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HEIMATVEREIN SENDENHORST · FAMILIENGESCHICHTE

Die Familie Kersting – Rohlmann

Bauerschaft Brock · Hofgeschichte seit 1353 · GED-Ahnenfolge

Kersting – Rohlmann: eine Familie im Brock

Der Hof Kersting in der Sendenhorster Bauerschaft Brock gehört zu den sehr alten nachweisbaren Hofstätten. Seine Geschichte verbindet mittelalterliche Grundherrschaft, Kriegszerstörung und Wiederaufbau mit den Familien Kersting, Fröhlich genannt Henrich und Rohlmann. Für Christian Hölscher ist dies zugleich eine direkte Vorfahrenlinie: Seine Ururgroßmutter war Maria Gertrudis (Gertrud) Kersting (1835–1911).12

Die historische Hofbezeichnung lautet in der Hofliste Brock 8; für 1992 ist A. Rohlmann, Brock 17 angegeben. Die ebenfalls überlieferte Bezeichnung „Brock 6“ wird nicht stillschweigend gleichgesetzt, sondern bleibt hinsichtlich der Nummerierung zu klären.2

Die Hofgeschichte in Jahreszahlen

1353Manse Gerdinck – ältester nachgewiesener Hofname
1472Kerstyen to Broke; der Hof wird mit dem münsterischen Bürger Lambert Belholt verbunden
1498Hinrick Kerstien mit vier Personen in der Willkommenschatzung
1589Als halbes Erbe bezeichnet
1636Henrich und Trine Kerstien zum Broke
1650Verluste aus dem Krieg: drei Pferde und sechs Kühe
1676Der Hof wird als vollständig wüst bezeichnet
1711Übergang der Riepensellschen Güter an Joan Matthias von der Recke
1740Neubau nach einem Brand
181682 Morgen Land
1828Neun Bewohner und landwirtschaftlicher Viehbestand
1839J. B. Kersting als Hofbewohner
1895 / 1930Franz Rohlmann genannt Kersting
1969Franz Rohlmann
1992A. Rohlmann, Brock 17

Die Chronologie belegt die Kontinuität der Hofstätte. Sie ist kein Beweis für eine ununterbrochene biologische Abstammung sämtlicher Hofinhaber.2

Grundherrschaft, Abgaben und wirtschaftliche Lasten

Schon 1353 wurde die Manse Gerdinck von Alheid, Witwe des Ritters Heinrich genannt Schröder, an die Brüder Buckestorp verkauft. 1472 ist Lambert Belholt als Besitzer genannt. Später gehörte der Hof zur Gutsherrschaft Herding zu Riepensell. 1711 erwarb Joan Matthias von der Recke die Riepensellschen Güter; die Bindung an Haus Drensteinfurt bestand bis zur Aufhebung der Leibeigenschaft.2

Als Jahrespacht werden 16 Taler, vier Gänse, acht Hühner und 32 Pferdedienste genannt. Daneben bestanden kirchliche Leistungen, darunter Pflugarbeit, Flachs und Messgerste. Diese Abgaben zeigen, dass ein Hof nicht allein vom Ertrag seiner Felder leben musste, sondern auch Verpflichtungen gegenüber Herrschaft und Kirche erfüllte.2

Krieg, Wüstfallen und Wiederaufbau

Der Dreißigjährige Krieg hinterließ tiefe Spuren. Nach einer Angabe von 1650 waren bei den hessischen Operationen um Hamm drei Pferde und sechs Kühe fortgenommen worden. 1676 galt der Hof als ganz wüst; die Felder wurden als schlecht und der Heuertrag als gering beschrieben. Noch 1737 war die Bewirtschaftung schwierig. 1740 wurde ein neues Haus errichtet, nachdem das vorherige abgebrannt war. Der Neubeginn verlief mühsam, auch wegen fortgesetzter Truppendurchmärsche.2

Für 1658 sind vier Pferde, ein Fohlen, zwei Kühe und vier Kälber genannt. 1828 lebten neun Personen auf dem Hof; gehalten wurden zwei Pferde, ein Fohlen, zwei Kühe, vier Rinder und zwei Schweine. Diese Zahlen machen den langfristigen Wandel des Hofes greifbar.2

