Herzlich willkommen beim Heimatverein Sendenhorst e.V. !
Herzlich willkommen beim Heimatverein Sendenhorst e.V. !

Schnadegang

Schnadegänge – eine schöne, alte, westfälische Tradition, die wir als Heimatverein gerne weiter pflegen. Nachbarn kommen zusammen, um gemeinsam die alten Grenzen zu erkunden.
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Schnadegang
Sendenhorst – Albersloh 2025
Schnadegang 2017
1980 Schnadegang entlang der Grenzen von Hoetmar
„Wilder Eck“ 1976
Bilderstrecken
Vorbericht
2015 Schnadegang Tönnishäuschen
2015 Schnadegang Stewwert-Albersloh
StadtLand 2016
2022 Everswinkel
2006/07 Albersloh – Sendenhorst
Ahlener Damm
1978 Alverskirchen, Hoetmar
Schnadjagd 1750
 

Dondrekiel 2025Schnadegang am 11.10.2025 - Sendenhorst-Albersloh
SENDENHORST
. Am 11. Oktober - 14:00 Uhr - Schnadegang mit Albersloh - Treff am Hof Heimann-Hahues - Mitkommen - Tradition pflegen - Geselligkeit pflegen. Danke an alle Teilnehmer und Aktiven! ...
Bild: Bürgermeisterin Katrin Reuscher bei der Poahläsung.  
Schnadegänge früher  
Auf zum Schnadegang! Grenzgang erinnert an 50 Jahre kommunale Einheit und 100 Jahre Heimatverein Sendenhorst e.V. .
Sendenhorst/Albersloh – "Auf zum Schnadegang!“ – unter diesem Ruf stand am Samstag ein Stück lebendige westfälische Tradition. Der Heimatverein Sendenhorst hatte zum Grenzgang eingeladen, und rund 60 Frauen und Männer aus Sendenhorst und Albersloh folgten der Einladung zum Hof Heimann-Hahues. Mit dem alten Brauchtum des Schnadegangs werden die Grenzen einer Gemeinde symbolisch abgeschritten – um mögliche „heimliche Verschiebungen“ zu kontrollieren. Dondrekiel 2025In diesem Jahr aber war der Anlass besonders festlich: Seit 50 Jahren bilden Sendenhorst und Albersloh eine Kommune, und zugleich feiert der Heimatverein Sendenhorst sein 100-jähriges Bestehen und das mit mindestens einem Event pro Monat. Nach dem Startsignal der Jagdhornbläser setzte sich der Zug in Bewegung. Ziel war die Grenze zwischen den beiden Ortsteilen, wo das traditionelle Poaläsen stattfand – ein humorvolles Ritual, bei dem symbolisch die Grenze bekräftigt wird. Bürgermeisterin Katrin Reuscher wurde dabei – ganz nach alter Sitte – dreimal auf dem Grenzpfahl auf Albersloher Gebiet „aufgetitscht“ und damit gleichzeitig zur Poalbürgerin von Albersloh ernannt. Nicht ganz offiziell, aber mit viel Spaß, folgte ihr Elke Große-Perdekamp, „getitscht“ von Willy Haubrock und Martin Pälmke.

Dondrekiel 2025Danach ging es über die Landwehr, historische Grenzwälle aus dem Mittelalter, über die Ulrich Menke spontan zu berichteten wusste. Auch zum Thema Flughafen, gab es einige erklärende Worte von Christian Hölscher, sowie eine Audio-Einspielung von echten Flughafengeräuschen. Denn an dieser heute ruhigen Stelle im Wald wäre ja vor über 50 Jahren beinahe der Interkontinentale Großflughafen entstanden, hier die Startbahn 1. Ein Airbus 380 hätte einer der 5 geplanten Start-Landbahnen problemlos landen können.. Zum Glück kam jedoch alles anders.

Über den alten Grenzwall führte der Weg anschließend zurück zum Hof Heimann-Hahues, wo die Teilnehmerinnen und Teilnehmer den gelungenen Schnadegang bei geselligem Beisammensein ausklingen ließen. Zum Abschluss wurde der Schnadegang 2025 feierlich urkundlich bestätigt – mit den Unterschriften von BMin Katrin Reuscher, Christian Hölscher und Martin Pälmke als Vorsitzende der beiden Heimatvereine Sendenhorst / Albersloh, wurde die Urkunde im sog. Schnadebuch hinterlegt.

Der besondere Dank des Vorsitzenden galt noch einmal der Stadt-Feuerwehrkapelle und den Jagdhornbläsern für die musikalische Unterstützung und den Gastgebern, der Familie Birgit & Paul Heimann-Hahues, und den vielen teilnehmenden Freunden aus Albersloh und Sendenhorst!

Ein stimmungsvoller Tag, der Geschichte, Gemeinschaft und westfälischen Humor auf wunderbare Weise vereinte. Und man war sich einig: Das nächste Mal ist Albersloh wieder dran!
 

1976 im Wilden Eck Ja, wir haben noch Bilder davon! Genau da, wo wir 41 Jahre später den Stein & ein Jahr später die Bank dazu gesetzt haben :-) Die Buche auf Sendenhorster Seite ist leider nicht mehr (Stand: 2023).
Lebendige Brauchtumspflege im „Wilden Eck“ Heimatverein lädt zum Schnadegang an das 3-Ländereck Sendenhorst – Drensteinfurt – Ahlen 09.07.2017 | CH (Langversion)

Am Samstag hatte der Heimatverein Sendenhorst e.V. zum Schnadegang auf den Hof Herte ins sog. „Wilde Eck“ in der Bauerschaft Bracht, kurz vor der Grenze zu Drensteinfurt und Ahlen geladen.


Bild:
MdB B. Daldrup, BM (Sendenh.) B. Streffing, C. Hölscher (HV-Vors.), BM (Drenst.) C. Grawunder, BMaD (Ahlen) H. Faust

Ca. 150 Personen aus allen 3 Nachbarstädten und darüber hinaus waren der Einladung gefolgt, so der Heimatverein Drensteinfurt mit großer Abordnung und die beiden Heimatvereine aus Ahlen, genauso wie die beiden Stämme der Sendenhorster Pfadfinder, um zusammen die gemeinsamen Grenzen zu erkunden, so wie es seit dem Mittelalter in Westfalen Tradition ist. 

Zwischen 1815 und 1945 waren die Schnadegänge allerdings durch die Preußen verboten. In Sendenhorst sind Schnadjagden für 1736 und 1765 belegt (wie Schnadegänge, jedoch als „Jagd“), der letzte Schnadegang an der Stelle des 3-Länderecks fand 1976 statt, so dass es mal wieder an der Zeit war, die Grenzen zu kontrollieren und sich mit den Nachbarn auszutauschen und natürlich im Anschluss auf dem Hof Herte zu feiern. Der letzte Schnadegang des Heimatvereins fand übrigens zusammen mit dem Heimatverein Albersloh im Spätherbst 2007 statt..

Bild: Start am Hof
Viele Teilnehmer vom Schnadegang 1976 konnten sich noch sehr gut an damals erinnern und wussten viele Details beizutragen, so z.B. der Hofgastgeber A. Herte, Stadtdirektor aD H. Wiegard, BM aD W. Dufhues und noch viele mehr. 

Bild  Am Kreuz Herte
Bevor es zum 3-Ländereck ging, führte der Zug bei bestem Schnadegang-Wetter erst an das Wegkreuz Herte , um dort Interessantes über dessen Geschichte zu erfahren, so z.B., dass der Künstler den Korpus von Ennigerloh aus zu Fuß an hier an Wegkreuzung getragen hat. Nach dem Gebet ging es dann ca. 1 km, zuerst „Im Holt“ und im Übergang die „Straße ohne Namen“ (Es handelt sich hier
um eine Verbindungsstraße mit der Drensteinfurter Bauerschaft Averdung, die erst mit der Flurbereinigung Anfang der 1970er angelegt wurde) entlang in Richtung des Hof Renvert, wo schon der neue Grenzstein kurz vor der Brücke über den Ahrenhorster Bach zu sehen war, natürlich noch verhüllt. 

Die 3 Bäume, die 1976 beim Schnadegang neben der Brücke gepflanzt wurden, signalisierten herrlichen Schatten. Genau auf der Brücke ist das 3-Ländereck und somit musste erst noch die Grenze Ahlen-Drensteinfurt erkundet werden. Nachdem auch dies erledigt war, bliesen die Jagdhornbläser zum Sammeln und der Stein wurde vom Heimatsvereinsvorsitzenden C. Hölscher enthüllt. Wir bei einem traditionellen Schnadegang üblich, wurden dann die Gemeinde vertreter „gepoahläst“, ihnen wurden quasi die Grenzen genau aufgezeigt, indem sie auf den Grenzstein „aufgetitscht“ wurden. Die beiden Bürgermeister B. Streffing (Sendenhorst) und C. Grawunder (Drensteinfurt) ließen die Prozedur jedoch klaglos über sich ergehen, sowie der Bürgermeister aD und MdL aD Faust als Repräsentant der Stadt Ahlen und „n Klaoren“ gab es jetzt natürlich auch! 
siehe Bild rechts: J. Strohbücker, C. Grawunder, H. Faust, B. Streffing

Auf dem Weg zurück zum Hof spielte der Spielmannszug der SG und zusammen mit der großen Abordnung der St. Martinus-Schützen kam so etwas wie „Schützenfeststimmung“ auf. Auf dem Hof bliesen die Jagdhornbläser zum Essen und somit war die Kaffee & Kuchen-Tafel und das Grill-Buffet eröffnet. Auch manches kühles Getränk und auch das ein oder andere „Sendenhorster Water“ gab es natürlich dazu. Dazu spielte der Spielmannszug auf und auch die Jagdhornbläser kamen noch einmal zum Zuge. Links: Auf Hof Herte herrschte beste Stimmung
Nach Dankesworten aller Beteiligten gab Bürgermeister Streffing einer Idee des Heimatverein grünes Licht: Zusammen mit Drensteinfurt und Ahlen stiftet Sendenhorst für die schattige Stelle am Stein zusätzlich eine Bank! Diese soll dann auch schnellst möglich eingeweiht werden, um neue und alte Freundschaften zu pflegen. Am Ende des Nachmittags gab es noch ein Ständchen der Nachbarschaft des „Wilden Eck“ So sangen sie: 












Der „Wilde Eck“ der bleibt bestehn!“ (Der Wilde Eck = erlaubte Schreibweise!) und so endete ein rundherum schöner Tag mit vielen neuen und alten Eindrücken!


