Herzlich willkommen beim Heimatverein Sendenhorst e.V. !
Herzlich willkommen beim Heimatverein Sendenhorst e.V. !

Gesundheit in Sendenhorst

Wie wurde man in Sendenhorst krank – und wer half?

Die Geschichte des Gesundheitswesens beginnt lange vor dem St.-Josef-Stift. Hebammen gingen zu Geburten, Ärzte und Wundärzte kamen ins Haus, die Gemeinde bezahlte Behandlungen für Arme und seit 1809 gab es eine Apotheke. Erst 1889 kam mit dem St.-Josef-Stift ein Krankenhaus hinzu. Aus diesen Anfängen entwickelte sich bis zum Ende des 20. Jahrhunderts ein immer dichteres Netz aus Ärzten, Zahnärzten, Apotheken, Pflege, Krankenhaus und organisierter Hilfe.

Krank sein, lange bevor es ein Krankenhaus gab

Die organisierte medizinische Versorgung Sendenhorsts reicht weit vor die Gründung des St.-Josef-Stifts zurück. Bereits 1781 verzeichnen die Kirchspielsrechnungen die Bezahlung eines Amtschirurgen. 1783 wird der Amtschirurg Meyntz genannt.

Ein Chirurg dieser Zeit war nicht mit einem heutigen Facharzt für Chirurgie gleichzusetzen. Er behandelte insbesondere Wunden, Verletzungen und äußerlich erkennbare Leiden. Daneben gab es akademisch ausgebildete Mediziner, deren Zahl auf dem Land zunächst gering war.

1799 erhielt der Amtsmedicus Brefeld Geld für die viermonatige Behandlung armer Kranker während einer Epidemie. Schon hier zeigt sich ein Grundproblem der älteren Gesundheitsversorgung: Krankheit bedeutete nicht nur körperliches Leiden. Wer nicht arbeiten konnte, verlor Einkommen – und musste gleichzeitig Arzt und Arznei bezahlen.

Medizin war deshalb immer auch Sozialgeschichte. Für mittellose Kranke mussten Gemeinde, Armenkasse, Kirche oder private Wohltäter einspringen.

Hebammen – medizinische Fachfrauen seit dem 18. Jahrhundert

Zu den frühesten namentlich bekannten Frauen des Sendenhorster Gesundheitswesens gehören die Hebammen. 1782 wurde Frau Tournau für acht Wochen nach Münster geschickt, um Geburtshilfe zu erlernen. 1784 erhielt Professor Friese eine Vergütung für die Ausbildung der Odilia Tourner.

1805 werden Elisabeth Saerbeck, damals 60 Jahre alt und seit 1789 zugelassen, sowie Anna Maria Herweg genannt. 1812 wurde Anna Maria Quante als Hebamme vereidigt.

Elisabeth Schmalz – die Gemeinde bezahlt die Ausbildung

1813 bewarb sich Elisabeth Dieckmann, verwitwete Schmalz, um die Ausbildung zur Hebamme. Die mittellose Witwe wurde auf Gesundheit, Geschicklichkeit, Verstand, Urteilsvermögen und Leumund geprüft. Weil sie die Ausbildung nicht selbst finanzieren konnte, half die Gemeinde. Nach ihrer Ausbildung in Dortmund kehrte sie nach Sendenhorst zurück. Ihr Ausbilder bezeichnete sie als „gute Hebamme“.

1819 wurde Sendenhorst in zwei Hebammenbezirke geteilt. Anna Maria Herweg betreute 151 Familien in der Stadt und 58 im Kirchspiel, insgesamt also 209 Familien. Elisabeth Schmalz war für 121 Familien in der Stadt und 53 im Kirchspiel zuständig – zusammen 174 Familien.

Hebamme Möllers und ihr Fahrrad

Frau Möllers war von 1874 bis 1928 und damit 54 Jahre als Hebamme tätig. Für die weiten Wege zu den Familien und Höfen lernte sie Fahrradfahren. 1901 bewilligte das Kirchspiel ihr 50 Mark Zuschuss für ein Fahrrad. Das Fahrrad war damit kein Freizeitgerät, sondern ein medizinisches Arbeitsmittel.

