Der Hof Kersting in der Sendenhorster Bauerschaft Brock gehört zu den sehr alten nachweisbaren Hofstätten. Seine Geschichte verbindet mittelalterliche Grundherrschaft, Kriegszerstörung und
Wiederaufbau mit den Familien Kersting, Fröhlich genannt Henrich und Rohlmann. Für Christian Hölscher ist dies zugleich eine direkte Vorfahrenlinie: Seine Ururgroßmutter war Maria Gertrudis
(Gertrud) Kersting (1835–1911).12
Die historische Hofbezeichnung lautet in der Hofliste Brock 8; für 1992 ist A. Rohlmann, Brock 17 angegeben. Die ebenfalls überlieferte Bezeichnung „Brock 6“ wird
nicht stillschweigend gleichgesetzt, sondern bleibt hinsichtlich der Nummerierung zu klären.2
Grundherrschaft, Abgaben und wirtschaftliche Lasten
Schon 1353 wurde die Manse Gerdinck von Alheid, Witwe des Ritters Heinrich genannt Schröder, an die Brüder Buckestorp verkauft. 1472 ist Lambert Belholt als
Besitzer genannt. Später gehörte der Hof zur Gutsherrschaft Herding zu Riepensell. 1711 erwarb Joan Matthias von der Recke die Riepensellschen Güter; die Bindung an Haus
Drensteinfurt bestand bis zur Aufhebung der Leibeigenschaft.2
Als Jahrespacht werden 16 Taler, vier Gänse, acht Hühner und 32 Pferdedienste genannt. Daneben bestanden kirchliche Leistungen, darunter Pflugarbeit, Flachs und Messgerste. Diese
Abgaben zeigen, dass ein Hof nicht allein vom Ertrag seiner Felder leben musste, sondern auch Verpflichtungen gegenüber Herrschaft und Kirche erfüllte.2
Der Dreißigjährige Krieg hinterließ tiefe Spuren. Nach einer Angabe von 1650 waren bei den hessischen Operationen um Hamm drei Pferde und sechs Kühe fortgenommen worden.
1676 galt der Hof als ganz wüst; die Felder wurden als schlecht und der Heuertrag als gering beschrieben. Noch 1737 war die Bewirtschaftung schwierig.
1740 wurde ein neues Haus errichtet, nachdem das vorherige abgebrannt war. Der Neubeginn verlief mühsam, auch wegen fortgesetzter Truppendurchmärsche.2
Für 1658 sind vier Pferde, ein Fohlen, zwei Kühe und vier Kälber genannt. 1828 lebten neun Personen auf dem Hof; gehalten wurden zwei Pferde, ein Fohlen, zwei
Kühe, vier Rinder und zwei Schweine. Diese Zahlen machen den langfristigen Wandel des Hofes greifbar.2
Die nachfolgenden Stammfolgen zeigen die durch die GED verknüpften Generationen, jeweils beide Elternteile gleichrangig. Die Reihenfolge führt von den ältesten erfassten Vorfahren
zur Verbindung der Familien in Brock. Die Lebensdaten stammen aus der GED-Ereignistabelle; ein Gedankenstrich bezeichnet einen nicht belegten Wert. Angaben wie „um“, „vor“ und „nach“ sind keine
exakten Geburts- oder Sterbetage.1
Kersting – die direkte Linie aus Brock
Generation 1
Joan Bernd Kerstien
* um 1600 · † 1673
Emilie Volcking
* um 1600 · † 1680
Generation 2
Christoph Kerstien
* um 1631 · † 1716
Menta Beckers
* 1630 · † 1680
Generation 3
Johann Bernd Kerstien
* 1680 · † 1760
Clara Kerkmann
* 1681 · † –
Generation 4
Johann Heinrich Kersting
* 1713 · † 1760
Anna Maria Margaretha Kimmenan oder Kimmo
* 1700 · † 1765
Generation 5
Johann Bernhard Kersting
* 1737 · † 1804
Catherina Starp
* 1745 · † 1818
Generation 6
Joan Bernd Kersting
* 20.07.1784 · † 1837
Anna Elisabeth Kamman
* vor 1795 · † vor 1815
Generation 7
Joan Bernhard Kersting
* 1815 · † 1867
Maria Gertrud Jasper genannt Starp
* 1808 · † 16.04.1860