Besonderen Dank an dieser Stelle möchten wir an dieser Stelle noch einmal folgenden Vereinen aussprechen! Und natürlich allen anderen beteiligten Helfern, Sponsoren, Gästen! Bis zum nächsten Schnadegang!
Ein toller Tag, Euer Heimatverein

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Vorbereitung | Weg und Stein | Rückkehr und Hof (Sprung in usse siete)

Morgen ist Schnadegang – Auf ins „Wilde Eck“! - Vorbericht
07.07.2017 .von CH für WN, Langversion
Der Heimatverein Sendenhorst e.V. lädt ein zum Schnadegang mit 3 Städten – Jeder ist willkommen! Sendenhorst — Drensteinfurt — Ahlen: Am 8. Juli lädt der Heimatverein ins „Wilden Eck” ein, um gemeinsam mit unseren Nachbarn aus Ahlen und Drensteinfurt, aber auch gerne aus weiteren Städten, das 3-Ländereck zwischen den 3 Kommunen zu erkunden und zu überprüfen, ob der Grenzverlauf noch stimmt, immerhin ist der letzte Schnadegang an dieser Stelle schon 41 Jahre her! Diesbezüglich sollte jedoch kaum mit Überraschungen zu rechnen sein.
Jeder ist willkommen, bei hoffentlich schönem Wetter daran teilzunehmen. So verlegen die Pfadfinderinnen und Pfadfinder der PSG / DPSG ihre Gruppenstunde ins „Wilde Eck“. Die Pfadfinder treffen sich mit Rad und Helm um 13:30 auf dem Pfadfindergelände, um zum Treffpunkt an Hertes Kreuz zu radeln. Auch Abordnungen der örtlichen Schützenvereine sind mit an Bord, Schnadegänge sind für jung und alt und überhaupt für alle Bürger!

Hier der Zeitplan:
14:00 Uhr Treffen am Wegweiser Hof Herte (Hertes Kreuz)
14.30 Uhr Wanderung zum Grenzstein (Weg ca. 3 km)
15.30 Uhr Enthüllung des Steines - Ansprache / „Poahläsung“ der Gemeindevertreter
16.00 Uhr Wanderung zurück zum Hof Herte, ca. 800 m
Ein Fahrdienst von Hertes Kreuz – zum Stein – zurück zu Hof Herte wird eingerichtet.
Anschließend auf dem Hof: Grußworte - Fest auf dem Hof
Offizielles Ende ca. gegen 18.30 Uhr, danach gemütliches Beisammensein.
Die Bilder sind sämtlich aus der Vorbereitungswoche, hier gibt's noch mehr davon... wir hatten sehr viel Spaß!

Schnadegänge sind ein altes westfälisches Brauchtum, um die Grenzen des Gebietes einer Kommune auf eventuelle „heimliche“ Verschiebungen zu kontrollieren. Seit dem Mittelalter gibt es Schnadegänge, für Sendenhorst sind Schnadjagden für 1736 und 1765 belegt (wie Schnadegänge, jedoch als Jagd). Zur damaligen Zeit gab es im ganzen westfälischen Raum kaum eine Stadt, ein Dorf oder eine Gemeinde, die nicht eifersüchtig auf die Wahrung ihrer Grenzrechte bedacht gewesen wäre. Die „Schnad“ wurde den Bewohnern beiderseits der Grenzen bekannt gemacht. Sie hatten sich daran zu halten. Als Grenzzeichen gelten Bäume und Steine.
So wird auch 2017 ein Grenzstein genau am 3-Landereck gesetzt. Etwas „untypisch“ ist die Jahreszeit: So wurden in alter Zeit die Schnadegänge und Schnad-Jagden im Herbst abgehalten, um die Grenzsteine und –zeichen besser finden zu können. In Zeiten von GPS sollte das obsolet sein und somit wird die Tradition etwas angepasst. So wurde 1976 beim letztmaligen Schnadegang hier im Wilden Eck die gesamte Grenze vom 3-Ländereck Ahlen-Drensteinfurt-Sendenhorst, den Ahrenhorster Bach entlang, bis zur Gaststätte Peters, erwandert. Hier findet sich das nächste 3-Ländereck am Hof Böcker (bereits auf Albersloher Gebiet), Drensteinfurt und Sendenhorst.

Wie beim Finanzamt, so wird auch hier in 2017 nur stichprobenhaft geprüft: Die zu erwartenden Gäste und der Heimatverein werden sich nur im Bereich der Höfe Herte (Im Holt 14, Treffpunkt am Wegweiser um 14:00) und Renvert (Drensteinfurt) und vielleicht noch daneben. Ein Fahrdienst vom Wegweiser zum Stein und zurück wird eingerichtet.
Weil die Grenz- oder „Schnadezüge" in alten Zeiten zum Teil grobe Exzesse verursachten, gerade wenn die Grenzen illegal verschoben worden waren, wurden sie 1841 offiziell in Preußen verboten. (Seit dem Jahr 1815 gehörte das Münsterland endgültig zu Preußen). Die Preußen betonten beim Verbot ihre endgültigen Grenzziehungen hervor, jedoch war es wohl auch der Hang zu ausschweifenden Volksfesten, der sie veranlasste, die Schnadegänge endgültig zu verbieten.

Anfangs fand eine amtliche Grenzbegehung statt, die dann alle ein oder zwei Jahre wiederholt wurde und mit der Zeit zu einem Volksfest mit teilweise bis zu mehreren 10.000 Besuchern wurde, so in vielen Orten des Münsterlandes und im Sauerland. In Neuenrade (Märkischer Kreis) ist ein Schnadegang von 1450 schriftlich überliefert, in Sendenhorst ist die Schnadjagd von 1756 überliefert, deren Weg sich noch heute genau nachverfolgen lässt. Sendenhorst und das Fürstbistum Münster wurden nach dem Ende Napoleons 1815 endgültig preußisch. 1817 verfügten die Preußen, dass die Schnadegänge nicht mehr nötig seien und somit gerieten die Schnadegänge in Vergessenheit.

Vielerorts wurde und wird der Schnadegang zum Anlass genommen, Neubürger der Stadt zu „poaläsen“. Dabei wird der zu „Poaläsende“ von einigen Schnadgängern („Schnadloipers“) angehoben und über einen Grenzstein gehalten. Dann wird sein Hinterteil („Ääs“) auf den Stein („Poal“) mehrmals aufgetitscht. Damit soll dem Neubürger der Standort des Grenzsteins nachhaltig bewusst gemacht werden.

So auch im letzten Jahr beim Schnadegang Drensteinfurt und Albersloh, als der BM von Drensteinfurt Grawunder und der stellv. BM von Sendenhorst, M. Mühlenhöver. Zum 8. Juli freuen wir uns über die Zusage von 2 Bürgermeistern. In Ahlen ist „leider“ Stadtfest, so dass von der Stadt Ahlen „nur“ eine Abordnung erwartet wird, aber wer weiß, ob unsere Nachbarn auch für Überraschungen gut ist. So hat bereits der ehemalige Bürgermeister Dr. Faust sein Interesse bekundet.Gepoaläste Gemeindemitglieder werden „Poalbürger“ (Alteingesessene) genannt. Der Gepoaläste revanchiert sich für die Aufnahme in die Gemeinde mit einer Getränkespende am nächstgelegenen Rastplatz des Schnadegangs.In neuerer Zeit hat sich der Begriff Poahlbürger für „lang vor Ort ansässige Bürger“ durchgesetzt. Nach der Definition sind aber gerade die Poahlbürger ja Zugezogene. 
 
20. Jahrhundert 
In neuerer Zeit kam und kommt es zur Wiederbelebung der Schnadegänge, die heute mehr ein gesellschaftliches Event zwischen Nachbargemeinden und meistens der Heimatvereine, aber auch Schützenvereine sind. Hier eine Liste aus den 1970ern aus dem Archiv:
1976    Ahlen-Drensteinfurt-Sendenhorst
1977    Münster-Everswinkel-Wolbeck-Sendenhorst
1978    Hoetmar-Freckenhorst-Warendorf-Sendenhorst
1979    Enniger-Vorhelm-Ahlen-Sendenhorst
In den 1980ern wurden in Sendenhorst noch weitere Schnadegänge durchgeführt. Leider sind dazu kaum Fakten noch bekannt. Der ein oder Leser, der sich angesprochen fühlt und vielleicht dabei war, wird gebeten, sich zu melden. Es wäre sehr wünschenswert, die Bäume, die zu den Anlässen gepflanzt wurden „Wieder“ zu entdecken! Das digitale Archiv des Heimatvereins freut sich! Der letzte Schnadegang fand lt. Akten 2007 zwischen Sendenhorst und Albersloh statt.

Zum Glück gibt es heute keine Exzesse mehr, und die schöne alte westfälische Tradition dient dazu, mit Menschen aus den Nachbarorten zusammen zu kommen, sich auszutauschen und unsere schöne Landschaft kennen zu lernen, genauso, wie zusammen zu feiern. Jeder Freund Sendenhorsts ist am Samstag, den 8. Juli herzlich willkommen!

Hier wird der Schnadegang am Samstag starten, es werden alle 3 Kommunen erwandert. Keine Angst, da wir hier im 3-Ländereck sind, wird der Fußmarsch eher klein ausfallen, ca. 4km sind zz geplant. Wer möchte, kann auch direkt zum Grenzstein kommen, für Senioren und Fußkranke wird ein Fahrdienst installiert. Bild: Auf dem Weg zum Startpunkt kommen wir über die Landwehr (Historischer Grenzwall) ....
Der Grenzstein soll im Bereich des 3-Länderecks installiert werden, genau in dem Bereich, wo hier am schon einmal 1976 ein Schnadegang durchgeführt wurde. Das Gelände wurde eruiert und die Planungen konkretisiert. An der Brücke sind nun die 3 Wappen der Städte zu sehen. 

