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Stapel
Brennerfamilie und Feuerwehrtradition

Die Geschichte der Stapels ist zugleich eine Geschichte Sendenhorster Handwerks, alter Hausstätten und weitreichender Familienverbindungen. Die Quellen führen von den Schmieden an der Oststraße und Schulstraße zu den Johannisbrüdern, zum Stadtrat und schließlich zum Bürgermeisteramt in der Nachkriegszeit. Besonders wertvoll ist die 1981 von Ludger Kleinhans zusammengestellte familiengeschichtliche Materialsammlung mit Kirchenbuchauszügen, Stammtafeln und Originalfotografien.

Frühe Spuren: Greven und Sendenhorst

In der Materialsammlung wird eine ältere Familie Stapel beziehungsweise Stapelkamp in Greven behandelt. Der Weber Johann Bernard Stapel heiratete am 18. November 1736 Anna Elisabeth Bröker. Die genaue genealogische Anbindung dieser Grevener Nachrichten an sämtliche Sendenhorster Schmiedezweige ist nicht in jedem Glied geklärt. Die früheren Einträge bleiben daher ausdrücklich als Herkunftsspuren gekennzeichnet.1

Bernhard Heinrich Stapel und Anna Elisabeth Lammerding

Anna Elisabeth Lammerding († 21. Juni 1828) heiratete am 13. Februar 1776 Bernhard Heinrich Stapel. Als Trauzeugen sind Adolph Lammerding und Anton Hummelt überliefert. Aus der Ehe stammen unter anderem Joan Adolph (\* 1783) und Johann Bernhard Stapel (\* 5. Juli 1785), der die direkte Verbindung zur Familie Hölscher begründet.

Ihre Herkunft: Eine am 3. Oktober 1741 in Sendenhorst getaufte Anna Elisabeth Lammerding war die Tochter von Johann Heinrich Lammerding und Anna Elisabeth Suer. Diese Zuordnung zur Braut von 1776 ist naheliegend, jedoch noch nicht durch den Originaltrauungseintrag abschließend belegt. Das im Sterbeeintrag von 1828 genannte Alter von 80 Jahren weicht vom Taufjahr 1741 ab.

Am 13. Februar 1776 heirateten Bernhard Heinrich Stapel und Anna Elisabeth Lammerding. Die Kirchenbuchauszüge im Familienbuch nennen unter anderem die Söhne Joan Adolph (geboren 23. Januar 1783) und Joan Bernhard (geboren 5. Juli 1785). Der Vater starb laut dem dort wiedergegebenen Eintrag am 3. März 1805. Der Familienanschluss an die Schmiede an der Oststraße ist auch hausgeschichtlich bedeutsam.1

Adolph Stapel und Maria Spithöver – der Oststraßen-Zweig

Joan Adolph Stapel, geboren 1783, heiratete Maria Spithöver. Das Familienbuch berichtigt die ältere Aufstellung ausdrücklich und führt die Kinder Katharina Elisabeth (1806), Bernhard (1807), Maria Anna (1810), Joan Christian (1813), Joan Heinrich (1816), Bernhard Adolph (1819) und Franz Adolph (1824) auf. Für den 1807 geborenen Bernhard nennt der Nachtrag als richtiges Heiratsdatum den 7. September 1841 mit Franziska Wortmann. Die Berichtigung ist bei der Weiterverwendung der Stammtafeln maßgeblich.

Aus der Ehe Bernhard Stapel und Franziska Wortmann werden Adolph Heinrich (1843), Franz Heinrich (1844), Maria Catharina (1847), Johann Bernhard (1850), Maria Clara (1852) und Bernhard August (1855) genannt. Franz Heinrich heiratete am 9. Oktober 1878 Maria Gertrud Beumer, Tochter des Fuhrmanns Bernhard Beumer.1

Johann Bernhard Stapel, Osthues und Starp – der Schulstraßen-Zweig

Anna Clara Osthues (um 1788–1818) war die erste Ehefrau Johann Bernhard Stapels (\* 1785). Die Stammtafel nennt den 24. April 1811 als Hochzeitstag. Aus dieser Ehe ging Maria Anna Elisabeth Stapel (\* 4. Dezember 1814) hervor, die später den Sendenhorster Seiler Johann Bernhard Hölscher heiratete. Anna Clara starb am 7. Februar 1818 im Alter von 30 Jahren; die Kirchenbuchabschrift nennt Wassersucht als Todesursache.

