Sendenhorst liegt nicht an einem großen Fluss. Trotzdem spielte Wasser für die Entwicklung der Stadt und ihrer Bauerschaften eine erstaunlich große Rolle. Stadtgräfte, Bäche, Gräben, Kuhlen, Teiche und Bleichen gehörten über Jahrhunderte selbstverständlich zum Stadt- und Landschaftsbild.
Das Wasser hatte dabei fast immer eine praktische Funktion: Es entwässerte die Feldflur, tränkte Vieh, diente als Pferdeschwemme, lieferte Eis, wurde zum Waschen und Bleichen genutzt und brachte über die Fischerei Einnahmen. Gleichzeitig bedrohten Hochwasser und nasse Wiesen die Landwirtschaft.
Viele dieser Wasserorte sind heute verschwunden oder kaum noch zu erkennen. Andere bestehen unter neuen Namen oder mit völlig veränderter Funktion weiter. Deshalb stellt diese Seite bewusst alte und heutige Gewässer gegenüber und beschreibt möglichst genau, wo sie lagen beziehungsweise noch liegen.
Die historische Wasserlandschaft lässt sich nicht eins zu eins auf die heutige Karte übertragen. Manche Gewässer verschwanden vollständig, andere wurden verlegt oder reguliert. Wieder andere entstanden erst durch menschliche Eingriffe.
| Historisch | Lage | Heute |
|---|---|---|
| Stadtgräfte | Ring um den alten Stadtkern | weitgehend verschwunden / verfüllt |
| Nordenbleiche | westlich Telgter Straße, vor dem alten Nordtor | Ententeich, Grünanlage und Regenrückhaltung |
| Lehmkuhle | vor dem Nordtor, Bereich Nordenbleiche | als eigenständige Kuhle nicht mehr erkennbar |
| Greinkuhle | östlich der Altstadt, Osttor / Hoetmarer Straße | verschwunden / überformt |
| Stadts Börne | südlicher Stadtbereich | Gewässer verschwunden, Name Stadtbörne erhalten |
| Meer / Mehr | nordwestlich, Tockenburg – Quas – Elmster Berg – Sandfort | historische Niederungslandschaft stark verändert |
| Angel | durch die östliche/nördliche Feldflur | Hauptgewässer des heutigen Verbandssystems |
| Botter Bach | aus Richtung Hoetmar zur Angel | Wieninger Bach |
| Hardtteiche | Hardt östlich der Stadt | ehemalige Abgrabungsgewässer, heute Naturschutzgebiet |
| Ostheidebach | Hardtteiche – Hof Schmetkamp – Helmichbach | 2020 naturnah neu geführt / umgestaltet |
Wichtig: Nicht jedes historische Gewässer besitzt einen direkten heutigen Nachfolger. Gerade kleine Kuhlen, Teiche und Gräben wurden verfüllt, überbaut oder in die Kanalisation beziehungsweise moderne Entwässerung integriert.
Lage: annähernd ringförmig um den historischen Stadtkern.
Orientierung: Nordtor – Osttor – Südtor – Westtor.
Historische Funktion: Befestigung, Wasserführung und Fischerei.
Heute: weitgehend verfüllt beziehungsweise im modernen Stadtbild überformt.
Die Gräfte umschloss den alten Sendenhorster Stadtkern. Die vier Stadttore gliederten ihren Verlauf in Abschnitte, die in den Quellen entsprechend als Nord-, Ost-, Süd- und Westbereich greifbar werden.
Sie war nicht nur Bestandteil der Stadtbefestigung. Das Wasser wurde wirtschaftlich genutzt – vor allem durch die Fischerei.
Bei der Verpachtung der städtischen Fischereien 1780 wurde die Stadtgräfte nicht einfach als ein einziges Gewässer vergeben. Einzelne Abschnitte bildeten eigene Lose.
Nordtor → Osttor: in zwei Fischereilose geteilt.
Osttor → Südtor: eigenes Los.
Westtor → Nordtor: eigenes Los.
Westtor → Südtor: erscheint bei dieser Verpachtung offenbar nicht als verpachtetes Fischwasser.
Mit dem Verlust der Befestigungsfunktion wurden Teile der Gräfte später verfüllt oder in die wachsende Stadt integriert. Das historische Gewässer ist deshalb heute nicht mehr als geschlossener Ring sichtbar.