Zum Schnadegang 1976: Genau an diese Stelle wurde in den 3 Orten eine Eiche, eine Buche und eine Esche. Der damalige Schnadegang ging dann jedoch weiter bis zur Grenze nach Albersloh (hinter der ehemaligen Gaststätte Peters). Dort wurden ebenfalls 3 Bäume gepflanzt. In diesem Jahr werden wir jedoch „nur“ im Bereich Sendenhorst-Ahlen-Drensteinfurt aufhalten.

Zur Definition von Schnadegängen könnte man heute vielleicht sagen: Nicht-spontaner Flash-Mob von Bürgern mind. 2er Städte mit integriertem (offenem) Geocaching und anschließender Feier. Höhepunkt ist natürlich die Enthüllung des Grenzsteins mit der symbolischen Poahläsung der Bürgermeister, Anschließend erfolgt der Rückweg zum Startpunkt: Hier werden die zahlreichen Gäste zu Essen und Trinken und Feiern gebeten. Das ein oder andere Showelement  gibt es hier natürlich auch noch zu sehen…

Bild:
1. Bild vom Stein


Wir freuen uns auf viele Bürger aus allen 3 Städten, die einfach einen schönen Nachmittag (bei hoffentlich bestem Wetter im Sommer) miteinander verbringen möchten und ein schöne alte westfälische Tradition wieder zu beleben!

So entstanden die „Poahlbürgers“ Schnadegang der Heimatvereine Enniger, Ahlen, Vorhelm 04.06.2016 | R. Steinhorst | C. Wolf
Tönnishäuschen -
Aus der Einladung:
Am Freitag, 03.06.2016 17:00 findet der Schnadegang in Tönnishäuschen statt. Bis zu 6 Heimatvereine, vermutlich ca. 80 Personen erkunden die "Bauerschaft", die einst zu Sendenhorst gehörte.Dort gab es sogar in früheren Zeiten eine Verwaltung, von wo aus das gesamt Kirchspiel Sendenhorst, also alle Bauerschaften, verwaltet wurden....

Aus der Einladung des Heimatförderkreises:

"Schnadegang am 03. Juni 2016, ab 16:30
Treffpunkt:Ehemaliger Landgasthof Tönnishäuschen
(Hier können PKWs und Fahrräder abgestellt werden.)

Von hier wandern wir zur Angel an der Grenze zu Ennigerloh-Enniger. Hier wird eine Stele mit einer Messingtafel enthüllt. Die gesamte Wegstrecke ist 2 km lang. Fsetes Schuhwerk ist erforderlich. 
Nach dem Schnadegang findet beim LandgasthofTönnishäuschen ein gemütliches Beisammensein statt. Die Volkstanzgruppe des Heimatförderkreises wird uns mit einigen Tänzen erfreuen. Für das leibliche Wohl ist bestens gesorgt.
Wir würden uns freuen, wenn möglichst viele Heimatvereine (möglichst in Trachten)  und Gäste an diesem Schnadegang teilnehmen."

Weil die südlichen Grenzen rund um Ahlen in den vergangenen Jahren „abgelaufen“ wurden, zog es den Heimatförderkreis für westfälische Tradition, den SGV-Heimatverein und die Abordnungen aller umliegenden Heimatvereine am Freitagnachmittag in den Norden – nach Tönnishäuschen. Die Volkstanzgruppe des Heimatförderkreises führte im Ortskern von Tönnishäuschen volkstümliche Tänze auf.

Der Vorhelmer Heimatverein hatte die Abordnungen aus den umliegenden Gemeinden zum Abschluss am Landgasthof eingeladen. Unter der Federführung des Heimat-Förderkreises für westfälische Tradition und des SGV-Heimatvereins Ahlen kamen am Freitagnachmittag die benachbarten Heimatvereine am Landgasthof Tönnishäuschen zusammen, um während eines Schnadegangs eine Stele mit Messingtafel zu enthüllen. Die Wanderung führte die „Schnadeloipers“ bei bestem Sommerwetter nach zwei Kilometern zur Angel an die Grenze zu Ennigerloh-Enniger. Dort wurde die vom Steinmetzbetrieb Ulrich Magera erstellte Stele enthüllt. Alfred Thiemann , stellvertretender Vorsitzender des SGV-Heimatvereins Ahlen, wies in seiner Rede darauf hin, dass ein Schnadegang vor der Erfassung von Grenzziehungen in amtlichen Katastern dazu diente, unveränderte Grenzverläufe zu überprüfen. Bestehende Grenzstreitigkeiten konnten während dieser frühen Schnadegänge oftmals schnell beigelegt werden. Der Begriff Schnad wird vom altgermanischen „snahd“ abgeleitet.

Es bedeutete, einen Schnitt zu machen. Als Grenzverläufe wurden zunächst üblicherweise die in der Natur gegebenen Waldschneisen, Bäche, Hecken oder Gräben herangezogen, später übernahmen Grenzsteine diese Funktion. Auch der Begriff „Poahlbürger“ hängt eng mit diesen Schnadegängen zusammen. Neubürger wurden bei den Wanderungen „gepoaläst“, also mit dem Hinterteil („Äs“) auf den Grenzstein gesetzt. „Damit gehörten sie fortan zu den Paoahlbürgern“, beschrieb Alfred Thiemann die Prozedur. Mit der amtlichen Erfassung der Grenzen wurde der Schnadegang zeitweise sogar verboten und geriet dadurch auch in Vergessenheit. Umso mehr sind die heutigen Schnadegänge zu einem wichtigen Bestandteil der Traditionspflege in den Heimatvereinen geworden. Aus dem Ahlener Bereich nahmen auch die Heimatvereine aus Vorhelm und Dolberg teil, mit über 80 Teilnehmern war die Veranstaltung sehr gut besucht. Nicht minder stark vertreten waren die Gäste aus Enniger und Sendenhorst.

Die stellvertretende Bürgermeisterin Rita Pöppinghaus-Voss übernahm neben Udo Wagener vom Heimatförderkreis die Begrüßung der Abordnungen. „Schnadegänge sind eine Tradition, bei der das Münsterland in seiner Schönheit und Grenzenlosigkeit entdeckt werden kann.“ Das Treffen der Heimatvereine klang am Landgasthof Tönnishäuschen beim Grillen unter schattigen Lindenbäumen aus. Die Tanzgruppe des Heimatfördervereins Ahlen unterhielt die „Schnadeloiper“ zudem mit volkstümlichen Tänzen auf dem Dorfplatz vor dem Lokal. Als Kiepenkerl fungierte außerdem Dieter Redemeyer. Die Vorstandsmitglieder der Ausrichter – Udo Wagener, Christa Bücker, Christa Schwab und Heinrich Kemper – zogen am Abend eine sehr gute Bilanz: Aufgrund des Sommerwetters hatten sich auch zahlreiche interessierte Gäste unter die Abordnungen gemischt. „So kann das Münsterland in seiner Schönheit und Grenzenlosigkeit entdeckt werden.“
Heimatverein Drensteinfurt lädt ein - Schnadegang  28.05.2016
| CH, Mai 2016

Aus der Nachbarstadt Drensteinfurt erreichte uns eine Einladung - Schnadegang mit Festakt am Samstag, 28. Mai 2016 – Auch wenn in Sendenhorst St. Martinus-Schützenfest ist, werden hoffentlich einige Sendenhorster mitkommen! Der Heimatverein Sendenhorst ist auf jeden Fall dabei!

Bild: Logo Heimatverein Drensteinfurt

Aus der Einladung:
„Der diesjährige historische Grenzgang soll in der Einweihung eines Findlings einen Höhepunkt finden. Er wurde vom Heimatverein Drensteinfurt gestiftet und steht an der Grenze zu Albersloh, direkt am neuen Radweg an der L 585 Drensteinfurt-Albersloh. Das Ereignis möchten wir mit Ihnen zusammen gebührend feiern.“

14:00 Treffen auf Hof Altenau, Natorp 12, Drensteinfurt
14:15 Begrüßung, anschließend Marsch zum Standort des Findlings Es besteht auch die Möglichkeit, mit Jagdwagen zum Standort gefahren zu werden. Fußstrecke: 2,5 km
15:00 Enthüllung des Grenzsteines Grußwort des Bürgermeisters, Schleifen des Bürgermeisters, Erläuterung zur Historie des Schnadegangs und zur Geschichte der Landwehren als mittelalterliche Grenzanlagen. Der Festakt wird musikalisch begleitet durch den Spielmannszug „DiBo“. Rückfahrt bzw. Rückwanderung um
15:45 Uhr
16:30 Beginn des Festprogramms auf dem Hof Altenau Mitwirkende: Spielmannszug „DiBo“, der Kiepenkerlchor aus Altenberge, die Jagdhornbläser aus Rinkerode und ab 17:00 Auftritt der Hip-Hop Gruppe Ute Wetter, Drensteinfurt Auf dem Hof Altenau gibt es Getränke, Kaffee und Kuchen, außerdem hat die Fleischerei Kottenstedde ihren mobilen Imbiss aufgebaut.

Samstag, 28. Mai - Schön wars! Und wir haben viele Ideen mitgenommen... Danke Franjo & dem Heimatveerein Stewwert.
Schnadegang – Grenzbegehungen in alten und neuen Zeiten
| CH, Juni 016

Aus In unserer unmittelbaren Nachbarschaft fanden vor kurzem Schnadegänge statt. Zum einen hatte der Heimatverein Drensteinfurt geladen, an dem neuen Radweg nach Albersloh einen Grenzstein einzuweihen. Anschließend gab es ein wunderbares Hoffest auf Hof Altenau. Zum anderen hatten die zwei Ahlener Heimatvereine zum Schnadegang nach Tönnishäuschen eingeladen. Auch hier waren die Sendenhorster vertreten. Schließlich war hier bis 1950 die Verwaltung der Gemeinde Kirchpiel Sendenhorst – Enniger- Vorhelm untergebracht. Zum Kirchspiel gehörten die gesamten Sendenhorster Bauerschaften, also Bracht, Brock, Hardt, Jonsthövel, Rinkhöven, Elmenhorst, Sandfort und dazu noch Vorhelm und Enniger, aber das ist eine andere Geschichte…

Bild:
Sendenhorster Abordnung beim Schnadegang in Tönnishäuschen


Schnadegänge – Woher kommt das?
In alten Zeiten, lange vor der Einführung der Landvermessung und GPS, mussten Grenzen im Rahmen des damals möglichen, möglichst genau definiert werden, um Eigentum- und Zugehörigkeitsfragen zu klären, bzw. Rechtsstreitigkeiten zu vermeiden. Dazu wurden an den Grenzen Grenzsteine gesetzt, z.B. an Stellen in der Landschaft, an denen es keine natürlichen Grenzen gab. Dies geschah auf sogenannten Schnadegängen. Neben natürlichen Grenzen, wie z.B. Bächen, dienten bis zum 17. Jhdt eigens zur Markierung gepflanzte Bäume, in die man mit der Axt ein Kreuz hineinschlug, dann ging man zur Verwendung von Grenzsteinen über.
Anfangs fand eine amtliche Grenzbegehung statt, die dann alle ein oder zwei Jahre wiederholt wurde und mit der Zeit zu einem Volksfest mit teilweise bis zu mehreren 10.000 Besuchern wurde, so in vielen Orten des Münsterlandes und im Sauerland. In Neuenrade (Märkischer Kreis) ist ein Schnadegang von 1450 schriftlich überliefert, in Sendenhorst ist die Schnadjagd von 1756 überliefert, deren Weg sich noch heute genau nachverfolgen lässt. Sendenhorst und das Fürstbistum Münster wurden nach dem Ende Napoleons 1815 endgültig preußisch. 1817 verfügten die Preußen, dass die Schnadegänge nicht mehr nötig seien und somit gerieten die Schnadegänge in Vergessenheit.
Vielerorts wurde und wird der Schnadegang zum Anlass genommen, Neubürger der Stadt zu „poaläsen“. Dabei wird der zu „Poaläsende“ von einigen Schnadgängern („Schnadloipers“) angehoben und über einen Grenzstein gehalten. Dann wird sein Hinterteil („Ääs“) auf den Stein („Poal“) mehrmals aufgetitscht. Damit soll dem Neubürger der Standort des Grenzsteins nachhaltig bewusst gemacht werden. Gepoaläste Gemeindemitglieder werden „Poalbürger“ (Alteingesessene) genannt. Der Gepoaläste revanchiert sich für die Aufnahme in die Gemeinde mit einer Getränkespende am nächstgelegenen Rastplatz des Schnadegangs.In neuerer Zeit hat sich der Begriff Poahlbürger für „lang vor Ort ansässige Bürger“ durchgesetzt. Nach der Definition sind aber gerade die Poahlbürger ja Zugezogene.
Die Sendenhorster Schnadjagd von 1750 Es gab aber auch sog. Schnadjagden, wie sie aus dem Jahre 1756 in Sendenhorst protokolliert ist: Es schreibt der Stadtnotar Dufhues:
Anno 1765, am Dienstag, den 12. November vormittags 8 Uhr, erschienen vor mir, Notar, und Zeugen persönlich auf dem Rathaus in Sendenhorst die Bürgermeister der Stadt Sendenhorst, die ehrbaren Herren BERND DIETRICH BONSE und JOHANN DIETRICH FYE und gaben an:
Seit undenklichen Jahren ist die Bürgerschaft in Sendenhorst berechtigt, mit klingendem Horn und losgekoppelten Jagdhunden rings um Sendenhorst zu jagen. Um den Besitz ihrer Jagdgerechtigkeit zu wahren und die Schnadjagd von 1736 zu erneuern, hätten sie die gesamte Bürgerschaft durch die Pförtner zur Jagd einladen lassen. Es folgt eine Liste Namen, die zum Teil auch noch heute in Sendenhorst zu finden sind.
Insgesamt waren 34 Bürger bzw. Bürgersöhne auf dem Rathaus zugegen. …
Valete und kehrten nach Haus zum Neuen Graben zurück. Wir aber eilten nach Sendenhorst zurück. Mehrfach wiederholte die Bürgerschaft das Vivat mit einem Glas Bier und mit dem klingenden Horn wurde der Schluß gemacht.
Mit klingendem Horn wurde der Anfang gemacht.
Der Jäger nahm also mit allen 'beteiligten Bürgern seinen Weg vom Rathaus
über den Markt, durch die Südstraße, dann durch die Südpforte, längs dem Bohlweg über das Gef

Weiter zur Schnadjagd hier auf der Siete
....ist der Text komplett hinterlegt: … Zum Schluß der gesamten Schnad wurde die Jagd von ERNST BOICKMANN totgeblasen. Die Jäger erhielten ihren Lohn und ein Trinkgeld. Darauf nahmen sie das
Da der Weg schriftlich fixiert ist, könnte man diesen auch mal in Karte einzeichnen.
20. Jahrhundert

In neuerer Zeit kam und kommt es zur Wiederbelebung der Schnadegänge, die heute mehr ein gesellschaftliches Event zwischen Nachbargemeinden und meistens der Heimatvereine sind. Hier eine Liste aus den 1970ern aus dem Archiv: 1975 Ahlen-Drensteinfurt-Sendenhorst
1976 Münster-Everswinkel-Wolbeck-Sendenhorst
1977 Hoetmar-Freckenhorst-Warendorf-Sendenhorst
1978 Enniger-Vorhelm-Ahlen-Sendenhorst
In den 1980ern wurden in Sendenhorst noch weitere Schnadegänge durchgeführt. Leider sind dazu kaum Fakten noch bekannt. Der ein oder Leser, der sich angesprochen fühlt und vielleicht dabei war, wird gebeten, sich zu melden. Es wäre sehr wünschenswert, die Bäume, die zu den Anlässen gepflanzt wurden „Wieder“ zu entdecken! Das digitale Archiv des Heimatvereins freut sich!
Drensteinfurt, 28.05.2016

Der Schnadegang Drensteinfurt. Am 28.05. hatte der Heimatverein Drensteinfurt zum Schnadegang mit anschließendem Hoffest auf Hof Altenau in der Bauerschaft Natorp geladen. Bei bestem Frühlingswetter traten ca. 200 Personen den Marsch zum neuen Grenzstein an. Ca. 12 Heimatvereine waren vertreten, u.a. natürlich auch Albersloh und Sendenhorst. Dazu kam noch der stellvertene Sendenhorster Bürgermeister M. Mühlenhöver, so dass die Sendenhorster trotz St. Martinus-Schützenfest eine ca. 8 Frau/Mann starke Truppe zusammen bekommen hatten. Beim 2,5 km langen Marsch vom Hof zum Grenzstein und zurück an der Straße nach Albersloh wurden zahlreiche Gespräche geführt werden und neue Kontakte konnten geknüpft werden.
Tönnishäuschen, Freitag, 03.06.2016
Zum Schnadegang eine Woche später hatten der Heimatförderkreis Ahlen und der Sauerländische Gebrigsverein Ahlen (So die Bezeichnung der beiden Ahlener Heimatvereine) nach Tönnishäuschen zum Schnadegang geladen. Ebenfalls bei schönem Sommer-Wetter machte sich die ca. 100 Personen umfassende Gruppe vom ehemaligen Landgasthof auf, um an der Angel, unmittelbar an der Grenze zu Enniger eine Stele einzuweihen. Dieses Mal wurde die stellvertretene Ahlener Bürgermeisterin Frau stellvertretende Bürgermeisterin Rita Pöppinghaus-Voss symbolisch „gepoahläst“ = leicht angehoben. Nach einer Stärkung mit Korn und Mettentchen ging es von der Angel zurück zum Landgasthof, der eigens für diesen Anlass wieder geöffnet war. Hier gab es abschließend ein Jagdhornblasen und einen Volkstanz der Walstedder Volkstanzgruppe, bevor es zu gemütlichen Teil überging. Bei gemütlichen Beisammensein unter den Linden des Gasthofes konnten die neuen Freundschaften vertieft werde. So haben die Sendenhorster mit den Drensteinfurter Heimatfreunden einen Schnadegang in Richtung Drensteinfurt für das nächste Jahr ins Visier genommen…
Zu Besuch beim Schnadegang Everswinkel - Sendenhorst
| Mai 2022

Everswinkel - Sendenhorst  Einen Blick auf Schon mal das Terrain sondiert...Aus CDU Everswinkel  Nach 2 Jahren coronabedingter Pause wieder ein Schnatgang. Der diesjährige Schnatgang der CDU führte die über 40 Teilnehmer entlang der Sendenhorster Grenze. Bei sonnigem Wetter ging es zunächst mit dem Fahrrad zum Hof Witte in die Bauerschaft Schuter.

Magdalene Wierbrügge, Vorsitzende der Everswinkler CDU`ler begrüßte die Teilnehmer, zu denen auch der Landtagskandidat der CDU Markus Höner und auch Bürgermeister Sebastian Seidel zählten. Bevor es zu Fuß los ging, erläuterte Josef Beuck, Vorsitzender des Heimatverein Everswinkels, den ursprünglichen Sinn des Schnatganges. „Früher, als es noch keine Katastereinträge gegeben hat, markierten natürliche Landschaftsmerkmale wie Wälder, Hecken und Bäche die Grenzen,“ erläuterte Beuck, „und damit jeder wusste, wo die Eigentumsgrenzen verliefen, war es Brauch, einmal im Jahr diese Grenzbegehung (Schnatgang) durchzuführen.“

Vom Hof Witte ging es dann in süd-westliche Richtung über die L 811, um von dort auf die eigentliche Gemeindegrenze zu Sendenhorst zu stoßen. Anhand der Flurnamen konnte Beuck immer wieder interessante, unterhaltsame Informationen zur Historie berichten.
Während der Wegstrecke hatten die Teilnehmer die Möglichkeit zum politischen Austausch mit dem Landtagskandidaten und gelernten Landwirt Markus Höner. Bevor dieser sich zum nächsten Termin auf den Weg machte, appellierte Höner an alle: „Gehen sie zur Wahl am 15. Mai!“

Über Feldwege, aber auch querfeldein und über ausgetrocknete Gräben erkundete die Gruppe weiter die Grenze. Etwa auf der Hälfte des zweistündigen Fußmarsches gab es einen kurzen Zwischenstopp. Frisch gestärkt ging es in die 2. Etappe und wer sich Zeit nahm, konnte mit dem pensionierten Biologielehrer Arno Biesemann eine Exkursion in die Vogelwelt machen, denn Nachtigall und Zilpzalp begleiteten die Schnatgänger mit ihrem Gesang.

Am Ziel der Wanderung, dem Haus Strohbücker, wartete der Hausherr mit einem frisch gegrillten Würstchen und kühlen Getränken auf die Grenzgänger und der Abend klang in gemütlicher Runde aus.
Sendenhorst und Albersloh - Gemeinsamkeit trotz Grenzlinie 17.12.2007
| 17. Dez 2007

Sendenhorst / Albersloh . Am dritten Adventssonntag , einem herrlichen Wintertag , luden die Heimatvereine Sendenhorst und Albersloh zum Schnadegang ein. Wo nun genau die Bäume gepflanzt wurden, ist 10 Jahre später nicht bekannt! In Erinnerung an die traditionelle Grenzbegehung zwischen den beiden Orten fanden sich dieses Jahr rund 25 Personen an der Bushaltestelle „Reiterhof“ in der Bauerschaft Alst ein. Die Wanderung führte die Gruppe entlang der Grenze zwischen Sendenhorst und Albersloh bis zur Gaststätte Peters, wo sie gemütlich ausklang.

Willi Berheide vom Heimatverein Albersloh begrüßte die Gruppe und erklärte kurz die historische Bedeutung des Schnadegangs. Weiter erinnerte er an den letztjährigen, erstmals wieder eingeführten Schnadegang, zu dessen Erinnerung zwei Bäume gepflanzt worden waren. Auch der nun zweite begangene Schnadegang hinterließ seine Spuren. Ein Schnadestein wird an ihn erinnern. Obwohl nach den beiden Gängen nun die Grenze zwischen Sendenhorst und Albersloh abgeschritten sei, so werde es doch auch in den nächsten Jahren weitere Begehungen geben, meinte Willi Berheide zuversichtlich. Begegnungen, ja die gab es reichlich, jedoch bis zum nächsten Schnadegang sollte es noch etwas dauern...

Bilder: Wir haben sie gefunden: Die Bäume von 2016 und den Stein 2017.... 2025 werden wir zum 100. Geburtstag des Heimatvereins diese erwandern, jawohl!.

1980: Schnadegang führte entlang der Grenzen von Hoetmar

Mehr als 200 Heimatfreunde wanderten durch den Ketteler Horst | im Mai 1980

Mehr als 200 Teilnehmer aus Warendorf, Hoetmar, Freckenhorst, Einen, Milte, Sendenhorst und Everswinkel beteiligten sich an einem gemeinsamen Schnadegang entlang der Gemeindegrenzen. Bei strahlendem Wetter führte die etwa acht Kilometer lange Wanderung durch den Ketteler Horst und die Bauernschaft Holtrup bis zum Sportplatz in Hoetmar.

Der alte Brauch des Schnadegangs war 1977 bei einer Grenzbegehung zwischen Ostbevern und Milte wieder aufgenommen worden. Mit der erneuten Wanderung sollte nicht nur an frühere Grenzkontrollen erinnert, sondern auch die Verbundenheit der benachbarten Orte und Heimatvereine gestärkt werden.

Die Warendorfer Teilnehmer starteten mittags mit zwei vollbesetzten Bussen am Marktplatz. Unterwegs schlossen sich weitere Heimatfreunde aus Freckenhorst und Hoetmar an. Auch die Hoetmarer Jagdhornbläser waren dabei und begleiteten die Wandergruppe während des gesamten Nachmittags.

Auf Everswinkeler Gebiet wurden die Teilnehmer von Ewald Drees und Professor Leidinger im Namen der Heimatvereine Hoetmar und Warendorf begrüßt. Everswinkels Bürgermeister Benno Poll erinnerte an die traditionell guten Beziehungen zwischen den beteiligten Gemeinden. Nach einem ersten Umtrunk und einem Signal der Jagdhörner begann die eigentliche Grenzbegehung.

Ein wichtiger Haltepunkt lag am Voßbach. Das Gewässer markiert an dieser Stelle die Grenze zwischen Hoetmar und Sendenhorst. Dort pflanzten die Bürgermeister Benno Poll und Dr. Günther Drescher gemeinsam mit dem Sendenhorster Heimatvereinsvorsitzenden Hans-Günther Fasselt drei junge Eichen.

Die Bäume sollten dauerhaft an den Schnadegang und die grenzüberschreitende Zusammenarbeit erinnern. Nach alter Tradition wurden die frisch gepflanzten Eichen anschließend auch gebührend „begossen“.

Nur wenige Gehminuten entfernt legte die Wandergruppe auf dem Hof Drees eine erste Rast ein. Danach führte die Strecke durch die Bauernschaft Holtrup weiter in Richtung Enniger. In der Nähe des Hofes Sendenhorst wurden erneut junge Eichen gepflanzt, um auch diesen Berührungspunkt der Gemeindegrenzen sichtbar zu markieren.

Den Abschluss des Schnadegangs bildete ein gemeinsames Beisammensein auf dem Sportplatz in Hoetmar. Bei Getränken und einer Stärkung ließen die Teilnehmer die Wanderung ausklingen, bevor die Busse sie wieder zurückbrachten.

Der Schnadegang verband damit die Pflege eines alten Brauchs mit der Begegnung zwischen Menschen aus mehreren Nachbarorten. Die gepflanzten Eichen blieben als sichtbare Zeichen dieser Verbundenheit zurück.

Auf dem Weg nach Ahlen am Ahelner Damm...

Sendenhorst / Ahlen. Dokumentation fehlt - Aber das war auch ein Schnadegang!

Schnadegang 1978 Über Brauchtum die Kontakte gepflegt ,Dreiländereck' zusammengetroffen 

Schnadegänger marschierten „quer Beet" zum Hof H. Hartmann | 23.10.1978

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Rund 100 Heimatfreunde aus Sendenhorst, Hoetmar, Freckenhorst und Warendorf unterwegs – Drei Erinnerungsbäume gepflanzt

Ein lebendiges Stück westfälischen Brauchtums und zugleich ein schönes Zeichen guter Nachbarschaft erlebten am vergangenen Samstag rund 100 Heimatfreunde aus Sendenhorst, Hoetmar, Freckenhorst und Warendorf. Der Heimatverein Sendenhorst hatte gemeinsam mit den Freunden aus den Nachbargemeinden zum diesjährigen Schnadegang eingeladen. Entlang der gemeinsamen Grenzen wurde gewandert, erzählt, gepflanzt und natürlich auch für das leibliche Wohl gesorgt.

Der Schnadegang knüpft an eine alte Tradition an. Schon vor mehr als zwei Jahrhunderten wurden die Grenzen regelmäßig begangen und dabei insbesondere die Jagdgrenzen neu festgestellt. Unser Heimatverein hat diesen alten Brauch vor drei Jahren wieder aufgegriffen. Heute steht dabei weniger die genaue Feststellung der Grenzlinien als vielmehr die Begegnung mit den Menschen in den benachbarten Gemeinden im Vordergrund.

Am Treffpunkt im sogenannten „Dreiländereck“ nahe dem Hof Drees begrüßte der Vorsitzende des Heimatvereins Sendenhorst, Hans-Günther Fascies, die Teilnehmer. Er erinnerte daran, dass ein Schnadegang auch in unserer Zeit seinen guten Sinn behalten habe. Brauchtum und Tradition zu erhalten, sei eine wichtige Aufgabe des Heimatvereins. Ebenso wichtig sei es aber, über die Gemeindegrenzen hinweg die persönlichen Kontakte zu pflegen und die gute Nachbarschaft zu fördern.

Drei westfälische Bäume als Zeichen der Verbundenheit

Zur bleibenden Erinnerung an den Schnadegang 1978 sollten an drei Stellen entlang des Weges Bäume gepflanzt werden. Ausgewählt wurden mit Buche, Esche und Birke drei heimische Baumarten.

Bei der ersten Pflanzaktion am Hof Drees waren zunächst die Bürgermeister beziehungsweise deren Vertreter gefordert. Bürgermeister Heinz Schibill aus Sendenhorst und der stellvertretende Warendorfer Bürgermeister Tönne Deitert aus Hoetmar griffen zum Spaten. Der schwere, lehmige Boden machte ihnen die Arbeit allerdings nicht gerade leicht. So dauerte es nicht lange, bis weitere Schnadegänger mit anpackten und gemeinsam dafür sorgten, dass die jungen Bäume ordentlich in die Erde kamen.

Natürlich durfte anschließend auch das Angießen nicht fehlen. Schließlich hatte man aus den Erfahrungen der vergangenen Jahre gelernt. Mehrere zuvor gepflanzte Eichen waren leider nicht angewachsen. Deshalb entschied man sich in diesem Jahr erstmals dafür, auch eine Birke als Schnadegang-Erinnerungsbaum zu setzen.

Die Bäume sollen künftig nicht nur an diesen Tag erinnern. Sie stehen zugleich für den Gedanken, der hinter dem Schnadegang steht: Die Menschen der benachbarten Gemeinden wollen trotz bestehender Grenzen miteinander verbunden bleiben und gemeinsam dafür sorgen, dass heimatliches Brauchtum erhalten wird.

Aus verschiedenen Richtungen zum gemeinsamen Treffpunkt

Der Weg zum gemeinsamen Treffpunkt wurde von den Teilnehmern nicht überall auf dieselbe Weise zurückgelegt. Ein Teil der Sendenhorster Heimatfreunde war vom Hof Anton Westhues aus aufgebrochen, während die Hoetmarer Gruppe ihnen aus der entgegengesetzten Richtung entgegenkam. Schließlich traf man sich in einem Waldstück und setzte den Weg gemeinsam fort.

Einige der Sendenhorster Schnadegänger hatten sich allerdings gleich zu Beginn für eine etwas längere Strecke entschieden. Zu dieser Gruppe gehörten unter anderem Johannes Stoffers, Hans Homeyer, Heinrich Esser und Werner Dufhues. Dabei war es offenbar nicht allein der sportliche Ehrgeiz, der sie zu ihrem Umweg bewogen hatte. Der etwas bequemere Weg hatte den Vorteil, dass man beim Marsch „quer Beet“ nicht ganz so viel münsterländischen Boden an Schuhen und Stiefeln mit sich tragen musste.

Unterdessen wartete Bürgermeister Heinz Schibill bereits auf die Wanderer. Er hatte an diesem Tage eigentlich noch einen weiteren gesellschaftlichen Termin: Der Sendenhorster Stadtdirektor Heinrich Wiegard feierte seinen 40. Geburtstag. Bürgermeister Schibill hatte sich von dort jedoch zeitweise verabschiedet, um auch am Schnadegang teilnehmen zu können.

Mettenden, Brot und „Sendenhorster Wasser“

Nach der ersten Baumpflanzung war eine Stärkung willkommen. Irmgard Fascies öffnete dafür die „Vorratskammer“ ihres Pkw. Darin fanden sich neben reichlich Brot und Mettenden auch genügend Getränke für die Wanderer.

Dass ein Schnadegang im Münsterland nicht ausschließlich eine sportliche Angelegenheit ist, zeigte sich auch an den weiteren Stationen. Nach der kräftigen Stärkung wurde der Weg fortgesetzt, und bald durfte auch eine besondere Spezialität aus Hoetmar nicht fehlen.

Das von Altbürgermeister Tönne Deitert ausgeschenkte „Hoetmarer Goldtröpfchen“ sorgte bei den Teilnehmern für gute Stimmung und dürfte bei dem einen oder anderen auch dazu beigetragen haben, dass sich die folgenden Kilometer etwas leichter bewältigen ließen.

Wieder ging es „quer Beet“

Die nächste Station lag an der Hoetmarer Straße. Auch diese wurde nicht unbedingt auf dem kürzesten Straßenweg erreicht. Ganz im Sinne eines echten Schnadeganges führte der Weg wieder „quer Beet“ über Felder und Wege.

Nun waren die Vertreter der Verwaltungen an der Reihe, zum Spaten zu greifen. Wieder wurden Esche, Buche und Birke gepflanzt. So wechselten sich entlang der Strecke verschiedene Teilnehmergruppen bei der Arbeit ab.

Eine dritte Pflanzstelle befand sich zwischen den Höfen Suermann und Hartmann auf Sendenhorster Gebiet. Dort mussten schließlich die Vorsitzenden der beteiligten Heimatvereine selbst ran und zeigen, dass sie nicht nur reden, sondern auch mit dem Spaten umgehen können.

Auf diese Weise wurden die Baumpflanzungen zu einem festen Bestandteil des Schnadeganges. An jeder Station kamen andere Teilnehmer zum Zuge, und stets halfen zahlreiche Hände mit.

Geselliger Abschluss auf dem Hof Hartmann

Von der dritten Pflanzstelle war es schließlich nicht mehr weit bis zum Ziel des Tages, dem Hof Hubert Hartmann.

Dort wartete bereits eine weitere münsterländische Stärkung auf die Wanderer. Unter anderem war Wurstebrot vorbereitet worden. Nach der langen Wanderung und den Pflanzaktionen fand dieses Angebot selbstverständlich zahlreiche Abnehmer.

In der Scheune des Hofes Hartmann blieb man anschließend noch lange in geselliger Runde zusammen. Die Anstrengungen des Weges waren schnell vergessen. Es wurde erzählt, gelacht und manches Erlebnis des Tages noch einmal ausführlich besprochen.

Damit hatte der Schnadegang seinen eigentlichen Zweck erfüllt. Die Grenzen zwischen den Gemeinden waren begangen worden – vor allem aber waren sich die Menschen diesseits und jenseits dieser Grenzen wieder ein Stück nähergekommen.

Der Heimatverein Sendenhorst möchte diese Tradition auch in den kommenden Jahren fortführen. Im jährlichen Wechsel sollen die verschiedenen Grenzen Sendenhorsts zu den Nachbargemeinden begangen werden.

So verbindet der Schnadegang auf besonders schöne Weise Heimatpflege, Brauchtum und gute Nachbarschaft. Und wenn dabei neben Spazierstock und festem Schuhwerk auch ein Stück Wurstebrot und gelegentlich ein kleiner „Klarer“ dazugehören, dann ist auch dies ein Teil jener münsterländischen Geselligkeit, die einen solchen Tag erst richtig vollständig macht.

Die Sendenhorster Schnadjagd von 1750
Es schreibt der Stadtnotar Dufhues:

Anno 1765, am Dienstag, den 12. November vormittags 8 Uhr, erschienen vor mir, Notar, und Zeugen persönlich auf dem Rathaus in Sendenhorst die Bürger- meister der Stadt Sendenhorst, die ehrbaren Herren BERND DIETRICH BONSE und JOHANN DIETRICH FYE und gaben an: Seit undenklichen Jahren ist die Bürgerschaft in Sendenhorst berechtigt, mit klingendem Horn und losgekoppelten Jagdhunden rings um Sendenhorst zu jagen. Um den Besitz ihrer Jagdgerechtigkeit zu wahren und die Schnadjagd von 1736 zu erneuern, hätten sie die gesamte Bürgerschaft durch die Pförtner zur Jagd einladen lassen. Anno 1765, angefangen den 12. November

Folgende Bürger sind erschienen: die beiden Bürgermeister,
GERHARD HENRICH BONSE, Kämmerer, ANTON HÖNE, Lohnherr, JOAN HENRICH GEI- LERN, DIRCK EVERT HÖLSCHER, DIRCK HENRICH HESSELMANN, FERDINAND HESSELMANN, JOAN BERNDT HÖNE, BERNDT HENRICH BRÖKER, ALEXANDER SCHLENCKER, JOAN HERM WINKELSETT, BERNDT HENRICH BONSE, JOAN WILHELM BONSE, JOAN DIETRICH BONSE, JOAN HINRICH AHAGE, JOEST FUEST, JOAN BERNDT SCHMIDTKAMP, JOSEPH MERTENS, JOAN BERNDT KOHUES, JOAN DIRCK LAICKMAN, JOAN HENRICH BÜCKER, SALOMON RITZ, JOAN HENRICH BERINCK, JOAN BERNDT BERINCK, WILHELM MEITLINCK, ANTON HAERBAUM, Bürger; CONRAD HINRICH SCHLIFFUETH, ein Junggesell; dazu die Jünglinge BERNDT HERMAN GEISSELER, CASPAR STAMKORTE, GERHARDT HINRICH STAMKORTE, ENGELBERT HINRICH DUFHUES UND BERNDT HINRICH WETTENDORFF.

Insgesamt waren 34 Bürger bzw. Bürgersöhne auf dem Rathaus zugegen. Die Bürgermeister hatten ERNST BOICKMANN, den Jäger des Herrn Erbkämmerers Herrn VON GALEN vom hochadligen Haus Neuengraben, Kirchspiel Enniger, berufen und ihn gebeten, mit seinen beiden Lehrburschen FRANZ STUMPE und JOAN BERNDT KENTZLER die Schnadjagd zu führen. Der Jäger erschien pünktlich zur ausgemachten Stunde mit zehn Jagdhunden und zwei Hörnern auf dem Rathaus. Mit klingendem Horn wurde der Anfang gemacht.
Der Jäger nahm also mit allen beteiligten Bürgern seinen Weg vom Rathaus über den Markt, durch die Südstraße,dann durch die Südpforte, längs dem Bohl- weg über das Gefrecht im Himmelreich, über den Grünen Weg, entlang der Stadtsheggen [Stadtlandwehr] bis an den Kirchspielshagen — den ganzen Weg mit gekoppelten Hunden. Hier wurden die Hunde losgelassen. Sofort spürten sie in Meys Busch einen Hasen auf und setzten ihm nach. ERNST BROICKMANN erschoß ihn. Auf dem Wiescher Spitalkamp, am Pferdekamp wurde das gehörige Recht mit klingendem Horn kundgetan. Danach jagten die Hunde im Hemmer Holz einen Hasen auf, verfolgten ihn und trieben ihn in den Wiescher großen Nachtkamp. Beim Lüttken Nachtkamp wurde er von dem jungen Gesellen CASPAR STAMKORTE geschossen und totgeblasen.

Von dort begab sich die ganze Gesellschaft mit ihren Gewehren an die Becke des zum hochadligen Haus Hove gehörigen Kuhkamps. JOAN HINRICH AHAGE und JOAN BERNDT SCHMIDTKAMP schossen in den Schlagbaum über der Brücken die Zeichen. Von der Brücke ging es rechter Hand entlang der Becke, auf dieser Seite des Hagens am STRASSENKOTTEN vorbei, welcher Kotten kürzlich niedergerissen wurde; von dort bei EDDELKÖTFERS vorbei, über die Becke vor POTTHOFS Hof und Schoppen über den Kamp wo JOAN BERNDT KOHUES von einer Weide beim Heck vorm Schoppen ein Zeichen geschossen. Von dort ging es weiter über den Ossenkamp über Herten Grasland, durch Meys Wiese längs der Becke, durch Meys Kämpe und in den Wiescher Nachtkamp hinein. In dieser Zeit hat JOAN DIETRICH BONSE in Meys fünf Stücken einen jungen Hasen im Lager geschossen und herbeigebracht.

Dann hat die Jagd ihren Fortgang genommen vom Wiescher Nachtkamp durch den Wiescher Saatkamp zumWiescher Baum vor Zeller Felds Südfeld, WO JOAN DIETRICH BONSE in den Schlagbaum ein Zeichen geschossen. Von dort ging es über die Brücke durch einen Weidekamp, die sog. Ahrensbecke. Hier hat JOAN DIETRICH BONSE in den Pfosten am Steinfurdischen Fußschemm [Fußsteg] ein Zei- chen geschossen; darauf weiter über den Kirchspielshagen, in den Leienbusch ent- lang dem Hagen durch den Saatkamp Pieper, und weiter durch den anderenLeyenbusch, durch Schulten Bernds Heidbusch, am Muschenschloodt vorbei. An der Brücke vor dem Bach hat ENGELBERT HINRICH DUFFHUES ein Zeichen in eine Weide geschossen.
Von dort zog die Jagdgesellschaft wieder heimwärts, durch Wilkens Büsche über die Landstraße, dann über eine Wiese an der Landstraße bis an den Stock vor Wildemanns Hof. In den Schlagbaum hat BERND HERMAN GEISLER ein Zeichen ge- schossen.
Von hier zog die Jagd wieder zurück über den Stock bis Schulten Berndts Wohnhaus wo sämtliche Jagdliebhaber sich versammelten und zwei Kannen Branntwein zu ihrer Erfrischung leerten.
Bei Sonnenuntergang zog die Jagd durch die Bröcker Mark entlang dem Hagen [Landwehr] wo JOEST FUEST bis an die Lenden in die Becke fiel. Hinter dem Bo- keler Baum ging es durch den Markbaum auf die Landstraße bis nach Senden- horst. Mit einem Trunk Bier in des Kämmerers GERHARD HENRICH BONSEN Haus an der Südpforte wurde der erste Tag der Jagd beendet.
(Anm: Weil es aber dunkel geworden ist, so konnte die Schnad jenseits der Landwehr durch das Feld und durchSchulten Alst Busch jenseits des Bokelers Baums nicht fortgesetzt werten.)


2. Tag
Anno 1765, am Mittwoch den 13. November, ist die Schnadjagd zwischen 8 und 9 Uhr fortgesetzt worden und sind dabei gewesen: ANTON SCHMIEDES (SCHMEDDES), BARTHOLOMEUS MARCUS, BERNDT HINRICH BROCKER, MAURITZ
SCHINDELER, WILHELM MEITLINCK, JOAN HINRICH BERINCK, BERNDT HINRICH AHA- GE, BERNDT HERM SCHMITKAMP, SALOMON RIETZ, HERMAN KAMMAN, DIRCK HIN- RICH HESSELMAN, BERNDT DIETRICH BONSE, JOAN DIRCK LAICKMAN, DIRCK HINRICH EDELINCK, ENGELBERT HINRICH DUFHUES, DIRCK BARTMANN, MELCHERT FRENKING, JOAN BERNDT FEYGELL, BERNDT HINRICH LUTTKEHUES (als Stadtdiener mit dem Stadtsjagdhorn), die Bürgermeister BONSE und FIEHE, JOAN DIRCK BONSE, FERDI- NAND HESSELMAN, CASPAR JUNFFERMAN, JOAN HINRICH BÜCKER, JOAN BERNDT BÜK- KER, JOAN DIRCK FEYGEL, ALEXANDER SCHLENCKER, BERNDT HINRICH WETTENDORFF und noch mehrere andere Bürger, deren Name nicht aufgeschrieben wurden. Auch ERNST BOICKMANN und seine beiden Lehrburschen mit sechs gekoppelten Jagdhunden und drei Spionen war wiederum dabei.
Die Bürger und Jäger haben also ihren Weg mit gekoppelten Hunden über die Weststraße durch die Westpfortegenommen über die Landstraße bis auf das Meer WO ERNST BOICKMANN die Hunde los ließ.
Einige Bürger und die Graf-Merveldtschen Jäger, voran JÜRGEN KOTTERS, fin- gen an zu jagen. Während dessen begab ich, Notar, mich mit einigen Zeugen und mehreren Bürgern auf die Münstersche Landstraße bis zum Bokeler Baum. Die Jagdgrenze geht über dieRebbersheide, diesseits des Galgens. Beim ersten Schnadstein hat der Jüngling BERNDT DIETRICH BONSE seine Pistole gezogen und sofort gab der Stadtjäger mit klingendem Horn das Zeichen. Von dort ging es bis an des Riehmbusch Schlagbaum. HERMANN KAMMAN schoß ein Zeichen. Der Weg wurde durch den Riembusch fortgesetzt, durch einen Schlagbaum am Lindenbusch und Weidekamp, über den großen Bergkamp, am Schafstall des Hauses Grevinghoff vorbei, über die Straße in die Grevinckheide wo der Stadtsjäger BERNDT HENRICH LÜTKEHUES einen Hasen geschossen hat.
Dann ging es dem Kirchspielshagen entlang auf den vier Ecken in die Senke über den Schloetkamp, diesseits desHolzbuschs in Zeller AHLANDTS Haus.
HERR VON STAPEL UND GREVINGHOF fühlte sich in seinen Jagdrechten beeinträch­tigt, weil die Stadt Sendenhorst die oben genannten Gebiete zur Jagd betreten und ihm zu nahe gekommen war. Um Streitigkeiten aus dem Wege zu gehen, ha­ben beide Bürgermeister erklärt, diese Orte niemals zur Jagd betreten zu wollen. Deshalb ist der Jagddistrikt wie folgt verändert worden: vom Bokeler Baum über Schulten Boickholt Kämpe, durch die Anteweide,über den Elmenhorster Berg, durch Werrings und Tawidden Büsche bis zum Ende der Landwehr in Zeller AH­LANDTS Haus. Über die neue Jagdgrenze werde ich, Notar DUFFHUES, Herrn KERCKERINCK ZUM STAPEL einen Protokollauszug zuschicken.
In AHLANDS Wohnhaus hat der Stadtsjäger geblasen. DIRCK HINRICH EDDELING hat ins Heidepörtchen vor dem Hof ein Zeichen geschossen.
Mit Bürgern, Zeugen und dem Stadtjäger bin ich durch die Kuhwiesche zurück­gegangen, habe auf einem Staken die Becke überquert und bin in Zeller Hintzen­broicks Gartenkamp gelangt, vor HINTZENBROICKS Wohnhaus über den Hof durch das Heck ging es durch die Straße auf die Landstraße.
Über den Hellweg ging es auf HORSTMANN zu. Wo sich die beiden Straßen schneiden, vor dem Busch bei HORSTMANNS Scheune, hat ENGELBERT HINRICH DUFHUES einen Zweig von einer jungen Teigen [Eiche] geschossen.
Durch Horstmanns Busch ging es wieder zurück über den Telgtschen Fußpatt, über Zeller Veltmanns Kämpe bis auf die Schaaflake beim Bildnis der Heiligen Anna. In Zeller VELTMANNS Wohnhaus haben die Anwesenden zwei Kannen Branntwein getrunken.
Durch Veltmanns Garten, über Veltmanns Kuhle zogen wir durch den Schlag­baum nach ANGELKOTTE. AufAngelkottens Laake neben der Straße ging es durch ein dreisches, mit Erlen bestandenes Feld des Zeller HOMANN, weiter auf der Stra­ße von ANGELKOTTE nach SCHEMMANN und durch eine große Pforte. In die Sims­porte neben dem Hofeingang schossen JOAN DIRCK LAICKMAN, BERND HENRICH AHAGE und DIETRICH BARTMANN Zeichen.
Durch SCHEMMANS Haus und Garten erreichten wir den alten Hausplatz, wo ge­blasen und von BERNDT HERMAN SCHMITKAMP in eine Weide geschossen wurde. Durch die andere Pforte verließen wir SCHEMMANS Hof, zogen an einem dreikanti­gen Fischteich vorbei, über ein grünes Feld entlang dem Kalberkamp.
Die Jagdgesellschaft zog dann über den Hellweg von Sendenhorst nach Evers­winkel bei Schemmans Brücke. Wir verließen den Hellweg über einen Saatkamp direkt an der Angel. Zwischen Angel und Eßmanns Kuhkamp ging es hindurch bis zur Brücke bei Wißmanns Garten wo BERNDT DIETRICH BONSE das Laub vom Ap‑ felbaum schoß. BERND HINRICH LÜTTKEHAUS schoß vor dem Haus in einen Birnbaum.Von WISSMANNS zogen wir an Zeller WiTrEs Hof vorbei. BERNDT HINRICH AHAGE und JOAN MELCHIOR FRENKING schossen bei WITTES Scheune in eine Porte. Vor der Schwer Brücke schoß MAURITZ SCHINDELER in einen Schlagbaum.
Über das Saatfeld Leim zogen wir direkt über die Rincker Geist, dem Schuter Holz entlang über die Rinckhöfer Kämpe nahe dem Hölteren in die Rinckhöfer Bauerschaft. Wir durchquerten SUERMANNS Haus, Garten und Kämpe. Über das Kolkschemm, durch den Schörner Busch und schließlich durch die Ostpforte ging es zur Kämmerei wo sich die gesamte Gesellschaft mit einem Trunk Bier ergötzte.
Bei dieser Zusammenkunft berichtete ERNST BOICKMANN, als er auf dem Meer seine Hunde losgelassen und die Bürger die Jagd begonnen, hätten die Hunde auf Tuckenbörgers Hüchte einen Hasen gefunden. BOICKMANN hätte ihn angeschossen, die Hunde hätte ihm nachgesetzt und bei der Nordenkapellen gefangen und aufgefressen. Man fand die beiden Hinterläufe, die vorgelegt wurden.
Als nächstes schoß der Merveldtsche Jäger JOAN JÜRGEN. MOLLERS bei FIHE in der Hove in der Bergstraße einen Hasen im Lager. Die Hunde spürten einen weiteren Hasen auf, jagten ihn und fraßen ihn bei den Elf Stücken ohne daß ein Schuß abgeben wurde.
In Elmenhorts Busch bei HOOFFSCHMIDT wurde ein Hase aufgespürt, in der Straße auf dem Elmenhorster Tih von Bürgermeister BONSE angeschossen und neben SCHULTE ELMENHORSTS Backs im Busch von den Hunden gefangen und ebenfalls aufgefressen.
Gegen Abend jagten die Hunde einen Hasen im Brüser Feld. FRANZ STUMPE und JOAN BERNDT BÜCKER schossen nach ihm und konnten ihn auf Brüsers Busch den Hunden abnehmen.

