Wo heute Sendenhorst liegt, war einmal Meeresboden, lag nahe am Äquator, geriet an den Rand eines gewaltigen Gebirgssystems und verschwand später wieder unter einem Kreidemeer. Diese Seite verfolgt deshalb nicht nur Erdzeitalter. Sie verfolgt unseren Fleck Erde. Bei jedem Abschnitt fragen wir: Wo liegt der Krustenraum des späteren Europas? Was wird einmal Deutschland, Westfalen und das Münsterland? Wo befindet sich unser heutiges Sendenhorst ungefähr auf dem Globus? Ist dort Meer oder Land? Welches Klima herrscht? Welche Pflanzen und Tiere leben auf der Erde, in Europa oder sogar nachweislich bei uns?
Wichtig: Die angegebenen Breitengrade sind paläogeographische Größenordnungen. Je weiter wir zurückgehen, desto unsicherer werden Rekonstruktionen. Und wenn wir von „Sendenhorst“ sprechen, meinen wir natürlich den Krustenbereich, auf dem heute Sendenhorst liegt.
Die Erde entstand vor etwa 4,6 Milliarden Jahren. Erdkruste und Ozeane bildeten sich, und schon sehr früh entwickelte sich mikrobielles Leben. Über Milliarden Jahre war die Erde vor allem ein Planet der Einzeller. Cyanobakterien betrieben Photosynthese und trugen dazu bei, dass sich Sauerstoff in Ozeanen und Atmosphäre anreicherte. Später entstanden komplexere Zellen mit Zellkern und schließlich Mehrzeller.
Mehr müssen wir für unsere Reise zunächst nicht festhalten. Die ersten rund dreieinhalb Milliarden Jahre bleiben bewusst kurz – sonst verlieren wir unseren roten Faden, bevor Sendenhorsts Krustenreise überhaupt anschaulich wird.
4,6 Mrd. Jahre Erde entsteht
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Ozeane · Erdkruste
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🦠 Einzeller
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☀ Photosynthese → Sauerstoff
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komplexere Zellen → Mehrzeller
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1 Mrd. Jahre: HIER BEGINNT UNSERE GROSSE REISE
Vor ungefähr einer Milliarde Jahren waren große Teile der damaligen Kontinentalkruste in einem gewaltigen Superkontinent namens Rodinia vereinigt. Unsere heutigen Kontinente existierten nicht. Auch der Atlantik existierte nicht.
In dieser alten Welt steckten bereits Krustenkerne, die später wichtig werden: Laurentia, der Kern des späteren Nordamerikas und Grönlands, und Baltica, der Kern des späteren Skandinaviens und Osteuropas. Die genaue Lage unseres viel späteren Sendenhorster Krustenraums innerhalb der komplizierten Rodinia-Rekonstruktionen lässt sich nicht seriös auf einen Punkt festnageln.
RODINIA
SUPERKONTINENT
Laurentia = späteres Nordamerika
Baltica = späteres Nord-/Osteuropa
Europa? noch nicht vorhanden
Deutschland? noch nicht vorhanden
Westfalen? noch nicht vorhanden
Sendenhorst? nur sein uralter Krustenweg interessiert uns
Ab etwa 750 bis 600 Millionen Jahren zerfällt diese alte Ordnung. Neue Ozeane öffnen sich. Aus der Neuordnung entstehen unter anderem Laurentia, Baltica und der riesige Südkontinent Gondwana – mit Krusten, aus denen später Afrika, Südamerika, Indien, Australien und die Antarktis hervorgehen.
Am Nordrand Gondwanas liegt ein langgestreckter Krustenverband: Avalonia. Avalonia ist nicht „das damalige Europa“. Es ist ein Kleinkontinent beziehungsweise Terranverband, dessen Bruchstücke heute auf beiden Seiten des Atlantiks liegen. Für Nordwesteuropa ist seine Geschichte besonders wichtig.
