Unter unseren Füßen liegt ein zweites Sendenhorst. Urnengräber, Siedlungsspuren, Brunnen, Gräben, ein mittelalterlicher Adelshof, Burgfundamente, eine Landwehr und ein großer Münzschatz zeigen: Die Geschichte des Sendenhorster Raumes begann lange vor der schriftlichen Überlieferung. Die Funde erzählen allerdings keine lückenlose Geschichte einer seit Jahrtausenden bestehenden Stadt. Sie belegen vielmehr eine immer wieder genutzte und veränderte Siedlungslandschaft, aus der sich erst im Mittelalter Kirchdorf und Stadt entwickelten.[1]
Der Münsterländer Kiessandzug zieht sich über Münster und Albersloh bis in den Sendenhorster Raum. Seine trockeneren Sand- und Kiesflächen ragten aus einer vielerorts feuchten Landschaft heraus und boten günstige Wege, Rastplätze und später auch Hofstellen. In archäologischen Übersichten werden für den Raum Sendenhorst–Albersloh steinzeitliche Einzelfunde geführt. Solche Werkzeuge können Aufenthalte von Jägern und Sammlern belegen, aber kein Dorf und keine dauerhafte Besiedlung.[2]
Der älteste konkret beschriebene Sendenhorster Fundkomplex wurde 1933 bei Arbeiten zur Regulierung des Helmbachs entdeckt. Etwa 50 bis 70 Zentimeter unter der damaligen Oberfläche fanden die Arbeiter Holzkohle, Knochensplitter und ein sorgfältig gearbeitetes Steinbeil mit vierkantigem Rücken. Unter den Knochenresten befand sich außerdem ein etwa 15 Zentimeter langes bearbeitetes Stück, das seinerzeit als Pfriem gedeutet wurde. Die Fundschicht war von tonigem Schlamm überdeckt; schon die damaligen Beobachter vermuteten, dass Hochwasser die Fundstelle verändert hatte.[1]
Wichtig: Petzmeyer ordnete die Helmbachstelle sehr früh ein und sprach von einem Rastplatz steinzeitlicher Menschen. Die Entdeckung war jedoch keine moderne, stratigrafisch dokumentierte Fachgrabung. Die genaue Datierung sollte deshalb heute vorsichtig formuliert werden. Sicher ist: Hier wurden alte menschliche Aktivitätsspuren entdeckt; wie alt sie im Einzelnen sind, müsste das Originalmaterial beziehungsweise die alte Fundakte neu bewerten lassen.
Aus der Hardt und von anderen erhöhten Flächen des Kirchspiels sind in älteren Heimatberichten einzelne Stein- und Keramikfunde erwähnt. Hinzu kommen künstlich erhöhte Hofstellen – „Warften“ – besonders in den nördlichen Bauerschaften. Solche Plätze sind archäologisch interessant, dürfen aber nicht mit ausgegrabenen und datierten Fundstellen gleichgesetzt werden. Sie gehören in eine Liste der Verdachts- und Forschungsflächen, nicht in eine Liste sicher datierter Siedlungen.[3]
1930 wurde auf der Westseite der Spithöverstraße, kurz vor der heutigen Straße Westtor, eine Baugrube für ein Wohnhaus ausgehoben. Die Arbeiter stießen auf mehrere Tongefäße mit Leichenbrand. Eine fachgerechte Fundmeldung unterblieb; die Urnen gingen verloren. Deshalb kennen wir weder die genaue Zahl der Gräber noch ihren ursprünglichen Aufbau. Petzmeyer hielt es aufgrund der Zeitzeugenberichte dennoch für sehr wahrscheinlich, dass hier ein vorgeschichtlicher Urnenfriedhof angeschnitten worden war.[1]
Ältere Darstellungen bezeichneten den Fund als „bronze-eisenzeitlich“ oder sogar schlicht als bronzezeitlich. Nach heutiger westfälischer Chronologie liegt die übliche Datierung um 600–500 v. Chr. bereits in der älteren vorrömischen Eisenzeit. Die Bestattungssitte steht allerdings in einer Tradition, die in der jüngeren Bronzezeit begonnen hatte. Deshalb erklärt sich die ältere Bezeichnung, ohne dass man sie heute unverändert übernehmen muss.[4]
Der Friedhof ist ein starker Hinweis auf eine in der Umgebung lebende bäuerliche Gemeinschaft. Wo die zugehörigen Höfe lagen, ist nicht bekannt. Ein Urnenfriedhof beweist also eine besiedelte Landschaft – noch keine geschlossene Ortschaft „Sendenhorst“.
Als 1949 östlich der damaligen
Stadt auf der Ackerflur „Brink“ die Nachkriegssiedlung Martiniring entstand, schachteten die künftigen Hauseigentümer ihre Baugruben noch weitgehend in Handarbeit aus. Bei mehreren Häusern kamen 40
bis 80 Zentimeter unter der Oberfläche Brandurnen zum Vorschein. Diesmal wurde das damalige Amt für Bodenpflege beziehungsweise das Museum für Vor- und Frühgeschichte in Münster eingeschaltet. Der
Archäologe Siegfried Gollub untersuchte und publizierte die Funde.[1][5]
Petzmeyer überliefert aus Gollubs Fundauswertung auch wichtige Hinweise zur damaligen Landschaft. Das Fundgebiet war vor rund 2.500 Jahren starken Wassereinflüssen ausgesetzt. Die Gräber lagen demnach auf einer schmalen, grund- und hochwasserfreien Geländekuppe. Die Urnen waren etwa 40 bis 80 Zentimeter tief in rotbraune Sandschichten eingetieft. Damit wird deutlich, dass die Wahl des Bestattungsplatzes eng mit den natürlichen Geländeverhältnissen zusammenhing.[1][5]
Gollub beschrieb einzelne Gefäße sehr genau. Eine Urne fiel durch ihre sepiabraune Farbe und eine körnige Rauhung des Mittelteils auf; bei einem weiteren Gefäß wurde die senkrechte Kammstrichverzierung durch geglättete Streifen und waagerechte, wellenförmige Reliefs gegliedert. Solche Merkmale waren für die damalige archäologische Einordnung besonders wichtig.[5]
Gollub erkannte an einzelnen Gefäßen Beziehungen zu weiter nordöstlich verbreiteten Keramikformen. Solche Ähnlichkeiten sind für die Archäologie wichtig, dürfen aber nicht als einfacher „Volksnachweis“ gelesen werden. Aus einer Urnenform lässt sich nicht zuverlässig ableiten, ob die Menschen sich als Kelten, Germanen oder etwas anderes verstanden. Für die Sendenhorster Verstorbenen ist die neutrale Bezeichnung eisenzeitliche Gemeinschaft die sauberste Formulierung.[5]
Das Entscheidende: Spithöverstraße und Martiniring liegen westlich und östlich des späteren Stadtkerns. Gemeinsam zeigen sie, dass der Sendenhorster Raum vor rund 2.600 Jahren genutzt und bewohnt war. Eine ununterbrochene Siedlungskontinuität vom 6. Jahrhundert v. Chr. bis zur mittelalterlichen Stadt lässt sich daraus nicht ableiten.
Die Urnenfriedhöfe zeigen Gräber – an der Kreisstraße 4 wurde 2005 dagegen ein Wohnplatz fassbar. Auf dem Aushub eines Leitungsgrabens fielen zahlreiche eisenzeitliche Keramikscherben auf. Daraufhin begleitete die LWL-Archäologie die anschließenden Straßenarbeiten und dokumentierte Teile einer eisenzeitlichen Siedlungsstelle. Der Fund wurde im Neujahrsgruß der LWL-Archäologie veröffentlicht.[6]
Dieser Fund ist für die Sendenhorster Frühgeschichte besonders wichtig. Die älteren Urnengräber machten eine Siedlung in der Nähe wahrscheinlich; die K-4-Fundstelle liefert nun tatsächlich Siedlungsbefunde und Keramik. Damit wird aus dem indirekten Hinweis ein konkreter Wohnplatz. Allerdings ist auch hier Vorsicht nötig: Die Grabung erfasste nur den durch die Baumaßnahme berührten Ausschnitt. Größe, Dauer und vollständige Struktur der Siedlung sind damit nicht automatisch bekannt.
Für die Darstellung der Frühgeschichte gehört die K 4 deshalb unmittelbar neben die beiden Urnenfriedhöfe – nicht als Randnotiz, sondern als einer der zentralen vorgeschichtlichen Fundplätze Sendenhorsts.
Albersloh gehört heute zu Sendenhorst und darf bei einer archäologischen Gesamtschau nicht fehlen. Der Schwerpunkt dieser Seite bleibt die Kernstadt, doch gerade Albersloh liefert Fundstellen, die zeigen, wie die Landschaft am selben Kiessandrücken in vorgeschichtlicher und frühgeschichtlicher Zeit genutzt wurde.
1971 wurde an der Landstraße zwischen Albersloh und Sendenhorst in der Bauerschaft Alst ein besonders günstiger, hoch und trocken gelegener Siedlungsplatz untersucht. Die Archäologen dokumentierten Grubenhäuser, Speicherbauten sowie fünf große Pfostenhäuser mit zwei- beziehungsweise dreischiffig gegliedertem Innenraum. Der Platz war mehrphasig belegt und wird in der Fachliteratur in die römische Kaiserzeit eingeordnet. Ein Bleiring wird als möglicher Import beziehungsweise als Hinweis auf Kontakte zum römischen Wirtschaftsraum diskutiert – nicht als Beleg für eine römische Siedlung in Albersloh.[7]
Bei der Erweiterung der Albersloher Pfarrkirche 1965 konnten Teile des mittelalterlichen Kirchenbaus archäologisch untersucht werden. Gefunden wurden unter anderem Münzen, ein Bronzeleuchter, Glasscherben und Bestattungen. Besonders wichtig war das Ergebnis für die Kirchengeschichte: An dieser Stelle ließ sich kein Kirchenbau vor dem hohen Mittelalter nachweisen. Damit wurden ältere Vorstellungen von einer sehr frühen „Großpfarrei Albersloh“ korrigiert.[8]
Nachbargemeinden nur als Vergleich: Für Telgte-Raestrup und Warendorf liegen wesentlich umfangreichere bronze- und eisenzeitliche Grabungen vor. Petzmeyer nutzte sie ausdrücklich als Vergleich für Hausbau, Wirtschaftsweise und Sachkultur. Diese Funde erklären den regionalen Kontext – sie sind aber keine Sendenhorster Funde.