Johann Bernhard Stapel heiratete noch 1818 Maria Franziska Starp. Für die zweite Trauung nennt die Kirchenbuchabschrift den 21. April, während die Stammtafel den 18. April verzeichnet. Die Abweichung bleibt bis zur Prüfung des Originalregisters kenntlich.

Joan Bernhard Stapel, geboren 1785, erscheint als Witwer bei seiner Heirat am 21. April 1818 mit Maria Francisca Starp. Die Quelle nennt als Trauzeugen Joan Heinrich Starp und Adolph Stapel. Als Kinder dieser Ehe sind Franz Heinrich (1819–1895), Christian (1822–1835) und Gertrud (1827–1893) erfasst. Die erste Ehe mit Clara Osthues und der Zeitpunkt der Einheirat in die Hausstätte sind besonders sorgfältig auseinanderzuhalten: In der Hausgeschichte des Familienbuches steht an anderer Stelle 1828.

Franz Heinrich Stapel (1819–1895) heiratete am 3. Mai 1854 Elisabeth Bickamp. Der Familienzweig führt zu Johann Bernhard Stapel, geboren am 12. April 1858, der am 16. August 1893 Maria Elisabeth Johanna Theodora Happe heiratete. Die Verbindung zu Bickamp führt zugleich in das Sendenhorster Mühlengewerbe am Osttor.1

Die sechs Kinder von Johann Bernhard Stapel und Maria Happe

Name Geburt Weitere Angaben
Franz Josef 05.07.1894 † 14.01.1919
Maria 19.10.1896 Heirat mit Wilhelm Kleinhans 1923
Gertrud Catharina 19.04.1898 Auf historischem Klassenfoto
Elisabeth 27.10.1899 † 06.11.1918 laut Stammtafel
Johann Bernhard Martin 11.11.1901 Heirat mit Paula Königkamp; späterer Bürgermeister
Katharina Ida 10.04.1904 Im Familienbuch genannt

Johann Bernhard Martin Stapel heiratete Paula Königkamp aus Beckum. Genannt sind die Söhne Bernhard, Theodor, Norbert und Ludger. Maria Stapel heiratete 1923 den Sendenhorster Stadtrentmeister Wilhelm Kleinhans; der spätere Priester Ludger Kleinhans stellte 1981 das Familienbuch zusammen.1

Verbindung Christian Hölscher

Meine direkten Vorfahren aus der Familie Stapel

Die direkte Ahnenfolge nach den GED-Daten von Anton und Christian Hölscher. Beide Elternteile werden gleichwertig dargestellt; nicht belegte Einzelangaben bleiben als offen gekennzeichnet.

Bernd Stapelkamp × Margarethe Volkers
Geburt: nicht in den vorliegenden GED-Tabellen enthalten
Heirat: 22.11.1676
Wessel Stapelkamp × Christina Laumans
Geburt: nicht in den vorliegenden GED-Tabellen enthalten
Heirat: nicht enthalten
Johann Bernard Stapel × Anna Elisabeth Bröker
Geburt: nicht in den vorliegenden GED-Tabellen enthalten
Heirat: nicht enthalten
Bernd Heinrich Stapel × Anna Elisabeth Lammerding
Geburt: 1742 (bisherige Familienüberlieferung)
Heirat: 13.02.1776
Joan Bernhard Stapel × Anna Clara Osthues
Geburt: 05.07.1785
Heirat: 24.04.1811
Maria Anna Elisabeth Stapel × Johann Bernhard Hölscher, Seiler
Geburt: 04.12.1814
Heirat: noch nicht gesichert

GED-Hinweis: Für Bernd Heinrich Stapel (1742) sind in den exportierten GED-Familientabellen zwei Elternzuordnungen hinterlegt: Johann Bernard Stapel/Anna Elisabeth Bröker sowie Bernd Heinrich Stapel/Anna Maria Pelger. Die oben dargestellte ältere Stapelkamp-Linie folgt der erstgenannten Verknüpfung; die zweite Zuordnung bleibt ausdrücklich dokumentiert. Die GED-CSV enthält keine Ereignistabelle mit Geburts- und Heiratsdaten; fehlende Daten wurden nicht ergänzt.

Genealogische Quelle: GED Anton & Christian Hölscher.