Im frühen Ordovizium, ungefähr vor 480 Millionen Jahren, löst sich Avalonia von Gondwana und driftet nach Norden. Unser späterer nordwesteuropäischer Raum gehört zu dieser tektonischen Geschichte. Als anschauliche Größenordnung liegt Avalonia zunächst in hohen südlichen Breiten, grob um 50–60° Süd, und wandert im Laufe von Millionen Jahren deutlich äquatorwärts und weiter nach Norden.
NORDEN
↑
LAURENTIA
späteres Nordamerika
🌊 IAPETUS 🌊
BALTICA
später Skandinavien/Osteuropa
🌊 Meeresraum 🌊
AVALONIA ★
↑
fährt nach Norden
↑
🌊 RHEISCHER 🌊
OZEAN öffnet
↑
GONDWANA
↓
SÜDEN
Das Entscheidende für die Vorstellung lautet: Vor Avalonia liegen Baltica und Laurentia. Hinter Avalonia öffnet sich der Rheische Ozean. Avalonia fährt von Gondwana weg und auf die nördlichen Kontinente zu.
Am Ende des Ordoviziums trifft eine schwere Aussterbekrise die fast vollständig marine Tierwelt. Starke Abkühlung, Vereisung und ein fallender Meeresspiegel lassen ausgedehnte Flachmeerlebensräume verschwinden. Besonders Brachiopoden, Trilobiten, Graptolithen und andere Meeresgruppen werden getroffen.
Danach erholt sich das Leben. Im Silur breiten sich Kieferfische aus; an Land erscheinen frühe Gefäßpflanzen und Gliederfüßer.
Avalonia erreicht zunächst Baltica; anschließend werden auch die Meeresräume zu Laurentia geschlossen. Der Iapetus-Ozean verschwindet. Die Kollisionen gehören zur kaledonischen Gebirgsbildungsphase.
LAURENTIA BALTICA AVALONIA ★
späteres späteres unser Krustenraum
Nordamerika N-/O-Europa
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Iapetus schließt
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LAURUSSIA
Laurussia ist damit ein neuer Großkontinent aus Laurentia, Baltica und Avalonia. Unser Krustenraum ist nun nicht mehr der kleine Reisende am Rand Gondwanas, sondern Bestandteil Laurussias. Aber südlich davon liegt weiterhin Gondwana – und zwischen beiden liegt noch der Rheische Ozean.
Jetzt verlassen wir erstmals die reine Weltrekonstruktion und gelangen in den Untergrund des Münsterlandes. Im Devon war das Münsterland Teil eines Meeresbodens. Kalkschlämme und ausgedehnte Riffe bildeten mächtige Kalksteine.
Das Devon ist das berühmte „Zeitalter der Fische“. Placodermen – gepanzerte Fische –, frühe Haie, Strahlenflosser und Fleischflosser bevölkern die Gewässer. Ein spektakulärer globaler Vertreter ist Dunkleosteus, ein großer gepanzerter Räuber. Er ist ein Bild für die Devonmeere, kein Sendenhorster Fund.
An Land geschieht gleichzeitig eine Revolution: Aus niedriger Vegetation entwickeln sich erste Wälder. Frühe Bäume wie Archaeopteris verändern Böden, Verwitterung und Stoffkreisläufe. Aus fischartigen Fleischflossern entwickeln sich die ersten vierbeinigen Wirbeltiere.
Das zweite der klassischen „Big Five“ ist eher eine Folge mehrerer Krisen als ein einzelner Knall. Besonders Riffe und andere marine Ökosysteme brechen ein. Sauerstoffmangel in den Meeren, Klima- und Meeresspiegelschwankungen gehören zu den wichtigsten diskutierten Faktoren.
Jetzt wird die Geschichte für Westfalen besonders anschaulich. Unser Raum liegt nahe am Äquator. Nördlich des entstehenden variszischen Gebirges senken sich Becken ab; Flüsse transportieren gewaltige Sedimentmengen aus den Gebirgen in das Vorland.