2003 und 2004 untersuchte die LWL-Archäologie am östlichen Ortsrand in zwei Grabungskampagnen rund 5.000 Quadratmeter der Flur „Großer Hof“. Anlass war eine geplante Betriebserweiterung. Zum Vorschein kam ein außergewöhnlicher Hofkomplex des 11./12. Jahrhunderts. Zentrum war ein ungefähr zehn Meter breites und mindestens 30 Meter langes Holzhaus. Dazu gehörten Kellerbereiche, eine Viehkoppel, ein Grubenhaus und mehrere Speicher.[9]
Berühmt wurde die Grabung durch vier Spielsteine: zwei Schachfiguren – Dame und Bauer – sowie zwei reich gearbeitete runde Spielsteine, die für Backgammon, Mühle oder ähnliche Brettspiele verwendet werden konnten. Der LWL bezeichnete die knapp drei Zentimeter hohen Schachfiguren als die damals ältesten bekannten Exemplare Westfalens. Die beiden runden, in der älteren Darstellung als Backgammon-Steine bezeichneten Spielsteine besitzen Durchmesser von etwa 4 und 4,5 Zentimetern und gehören wegen ihrer aufwändigen Materialkombination und Verzierung zu den außergewöhnlichsten mittelalterlichen Spielsteinen Europas.[9]
Die Spielsteine bestehen aus Tierknochen; bei der Dame ließ sich Pferdeknochen bestimmen. Die runden Spielsteine sind aus mehreren Lagen Knochen, Metall und teilweise Textil aufgebaut. Hinzu kamen ein goldverzierter Bronzeanhänger, bronzene Pferdegeschirrteile, eine Knochenflöte und Fragmente eines dunkelblauen Glasgefäßes. Diese Funde waren der entscheidende Grund, den großen Hof nicht bloß als wohlhabenden Bauernhof, sondern als Adelshof beziehungsweise Sitz einer lokalen Elite zu deuten.[9]
Die Flurbezeichnung „Schorlemer“ führte zusätzlich zu der Überlegung, ob frühe Angehörige der Familie von Schorlemer mit dem Platz verbunden gewesen sein könnten. Das ist eine interessante historische Möglichkeit, aber kein durch eine Inschrift oder Urkunde bewiesener Eigentümernachweis.
1975 kamen beim Bau des Bürgerhauses gewaltige alte Mauerfundamente zum Vorschein. Petzmeyer brachte sie vorsichtig mit einem festen Sitz der im
12. Jahrhundert nachweisbaren Herren von Sendenhorst in Verbindung. Zwischen 1133 und 1142 erscheint Hermann von Sendenhorst mehrfach im Gefolge des Bischofs von Münster. Besonders
greifbar wird er 1139: Damals bezeugte er die Übertragung der bischöflichen Kirchen von Werne und Ahlen an das Prämonstratenserkloster Kappenberg. In der Urkunde erscheint er
zusammen mit anderen münsterschen Dienstmannen, darunter Herren von Dülmen, Meinhövel, Bevern und Ahlen. Dass Hermann den Ortsnamen Sendenhorst als Herkunftsbezeichnung führte, spricht für einen
festen Sitz in oder bei Sendenhorst; ob die 1975 gefundenen Mauern genau sein Wohnsitz waren, lässt sich jedoch nicht urkundlich beweisen.[1]
Weitere Funde aus der BaugrubeNeben den massiven Mauerfundamenten kamen beim Bau des Bürgerhauses weitere Fundstücke zutage. Überliefert sind unter anderem eine große Steinkugel, die in der örtlichen Überlieferung als mögliche Katapult- oder Kanonenkugel angesprochen wird, sowie Knochenfunde. Eine sichere funktionale und zeitliche Einordnung dieser Stücke ist bislang nicht belegt. Gerade die Steinkugel sollte deshalb als möglicher Geschossfund bezeichnet werden und nicht ohne weitere Untersuchung eindeutig einer bestimmten Waffe oder Epoche zugeordnet werden.
Der Fund ist für die Entwicklung vom Kirchdorf zur Stadt bedeutsam. Neben bäuerlichen Hofverbänden gab es im hochmittelalterlichen Sendenhorst offenbar auch herrschaftliche beziehungsweise adelige Strukturen. Der Straßenname Drostenhof erinnert bis heute an diesen Bereich: In der örtlichen Überlieferung wird er mit dem „Haus Sendenhorst“ und dem Hof des Drosten, also eines bischöflichen Verwalters, verbunden. Als spätere Eigentümer werden in der Heimatüberlieferung auch die Grafen von Merveldt genannt, die nicht mehr dauerhaft am Ort wohnten. Diese Besitzgeschichte sollte bei Gelegenheit anhand der einschlägigen Urkunden noch einmal gesondert abgesichert werden. Die ältere Funddokumentation von 1975 sollte ebenfalls, soweit noch vorhanden, vollständig im Stadt- und Heimatarchiv beziehungsweise beim LWL zusammengeführt und neu ausgewertet werden.[1]
Archäologie besteht nicht nur aus einzelnen Gegenständen. Zu den wichtigsten Bodendenkmälern Sendenhorsts gehören die Wall- und Grabensysteme der Stadt und des Kirchspiels. Die mittelalterliche Stadt war von Gräben und einem Wall umgeben. In der frühen Neuzeit wurde die Befestigung verstärkt; Petzmeyer beschreibt eine Doppelgrabenanlage und ein „Rondell“ im nordöstlichen Bereich der Befestigung, wahrscheinlich als Geschützplattform.[1]
Bei Ausschachtungsarbeiten auf der Ostseite der Ostgrabenstraße wurde 1983 im Bereich des früheren Hauses Zurwieden-Schräder die verfüllte Binnengräfte angeschnitten. Im Boden zeichnete sich die dunkle Grabenfüllung deutlich gegen den gewachsenen Sand ab. Damit war ein Teil der alten Befestigung nicht nur aus Karten und Akten bekannt, sondern unmittelbar im Boden nachgewiesen.[1]
Außerhalb der Stadt schützte ein Netz aus Wällen, Gräben und dichten Hecken das Kirchspiel. Besonders südlich Sendenhorsts sind beziehungsweise waren Reste dieser Landwehr erhalten. Die HGF/Fascies-Unterlagen vermerken sehr unterschiedliche Ausbaustufen – stellenweise bis zu mehrgliedrigen Wallanlagen – und starke Verluste durch Flurbereinigung. Ein Bericht der Denkmalpflege wertete das System als zusammenhängendes Netz oberirdischer Denkmäler, an dem die historische Gliederung der Landschaft noch erkennbar war.[3]
Forschungsauftrag: Gerade die Landwehr ist für eine künftige archäologische Karte Sendenhorsts besonders geeignet. Erhaltene Abschnitte, eingeebnete Trassen, alte „Bäume“ beziehungsweise Durchlässe und mögliche Rondelle sollten mit historischen Karten, LiDAR-Höhendaten und den Akten des LWL zusammengeführt werden.
Am 30. November 1932 machten drei Sendenhorster Arbeiter auf dem Grundstück des Bauern Große Kogge im Steinkühlerfeld einen spektakulären Fund. Die Arbeiten gehörten zu damaligen Notstandsarbeiten auf dem Höhepunkt der Weltwirtschaftskrise: Eine alte Steinkuhle sollte verfüllt werden. Dabei stießen die Arbeiter auf drei mittelalterliche Tongefäße – einen heimischen Kugeltopf und zwei Siegburger Krüge –, die mit Münzen gefüllt waren. Reste von Leinen waren noch erhalten; offenbar hatte der Besitzer die Münzen vor dem Vergraben in Stoff eingeschlagen.[1]
Die meisten Münzen bestanden aus Silber, hinzu kamen einige Goldstücke. Nach Petzmeyer verabredeten die Finder zunächst, den Fund zu verheimlichen, und nahmen unter Umgehung von Grundeigentümer, Ortspolizei und Provinzialmuseum Kontakt zu Sammlern beziehungsweise Händlern in Soest und Frankfurt auf. Als die Sache nicht mehr geheim zu halten war, wurden der Öffentlichkeit nur 382 Münzen vorgelegt. Deshalb lässt sich die ursprüngliche Gesamtmenge nicht mehr exakt bestimmen. Unter Einbeziehung von Nachrichten sowie Frankfurter Auktionskatalogen von 1933 und 1935 kam Petzmeyer zu der Einschätzung, dass der Schatz ursprünglich mehr als 4.000 Silbermünzen und einige Goldmünzen umfasst haben könnte. Diese Zahl ist als Rekonstruktion zu verstehen, nicht als exakt gezählter Bestand.[1]
Der Schatz ist zugleich ein Fenster in den mittelalterlichen Geldverkehr. Petzmeyer weist darauf hin, dass es im Bistum Münster zu dieser Zeit keine eigene Münzstätte gab. Im Umlauf befand sich deshalb Geld aus sehr unterschiedlichen Regionen: aus den Hansestädten an der Ostsee, aus den Niederlanden, aus Brabant und Flandern sowie aus westfälischen Münzstätten der Grafschaften Mark und Limburg. Vertreten waren unter anderem Pfennige, Groschen und Doppelgroschen, Witten beziehungsweise Weißpfennige, Vierlinge und Hälblinge. Entscheidend für den Wert war vielfach weniger das Münzbild als das Silbergewicht. Viele Stücke tragen den münsterschen Gegenstempel mit dem Kopf des heiligen Paulus und wurden damit als gültiges Zahlungsmittel bestätigt.[1]
Warum der Besitzer sein Vermögen vergrub und nicht zurückholte, bleibt offen. Petzmeyer erwog einen Zusammenhang mit dem wohlhabenden Konrad Retberg – ausdrücklich nur als interessante, nicht beweisbare Möglichkeit.
