Herzlich willkommen beim Heimatverein Sendenhorst e.V. !
Herzlich willkommen beim Heimatverein Sendenhorst e.V. !
Vom Misthaufen zum Recyclinghof
Müll und Entsorgung in Sendenhorst – von Viehhaltung, Gräfte und brennenden Kippen bis zu Pfand, Biotonne und Kreislaufwirtschaft

Müll ist kein neues Problem. Neu ist vor allem die Vorstellung, dass Abfälle getrennt gesammelt, verwertet, kompostiert oder technisch behandelt werden. Im alten Sendenhorst war vieles, was wir heute als Abfall ansehen würden, noch Teil eines Kreislaufs. Küchenreste wurden verfüttert, Holz verbrannt, Asche zum Auffüllen verwendet und Mist kam auf Äcker und Gärten. Erst was wirklich nicht mehr gebraucht werden konnte, musste irgendwie verschwinden.

Die Geschichte der Entsorgung führt deshalb mitten durch die Sendenhorster Stadtgeschichte: vom Misthaufen vor dem Haus über die Gräfte und alte Sandkuhlen bis zur Müllabfuhr, zur zentralen Entsorgung in Ennigerloh und schließlich zu Recyclinghof, Pfand und moderner Kreislaufwirtschaft.

 

Misthaufen vor den Häusern – ganz normaler Stadtalltag

Wer heute an einen Misthaufen denkt, denkt meist an einen Bauernhof außerhalb des Ortes. Im früheren Sendenhorst war das anders. Viehhaltung gehörte auch innerhalb der Stadt selbstverständlich zum täglichen Leben. Kühe, Schweine, Ziegen und Hühner wurden unmittelbar bei den Wohnhäusern gehalten – und entsprechend gehörten auch Misthaufen zum Straßen- und Hofbild.

Der Mist war dabei keineswegs einfach Müll. Er war ein wertvoller Rohstoff. Er wurde gesammelt und später als Dünger auf Äcker und Gärten gebracht. Vieles funktionierte damit in einem Kreislauf, lange bevor jemand das Wort „Kreislaufwirtschaft“ benutzte.

Vieh  →  Mist  →  Dünger  →  Acker und Garten  →  Futter und Nahrung

Auch auf die Optik wurde geachtet. Vor besonderen Feiertagen wurden die Misthaufen sauber abgestochen und ordentlich in Form gebracht. Selbst der Mist sollte dann offenbar einen gepflegten Eindruck machen.

MÜNDLICHE ÜBERLIEFERUNG

Eine Sendenhorster Familienerinnerung erzählt von einer kleinen konfessionellen Spitze: Vor besonderen evangelischen Tagen – genannt wird insbesondere der Karfreitag – soll mancher Misthaufen gerade nicht besonders schön abgestochen worden sein. Die evangelischen Nachbarn sollten sich ruhig ein wenig ärgern. Schriftlich belegt ist diese Geschichte bislang nicht; sie wird hier ausdrücklich als mündliche Überlieferung wiedergegeben. Sie erinnert daran, wie stark katholische und evangelische Lebenswelten früher auch im täglichen Miteinander voneinander abgegrenzt sein konnten.

Der Misthaufen war also Dünger, Wirtschaftsreserve und Teil des Stadtbildes – und gelegentlich offenbar sogar Schauplatz kleiner konfessioneller Sticheleien.

 

Die Gräfte – vom Stadtgraben zum Ablageort

Die alte Stadtgräfte hatte ursprünglich Schutz- und Entwässerungsfunktionen. Als diese Bedeutung nachließ, entwickelte sie sich jedoch zunehmend zu einem bequemen Ablageort für Dinge, die man nicht mehr gebrauchen konnte.

Der historische Bericht über die spätere Promenadenanlage zeichnet davon ein wenig idyllisches Bild. In der Gräfte landeten Reste vom Flachsbrechen, Spreu, verdorbene Feldfrüchte und Obst, Scherben und andere Abfälle. Selbst Tierkadaver wurden dort entsorgt.