In feuchten Niederungen wachsen fremdartige Kohlewälder. Lepidodendron und Sigillaria sind baumgroße Bärlappgewächse; Calamites ist ein riesiger Verwandter heutiger Schachtelhalme. Farne und Samenfarne ergänzen die Vegetation. Pflanzenreste sammeln sich in sauerstoffarmen Sümpfen – aus ihnen entstehen später die Kohleflöze.
Auch die Tierwelt kann gewaltig werden. Arthropleura, ein riesiger Tausendfüßer-Verwandter, konnte über zwei Meter lang werden. Große Libellenverwandte durchfliegen die Wälder. Amphibien sind vielfältig; erste Reptilien machen sich zunehmend vom Wasser unabhängig.
Gondwana drängt von Süden gegen Laurussia. Der Rheische Ozean wird geschlossen. Gesteinspakete werden gefaltet, überschoben, tief versenkt und wieder angehoben. Es entsteht ein Gebirgsgürtel von kontinentalem Ausmaß: die Varisziden.
LAURUSSIA
★ Münsterland
Äquatornähe
🌿 Sümpfe · Deltas · Wälder 🌿
← Flüsse/Sedimente
⛰ ⛰ ⛰ ⛰ ⛰
VARISZIDEN
⛰ ⛰ ⛰ ⛰ ⛰
↑
GONDWANA
Gebirge im Süden – Kohlesümpfe im Vorland – Äquatorlage: Diese drei Dinge gehören zusammen. Genau daraus wird unsere regionale Karbongeschichte verständlich.
Mit der Kollision von Laurussia und Gondwana entsteht schließlich Pangäa. Fast alle großen Landmassen sind nun in einem Superkontinent vereinigt. Unser Krustenstück ist nach der langen Avalonia-Reise wieder mit Gondwana verbunden – diesmal als Teil Pangäas.
RODINIA → Zerfall → GONDWANA
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AVALONIA ★
│ fährt nach Norden
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LAURENTIA + BALTICA + AVALONIA
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▼
LAURUSSIA
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Gondwana kommt näher
│
▼
VARISZIDEN
│
▼
PANGÄA
Im Perm verändert sich unser Raum drastisch. Das Münsterland wird Teil des variszischen Gebirgsraums; devonische und karbonische Gesteine werden regional bis in Größenordnungen um 2.000 Meter herausgehoben und stark abgetragen.
Die Landtierwelt wird von verschiedenen Reptilien und vor allem Synapsiden geprägt – jener großen Abstammungslinie, zu der später auch die Säugetiere gehören. Berühmte Vertreter der Permwelt sind etwa Dimetrodon im frühen Perm, später Gorgonopsier als große Räuber und Pareiasaurier als massige Pflanzenfresser. Das sind globale Beispiele, keine Münsterländer Funde.
Am Ende des Perms folgt die schwerste bekannte Aussterbekrise des Phanerozoikums. Im heutigen Sibirien entsteht eine gigantische magmatische Provinz: der Sibirische Trapp. Riesige Lavamengen werden gefördert; besonders folgenreich war wahrscheinlich auch Magma, das unterirdisch in gasreiche Sedimente eindrang und dadurch große Mengen klimawirksamer Gase freisetzte.
🌋 SIBIRISCHER TRAPP 🌋
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Lava + unterirdisches Magma
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Treibhausgase / Volatile
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starke Erwärmung
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Ozeane wärmer Klima kippt
Sauerstoff ↓ │
Chemie ändert sich │
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☠ ÖKOSYSTEMKOLLAPS ☠
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DAS GROSSE STERBEN
Trilobiten, die seit dem Kambrium durch unsere Geschichte gelaufen sind, verschwinden endgültig. Meeres- und Landökosysteme werden radikal umgebaut. Die Welt nach dieser Krise ist biologisch eine andere.