Ende 2017 tauchte ein größerer Posten von Münzen aus dem Sendenhorster Schatz erneut im Handel auf. Mit finanzieller Unterstützung der Wiedeking-Stiftung Beckum konnte der Heimatverein bei der damaligen Online-Auktion zunächst 30 Originalmünzen erwerben und damit einen Teil des 1932 zerstreuten Schatzes wieder nach Sendenhorst zurückholen. Der Bestand des Heimatvereins wuchs später auf 33 Originalmünzen an. Damit befindet sich heute wieder ein kleiner, aber bedeutender Teil des ursprünglichen Münzfundes in Sendenhorster Hand.[14]
↓ Zum Anhang: Analyse der 33 + 4 Münzen
Die umfangreichen Neubauvorhaben im Südosten der Altstadt führten 2022 und 2023 zu den wichtigsten modernen Stadtgrabungen
Sendenhorsts. Eine archäologische Fachfirma untersuchte die Flächen unter Begleitung der LWL-Archäologie.
Objekt 1 Schlabberpohl Ein sog. "Apostellöffel", (vermutlich 15. Jahrhundert). - Abbildung Beispiel
Objekt 2 Südstraße Ein sog. "Aachhorn" - Pilgerhorn aus Ton vermutlich aus dem Rheinland (Besipielabbildung)
Objekt 3 Südstraße Reste eine Glaserwerkstatt, mehrere Scherben, Bleifasungeng - Abbildung einer Scherbe, ist Originalfoto
Objekt 4 Südgraben Brunnen (vermutlich 11.-14. Jahrhundert),
Weiter ist zu bemerken, dass die gesamte Innenstadt ein vermutetes Bodendenkmal darstellt & wir mit weiteren Funden zu rechnen haben... Dann men toe!
Die Befunde reichen vom Hochmittelalter bis weit in die Neuzeit und zeigen, wie stark sich die Bebauung innerhalb weniger Jahrhunderte verdichtete.[10][11]
Rund 140 Meter südöstlich der heutigen Kirche wurden zahlreiche Pfostengruben und Gräben dokumentiert. Die Gräben dienten wahrscheinlich der Parzellierung und teilweise der Entwässerung. Gerade die große Zahl erhaltener hochmittelalterlicher Spuren in einem über Jahrhunderte dicht bebauten Stadtkern wurde vom LWL als bemerkenswert hervorgehoben.[10]
Mehrere Brunnen wurden in unterschiedlichen Bauphasen festgestellt. Bei zwei unmittelbar benachbarten Anlagen war bei einem die hölzerne Unterkonstruktion erhalten, beim anderen zusätzlich die steinerne Brunnenröhre. Ein weiterer Brunnen war auf einem wiederverwendeten Holzfass gegründet. In dessen Boden hatte man eigens Löcher angebracht, damit Wasser eintreten konnte.[10]
Zu den besonderen Einzelfunden gehört ein keramisches Aachhorn. Solche kleinen Hörner stehen mit der Aachenwallfahrt in Verbindung und konnten von Pilgern als Erinnerungs- oder Signalgegenstände mitgebracht werden. Der Fund verbindet Sendenhorst mit den überregionalen religiösen Wegen des Mittelalters.[10]
Eine Abfallgrube enthielt große Mengen von Glasresten, darunter hochwertige blaue und bemalte Fragmente sowie Spuren der Bearbeitung und Bleifassungen. Der Befund weist auf eine örtliche Glaser- beziehungsweise Fensterwerkstatt hin und liefert einen seltenen direkten Einblick in das städtische Handwerk der frühen Neuzeit.[10]
Die Untersuchungen wurden 2023 fortgesetzt. Zu den Funden gehört ein sogenannter Apostellöffel, der in dem Fachbeitrag „Ein Apostel aus der Asche – neue Funde und Befunde aus der Altstadt von Sendenhorst“ ausführlicher vorgestellt wird. Der Aufsatz ist eine der wichtigsten neueren Fachquellen zur Sendenhorster Stadtarchäologie.[12]
Ein weiterer bemerkenswerter Fund aus der Südstadt wurde bereits 1980 bei Fundamentarbeiten auf einem Grundstück am Südgraben gemacht. In etwa 1,80 Meter Tiefe kamen zwei bronzene Grapen – dreibeinige Koch- und Vorratsgefäße – sowie ein Kruzifix zum Vorschein. Zu dem Kruzifix liegen heute kaum noch weiterführende Informationen vor.
Die Fundstelle wurde 2010 der LWL-Archäologie für Westfalen gemeldet. Die beiden Gefäße wurden anschließend durch eine archäologische Zeichnerin fachlich dokumentiert. Besonders gut erkennbar sind an den Gefäßkörpern die mittig verlaufenden Reste der Gussnähte. Sie stammen vom Herstellungsprozess und geben einen unmittelbaren Einblick in die Fertigung der Bronzegefäße.
Nach heutiger Einschätzung ist eine Datierung in die frühe Neuzeit wahrscheinlich. Bemerkenswert ist vor allem, dass gleich zwei solcher Gefäße gemeinsam überliefert sind. Bronze besaß einen erheblichen Materialwert und konnte jederzeit wieder eingeschmolzen und neu verarbeitet werden. Weshalb die beiden Grapen zusammen mit dem Kruzifix in den Boden gelangten, ist nicht bekannt; gerade deshalb ist das Ensemble archäologisch besonders interessant.
Die Objekte sind bei der LWL-Archäologie für Westfalen unter dem Fundpunkt MKZ 4112,0153 inventarisiert.[13]
Fazit: Die Grabungen von 2022/23 bestätigen, dass im historischen Stadtkern noch umfangreiche archäologische Substanz erhalten sein kann. Sendenhorsts Innenstadt ist deshalb nicht nur ein gebautes Geschichtsarchiv über der Erde – auch darunter liegen noch zahlreiche Kapitel, die bisher niemand gelesen hat.
| Zeit | Fund / Befund | Ort |
|---|---|---|
| Steinzeit | Einzelfunde / Helmbachfund mit Steinbeil und Knochenobjekt | Helmbachaue / Raum Sendenhorst–Albersloh |
| 7./6. Jh. v. Chr. | Urnenfriedhof | Spithöverstraße |
| 7./6. Jh. v. Chr. | Urnenfriedhof mit zahlreichen Gefäßen und Bronzerest | Martiniring |
| Eisenzeit | Siedlungsplatz | Kreisstraße 4 |
| um Christi Geburt | mehrphasige Siedlung mit Pfostenhäusern und Speichern | Albersloh-Alst |
| 11./12. Jh. | Adelshof, Schach- und Spielsteine | Großer Hof |
| 12. Jh. | massive Fundamente eines herrschaftlichen Sitzes | Bürgerhaus / Drostenhof |
| 12./13. Jh. ff. | Pfosten, Gräben, Brunnen, Handwerk, Kleinfunde | Südöstliche Altstadt |
| Mittelalter / frühe Neuzeit | Wall, Doppelgraben, Binnengräfte, Landwehr, Rondell | Stadt und Kirchspiel |
| frühe Neuzeit | zwei Bronzegrapen und ein Kruzifix; gefunden 1980 bei Fundamentarbeiten in ca. 1,80 m Tiefe, Fundmeldung 2010 | Südstadt / Südgraben |
| um/nach 1425 | großer Münzschatz | Steinkühlerfeld / Große Kogge |
[1] Heinrich Petzmeyer: Sendenhorst. Geschichte einer Kleinstadt im Münsterland, 1992. Besonders die Kapitel zur Vor- und Frühgeschichte, zum Haus Sendenhorst, zum Münzschatz, zur Stadtbefestigung und zu den Höfen.
[2] LWL-Archäologie für Westfalen / Altertumskommission für Westfalen: Fachüberblicke zur Alt- und Mittelsteinzeit in Westfalen. Die örtlichen Einzelfunde sind als Aufenthaltsnachweise, nicht als dauerhafte Siedlungen zu lesen.
[3] HGF/Fascies, digitalisierte Ortsgeschichts- und Archivsammlung Sendenhorst: Notizen zu Bodenaltertümern, Landwehren, Hardt, historischen Fundmeldungen und Denkmalschutz. Stadt-Heimatarchiv Sendenhorst.
[4] LWL / Internet-Portal Westfälische Geschichte und LWL-Archäologie für Westfalen: Überblick zur Bronzezeit und vorrömischen Eisenzeit in Westfalen; zur modernen chronologischen Einordnung der Sendenhorster Urnenfriedhöfe.
[5] Siegfried Gollub: Beiträge zur Besiedlungsgeschichte des Münsterlandes, insbesondere die Publikation der Urnenfunde vom Martiniring; von Petzmeyer ausgewertet und mit Fundabbildungen dokumentiert.
[6] LWL-Archäologie für Westfalen: Neujahrsgruß 2006, S. 102–103 – eisenzeitlicher Fundplatz an der K 4.
[7] LWL: Neujahrsgruß 1972, S. 17–20 – Siedlung in Albersloh-Alst; ergänzend Heimatverein Sendenhorst: Ortsgeschichte Albersloh.
[8] Uwe Lobbedey u. a.: Die Geschichte der Pfarrkirche zu Albersloh nach den Ausgrabungen 1965, Westfalen 50 (1972), S. 58–69.
[9] LWL, 16.02.2005: „Spielfreudiger Kleinadel in Sendenhorst“ – Adelshof, Schach- und Backgammon-Spielsteine; in der Heimatvereinsfassung mit freundlicher Genehmigung der LWL-Archäologie für Westfalen, einschließlich der redaktionellen Änderungen vom 27.10.2010.
[10] LWL, 16.12.2022: „Ausgrabungen in Sendenhorst enthüllen 800 Jahre Stadtgeschichte“.
[11] Ulrich Holtfester / Kim Wegener / Andreas Wunschel: 800 Jahre Bauboom im Süden der Sendenhorster Altstadt, in: Archäologie in Westfalen-Lippe 2022 (2023), S. 151–154. Heidelberg / Propylaeum – Ausgabe.
[12] Ulrich Holtfester / Bernd Thier: Ein Apostel aus der Asche – neue Funde und Befunde aus der Altstadt von Sendenhorst, in: Archäologie in Westfalen-Lippe 2023 (2024), S. 179–182. Fachaufsatz.
[13] LWL-Archäologie für Westfalen: Fundmeldung 2010 zu zwei Bronzegrapen und einem Kruzifix vom Südgraben; Fundpunkt MKZ 4112,0153. Die beiden Bronzegefäße wurden zeichnerisch dokumentiert; eine Datierung in die frühe Neuzeit wird als wahrscheinlich angesehen.
[14] Heimatverein Sendenhorst, Presse-Archiv 2017: Ende 2017 wurden mit Unterstützung der Wiedeking-Stiftung Beckum 30 Münzen aus dem Sendenhorster Münzschatz erworben. Der heutige Bestand des Heimatvereins umfasst 33 Originale. Bericht des Heimatvereins · Wiedeking-Stiftung.
Redaktioneller Hinweis: Die Seite verbindet archäologische Fachpublikationen mit Petzmeyer und der örtlichen Überlieferung von Fascies/HGF. Wo ältere Deutungen heute nicht mehr als gesichert gelten, wird dies ausdrücklich markiert. Nicht ausgegrabene Verdachtsflächen werden nicht als sichere Fundplätze dargestellt. Fossilien aus dem Steinkühlerfeld gehören zur Paläontologie und werden deshalb auf dieser Archäologie-Seite nicht mit den menschlichen Bodenfunden vermischt.
Dieser Anhang wertet die 33 Originalmünzen im Bestand des Heimatvereins und vier weitere Originalmünzen in Privatbesitz gemeinsam aus. Die Besitzverhältnisse bleiben in der Darstellung ausdrücklich getrennt.
33 Münzen im Bestand des Heimatvereins, vier weitere Originale in Privatbesitz: Die neue numismatische Erfassung erlaubt erstmals eine differenzierte Betrachtung von insgesamt 37 nachweislich zum Sendenhorster Münzschatz gehörenden Stücken. Die Datenbank enthält 74 Zeilen, weil Vorder- und Rückseite jeder Münze getrennt geführt werden; tatsächlich handelt es sich um 37 Münzen.
Wichtig zur Besitzlage: Die vier ergänzenden Stücke TVOP, VB99, YHGH und YHKL befinden sich in Privatbesitz. Sie werden hier ausschließlich als wissenschaftlich dokumentierte Teile des Sendenhorster Schatzfundes mit ausgewertet. Sie gehören nicht zum Eigentum des Heimatvereins.
Die 37 erhaltenen Stücke zeigen keinen rein lokalen Geldbestand. Zwar bilden die Grafen von Mark mit elf Münzen die größte Einzelgruppe, doch zusammen stammen 22 der 37 Stücke aus weiter entfernten Münzräumen. Besonders stark vertreten sind die Hansestädte und der wendische Münzraum sowie Flandern und das Hochstift Utrecht.
| Gruppe | Stück | Anteil |
|---|---|---|
| Grafen von Mark | 11 | 29,7 % |
| Stadt Rostock | 7 | 18,9 % |
| Stadt Anklam | 5 | 13,5 % |
| Grafen von Flandern | 5 | 13,5 % |
| Grafen von Limburg | 4 | 10,8 % |
| Bischöfe von Utrecht | 3 | 8,1 % |
| Stadt Lüneburg | 1 | 2,7 % |
| Stadt Stralsund | 1 | 2,7 % |
| Gesamt | 37 | 100 % |
Einordnung: 15 Stücke stammen aus dem westfälischen Raum – Hattingen, Unna und Hohenlimburg. 14 Witten kommen aus Rostock, Anklam, Stralsund und Lüneburg. Hinzu kommen drei Groschen aus Deventer und fünf flandrische Groschen bzw. Doppelgroschen.
Das belegt die große Reichweite des spätmittelalterlichen Geldumlaufs. Eine Münze aus Gent oder Anklam beweist allerdings nicht, dass ihr späterer Sendenhorster Besitzer selbst dort war. Münzen wanderten über Märkte, Handel, Abgaben und viele Zwischenbesitzer.
| Nominalgruppe | Stück | Anteil |
|---|---|---|
| Pfennig | 15 | 40,5 % |
| Witten | 14 | 37,8 % |
| Groschen | 6 | 16,2 % |
| Doppelgroschen | 2 | 5,4 % |
| Gesamt | 37 | 100 % |
Die 15 Pfennige wiegen im Durchschnitt rund 0,927 g, die 14 Witten rund 0,944 g. Die sechs Groschen liegen im Mittel bei rund 1,768 g. Die beiden flandrischen Doppelgroschen sind mit 3,957 g und 4,050 g deutlich schwerer.
Das heutige Gesamtgewicht aller 37 Stücke beträgt 45,740 g. Es handelt sich um das tatsächliche Münzgewicht, nicht um ein errechnetes Feinsilbergewicht. Der Silbergehalt der einzelnen Prägungen ist in der Tabelle nicht angegeben.
Die größte Einzelgruppe bilden elf Pfennige der Grafen von Mark. Neun wurden in Hattingen, zwei in Unna geprägt. Die Hattinger Stücke werden überwiegend Adolf IV. bzw. Adolf IV. als Graf von Kleve zugeordnet; die beiden Unnaer Pfennige können Adolf III. oder Adolf IV. angehören.
Vier weitere Pfennige stammen aus der Grafschaft Limburg. Bei mehreren Stücken bleibt die Bestimmung bewusst offen: Dietrich IV. oder Wilhelm I.; bei einem Exemplar ist selbst Hohenlimburg als Prägestätte mit einem Fragezeichen versehen. Diese Unsicherheit ist wissenschaftlich wichtig und sollte nicht durch scheinbar präzisere Datierungen überdeckt werden.
Einige alte Münztütchen dokumentieren frühere Bestimmungen durch Josef Spiegel. Solche Tütchen mit alten Zuschreibungen und Preisnotizen gehören zur Provenienzgeschichte der Münzen und sollten zusammen mit den Stücken bewahrt werden.
Besonders auffällig sind 14 Witten aus dem norddeutschen beziehungsweise wendischen Münzraum. Sieben stammen aus Rostock, fünf aus Anklam, je einer aus Stralsund und Lüneburg.
Mehrere Rostocker und Anklamer Typen wurden bereits vor 1381 geprägt. Andere gehören in die Jahrzehnte um 1390 und 1400. Der Lüneburger Witten SPLM ist mit 1403/06–1424/25 eines der jüngsten enger datierbaren Stücke des heutigen 37er-Bestandes und für die zeitliche Einordnung des Schatzes besonders wichtig.
Drei Groschen wurden unter Friedrich III. von Blankenheim, Bischof von Utrecht 1393–1423, in Deventer geprägt. Daneben stehen fünf flandrische Stücke: drei Groschen (Botdrager) Ludwigs II. von Male, datiert 1368–1370, und zwei Doppelgroschen Philipps II. von Burgund ab 1389.
Gerade die flandrischen Stücke sind wegen Größe und Gewicht auffällig. Die beiden Doppelgroschen VB99 und YHKL erreichen fast vier Gramm und Durchmesser von über 30 Millimetern. Beide befinden sich heute in Privatbesitz.
Im erhaltenen Teilbestand ist keine Münze aus einer münsterschen Prägestätte vertreten. Trotzdem ist Münster unmittelbar sichtbar: mindestens vier Münzen tragen sicher dokumentiert den Gegenstempel mit dem Pauluskopf von Münster.
Drei davon sind Groschen aus Deventer; der vierte ist der Lüneburger Witten SPLM. Beim Stralsunder Witten SPHJ verweist ein altes Josef-Spiegel-Tütchen ebenfalls auf ein Stück mit Pauluskopf, die aktuelle technische Einzelbeschreibung vermerkt den Gegenstempel bei diesem konkreten Exemplar jedoch nicht ausdrücklich. Deshalb wird hier vorsichtig mit vier sicher dokumentierten Gegenstempeln gerechnet.
Die Gegenstempel zeigen anschaulich, wie auswärtiges Geld in den münsterschen Geldverkehr einbezogen und als gültig bestätigt werden konnte.
Die enger datierbaren Stücke reichen von den flandrischen Botdrager-Groschen 1368–1370 über Witten der 1370er, 1380er und 1390er Jahre bis zum Lüneburger Witten 1403/06–1424/25. Der heutige Bestand vereinigt somit Münzen, die über mindestens rund ein halbes Jahrhundert hinweg geprägt wurden.
Das unterstützt die bisherige Einordnung einer Verbergung um 1425. Ein exakt bestimmbares Vergrabungsjahr ergibt sich aus den 37 erhaltenen Stücken allein jedoch nicht. Mehrere Typen haben breite Datierungsrahmen, und Herrschaftsjahre sind nicht mit einem exakten Prägejahr gleichzusetzen.
7 Münzen tragen Anhaftungen von Resten einer anderen Münze; 2 Stücke werden ausdrücklich als fragmentarisch beschrieben. Solche Merkmale gehören zur materiellen Fundgeschichte und sind nicht nur „Beschädigungen“.
Die vier zusätzlich dokumentierten Originale sind TVOP, VB99, YHGH und YHKL. Sie befinden sich in Privatbesitz, erweitern aber die wissenschaftliche Kenntnis des Sendenhorster Schatzes erheblich.
| Nr. | Prägung | Nominal | Datierung | Gewicht |
|---|---|---|---|---|
| TVOP | Grafen von Mark, Hattingen | Pfennig | Adolf IV., Herrschaft 1394/98–1448 | 0,814 g |
| VB99 | Flandern, Philipp II. von Burgund | Doppelgroschen (Botdrager) | ab 1389 | 3,957 g |
| YHGH | Flandern, Ludwig II. von Male, Gent | Groschen (Botdrager) | 1368–1370 | 1,497 g |
| YHKL | Flandern, Philipp II. von Burgund | Doppelgroschen (Botdrager) | ab 1389 | 4,050 g |
Zusammen wiegen die vier Privatmünzen 10,318 g. Das sind nur 10,8 % der Stückzahl, aber rund 22,6 % des Gesamtgewichts der untersuchten 37 Münzen. Das liegt vor allem an den beiden schweren flandrischen Doppelgroschen.