Vom Wundarzt zum Hausarzt

Im frühen 19. Jahrhundert setzte sich auch in Sendenhorst zunehmend die wissenschaftlich ausgebildete Medizin durch. Um 1810 kam Brüning nach Sendenhorst. In der örtlichen Überlieferung gilt er als einer der ersten wissenschaftlich ausgebildeten Ärzte und Wundärzte der Stadt.

1812/13 wohnte der Kantonsarzt Dr. Lohmann in Sendenhorst. Aus Albersloh ist überliefert, dass er auch mittellose Kranke behandelte. 1823 erscheint Dr. Marmet als praktischer Arzt und Geburtshelfer.

Spätestens 1826 ist Dr. Forstmann nachweisbar. Zu seinen Aufgaben gehörten neben der Behandlung Kranker auch Armenversorgung und Schutzpockenimpfung. 1832 erscheint er unter den Sendenhorster „Medizinalpersonen“.

1876 weist eine Berufsstatistik für Sendenhorst bereits zwei Dr. med., einen Wundarzt und zwei Tierärzte aus. Die medizinische Versorgung war damit zu einem festen Bestandteil der örtlichen Berufsstruktur geworden.

Ärzte des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts

Dr. Anton Hörting gen. Borgmann – seit 1875 in Sendenhorst
Dr. Franz Petermann – bis 1894 nachweisbar
Dr. Bernhard Geiping – langjähriger praktischer Arzt und erster Belegarzt des St.-Josef-Stifts
Dr. Josef Roerkohl – Anfang des 20. Jahrhunderts nachweisbar
Dr. Süping – 1907 im Zusammenhang mit Impfungen nachweisbar
Dr. Theodor Untiedt – ab den 1920er Jahren prägende Arztpersönlichkeit

Der Arzt wartete nicht nur in seiner Praxis. Hausbesuche gehörten selbstverständlich zum Beruf. Ein Vorgang von 1820 zeigt den Aufwand: Ein Arzt reiste aus Münster nach Sendenhorst, ging von dort zu Fuß zum Hof Geilern, untersuchte die Patientin und beriet sich anschließend mit einem weiteren Arzt.

Sendenhorster Ärzte behandelten zeitweise auch Patienten aus Albersloh, Hoetmar und Enniger. Das medizinische Einzugsgebiet war damit größer als Stadt und Kirchspiel.

Vom Fußweg zum Automobil: 1924 sind Dr. Bernhard Geiping an der Südstraße und Dr. Theodor Untiedt an der Oststraße mit Kraftfahrzeugen nachweisbar. Für den Landarzt bedeutete das Auto vor allem eines: Er konnte seine Patienten erheblich schneller erreichen.

Seit 1809: die Apotheke

Maximilian Friedrich Oesterling/Oesterlinck richtete 1809 eine Apotheke in Sendenhorst ein. Schon 1810 wurde sie behördlich kontrolliert. Dabei zeigte sich ein typisches Problem einer kleinen Landapotheke: Bestimmte vorgeschriebene Arzneimittel wurden nur selten benötigt und drohten deshalb zu verderben.

1811 stellte Oesterling der Gemeinde Arzneien in Rechnung, die an arme Einwohner abgegeben worden waren. Die Apotheke war damit von Anfang an eng mit der örtlichen Armenversorgung verbunden.

1809
Oesterling
1818
Carl Rose
1838
Carl König
1883
Albert Peus
1898
August Pottmeyer

Am 11. Oktober 1818 gab Oesterling öffentlich bekannt, seine Apotheke mit Haus und Hofraum an Carl Rose verkauft zu haben. 1838 folgte Carl König. Zunächst arbeitete König in einem Stofferschen Haus. 1839 kaufte er für 800 Taler ein Wohnhaus mit Garten und einem Weg zum Schlabberpohl.

1883 übernahm Albert Peus die König'sche Apotheke. Die Geschäftsübergabe war zugleich eine Familiengeschichte: Peus war mit einer Tochter Königs verheiratet.

