und Hausakten. Beispiele: Dr. Bernhard Geiping, Friedrich Meinert, Josefine Schulze-Horstrup sowie zahlreiche weitere Bürger-, Hof- und Familienunterlagen.
[10] Kolpingfamilie Sendenhorst / Festschrift und Stadt-Heimatarchiv: Anlage der Gefallenen-Gedenkstätte ab 1941 auf Initiative Pfarrer Westermanns und des Kolpingbruders Theodor Petry; bis Kriegsende 186 Kreuze; Erneuerungen ab 1950, 1956/57 und 1963. Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge: auf dem katholischen Friedhof ruhen 17 tatsächliche Kriegstote des Zweiten Weltkriegs – neun aus der ehemaligen Sowjetunion, drei Deutsche, drei Italiener und zwei Polen. Volksbund ↗
[11] Stadt Sendenhorst, Serviceportal: Sterbefallmeldung und Friedhofsangelegenheiten. Die Friedhöfe in Sendenhorst und Albersloh befinden sich in kirchlicher Trägerschaft; die Stadt ist Eigentümerin und Betreiberin der Friedhofshalle in Sendenhorst. Friedhofsangelegenheiten ↗
Quellenbasis: Heinrich Petzmeyer, Sendenhorst – Geschichte einer Kleinstadt im Münsterland; Hans-Günther Fascies / Stadt-Heimatarchiv Sendenhorst; Kirchen-, Friedhofs-, Gesundheits-, Haus- und Personenakten; Totenzettel; Kriegervereins- und Kolpingunterlagen; Bilderdatenbank des Heimatvereins; Heimatverein Sendenhorst; Stadt Sendenhorst; Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge.