Wer die Geschichte Sendenhorsts nur über Bürgermeister, Pfarrer, Unternehmer, Handwerksmeister und Vereinsvorsitzende erzählt, erhält zwangsläufig eine überwiegend männliche Geschichte. Das bedeutet jedoch nicht, dass Frauen für die Entwicklung der Stadt weniger wichtig gewesen wären. Im Gegenteil: Landwirtschaft, Haushalt, Gewerbe, Armenfürsorge, Bildung, Geburtshilfe, Krankenpflege, kirchliches Leben, Vereinswesen und schließlich auch die Politik wurden über Jahrhunderte wesentlich von Frauen mitgetragen.
Das Problem liegt häufig in der Überlieferung. Männer erscheinen in älteren Akten mit Namen, Beruf und Amt. Frauen begegnen dagegen oft lediglich als „Ehefrau“, „Witwe“, „Tochter“, „Magd“ oder „Schwester“. Erst bei genauerem Hinsehen werden aus diesen Bezeichnungen konkrete Lebensgeschichten. Die Geschichte der Frauen in Sendenhorst ist deshalb vor allem die Geschichte eines langen Weges von unverzichtbarer, aber häufig wenig sichtbarer Arbeit hin zu eigener beruflicher, gesellschaftlicher und politischer Öffentlichkeit.
Inhaltsverzeichnis
Unsichtbar in den Quellen
Schon im Mittelalter und in der frühen Neuzeit begegnen Frauen in Sendenhorst als Beteiligte an Besitz-, Erb- und Rechtsgeschäften. Eine der früh namentlich fassbaren Frauen ist Alheid Buck, die 1327 im Zusammenhang mit einer Sendenhorster Bürgerfamilie und Besitz nahe dem Kirchhof erscheint.
Besonders häufig werden Frauen nach dem Tod ihres Mannes sichtbar. Als Witwen konnten sie Besitz verwalten, Forderungen geltend machen und Rechtsgeschäfte abschließen. 1663 übertrug beispielsweise Christina Hobbing, Witwe des Sendenhorster Richters Hermann Huge, einen Rechtsbrief über einen Garten vor der alten Ostpforte.
Auch andere Urkunden nennen Ehefrauen, Töchter und Witwen als Beteiligte an Grundstücks-, Renten- und Erbgeschäften. Ihre Stellung war keineswegs bedeutungslos. Nur wurden sie wesentlich seltener über einen eigenen Beruf oder ein öffentliches Amt beschrieben.
Arbeit, Familie und Armut
Das alte Sendenhorst war über Jahrhunderte von Landwirtschaft, Ackerbürgerwirtschaft und kleinen Handwerks- und Familienbetrieben geprägt. In diesen Wirtschaftsformen lässt sich die Arbeit von Männern und Frauen kaum sauber voneinander trennen.
Frauen versorgten Kinder und Haushalt, arbeiteten zugleich im Stall, im Garten und auf den Feldern, verarbeiteten Lebensmittel und halfen bei Ernte und Viehhaltung. Hinzu kamen Spinnen, Flachsverarbeitung, Nähen und andere textile Arbeiten.
Die Berufsstatistik erfasst diese Arbeit oft nicht. Der Mann erscheint als Bauer, Handwerker oder Gastwirt – seine Ehefrau, Töchter und Mägde arbeiteten jedoch häufig täglich im selben Betrieb mit.
Besonders gefährdet waren Witwen. Der Tod des Ehemannes konnte einer Frau einerseits größere rechtliche Selbständigkeit verschaffen, andererseits gehörte Witwenschaft zu den häufigsten Wegen in wirtschaftliche Not. Sendenhorster Armenlisten nennen immer wieder ältere oder mittellose Witwen, Frauen mit kranken Ehemännern und Mütter mit mehreren Kindern.
Bereits 1843 ist in Sendenhorst ein Frauenverein belegt, der sich der Armenfürsorge widmete und Bedürftigen durch Handarbeiten und Beschäftigung Möglichkeiten zum eigenen Verdienst eröffnen wollte.
Mädchen lernen – Frauen unterrichten
Während Jungen schon früh eine Stadtschule besuchen konnten, entwickelte sich eine eigenständige Mädchenbildung langsamer. Eine Unterrichtsmöglichkeit für Mädchen ist in Sendenhorst seit 1724 überliefert.