„Was im Ort in Scherben ging, das warfen die Leute hinein.“

Mit der Zeit verschlammte die Gräfte immer stärker. Modergeruch und Mückenschwärme machten sie insbesondere im Sommer zu einem hygienischen Problem. Was einst Wassergraben gewesen war, wurde stellenweise zu einem Sammelbecken für das, was im Ort nicht mehr gebraucht wurde.

Aus der Gräfte wird die Promenade

Schließlich begann man mit der Verfüllung. Dabei wurde keineswegs nur guter Mutterboden verwendet. Mergel, Straßenmaterial und anderes Auffüllgut kamen zum Einsatz. Besonders im Winter 1906/07 wurden Teile der Außengräfte systematischer mit Mergelabraum aufgefüllt.

Doch auch danach war die spätere Promenade zunächst kein gepflegter Grünzug. Brenn- und Nutzholz, Runkeln und Kartoffelkraut wurden dort gelagert; Mist- und Düngerhaufen gehörten ebenfalls zum Bild. Die heutige Promenade entstand damit auf einem Gelände, das zuvor über lange Zeit Wasser-, Wirtschafts-, Ablage- und Entsorgungsraum gewesen war.

 

Sandkuhlen – praktische Löcher für den Müll

Neben Gräben boten sich vor allem ehemalige Sandkuhlen zur Ablagerung an. In und um Sendenhorst war über lange Zeit Sand gewonnen worden. Blieb nach dem Abbau eine Vertiefung zurück, lag die damalige Lösung nahe: Man füllte sie wieder auf.

Für Sendenhorst sind mehrere solcher Fälle ausdrücklich überliefert. Als zeitweilige Müllkippen werden das Gelände Wallmeyer in Richtung der späteren Tankstelle Schüttelhöver, der östliche Bereich der Mühlenkuhle sowie eine Fläche nördlich des Mühlenweges zwischen Spithöverstraße und „Auf der Geist“ genannt.

Bemerkenswert: Einige dieser ehemaligen Kippenflächen wurden später völlig anders genutzt. Auf Teile der Mühlenkuhle folgten Tennisplätze und schließlich Wohnbebauung; auch nördlich des Mühlenweges entstand später Wohnbebauung.

Was heute wie selbstverständlich zum Stadtgebiet gehört, kann also eine erstaunliche Vorgeschichte unter der Oberfläche besitzen.

 

Mühlenweg – die Kippe, die immer brannte

Der Bereich am Mühlenweg nimmt in der Sendenhorster Entsorgungsgeschichte eine besondere Stellung ein. In den historischen Unterlagen lassen sich hier sogar zwei zeitweilige Müllkippen fassen: im östlichen Bereich der Mühlenkuhle und nördlich des Mühlenweges zwischen Spithöverstraße und „Auf der Geist“.

„Die Kippe war gar nicht schlimm, wenn es da nicht immer gebrannt hätte …“
Sendenhorster Zeitzeugen-Erinnerung

Dieser Satz bringt eine heute fast fremde Selbstverständlichkeit auf den Punkt. Eine offene Müllkippe am Ortsrand war zunächst nichts Außergewöhnliches. Problematisch wurde sie in der Erinnerung vor allem durch Rauch und Feuer.

Dass es dort zeitweise Müllkippen gab, ist historisch belegt. Für die immer wieder auftretenden Brände liegt bislang dagegen vor allem die mündliche Überlieferung vor. Ob Müll absichtlich abgebrannt wurde, Glut und heiße Asche Feuer auslösten oder sich Abfälle auf andere Weise entzündeten, lässt sich derzeit nicht sicher feststellen.

Gerade die Verbindung aus schriftlicher Quelle und lebendiger Erinnerung macht diesen Ort jedoch besonders anschaulich: Aus einer ehemaligen Sandkuhle wurde eine Kippe, später verschwanden Kippe und Kuhle – und schließlich entstand dort ein völlig anderes Stück Stadt.

 

Greienkuhle, Aschenpott und Schinderplatz

1928 – Schluss mit dem Abladen in der Greienkuhle?

Dass ungeordnete Ablagerungen zunehmend als Problem erkannt wurden, zeigt die Greienkuhle. 1928 wurde dort erneut ausdrücklich das Abladen von Schutt und Abfällen verboten. Genannt werden unter anderem Eisenteile sowie Hecken- und Baumabfälle.