Lage heute: westlich der Telgter Straße, unmittelbar nördlich des historischen Stadtkerns.
Historischer Bezug: Nordtor / Lehmkuhle / öffentliche Bleiche.
Heute: Ententeich.
Wasserfläche: etwa 1.000 m².
Heutige Funktion: Grünanlage und Regenwasserrückhaltung.
Nordenbleiche und heutiger Ententeich bezeichnen denselben historischen Wasserort beziehungsweise dessen Entwicklung.
Bereits 1789 wurde der Bereich am Nordenwall zum Bleichen genutzt. Wasser konnte von jenseits der Nordstraße über eine gepflasterte Rinne herangeführt werden.
1832 wurde an der sogenannten Lehmkuhle vor dem Nordtor eine öffentliche Bleiche angelegt beziehungsweise ausgebaut.
29. Mai bis 5. Juni 1832: 17 Sendenhorster Tagelöhner arbeiteten an der Anlage.
Alphabetisierung: Nur sieben konnten unterschreiben; zehn zeichneten mit drei Kreuzen.
Juni bis August: weitere 161 Tagwerke durch 16 Arbeiter.
Einfriedung: 2.200 Weißdornpflanzen.
Heckenlänge: etwa 550 Fuß beziehungsweise rund 183 Meter.
Anlage: Planierung, Gräben und ein Schilderhaus für den Wächter.
1892 musste die städtische Wäsche auf der Nordenbleiche repariert werden. 1895 entstand beziehungsweise folgte eine neue Wäsche am Nordtor. 1909 wurden Waschbretter an der Nordenbleiche in Beton erneuert.
Heute besitzt der Ententeich erneut eine wasserwirtschaftliche Aufgabe. Die rund 1.000 m² große Wasserfläche westlich der Telgter Straße erhält Wasser über zwei Regenwassereinläufe der Telgter Straße. Der Überlauf ist an das Regenwassersystem in Richtung Regenrückhaltebecken Meerstraße angebunden.
Die Lehmkuhle lag vor dem historischen Nordtor und war eng mit dem Bereich der Nordenbleiche verbunden. Die Quellen zeigen hier einen Wasser- und Arbeitsraum, der sich nicht immer sauber in einzelne moderne Grundstücke zerlegen lässt.
1780 gehörte die Lehmkuhle zu den städtischen Fischereigewässern. 1832 wurde in ihrem Bereich die öffentliche Bleiche angelegt. 1896 wurde die Eisnutzung auf Lehmkuhle und Greinkuhle an den Brauereibesitzer Wieler verpachtet.
Lage: unmittelbar östlich des historischen Stadtrandes.
Orientierung: Osttor / heutige Hoetmarer Straße / späterer Bereich des Ehrenmals.
Nutzung: Fischerei, Viehtränke, Pferdeschwemme, Eisgewinnung.
Heute: Gewässer verschwunden beziehungsweise Gelände überformt.
Von der alten Stadt aus lag die Greinkuhle jenseits des Osttores am Übergang zur Ostheide. Das war praktisch: Vieh, das auf die gemeinschaftlich genutzten Weideflächen getrieben wurde, konnte dort getränkt werden; Pferde konnten in die Kuhle geführt werden.
Die Bedeutung des Namens lässt sich sogar im Kataster erkennen. Dort erscheinen in Flur III die Grundstücke 16 bis 19 als „Greinkuhle“; unmittelbar daneben liegen 14 und 15 als „Greinkuhlengarten“.
1780 wurde das Fischereirecht verpachtet. 1896 wurde zusätzlich das Recht zur Eisgewinnung auf Greinkuhle und Lehmkuhle vergeben.
Die Stadts Börne war eine Wasserstelle im südlichen Bereich Sendenhorsts. Sie diente insbesondere als Wasserloch beziehungsweise Viehtränke.
Auch hier besaß das Wasser einen wirtschaftlichen Wert: 1780 gehörte die Börne zu den städtischen Fischereigewässern.
Die Wasserstelle selbst ist verschwunden. Der Name lebt jedoch in der heutigen Straße Stadtbörne weiter. Ein Straßenname bewahrt damit die Erinnerung an ein nicht mehr vorhandenes Gewässer.
1780 erscheinen außerdem Teiche am Ostendamm und Südendamm als städtische Fischgewässer. Sie lagen damit unmittelbar im Umfeld der ehemaligen Befestigung beziehungsweise der Ausfallbereiche von Ost- und Südtor.