Zu den früh greifbaren Lehrerinnen gehört Lehrerin Hoiling. 1794 erhielt sie kein festes Gehalt und musste von unregelmäßigem Schulgeld, Gebühren und kleinen Einkünften leben. Obwohl ihre fachliche Qualifikation ausdrücklich gelobt wurde, lag ihr Jahreseinkommen nur bei etwa 45 bis 50 Talern.
Mit Maria Anna Wessel begegnet uns Anfang des 19. Jahrhunderts eine ausgebildete Sendenhorster Lehrerin. Ein Visitationsbericht von 1822 nennt sie als 33-jährige, unverheiratete Hauptlehrerin, die die Normalschule besucht und ihre Qualifikation erworben hatte.
Später prägten Lehrerinnen wie Catharina Neuhaus und Caroline Vandenhoff über viele Jahre die Mädchenbildung. Vandenhoff war von 1867 bis 1904 an der Schule tätig.
Auch hier blieb die Ungleichheit lange bestehen. Lehrerinnen erhielten deutlich geringere Einkommen als ihre männlichen Kollegen.
Hebammen – die ersten Fachfrauen
Zu den frühesten Frauen, die in Sendenhorst als ausgebildete und öffentlich anerkannte Fachkräfte auftreten, gehören die Hebammen.
1782 hielt sich Odilia Tourner acht Wochen in Münster auf, um Geburtshilfe zu erlernen. Später werden unter anderem Elisabeth Saerbeck, Anna Maria Herweg, Anna Maria Quante und Elisabeth Schmalz, geb. Dieckmann als approbierte beziehungsweise vereidigte Hebammen genannt.
Besonders gut dokumentiert ist Elisabeth Schmalz. Die bedürftige Witwe bewarb sich 1813 um eine Ausbildung. Vor ihrer Zulassung wurden Lebenswandel, körperliche Eignung, Gesundheit, Hände, Verstand und Urteilsfähigkeit geprüft.
Nach bestandener Prüfung kehrte sie als ausgebildete Hebamme zurück. 1819 war die Gemeinde zwischen ihr und Anna Maria Herweg in zwei Hebammenbezirke aufgeteilt. Schmalz war für 174 Familien in Stadt und Kirchspiel zuständig.
Ordensfrauen und St.-Josef-Stift
Im 19. und frühen 20. Jahrhundert eröffnete das Ordensleben vielen Frauen eine Möglichkeit zu Ausbildung, Krankenpflege, Unterricht und einer Tätigkeit weit über den Heimatort hinaus.
Ein erhaltenes Verzeichnis nennt zahlreiche in Sendenhorst geborene Ordensschwestern. Frauen wie Wilhelmine Laumann, Maria Wieler, Theresia Ridder, Anna Schlotte, Josefa Borgmann oder Karolina Wössmann wirkten in Einrichtungen innerhalb und außerhalb Deutschlands.
Auch die Geschichte des St.-Josef-Stifts ist ohne Frauen nicht denkbar. Als das Krankenhaus 1889 eröffnet wurde, gehörten die Mauritzer Franziskanerinnen von Beginn an zum Betrieb.
Schwester Edeltrudis, geb. Agnes Loh, wurde erste Oberin. Zu den ersten Schwestern gehörte außerdem Schwester Ambrosia, geb. Maria Segbert. Aus der kleinen Anfangsgruppe entwickelte sich zeitweise eine Gemeinschaft von rund drei Dutzend Ordensfrauen.
Über Generationen trugen sie Krankenpflege, Hauswirtschaft und Organisation des Krankenhauses mit. Erst 1991 endete nach mehr als hundert Jahren die pflegerische Leitungsverantwortung der Schwestern. Die letzten Mauritzer Franziskanerinnen verließen Sendenhorst 2021.
Frauen organisieren sich
Lange bevor Frauen politische Mandate übernahmen, organisierten sie sich in Sendenhorst in sozialen, religiösen und gesellschaftlichen Vereinigungen.
Nach dem bereits 1843 belegten Frauenverein entstand 1885 ein örtlicher Zweig des Vaterländischen Frauenvereins. Schon im Gründungsjahr hatten sich 75 Frauen eingetragen – etwa zur Hälfte verheiratete und unverheiratete Frauen.