4.221
Rezepte im Jahr 1884
8.489 Mark Umsatz – 3.925 Mark errechneter Gewinn

Die Apotheke profitierte zeitweise davon, dass Sendenhorster Ärzte auch Patienten aus den umliegenden Orten behandelten. Deren Rezepte wurden anschließend in Sendenhorst eingelöst.

Als Kneipp dem Apotheker das Geschäft verdarb

1893 stellten die Behörden fest, dass sich seit Ende 1892 das Kneippsche Heilverfahren in Sendenhorst und Umgebung verbreitet hatte. Gleichzeitig ging der Geschäftsumfang der Apotheke zurück. Naturheilkunde war damit nicht nur eine medizinische Alternative – sondern auch wirtschaftliche Konkurrenz.

1898 erhielt August Pottmeyer die Genehmigung zur Fortführung der von Peus erworbenen Apotheke. Spätestens 1945 begegnet sie ausdrücklich als Adler-Apotheke Pottmeyer.

Nach Kriegsende waren dort nur noch Arzneimittelvorräte für ungefähr zwei Wochen vorhanden. Verbandsstoffe mussten aus Amelsbüren, Arzneien und Heilmittel aus Freckenhorst beschafft werden. Fertige Medikamente waren knapp; vielfach musste wieder mit pharmazeutischen Grundstoffen gearbeitet werden.

1946 bestanden außerdem drei kontrollierte Drogenhandlungen: Heinrich Hamels, Niestraße 25, Alois Bartmann, Placken 41, und Hans Schmidt, Oststraße 55.

Eine zweite Apotheke

Seit 1973 lässt sich mit der Lamberti-Apotheke, Oststraße 23, eine zweite Apotheke in Sendenhorst nachweisen. Mit ihr verbunden ist die Apothekerin Diethild Hagemann, geb. Lapa. 1975 werden Adler-Apotheke und Lamberti-Apotheke ausdrücklich nebeneinander genannt.


1889: Sendenhorst bekommt ein Krankenhaus

Die größte Zäsur in der Sendenhorster Gesundheitsgeschichte war die Stiftung des St.-Josef-Stifts. Der aus Sendenhorst stammende und in Rom zu Wohlstand gekommene Josef Spithöver ermöglichte seiner Heimatstadt den Bau eines eigenen Krankenhauses.

Am 19. März 1887 wurde der Grundstein gelegt. Nach Plänen des Architekten Wilhelm Rincklake entstand eine für die kleine Stadt außergewöhnlich große Anlage. Am 16. September 1889 wurde das St.-Josef-Stift eröffnet.

1887
Grundsteinlegung
1889
Eröffnung
762.000
Goldmark
Bau und Absicherung

Der soziale Zweck gehörte zum Kern der Stiftung. Bedürftige Einwohner Sendenhorsts sollten kostenlos gepflegt werden können. Das ursprüngliche Konzept war zudem breiter als das eines heutigen Krankenhauses: Krankenpflege, Versorgung alter und bedürftiger Menschen, Geburtshilfe und Kinderbetreuung waren miteinander verbunden.

Die Krankenpflege übernahmen die Mauritzer Franziskanerinnen. Erste Oberin war Schwester Edeltrudis, geborene Agnes Loh. Zu den ersten Schwestern gehörte Schwester Ambrosia, geborene Maria Segbert. Aus der kleinen Anfangsgemeinschaft entwickelte sich eine große Gemeinschaft von Ordensfrauen, die über Jahrzehnte Pflege und Alltag des Hauses prägte.

Das Stift war zunächst kein medizinischer Solitär. Die niedergelassenen Sendenhorster Ärzte behandelten ihre Patienten als Belegärzte im Krankenhaus weiter. Der Hausarzt gab seinen Patienten an der Krankenhaustür also nicht einfach ab.

1922: Tuberkulose verändert das St.-Josef-Stift

Nach dem Ersten Weltkrieg geriet das Stift in eine schwierige Lage. Die Inflation entwertete einen großen Teil des Stiftungskapitals. Gleichzeitig standen zahlreiche Betten zur Verfügung. Eine Schlüsselfigur des Neuanfangs wurde Dr. Eduard Goossens, der in der Geschichte des Hauses später als „zweiter Gründer“ bezeichnet wurde.