Besonders bemerkenswert: Im 33er-Bestand des Heimatvereins ist kein Doppelgroschen vertreten. Erst durch die vier privat besessenen Stücke wird diese Nominalgruppe im heute bekannten 37er-Teilbestand sichtbar. Der flandrische Anteil steigt dadurch von 2 von 33 Stücken auf 5 von 37 Stücke.
Die 37 Münzen sind ein aussagekräftiger, aber nicht repräsentativ gezogener Ausschnitt des ursprünglichen Schatzes. Nach der historischen Überlieferung war der Fund von 1932 erheblich größer und wurde schon unmittelbar nach seiner Entdeckung zerstreut. Deshalb dürfen die Prozentwerte des heutigen Teilbestandes nicht ohne Weiteres auf den gesamten ursprünglichen Schatz übertragen werden.
Saubere Formulierung: „29,7 % der heute untersuchten 37 Münzen stammen aus der Grafschaft Mark.“
Nicht sauber wäre: „29,7 % des ursprünglichen Münzschatzes stammten aus der Grafschaft Mark.“
Der Teilbestand beweist dennoch sicher die große Vielfalt des Schatzes: westfälische Pfennige, norddeutsche Witten, niederländische Groschen und flandrische Großnominale zirkulierten nebeneinander. Genau darin liegt sein besonderer Wert für die Wirtschafts- und Stadtgeschichte Sendenhorsts um 1400.
Die folgende Tabelle übernimmt die Angaben der numismatischen Erfassung zu Gruppe, Herrscher, Nominal, Datierung, Prägestätte, Bestimmungsliteratur, Material, Gewicht, Durchmesser, Stempelstellung und Besonderheiten. Die Bildlinks führen jeweils zu Vorder- und Rückseite.
| Nr. / Besitz | Gruppe | Herrscher / Herrschaft | Nominal | Datierung | Prägestätte | Literatur | Material / Herstellung | Gewicht | Durchmesser | Stempelstellung | Besonderheiten | Bilder |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 8B11 Heimatverein |
Grafen von Mark | Adolf IV. (1394/98-1448) | Pfennig | Hattingen | Menadier 84 | Silber geprägt |
0,890 g | 14,9–15,4 mm | 300 | Rs. Anhaftung von Resten einer anderen Münze | Vs. · Rs. | |
| 8B77 Heimatverein |
Stadt Rostock | Witten sundisch | vor 1381 | Rostock | Jesse 308; Oertzen 309 | Silber geprägt |
0,965 g | 17,2–18,0 mm | 250 | Vs. · Rs. | ||
| 8B8R Heimatverein |
Grafen von Mark | Adolf IV. als Graf von Kleve (bis 1417) (1394/98-1448) | Pfennig | Hattingen | Menadier .//. (vgl. 84) | Silber geprägt |
0,824 g | 15,8–16,2 mm | 20 | Vs. · Rs. | ||
| 8B99 Heimatverein |
Stadt Rostock | Witten sundisch | vor 1381 | Rostock | Jesse 308; Oertzen 336 (mit Beizeichen) | Silber geprägt |
0,942 g | 17,5–18,5 mm | 340 | Vs. · Rs. | ||
| 8BBC Heimatverein |
Grafen von Limburg | Dietrich IV. od. Wilhelm I. (1344-1401 od. 1401-1457) | Pfennig | um 1380/1400 od. um 1410 | Hohenlimburg | Berghaus/Spiegel 7/9/10 od. 23-28 | Silber geprägt |
0,999 g | 16,3–17,1 mm | 340 (?) | Vs. · Rs. | |
| 8BCD Heimatverein |
Grafen von Limburg | Dietrich IV. od. Wilhelm I. (1344-1401 od. 1401-1457) | Pfennig | um 1380/1400 od. um 1410 | Hohenlimburg | Berghaus/Spiegel 7/9/10 od. 23-28 | Silber geprägt |
0,905 g | 16,4–16,7 mm | 90 (?) | Vs. Anhaftung von Resten einer anderen Münze | Vs. · Rs. |
| 8BEF Heimatverein |
Grafen von Limburg | Dietrich IV. (1344-1401) | Pfennig | um 1380/1400 | Hohenlimburg | Berghaus/Spiegel 7/9/10 | Silber geprägt |
1,064 g | 15,8–16,1 mm | 60 | Vs. · Rs. | |
| 8BFG Heimatverein |
Bischöfe von Utrecht | Friedrich III. von Blankenheim (1393-1423) | Groschen | Deventer | de Mey 239; Post 1.29.16 | Silber geprägt |
1,537 g | 25,5–26,3 mm | 100 | Vs. mit Gegenstempel: Pauluskopf Münster; beiges Tütchen (Peter Berghaus): "Utrecht, Friedrich 1394-1423, Groschen v. Deventer, m. Gegenstpl. v. Münster" | Vs. · Rs. | |
| 8BGH Heimatverein |
Bischöfe von Utrecht | Friedrich III. von Blankenheim (1393-1423) | Groschen | Deventer | de Mey 239; Post 1.29.16 | Silber geprägt |
1,874 g | 25,4–26,2 mm | 290 | Vs. mit Gegenstempel: Pauluskopf Münster; Rs. Anhaftung von Resten einer anderen Münze | Vs. · Rs. | |
| 8BLM Heimatverein |
Grafen von Mark | Adolf IV. (1394/98-1448) | Pfennig | Hattingen | Menadier 84 | Silber geprägt |
0,819 g | 15,4–15,5 mm | 60 | braunes Tütchen (Josef Spiegel): "Grafschaft Mark, Adolf IV., 1398-1417, Denar v. Hattingen | 8,-", mit Bleistift "a 4,-" | Vs. · Rs. | |
| 8BMN Heimatverein |
Grafen von Mark | Adolf IV. als Graf von Kleve (bis 1417) (1394/98-1448) | Pfennig | Hattingen | Menadier .//. (vgl. 84) | Silber geprägt |
0,933 g | 15,1–15,6 mm | 250 | Vs. · Rs. | ||
| 8BNO Heimatverein |
Grafen von Mark | Adolf IV. als Graf von Kleve (bis 1417) (1394/98-1448) | Pfennig | Hattingen | Menadier .//. (vgl. 84) | Silber geprägt |
0,977 g | 15,6–15,8 mm | 130 | Vs. · Rs. | ||
| 8BP8 Heimatverein |
Grafen von Mark | Adolf IV. als Graf von Kleve (bis 1417) (1394/98-1448) | Pfennig | Hattingen | Menadier .//. (vgl. 84) | Silber geprägt |
0,950 g | 14,9–15,4 mm | 90 | Vs. · Rs. | ||
| 8BRS Heimatverein |
Grafen von Mark | Adolf IV. als Graf von Kleve (bis 1417) (1394/98-1448) | Pfennig | Hattingen | Menadier .//. (vgl. 84) | Silber geprägt |
0,911 g | 14,7–15,8 mm | 90 | Vs. · Rs. | ||
| 8BTU Heimatverein |
Grafen von Mark | Adolf III. od. Adolf IV. (1391-1393 od. 1394/98-1448) | Pfennig | Unna | Menadier 80 | Silber geprägt |
0,851 g | 15,2–15,7 mm | 0 | Vs. · Rs. | ||
| 8BUV Heimatverein |
Grafen von Mark | Adolf IV. als Graf von Kleve (bis 1417) (1394/98-1448) | Pfennig | Hattingen | Menadier .//. (vgl. 84) | Silber geprägt |
1,112 g | 16,1–16,4 mm | 310 | Vs. Anhaftung von Resten einer anderen Münze | Vs. · Rs. | |
| 8BVW Heimatverein |
Grafen von Limburg | Dietrich IV. od. Wilhelm I. (1344-1401 od. 1401-1457) | Pfennig | um 1380/1400 od. um 1410 | Hohenlimburg (?) | Berghaus/Spiegel 7/9/10 od. 23-28 | Silber geprägt |
0,931 g | 15,3–15,6 mm | ? | Vs. Anhaftung von Resten einer anderen Münze | Vs. · Rs. |
| 8BXY Heimatverein |
Grafen von Mark | Adolf III. od. Adolf IV. (1391-1393 od. 1394/98-1448) | Pfennig | Unna | Menadier 80 | Silber geprägt |
0,930 g | 15,3–15,7 mm | 70 | braunes Tütchen (Josef Spiegel): "Adolf III. 1391-1393, Graf v. d. Mark, Denar von Unna | bestimmt Spiegel" | Vs. · Rs. | |
| SPAB Heimatverein |
Stadt Rostock | Witten sundisch | vor 1381 | Rostock | Jesse 308; Oertzen 308-327 (Rs. 314) | Silber geprägt |
0,984 g | 18,4–19,1 mm | 110 | braunes Tütchen (Josef Spiegel): "Stadt Rostock, Witten | 3,-", mit Bleistift "a 1,-" | Vs. · Rs. | |
| SPCD Heimatverein |
Stadt Rostock | Witten sundisch | vor 1381 | Rostock | Jesse 308; Oertzen 308/309 od. 330/331 | Silber geprägt |
0,921 g | 17,8–18,2 mm | 160 | Rs. Anhaftung von Resten einer anderen Münze | Vs. · Rs. | |
| SPEF Heimatverein |
Stadt Rostock | Witten sundisch | 1381-1398 od. bis 1403/06 | Rostock | Jesse 369; Oertzen 349-357 (Vs. 352) | Silber geprägt |
0,953 g | 18,0–18,9 mm | 80 | Vs. · Rs. | ||
| SPFG Heimatverein |
Stadt Rostock | Witten sundisch | vor 1381 | Rostock | Jesse 308; Oertzen 309 | Silber geprägt |
1,092 g | 17,1–17,9 mm | 40 | Vs. · Rs. | ||
| SPGH Heimatverein |
Stadt Rostock | Witten sundisch | 1381-1398 od. bis 1403/06 | Rostock | Jesse 369; Oertzen 353 | Silber geprägt |