Übergang zur Familie Fröhlich:Maria Gertrudis Kersting (* 26.12.1835 · † 22.01.1911) heiratete zunächst
Johann Hubert Fröhlich genannt Henrich (* 26.01.1842 · † 12.06.1873). Ihre Tochter Maria Anna Elisabeth Fröhlich genannt
Kersting (* 14.10.1869 · † 05.03.1943) heiratete Bernhard Theodor Hölscher.1
Nach dem Tod ihres ersten Mannes heiratete Gertrud 1875 den Bauern Theodor Rohlmann. Damit beginnt die spätere Namensverbindung Rohlmann genannt
Kersting.3
Fröhlich – die direkte Linie aus Lippborg
Generation 1
Johann Konrad Anxel genannt Fröhlich
* – · † 20.09.1810
Anna Catharina Brüning
* – · † –
Generation 2
Adam Johann Stephan Fröhlich
* 01.03.1772 · † –
Anna Maria Schulte Fröhlich
* – · † nach 1824
Generation 3
Heinrich oder Joan Henrich Fröhlich
* 23.12.1809 · † 23.02.1845
Elisabeth Eggers genannt Schulte Henrich
* 11.08.1814 · † 09.05.1847
Generation 4
Johann Hubert Fröhlich genannt Henrich
* 26.01.1842 · † 12.06.1873
Maria Gertrudis Kersting
* 26.12.1835 · † 22.01.1911
Als frühester erfasster direkter Vorfahr dieser Linie (MDA) steht Johann Konrad Anxel genannt Fröhlich. Seine Ehefrau Anna Catharina Brüning gehört ausdrücklich
zur Stammfolge. Die Schreibweise „genannt Fröhlich“ bleibt erhalten; die Verbindung über Lippborg ist von der Sendenhorster Hofgeschichte zu unterscheiden.13
Weitere mütterliche Vorfahren: Die GED nennt für Elisabeth Eggers genannt Schulte Henrich die Eltern Henrich Melchior Eggers genannt Schulte Henrich und
Anna Elisabeth große Middendorf. Diese Linie ist eine zusätzliche direkte Ahnenverbindung, aber keine Generation der Fröhlich-Vaterlinie.1
Maria Gertrudis Kersting (1835–1911) heiratete zunächst Johann Hubert Fröhlich genannt Henrich. Er übernahm den Kersting-Hof. Nach seinem Tod
1873 ging Gertrud 1875 eine zweite Ehe mit Theodor Rohlmann aus Ascheberg ein. In der Hofüberlieferung erscheint später der Name Rohlmann
genannt Kersting. Diese Verbindung von Familien- und Hofnamen ist für das Verständnis der späteren Besitzerfolge entscheidend.13
Die ältere Fröhlich-Linie führt nach Lippborg. Die GED nennt Johann Konrad Anxel genannt Fröhlich und Anna Catharina Brüning als ein frühes direktes
Vorfahrenpaar. Über Adam Johann Stephan Fröhlich und Anna Maria Schulte Fröhlich setzt sich die Folge zu Heinrich beziehungsweise Joan Henrich Fröhlich und Elisabeth Eggers genannt Schulte Henrich
fort. Deren Sohn Johann Hubert Fröhlich genannt Henrich heiratete Gertrud Kersting.1
Die direkte Verbindung führt von Gertrud Kersting und Johann Hubert Fröhlich genannt Henrich über ihre Tochter Maria Anna Elisabeth Fröhlich genannt
Kersting, die Bernhard Theodor Hölscher heiratete, weiter in die Familie Hölscher. Gertrud ist damit die Ururgroßmutter Christian Hölschers.1
Der Familienzweig verbindet die Bauerschaft Brock mit Lippborg und der Sendenhorster Hölscher-Linie. Der Namenszusatz „genannt Kersting“ erinnert an die Hofzugehörigkeit, obwohl die väterliche
Herkunft aus der Familie Fröhlich stammt.
Brock ist eine ländlich geprägte Bauerschaft im Umfeld der Stadt Sendenhorst im südöstlichen Münsterland. Die
Siedlungsstruktur wird seit Jahrhunderten durch einzelne Hofstellen, Wirtschaftswege und landwirtschaftliche Flächen bestimmt. Hier lag auch der historische Kersting-Hof, der in den Hoflisten als
Brock 8 geführt wird.