Nach dem Großen Sterben braucht die Biosphäre lange zur Erholung. Lystrosaurus, ein gedrungener Pflanzenfresser aus der Synapsidenlinie, wird zum Symbol der frühen Trias. Später diversifizieren sich Archosaurier; die ersten Dinosaurier erscheinen, ebenso Flugsaurier und frühe Säugetiere.
Für unseren Ort gilt jedoch: keine erfundenen Sendenhorster Dinosaurier. In der Bohrung Münsterland 1 fehlen Perm, Trias und Jura. Über lange Zeit war Abtragung stärker als Ablagerung.
Rhaeticosaurus mertensi aus der Nähe von Warburg ist rund 205 Millionen Jahre alt und der älteste bekannte Vertreter der Plesiosaurier. Damit können wir für Westfalen ein echtes großes Meerestier zeigen – nur eben nicht als Sendenhorster Fund.
Während Pangäa aufreißt, kommt es entlang der entstehenden Riftzonen zu gigantischem Vulkanismus. Treibhausgase, Erwärmung und Veränderungen der Ozeane begleiten das vierte der großen Massenaussterben. Viele Konkurrenten der Dinosaurier verschwinden; die Dinosaurier überleben und werden im Jura zu den dominierenden großen Landwirbeltieren.
Jetzt beginnt die klassische Dinosaurierwelt. Riesige Sauropoden ziehen über Land, Theropoden jagen, Stegosaurier und andere Pflanzenfresser besetzen verschiedene Lebensräume. Über ihnen fliegen Pterosaurier. In den Meeren schwimmen Ichthyosaurier und Plesiosaurier.
Die Pflanzenwelt ist noch keine moderne Blütenpflanzenwelt: Nadelbäume, Palmfarne, Ginkgos und Farne prägen viele Landschaften.
Westphaliasaurus simonsensii wurde bei Nieheim-Sommersell gefunden und stammt aus dem Unterjura. Zusammen mit weiteren westfälischen Plesiosauriern zeigt er, dass große Meeresreptilien in unserer weiteren Region tatsächlich belegt sind.
EUROPA: Dinosaurier auf Landflächen
🌲 🦕 🦖 🌿
WESTFALEN: ~~~~~ Meer ~~~~~
🦎 Westphaliasaurus
MÜNSTERLAND /
SENDENHORST: lokale Jura-Schichten fehlen → keine erfundene Tierwelt
Vor ungefähr 100 Millionen Jahren senkt sich der Untergrund des Münsterlandes um etwa 2.000 Meter. Das Münsterländer Kreidebecken entsteht. Meer überflutet die Region, und über Millionen Jahre lagern sich mächtige Kalk-, Mergel- und andere Sedimentschichten ab.
Europa ist kein geschlossener Kontinent wie heute, sondern eine komplizierte Inselwelt zwischen ausgedehnten Meeresräumen. Auf den Inseln leben Dinosaurier, Krokodilverwandte, Schildkröten, Vögel, Pterosaurier und kleine Säugetiere. In der Pflanzenwelt gewinnen Blütenpflanzen stark an Bedeutung; daneben bleiben Nadelbäume und Farne wichtig.
Im Meer leben Haie, große Knochenfische, Ammoniten, Plesiosaurier und später die berühmten Mosasaurier – gewaltige marine Echsen und Spitzenräuber der späten Kreidemeere.
Jetzt können wir den Zoom bis auf Sendenhorst herunterdrehen. Dort, wo heute Äcker, Straßen und Häuser liegen, befindet sich Meer. Neuere Untersuchungen sprechen gegen die einfache Vorstellung eines seichten Küstengewässers; für Teile des Münsterländer Beckens werden mehrere hundert Meter Wassertiefe diskutiert. Für den konkreten Sendenhorster Fischhorizont lässt sich jedoch keine metergenaue Tiefe angeben.