Johann Bernhard Stapel + Clara Osthues
▼
Maria Anna Elisabeth Stapel (1814–1888)
⚭
Johann Bernhard Hölscher · Seiler
▼
Bernhard Theodor Hölscher (1848–1916)

Die Ehe von Johann Bernhard Hölscher und Elisabeth Stapel ist in der familiengeschichtlichen Überlieferung ausdrücklich aufgeführt. Genannt werden Bernhard Theodor (13. Oktober 1848), Maria Franziska (23. Januar 1851), Maria Anna (8. Dezember 1853 bis 29. Dezember 1859) und Franz Joseph (19. August 1858 bis 1861). Die Zuordnung von Elisabeth zu den Eltern Johann Bernhard Stapel und Clara Osthues folgt der genealogischen Vorarbeit; die genaue Trauung soll weiterhin anhand des Originalregisters belegt werden. Damit ist die Verbindung zwischen Schmiede Stapel und Seilerei Hölscher an der Weststraße ein eigenes, zentrales Kapitel.1

 

Familien und Haushalte im 19. Jahrhundert

Die Hauskatasterangaben ergänzen die Kirchenbuchdaten um Momentaufnahmen der tatsächlich zusammenlebenden Familien. Für 1810 nennt die Oststraße 11 den 27-jährigen Schmied Adolph Stapel, seine 29-jährige Frau Maria Catharina Spiethöver und die Kinder Bernard (drei Jahre) und Maria Anna (ein Monat). Im selben Haus lebten Elisabeth Lammerding, 60 Jahre, Witwe des Schmieds Bernhard Heinrich Stapel, sowie Bernard Stapel, 25 Jahre, Schmiedegeselle, und Christian Stapel, 17 Jahre, Schmiedelehrling. Diese Personen sind nicht mit den späteren gleichnamigen Angehörigen zu verwechseln.

1852 erscheinen an der Oststraße Bernhard Stapel (45), seine Frau Franziska (35), die Kinder Adolph (9), Franz (8) und Klara (6) sowie Bernhards Bruder Heinrich (35) mit Kindern. Die Aufnahme von 1861 nennt Bernhard Stapel (54), seine Frau Kortmann (44), Adolph (18), Franziska (17), Catharina (15), Bernhard (12), Clara (9) und August (7) sowie Heinrich Stapel, den 44-jährigen Bruder. Da die Altersangaben der Aufstellungen voneinander abweichen, sind sie als zeitgenössische Haushaltsangaben und nicht als ungeprüfte Geburtsdaten zu lesen.

Stapel–Hölscher: Das Hauskataster der Weststraße 3 nennt 1852 den Seiler Johann Bernhard Hölscher (38) mit Elisabeth (38) und den Kindern Bernhard (8), Heinrich (6), Theodor (4) und Franziska (1). 1861 ist Elisabeth ausdrücklich als Stapel Elisabeth (47) bezeichnet; die Kinder werden erneut genannt. Damit liefert die Hausstätte einen unabhängigen Beleg für die Eheverbindung und die im Haushalt lebenden Kinder. Die Abweichung gegenüber der Kinderliste der genealogischen Materialsammlung bleibt ausdrücklich zur Prüfung markiert.1

Haus- und Handwerksgeschichte

Oststraße 11 – Hausstätte 54/55

Die Hausstätte ist schon vor der Familie Stapel belegt. Die Hausstättenüberlieferung nennt Johann Hesselmann (1711), später den Schmied Johann Heinrich Lammerding und ab dem ausgehenden 18. Jahrhundert Angehörige der Familie Stapel. In den frühen Einwohnerangaben erscheinen Schmiedegesellen und weitere Familienmitglieder. Die ältere Schmiede war damit nicht bloß ein Wohnhaus, sondern zugleich ein Arbeitsplatz mit ausgebildeten Handwerkern.2

Schulstraße 8 – Hausstätte 243

Die Hausstätte wird im Familienbuch zunächst der Familie Schmeddes, dann dem Schmied Osthues zugeordnet. Mit ihr verbindet die Stadtüberlieferung den Brand von 1751. Später erscheint die Familie Stapel als Inhaberin der Schmiede. Das Familienbuch spricht von einer Einheirat 1828, während der nachgewiesene zweite Traueintrag Johann Bernhard Stapels von 1818 stammt: Die Daten sind nicht gleichzusetzen.