0,848 g | 17,2–17,7 mm | 300 | Vs. · Rs. | ||
| SPHJ Heimatverein |
Stadt Stralsund | Witten | vor 1381 | Stralsund | Jesse 311 (var.); Dannenberg 259c | Silber geprägt |
1,059 g | 18,1–19,1 mm | 330 | braunes Tütchen (Josef Spiegel): "Stadt Stralsund, Witten. Ein Stück mit dem Pauluskopf v. Münster gestempelt. | 4,-", mit Bleistift "ohne Stempel a 1,-, mit Stempel 7,-" | Vs. · Rs. | |
| SPLM Heimatverein |
Stadt Lüneburg | Witten | 1403/06-1424/25 | Lüneburg | Jesse 438 | Silber geprägt |
1,005 g | 17,7–18,0 mm | 290 | Rs. mit Gegenstempel: Pauluskopf Münster | Vs. · Rs. | |
| SPNO Heimatverein |
Stadt Anklam | Witten | 1387-1403/06 | Anklam | Jesse 389; Dannenberg 178a | Silber geprägt |
1,035 g | 18,2–18,7 mm | 70 | braunes Tütchen (Josef Spiegel): "Stadt Anklam, Witten | 1,-", mit Bleistift "1,50" | Vs. · Rs. | |
| SPPR Heimatverein |
Stadt Anklam | Witten | 1387-1403/06 | Anklam | Jesse 389; Dannenberg 178a | Silber geprägt |
0,623 g | 16,3–18,7 mm | 170 | Vs. · Rs. | ||
| SPRS Heimatverein |
Stadt Anklam | Witten | 1387-1403/06 | Anklam | Jesse 389; Dannenberg 178 | Silber geprägt |
0,930 g | 17,5–17,9 mm | 180 | Vs. · Rs. | ||
| SPST Heimatverein |
Stadt Anklam | Witten | vor 1379-1387 | Anklam | Jesse 347; Dannenberg 176a | Silber geprägt |
0,801 g | 17,5–18,0 mm | 100 | Vs. · Rs. | ||
| SPTU Heimatverein |
Stadt Anklam | Witten | vor 1379-1387 | Anklam | Jesse 347; Dannenberg 176a | Silber geprägt |
1,055 g | 17,1–17,4 mm | 290 | Vs. · Rs. | ||
| TV26 Heimatverein |
Grafen von Flandern | Ludwig II. von Male (1346-1384) | Groschen (Botdrager) | o. J. (1368-1370) | Gent | Gaillard 227; Schutyser 87 | Silber geprägt |
1,878 g | 25,4–25,9 mm | 300 | fragmentarisch | Vs. · Rs. |
| TV78 Heimatverein |
Grafen von Flandern | Ludwig II. von Male (1346-1384) | Groschen (Botdrager) | o. J. (1368-1370) | Gent | Gaillard 227; Schutyser 87 | Silber geprägt |
1,950 g | 23,6–24,1 mm | 0 | Vs. Anhaftung von Resten einer anderen Münze | Vs. · Rs. |
| TVGH Heimatverein |
Bischöfe von Utrecht | Friedrich III. von Blankenheim (1393-1423) | Groschen | Deventer | de Mey 239; Post 1.29.16 | Silber geprägt |
1,874 g | 25,3–26,1 mm | 340 | Vs. mit Gegenstempel: Pauluskopf Münster | Vs. · Rs. | |
| TVOP Privatbesitz |
Grafen von Mark | Adolf IV. als Graf von Kleve (bis 1417) (1394/98-1448) | Pfennig | Hattingen | Menadier .//. (vgl. 84) | Silber geprägt |
0,814 g | 14,9–15,6 mm | 60 | Vs. · Rs. | ||
| VB99 Privatbesitz |
Grafen von Flandern | Philipp II. von Burgund (1384-1404) | Doppelgroschen (Botdrager) | o. J. (ab 1389) | Brügge/Gent/Mecheln | Taelman 20-29; Schutyser 11 | Silber geprägt |
3,957 g | 31,2–32,4 mm | 260 | Vs. · Rs. | |
| YHGH Privatbesitz |
Grafen von Flandern | Ludwig II. von Male (1346-1384) | Groschen (Botdrager) | o. J. (1368-1370) | Gent | Gaillard 227; Schutyser 87 | Silber geprägt |
1,497 g | 24,0–24,8 mm | 200 | fragmentarisch | Vs. · Rs. |
| YHKL Privatbesitz |
Grafen von Flandern | Philipp II. von Burgund (1384-1404) | Doppelgroschen (Botdrager) | o. J. (ab 1389) | Brügge/Gent/Mecheln | Taelman 20-29; Schutyser 11 | Silber geprägt |
4,050 g | 30,3–31,7 mm | 10 | Vs. · Rs. |
Numismatische Grundlage: LWL-Analyse / Datenbestand tbl_muenz1 mit Einzelerfassung der Münzen nach Münzherr, Herrschaftsjahren, Nominal, Datierung, Prägestätte, Literatur, Material, Herstellung, Gewicht, Durchmesser, Stempelstellung, Besonderheiten und Bildzuordnung.
Bestimmungsliteratur laut Tabelle: u. a. Menadier; Jesse; Oertzen; Berghaus/Spiegel; de Mey; Post; Dannenberg; Gaillard; Schutyser; Taelman.
Besitzlage: 33 Originalmünzen im Bestand des Heimatvereins Sendenhorst; die vier ergänzend ausgewerteten Originale TVOP, VB99, YHGH und YHKL befinden sich in Privatbesitz.
Methodik: Die a/r-Datensätze der Tabelle wurden zu jeweils einer Münze zusammengeführt. Aus 74 Seiten-Datensätzen ergeben sich daher 37 Münzen.
33 Münzen im Bestand des Heimatvereins, vier weitere Originale in Privatbesitz: Die neue numismatische Erfassung erlaubt erstmals eine differenzierte Betrachtung von insgesamt 37 nachweislich zum Sendenhorster Münzschatz gehörenden Stücken. Die Datenbank enthält 74 Zeilen, weil Vorder- und Rückseite jeder Münze getrennt geführt werden; tatsächlich handelt es sich um 37 Münzen.
Wichtig zur Besitzlage: Die vier ergänzenden Stücke TVOP, VB99, YHGH und YHKL befinden sich in Privatbesitz. Sie werden hier ausschließlich als wissenschaftlich dokumentierte Teile des Sendenhorster Schatzfundes mit ausgewertet. Sie gehören nicht zum Eigentum des Heimatvereins.
Die 37 erhaltenen Stücke zeigen keinen rein lokalen Geldbestand. Zwar bilden die Grafen von Mark mit elf Münzen die größte Einzelgruppe, doch zusammen stammen 22 der 37 Stücke aus weiter entfernten Münzräumen. Besonders stark vertreten sind die Hansestädte und der wendische Münzraum sowie Flandern und das Hochstift Utrecht.
| Gruppe | Stück | Anteil |
|---|---|---|
| Grafen von Mark | 11 | 29,7 % |
| Stadt Rostock | 7 | 18,9 % |
| Stadt Anklam | 5 | 13,5 % |
| Grafen von Flandern | 5 | 13,5 % |
| Grafen von Limburg | 4 | 10,8 % |
| Bischöfe von Utrecht | 3 | 8,1 % |
| Stadt Lüneburg | 1 | 2,7 % |
| Stadt Stralsund | 1 | 2,7 % |
| Gesamt | 37 | 100 % |
Einordnung: 15 Stücke stammen aus dem westfälischen Raum – Hattingen, Unna und Hohenlimburg. 14 Witten kommen aus Rostock, Anklam, Stralsund und Lüneburg. Hinzu kommen drei Groschen aus Deventer und fünf flandrische Groschen bzw. Doppelgroschen.
Das belegt die große Reichweite des spätmittelalterlichen Geldumlaufs. Eine Münze aus Gent oder Anklam beweist allerdings nicht, dass ihr späterer Sendenhorster Besitzer selbst dort war. Münzen wanderten über Märkte, Handel, Abgaben und viele Zwischenbesitzer.
| Nominalgruppe | Stück | Anteil |
|---|---|---|
| Pfennig | 15 | 40,5 % |
| Witten | 14 | 37,8 % |
| Groschen | 6 | 16,2 % |
| Doppelgroschen | 2 | 5,4 % |
| Gesamt | 37 | 100 % |
Die 15 Pfennige wiegen im Durchschnitt rund 0,927 g, die 14 Witten rund 0,944 g. Die sechs Groschen liegen im Mittel bei rund 1,768 g. Die beiden flandrischen Doppelgroschen sind mit 3,957 g und 4,050 g deutlich schwerer.
Das heutige Gesamtgewicht aller 37 Stücke beträgt 45,740 g. Es handelt sich um das tatsächliche Münzgewicht, nicht um ein errechnetes Feinsilbergewicht. Der Silbergehalt der einzelnen Prägungen ist in der Tabelle nicht angegeben.
Die größte Einzelgruppe bilden elf Pfennige der Grafen von Mark. Neun wurden in Hattingen, zwei in Unna geprägt. Die Hattinger Stücke werden überwiegend Adolf IV. bzw. Adolf IV. als Graf von Kleve zugeordnet; die beiden Unnaer Pfennige können Adolf III. oder Adolf IV. angehören.
Vier weitere Pfennige stammen aus der Grafschaft Limburg. Bei mehreren Stücken bleibt die Bestimmung bewusst offen: Dietrich IV. oder Wilhelm I.; bei einem Exemplar ist selbst Hohenlimburg als Prägestätte mit einem Fragezeichen versehen. Diese Unsicherheit ist wissenschaftlich wichtig und sollte nicht durch scheinbar präzisere Datierungen überdeckt werden.