Direkte Ahnenfolge – Kersting und Fröhlich

Die nachfolgenden Stammfolgen zeigen die durch die GED verknüpften Generationen, jeweils beide Elternteile gleichrangig. Die Reihenfolge führt von den ältesten erfassten Vorfahren zur Verbindung der Familien in Brock. Die Lebensdaten stammen aus der GED-Ereignistabelle; ein Gedankenstrich bezeichnet einen nicht belegten Wert. Angaben wie „um“, „vor“ und „nach“ sind keine exakten Geburts- oder Sterbetage.1

Kersting – die direkte Linie aus Brock

Generation 1
Joan Bernd Kerstien
* um 1600 · † 1673
Emilie Volcking
* um 1600 · † 1680
Generation 2
Christoph Kerstien
* um 1631 · † 1716
Menta Beckers
* 1630 · † 1680
Generation 3
Johann Bernd Kerstien
* 1680 · † 1760
Clara Kerkmann
* 1681 · † –
Generation 4
Johann Heinrich Kersting
* 1713 · † 1760
Anna Maria Margaretha Kimmenan oder Kimmo
* 1700 · † 1765
Generation 5
Johann Bernhard Kersting
* 1737 · † 1804
Catherina Starp
* 1745 · † 1818
Generation 6
Joan Bernd Kersting
* 20.07.1784 · † 1837
Anna Elisabeth Kamman
* vor 1795 · † vor 1815
Generation 7
Joan Bernhard Kersting
* 1815 · † 1867
Maria Gertrud Jasper genannt Starp
* 1808 · † 16.04.1860

Übergang zur Familie Fröhlich: Maria Gertrudis Kersting (* 26.12.1835 · † 22.01.1911) heiratete zunächst Johann Hubert Fröhlich genannt Henrich (* 26.01.1842 · † 12.06.1873). Ihre Tochter Maria Anna Elisabeth Fröhlich genannt Kersting (* 14.10.1869 · † 05.03.1943) heiratete Bernhard Theodor Hölscher.1

Nach dem Tod ihres ersten Mannes heiratete Gertrud 1875 den Bauern Theodor Rohlmann. Damit beginnt die spätere Namensverbindung Rohlmann genannt Kersting.3

Fröhlich – die direkte Linie aus Lippborg

Generation 1
Johann Konrad Anxel genannt Fröhlich
* – · † 20.09.1810
Anna Catharina Brüning
* – · † –
Generation 2
Adam Johann Stephan Fröhlich
* 01.03.1772 · † –
Anna Maria Schulte Fröhlich
* – · † nach 1824
Generation 3
Heinrich oder Joan Henrich Fröhlich
* 23.12.1809 · † 23.02.1845
Elisabeth Eggers genannt Schulte Henrich
* 11.08.1814 · † 09.05.1847
Generation 4
Johann Hubert Fröhlich genannt Henrich
* 26.01.1842 · † 12.06.1873
Maria Gertrudis Kersting
* 26.12.1835 · † 22.01.1911

Als frühester erfasster direkter Vorfahr dieser Linie (MDA) steht Johann Konrad Anxel genannt Fröhlich. Seine Ehefrau Anna Catharina Brüning gehört ausdrücklich zur Stammfolge. Die Schreibweise „genannt Fröhlich“ bleibt erhalten; die Verbindung über Lippborg ist von der Sendenhorster Hofgeschichte zu unterscheiden.13

Weitere mütterliche Vorfahren: Die GED nennt für Elisabeth Eggers genannt Schulte Henrich die Eltern Henrich Melchior Eggers genannt Schulte Henrich und Anna Elisabeth große Middendorf. Diese Linie ist eine zusätzliche direkte Ahnenverbindung, aber keine Generation der Fröhlich-Vaterlinie.1

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Gertrud Kersting, Fröhlich und Rohlmann

Maria Gertrudis Kersting (1835–1911) heiratete zunächst Johann Hubert Fröhlich genannt Henrich. Er übernahm den Kersting-Hof. Nach seinem Tod 1873 ging Gertrud 1875 eine zweite Ehe mit Theodor Rohlmann aus Ascheberg ein. In der Hofüberlieferung erscheint später der Name Rohlmann genannt Kersting. Diese Verbindung von Familien- und Hofnamen ist für das Verständnis der späteren Besitzerfolge entscheidend.13