EUROPÄISCHE INSELN
🌳 🌿 🦖 🦕 🌲
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KREIDEMEER
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🐟 🦈 🐟
Ammoniten · Krebse
🐟 🐟
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SENDENHORST
UNTER WASSER
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Meeresboden
Die Fundstellen lieferten eine außergewöhnlich vielfältige Fischfauna mit weitgehend zusammenhängenden Skeletten. Genannt werden unter anderem Histiothrissa macrodactyla, Berycopsis germanus, Ichthyotringa furcata, der bezahnte Räuber Enchodus gracilis, Palaeolycus dreginensis und der seltene Hai Paratriakis decheni. Für die Einzelheiten bleibt unsere eigene Fischfossilien-Seite zuständig.
Sendenhorstia granulata – ein kleiner kreidezeitlicher Fisch; die bekannten Exemplare bleiben unter etwa zehn Zentimetern Körperlänge. Der Gattungsname hat Sendenhorst dauerhaft in die zoologische Fachliteratur getragen.
Nymphaeops sendenhorstensis – ein fossiler Krebs, bereits 1862 beschrieben. Auch sein Artname verweist unmittelbar auf den Fundort Sendenhorst.
Mosasaurier gehören in die große spätkreidezeitliche Meereswelt Europas. Einige Arten wurden viele Meter lang und standen weit oben in den marinen Nahrungsnetzen. Für unsere Seite gilt aber die saubere Grenze: Mosasaurier in den europäischen Kreidemeeren – ja. Ein Mosasaurier aus dem Sendenhorster Steinkühlerfeld – bislang nicht belegt.
Zum ausführlichen Sendenhorster Fischbericht
Etwa neun Millionen Jahre nach unseren Sendenhorster Fischen schlägt ein großer Asteroid im Gebiet der heutigen Halbinsel Yucatán ein. Staub und Aerosole verdunkeln die Atmosphäre; Photosynthese und Nahrungsketten geraten weltweit unter enormen Stress.
☄
↓
CHICXULUB
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Staub · Aerosole · Brände
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Sonnenlicht ↓
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▼
Photosynthese ↓
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▼
Nahrungsketten brechen
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☠ MASSENAUSSTERBEN
Nichtvogeldinosaurier, Pterosaurier, Ammoniten, Mosasaurier und Plesiosaurier verschwinden. Vögel überleben als einzige Dinosaurierlinie. Auch Säugetiere, Krokodile, Schildkröten und verschiedene Fischgruppen überstehen die Katastrophe.
Unsere Sendenhorster Fische waren keine Chicxulub-Opfer. Ihre Fossilien waren zu diesem Zeitpunkt längst mehrere Millionen Jahre alt und im Sediment begraben.
Nach dem Ende der Kreide besetzen Säugetiere viele frei gewordene ökologische Räume. Im Laufe des Känozoikums entstehen große Pflanzenfresser und Räuber in immer neuen Formen. Elefantenverwandte, Nashornverwandte, Pferdeartige, Hirsche und zahlreiche Raubtiere prägen verschiedene Phasen Europas.
Im Süden kollidieren Afrika beziehungsweise die adriatische Platte mit Eurasien. Die Alpen entstehen. Das globale Klima kühlt langfristig ab. Wälder verändern sich; Graslandschaften werden wichtiger. Unser Stück Erde nähert sich immer mehr seiner heutigen Position.
Während der Saale-Kaltzeit erreicht skandinavisches Inlandeis das Münsterland. Gletscher bringen Geschiebe, Sand, Kies und Findlinge aus dem Norden. Während der letzten Kaltzeit liegt das geschlossene Inlandeis weiter nördlich, doch Westfalen besitzt eine offene, kalte Landschaft.