Einige alte Münztütchen dokumentieren frühere Bestimmungen durch Josef Spiegel. Solche Tütchen mit alten Zuschreibungen und Preisnotizen gehören zur Provenienzgeschichte der Münzen und sollten zusammen mit den Stücken bewahrt werden.
Besonders auffällig sind 14 Witten aus dem norddeutschen beziehungsweise wendischen Münzraum. Sieben stammen aus Rostock, fünf aus Anklam, je einer aus Stralsund und Lüneburg.
Mehrere Rostocker und Anklamer Typen wurden bereits vor 1381 geprägt. Andere gehören in die Jahrzehnte um 1390 und 1400. Der Lüneburger Witten SPLM ist mit 1403/06–1424/25 eines der jüngsten enger datierbaren Stücke des heutigen 37er-Bestandes und für die zeitliche Einordnung des Schatzes besonders wichtig.
Drei Groschen wurden unter Friedrich III. von Blankenheim, Bischof von Utrecht 1393–1423, in Deventer geprägt. Daneben stehen fünf flandrische Stücke: drei Groschen (Botdrager) Ludwigs II. von Male, datiert 1368–1370, und zwei Doppelgroschen Philipps II. von Burgund ab 1389.
Gerade die flandrischen Stücke sind wegen Größe und Gewicht auffällig. Die beiden Doppelgroschen VB99 und YHKL erreichen fast vier Gramm und Durchmesser von über 30 Millimetern. Beide befinden sich heute in Privatbesitz.
Im erhaltenen Teilbestand ist keine Münze aus einer münsterschen Prägestätte vertreten. Trotzdem ist Münster unmittelbar sichtbar: mindestens vier Münzen tragen sicher dokumentiert den Gegenstempel mit dem Pauluskopf von Münster.
Drei davon sind Groschen aus Deventer; der vierte ist der Lüneburger Witten SPLM. Beim Stralsunder Witten SPHJ verweist ein altes Josef-Spiegel-Tütchen ebenfalls auf ein Stück mit Pauluskopf, die aktuelle technische Einzelbeschreibung vermerkt den Gegenstempel bei diesem konkreten Exemplar jedoch nicht ausdrücklich. Deshalb wird hier vorsichtig mit vier sicher dokumentierten Gegenstempeln gerechnet.
Die Gegenstempel zeigen anschaulich, wie auswärtiges Geld in den münsterschen Geldverkehr einbezogen und als gültig bestätigt werden konnte.
Die enger datierbaren Stücke reichen von den flandrischen Botdrager-Groschen 1368–1370 über Witten der 1370er, 1380er und 1390er Jahre bis zum Lüneburger Witten 1403/06–1424/25. Der heutige Bestand vereinigt somit Münzen, die über mindestens rund ein halbes Jahrhundert hinweg geprägt wurden.
Das unterstützt die bisherige Einordnung einer Verbergung um 1425. Ein exakt bestimmbares Vergrabungsjahr ergibt sich aus den 37 erhaltenen Stücken allein jedoch nicht. Mehrere Typen haben breite Datierungsrahmen, und Herrschaftsjahre sind nicht mit einem exakten Prägejahr gleichzusetzen.
7 Münzen tragen Anhaftungen von Resten einer anderen Münze; 2 Stücke werden ausdrücklich als fragmentarisch beschrieben. Solche Merkmale gehören zur materiellen Fundgeschichte und sind nicht nur „Beschädigungen“.
Die vier zusätzlich dokumentierten Originale sind TVOP, VB99, YHGH und YHKL. Sie befinden sich in Privatbesitz, erweitern aber die wissenschaftliche Kenntnis des Sendenhorster Schatzes erheblich.
| Nr. | Prägung | Nominal | Datierung | Gewicht |
|---|---|---|---|---|
| TVOP | Grafen von Mark, Hattingen | Pfennig | Adolf IV., Herrschaft 1394/98–1448 | 0,814 g |
| VB99 | Flandern, Philipp II. von Burgund | Doppelgroschen (Botdrager) | ab 1389 | 3,957 g |
| YHGH | Flandern, Ludwig II. von Male, Gent | Groschen (Botdrager) | 1368–1370 | 1,497 g |
| YHKL | Flandern, Philipp II. von Burgund | Doppelgroschen (Botdrager) | ab 1389 | 4,050 g |
Zusammen wiegen die vier Privatmünzen 10,318 g. Das sind nur 10,8 % der Stückzahl, aber rund 22,6 % des Gesamtgewichts der untersuchten 37 Münzen. Das liegt vor allem an den beiden schweren flandrischen Doppelgroschen.
Besonders bemerkenswert: Im 33er-Bestand des Heimatvereins ist kein Doppelgroschen vertreten. Erst durch die vier privat besessenen Stücke wird diese Nominalgruppe im heute bekannten 37er-Teilbestand sichtbar. Der flandrische Anteil steigt dadurch von 2 von 33 Stücken auf 5 von 37 Stücke.
Die 37 Münzen sind ein aussagekräftiger, aber nicht repräsentativ gezogener Ausschnitt des ursprünglichen Schatzes. Nach der historischen Überlieferung war der Fund von 1932 erheblich größer und wurde schon unmittelbar nach seiner Entdeckung zerstreut. Deshalb dürfen die Prozentwerte des heutigen Teilbestandes nicht ohne Weiteres auf den gesamten ursprünglichen Schatz übertragen werden.
Saubere Formulierung: „29,7 % der heute untersuchten 37 Münzen stammen aus der Grafschaft Mark.“
Nicht sauber wäre: „29,7 % des ursprünglichen Münzschatzes stammten aus der Grafschaft Mark.“
Der Teilbestand beweist dennoch sicher die große Vielfalt des Schatzes: westfälische Pfennige, norddeutsche Witten, niederländische Groschen und flandrische Großnominale zirkulierten nebeneinander. Genau darin liegt sein besonderer Wert für die Wirtschafts- und Stadtgeschichte Sendenhorsts um 1400.
Die folgende Tabelle übernimmt die Angaben der numismatischen Erfassung zu Gruppe, Herrscher, Nominal, Datierung, Prägestätte, Bestimmungsliteratur, Material, Gewicht, Durchmesser, Stempelstellung und Besonderheiten. Die Bildlinks führen jeweils zu Vorder- und Rückseite.
| Nr. / Besitz | Gruppe | Herrscher / Herrschaft | Nominal | Datierung | Prägestätte | Literatur | Material / Herstellung | Gewicht | Durchmesser | Stempelstellung | Besonderheiten | Bilder |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 8B11 Heimatverein |
Grafen von Mark | Adolf IV. (1394/98-1448) | Pfennig | Hattingen | Menadier 84 | Silber geprägt |
0,890 g | 14,9–15,4 mm | 300 | Rs. Anhaftung von Resten einer anderen Münze | Vs. · Rs. | |
| 8B77 Heimatverein |
Stadt Rostock | Witten sundisch | vor 1381 | Rostock | Jesse 308; Oertzen 309 | Silber geprägt |
0,965 g | 17,2–18,0 mm | 250 | Vs. · Rs. | ||
| 8B8R Heimatverein |
Grafen von Mark | Adolf IV. als Graf von Kleve (bis 1417) (1394/98-1448) | Pfennig | Hattingen | Menadier .//. (vgl. 84) | Silber geprägt |
0,824 g | 15,8–16,2 mm | 20 | Vs. · Rs. | ||
| 8B99 Heimatverein |
Stadt Rostock | Witten sundisch | vor 1381 | Rostock | Jesse 308; Oertzen 336 (mit Beizeichen) | Silber geprägt |
0,942 g | 17,5–18,5 mm | 340 | Vs. · Rs. | ||
| 8BBC Heimatverein |
Grafen von Limburg | Dietrich IV. od. Wilhelm I. (1344-1401 od. 1401-1457) | Pfennig | um 1380/1400 od. um 1410 | Hohenlimburg | Berghaus/Spiegel 7/9/10 od. 23-28 | Silber geprägt |
0,999 g | 16,3–17,1 mm | 340 (?) | Vs. · Rs. | |
| 8BCD Heimatverein |
Grafen von Limburg | Dietrich IV. od. Wilhelm I. (1344-1401 od. 1401-1457) | Pfennig | um 1380/1400 od. um 1410 | Hohenlimburg | Berghaus/Spiegel 7/9/10 od. 23-28 | Silber geprägt |
0,905 g | 16,4–16,7 mm | 90 (?) | Vs. Anhaftung von Resten einer anderen Münze | Vs. · Rs. |
| 8BEF Heimatverein |
Grafen von Limburg | Dietrich IV. (1344-1401) | Pfennig | um 1380/1400 | Hohenlimburg | Berghaus/Spiegel 7/9/10 | Silber geprägt |
1,064 g | 15,8–16,1 mm | 60 | Vs. · Rs. | |
| 8BFG Heimatverein |
Bischöfe von Utrecht | Friedrich III. von Blankenheim (1393-1423) | Groschen | Deventer | de Mey 239; Post 1.29.16 | Silber geprägt |
1,537 g | 25,5–26,3 mm | 100 | Vs. mit Gegenstempel: Pauluskopf Münster; beiges Tütchen (Peter Berghaus): "Utrecht, Friedrich 1394-1423, Groschen v. Deventer, m. Gegenstpl. v. Münster" | Vs. · Rs. | |
| 8BGH Heimatverein |