Auch das historische Kataster kennt ausdrücklich städtische Wasserflächen: In Flur I erscheint die Parzelle 171 als „Fischteich (Stadt)”; in Flur II finden sich Bezeichnungen wie „Stadtgraben, Teich“ und „Stadtsteich“.
Diese Einträge sind wichtige Belege dafür, dass das historische Sendenhorst rund um den Stadtkern wesentlich wasserreicher war, als es das heutige Stadtbild vermuten lässt.
Lage: nordwestlich Sendenhorsts.
Orientierung: Raum Tockenburg – Quas – Elmster Berg – Sandfort.
Charakter: sumpfige Niederungs- und Gewässerlandschaft.
Historisch: Fischerei; im weiteren Bereich auch Ziegelei.
Heute: historische Wasserlandschaft stark verändert.
Das historische Meer beziehungsweise Mehr darf man nicht ohne Weiteres als klar begrenzten See verstehen. Die Quellen beschreiben vielmehr eine sumpfige Niederung im Umfeld des ehemaligen Rittergutes Tockenburg.
Besonders interessant ist die Überlieferung von zwei Meerbächen. Einer kam aus Richtung Elmenhorst, ein zweiter von der Stadt Sendenhorst. Beide durchflossen den Raum Sandfort und vereinigten sich nach der historischen Beschreibung unmittelbar am Bahngleis beim Hof Seiling.
Um 1840 beschrieb Bürgermeister Brüning den Meerbach zusätzlich als Wasserlauf, der aus verschiedenen Hecken und Laufgräben beim Gut Tockenburg entstand.
Das „Meer“ war damit offenbar weniger ein einzelner See als ein System aus feuchter Niederung, Gräben, kleinen Wasserläufen und zeitweise offenen Wasserflächen.
1780 gehörte auch das Meer zu den von der Stadt Sendenhorst verpachteten Fischereigewässern.
Herkunft: aus dem Raum östlich von Neubeckum / Ennigerloh und Enniger.
Sendenhorst: durch die östliche und nördliche Feldflur.
Historischer Verlauf: etwa 7 km durch das damalige Kirchspiel Sendenhorst.
Nutzung: Fischerei, Wiesenwirtschaft, Entwässerung.
Heute: Hauptgewässer des Wasser- und Bodenverbandes Sendenhorst-Ennigerloh.
Die Angel ist das wichtigste Fließgewässer der Sendenhorster Feldflur. Historische Beschreibungen verfolgen ihren Lauf aus dem östlichen Raum über Enniger in Richtung Sendenhorst. Innerhalb des alten Kirchspiels durchfloss sie nach der Überlieferung etwa sieben Kilometer.
Die an der Angel liegenden Grundstücke wurden um 1840 als einige der fruchtbarsten Flächen der Gemeinde beschrieben. Gleichzeitig verwunderte sich Bürgermeister Brüning darüber, dass die Wasserkraft offenbar nicht zur Anlage einer Mühle genutzt worden war.
Das Fischereirecht in der Angel gehörte beziehungsweise wurde von der Stadt Sendenhorst verpachtet, obwohl der Bach durch landwirtschaftliche Flächen des Kirchspiels verlief.
Das führte zu Konflikten: Fischer mussten zum Wasser gelangen und dabei unter Umständen fremde Wiesen und Grundstücke betreten.
Der Landwirt Greiwe aus Rinkhöven pachtete die Angel-Fischerei für 6 Reichstaler und 28 Silbergroschen. Ein wesentlicher Grund war, zu verhindern, dass fremde Fischer beim Zugang zum Wasser seine und benachbarte Äcker und Wiesen beschädigten.
Noch 1937 wurde das Fischereirecht in der Angel für vier Jahre öffentlich meistbietend verpachtet.
Der Voßbach erreicht die Angel aus östlicher Richtung. Noch aus dem 20. Jahrhundert ist überliefert, dass Sendenhorster Kinder an seinem Wasser selbstgebaute kleine Mühlräder betrieben. Der Bach war zugleich Lebensraum einer bemerkenswerten Pflanzenwelt.
Der Wieninger Bach kommt aus Richtung Hoetmar und erreicht die Angel. Auf einer Karte von 1807 erscheint derselbe Wasserlauf unter der Bezeichnung „Botter Bach“.
