Abgrenzung: Hier geht es um Bauerschaften und Kulturlandschaft. Feldfrüchte, Viehhaltung, Erträge, Geräte, Arbeitsweisen und Jagd werden gesondert auf der Seite Landwirtschaft behandelt.
Das alte Kirchspiel lag in einer nur scheinbar ebenen Landschaft. Schon geringe Höhenunterschiede entschieden darüber, wo Höfe entstanden, wo Wege verliefen und welche Flächen lange nass blieben. Ein ungefähr west-östlich verlaufender Kiessandrücken bildet einen trockeneren Landschaftskorridor. Dazu gehören der alte Siedlungsraum der Stadt und besonders die Hardt.
Zwischen und neben diesen höheren Lagen ziehen sich die Niederungen von Angel, Helmbach und kleineren Bächen. Dort lagen Wiesen, feuchte Wälder, Brüche und später zahlreiche Entwässerungsgräben. Besonders im Brock, im Hemmer Raum, am Meer und an der Angel ist dieser Gegensatz bis in die Hof- und Flurnamen hinein greifbar.
Die historische Landschaft war wesentlich stärker gegliedert als heute. Zwischen den Höfen lagen Busch- und Waldstücke, Huden, Gemeinheiten, Heiden, Kämpe, Hegen, Gräben und Bäche. Ein Reisender bewegte sich nicht durch kilometerweit offene Flächen, sondern immer wieder zwischen Gehölzen, Hecken und Hofgruppen hindurch.
Die bekannten Bauerschaften entstanden aus einer älteren Siedlungslandschaft. Kleinere Siedlungsbezirke und Hofgruppen gingen in größeren Einheiten auf. Deshalb liegen unter den sieben späteren Namen ältere Räume wie Ramshövel, Hemme, Kolsinctorpe, Sommersell, Geilern, Schörmel, Schenctorpe und Northove.
Bauerschaft, Kirchspiel, Hofverband, Mark und spätere Gemeindegrenze waren nicht deckungsgleich. Selbst die Bauerschaftsgrenzen waren lange weniger wichtig als die Zugehörigkeit einzelner Höfe.
Bracht ist keine einheitliche Ebene, sondern eine Abfolge verschiedener Landschaftsräume vom südlichen Stadtrand bis zur Ahlener Grenze. Unmittelbar vor der Stadt lag der alte Horstruper Raum. Südlich davon erhob sich das alte Ramshövel leicht über das Umland. Noch weiter südlich lag der eigentliche Brachter Kern mit Homann und Kerkmann am Brechter Berg.
Richtung Hemme wurde das Gelände deutlich feuchter. Namen wie Wisch, Waterfohr, Merschkamp und Hemmer Holt beschreiben Wiesen, Senken, Gräben und Gehölz. Der große Hof Wisch lag in einer feuchten Grasniederung. Das trockene Feldland des Brechter Berges und die tieferen Hemmer Flächen lagen damit dicht nebeneinander.
Die Landschaft war kleinteilig. Bei Kerkmann lagen noch im 18. Jahrhundert Lindenkamp, Hemmer Feld, Hoppenfeld, Höchte, Damfeld, Brechter Berg und Flaßkamp neben Wiesen, Kuhkamp, Waterfohr und Merschkamp. Zwischen diesen Flächen verliefen Hecken, Hofwege und Wassergräben.
Der spätere Bauerschaftsname überdeckte mehrere ältere Siedlungen. Ramshövel und Bracht sind früh belegt; Horstrup erscheint ebenfalls als eigener Siedlungsraum. Im Süden hielt sich der Name Hemme noch lange und überschritt teilweise die spätere Grenze nach Ahlen.
Gerade Bracht zeigt daher besonders gut, dass die späteren Kirchspiels- und Gemeindegrenzen ältere Landschaftszusammenhänge durchschnitten.
Der alte Grenzgang führt tatsächlich von Busch zu Kamp, von der Wiese über einen Bach zur nächsten Hecke. Damit entsteht das Bild einer eng gekammerten Landschaft – wesentlich stärker gegliedert als die heutige offene Feldflur.
Die Kirchspielslandwehr verlief bei Rotkötter sowie Lütke und Große Kogge mitten durch den südlichen Raum. Die weiter südlich liegenden Höfe Kerkmann, Herte und Wisch lagen außerhalb dieses inneren Landwehrringes.