Unter den Mitgliedern finden sich Frauen aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen, Lehrerinnen und auch jüdische Frauen. 1890 zählte der Verein bereits 132 Mitglieder.
Daneben gewann die katholische Frauenbewegung große Bedeutung. Der Mütterverein wurde 1896 kirchlich gegründet, die Jungfrauenkongregation 1898. Beide Vereinigungen erreichten im Laufe der Zeit mehrere hundert Mitglieder.
Rotes Kreuz und Landfrauen
Eine besonders ausgeprägte Tradition weiblicher Verantwortung entwickelte sich in Sendenhorst im Roten Kreuz.
Eine herausragende Persönlichkeit war Anita Rötering. Sie kam 1924 durch ihre Heirat mit dem Brennereibesitzer Heinrich Rötering nach Sendenhorst. Bereits ihre Schwiegermutter Maria Rötering, geb. Brüning, war in der organisierten Frauenarbeit aktiv.
Anita Rötering arbeitete über Jahrzehnte im Vaterländischen Frauen-Zweigverein des Roten Kreuzes und später in der Frauenarbeit des Deutschen Roten Kreuzes. Sie übernahm Verantwortung auf Orts- und Kreisebene.
Eine weitere prägende Rotkreuzfrau war Magdalene Ermer. Gemeinsam mit ihrem Mann Bodo gehörte sie über Jahrzehnte zu den besonders engagierten Persönlichkeiten des Sendenhorster DRK. Sie arbeitete insbesondere in der Senioren- und Gesundheitsarbeit und leitete regelmäßig Gymnastikangebote für ältere Menschen.
Eine weitere wichtige Frau des 20. Jahrhunderts ist Magdalene Arens-Sommersell. Über Jahrzehnte engagierte sie sich im Westfälisch-Lippischen Landfrauenverband und leitete den Sendenhorster Landfrauenverband. Ihr Wirken reichte bis auf Kreis- und Landesebene.
Besonders wichtig waren ihr die berufliche, soziale, politische und kulturelle Weiterbildung der Landfrauen sowie die Pflege von Tradition und Brauchtum.
Frauen in Wirtschaft und Alltag
In vielen Familienbetrieben war Frauenarbeit selbstverständlich, ohne dass sie in Akten als eigener Beruf auftauchte.
Ein anschauliches Beispiel bieten Gertrud „Trudi“ Suermann und Josefine „Fine“ Suermann. Trudi war eine bekannte Sendenhorster Wirtin und galt als ausgesprochen eigenständige Persönlichkeit. Fine arbeitete gleichzeitig in Landwirtschaft, Gastwirtschaft und Familienbetrieb.
Sie melkte Kühe, bediente landwirtschaftliche Geräte, kümmerte sich um Stallungen und Hof und trug damit unmittelbar zum wirtschaftlichen Funktionieren des Betriebes bei.
Solche Beispiele zeigen, wie irreführend die ältere Vorstellung von „arbeitendem Mann“ und „nicht berufstätiger Ehefrau“ sein kann. Frauenarbeit war im Alltag überall vorhanden – sie wurde nur häufig nicht als eigenständige Erwerbsarbeit erfasst.
Jüdische Frauen in Sendenhorst
Zur Frauengeschichte Sendenhorsts gehört auch die Geschichte der jüdischen Frauen.
Bereits 1720 wird eine „Witwe Abrahams“ als in Sendenhorst lebende jüdische Frau genannt. Ihr eigener Vorname fehlt – ein typisches Beispiel dafür, wie Frauen in älteren Quellen nur über den verstorbenen Ehemann identifiziert wurden.
Eine besser greifbare Persönlichkeit ist Malchen Reinhaus, geb. Löwenstein, 1809 in Sendenhorst geboren. Nach dem Tod ihres Mannes trat sie selbständig in Grundstücks- und Gemeindeangelegenheiten auf.
Auch jüdische Frauen gehörten im 19. Jahrhundert zum Vereins- und gesellschaftlichen Leben der Stadt. In der Mitgliederliste des Vaterländischen Frauenvereins von 1885 finden sich beispielsweise Frauen aus jüdischen Familien.
Mit dem Nationalsozialismus wurde diese Entwicklung gewaltsam zerstört. Bei Adele Alsberg und Johanna Löwenstein wurden die diskriminierenden Zwangsvornamen eingetragen. Zu den in Sendenhorst geborenen Opfern der Shoah gehören Hedwig Baum, geb. Stern, und Hulda Frankenstein, geb. Alsberg.
Frauen in Krieg und Diktatur
Kriege veränderten das Leben von Frauen besonders stark. Während des Ersten Weltkriegs fehlten zahlreiche Männer in Landwirtschaft, Handwerk und Betrieben. Frauen übernahmen Arbeiten, die zuvor überwiegend Männern zugeschrieben worden waren, während sie zugleich Haushalt und Kinder versorgen mussten.
Auch während des Nationalsozialismus gab es nicht „die Frauen“ als einheitliche Gruppe. Manche wurden verfolgt, andere passten sich an, wieder andere übernahmen Funktionen im nationalsozialistischen System.
In Sendenhorst leitete Maria Schwermann die örtliche NS-Frauenschaft. Mädchen wurden über Jungmädel und Bund Deutscher Mädel in die nationalsozialistische Jugendorganisation eingebunden.
Eine völlig andere Situation hatten die nach Sendenhorst verschleppten ausländischen Frauen. 1942 wurden zunächst zehn junge russische Frauen der Sendenhorster Maschinenfabrik zugewiesen, später kamen vier weitere hinzu.
Sie wurden in der ehemaligen Dünnewaldschen Fabrikhalle an der Ladestraße untergebracht. Die Fenster waren vergittert, die Unterkunft wurde morgens geöffnet und abends wieder verschlossen. In der Maschinenfabrik mussten die Frauen Patronenhülsen herstellen und waren damit unmittelbar zur Arbeit für die deutsche Rüstungsproduktion gezwungen.
Auch beim Kriegsende 1945 waren Frauen besonderen Gefahren ausgesetzt. Berichte nennen Angst vor Übergriffen und Frauen aus den Bauerschaften und Randlagen, die nachts Schutz im St.-Josef-Stift suchten.
Frauen erobern die Politik
Obwohl Frauen seit 1918 das aktive und passive Wahlrecht besaßen, blieb die Sendenhorster Kommunalpolitik lange eine männliche Domäne. Der erste Bürgerbeirat nach dem Zweiten Weltkrieg bestand ausschließlich aus Männern. Auch der erste demokratisch gewählte Nachkriegsrat war nach der überlieferten Namensliste männlich besetzt.
Ursula „Uschi“ Puke
Eine der prägenden Sendenhorster Kommunalpolitikerinnen ist Ursula „Uschi“ Puke. Bereits in den 1990er Jahren gehörte sie zur örtlichen CDU-Führung. Sie war Vorsitzende des CDU-Orts- und Stadtverbandes, Mitglied des Kreisvorstandes und stellvertretende Fraktionsvorsitzende.
Zum 1. Februar 1996 wurde sie zweite stellvertretende Bürgermeisterin der Stadt Sendenhorst. Damit gehörte sie zu den Frauen, die dauerhaft in die engere kommunale Führungsspitze vorstießen.
Annette Watermann-Krass
Annette Watermann-Krass zog 1989 in den Rat der Stadt Sendenhorst ein. Von 1999 bis 2005 war sie stellvertretende Bürgermeisterin. Ihre politische Laufbahn führte anschließend weit über Sendenhorst hinaus. Von 2005 bis 2010 und erneut von 2012 bis 2022 gehörte sie dem Landtag Nordrhein-Westfalen an.
Frauen werden im Rat selbstverständlich
Im 21. Jahrhundert übernahmen Frauen zunehmend selbstverständlich Mandate, Ausschuss- und Fraktionsverantwortung. Zu den politisch aktiven Frauen gehören beziehungsweise gehörten unter anderem Christiane Seitz-Dahlkamp, Astrid Rose, Claudia Jeiler, Rita Post und Almut Rauße.
Katrin Reuscher
Der bislang deutlichste Einschnitt erfolgte 2020. Katrin Reuscher gewann die Bürgermeisterwahl und übernahm als erste Frau die hauptamtliche Spitze der Stadt Sendenhorst. Damit stand erstmals eine Frau zugleich an der Spitze der Verwaltung und des Rates.
2025 wurde Katrin Reuscher erneut gewählt. Was 2020 noch ein historisches Novum war, war damit wenige Jahre später bereits Teil politischer Normalität.