Die alte Hofnummer Brock 8 ist eine Ordnungsnummer der Hofüberlieferung; Brock 17 bezeichnet die 1992 verzeichnete Anschrift. Daneben
existierte Brock 1 mit dem Namen Kersting genannt Thieskötter. Für die Familienforschung müssen beide Hofgeschichten getrennt bleiben.24
Der Kersting-Hof gehört zur alten bäuerlichen Siedlungslandschaft des Brock. In den Hoflisten steht er als Brock 8; die spätere Adresse lautet Brock 17. Die
historische Hofnummer ist nicht mit einer modernen Hausnummer gleichzusetzen.4
1498 erscheint Hinrik Kerstien in der Willkommenschatzung mit vier erfassten Personen. 1810 nennt die Hofliste den Bauern Joan Bernhard Kersting (68 Jahre) und
seine Ehefrau Catharina Storp (65 Jahre), die Kinder Joan Bernhard und Anna Maria sowie einen Schweinehirten und eine Magd. 1828 lebten neun Menschen auf dem Hof.
1926 wird in der HGF-Hofübersicht Franz Rohlmann-Kersting geführt.
Eine zweite Kersting-Namenslinie erscheint auf dem Hof Brock 1: Kersting genannt Thieskötter. Beide Höfe dürfen nicht allein wegen des gleichen Familiennamens genealogisch
gleichgesetzt werden.
Quellen: HGF, Band 01–29, Teil 2, PDF-S. 726 und 955; HGF-Hofübersicht Brock; H. Petzm., S. 663–664.
Lippborg liegt an der Lippe im heutigen Gemeindegebiet von Lippetal, Kreis Soest, südöstlich von Sendenhorst. Der Ort
gehört zum Übergangsraum zwischen Münsterland und Soester Börde und war historisch durch Landwirtschaft, Kirche und die benachbarten Herrschaftsgebiete geprägt. Für die Familie Fröhlich bildet das
Kirchspiel Lippborg einen wichtigen geografischen Bezugspunkt der überlieferten Vorfahren.
Die Familie Fröhlich führt die Familiengeschichte vom Sendenhorster Brock nach Lippborg. Die Verbindung entsteht durch Joan Fröhlich genannt Henrich, den ersten
Ehemann von Gertrud Kersting (1835–1911). Nach seinem Tod 1873 heiratete Gertrud 1875 erneut, nun den Bauern Rohlmann aus Ascheberg.3
MDA · FRÜHESTE BEKANNTE DIREKTE VORFAHREN
Johan Konrad Anxel genannt Fröhlich
und Anna Catherina Brüning aus Beckum
Nach der überlieferten Ahnenfolge vor 1745 geboren; Zwischen-Generationen sind aus GED und Kirchenbüchern zu ergänzen.
↓
Weitere Generationen Fröhlich in Lippborg
↓
Joan Fröhlich genannt Henrich und Gertrud Kersting
Die Bezeichnung Anxel genannt Fröhlich ist als historische Namensform wichtig. Eine Verbindung zu einzelnen frühen Fröhlich-Namen lässt sich nicht allein aus der Namensgleichheit
ableiten. Die abfotografierten Kirchenbücher aus Lippborg, zur Verfügung gestellt von Marie Therese Hemers, bilden die maßgebliche zusätzliche Prüfgrundlage.
GED Anton & Christian Hölscher: Personen, Namen, Familien, Eltern-Kind-Verknüpfungen und Ereignisse (Project_GED_Person,
Project_GED_Name, Project_GED_Family, Project_GED_FamilyChild, Project_GED_Event), übermittelter Export. Geburts- und Sterbedaten sind in der Ahnenfolge aus der Ereignistabelle ergänzt.
H. Petzm.: Sendenhorst. Geschichte einer Kleinstadt im Münsterland (1992), S. 663–664, Brock 8 Kersting, historische
Hofnummer, Besitzfolge, Abgaben, Kriegsfolgen und Wirtschaftsangaben...