Der Nienholtbach lag beziehungsweise liegt im Raum zwischen Sendenhorst und Vorhelm. Bei der Teilung der Nienholter Mark 1810/11 diente er als Orientierung beziehungsweise Grenzlinie zwischen Nutzungsbereichen.
Um 1840 bezeichnete Bürgermeister Brüning ihn sogar als Bach, der „den Namen kaum verdient“ – ein Hinweis darauf, wie klein manche heute amtlich benannten Wasserläufe damals wahrgenommen wurden.
Der Helmbach gehört zu den historisch nachweisbaren Fischgewässern. 1780 wurde sein Fischereirecht verpachtet, soweit der Bach im damaligen Stadtbezirk lag.
Im 20. Jahrhundert rückten Entwässerung und Regulierung in den Vordergrund. Heute gehört der Helmbach zu den Hauptnebengewässern des Verbandssystems.
Bei diesem Namen ist eine Gleichsetzung derzeit nicht sicher. Eine historische Beschreibung um 1840 lässt den Hellenbach vom Härderfeld hinter Boeckenbeumer in Richtung Werse laufen.
Heute wird dagegen ein Hellbach als Hauptnebengewässer der Angel geführt. Ohne Abgleich historischer Karten sollte deshalb nicht behauptet werden, dass beide Namen sicher dasselbe Gewässer bezeichnen.
Lage: in der Hardt östlich beziehungsweise südöstlich Sendenhorsts.
Entstehung: Abgrabungsgewässer, keine uralten Naturteiche.
NSG-Kennung: WAF-091.
Schutz seit: 2018.
Offizielle Fläche: rund 30 ha.
Digitalisierte Fläche: 30,57 ha.
Die Hardtteiche wirken heute wie natürliche Seen. Tatsächlich entstanden sie durch Sand- beziehungsweise Bodenabbau in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Material wurde zeitweise mit einer Lorenbahn zur Ziegelei transportiert.
Die entstandenen Wasserflächen wurden später auch zum Baden genutzt. Noch vor dem Zweiten Weltkrieg gab es hier zeitweise einen offiziellen Naturbadebetrieb.
Heute gehören die Hardtteiche zu den ökologisch wertvollsten Wasserlandschaften Sendenhorsts.
14,19 ha sind als Abgrabungsgewässer kartiert.
8,48 ha gehören zum schutzwürdigen Stillgewässer-Lebensraum.
4,94 ha entfallen auf Moor- beziehungsweise Bruchwald-Lebensräume.
Zum Gebiet gehören ehemalige Abgrabungsgewässer, kleinere Wasserflächen, Sumpf- und Bruchwald sowie Feucht- und Nassgrünland. Einige Gewässer besitzen größere Teichrosenbestände.
Quelle: Bereich der Hardtteiche.
Verlauf: westwärts durch den Raum Hof Schmetkamp.
Mündung: in den im städtischen Plan als Helmichbach bezeichneten Wasserlauf.
Naturnahe Gestaltung: 1995 / 2020.
Projektfläche 2020: rund 3 ha.
Der Ostheidebach ist ein besonders gutes Beispiel für den jüngsten Wandel der Wasserwirtschaft.
Der offizielle städtische Übersichtsplan beschreibt seinen Verlauf ausdrücklich „von der Quelle an den Hardtteichen im Osten bis zur Mündung an den Helmichbach“.
2020 wurde der Bach im Raum zwischen Hardtteichen und Hof Schmetkamp auf rund drei Hektar naturnah umgestaltet. Er erhielt einen gewundenen Verlauf mit flachen Böschungen, Gumpen, Totholz und Steinhügeln.
rund 200 Hochstämme wurden gepflanzt.
mehr als 1.000 Gehölzsämlinge kamen hinzu.
Neben dem neuen Bachlauf entstanden Auenbereiche, Grünland, Gehölzflächen, Obstbaumgruppen sowie feuchte und trockene Lebensräume.
Helmichbach und Helmbach werden hier bewusst nicht gleichgesetzt. Der städtische Plan verwendet ausdrücklich die Bezeichnung „Helmichbach“.
Die historische Fischerei zeigt besonders deutlich, dass Eigentum am Land, Eigentum am Wasser und Fischereirecht drei verschiedene Dinge sein konnten.