Die ältere Fröhlich-Linie führt nach Lippborg. Die GED nennt Johann Konrad Anxel genannt Fröhlich und Anna Catharina Brüning als ein frühes direktes Vorfahrenpaar. Über Adam Johann Stephan Fröhlich und Anna Maria Schulte Fröhlich setzt sich die Folge zu Heinrich beziehungsweise Joan Henrich Fröhlich und Elisabeth Eggers genannt Schulte Henrich fort. Deren Sohn Johann Hubert Fröhlich genannt Henrich heiratete Gertrud Kersting.1

Verbindung Christian Hölscher

Die direkte Verbindung führt von Gertrud Kersting und Johann Hubert Fröhlich genannt Henrich über ihre Tochter Maria Anna Elisabeth Fröhlich genannt Kersting, die Bernhard Theodor Hölscher heiratete, weiter in die Familie Hölscher. Gertrud ist damit die Ururgroßmutter Christian Hölschers.1

Der Familienzweig verbindet die Bauerschaft Brock mit Lippborg und der Sendenhorster Hölscher-Linie. Der Namenszusatz „genannt Kersting“ erinnert an die Hofzugehörigkeit, obwohl die väterliche Herkunft aus der Familie Fröhlich stammt.

Familienbilder und Erinnerungen

Gertrud Kersting, historisches Familienbild, KI-bearbeitet
Gertrud Kersting (1835–1911), historisches Familienbild, KI-bearbeitet.
Historische Aufnahme aus der Familienüberlieferung
Historische Aufnahme aus der Familienüberlieferung – „Für den Durchblick“.

Ein besonderer Dank gilt Marie Therese Hemers, Belgien, für die zur Verfügung gestellten Fotografien der Kirchenbücher aus Lippborg.

Die Bauerschaft Brock – Höfe, Wege und Hofnamen

Brock ist eine ländlich geprägte Bauerschaft im Umfeld der Stadt Sendenhorst im südöstlichen Münsterland. Die Siedlungsstruktur wird seit Jahrhunderten durch einzelne Hofstellen, Wirtschaftswege und landwirtschaftliche Flächen bestimmt. Hier lag auch der historische Kersting-Hof, der in den Hoflisten als Brock 8 geführt wird.

Brock als bäuerliche Lebenswelt

Was die Steuerlisten über Brock erzählen6

Die alte Hofnummer Brock 8 ist eine Ordnungsnummer der Hofüberlieferung; Brock 17 bezeichnet die 1992 verzeichnete Anschrift. Daneben existierte Brock 1 mit dem Namen Kersting genannt Thieskötter. Für die Familienforschung müssen beide Hofgeschichten getrennt bleiben.24

Der Kersting-Hof gehört zur alten bäuerlichen Siedlungslandschaft des Brock. In den Hoflisten steht er als Brock 8; die spätere Adresse lautet Brock 17. Die historische Hofnummer ist nicht mit einer modernen Hausnummer gleichzusetzen.4

1498 erscheint Hinrik Kerstien in der Willkommenschatzung mit vier erfassten Personen. 1810 nennt die Hofliste den Bauern Joan Bernhard Kersting (68 Jahre) und seine Ehefrau Catharina Storp (65 Jahre), die Kinder Joan Bernhard und Anna Maria sowie einen Schweinehirten und eine Magd. 1828 lebten neun Menschen auf dem Hof. 1926 wird in der HGF-Hofübersicht Franz Rohlmann-Kersting geführt.

Eine zweite Kersting-Namenslinie erscheint auf dem Hof Brock 1: Kersting genannt Thieskötter. Beide Höfe dürfen nicht allein wegen des gleichen Familiennamens genealogisch gleichgesetzt werden.

Quellen: HGF, Band 01–29, Teil 2, PDF-S. 726 und 955; HGF-Hofübersicht Brock; H. Petzm., S. 663–664.