1922 entstand zusätzlich zum allgemeinen Krankenhaus eine Heilstätte für Knochen-, Gelenk- und Drüsentuberkulose. Damit veränderte sich das Einzugsgebiet grundlegend: Nun kamen Patienten aus einem wesentlich größeren Raum nach Sendenhorst.

Eine zentrale medizinische Persönlichkeit dieser Entwicklung war Dr. Josef Lintel-Höping. Viele seiner Patienten waren Kinder. Die Behandlung konnte Monate oder sogar Jahre dauern.

Licht, Luft, Ruhe – Behandlung vor den Antibiotika

Bevor wirksame Medikamente gegen Tuberkulose zur Verfügung standen, setzte die Therapie unter anderem auf Ruhigstellung, gute Ernährung, frische Luft und Sonnenlicht. Große Liegehallen gehörten deshalb unmittelbar zur medizinischen Behandlung. Manche Kinder verbrachten dort einen erheblichen Teil ihrer Kindheit.

Weil zahlreiche Kinder über lange Zeit im Stift blieben, entstand eine eigene Krankenhausschule. Krankheit sollte nicht gleichzeitig bedeuten, mehrere Schuljahre zu verlieren.

Gut Röper – Landwirtschaft als Teil der Krankenversorgung

1927 erwarb das St.-Josef-Stift den landwirtschaftlichen Betrieb Gut Röper mit rund 27,7 Hektar Fläche für 77.000 Reichsmark. Die eigene Landwirtschaft unterstützte die Lebensmittelversorgung. Gleichzeitig konnten Vieh und Stallungen aus der unmittelbaren Umgebung der Liegehallen entfernt werden. Ernährung, Hygiene und Landwirtschaft gehörten damit unmittelbar zur medizinischen Versorgung.

Krieg, Mangel und Nachkriegszeit

Während des Zweiten Weltkriegs musste das St.-Josef-Stift zusätzliche Aufgaben der Notversorgung übernehmen. 1944 wurden in Sendenhorst außerdem Notkrankenhäuser vorbereitet. Dafür waren unter anderem Räume bei Kaupmann und bei der Witwe Herweg vorgesehen.

Ab 14. Oktober 1944 lebte der Münsteraner Bischof Clemens August Graf von Galen im St.-Josef-Stift, nachdem Münster durch Bombenangriffe schwer getroffen worden war. Von Sendenhorst aus führte er einen Teil seiner Amtsgeschäfte weiter.

Das Kriegsende brachte neben Verwundeten und Kranken auch Flüchtlinge, Ausgebombte und Heimatvertriebene nach Sendenhorst. Gleichzeitig herrschte Mangel an Arzneien, Verbandsstoffen und Lebensmitteln.

Mit neuen Medikamenten und besseren hygienischen Verhältnissen verlor die Knochen- und Gelenktuberkulose nach dem Krieg allmählich ihre frühere Bedeutung. Das St.-Josef-Stift musste sich erneut neu erfinden.

Aus der Tuberkuloseheilstätte wurde zunehmend eine orthopädische Fachklinik. Besonders Dr. Heinrich Book, ab 1960 Chefarzt, prägte diese Entwicklung. Moderne Operationsverfahren und der Gelenkersatz gewannen an Bedeutung.

Zahnärzte – und was die Leute über sie erzählten

Auch die Zahnmedizin wurde im 20. Jahrhundert zu einem festen Bestandteil der Sendenhorster Gesundheitsversorgung. Für die 1970er Jahre sind insbesondere Dr. Rudi Marschall und Dr. Lapa dokumentiert.

Neben den amtlichen Angaben haben sich zu beiden Zahnärzten ausgesprochen lebendige Erinnerungen erhalten. Solche Erzählungen gehören zur Ortsgeschichte, müssen aber von archivalisch belegbaren Tatsachen unterschieden werden.