Durch Bracht führte die alte Verbindung aus Richtung Münster weiter nach Süden. Der Ahlener Weg zog über Haus Hove und Borbein. Im 19. Jahrhundert kamen Strontianitgruben als neuer Eingriff in die Kulturlandschaft hinzu.
| Nr. | Hof | Raum / Hinweis |
|---|---|---|
| 1 | Schulze Horstrup | Horstrup |
| 2 | Lütke Kogge | Ramshövel |
| 3 | Große Kogge | Ramshövel |
| 4 | Heimann | Ramshövel |
| 5 | Homann | alter Brachter Kern |
| 6 | Kerkmann | Brechter Berg |
| 7 | Hoppe | alter Vollhof |
| 8 | Edelkötter * | Kotten |
| 9 | Frie * | Kotten |
| 10 | Herte | Hemme |
| 11 | May / Mays | Hemme |
| 12 | Maykötter | Hemme |
| 13 | Bartmann | Landwehrdurchlass |
| 14 | Niesmann * | — |
| 15 | Sievert * | Landwehrraum |
| 16 | Jungmann | — |
| 17 | Zachariaskötter | Schlagbaum |
| 18 | Rotkötter | Landwehrraum |
| 19 | Wisch | feuchte Hemmer Niederung |
| 20 | Steinhöfer | Horstruper Grund |
| 21 | Widdehage | 19. Jh. |
| 22 | Hoppenkötter * | — |
| 23 | Jungmannskötter | — |
| 24 | Bartmannskötter | 19. Jh. |
| 26 | Schürmann | von Große Kogge abgeteilt |
| 28 | Bruland | 19. Jh. |
Im Brock bestimmt die Feuchtigkeit die Siedlungsgeschichte. Der stadtnähere östliche Bereich um Kössendrup, Vornholz und Niestert lag auf günstigerem Gelände. Weiter westlich wurde das Land tiefer, schwerer und wasserreicher. Dort standen mit Schulte Hinrich und Schulte Bernd große Einzelhöfe innerhalb eines wesentlich offeneren, lange nur dünn besiedelten Raumes.
Das Brock war nicht einfach „Sumpf“, sondern eine gegliederte Bruchlandschaft. Höhere kleine Rücken und Brinke lagen zwischen nassen Wiesen, Heideflächen und Gehölzen. Alte Namen wie Saatbrink, Sandkamp und Heidkamp stehen neben Brökerfeld, Mersch, Weidenbusch und Rausenbusch.
Der Wasserhaushalt bestimmte den Alltag. Gräben mussten offengehalten, Wege erhöht und nasse Flächen entwässert werden. Das erklärt, warum in dieser Bauerschaft besonders häufig Streit über Gräben, Wege und Wasserabläufe überliefert ist.
Die historische Topographie kennt Bröcker Mark, Brökerfeld, Mittelbrock, Achterbrock, Garenbrock, Leyen, Haferland, Westholz, Heidkamp, Merschkamp, Hagenkamp, Grünes Wegfeld, Kolsendorfer Berg und Vornholts Baum.
Der Grenzgang von 1765 führt über Ahrensbecke, Leyenbusch, Saatkamp Pieper, Schulte Bernds Heidbusch, Muschenschloot und Wilkens Büsche zurück in die Bröcker Mark.
1 Thieskötter · 2 Röttgermann · 3 Kössendrup · 4 Wiethoff · 5 Vornholz · 6 Niestert · 7 Osthövener · 8 Kersting · 9 Schulte Hinrich · 10 Wilking · 11 Schulte Bernd · 12 Wallkämper · 13 Wilkingskötter · 14 Tieskötter
Sandfort liegt westlich bis nordwestlich der Stadt. Die Bauerschaft folgte einem alten Verkehrsraum. Höfe lagen beiderseits des Weges aus Richtung Münster und Alverskirchen nach Sendenhorst.
Der Name selbst beschreibt die Landschaft: eine Sandfurt, also ein günstiger Übergang durch einen ansonsten feuchten Raum. Trockenere sandige Stellen lagen neben tiefen Wiesen und nassen Gemeinheiten.
Der eindrucksvollste Landschaftsraum war das Meer. Trotz des Namens handelte es sich nicht um einen großen See, sondern um eine tiefliegende feuchte Fläche. Sie war Weidelandschaft, Gemeinheit und zugleich bedeutender Versammlungsraum.