Jetzt erscheinen die großen Tiere, die wir sofort mit Eiszeit verbinden: Wollhaarmammuts, Wollnashörner, Rentiere, Wildpferde und Wisente. Dazu kommen große Räuber wie Höhlenlöwen und Hyänen in der weiteren europäischen Eiszeitwelt.
Besonders nah kommt uns diese Welt mit dem Ahlener Mammut: Eiszeit ist damit nicht Sibirien, sondern unmittelbare westfälische Nachbarschaft.
Mit dem Ende der letzten Kaltzeit beginnt das Holozän. Wälder breiten sich aus. Menschen verändern die Landschaft immer stärker; Landwirtschaft, Viehhaltung, Siedlungen, Wege und schließlich Städte entstehen.
Unser Krustenstück liegt nun bei ungefähr 51,8° nördlicher Breite. Aus einer Milliarde Jahre Kontinentaldrift, Meeren, Gebirgsbildungen, Abtragung und neuen Ablagerungen ist der Untergrund unserer heutigen Heimat geworden.
Meer. Äquator. Kohlewald. Hochgebirge. Pangäa. Großes Sterben.
Dinosaurierwelt. Kreidemeer. Eis.
Und ganz am Ende: ★ Sendenhorst.
RODINIA – Superkontinent
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▼ Zerfall
LAURENTIA BALTICA GONDWANA
│
AVALONIA ★
│ löst sich ab
↑ Reise nach Norden
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☠ Ordovizium-Krise
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Laurentia + Baltica + Avalonia
│
▼
LAURUSSIA
│
🌊 DEVONMEER
Münsterland im Meer
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☠ Devonkrisen
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▼
KARBON
Äquatornähe
🌿 Kohlewälder · Arthropleura
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Gondwana nähert sich
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💥 KOLLISION
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⛰ VARISZIDEN ⛰
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▼
🌍 PANGÄA
│
Münsterland hebt sich
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🌋 SIBIRISCHER TRAPP
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☠☠ DAS GROSSE STERBEN
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▼
TRIAS
erste Dinosaurier
🦎 Rhaeticosaurus in Westfalen
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☠ Trias/Jura-Krise
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PANGÄA REISST
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🌊 ATLANTIK ENTSTEHT
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▼
JURA
🦎 Westphaliasaurus in Westfalen
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▼
KREIDE
│
Münsterland sinkt ab
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🌊 MÜNSTERLÄNDER KREIDEMEER
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★
SENDENHORST UNTER WASSER
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🐟 Sendenhorstia granulata
🦐 Nymphaeops sendenhorstensis
🦈 Haie · Fische · Ammoniten · Krebse
🦎 Mosasaurier in der größeren Meereswelt
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☄ CHICXULUB
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☠ MASSENAUSSTERBEN
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▼
🐘 SÄUGETIERWELT
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❄ EISZEITEN
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👤 MENSCH
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★ SENDENHORST HEUTE
| Zeit | Krise | Hauptbild |
|---|---|---|
| ca. 444 Mio. | Ordovizium/Silur | Abkühlung, Vereisung, Meeresspiegel fällt |
| ca. 374–359 Mio. | Spätes Devon | mehrere Krisen, Sauerstoffmangel, Riffsterben |
| 252 Mio. | Perm/Trias | Sibirischer Trapp, extreme Erwärmung, größtes Sterben |
| 201 Mio. | Trias/Jura | Vulkanismus beim Aufreißen Pangäas, Klima- und Ozeankrise |
| 66 Mio. | Kreide/Paläogen | Chicxulub; Nichtvogeldinosaurier, Mosasaurier, Ammoniten u.a. verschwinden |
Die Darstellung trennt bewusst zwischen globaler Erdgeschichte, europäischer beziehungsweise deutscher Entwicklung, westfälischen Funden und tatsächlich für das Münsterland oder Sendenhorst belegten Verhältnissen. Paläobreiten sind gerundete Rekonstruktionsgrößen und keine metergenauen Ortsangaben.