Schon das Wort „erneut“ ist aufschlussreich: Ein Verbot allein hatte offenbar nicht genügt. Die Gewohnheit, eine geeignete Kuhle einfach zum Abladen zu benutzen, saß tief.

1933 – Schutt und Asche an der Südenbleiche

Auch an der Südenbleiche gab es Probleme. 1933 wurden am östlichen Eingang Ablagerungen von Schutt und Asche beanstandet. Um die Fläche sauber zu halten, wurde schließlich ein Verbotsschild aufgestellt.

Der Aschenpott

Selbst alte Flurnamen bewahren Erinnerung an frühere Entsorgungsformen. Der Name „Aschenpott“ weist auf eine Mulde oder Vertiefung hin, die offenbar mit Asche verfüllt wurde.

Asche fiel in einer Zeit, in der mit Holz, Kohle und anderen Brennstoffen geheizt wurde, in jedem Haushalt an. Sie wurde teilweise weiterverwendet, etwa zum Auffüllen von Wegen und Senken. Ein vermeintlicher Abfallstoff bekam damit noch einen praktischen Nutzen.

Tierkadaver und die Fillstraße

Eine besondere Form der Entsorgung betraf verendete Tiere. In Sendenhorst ist im Bereich der späteren Fillstraße ein alter Schinder- beziehungsweise Abdeckerplatz überliefert. Bei Erdarbeiten gefundene größere Tierknochen erinnern noch an diese frühere Nutzung. Tierkörper und deren Reste wurden dort offenbar verscharrt.

Auch das gehört zur Geschichte einer Stadt, in der Viehhaltung nicht irgendwo weit draußen, sondern mitten im täglichen Leben stattfand.

 

Dann kam die Müllabfuhr

Mit wachsender Bevölkerung, dichterer Bebauung und zunehmendem Konsum änderte sich das Problem grundlegend. Solange Verpackungen selten waren und vieles wiederverwendet wurde, blieb vergleichsweise wenig wirklicher Restmüll übrig. Besonders nach dem Zweiten Weltkrieg nahm die Menge jedoch deutlich zu.

Spätestens 1975 ist die Müllabfuhr ausdrücklich als Aufgabe der Sendenhorster Verwaltung genannt. Wann die regelmäßige Hausmüllabfuhr erstmals flächendeckend eingeführt wurde, ist bislang noch nicht sicher bestimmt.

Der entscheidende Wandel: Der Müll musste nicht mehr selbst „verschwinden“ – er wurde abgeholt.

1981 – zentrale Entsorgung in Ennigerloh

1981 begann mit der zentralen Deponierung in Ennigerloh eine neue Phase. Hausmüll und hausmüllähnliche Gewerbeabfälle wurden nun kreisweit an zentraler Stelle entsorgt. Die Zeit örtlicher Kippen ging damit endgültig ihrem Ende entgegen.

1989 und 1992 – aus Müll wird Abfallwirtschaft

1989 rückte ein neues Abfallwirtschaftskonzept Vermeidung, Schadstofftrennung und Wiederverwertung stärker in den Mittelpunkt. Im März 1992 wurde die Abfallwirtschaftsgesellschaft des Kreises Warendorf – die AWG – gegründet.

Damit änderte sich auch die Grundidee: Müll sollte nicht mehr nur möglichst weit weggebracht werden. Man begann systematisch zu fragen, welche Bestandteile noch verwertet werden konnten.

1994 – die Biotonne

1994 wurde die Biotonne kreisweit eingeführt; gleichzeitig entstand in Ennigerloh eine Anlage zur Kompostierung der Bioabfälle.

Damit kehrte auf moderne Weise ein uralter Gedanke zurück: Organisches Material ist nicht einfach Müll. Was früher auf Misthaufen und Komposthaufen landete, wurde nun getrennt gesammelt und technisch zu einem verwertbaren Produkt verarbeitet.

 

Vom Müll zum Wertstoff

Seit 2002 – Restmüll wird aufbereitet

Seit 2002 wird Restmüll in Ennigerloh mechanisch aufbereitet. Metalle und andere verwertbare Bestandteile werden herausgetrennt; energiereiche Bestandteile können als Ersatzbrennstoff genutzt werden.