Am 30. September 1901 zerstörte ein Feuer das Wohnhaus und die Wirtschaftsgebäude des Schmieds Stapel. Historische Fotografien zeigen das alte Haus vor dem Brand und das Straßenbild mit der Volksschule 1903/04. Sie sind für die Baugeschichte besonders aussagekräftig.2

Aufträge, Besitz und städtische Funktionen

1797 ist Bernd Heinrich Stapel mit einem zehnjährigen Vertrag über Schmiedearbeiten an der von Galenschen Windmühle genannt. Im selben Jahr erscheint ein Schmied Stapel bei der Beschaffung eines Mühlsteins in Köln. Weitere Akten betreffen Geldgeschäfte mit der Armenkasse, eine Grundstücksangelegenheit von 1861 und die Gestaltung eines Friedhofstores 1895. Nicht alle bloß mit „Schmied Stapel“ bezeichneten Einträge lassen sich derzeit eindeutig einer Person zuweisen.

 

Schmiedearbeiten an der Windmühle

Die HGF-Unterlagen nennen Bernd Heinrich Stapel bei der Vergabe der Schmiedearbeiten an der von Galenschen Windmühle 1797. Die Vergabe sollte für zehn Jahre erfolgen. Neben den Schmiedearbeiten sind Seilerarbeiten durch Schlenker und die Unterhaltung der Laken verzeichnet. Das Dokument zeigt den Handwerksbetrieb im Zusammenhang mit der städtischen Mühlenwirtschaft. HGF, PDF-S. 625.2

Werkstätten, Eigentum und wirtschaftliche Verhältnisse

Das Hauskataster verzeichnet 1827 für Adolph Stapels Schmiede ein mit Fragezeichen versehenes Betriebskapital von 600 Talern und einen Gewerbeertrag von 300 Talern. 1833 wurden für die Hausstätte 840 Taler Taxwert und 200 Taler Schulden festgehalten. 1836 bestand das Anwesen aus einem Wohnhaus (48 × 22 × 14,5 Fuß), einem Viehhaus (26 × 16,5 × 13 Fuß) und einer Schmiede am Wohnhaus; für die beiden Gebäude werden Versicherungswerte von 850 und 250 Talern genannt. 1848 übertrug die Witwe Adolph Stapels den Besitz an Bernhard Stapel junior.

1856 war ein Schmied Stapel für die Feuerspritze verantwortlich – ein bemerkenswerter Berührungspunkt zwischen Schmiedehandwerk und dem frühen örtlichen Feuerlöschwesen. 1863 nennt die Quelle Bernhard Stapel als Schmiedemeister mit einem Hausnutzwert von 20 Talern; 1887 besaß Franz Stapel als Schmied 2,46 Hektar Grund. Spätestens 1895 erscheint an der Oststraße Bernhard Arning als Schmied.

Für 1813 sind die Schmiedemeister Lange, Münstermann und Adolf Stapel als Vorsteher des Handwerks genannt. Die Akte behandelt die französische Patentbesteuerung: Sieben Schmiedemeister wurden mit jeweils 4,50 Francs veranschlagt; darunter wird Johann Bernard Stapel namentlich aufgeführt.

Auch kleine städtische Aufträge lassen sich nachweisen: 1833 fertigte ein Schmied Stapel Haken für neue Fensterblendläden des Gefängnisses am Osttor. Das zeigt die praktische Bedeutung der Schmiede für den kommunalen Alltag.

1813: Die Schmiedemeister unter französischer Verwaltung

Im Abschnitt über die Patentsteuer erscheinen Adolf Stapel unter den Vorstehern der Schmiedemeister und Johann Bernard Stapel in der Liste der sieben Meister. Diese Einträge sind im Zusammenhang mit der französischen Gewerbesteuer zu lesen und nicht ohne weitere Prüfung als zwei getrennte Familienzweige zu interpretieren. HGF, PDF-S. 642.

1832: Einspruch gegen die Steuerbewertung

Johann Bernhard Stapel protestierte 1832 gegen eine aus seiner Sicht zu hohe Einschätzung seines Hauses in der Grundsteuermutterrolle. Dieser Fund eröffnet einen weiteren Ansatz für die Rekonstruktion von Besitz, Gebäudewert und wirtschaftlicher Lage. HGF, PDF-S. 741.