Vom Rollenbild zur Gleichberechtigung
Über die Jahrhunderte gab es kein einheitliches Frauenleben in Sendenhorst. Die Lebensbedingungen einer Bäuerin unterschieden sich grundlegend von denen einer Lehrerin, einer wohlhabenden Witwe, einer Magd, einer Ordensschwester oder einer jüdischen Frau.
Dennoch ist ein langfristiger Wandel erkennbar. Frauen wurden zunächst vor allem mit Haushalt, Familie, Versorgung, Pflege und Erziehung verbunden. Öffentliche Ämter, Berufsbezeichnungen und politische Verantwortung waren überwiegend männlich.
Mit Schule und Ausbildung entstanden erste qualifizierte Frauenberufe. Mit Frauenvereinen, Rotem Kreuz und Landfrauen entstanden eigene Organisationen und gesellschaftliche Netzwerke. Schließlich übernahmen Frauen auch politische Mandate und Führungspositionen.
Wichtige Frauen Sendenhorsts
Die folgende Auswahl ist keine Rangliste. Die Frauen stehen vielmehr für unterschiedliche Epochen, Aufgaben und Formen weiblicher Verantwortung in Sendenhorst.
Eine der früh namentlich fassbaren Sendenhorster Bürgerinnen.
Als Witwe selbständig handelnde Beteiligte eines Rechts- und Besitzgeschäfts.
Eine der früh ausgebildeten Sendenhorster Hebammen.
Witwe, ausgebildete Hebamme und außergewöhnlich gut dokumentierte weibliche Berufsbiografie.
Ausgebildete Hauptlehrerin der Sendenhorster Mädchenschule.
Über Jahrzehnte prägende Lehrerin der Sendenhorster Mädchenschule.
Erste Oberin des St.-Josef-Stifts und Vertreterin der jahrzehntelangen Arbeit der Mauritzer Franziskanerinnen.
Beispiele für weibliche Verantwortung in Gastwirtschaft, Landwirtschaft und Familienbetrieb.
Über Jahrzehnte prägende Frau des Roten Kreuzes auf Orts- und Kreisebene. Bundesverdienstkreuz am Bande 1969.
Langjährige Vorsitzende der Sendenhorster Landfrauen mit Tätigkeit bis auf Kreis- und Landesebene.
Über Jahrzehnte prägende Frau des Sendenhorster Roten Kreuzes und engagiert in der Seniorenarbeit. Trägerin des Bundesverdienstkreuzes.
Jüdische Sendenhorsterin, die nach ihrer Verwitwung selbständig in Rechts- und Gemeindeangelegenheiten auftrat.
In Sendenhorst geborene jüdische Frauen und Opfer der Shoah.
Leiterin der örtlichen NS-Frauenschaft und damit Beispiel weiblicher Beteiligung am nationalsozialistischen Herrschaftssystem.
Eine der prägenden Sendenhorster Kommunalpolitikerinnen, CDU-Führung und stellvertretende Bürgermeisterin.
Drei Jahrzehnte im Rat, stellvertretende Bürgermeisterin und später langjährige Abgeordnete des Landtags Nordrhein-Westfalen.
Langjährige kommunalpolitische Führungsfigur und Fraktionsvorsitzende.
Erste Frau an der Spitze der Stadt Sendenhorst und damit ein markanter Einschnitt in der politischen Geschichte der Stadt.
Frauen standen nie am Rand der Geschichte
Frauen standen in Sendenhorst nie am Rand der Geschichte. Sie standen auf Höfen und in Ställen, an Spinnrad und Waschkessel, in Schulen und Wochenstuben, in Gastwirtschaften und Familienbetrieben, in Armenfürsorge und Vereinen, im St.-Josef-Stift und im Roten Kreuz – und schließlich in Parteien, Rat und Rathaus.
Nur die Quellen haben sie häufig an den Rand geschrieben. Gerade deshalb lohnt der zweite Blick.
Denn hinter Begriffen wie „Witwe“, „Ehefrau“, „Magd“, „Lehrerin“, „Hebamme“ oder „Schwester“ werden konkrete Frauen sichtbar – Frauen, die arbeiteten, Familien ernährten, pflegten, lehrten, organisierten, Verantwortung übernahmen und schließlich politische Entscheidungen trafen.
Ihre Geschichten sind keine Randnotiz. Sie sind ein wesentlicher Teil der Geschichte Sendenhorsts.