Damit hat sich die Denkweise nahezu umgekehrt. Früher suchte man ein Loch, in dem der Müll verschwinden konnte. Heute versucht man zunächst herauszufinden, was darin noch steckt.

2003 – Recyclinghöfe in Sendenhorst und Albersloh

Im September 2003 wurden Recyclinghöfe in Sendenhorst und Albersloh eingerichtet. Dort können zahlreiche Stoffe getrennt abgegeben und einer geeigneten Verwertung oder Entsorgung zugeführt werden. Der Sendenhorster Recyclinghof befindet sich heute am Mergelberg.

Vom Loch zum Sortieren:
Früher kamen möglichst viele Dinge gemeinsam in eine Kuhle. Heute besteht das Ziel gerade darin, Papier, Metall, Bioabfall, Elektrogeräte, Glas, Verpackungen, Schadstoffe und Restmüll voneinander zu trennen.

Pfand – eine Flasche ist eben kein Müll

Auch das Flaschenpfand hat das Wegwerfen verändert. Mehrwegflaschen wurden schon lange zurückgebracht, gereinigt und erneut befüllt. Die Flasche blieb Eigentum beziehungsweise Teil eines wirtschaftlichen Kreislaufs und wurde nicht einfach zur wertlosen Verpackung.

Einen weiteren Einschnitt brachte 2003 das Pfand auf bestimmte Einweg-Getränkeverpackungen. Auch Plastikflaschen und Getränkedosen bekamen nun einen unmittelbar sichtbaren Geldwert.

Was Geld wert ist, wird seltener achtlos weggeworfen.

Selbst eine zurückgelassene Pfandflasche bleibt häufig nicht lange liegen, weil jemand anderes sie einsammelt und zurückbringt. Neben Müllabfuhr, Verboten und Recycling beeinflusst damit ein sehr einfacher wirtschaftlicher Anreiz das Verhalten.

Und damit führt ausgerechnet die moderne Pfandflasche gedanklich zurück zum alten Misthaufen: Beides wird nicht weggeworfen, weil es noch einen Wert besitzt.

2021 – die Gelbe Tonne

Seit März 2021 gehört auch die Gelbe Tonne zum Sendenhorster Alltag. Verpackungen werden damit ebenso getrennt erfasst wie Papier, Bioabfall, Glas und Restmüll.

Und trotzdem: wilde Müllkippen

Ganz verschwunden ist das alte Problem nicht. Auch heute werden Abfälle illegal in der Landschaft oder auf öffentlichen Flächen abgeladen. Noch 2025 machte die Stadt auf wilde Müllkippen und die dadurch entstehenden Umwelt- und Entsorgungskosten aufmerksam.

Der entscheidende Unterschied zu früher: Was einst vielerorts als lästig, aber alltäglich angesehen wurde, ist heute eindeutig illegale Abfallentsorgung. Aktionen wie „Saubere Stadt und Landschaft“ stehen für ein völlig anderes Verständnis von öffentlichem Raum und gemeinsamer Verantwortung.

 