1861: Grundstückstausch am Armenhaus

Ein Schmiedemeister Stapel erhielt im Rahmen eines Tauschvertrags Grundstücksteile des Armengartens; die Quelle nennt Maße von 80 mal 12 Fuß und die Absicht, ein Haus zu errichten. Die Identität des Schmiedemeisters ist anhand der Grundstücks- und Familienakten noch zu sichern. HGF, PDF-S. 675.2

Die Stadtbrände von 1751 und 1901

Der Brand vom 17. April 1751 begann nach der überlieferten Darstellung im Haus Osthues an der späteren Schulstraße 8: Beim Schmieden gelangte ein Funke in Flachs. Der Brand griff auf mehrere Häuser und das Pastorat über. Der Ort ist also bereits vor dem Übergang zur Familie Stapel als Schmiedestandort nachgewiesen.

Am 30. September 1901 um 7.10 Uhr meldete die Schulchronik einen Brand im Wohnhaus des Schmiedemeisters Stapel nahe dem Schulgebäude. Auch das Wirtschaftsgebäude brannte vollständig nieder. Die Brandursache blieb nach dem Bericht unbekannt.4

Menschen und Stadtleben

Stadtrat und Bürgermeister

1829 wird Johann Bernhard Stapel als Mitglied des Stadtrats genannt; im 19. Jahrhundert begegnen weitere Angehörige der Familie in kommunalen Gremien. Nach dem Zweiten Weltkrieg gehörte Bernhard Stapel zu den Personen des kommunalen Neubeginns. Er amtierte 1946 bis 1948 als Bürgermeister von Sendenhorst.4

Johannisbruderschaft, Sodalität und Vereine

Die Königslisten der Johannisbruderschaft führen Stapel-Einträge für 1820, 1822, 1827, 1828, 1830, 1837, 1841, 1851, 1867, 1883 und 1901 auf. Es handelt sich um elf Königseinträge, nicht zwingend elf verschiedene Männer. In der Sodalität sind unter anderem Adolph Stapel als Präfekt (1802), Christian und Heinrich Stapel als Schriftführer (1815) sowie Heinrich Stapel als Präfekt (1845 und 1852) genannt.

Die Familie im religiösen Vereinsleben

Das Memorial der Jünglingssodalität nennt Adolph Stapel in der frühen Präfektenliste, Christian und Heinrich Stapel im Umfeld der Sekretäre sowie Heinrich Stapel 1845 als Präfekten. Bei der Neuorganisation wird Heinrich Stapel aus der Oststraße als erster Präfekt aufgeführt. HGF, PDF-S. 952–953.

Unter den Todesfällen ist 1872 ein Schmied Adolf Stapel, 29 Jahre, genannt. Am 8. März 1877 vermerkt die Chronik den Tod des Heinrich Stapel aus der Oststraße. Ein Streit über den vierstimmigen Gesang an seinem Grab führte zur Entscheidung, künftig bei allen Sodalen vierstimmig zu singen. Ebenfalls 1877 wurde Bernhard Hölscher aus der Sodalität ausgeschlossen, weil er nach Darstellung der Quelle keine Lust mehr zur Teilnahme hatte. Die genealogische Identität der hier genannten Hölscher-Person ist noch abzugleichen. HGF, PDF-S. 954.3

Familienalltag und Verluste

Das Familienbuch bewahrt neben Hochzeiten und Taufen auch die Erinnerung an frühe Todesfälle. Franz Josef Stapel starb im Januar 1919, seine Schwester Elisabeth bereits im November 1918. Die erhaltenen Sterbeandenken sind persönliche Zeugnisse dieser Familiengeschichte. Auch die Hochzeits- und Klassenbilder dokumentieren familiäre Beziehungen über die eigentliche Stapel-Linie hinaus.1

 

Nachbarschaft und kommunaler Alltag

Eine besonders anschauliche Akte stammt aus 1865: Elisabeth Seebröcker, Bewohnerin des Armenhauses, erhob Vorwürfe gegen Schmiedemeister Franz Stapel und den Gärtner Anton Wessel. Auslöser war offenbar ein Streit über einen Graben im Armenhausgarten und eine angrenzende Hecke. Die erhaltenen Darstellungen der Beschwerdeführerin und des Bürgermeisters widersprechen einander erheblich. Die Staatsanwaltschaft sah nach ihren Erkundigungen keinen Anlass zum Einschreiten gegen Wessel; erneute Eingaben wurden geprüft. Der Vorgang wird hier ausdrücklich als überlieferter Konflikt mit gegensätzlichen Aussagen wiedergegeben, nicht als erwiesene Misshandlung oder als gesicherte Widerlegung aller Vorwürfe.