Am Meer lag die Tockenburg. Ihre Gräfte und die stärker herrschaftliche Hofanlage setzten einen markanten Akzent in einer ansonsten überwiegend bäuerlichen Niederungslandschaft. Bockholt erinnert zugleich an alten Buchenwald.
Alte Namen wie Meerbree, Rebbersheide, Bokeler Baum, Bockholts Kämpe, Anteweide, Rienbusch, Lindenbusch, großer Bergkamp, Nienkamp, Birkenbusch und Tütenfeld machen den Wechsel aus höherem Sandboden, Busch und nassen Flächen sichtbar.
Historische Höfe: Nientiedt · Bockholt · Averhoff · Sandfort · Bischofshove · Buschkötter · Tockenburg · Tüte · Schulte Nordhoff · Vagedeshove/Bockholt-Fiehe · Ahlken-Hülsebusch · Horstmann-Pohlkamp · Heimann-Hahues. Zusätzlich ist die wüste Sandwegshove überliefert.
Elmenhorst liegt nördlich des alten Stadtkerns zwischen dem höher gelegenen Elmenhorster beziehungsweise Elmster Berg und der Niederung der Angel.
Gerade dieser Höhenunterschied prägt die Landschaft. Auf dem Berg lagen trockenere Kämpe und Felder, dazwischen Buschstücke und Heide. Zur Angel hin ging das Gelände in Wiesen, Laaken und feuchte Niederungen über. Der Fluss selbst veränderte seinen Lauf und überflutete regelmäßig Teile seines Auenraums.
Elmenhorst war zugleich eine auffallend geschlossene historische Hoflandschaft. Der Haupthof lag im Zentrum eines alten Hofverbandes. Deshalb lassen sich Siedlungsstruktur und Landschaft hier besonders gut miteinander verbinden.
Die Flurnamen bilden geradezu einen Querschnitt durch den Raum: Achterkamp, Hellwiese, Westkamp, Westfeld, Hahnenkamp, Borgwiese, Thiebree, Witkamp, Stadtslake, Kistenkamp, Altekamp, Werrings und Tawiddes Büsche, Hinsenbrocks Gartenkamp, Schaaflake und Angelkottens Laake.
Historische Höfe: Werring · Tawidde · Hinsenbrock · Ahland · Mühlenkamp (im Aktenbestand) · Arnemann · Feldmann · Angelkotte · Erdmann · Thieskötter/Rüenhove · Schulze Elmenhorst · Sundageshove · Volking · Holtmann · Linnemann · Hagedorn · Dünnewald.
Rinkhöven liegt nordöstlich Sendenhorsts und vereinigt zwei sehr unterschiedliche Landschaftsbilder. Der alte Siedlungskern lag auf etwas besserem und trockenerem Gelände; unmittelbar daneben beginnt die feuchte Niederungslandschaft der Angel.
Die ältere Struktur lässt sich noch in den Hofnamen erkennen: Nähring lag im Norden, Middrup in der Mitte, Suermann im Süden. Zusammen ergibt sich das Bild eines kompakten alten Siedlungskerns.
Am Rand lagen Schörmel und Schenctorpe, ältere Namen, die später vom Bauerschaftsnamen Rinkhöven überlagert wurden. In der Angel-Niederung befand sich sogar eine mittelalterliche Motte.
Zur Landschaft gehören Rinkhöver Berg, Rinkhöver Feld, Rinkhöver Wische, Rincker Geist, Brüserfeld, Brüserbusch, Schörmer Busch, Kolkschemm, Poggenkamp, Wulfsbrehe, Keleckwiesche und Rottbusch. Der Rottbusch und angrenzende Flächen waren regelmäßig Überschwemmungen ausgesetzt.
Nach außen öffnete sich Rinkhöven gleich in mehrere Richtungen: nach Wessenhorst/Enniger, Holtrup/Hoetmar und Schuter/Everswinkel. Deshalb ist diese Bauerschaft nicht nur Landschafts-, sondern auch ausgesprochener Grenz- und Verkehrsraum.
Historische Höfe: Keppler · Niemann · Brüser · Schockemöller · Kleikamp · Rinkhoff · Lütkehaus · Kötter im Rinkhove · Nähring · Döbbeler · Vrede · Greive · Middrup · Suermann · Ottenloh · Deitkamp · Strohbücker.
Die Hardt bildet landschaftlich den deutlichsten Höhenraum unter den sieben Bauerschaften. Ihr älterer Kern liegt auf einem Kiessand- und Sandrücken, der sich gegenüber den Niederungen der Angel klar absetzt.