Zeittafel – wie Sendenhorst seinen Müll loswurde

18./19. Jahrhundert
Viehhaltung gehört auch innerhalb der Stadt zum Alltag. Misthaufen stehen an Häusern und Wirtschaftsflächen. Mist, Küchenreste und viele andere Stoffe werden weiterverwendet.
19. Jahrhundert
Die Stadtgräfte verliert ihre ursprüngliche Bedeutung und wird zunehmend auch als Ablageort für Scherben, organische Abfälle und selbst Tierkadaver genutzt.
um 1900
Die verschlammte Gräfte wird stellenweise zum hygienischen Problem.
1906/07
Teile der Außengräfte werden systematischer verfüllt. Die Entwicklung zur Promenade beginnt.
1928
Das Abladen von Schutt und Abfällen in der Greienkuhle wird erneut verboten.
1933
Schutt- und Ascheablagerungen an der Südenbleiche werden beanstandet; ein Verbotsschild soll Abhilfe schaffen.
20. Jahrhundert
Mehrere ehemalige Sandkuhlen werden zeitweise als Müllkippen genutzt – darunter Bereiche an der Mühlenkuhle und nördlich des Mühlenweges.
spätestens 1975
Die Müllabfuhr gehört ausdrücklich zu den kommunalen Aufgaben Sendenhorsts.
1981
Zentrale Entsorgung von Hausmüll und ähnlichen Abfällen in Ennigerloh.
1989
Ein neues Abfallwirtschaftskonzept rückt Vermeidung, Schadstofftrennung und Verwertung stärker in den Mittelpunkt.
1992
Gründung der Abfallwirtschaftsgesellschaft des Kreises Warendorf (AWG).
1994
Kreisweite Einführung der Biotonne und Inbetriebnahme der Kompostierung in Ennigerloh.
2002
Restmüll wird mechanisch aufbereitet; verwertbare Stoffe werden zurückgewonnen und energiereiche Bestandteile genutzt.
2003
Recyclinghöfe in Sendenhorst und Albersloh. Zugleich wird das Einwegpfand auf bestimmte Getränkeverpackungen zum festen Bestandteil des Alltags.
2021
Die Gelbe Tonne kommt nach Sendenhorst.
heute
Restmüll, Bioabfall, Papier, Glas, Verpackungen, Elektrogeräte, Schadstoffe und weitere Wertstoffe werden getrennt erfasst. Aus der Müllbeseitigung ist Kreislaufwirtschaft geworden.
Vom Wegwerfen zum Wiederverwenden

Die Geschichte der Müllentsorgung in Sendenhorst ist nicht nur eine Geschichte von Tonnen, Fahrzeugen und Deponien. Sie erzählt davon, was Menschen überhaupt als „Müll“ betrachteten.

Früher war Mist Dünger, Asche Füllmaterial und Küchenabfall Tierfutter. Was wirklich nicht mehr gebraucht wurde, landete in der Gräfte, in einer Kuhle oder auf der Kippe. Später kamen Müllabfuhr und zentrale Deponie. Heute versucht man wieder, möglichst viel als Wertstoff zu begreifen. In diesem Sinne liegen der alte Misthaufen und die moderne Pfandflasche gedanklich gar nicht so weit auseinander: Beides wirft man nicht weg, weil es noch einen Wert besitzt.

Misthaufen  →  Gräfte  →  Kuhle  →  Müllkippe
Müllabfuhr  →  Deponie  →  Recycling  →  Kreislaufwirtschaft

Kontakt

Heimatverein Sendenhorst e.V.
Weststraße 3

48324 Sendenhorst

Rufen Sie einfach an unter

+49 170.7372307
Kontaktformular.

Brauchtum im September im Münsterland
Alte Bräuche zwischen Sommer und Herbst.
🏮 Lambertus
17. September
Kinder zogen mit Lampions durch die Straßen und versammelten sich an geschmückten Lichtpyramiden. Dort wurde gesungen und gespielt. Um 1900 war der Brauch unter anderem in Münster, Altenberge, Greven, Coesfeld und Rheine verbreitet.
🌾 Michaelis
29. September
Michaelis markierte einen wichtigen Einschnitt im bäuerlichen Jahreslauf. Die Ernte sollte beendet sein und auf abgeernteten Flächen begann vielerorts die Hütefreiheit. Hirten erhielten ihren Lohn, teilweise wechselte auch das Gesinde den Dienstherrn.
🍎 Obsternte & Schlachtfest
In Sassenberg zogen Kinder singend von Haus zu Haus und baten um Obst. Aus Drensteinfurt ist zum Schlachtfest ein besonderer Apfelkranz-Brauch überliefert.
🌾 Stoppelhahn
Ende September / Anfang Oktober
So hieß im Münsterland vielfach das traditionelle Erntefest. Erntezeichen und das letzte Getreidefuder wurden zum Hof gebracht, anschließend wurde gemeinsam gefeiert.
Quelle: Dietmar Sauermann, Damals bei uns in Westfalen – Vom alten Brauch in Stadt und Land, Band 3.

Wetter

 

Antrag auf Mitgliedschaft im Heimatverein Sendenhorst e.V. für nur 1,- EUR / Monat

 
Druckversion | Sitemap
© Sendenhorst Heimatverein