Zur politischen Rolle Bernhard Stapels lässt sich das Wahldatum präzisieren: Am 8. Oktober 1946 wählte ihn der neu gewählte Stadtrat mit 13 Stimmen zum Bürgermeister. Die Sitzung leitete der bisherige Bürgermeister Dr. Theodor Untiedt. Die Akten nennen Bernhard Stapel, geboren am 11. November 1901, als parteilosen Schmiedemeister.

Die Akten zur Johannisbruderschaft dokumentieren Stapel-Könige in mehreren Generationen, darunter Adolphus (1820 und 1827), Bernhard (1822), Bernhard junior (1841 und 1851), Franz (1867), Franz junior (1883) und Bernhard (1901). Das sind Nennungen von Königsjahren, nicht automatisch unterschiedliche Personen.2

Namensgleichheit und Familienzuordnung

Bei der Gesamtsuche nach „Stapel“ finden sich zahlreiche Urkunden über das adelige Haus Stapel, die Familien Kerckerinck und von Droste sowie grundherrliche Rechte in Sendenhorster Bauerschaften. Diese Treffer werden nicht ohne genealogischen Nachweis der bürgerlichen Schmiedefamilie zugerechnet. Auch gleichlautende Sachbegriffe wie „Vieh­stapel“ sind keine Familienbelege. Die Unterscheidung ist für die weitere Quellenauswertung wesentlich.

Quellenkritische Abgrenzung

Ein Original-Traueintrag zur Ehe Hölscher–Stapel konnte in den bislang erschlossenen HGF-Stellen nicht nachgewiesen werden.

Quellenbasis: „89-92 HGF Buch_OCR\_.pdf“, 1.055 PDF-Seiten. Die angegebenen PDF-Seiten sind konkrete Fundstellen und ermöglichen die spätere Prüfung am Scan.1

Chronologie – die Stapels und Sendenhorst

1751Brandüberlieferung zur Schmiede Osthues an der späteren Schulstraße.
1776Heirat Bernhard Heinrich Stapel und Anna Elisabeth Lammerding.
1797Städtische Schmiedearbeiten an der Windmühle; Mühlsteinbeschaffung.
1802Adolph Stapel als Präfekt der Sodalität.
1818Johann Bernhard Stapel heiratet Maria Francisca Starp.
1829Johann Bernhard Stapel wird Mitglied des Stadtrats.
1841Bernhard Stapel heiratet Franziska Wortmann am 7. September.
1854Franz Heinrich Stapel heiratet Elisabeth Bickamp.
1861Grundstücksgeschäft mit der Armenkasse.
1893Johann Bernhard Stapel heiratet Maria Happe.
1895Nachricht zur Gestaltung eines Friedhofstores.
1901Brand des Stapelschen Hauses an der Schulstraße.
1923Maria Stapel heiratet Wilhelm Kleinhans.
1946–1948Bernhard Stapel ist Bürgermeister von Sendenhorst.
1981Ludger Kleinhans stellt die familiengeschichtliche Materialsammlung zusammen.
 
Fußnoten und Quellen

Die nummerierten Fußnoten verweisen auf die verwendeten Quellen. Wo der Ausgangstext keinen präzisen Einzelbeleg nennt, ist die Quellenzuordnung als allgemeine Quellenbasis zu verstehen.

  1. Familiengeschichte Stapel – genealogische Zusammenstellung und Familienüberlieferung; Grundlage für die Stammfolgen, Heiraten und Familienbeziehungen. Einzelnachweise im Familienbuch sind bei Bedarf am Original zu kontrollieren.
  2. HGF – Hausstätten-, Handwerks- und kommunalgeschichtliche Aufzeichnungen aus der Sendenhorster Materialsammlung. Quellenbasis für Hausstellen, Berufe, Besitz und örtliche Aktenvorgänge; ohne durchgängige Einzelsignaturen.
  3. Johannisbruderschaft Sendenhorst – Jubiläumsschrift 2006 und Königslisten; Quellenbasis für die bruderschaftlichen Angaben.
  4. H. Petzm. – Sendenhorst. Geschichte einer Kleinstadt im Münsterland (1993), sowie zugehörige historische Arbeitsakten; Kontext zu Stadtbränden, Stadtrat und Stadtgeschichte.
  5. GED Anton & Christian Hölscher – genealogische Zuordnung der direkten Vorfahren und ihrer Ehepartner.

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