Familienüberlieferung Kersting – Fröhlich – Rohlmann: Angaben zu den Ehen Gertrud Kerstings, zum Hofnamen, Bildmaterial sowie zu
den Kirchenbuchabschriften aus Lippborg (Marie Therese Hemers).
HGF: Sammlung 01–29 HGF Buch, Teil 2, u. a. Übersicht der Höfe in Brock (1826/1926) und separate Hoflinie Kersting
genannt Thieskötter (Brock 1). Nicht mit dem Petzmeyer-Hof Brock 8 oder der Fröhlich-Abstammung gleichsetzen.
Stadt Sendenhorst: Geschichtliche Entwicklung von Sendenhorst; Kirchspiel und kommunale Neuordnung 1968. Quelle öffnen ↗
Heimatverein Sendenhorst: Höfe – Bauerschaft Brock, Willkommenschatzung 1498, Besteuerung 1538/1542 und Meßkornlisten 1562–1588. Quelle öffnen
Gemeinde Lippetal: Gemeindegeschichte, Lage an der Nahtstelle Münsterland/Soester Börde, Lippborg 1189 und kommunale Neuordnung 1969. Quelle öffnen
↗
Gemeinde Lippetal: Sehenswürdigkeiten – Haus Assen und seine Baugeschichte. Quelle
öffnen ↗
GED Anton & Christian Hölscher; Familienüberlieferung; Kirchenbuchfotografien aus Lippborg (Marie Therese Hemers). Im geprüften HGF-Band 01–29,
Teil 2, bislang keine sichere zusätzliche Abstammungsverbindung zur Lippborger Fröhlich-Linie.
Antrag auf Mitgliedschaft im Heimatverein Sendenhorst e.V. für nur 1,- EUR / Monat
Sendenhorst im Oktober
Ernte, Märkte, Kirmes und alte Herbsttraditionen
🌾 Harkemai
+
Mit dem letzten vollbeladenen Erntewagen endete ein wichtiger Abschnitt des bäuerlichen Jahres. In der Sendenhorster Überlieferung ist dafür die Bezeichnung Harkemai
erhalten.
Das letzte Fuder wurde unter Jubel und Gesang eingebracht. Anschließend wurde gefeiert.
Ein Erntekranz erinnerte an die glücklich eingebrachte Ernte.
⛪ Erntedank
+
Der Dank für die eingebrachte Ernte gehörte auch in Sendenhorst zum Jahreslauf. Erntedankfeiern sind mehrfach belegt.
Auch der Kleingärtnerverein Sendenhorst veranstaltete ein eigenes Erntedankfest.
🚜 Trecker-Geschicklichkeits-
fahrten
+
Die Sendenhorster Landjugend verband das Erntedankfest mit einem Geschicklichkeitswettbewerb im Treckerfahren.
Austragungsort war die damalige Kirmeswiese am Bahnhof.
Damit bekam das alte Erntebrauchtum eine moderne landwirtschaftliche Form.
🐄 Herbstmarkt 1818
+
Bereits 1818 bemühte sich Bürgermeister Langen, den im Oktober stattfindenden Sendenhorster Herbstmarkt attraktiver zu machen.
Die Einwohner sollten ihre Pferde, Kühe und Schweine zum Verkauf auf den Markt bringen.
Der Markttag sollte ausdrücklich ein Volksfest sein. Kaufmann Everke sollte einen öffentlichen Ball
veranstalten.
Für die Bevölkerung sollte der Markttag „gleichsam als ein Tag der Erholung von der Ernte“ dienen.
🎡 Herbstkirmes & Pfarrkirmes
+
Die traditionelle Herbstkirmes gehörte zum Sendenhorster Jahreslauf. Daneben sind Pfarrfamilienfeste und Pfarrkirmes überliefert.
Nach der Ernte wurde nicht nur gedankt, sondern auch gefeiert.
🚶 Schnadegang
+
Der Schnadegang erinnert an die alten Grenzbegehungen. Für Sendenhorst sind Schnadjagden bereits aus dem 18. Jahrhundert überliefert.
Zum späteren Brauchtum gehört das bekannte Poahläsen.
Der Herbst eignete sich für Grenzgänge besonders gut, weil Grenzsteine und Grenzverläufe nach der Ernte in Feld und Flur besser sichtbar waren.
🐎 Herbstritt
+
Auch das Reiterleben hatte seinen Platz im Sendenhorster Herbst.