Der Name erinnert an einen bewaldeten Höhenbereich. Noch lange war die Landschaft stärker von Wald- und Gehölzflächen geprägt als heute. Erst im Laufe der Zeit wurden weitere ältere Siedlungsräume wie Sommersell sowie Geilern-Schmetkamp unter dem Namen Hardt zusammengefasst.
Richtung Angel fällt der Rücken ab. Bei Watermann und Mellinghoff beginnt bereits die feuchtere Flusslandschaft. Der Watermann-Hof lag so dicht an der Angel, dass das Gewässer den Hofraum bogenförmig umfasste.
Der Grenzgang des 18. Jahrhunderts zeichnet eine außerordentlich plastische Landschaft: Watermanns Busch – Angelfeld – Angel – Middelhoves Angelbrücke – Sommerseller Geist – Enniger Fußpatt – Stakenhegge – Schlautkamp – Schmidtkamps Wald – Geilern Kuhkamp – Geilern Ossenkamp.
Östlich schloss der Nienholt an: Wald, Mark, Bach, Grenzpfähle und alte Stege bildeten einen Übergangsraum nach Isendorf/Vorhelm.
Die Hardt ist zugleich das deutlichste Beispiel jüngerer Landschaftsveränderung. Sandabbau schnitt tief in den Höhenrücken ein. Aus den Abgrabungen entstanden später die heutigen Hardtteiche. Das Wasserwerk und seine Grundwasserförderung veränderten den Wasserhaushalt zusätzlich.
Historische Höfe: Lütke Düveler · Vösserei · Linnemann · Große Düveler · Röper · Schotte · Watermann · Mellinghoff · Grieskamp · Middelhove · Wessel · Sommersell · Hagedorn · Hartmann · Focke · Teiner · Münning · Brenkenkotten/Borgmann · Dirichshove · Geilern · Schmetkamp · Backskötter/Kötter Vocke.
Jönsthövel liegt südöstlich der Stadt und war die kleinste Bauerschaft. Gerade deshalb ist ihre alte Siedlungsstruktur besonders gut überschaubar.
Die drei größeren Einzelhöfe Silling, Jönsthövel und Schulze Bering lagen voneinander getrennt. Dazwischen beziehungsweise daneben lag die kleinere Hofgruppe aus Baggelmann, Keithage, Lange und Johlmann. Der Raum war also kein geschlossenes Dorf, sondern eine locker verteilte Hoflandschaft.
Das Gelände ist leicht bewegt. Namen wie Hasenbrink, Wittenberg, Middelsberg, große und kleine Höchte bezeichnen kleinere Erhebungen. Gleichzeitig bestanden Buchenwald, schwerere Lehmböden und feuchtere Bachräume am Übergang zum Nienholt.
Besonders anschaulich sind die Namen des Grenzgangs: Joelmanns Busch, Langen Geist, Keithagen Geist, alte Hoves Wiese, Berings Horstwiese, Oistholt, Schweers Wiese, Brinkfeld, Sillings Kamp und Jönsthövels großer Kamp.
Nach Osten ging dieser Raum fast unmerklich in den Nienholt über. Jenseits des Baches begann Isendorf/Vorhelm. Südlich bestanden enge Beziehungen in den Ahlener Raum um Borbein und Seebrock.
Alte Wege verstärkten diese Verbindung. Vor 1775 verlief die Beckumer Straße über den Jönsthöveler Raum nach Tönnishäuschen. Auch der alte Fußweg nach Ahlen führte durch diese Landschaft.
Historische Höfe: Baggelmann · Keithage · Lange · Johlmann · Schulze Bering · Jönsthövel · Thiemann · Wittmannskötter/Lücke · Jönsthövelkötter · Silling · Krampenkotten.
Das Protokoll der Sendenhorster Schnadtjagd von 1765 besitzt für die Landschaftsgeschichte einen besonderen Wert. Es beschreibt die Route so detailliert, dass sich der damalige Raum beinahe zu Fuß nachvollziehen lässt.
Das Entscheidende ist weniger die damalige Jagd als die Landschaft: fast jede Wegstrecke führte an einem Busch, einer Hecke, einem Kamp, einer Wiese, einem Bach, einem Schlagbaum oder einer Hofstelle vorbei.
Die alten Wege waren Teil der Landschaft. Sie verliefen bevorzugt über trockenere Höhen und mussten in den Niederungen Bäche, Gräben oder sumpfige Flächen queren.