Dr. Lapa – „der Zahn muss raus“

In der mündlichen Erinnerung ehemaliger Patienten erscheint Dr. Lapa als Zahnarzt, der bei beschädigten oder schmerzenden Zähnen vergleichsweise schnell zur Zange gegriffen habe. Ob dieses Urteil seiner tatsächlichen Behandlungspraxis gerecht wird, lässt sich daraus allein nicht feststellen. Die Erinnerung ist dennoch aufschlussreich: Sie zeigt, wie stark ältere Generationen Zahnbehandlung mit dem Ziehen eines Zahnes verbanden.

Rudi Marschall – eine Sendenhorster Erinnerung

Auch über Rudi Marschall kursierten Geschichten. Zeitzeugen erinnern sich an erheblichen Alkoholkonsum und an die wiederkehrende Äußerung, er sehe „die Russen kommen“. Was hinter solchen Äußerungen stand, lässt sich rückblickend nicht feststellen. Als persönliche Erinnerung an eine markante Sendenhorster Persönlichkeit gehören solche Erzählungen dennoch zur mündlichen Ortsgeschichte.

Eine interessante familiäre Verbindung bestand zwischen Zahnmedizin und Pharmazie: Diethild Hagemann, geb. Lapa, die mit der Lamberti-Apotheke verbunden war, stammte aus der Familie des Sendenhorster Zahnarztes Dr. Lapa.


Wenn man 1975 in Sendenhorst krank wurde

Eine Übersicht aus dem Jahr 1975 vermittelt einen selten konkreten Blick auf die damalige Gesundheitsversorgung. Neben dem St.-Josef-Stift standen mehrere niedergelassene Ärzte, zwei Zahnärzte und zwei Apotheken zur Verfügung.

Ärzte
Dr. Althoff
Dr. Bottez
Dr. Meisterernst
Dr. Book – St.-Josef-Stift
Zahnärzte
Dr. Rudi Marschall
Dr. Lapa
Apotheken
Adler-Apotheke
Lamberti-Apotheke
Krankenhaus
St.-Josef-Stift
Belegkrankenhaus und Fachklinik

Das St.-Josef-Stift war weiterhin eng mit den niedergelassenen Ärzten verbunden. Zu den Belegärzten des 20. Jahrhunderts gehörten neben Dr. Untiedt unter anderem Dr. Schulz, Dr. Schäfer, Dr. Althoff, Dr. Meisterernst, Dr. Seiling und Dr. Bottez.

Daneben bestand eine eigene DRK-Bereitschaft Sendenhorst. 1975 wird Gertrud Hoveschmidt als Zugführerin genannt. Aus freiwilligem Sanitätsdienst, Krankentransport und organisierter Erster Hilfe entwickelte sich schrittweise das moderne Rettungswesen.

1975 war das Sendenhorster Gesundheitswesen längst ein Netzwerk: Hausarzt, Zahnarzt, Apotheke, Krankenhaus, Ordensschwestern, medizinisches Personal und DRK erfüllten unterschiedliche Aufgaben – arbeiteten aber für dieselbe örtliche Versorgung.

1980–2000: vom örtlichen Krankenhaus zum spezialisierten Gesundheitsstandort

Gegen Ende der 1970er Jahre kam es zu einer weiteren grundlegenden Veränderung. Der allgemeine Belegkrankenhausbetrieb wurde beendet. Damit verlor das St.-Josef-Stift seine traditionelle Funktion als allgemeines Krankenhaus für die örtliche Bevölkerung und konzentrierte sich zunehmend auf spezialisierte Fachmedizin.

Dr. Hans-Hermann Sundermann übernahm 1979 die orthopädische Klinik. 1980 wurde die Rheumatologie weiter ausgebaut. 1982 kamen weitere fachliche Strukturen der Rheumaorthopädie und Anästhesie hinzu. 1987 folgte die Intensivmedizin.

1989 entstand unter Dr. Gerd Ganser die Kinder- und Jugendrheumatologie. In den 1990er Jahren setzte sich die fachliche Spezialisierung weiter fort.