Bischöfe von Utrecht | Friedrich III. von Blankenheim (1393-1423) | Groschen | Deventer | de Mey 239; Post 1.29.16 | Silber geprägt |
1,874 g | 25,4–26,2 mm | 290 | Vs. mit Gegenstempel: Pauluskopf Münster; Rs. Anhaftung von Resten einer anderen Münze | Vs. · Rs. | |
| 8BLM Heimatverein |
Grafen von Mark | Adolf IV. (1394/98-1448) | Pfennig | Hattingen | Menadier 84 | Silber geprägt |
0,819 g | 15,4–15,5 mm | 60 | braunes Tütchen (Josef Spiegel): "Grafschaft Mark, Adolf IV., 1398-1417, Denar v. Hattingen | 8,-", mit Bleistift "a 4,-" | Vs. · Rs. | |
| 8BMN Heimatverein |
Grafen von Mark | Adolf IV. als Graf von Kleve (bis 1417) (1394/98-1448) | Pfennig | Hattingen | Menadier .//. (vgl. 84) | Silber geprägt |
0,933 g | 15,1–15,6 mm | 250 | Vs. · Rs. | ||
| 8BNO Heimatverein |
Grafen von Mark | Adolf IV. als Graf von Kleve (bis 1417) (1394/98-1448) | Pfennig | Hattingen | Menadier .//. (vgl. 84) | Silber geprägt |
0,977 g | 15,6–15,8 mm | 130 | Vs. · Rs. | ||
| 8BP8 Heimatverein |
Grafen von Mark | Adolf IV. als Graf von Kleve (bis 1417) (1394/98-1448) | Pfennig | Hattingen | Menadier .//. (vgl. 84) | Silber geprägt |
0,950 g | 14,9–15,4 mm | 90 | Vs. · Rs. | ||
| 8BRS Heimatverein |
Grafen von Mark | Adolf IV. als Graf von Kleve (bis 1417) (1394/98-1448) | Pfennig | Hattingen | Menadier .//. (vgl. 84) | Silber geprägt |
0,911 g | 14,7–15,8 mm | 90 | Vs. · Rs. | ||
| 8BTU Heimatverein |
Grafen von Mark | Adolf III. od. Adolf IV. (1391-1393 od. 1394/98-1448) | Pfennig | Unna | Menadier 80 | Silber geprägt |
0,851 g | 15,2–15,7 mm | 0 | Vs. · Rs. | ||
| 8BUV Heimatverein |
Grafen von Mark | Adolf IV. als Graf von Kleve (bis 1417) (1394/98-1448) | Pfennig | Hattingen | Menadier .//. (vgl. 84) | Silber geprägt |
1,112 g | 16,1–16,4 mm | 310 | Vs. Anhaftung von Resten einer anderen Münze | Vs. · Rs. | |
| 8BVW Heimatverein |
Grafen von Limburg | Dietrich IV. od. Wilhelm I. (1344-1401 od. 1401-1457) | Pfennig | um 1380/1400 od. um 1410 | Hohenlimburg (?) | Berghaus/Spiegel 7/9/10 od. 23-28 | Silber geprägt |
0,931 g | 15,3–15,6 mm | ? | Vs. Anhaftung von Resten einer anderen Münze | Vs. · Rs. |
| 8BXY Heimatverein |
Grafen von Mark | Adolf III. od. Adolf IV. (1391-1393 od. 1394/98-1448) | Pfennig | Unna | Menadier 80 | Silber geprägt |
0,930 g | 15,3–15,7 mm | 70 | braunes Tütchen (Josef Spiegel): "Adolf III. 1391-1393, Graf v. d. Mark, Denar von Unna | bestimmt Spiegel" | Vs. · Rs. | |
| SPAB Heimatverein |
Stadt Rostock | Witten sundisch | vor 1381 | Rostock | Jesse 308; Oertzen 308-327 (Rs. 314) | Silber geprägt |
0,984 g | 18,4–19,1 mm | 110 | braunes Tütchen (Josef Spiegel): "Stadt Rostock, Witten | 3,-", mit Bleistift "a 1,-" | Vs. · Rs. | |
| SPCD Heimatverein |
Stadt Rostock | Witten sundisch | vor 1381 | Rostock | Jesse 308; Oertzen 308/309 od. 330/331 | Silber geprägt |
0,921 g | 17,8–18,2 mm | 160 | Rs. Anhaftung von Resten einer anderen Münze | Vs. · Rs. | |
| SPEF Heimatverein |
Stadt Rostock | Witten sundisch | 1381-1398 od. bis 1403/06 | Rostock | Jesse 369; Oertzen 349-357 (Vs. 352) | Silber geprägt |
0,953 g | 18,0–18,9 mm | 80 | Vs. · Rs. | ||
| SPFG Heimatverein |
Stadt Rostock | Witten sundisch | vor 1381 | Rostock | Jesse 308; Oertzen 309 | Silber geprägt |
1,092 g | 17,1–17,9 mm | 40 | Vs. · Rs. | ||
| SPGH Heimatverein |
Stadt Rostock | Witten sundisch | 1381-1398 od. bis 1403/06 | Rostock | Jesse 369; Oertzen 353 | Silber geprägt |
0,848 g | 17,2–17,7 mm | 300 | Vs. · Rs. | ||
| SPHJ Heimatverein |
Stadt Stralsund | Witten | vor 1381 | Stralsund | Jesse 311 (var.); Dannenberg 259c | Silber geprägt |
1,059 g | 18,1–19,1 mm | 330 | braunes Tütchen (Josef Spiegel): "Stadt Stralsund, Witten. Ein Stück mit dem Pauluskopf v. Münster gestempelt. | 4,-", mit Bleistift "ohne Stempel a 1,-, mit Stempel 7,-" | Vs. · Rs. | |
| SPLM Heimatverein |
Stadt Lüneburg | Witten | 1403/06-1424/25 | Lüneburg | Jesse 438 | Silber geprägt |
1,005 g | 17,7–18,0 mm | 290 | Rs. mit Gegenstempel: Pauluskopf Münster | Vs. · Rs. | |
| SPNO Heimatverein |
Stadt Anklam | Witten | 1387-1403/06 | Anklam | Jesse 389; Dannenberg 178a | Silber geprägt |
1,035 g | 18,2–18,7 mm | 70 | braunes Tütchen (Josef Spiegel): "Stadt Anklam, Witten | 1,-", mit Bleistift "1,50" | Vs. · Rs. | |
| SPPR Heimatverein |
Stadt Anklam | Witten | 1387-1403/06 | Anklam | Jesse 389; Dannenberg 178a | Silber geprägt |
0,623 g | 16,3–18,7 mm | 170 | Vs. · Rs. | ||
| SPRS Heimatverein |
Stadt Anklam | Witten | 1387-1403/06 | Anklam | Jesse 389; Dannenberg 178 | Silber geprägt |
0,930 g | 17,5–17,9 mm | 180 | Vs. · Rs. | ||
| SPST Heimatverein |
Stadt Anklam | Witten | vor 1379-1387 | Anklam | Jesse 347; Dannenberg 176a | Silber geprägt |
0,801 g | 17,5–18,0 mm | 100 | Vs. · Rs. | ||
| SPTU Heimatverein |
Stadt Anklam | Witten | vor 1379-1387 | Anklam | Jesse 347; Dannenberg 176a | Silber geprägt |
1,055 g | 17,1–17,4 mm | 290 | Vs. · Rs. | ||
| TV26 Heimatverein |
Grafen von Flandern | Ludwig II. von Male (1346-1384) | Groschen (Botdrager) | o. J. (1368-1370) | Gent | Gaillard 227; Schutyser 87 | Silber geprägt |
1,878 g | 25,4–25,9 mm | 300 | fragmentarisch | Vs. · Rs. |
| TV78 Heimatverein |
Grafen von Flandern | Ludwig II. von Male (1346-1384) | Groschen (Botdrager) | o. J. (1368-1370) | Gent | Gaillard 227; Schutyser 87 | Silber geprägt |
1,950 g | 23,6–24,1 mm | 0 | Vs. Anhaftung von Resten einer anderen Münze | Vs. · Rs. |
| TVGH Heimatverein |
Bischöfe von Utrecht | Friedrich III. von Blankenheim (1393-1423) | Groschen | Deventer | de Mey 239; Post 1.29.16 | Silber geprägt |
1,874 g | 25,3–26,1 mm | 340 | Vs. mit Gegenstempel: Pauluskopf Münster | Vs. · Rs. | |
| TVOP Privatbesitz |
Grafen von Mark | Adolf IV. als Graf von Kleve (bis 1417) (1394/98-1448) | Pfennig | Hattingen | Menadier .//. (vgl. 84) | Silber geprägt |
0,814 g | 14,9–15,6 mm | 60 | Vs. · Rs. | ||
| VB99 Privatbesitz |
Grafen von Flandern | Philipp II. von Burgund (1384-1404) | Doppelgroschen (Botdrager) | o. J. (ab 1389) | Brügge/Gent/Mecheln | Taelman 20-29; Schutyser 11 | Silber geprägt |
3,957 g | 31,2–32,4 mm | 260 | Vs. · Rs. | |
| YHGH Privatbesitz |
Grafen von Flandern | Ludwig II. von Male (1346-1384) | Groschen (Botdrager) | o. J. (1368-1370) | Gent | Gaillard 227; Schutyser 87 | Silber geprägt |
1,497 g | 24,0–24,8 mm | 200 | fragmentarisch | Vs. · Rs. |
| YHKL Privatbesitz |
Grafen von Flandern | Philipp II. von Burgund (1384-1404) | Doppelgroschen (Botdrager) | o. J. (ab 1389) | Brügge/Gent/Mecheln | Taelman 20-29; Schutyser 11 | Silber geprägt |
4,050 g | 30,3–31,7 mm | 10 | Vs. · Rs. |
Numismatische Grundlage: LWL-Analyse / Datenbestand tbl_muenz1 mit Einzelerfassung der Münzen nach Münzherr, Herrschaftsjahren, Nominal, Datierung, Prägestätte, Literatur, Material, Herstellung, Gewicht, Durchmesser, Stempelstellung, Besonderheiten und Bildzuordnung.
Bestimmungsliteratur laut Tabelle: u. a. Menadier; Jesse; Oertzen; Berghaus/Spiegel; de Mey; Post; Dannenberg; Gaillard; Schutyser; Taelman.
Besitzlage: 33 Originalmünzen im Bestand des Heimatvereins Sendenhorst; die vier ergänzend ausgewerteten Originale TVOP, VB99, YHGH und YHKL befinden sich in Privatbesitz.
Methodik: Die a/r-Datensätze der Tabelle wurden zu jeweils einer Münze zusammengeführt. Aus 74 Seiten-Datensätzen ergeben sich daher 37 Münzen.