Eine frühe Fernverbindung führte Münster – Wolbeck – Brückhausen – Sendenhorst – Bracht – Hemme – weiter nach Süden. Die direkte Münsterverbindung über Albersloh ist jünger.
Nach Ahlen verlief die Verbindung durch Bracht und Borbein. Richtung Beckum machte die alte Straße bis 1775 einen deutlichen Bogen nach Jönsthövel und Tönnishäuschen.
Der alte Weg nach Drensteinfurt führte über den Raum Averdung. Nach Hoetmar ging es über Rinkhöven und die Angel. Nach Everswinkel bestand ein Hellweg über die nördliche Landschaft; nach Alverskirchen führte der Weg durch Sandfort und Elmenhorst.
Große Bereiche zwischen den Höfen waren lange gemeinschaftlich genutzt. Solche Gemeinheiten waren offene Landschaftsräume und konnten über die Grenzen einzelner Bauerschaften hinausreichen.
Erst die Teilungen im frühen 19. Jahrhundert schufen vielerorts neue Grundstücksgrenzen, Kämpe, Wälle und Hecken. Damit entstand ein großer Teil jener gekammerten münsterländischen Landschaft, die später als „typisch alt“ wahrgenommen wurde.
| Raum | Teilung / Veränderung | Weg |
|---|---|---|
| Härderfeld | 1824 geteilt und abgewallt | Fußweg nach Ahlen auf erhöhtem Damm |
| Brökerfeld | 1823 geteilt, teilweise eingehegt | Fahrweg nach Drensteinfurt |
| Brüserfeld | 1824 geteilt | Weg nach Everswinkel durch Kämpe |
| Elmenhorster Berg | ab 1825 geteilt | Wege nach Alverskirchen |
| Schaaflake | 1827 geteilt | Elmenhorster Raum |
| Rinkhöver Feld | geteilt und eingefriedigt | Weg nach Everswinkel, 28 Fuß breit festgelegt |
Die unmittelbaren Nachbarlandschaften erklären viele Sendenhorster Hof-, Wege- und Grenzbeziehungen. Im Uhrzeigersinn begegnen:
Natorp bei Drensteinfurt liegt hinter Averdung, Natarp bei Hoetmar weiter hinter Holtrup und Wieningen nördlich hinter Schuter.
Straßen und Grundstücksgrenzen haben sich verändert, Bäche wurden reguliert, Gemeinheiten geteilt, Wälder gerodet und Wege begradigt. Manche alte Hofstelle verschwand vollständig.
Trotzdem liegt die historische Landschaft noch immer unter der heutigen. Elmster Berg, Sudfeld, Rinkhöven, Sandfort, Hardt, Waterfohr, Nienholt und zahlreiche Hofnamen bewahren alte räumliche Zusammenhänge.
Sie waren Teile einer gemeinsamen Landschaft aus Höfen, Wald, Niederungen, Wegen, Bächen und Nachbarschaften – und diese Landschaft reichte weit über die Grenzen des Kirchspiels hinaus.
Heinrich Petzmeyer: Sendenhorst. Geschichte einer Kleinstadt im Münsterland, 1993; insbesondere die Darstellung der sieben Bauerschaften, Hofgeschichten, Flurnamen, Wege, Gemeinheiten und Landwehr.
Petzmeyer-Quellenbestand:
Quellen zur Sendenhorster Geschichte
Hans-Günther Fascies / Stadt- und Heimatarchiv: umfangreiche Sammlungs- und Arbeitsunterlagen zu Bauerschaften, Höfen, Fluren, Wegen und Grenzverläufen.
Schnadtjagd 1765: Protokoll des Grenz- und Jagdumgangs vom November 1765; besonders wertvoll durch die genaue Beschreibung von Fluren, Büschen, Kämpe, Brücken, Schlagbäumen, Stegen und Wegen.
Fluren und Gemeinheiten: Unterlagen zu Härderfeld, Brökerfeld, Brüserfeld, Elmenhorster Berg, Schaaflake, Rinkhöver Feld, Waterfohr, Nienholt, Steinkühler Feld, Ostheide und weiteren historischen Landschaftsräumen.
Weitere Heimat- und Archivbeiträge: darunter „Wald und Busch in Sendenhorster Flurnamen“, „Flurnamen“ sowie „Die Hardt bei Sendenhorst, eine Landschaft eigener Art“.