3. Tag
Anno 1765, am Donnerstag, dem 14. November, erschienen noch einmal die zur Jagd eingeladenen Bürger auf der Kämmerei [folgt Liste von 37 Namen].
Vormittags zwischen 8 und 9 Uhr nahm die Umjagd wie folgt seinen Fortgang: Durch die Stadt und Ostpforte zurOstenkapelle, wo sich die Gesellschaft teilte. Eine Hälfte zog mit dem Jäger BOICKMAN, die andere mit mir, Notar, und den Zeugen. Mit dem Stadtjäger und den übrigen Bürgern marschierte ich über die Schörtner Hove zumHoetmarer Fußpatt bis zur Jagdgrenze an der Becke vor Zeller Bußfelds Brücke und Schlagbaum. JOAN MELCHERT EDDELING schoß das Zeichen, der Stadtjäger blies ins Horn.
Von Bußfelds Baum zogen wir vor Zeller BRÜGGEMANNS Hof. In den Schlagbaum an der Leußenbrügge schossen ANDRESS LAICKMAN und BERNDT HINRICH EDDELINCK ihr Zeichen und der Stadtjäger blies das Horn. Wir kletterten über einen Zaum in die Kämpe, die an dem Ennigerschen und Sendenhorstischen Kirchspielshagen liegen, nämlich die Leussen und die vorderste und hinterste Poggenkamps Wiesche. Darauf setzten wir den Weg fort durchMellinghoffs Saatkamp, durch Watermanns hinterste und schmale Hausbrede, durch Mellinckhoffs Winkel und dieschmalen Winkelbüsche.
Durch Watermanns Busch entlang dem Kirchspielhagen über die Kämpe und das Angelfeld bis an Schulte Brünings Heerenstein und dann auf die Angel zog die Jagd, darauf links wieder zurück über Zeller Middelhoves Angelbrücke,hinter
SOMMERSELLS und WESSELS Häuser, über ein kleines, dreisches Feld, durch eine Wiesch, über Sommersellen Geist und den Ennigerschen Fußpatt, durch die Stakenhegge, durch Sommersells Schlautkamp, Schmidtkamps Wald, Geilern Kuhkamp und Ossenkamp, durch den Garten und endlich in GEILERNS Wohnhaus, wo die ganze Gesellschaft den Branntwein zu sich nahm. Auf dieser Seite der Becke ging es durch Geilern und Schmidtkamps Wie- sche.

Auf SCHMIDTKAMPS alten Hausplatz schossen BERNDT DIETRICH BONSE, JOAN BERNDT BEUMER und BERNDT HINRICH MOLKENBUER die Zweige von einem Apfel- baum; der Stadtsjäger blies ins Horn.

Über einen Zaun im Nierenholt führte unser Weg zur Becke. SALOMON RITZ schoß ein Zeichen in den Kirchspielspfahl. Längs der Becke zogen wir durch Joelmans Busch, Zeller Langen Geist und Keuthagen Geist und dann in eine kleine Wiese, die alte Hoves Wiesche über Zeller HÜNTELMANNS Steg. In das unterste Steg-Brett hat ANTON KAMMAN ein Zeichen geschossen.
Dann kamen wir zu einen Kamp an der Becken, durch Schulte Berings große und hinterste alte Horstwiese zwischen SCHULTE BERINGS Kötter. Anschließend erreichte die Grenzjagd den Busch, das Oistholt, ging auf SCHULTE BERING zu und dann in eine große Wiese, die Schweers Wiesche, ganz in der Nähe von SCHULTE BERINGS Wohnhaus und Hof; darauf durch Wisslings Beumers Garten, durch einen Weidekamp bis zur Straße vor BEUMER. In die Hausporte neben dem Schlagbaum hat ANDRESS LAICKMAN geschossen; der Jäger hat geblasen.
Wir begaben uns weiter über das Brinckfeld in Sillings Kamp. Dann zog die Gesellschaft in Jonsthövels großen Kamp, durch die Höfe von JONSTHOVEL und
JOELMANN und zu einem Heck vor WISSLING, WO BERNDT HINRICH KÖSSENDRUP
schoß und der Stadtjäger blies. Über Sillings kleine Höchte wandten wir uns in SILLINGS Haus, wo die Jagd mit einem Tüwa beendet wurde. Wir marschierten zur Kämmerei zurück und mit einem Trunk Bier wurde für heute Schluß gemacht.
Bürgermeister BERNDT DIETRICH BONSE und ERNST BOICKMANN berichteten. nach dem Auseinandergehen auf der Sendenhorstischen Heide am Brinck sind die Hunde losgelassen worden. Im Bautenkamps Busch fanden sie einen Hasen, der von JOAN DIRCK BONSE sofort geschossen wurde, was durch das Jagdhorn bestätigt wurde.
Nach dem Blasen nahmen die Jäger die Richtung auf OTTENLOH, von dort zurück über die Angel auf den Mitten-Schlieck. BOICKMAN entdeckte einen Hasen und schoß ihn auf Schotten Gänseplacken. Von dort wandte man sich zum Steinkühler Feld. Auf der Landwehr wurde eine Hase aufgeschreckt. Die Hunde setzten ihm nach. ERNST BOICKMANN erschoß ihn im Lager und erwies mit dem Jagdhorn seine Ehre. Endlich kehrte er mit seinen Begleitern zur Sendenhorster Kämmerei zurück.


4. Tag
1765, am Freitag, dem 15. November, erschienem abermals die zur Jagd geladenen Bürger vor mir, dem Notar und den beiden Bürgermeistern. Sie erklärten, weil sie die Schnadjagd noch nicht beendet hätten, wollten sie dies (mit Hilfe von 20 genannten Bürgern, dem Jäger und zwei Lehrburschen) heute vollführen. Die Jagdgesellschaft versammelte sich also im Hause des Kämmerers GERHARD HINRICH BONSE, trank den Branntwein und begann die Jagd mit sieben Hunden und
drei Spionen durch die Südpforte über das Gahrath und den Grünen Weg entlang der Stadtlandwehr bis in dieSchöckinghegge. Dort wurden die Hunde losgelas- sen und die Jagd konnte beginnen.
, unterzeichneter Notar, begab mich mit dem Stadtjäger und mehreren Bür- gern bis an den Buschkotten, unten am Hemmer Saatfeld. Der Becke entlang zo- gen wir durch Beckmanns Busch in Joelmans Frechte, über Joelmanns Saatkamp, Sterckmans und Hoppens Linnekamp, in Herincklohs Wiesche, durch Suermanns Saatkamp undHeringlohs Kuhkamp bis HERINGLOHS Hof und Bleiche, wo der Stadtjäger ins Horn blies.
Durch die Straße ging es über den Brächter Berg, der Hecke entlang, bis vor SCHULTE ROETERINGS Kotten. Hier schoß der Stadtjäger bei der hölzernen Gosse ein Zeichen an einer Wiesche. Über den Kahrweg zog die Jagd vor dieSteinerne Brücke, über die ein Fallstrick gezogen ist. FERDINAND HESSELMANN, JOAN HER-
MAN WINKELSETT, JOAN ADOLF LAMMERDING und ENGELBERT HINRICH DUFFHUES schossen ein Zeichen in den Pfosten; der Stadtjäger blies.

Darauf begaben wir uns über Schulte Roeterdings Kamp, an seinem Holz am Mittelberg vorbei. Über Brüggemans, Schulte Berings und Sillings große Höchte erreichten wir die kleine Wichte wo die Jagd zu Ende ging.
Die bei mir waren, kamen in SILLINGS Haus zusammen, wo sich viele von des Jägers Partei einfanden. Gemeinsam erfrischten wir uns mit einem Glas Brannt- wein. So gestärkt, zogen wir zum Steinkühlerfeld. Der Jäger ERNST BOICKMANN und die Bürger in seiner Begleitung trieben einen Hasen, den die Hunde in der Landwehr gefunden hatten, an einen von allen Seiten umstellten Kamp, wo der Hase von JOAN ADOLPH LAMMERDING geschossen wurde. Zum Schluß der gesam- ten Schnad wurde die Jagd von ERNST BOICKMANN totgeblasen.
Die Jäger erhielten ihren Lohn und ein Trinkgeld. Darauf nahmen sie das Valete und kehrten nach Haus zum Neuen Graben zurück. Wir aber eilten nach Senden- horst zurück. Mehrfach wiederholte die Bürgerschaft das Vivat mit einem Glas Bier und mit dem klingenden Horn wurde der Schluß gemacht.
Bevor die Gesellschaft im Steinki,ihler Feld auseinandergegangen war, berichte- te ERNST BOICKMANN, der Merveldische Jäger JOAN JÜRGEN KOTTERS habe in Zel- ler Homanns Disselkamp einen Hasen im Lager geschossen. Er selbst habe einen von den Hunde gejagten Hasen auf dem Middelberg angeschossen und den Hun- den weggerissen.

Dieses alles ist geschehen an dem oben angebenen Datum und an den aufge- führten Plätzen.

In Anwesenheit JOAN MELCHIOR FRENKING, MÜLLER DER MÜHLE VOR SENDENHORST UND DIETRICH BARTMAN, KIRSPIELS-VOGT als berufenen, glaub- haften Zeugen.

JODOCUS HENRICUS DUFHUES, öffentlicher, immatrikulierter Notar
(StAS A 145, Stadtsbuch; Sprache und Rechtschreibung modernisiert)

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