Dokumentiert ist unter anderem ein Herbstritt mit Reiterbiwak des Reit- und Fahrvereins Sendenhorst.
🔥 Herdfeuerabend & Abend am Kamin
+
Wenn die Tage kürzer wurden, verlagerte sich das gesellige Leben wieder stärker ins Haus.
Im Sendenhorster Veranstaltungskalender finden sich beispielsweise ein Herdfeuerabend und ein „Abend am Kamin“.
👥 Jahrgangstreffen
+
Wiedersehensfeiern ehemaliger Schuljahrgänge gehörten ebenfalls zum Sendenhorster Herbst.
In der örtlichen Chronik wird berichtet, dass solche Treffen traditionsgemäß in den Herbstmonaten stattfanden.
🕯️ Allerheiligen – Übergang zum November
+
Am Ende des Oktobers richtet sich der Blick bereits auf Allerheiligen am 1. November.
Gräber werden hergerichtet und geschmückt. Friedhofsbesuch, Gottesdienst und Totengedenken gehören zum traditionellen Jahreslauf.
Münsterland & Westfalen im Oktober
Weitere überlieferte Herbstbräuche aus unserer Region
🌾 Stoppelhahn
+
Im Münsterland war Stoppelhahn eine verbreitete Bezeichnung für das Fest zum Abschluss der Getreideernte.
Das letzte Fuder wurde festlich zum Hof gebracht. Anschließend wurde gemeinsam gegessen, getrunken und gefeiert.
🌾 Erntekranz & Erntehahn
+
Ährenkränze, Zweige und regional auch der Erntehahn kennzeichneten das Ende der Ernte.
Sie schmückten das letzte Fuder oder anschließend den Hof und machten sichtbar: Die Getreideernte war geschafft.
🥔 Kartoffelfeuer
+
Nach dem Kartoffellesen wurde früher das trockene Kartoffelkraut verbrannt.
Kinder legten frisch geerntete Kartoffeln in die Glut und aßen sie anschließend.
Dieser Brauch ist für Westfalen um die Wende zum 20. Jahrhundert überliefert.
🎃 Rübenlaternen & Rübengeister
+
Lange vor dem heutigen Halloween-Kürbis wurden Rüben ausgehöhlt, Gesichter hineingeschnitten und Lichter hineingestellt.
Solche Rübenlichter und Rübengeister gehören zum älteren westfälischen Herbstbrauchtum.
🍎 Heischegänge
+
Kinder zogen mit Liedern oder Sprüchen von Haus zu Haus und erhielten Obst, Gebäck oder andere Gaben.
Solche Heischebräuche gab es in unterschiedlichen Formen im westfälischen Jahreslauf.
🐄 Vieh- & Krammärkte
+
Nach der Ernte war Marktzeit. Vieh und landwirtschaftliche Erzeugnisse wurden verkauft und Waren gehandelt.
Aus vielen Markttagen entwickelten sich zugleich gesellige Volksfeste.
Der Sendenhorster Herbstmarkt von 1818 gehört genau in diesen Zusammenhang.
🎡 Herbstkirmessen
+
Jahrmarkt, Kirchweih und Kirmes verbanden Handel mit Unterhaltung.
Nach der arbeitsreichen Erntezeit begann vielerorts die Zeit der herbstlichen Volksfeste.
🐖 Beginn der Schlachtzeit
+
Mit sinkenden Temperaturen begann auf den Höfen die Zeit der Hausschlachtungen.
Das eigentliche Schlachtfest gehört im Münsterland allerdings eher in die folgenden Wintermonate als in den Oktober selbst.
🎃 Halloween – 31. Oktober
+
Halloween in seiner heutigen Form ist in Westfalen vergleichsweise jung.
Interessant ist der Vergleich mit den wesentlich älteren heimischen Rübenlichtern und Heischebräuchen.
Die leuchtende Fratze ist also keineswegs erst mit dem Halloween-Kürbis in die Region gekommen.
🕯️ Allerheiligen – 1. November
+
Allerheiligen schließt unmittelbar an den Oktober an.
Gräberschmuck, Friedhofsbesuch und Totengedenken markieren zugleich den Übergang vom Herbst in die dunklere Jahreszeit.