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Fröhlich aus Lippborg – der zweite Herkunftsraum

Lippborg liegt an der Lippe im heutigen Gemeindegebiet von Lippetal, Kreis Soest, südöstlich von Sendenhorst. Der Ort gehört zum Übergangsraum zwischen Münsterland und Soester Börde und war historisch durch Landwirtschaft, Kirche und die benachbarten Herrschaftsgebiete geprägt. Für die Familie Fröhlich bildet das Kirchspiel Lippborg einen wichtigen geografischen Bezugspunkt der überlieferten Vorfahren.

Lippborg an der Grenze zweier Landschaftsräume7

Lippborg seit dem Mittelalter

Warum Lippborg für die Genealogie wichtig ist

Die Familie Fröhlich führt die Familiengeschichte vom Sendenhorster Brock nach Lippborg. Die Verbindung entsteht durch Joan Fröhlich genannt Henrich, den ersten Ehemann von Gertrud Kersting (1835–1911). Nach seinem Tod 1873 heiratete Gertrud 1875 erneut, nun den Bauern Rohlmann aus Ascheberg.3

MDA · FRÜHESTE BEKANNTE DIREKTE VORFAHREN
Johan Konrad Anxel genannt Fröhlich
und Anna Catherina Brüning aus Beckum
Nach der überlieferten Ahnenfolge vor 1745 geboren; Zwischen-Generationen sind aus GED und Kirchenbüchern zu ergänzen.
↓
Weitere Generationen Fröhlich in Lippborg
↓
Joan Fröhlich genannt Henrich und Gertrud Kersting

Die Bezeichnung Anxel genannt Fröhlich ist als historische Namensform wichtig. Eine Verbindung zu einzelnen frühen Fröhlich-Namen lässt sich nicht allein aus der Namensgleichheit ableiten. Die abfotografierten Kirchenbücher aus Lippborg, zur Verfügung gestellt von Marie Therese Hemers, bilden die maßgebliche zusätzliche Prüfgrundlage.

⌖ Lippborg auf der Karte anzeigen ↗ 9

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Fußnoten und Quellen

  1. GED Anton & Christian Hölscher: Personen, Namen, Familien, Eltern-Kind-Verknüpfungen und Ereignisse (Project_GED_Person, Project_GED_Name, Project_GED_Family, Project_GED_FamilyChild, Project_GED_Event), übermittelter Export. Geburts- und Sterbedaten sind in der Ahnenfolge aus der Ereignistabelle ergänzt.
  2. H. Petzm.: Sendenhorst. Geschichte einer Kleinstadt im Münsterland (1992), S. 663–664, Brock 8 Kersting, historische Hofnummer, Besitzfolge, Abgaben, Kriegsfolgen und Wirtschaftsangaben...
  3. Familienüberlieferung Kersting – Fröhlich – Rohlmann: Angaben zu den Ehen Gertrud Kerstings, zum Hofnamen, Bildmaterial sowie zu den Kirchenbuchabschriften aus Lippborg (Marie Therese Hemers).
  4. HGF: Sammlung 01–29 HGF Buch, Teil 2, u. a. Übersicht der Höfe in Brock (1826/1926) und separate Hoflinie Kersting genannt Thieskötter (Brock 1). Nicht mit dem Petzmeyer-Hof Brock 8 oder der Fröhlich-Abstammung gleichsetzen.
  5. Stadt Sendenhorst: Geschichtliche Entwicklung von Sendenhorst; Kirchspiel und kommunale Neuordnung 1968. Quelle öffnen ↗
  6. Heimatverein Sendenhorst: Höfe – Bauerschaft Brock, Willkommenschatzung 1498, Besteuerung 1538/1542 und Meßkornlisten 1562–1588. Quelle öffnen
  7. Gemeinde Lippetal: Gemeindegeschichte, Lage an der Nahtstelle Münsterland/Soester Börde, Lippborg 1189 und kommunale Neuordnung 1969. Quelle öffnen ↗
  8. Gemeinde Lippetal: Sehenswürdigkeiten – Haus Assen und seine Baugeschichte. Quelle öffnen ↗
  9. GED Anton & Christian Hölscher; Familienüberlieferung; Kirchenbuchfotografien aus Lippborg (Marie Therese Hemers). Im geprüften HGF-Band 01–29, Teil 2, bislang keine sichere zusätzliche Abstammungsverbindung zur Lippborger Fröhlich-Linie.

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