Damit hatte sich die Richtung der Patientenströme verändert. 1889 war das Krankenhaus vor allem für die Menschen in Sendenhorst gegründet worden. Gegen Ende des 20. Jahrhunderts kamen immer mehr Patienten nach Sendenhorst, weil dort spezialisierte medizinische Behandlung angeboten wurde.

Gleichzeitig blieb die örtliche Gesundheitsversorgung außerhalb des Stifts bestehen: niedergelassene Ärzte und Zahnärzte, Apotheken, Pflege und Rettungswesen übernahmen die medizinische Grundversorgung der Bevölkerung.

Um 2000 war aus dem 1889 für die Sendenhorster Bevölkerung gegründeten allgemeinen Krankenhaus eine überregional ausgerichtete Fachklinik geworden. Damit schließt sich für diese Darstellung ein Bogen von mehr als zweihundert Jahren – vom Amtschirurgen und der Hebamme bis zum spezialisierten Gesundheitsstandort.


Quellen und Hinweise

[1] Heinrich Petzmeyer: Sendenhorst – Geschichte einer Kleinstadt im Münsterland; Stadt-Heimatarchiv Sendenhorst; Quellen zur medizinischen Versorgung, Armenfürsorge, Hebammen, Ärzten und Apotheken.

[2] Heimatverein Sendenhorst: Quellensammlung zum Gesundheitswesen; historische Verwaltungs-, Medizinal- und Apothekenakten.

[3] 100 Jahre St.-Josef-Stift Sendenhorst 1889–1989; Festschrift zur Geschichte des Hauses, seiner Ärzte, Ordensschwestern, medizinischen Einrichtungen und baulichen Entwicklung.

[4] 125 Jahre St.-Josef-Stift Sendenhorst 1889–2014. Für diese Darstellung wurden im Wesentlichen die historischen Angaben bis etwa 2000 berücksichtigt.

[5] Heimatverein Sendenhorst: historische Übersichten zu 1965, 1975 und den folgenden Jahrzehnten; Verkehrs-, Personen- und Sozialgeschichte.

[6] Die Erinnerungen an die Zahnärzte Dr. Lapa und Rudi Marschall sind ausdrücklich als mündliche Überlieferung wiedergegeben. Sie werden nicht als medizinische Diagnose oder objektive Bewertung ihrer beruflichen Tätigkeit verstanden.

Quellenbasis: Stadt-Heimatarchiv Sendenhorst; Heinrich Petzmeyer; Hans-Günther Fascies; Heimatverein Sendenhorst; Festschriften und Chroniken des St.-Josef-Stifts. Die Darstellung endet bewusst ungefähr um das Jahr 2000 und konzentriert sich auf die historische Entwicklung.

Kontakt

Heimatverein Sendenhorst e.V.
Weststraße 3

48324 Sendenhorst

Rufen Sie einfach an unter

+49 170.7372307
Kontaktformular.

Wetter

 

Antrag auf Mitgliedschaft im Heimatverein Sendenhorst e.V. für nur 1,- EUR / Monat

Sendenhorst im Oktober
Ernte, Märkte, Kirmes und alte Herbsttraditionen
🌾 Harkemai
+
⛪ Erntedank
+
🚜 Trecker-Geschicklichkeits-
fahrten
+
🐄 Herbstmarkt 1818
+
🎡 Herbstkirmes & Pfarrkirmes
+
🚶 Schnadegang
+
🐎 Herbstritt
+
🔥 Herdfeuerabend & Abend am Kamin
+
👥 Jahrgangstreffen
+
🕯️ Allerheiligen – Übergang zum November
+
Münsterland & Westfalen im Oktober
Weitere überlieferte Herbstbräuche aus unserer Region
🌾 Stoppelhahn
+
🌾 Erntekranz & Erntehahn
+
🥔 Kartoffelfeuer
+
🎃 Rübenlaternen & Rübengeister
+
🍎 Heischegänge
+
🐄 Vieh- & Krammärkte
+
🎡 Herbstkirmessen
+
🐖 Beginn der Schlachtzeit
+
🎃 Halloween – 31. Oktober
+
🕯️ Allerheiligen – 1. November
+
 ↑
Druckversion | Sitemap
© Sendenhorst Heimatverein