Am 21. Oktober 1780 bot die Stadt Sendenhorst zahlreiche Fischereirechte zur Verpachtung an.
Lehmkuhle
Greinkuhle
Teiche am Ostendamm
Teich am Südendamm
Meer / Mehr
Stadts Börne
Helmbach im entsprechenden Stadtbereich
Stadtgräfte
Angel
In der Angel durfte mit Fuken beziehungsweise Fischreusen, Angeln und anderen Fanggeräten gefischt werden. Auch der Fang von Krebsen ist überliefert.
Besonders interessant war die Situation außerhalb des eigentlichen Stadtgebietes. Angel und Meer verliefen beziehungsweise lagen teilweise in der Feldflur des Kirchspiels. Trotzdem verfügte die Stadt über Fischereirechte und konnte daraus Pachteinnahmen erzielen.
Die angrenzenden Äcker und Wiesen gehörten dagegen den jeweiligen Bauern. Fischer mussten daher fremde Grundstücke betreten, um überhaupt ans Wasser zu gelangen.
Nicht ohne Weiteres betreten werden durften:
Hofräume
Gärten
Forstkulturen
bestellte Äcker
eingefriedigte Grundstücke
Entstanden beim Zugang zum Wasser Schäden, mussten diese ersetzt werden.
Wie praktisch dieses Problem war, zeigt der Landwirt Greiwe aus Rinkhöven. Er pachtete das Fischereirecht in der Angel für 6 Reichstaler und 28 Silbergroschen.
Dabei ging es nicht nur um Fische. Greiwe wollte verhindern, dass andere Fischer beim Zugang zur Angel seine und benachbarte Felder und Wiesen beschädigten.
Ab 1810 erscheint daneben eine öffentliche Fischerei des Kirchspiels in den sogenannten „Blanken“ von Lütke-Kogge bis zur Waterfohr bei Zeller Niesmann. Gemeint war im Wesentlichen der Landwehrgraben.
Die Pachteinnahmen flossen hier nicht in die Stadtkasse, sondern in die Kasse des Kirchspiels.
Noch 1937 wurde das Fischereirecht in der Angel für vier Jahre öffentlich meistbietend verpachtet.
Fischerei war keine Nebensache. Sie war Nahrungsgewinnung, kommunales Vermögensrecht, Einnahmequelle und zugleich Anlass für Konflikte zwischen Stadt, Kirchspiel, Landbesitzern und Fischern.
WASSER · FISCHEREI · BLEICHEN · ENTWÄSSERUNG · NATURSCHUTZ
• Hans-Günther Fascies (HGF), Stadt-Heimatarchiv Sendenhorst: historische Arbeitsunterlagen zu Gewässern, Fischerei, Fluren, Stadtgräfte, Bleichen und öffentlichen Anlagen.
• Heinrich Petzmeyer: Arbeiten zur Stadt-, Siedlungs-, Flur- und Gewässergeschichte Sendenhorsts.
• Heimatverein Sendenhorst: historische Archivgeschichten und Quellen zu Fischerei, Angel, Stadtgräfte, Meer, Greinkuhle, Lehmkuhle und weiteren Wasserorten.
• Historische Kataster- und Flurunterlagen: Stadtteiche, Greinkuhle, Greinkuhlengarten, Stadtgraben und weitere Gewässerbezeichnungen.
• Historische Verwaltungsunterlagen zur Nordenbleiche: Anlage 1832, Arbeitsleistungen, Einfriedung, Waschplätze und spätere Unterhaltung.
• Stadt Sendenhorst: aktuelle Unterlagen zur Nordenbleiche / Ententeich, Regenwasserrückhaltung und naturnahen Umgestaltung des Ostheidebachs.
• Landesamt für Natur, Umwelt und Klima Nordrhein-Westfalen: Naturschutzgebiet Hardtteiche, WAF-091.
• Wasser- und Bodenverband Sendenhorst-Ennigerloh: heutiges Gewässernetz mit Angel und Nebenwasserläufen.
Recherchehinweis: Historische Gewässernamen und Wasserläufe können sich über die Jahrhunderte verändert haben. Besonders bei Hellenbach/Hellbach sowie Helmbach/Helmichbach wird deshalb bewusst keine Gleichsetzung vorgenommen, solange sie nicht durch historische Karten oder Kataster eindeutig belegt werden kann.